Bild

Die antivirale Tablette Avigan gilt als vielversprechend im Kampf gegen Covid-19. Bild: picture alliance/Ho/Fujifilm Corp./dpa

Nach vielversprechenden Studien: Deutschland bestellt Anti-Grippe-Tabletten in Japan

Die Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus dauert noch an. Doch auch nach Medikamenten zur Behandlung von Covid-19 wird unter Hochdruck geforscht. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit beim Kampf gegen Corona auf eine Tablette, die es schon gibt: Avigan.

Avigan ist eine antivirale Pille, die in Japan bereits gegen die Grippe eingesetzt werden darf. In Deutschland ist das Medikament noch nicht zugelassen. Doch nachdem die chinesische Regierung vielversprechende klinische Tests mit Avigan aus der am stärksten betroffenen Stadt Wuhan meldete, bestellt die Bundesregierung nun vorsorglich Millionen von Packungen des Arzneimittels. Das berichtet die "FAZ" unter Berufung auf Behördenkreise.

Demnach bestätigte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums, dass die Tablette bei der Behandlung von Covid-19-Patienten mit schwerwiegendem Krankheitsverlauf zum Einsatz kommen solle. Das gelte auch für weitere Medikamente: Kaletra, Foipan und chloroquin- und hydroxychloroquinhaltige Arzneimittel.

Große Erwartungen – Drosten: "Vielversprechend"

Die Hoffnungen, dass Avigan auch bei der Corona-Bekämpfung erfolgreich eingesetzt werden kann, sind groß. Deutschlands wohl bekanntester Virologe, Christian Drosten von der Charité Berlin, nannte den darin enthaltenen Wirkstoff "vielversprechend". Es gebe eine "Anfangsevidenz für eine Wirkung".

Und nicht nur Deutschland ist interessiert an dem angeblichen neuen Wundermittel. In Italien wird Avigan bereits getestet. Tschechien und Indonesien wollen ebenfalls große Mengen der antiviralen Tablette in Japan bestellen.

Allerdings dämpft ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn gegenüber der "FAZ" die Euphorie etwas. Zu keinem der genannten Medikamente ließen sich zum jetzigen Zeitpunkt Aussagen über ihre Wirksamkeit gegen Covid-19 treffen. Man müsse die Ergebnisse bereits laufender Prüfungen abwarten.

(om)

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Exklusiv

Karl Lauterbach: "Es ist bis zum Schluss zu wenig für junge Menschen gemacht worden. Das war sehr bitter für sie"

Der SPD-Politiker ist eines der Gesichter der Corona-Krise in Deutschland. Ein Gespräch über Ungerechtigkeit gegenüber jungen Menschen, die Frage, ob wir im Herbst in Clubs tanzen können – und über den Niedergang der SPD.

Karl Lauterbach ist in Deutschland eines der Gesichter der Pandemie-Zeit. Seit März 2020 ist der SPD-Bundestagsabgeordnete, Gesundheitspolitiker und Epidemiologe Dauergast in Fernsehtalkshows. Er hat vor der zweiten und der dritten Infektionswelle gewarnt – lange, bevor sie über das Land schwappten. Auch sonst lag er mit seinen Prognosen oft richtig: Lauterbach hat schon mitten im kaugummihaft zähen Dauerlockdown gegenüber watson gesagt, dass wir einen guten Sommer erleben können.

Manche …

Artikel lesen
Link zum Artikel