Deutschland
Bild

Chinesen in einem Restaurant. Alisa Speckhardt lebt in Peking und erklärt, warum die Maßnahmen der Regierung gegen das Coronavirus so erfolgreich waren. Bild: dpa / screenshot t-online / watson-montage / Wang Chun

Coronavirus: Deutsche in China erklärt, welche Maßnahmen wirklich geholfen haben

Der weltweite Kampf gegen das Coronavirus geht weiter. Im Ausbruchsland China nehmen die Zahlen der Neuinfizierten seit einigen Tagen ab. Auch in Südkorea ist dies seit Sonntag der Fall. Das sind erste Erfolge bei der Eindämmung. Mittlerweile ist nicht mehr Südostasien, sondern Europa das Epizentrum der Krise.

Welche Maßnahmen konkret dazu geführt haben und was in Deutschland jetzt passieren muss, das erklärt Alisa Speckhardt im Interview mit "t-online". Sie arbeitet laut eigenen Angaben für einen großen deutschen Automobilhersteller in Peking. Dort fühlt sie sich sicher, erklärt sie selbst. Am meisten Angst hätten ihre Familie und Freunde um sie gehabt.

Bevölkerung nimmt die Lage ernst

"China hat die richtigen Maßnahmen getroffen, um das Virus einzudämmen", ist sie überzeugt. Und die Bevölkerung sei auch bereit, die Einschränkungen hinzunehmen und sich an die Handlungsanweisungen der Regierung zu halten. Dabei sei es vor allem darum gegangen, auf die eigene Freiheit zu verzichten und das öffentliche Leben auszusetzen.

"Jeder nimmt es ernst, deswegen fühlt man sich auch sicher."

Die chinesische Regierung hat Bars, Restaurants und Fitnessstudios in Peking geschlossen. Auch Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten bleiben zu, ebenso die Kindergärten. Supermärkte haben ihre Öffnungszeiten eingeschränkt. In Deutschland laufen solche Maßnahmen erst langsam an, allerdings regional begrenzt. So haben etwa Berlin und Köln Bars, Kneipen und Clubs geschlossen.

Deutschland muss noch mehr tun

Alisa beobachtet die Situation in Deutschland von Peking aus sehr genau, sagt sie. Es gehe jetzt darum, ein Bewusstsein für das Virus zu bekommen. "Aktuell ist es noch sehr chaotisch."

"Es ist wichtig, dass jeder begreift, dass man auch ein Stück eigene Freiheit aufgeben muss, um die anderen zu schützen."

In China habe es geholfen, dass das Land einen Monat lang den Atem angehalten habe, die Leute zuhause geblieben seien. "Das war die beste Maßnahme, um das Virus einzudämmen."

Sie empfiehlt uns, einfach zu Hause zu bleiben und die Zeit möglichst gut zu nutzen. Heutzutage gebe es schließlich das Internet und Streamingdienste. "Es ist natürlich nicht ideal, für uns war es auch nicht einfach. Aber dadurch, dass wir alle zusammengehalten haben, haben wir das Virus unter Kontrolle gebracht."

(om)

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Martin91 19.03.2020 19:37
    Highlight Highlight Die Quarantänemaßnahmen in einigen Städten haben zwar die Ausbreitung verlangsamt, aber wirklich stoppen kann man das Virus nur, wenn man deutlich mehr und schneller testet.
    Denn so entdeckt man viele Infizierte Personen auch ohne Symptome und kann so jede einzelne Infektionskette gezielt stoppen.

    China, Südkorea und einige andere asiatische Länder zeigen bereits eindrucksvoll, dass diese Strategie erfolgreicher ist.
    Die anderen Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung können als Ergänzung sinnvoll sein.
  • Hangover 17.03.2020 13:15
    Highlight Highlight In Deutschland ist es eher umgekehrt. Hier müssen wir unsere reGIERenden dazu nötigen, wirtschaftsschädigende Maßnahmen wie Ausgangssperren zu ergreifen. Doch selbst Jens Spahn hat inzwischen vermutlich ein wenig Sorge, dass ihm seine Wähler wegsterben und er zu den Grünen übersetzen muss. lol

Völkische Mädchengruppen tauchen in und um Dresden auf

Eine bisher unbekannte, offensichtlich völkische Mädchengruppe hat sich mutmaßlich am Wochenende in der Nähe von Dresden getroffen. Darauf weist ein Bild hin, das mutmaßlich im Elbsandsteingebirge, in der Nähe der sächsischen Hauptstadt, geschossen worden ist.

Verbreitet hat das Foto der Twitter-Account des Bündnisses "Dresden Nazifrei", ein seit 2009 aktiver Zusammenschluss antifaschistischer Gruppen und Personen aus Dresden und der angrenzenden Region.

Verstörend wirkt das Bild besonders, …

Artikel lesen
Link zum Artikel