28.12.2020, Th

Ein Hinweisschild auf die Maskenpflicht steht in der Fußgängerzone von Heiligenstadt im Eichsfeld-Kreis. Für den Kreis galt bereits seit dem 28.12.2020 eine ganztägige Ausgangssperre und wegen hoher Infektionszahlen noch strengere Kontaktbeschränkungen. Bild: dpa / Bodo Schackow

Einschränkung des Bewegungsradius ab einer Inzidenz von 200: Diese Landkreise liegen über dem Grenzwert

Die Corona-Pandemie wütet weiter. Dass sich die Zahlen im Januar nach den Lockerungen um die Weihnachtstage nicht verbessern würden, war für viele Expertinnen und Experten schon lange klar. Nun reagiert die Bundesregierung erneut. Eine der beschlossenen Maßnahmen: In Landkreisen, in denen binnen sieben Tagen mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden, sollen sich Menschen ohne triftigen Grund nicht mehr als 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen dürfen.

Eingeschränkter Bewegungsradius gilt bereits in Sachsen

In Deutschland gibt es einen eingeschränkten Bewegungsradius bereits in Sachsen, wo die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen drei Monaten stark angestiegen war. Hier dürfen sich die Bürger maximal 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen, etwa um Sport zu treiben oder zum Einkauf. Ähnlich betroffen wie Sachsen ist auch Thüringen von der Pandemie. Doch dort gibt es zunächst keine Verpflichtung für die Bürger, ihren Bewegungsradius auf 15 Kilometer um ihren Wohnort einzuschränken, sondern nur eine entsprechende Empfehlung.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern bei der Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) sind enorm. Bundesweit lag diese Mittwochmorgen bei 127,3. Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 262,1 und Thüringen mit 244,6. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 73,7.

Folgende Stadt- und Landkreise lagen laut Daten des RKI am Mittwoch über dem Wert von 200 bei der 7-Tage-Inzidenz:

Über 400

Über 300

Über 200

Datenstand laut RKI, 06.01.2021, 00:00 Uhr

Kurz nach den Beschlüssen vom Dienstag zeichnete sich bereits ab, dass einige Bundesländer davon wohl abweichen werden. So will etwa Niedersachsen die Beschränkung der Bewegungsfreiheit in Hotspots nicht ohne Weiteres umsetzen.

(mse/mit Material der dpa)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Exklusiv

Karl Lauterbach: "Es ist bis zum Schluss zu wenig für junge Menschen gemacht worden. Das war sehr bitter für sie"

Der SPD-Politiker ist eines der Gesichter der Corona-Krise in Deutschland. Ein Gespräch über Ungerechtigkeit gegenüber jungen Menschen, die Frage, ob wir im Herbst in Clubs tanzen können – und über den Niedergang der SPD.

Karl Lauterbach ist in Deutschland eines der Gesichter der Pandemie-Zeit. Seit März 2020 ist der SPD-Bundestagsabgeordnete, Gesundheitspolitiker und Epidemiologe Dauergast in Fernsehtalkshows. Er hat vor der zweiten und der dritten Infektionswelle gewarnt – lange, bevor sie über das Land schwappten. Auch sonst lag er mit seinen Prognosen oft richtig: Lauterbach hat schon mitten im kaugummihaft zähen Dauerlockdown gegenüber watson gesagt, dass wir einen guten Sommer erleben können.

Manche …

Artikel lesen
Link zum Artikel