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Eine Anlaufstelle für Corona-Verdachtsfälle in Bremen. Bild: www.imago-images.de / Martin Ewert / foto2press via www.imago-images.de

Virologe: Haben neue Corona-Symptome entdeckt

Nicht nur für uns, auch für die Wissenschaft ist das Coronavirus noch recht neu. Deshalb gibt es auch immer wieder neue Erkenntnisse. So hat nun ein Forscher aus Bonn neue Symptome entdeckt, die manche der Infizierten aufweisen.

Das erklärt Hendrik Streeck im Interview der "FAZ". "Wir haben die Symptome erfasst und dadurch auch neue entdeckt", sagt der Forscher. Im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen, der besonders vom Coronavirus betroffen ist, sei er mit seinem Team von Haus zu Haus gegangen. "Ich bin wahrscheinlich der Virologe, der die meisten Patienten hier in Deutschland gesehen hat."

Rund zwei Drittel der Patienten hätten über fehlenden Geruchs- und Geschmackssinn geklagt: "Das geht so weit, dass eine Mutter den Geruch einer vollen Windel ihres Kindes nicht wahrnehmen konnte. Andere konnten ihr Shampoo nicht mehr riechen, und Essen fing an, fade zu schmecken."

Noch wisse er nicht, wann diese Symptome auftreten. Es sei aber zu vermuten, dass das etwas später im Verlauf einer Infektion der Fall sei. Seine Untersuchung stützt sich auf mehr als 100 Patienten, von denen allerdings keiner als schwerer Fall eingestuft worden sei.

Bei etwa einem Drittel sei außerdem Durchfall aufgetreten. "Das ist häufiger, als bisher angenommen wurde", so der Virologe.

Reizhusten und leichtes Fieber bei 91 Prozent

Streeck betont weiter, die allermeisten Infizierten zeigten nur leichte Symptome. Das bestätige auch eine chinesische Studie aus Shenzhen, die ermittelt habe, dass 91 Prozent der Patienten nur mit Reizhusten und etwas Fieber zu kämpfen hätten.

Gerüchten aus dem Netz, wonach das Coronavirus sich aus dem bekannten Sars-Virus (sein Vorläufer) sowie HIV zusammensetze, widersprach er. "Ich halte das für Unsinn", erklärte er entschieden. "Richtig ist, dass der neue Erreger dem alten Sars-Virus ähnelt, deswegen wird er ja auch Sars-CoV-2 genannt." Die beiden Erreger seien zu etwa 80 Prozent genetisch miteinander verwandt.

Das Coronavirus oder Sars-2 sei aber weniger gefährlich als Sars-1. Es verbreite sich zwar schneller, weil es sich von Rachen zu Rachen übertrage. Das habe allerdings auch wieder einen Vorteil: Sars-1 vervielfältige sich zwar in der tiefen Lunge und sei damit nicht so infektiös, gehe aber in jedem Fall auf die Lunge. "Sars-2 geht seltener auf die Lunge, was allerdings dann zu den schweren Verläufen führt."

(om)

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