Deutschland
09.02.2021, Israel, Tel Aviv: Eine Frau erh

Der Impfstoff Astrazeneca ist in Deutschland weiter unbeliebt. Bild: dpa / Ilia Yefimovich

Corona-News: Impfstau in Deutschland – Astrazeneca stapelt sich in Kühlschränken

Die Corona-Pandemie bereitet Menschen weltweit Sorgen. Die Infektions- und Todeszahlen, die Deutschland in diesem Winter erreicht, sind wesentlich höher als noch in der ersten Welle im Frühjahr 2020.

Mittlerweile sinken die Zahlen wieder. Dennoch haben Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder nun erneut eine Verlängerung des Lockdowns beschlossen. Doch es gibt erste Öffnungsschritte.

Die wichtigsten Beschlüsse im Überblick:

Das Robert-Koch-Institut zählte bis Sonntag (Stand: 0 Uhr) 2,442,336 Infektionen in Deutschland sowie 70.045 Todesfälle.

28. Februar

19.05 Uhr: Impfstau in Deutschland

In Deutschland stapeln sich weiter große Mengen Astrazeneca in den Kühlschränken der Bundesländer. Bis Freitag laut RKI nur 364 000 Dosen davon geimpft. Laut Bundesgesundheitsministerium wurden mehr als 1,4 Millionen Dosen geliefert. Weitere 1,7 Millionen Astrazeneca-Dosen waren seit Samstag für die kommenden Tage geplant.

Gleichzeitig gab es in den vergangenen Tagen eine heftige Debatte darüber, wer die insgesamt immer noch knappen Impfstoffe bekommen soll. Die Länder verfahren hierbei unterschiedlich. So konnten zum Beispiel in Baden-Württemberg Lehrkräfte und Kita-Erzieherinnen Impftermine ausmachen - nicht aber Krebskranke und über 70-Jährige. In Berlin wurden hingegen über 70-Jährige zum Impfen eingeladen.

Warum große Mengen Astrazeneca-Impfstoff ungenutzt sind, ist seit Tagen unklar. Die einen sehen die Hauptgründe in einer mangelnden Organisation der Impfungen in den Ländern - die anderen in einer ablehnenden Haltung vieler Menschen diesem Präparat gegenüber. Es hat mit einer Wirksamkeit von 70 bis 80 Prozent niedrigere Werte als die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer.

14.20 Uhr: Strenge Einreisevorschriften für französische Grenzregion Moselle ab Dienstag

Die Bundesregierung hat den an Deutschland angrenzenden französischen Verwaltungsbezirk Moselle zum Virusvariantengebiet erklärt. Die Einstufung gilt ab Dienstag, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntag mitteilte. Damit treten für diese Region strenge Einreisebeschränkungen in Kraft. Das Département Moselle grenzt an das Saarland und Rheinland-Pfalz.

Als Virusvariantengebiete werden Regionen oder Länder eingestuft, in denen besonders häufig ansteckendere Mutanten des Coronavirus auftreten. Aus den betroffenen Gebieten dürfen nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für Pendler und den Warenverkehr.

Mitte Februar waren mit Tschechien und dem österreichischen Bundesland erstmals Gegenden mit einer Landgrenze zu Deutschland als Virusvariantengebiete eingestuft worden. Die Liste umfasst noch viele weitere Staaten, etwa Großbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien.

9.01 Uhr: Spahn verteidigt Teilnahme an Dinner kurz vor seinem Corona-Befund

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat seine Teilnahme an einem Abendessen mit zahlreichen Teilnehmern kurz vor einem positiven Corona-Befund im Oktober gerechtfertigt. "Jemanden unwissentlich anzustecken, hätte ich zutiefst bedauert. Das ist, wohl auch aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen, nicht passiert", sagte Spahn der "Bild am Sonntag".

Der "Spiegel" hatte berichtet, Spahn habe am 20. Oktober an einem Abendessen mit etwa einem Dutzend Unternehmern in Leipzig teilgenommen. Am Morgen habe Spahn noch im ZDF darauf hingewiesen, dass es die Hauptansteckungspunkte beim Feiern und Geselligsein gebe, privat oder bei Veranstaltungen wie einer Party. Am 21. Oktober hatte das Gesundheitsministerium mitgeteilt, dass Spahn am Nachmittag positiv auf das Virus getestet worden sei.

Laut Kalendereintrag sei Spahn bei dem Essen von 20 Uhr bis rund 21.30 Uhr anwesend gewesen, teilte sein Bundestagsbüro am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Die damals gültigen Regeln der sächsischen Corona-Schutz-Verordnung wurden nach Bestätigung des Gastgebers eingehalten", betonte Spahns Büro. Alle Teilnehmer des Abendessens seien nach der Positivtestung dem zuständigen Gesundheitsamt als Kontaktpersonen gemeldet und parallel auch durch Spahn beziehungsweise den Gastgeber informiert worden. Alle hätten sich, so weit bekannt, direkt danach in Quarantäne begeben und seien nach Angaben des Gastgebers negativ getestet worden.

8.43 Uhr: RKI registriert 7890 Corona-Neuinfektionen und 157 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7890 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 157 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Sonntag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7676 Neuinfektionen und 145 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 63,8 - und damit so hoch wie am Vortag (63,8).

27. Februar

18.03 Uhr: Grüne fordern Verlängerung der Homeoffice-Pflicht

Die Grünen-Fraktion im Bundestag fordert eine Verlängerung der Homeoffice-Pflicht. "Wir stehen vermutlich am Beginn einer dritten Welle", erklärte die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Beate Müller-Gemmeke am Samstag. "Wenn in Schulen die Kontakte wieder steigen, dann müssen wir im Gegenzug Maßnahmen in der Arbeitswelt stärken, um ein massives Ansteigen der Corona-Infektionen zu verhindern." Es sei daher "dringend notwendig", die Homeoffice-Verordnung über den 15. März hinaus zu verlängern.

Die Ende Januar verabschiedete Verordnung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verpflichtet Arbeitgeber, den Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen, sofern keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegen sprechen. Ein verbindliches Recht auf Homeoffice gibt es aber nicht. Heil hatte bereits kurz nach dem Kabinettsbeschluss gesagt, es werde "rechtzeitig" geprüft, ob eine Verlängerung nötig werde.

14.45 Uhr: Regierung schickt ab Montag SMS mit Corona-Infos an Einreisende

Wer nach Deutschland einreist, bekommt ab Montag zur Begrüßung eine SMS mit Informationen der Bundesregierung über die geltenden Corona-Regeln. Die Kurznachricht enthält einen Link auf eine Internetseite, die unter anderem Einreise- und Quarantänebestimmungen sowie allgemeine Hygienevorschriften wie etwa die Maskenpflicht erläutert, wie das Bundesgesundheitsministerium am Samstag mitteilte.

Die SMS wird demnach von den Mobilfunkanbietern verschickt, sobald sich ein Handy in ein deutsches Netz einbucht. Der Text lautet: "Die Bundesregierung: Willkommen/Welcome! Bitte beachten Sie die Test-/Quarantäneregeln; please follow the rules on tests/quarantine: https://bmg.bund.de/covid19".

Die neue Maßnahme geht auf die Corona-Einreiseverodnung von Mitte Januar zurück. Darin werden Mobilfunkanbieter verpflichtet, ab dem 1. März entsprechende Kurznachrichten zur verschicken. Sie müssen dies tun, wenn sich ihre Kunden nach Nutzung eines ausländischen Mobilfunknetzes für mehr als 24 Stunden wieder ins Heimatnetz einbuchen oder sich Kunden ausländischer Mobilfunknetze im deutschen Netz anmelden.

9.05 Uhr: Mehrheit der Deutschen laut Umfrage für Impfpass nach Vorbild Israels

Eine große Mehrheit der Deutschen wünscht sich einen Corona-Impfpass, der den Besuch von Theatern, Fitnessstudios, Sportereignissen oder auch Reiseerleichterungen ermöglicht. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind 16 Prozent dafür, einen solchen "Grünen Pass" nach dem Vorbild Israels sofort einzuführen. Weitere 44 Prozent meinen, man sollte damit warten, bis alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot bekommen haben. Nach derzeitiger Planung soll das bis zum 21. September der Fall sein. Nur 35 Prozent lehnen die Einführung eines Passes, der Geimpften Vorteile gegenüber nicht Geimpften ermöglicht, grundsätzlich ab.

Israel hatte am vergangenen Sonntag einen sogenannten Grünen Pass eingeführt, der Genesenen und Geimpften in der Corona-Krise zahlreiche Erleichterungen gewährt. Auch für Nicht-Geimpfte wurden zwar Einschränkungen gelockert, sie erhielten aber deutlich weniger Freiheiten zurück.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben sich zwar am Donnerstag darauf verständigt, dass innerhalb der nächsten drei Monate ein europäischer Impfpass entwickelt werden soll. Unklar ist aber noch, welche Erleichterungen damit verbunden sein werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich grundsätzlich offen dafür gezeigt, Geimpften Vorteile zu gewähren - aber erst zu einem späteren Zeitpunkt. "Wenn wir genügend Menschen ein Impfangebot gemacht haben werden und sich einige partout nicht impfen lassen wollen, wird man überlegen müssen, ob es in bestimmten Bereichen Öffnungen und Zugänge nur für Geimpfte geben soll", sagte Merkel in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview er "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Kritiker halten ein solches Vorgehen für eine Impfpflicht durch die Hintertür.

8.30 Uhr: Rund 9700 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind binnen eines Tages rund 9700 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 9762. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz stieg erneut und liegt jetzt bei 63,8. Am Vortag hatte der Wert 62,6 betragen.

Binnen 24 Stunden wurden den Angaben zufolge 369 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg auf 2.434.446.

Die Sieben-Tage-Inzidenz pendelt seit Tagen um die Marke 60. Während des seit Dezember andauernden harten Lockdowns war der Wert wochenlang zurückgegangen, bevor er im Verlauf der vergangenen Tage wieder stieg, dann erneut sank und nun den dritten Tag in Folge wieder zunahm.

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Die Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab bei der Verhängung oder Lockerung von Corona-Restriktionen. Ziel von Bund und Ländern ist es derzeit, den Wert auf unter 35 zu drücken. Am Mittwoch wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten.

26. Februar

18.00 Uhr: Altmaier weckt Hoffnung auf Öffnung der Außengastronomie zu Ostern

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hält eine Öffnung der Außengastronomie in Deutschland um Ostern herum für möglich. Das sagte Altmaier am Freitag in Berlin nach Beratungen per Video mit seinen Ministerkollegen aus den Ländern. Voraussetzung sei die Einhaltung von Hygienevorschriften. Die Verfügbarkeit von Schnelltests könne eine Öffnung der Außengastronomie noch sicherer machen. Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sprach sich für einen Strategiewechsel bei der Corona-Bekämpfung aus, "der noch im März zu Öffnungen führt".

Altmaier sagte mit Blick auf das Vorgehen in der Corona-Krise, er wolle nicht von einem Paradigmenwechsel sprechen. Die Strategie aber müsse angepasst und weiterentwickelt werden. Es gehe um eine Perspektive, die Mut mache. Zwar sei der deutliche Rückgang bei der Zahl der Neuinfektionen zum Stillstand gekommen. Experten diskutierten darüber, ob und inwieweit eine neue Infektionswelle unterwegs sei. Auf der anderen Seite sei es ganz eindeutig so, dass "wir uns eine unveränderte Fortführung der Lockdown-Maßnahmen immer weniger leisten können".

Altmaier sagte weiter: "Es geht um die Substanz unserer Wirtschaft." Viele Unternehmen seien innerhalb von zwölf Monaten nun schon seit insgesamt sechs Monaten geschlossen. Es gehe um eine Perspektive und um Planbarkeit. Gesundheitsschutz und vorsichtige, aber konsequente Öffnungen müssten miteinander verbunden werden.

Vor allem im Handel und in der Gastronomie war zuletzt der Ruf nach einem Ende des Lockdowns immer lauter geworden. Mehr als 40 Wirtschaftsverbände hatten Öffnungskonzepte an Altmaier übersandt.

NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart sagte, es gebe inzwischen Alternativen zum Lockdown: "Statt die Kontakte pauschal zu reduzieren, können wir uns über Tests Spielräume für die wirtschaftlich und sozial notwendigen Öffnungen erarbeiten." Dafür werde aber dringend eine nationale Teststrategie und eine flächendeckend wirksame Nachverfolgbarkeit benötigt. Pinkwart ist Vorsitzender der Wirtschaftsministerkonferenz.

Im Zusammenspiel mit dem Nachweis von Tests, Impfungen und überstandenen Erkrankungen über Apps ermöglichten die Tests branchenübergreifende Öffnungen im Handel, bei Kultur- und Freizeiteinrichtungen und in der Gastronomie und Hotellerie, meinte Pinkwart. Zusätzliche Spielräume eröffneten außerdem die erweiterten digitalen Fähigkeiten der Gesundheitsämter, die in den vergangenen Wochen ihre Nachverfolgungstools erheblich verbessert hätten.

17.30 Uhr: Nachbesserung bei Coronahilfen angekündigt

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat eine Nachbesserung bei den in der Kritik stehenden Coronahilfen angekündigt. Bei der Überbrückungshilfe III gebe es nun die Möglichkeit, dass Firmen Abschlagszahlungen von insgesamt 800.000 Euro ausgezahlt bekommen, wie Altmaier am Freitag in Berlin nach digitalen Beratungen mit seinen Amtskollegen der Länder sagte. Dies sei ab Freitag möglich. "Das wird vielen helfen, die dringend auf dieses Geld angewiesen sind", sagte Altmaier.

Bislang wurden nach Angaben des Ministeriums Abschlagszahlungen von bis zu 400.000 Euro ausgezahlt. Die Fördermonate umfassen die Monate von November 2020 bis Juni 2021. Abschlagszahlungen werden den Angaben zufolge in Höhe von bis zu 50 Prozent der beantragten Förderhöhe ausgezahlt, maximal 100.000 Euro pro Fördermonat.

Mit der Überbrückungshilfe werden betriebliche Fixkosten wie Mieten und Strom bezuschusst. Der maximale Förderbetrag liegt bei 1,5 Millionen Euro pro Fördermonat, bei sogenannten verbundenen Unternehmen sind es bis zu drei Millionen Euro monatlich. Wirtschaftsverbände hatten die Politik wegen einer schleppenden Umsetzung der Hilfen wiederholt kritisiert.

17.20 Uhr: RKI-Empfehlung: Patienten bei Infektion mit ansteckender Variante 14 Tage isolieren

Angesichts der Ausbreitung ansteckenderer Varianten des Coronavirus in Deutschland verschärft das Robert Koch-Institut (RKI) eine Empfehlung für Ärzte. Bei einer Infektion mit einer der Varianten oder dem Verdacht darauf sollten Patienten - unabhängig von der Schwere, dem Alter oder einem Krankenhausaufenthalt – vorsorglich 14 Tage isoliert werden, heißt es in einer am Freitag aktualisierten Empfehlung des Bundesinstituts. Vor dem Verlassen der Isolierung sollte außerdem ein Antigentest oder ein PCR-Test gemacht werden.Hintergrund sei eine noch unzureichende Datenlage zur Ausscheidung von Erregern. Zuvor enthielt die Empfehlung zu besorgniserregenden Virus-Varianten keine Angabe zur Dauer einer Isolierung, wie das RKI auf Anfrage erläuterte.

11.30 Uhr: Spahn beantwortet bei Bundespressekonferenz watson-Frage

Watson-Redakteur Lukas Weyell fragt: "Die Opposition kritisiert die Orientierung am R-Wert und der Inzidenz. Sie fordert vor dem Bund-Länder-Gipfel, nach anderen Kriterien zu lockern, beispielsweise den Kapazitäten des Gesundheitssystems, Testkapazitäten und Fortschritten bei Impfungen. Wie stehen Sie dazu?"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn darauf: "Ich habe ja am Mittwoch im Deutschen Bundestag nochmal deutlich gemacht, dass sich diese Pandemie in ihrer ganzen Komplexität nicht auf eine Zahl reduzieren lässt. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie wir vor etwa zehn Monaten sehr intensiv über den R-Wert diskutiert haben und es macht zum Beispiel für die Bewertung des R-Werts einen Unterschied, ob Sie eine Inzidenz von 35 von unten erreichen oder von oben. Und es macht natürlich auch einen Unterschied, ob Sie 35 bei 20-Jährigen haben oder bei 80-Jährigen haben. Natürlich schauen wir auch immer weiter. Das ist ja das, was die Lageberichte des RKI jeden Tag tun, sehr umfassend schildern sie das Bild im Gesundheitswesen. Aber die Inzidenzen sind eben ein guter Indikator um hinzuschauen. Also wann ist ein Moment, wo man sozusagen spätestens hingeschaut haben sollte. Das war ja immer die Inzidenz von 50. Die Erfahrung aus dem Herbst ist ja, wenn das einmal sozusagen losgestoßen ist, dann ist es sehr, sehr schwer das wieder einzufangen bevor das Infektionsgeschehen ganz andere Höhen erreicht hat. Weil es dann exponentiell weitergeht. Also, es sind wichtige Indikatoren, wichtige Bezugspunkte – durchaus auch für die Frage von Maßnahmen. Aber genauso wichtig ist es, das ganze Bild zu sehen und einzuordnen."

RKI-Präsident Wieler ergänzt auf Nachfrage einer anderen Journalistin: "Es wird immer wieder gesagt, man konzentriere sich nur auf einen Wert. Nur weil das gesagt wird, heißt das noch lange nicht, dass das so ist. Wir haben eine Strategie, wir haben einen Pandemie-Plan, den haben wir immer im Kopf gehabt. Ich habe das immer wieder erklärt, dass es drei große Bereiche gibt, an denen wir die Krankheiten berechnen: die Infektionsdynamik, die Krankheitslast und die Auslastung des Gesundheitssystems. Wir haben immer eine Teststrategie gehabt. Wir haben immer viele Faktoren berücksichtigt."

10.58 Uhr: "Noch liegt zu viel Impfstoff im Kühlschrank", so Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Länder dazu angehalten, ihre Kapazitäten für die Corona-Impfungen zügig aufzustocken. "Noch liegt zu viel Impfstoff im Kühlschrank", sagte der CDU-Politiker am Freitag vor Journalisten in Berlin. Nach seinen Worten werden bis Ende kommender Woche schon rund elf Millionen Impfdosen an die Länder ausgeliefert worden sein. Schon jetzt seien rund 5,7 Millionen Impfungen verabreicht worden.

Spahn sagte, inzwischen hätten fast alle Bewohner von Pflegeheimen ein Impf-Angebot bekommen. Blicke man auf die Infektionszahlen in der Altersgruppe der Hochbetagten, gehe die Strategie auf, die besonders Verwundbaren zuerst zu impfen. Dies dauere, rette aber Leben. Grundsätzlich gelte: "Impfen ebnet den Weg aus der Pandemie, es wird aber gleichwohl kein Spaziergang." Nach den Worten des Ministers sollen so bald wie möglich auch Arztpraxen in die Impfungen einbezogen werden. Dazu liefen Gespräche mit Großhändlern, Ärzten und Apotheken, etwa über Logistik und die Vergütung, sagte Spahn. Zu den neuen Corona-Selbsttests, die bald überall im Handel erhältlich sein sollen, sagte Spahn, diese könnten dem Einzelnen "mehr Trittsicherheit" geben. Er erwarte, dass sie Teil des Alltags und zur Routine werden - etwa vor Besuchen in Restaurants oder bei Konzerten. Die PCR-Tests, also Labortests, blieben aber "der Goldstandard".

Mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch über mögliche Öffnungsschritte sagte Spahn, "Vorsicht, Impfen, Testen" seien wichtig auf diesem Weg. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuletzt aber Hoffnungen auf sehr schnelle und umfassende Lockerungen der strengen Kontaktbeschränkungen gedämpft. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte vor "Öffnungshektik". Der Druck aus der Wirtschaft ist aber groß: Unter anderem der Handel fordert, die Wiedereröffnung der Innenstädte nicht von dem angestrebten Wert von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern und Woche abhängig zu machen. Mehrere Bundesländer haben bereits für Anfang kommende Woche über Friseurläden hinaus die Öffnung etwa von Gartenmärkten und Blumenläden angekündigt.

7.21 Uhr: Laut Merkel keine Kontrollen an Grenze zu Frankreich

Trotz der besorgniserregenden Corona-Lage in der französischen Grenzregion Moselle rechnet Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht mit verschärften Kontrollen wie an den Grenzen zu Tschechien oder zum österreichischen Bundesland Tirol. "Grenzkontrollen stehen zurzeit nicht auf der Tagesordnung", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag nach dem ersten Tag des EU-Videogipfels.

Das Département Moselle grenzt an das Saarland und Rheinland-Pfalz. In den vergangenen Wochen hatte sich dort die Corona-Lage verschärft. Sorge bereitet besonders das verstärkte Auftreten gefährlicher Corona-Varianten. Frankreich hat seine Einreiseregeln für diese Region in Absprache mit der deutschen Seite bereits leicht verschärft. Grenzgänger, die nicht aus beruflichen Gründen einreisen wollen, müssen ab 1. März einen negativen PCR-Test vorlegen.

Merkel wies aber darauf hin, dass die Lage in diesem Grenzgebiet eine ganz andere sei als an den Grenzen zu Tschechien und Österreich. Dort hätten die Bundesländer Bayern und Sachsen ausdrücklich um Grenzkontrollen gebeten. "Das ist hier überhaupt nicht der Fall, das Gegenteil ist der Fall", betonte Merkel.

Über die Situation an der Grenze hatte zuletzt eine Taskforce beraten, der unter anderen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und sein französischer Amtskollege Olivier Véran, Vertreter der Außenministerien sowie regionale Vertreter angehören. Deutschland hatte von Mitte März bis Mitte Mai 2020 wegen der Pandemie Grenzkontrollen eingeführt und teils Übergänge geschlossen.

6.52 Uhr: RKI registriert 9997 Corona-Neuinfektionen und 394 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9997 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 394 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Freitag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9113 Neuinfektionen und 508 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 62,6 - und damit höher als am Vortag (61,7). Vor vier Wochen, am 29. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 94,4 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

25. Februar

13.36 Uhr: Maas räumt Versäumnisse bei Impfstoff-Beschaffung ein

Vor dem EU-Videogipfel hat Bundesaußenminister Heiko Maas eingeräumt, dass bei der Beschaffung von Corona-Impfstoffen durch die Europäische Union Fehler gemacht wurden. Trotzdem verteidigte er das gemeinsame Vorgehen am Donnerstag im Bundestag.

"Die Beschaffung der Impfstoffe hätte besser laufen können. So etwas einzugestehen, ist auch eine unumgängliche Voraussetzung, um aus Fehlern für die Zukunft zu lernen", sagte der SPD-Politiker. Die Alternative sei aber ein europäisches Wettrennen um knappe Impfstoffe gewesen, der wenige durchgeimpfte Länder mitten in einem krisengeschüttelten Kontinent zum Ergebnis gehabt hätte. "Es hätte die Europäische Union zerrissen, davon bin ich fest überzeugt", betonte Maas.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre EU-Kollegen beraten am Donnerstagnachmittag (ab 15.00 Uhr) über den gemeinsamen Kampf gegen die Pandemie. Dabei geht es insbesondere um die Beschleunigung der Corona-Impfungen und ein Abbremsen der gefürchteten Virusvarianten. Thema soll auch der Streit über verschärfte Grenzkontrollen Deutschlands und anderer Länder sein. Der EU-einheitliche Corona-Impfpass steht ebenfalls auf der Tagesordnung

12.45 Uhr: Städtetag für vorsichtige Linie bei Lockerungen

Der Deutsche Städtetag hat sich in der Debatte um Lockerungen in der Corona-Krise für einen vorsichtigen Kurs ausgesprochen. Sein Präsident Burkhard Jung sagte am Donnerstag nach Beratungen mit anderen Stadtoberhäuptern zwar: "Wir brauchen klare Perspektiven." Es müsse Stufenpläne geben, um den coronamüden Menschen Zuversicht zu geben. Zugleich betonte der Leipziger Oberbürgermeister aber: "Für umfassende Öffnungen sehen wir derzeit allerdings noch keinen Spielraum."

Bund und Länder beraten am 3. März, wie es in der Corona-Krise weitergeht. Der Handel und das Gastgewerbe etwa drängen auf Öffnungsschritte.

Jung warnte vor Rückschlägen. Der unterbrochene Abwärtstrend der Infektionszahlen müsse sich wieder fortsetzen. Die Zahl der Neuinfektionen müsse auf ein stabil niedriges Niveau heruntergedrückt werden, um einen exponentiellen Anstieg zu verhindern. Die Infektionslage könne sich wegen der Mutationen sehr schnell wieder zuspitzen, warnte der SPD-Politiker. Die Impfung der Bevölkerung verlaufe langsamer als geplant.

Schnelltests könnten laut Jung eine gute Übergangslösung sein, die Tests seien jedoch nur ein vorsichtiges Indiz für eine tatsächliche Betroffenheit. Man dürfe sich nicht in falscher Sicherheit wiegen.

9.38 Uhr: Frankreich verschärft Einreiseregeln für Teile des deutschen Grenzgebiets

Wegen der Häufung hoch ansteckender Coronavirus-Varianten verschärft Frankreich die Einreiseregeln für Teile des Grenzgebiets zu Deutschland: Für alle nicht-beruflichen Fahrten in den französischen Verwaltungsbezirk Moselle ist ab März ein negativer PCR-Test nötig, wie das Gesundheits- und Europaministerium am Donnerstag in Paris mitteilten. Im Département Moselle an der Grenze zum Saarland und zu Rheinland-Pfalz breitet sich die südafrikanische Corona-Variante stark aus.

Frankreich und Deutschland vereinbarten überdies wöchentliche Corona-Tests für Berufspendler im Grenzgebiet, wie die Regierung in Paris weiter mitteilte. Zudem könnten deutsch-französische Polizei-Patrouillen verstärkt werden. Oberstes Ziel der beiden Länder ist es demnach, "dass Grenzpendler ihre berufliche Tätigkeit weiter ausüben können". Pendler aus Luxemburg sind von der Neuregelung nicht betroffen, wie es aus dem französischen Europaministerium hieß.

07.15 Uhr: Spahn weist Kritik wegen schleppender Zulassung von Tests zurück

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Kritik am Tempo der Zulassung von Corona-Selbsttests in Deutschland zurückgewiesen. Die Zuverlässigkeit solcher Tests müsse genau geprüft werden, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend im ZDF-"heute journal". Man dürfe sich dabei nicht allein auf die Angaben der Hersteller verlassen und Menschen "in falscher Sicherheit wiegen".

"Zu viele falsche Ergebnisse können fatale Folgen haben", sagte Spahn. "Wenn man zum Beispiel nur 90 Prozent richtiges Ergebnis hätte, dann wären das bei einer Million Tests ziemlich viele falsch-negative." Die ersten drei Selbsttests sind seit Mittwoch vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen. Sie sollen in Kürze in Apotheken oder auch in Drogeriemärkten frei zu kaufen sein. Für diese Tests müssen Proben mit einem Abstrich im vorderen Nasenbereich genommen werden. In anderen Ländern sind sie schon seit längerer Zeit auf dem Markt.

07.00 Uhr: Mehr Neuinfektionen als vor einer Woche

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 11.869 Corona-Neuinfektionen gemeldet - und damit 1662 mehr als genau vor einer Woche, am 18. Februar. Das geht aus Zahlen des RKI vom Donnerstag hervor. Auch die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Donnerstagmorgen mit bundesweit 61,7 höher als am Vortag (59,3).

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 385 weitere Todesfälle verzeichnet. Das ist weniger als vor genau einer Woche: Damals hatte das RKI binnen eines Tages 10.207 Neuinfektionen und 534 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von Donnerstag, 03.10 Uhr, wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich. Die Sieben-Tage-Inzidenz hatte vor vier Wochen, am 28. Januar, noch bei 98 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,98 (Vortag ebenfalls 0,98). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 98 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

24. Februar

20.00 Uhr: Zahl der Intensivpatienten zurückgegangen – Mehr als 1500 werden derzeit beatmet

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Deutschland ist unter die Marke von 3000 gesunken. Am Mittwochmittag wurden 2955 Covid-19-Kranke auf Intensivstationen behandelt, wie aus Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervorgeht. Mehr als die Hälfte davon (59 Prozent) wurden beatmet. Zuletzt lag die Zahl der Corona-Intensivpatienten vor mehr als drei Monaten, Anfang November, unter 3000. Bis Anfang Januar stieg sie dann auf mehr als 5700. Seither sinkt sie kontinuierlich.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,98 (Vortag ebenfalls 0,98). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 98 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab.

15.50: Merkel gegen Vorzüge für Geimpfte – Spahn plant digitalen Impfpass

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist gegen ein generelles Senken der Corona-Beschränkungen für geimpfte Personen. "Solange die Zahl der Geimpften noch so viel kleiner ist als die derjenigen, die auf die Impfung warten, sollte der Staat beide Gruppen nicht unterschiedlich behandeln", sagte Merkel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag). Wo es aber um private Vertragsverhältnisse gehe, "können wir uns von staatlicher Seite wenig einmischen".

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte einen digitalen Impfausweis zusätzlich zu dem gängigen gelben Impfheftchen an. So ein Impfnachweis sei ohnehin 2022 geplant, solle nun aber bereits vorher entwickelt werden, sagte er am Mittwoch im Bundestag. Zu einer möglichen Bevorzugung von Geimpften bezog er nicht Stellung: Das sei eine eigene Debatte, die "ohne Zweifel" im Bundestag geführt werden müsse. Er schloss aber aus, dass der Staat in Krankenhäusern oder anderen Bereichen der öffentlichen Daseinsfürsorge bei Geimpften und Nichtgeimpften mit zweierlei Maß misst.

Merkel sagte, grundsätzlich müsse ohnehin erst eindeutig geklärt sein, dass Geimpfte nicht mehr ansteckend seien. Merkel machte auch deutlich, dass sich der Umgang mit Geimpften und Nicht-Geimpften verändern könne. "Wenn wir genügend Menschen ein Impfangebot gemacht haben werden und sich einige partout nicht impfen lassen wollen, wird man überlegen müssen, ob es in bestimmten Bereichen Öffnungen und Zugänge nur für Geimpfte geben soll."

Merkel selbst will sich erst impfen lassen, wenn sie nach der von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Priorisierung an der Reihe ist. Ihr sei das Abstandhalten im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen möglich. "Eine Erzieherin in der Kita, ein Grundschullehrer kann das nicht." Je mehr Impfstoff vorhanden sei, desto flexibler werde man mit den Priorisierungen umgehen müssen.

15.19 Uhr – US-Arzneimittelbehörde: "Johnson & Johnson"-Impfstoff ist wirksam und sicher

Laut einer Analyse der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) garantiert eine einzelne Injektion des Impfstoffes der Pharmafirma Johnson & Johnson einen effektiven Schutz vor Coronainfektionen. Auch ein weniger schwerwiegender Krankheitsverlauf und ein vermindertes Verbreitungsrisiko von Geimpften wurde nachgewiesen, wie die "New York Times" berichtet.

Laut Analyse wurde eine allgemeine Wirksamkeit von 72 Prozent in den USA und 64 Prozent in Südafrika festgestellt. In Südafrika ist eine hochansteckende Virusmutation bereits vorherrschend.

Für einen milderen Krankheitsverlauf wurde demnach eine Wirksamkeit von 86 Prozent in den USA und 82 Prozent in Südafrika nachgewiesen. Schwerwiegende Krankheitsverläufe mit einem Krankenhausaufenthalt könnten somit verhindert werden.

Der Impfstoff des amerikanischen Herstellers kann – anders als die Vakzine von Moderna und Pfizer-Biontech – bei normalen Kühlschranktemperaturen für drei Monate gelagert werden. Dazu ist eine einfache Dosis ausreichend, um den Impfschutz zu erhalten. Die Impfstoffe der anderen Hersteller müssen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gelagert und zweimal verabreicht werden.

Der Impfschutz bei den Vakzinen von Moderna und Pfizer-Biontech liegt bei etwa 95 Prozent. Dafür sollen aber auch stärkere Nebenwirkungen als bei dem Mittel von Johnson & Johnson auftreten.

Der Konzern hatte letzte Woche eine Zulassung in Europa beantragt, teilte die EU-Arzneimittelbehörde EMA mit. Die EMA sagte eine schnelle Prüfung zu. Sollte das Gutachten positiv ausfallen, will die EU-Kommission die Zulassung rasch erteilen. «Mehr sichere und wirksame Impfstoffe sind auf dem Weg», schrieb Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter.

Der französische Pharmakonzern Sanofi will auch bei der Produktion des Corona-Impfstoffs des Pharmakonzerns Johnson & Johnson helfen. Sobald die Genehmigung für den Impfstoff erteilt sei, wolle Sanofi Zugang zu seinem Standort in Marcy-l'Étoile gewähren, teilte das Unternehmen am Montag mit.

10.51 Uhr: Erstmals Corona-Selbsttests in Deutschland zugelassen

In Deutschland soll es bereits in wenigen Tagen Corona-Schnelltests zur Eigenanwendung zu Hause geben. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erteilte am Mittwoch Sonderzulassungen für drei Produkte zur Anwendung im vorderen Nasenbereich, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Bisher gibt es nur Schnelltests zum Nachweis einer Coronavirus-Infektion, die von medizinisch geschultem Personal durchgeführt werden.

Bei allen drei nun zugelassenen Selbsttests werden die Proben durch einen Abstrich in der vorderen Nase entnommen. Dieser kann nach den von den Herstellern vorgelegten Studien jeweils durch Laien sicher durchgeführt werden, wie das BfarM weiter mitteilte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte im ZDF-"Morgenmagazin", die Selbsttests sollten in den nächsten Tagen unter anderem bei Discountern erhältlich sein. Er gehe davon aus, dass bereits in der kommenden Woche weitere Selbsttests genehmigt werden könnten.

Die Selbsttests seien eine Ergänzung zu den bereits zugelassenen, die durch geschultes Personal vorgenommen werden müssen, sagte Spahn. Diese will der Minister kostenlos zur Verfügung stellen, allerdings wurde der zunächst für 1. März geplante Start nach Beratungen im Corona-Kabinett verschoben. Das Vorhaben sei im Grunde "startklar", allerdings gebe es viele, die das Testen besser mit Öffnungsstrategien verzahnen wollen. Das werde am kommenden Mittwoch bei den nächsten Bund-Länder-Beratungen diskutiert, sagte Spahn.

Der Bundesgesundheitsminister war wegen der verschobenen kostenlosen Corona-Schnelltests in der Kritik. Am Mittwochnachmittag stellt er sich im Bundestag den Fragen der Abgeordneten.

7.21 Uhr: Corona-Umfrage – Ein Drittel gegen Einschnitte und Impfung

Gegen die Einschränkung von Freiheitsrechten in der Pandemie und gegenüber einer Corona-Impfung gibt es einer Umfrage zufolge deutliche Vorbehalte. Ein Drittel der Bürger in Deutschland (33 Prozent) lehnt Eingriffe in die Freiheitsrechte zur Pandemie-Bekämpfung "eher" oder "voll und ganz" ab. Und 34 Prozent wollen sich nicht impfen lassen, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Befragung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervorgeht.

Für die Erhebung hat das Norstat Institut Ende 2020 mehr als 1000 Erwachsene befragt. Nach Einschätzung der Stiftung in Gütersloh fällt die ablehnende Haltung gegenüber Impfung und Freiheits-Einschränkungen unter besonders leistungs- und erfolgsorientierten Menschen überdurchschnittlich hoch aus. Die Corona-Krise verschärfe Wertekonflikte, die zuvor schon schwelten, meinte Yasemin El-Menouar, Mitautorin der Studie "Zwischen individueller Freiheit und Gemeinwohl".

Rund 45 Prozent der Befragten zeigten sich zudem überzeugt, dass die Krise auch positive Auswirkungen haben könne - mit Blick auf Klimaschutz und soziales Miteinander. Und 82 Prozent stimmten der Aussage zu, dass die Pandemie die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Wandels der Gesellschaft vor Augen führe.

Die Politik solle klarer herausstellen, dass individuelle Freiheiten und Leistungsbereitschaft für die Gesellschaft weiter von entscheidender Bedeutung sei, bilanzierte El-Menouar. Und dass einschränkende Maßnahmen zeitlich begrenzt seien und das Ziel verfolgten, möglichst schnell wieder "ein freies und eigenbestimmtes Leben führen zu können."

7.10 Uhr: 8007 Corona-Neuinfektionen und 422 neue Todesfälle registriert

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8007 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 422 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7556 Neuinfektionen und 560 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 59,3 - und damit niedriger als am Vortag (60,5). Vor vier Wochen, am 27. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 101,0 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

23. Februar

17.32 Uhr: Schottische Regierung zeigt vorsichtigen Weg aus dem Lockdown auf

Beim Weg aus dem Corona-Lockdown gibt sich die schottische Regierung zurückhaltender als der britische Premierminister Boris Johnson. Derzeit gebe es nur "begrenzte Möglichkeiten", die Maßnahmen zu lockern, sagte Regierungschefin Nicola Sturgeon am Dienstag im Parlament in Edinburgh. Sie kündigte an, dass in den kommenden zwei Monaten einige Restriktionen in drei Stufen gelockert werden sollen. So sollen vom 15. März an wieder alle Grundschüler sowie mehr ältere Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen. Außerdem dürfen sich dann vier Menschen aus zwei Haushalten wieder im Freien treffen.

In einer nächsten Stufe, die vom 5. April an gilt, werden die Ausgangsbeschränkungen weiter gelockert, einige Geschäfte dürfen wieder öffnen. Am 26. April soll dann wieder ein Stufenmodell in Kraft treten. Mitte März will die Regierung mitteilen, wie danach vorgegangen wird. Zu Urlauben oder Großereignissen äußerte sich Sturgeon - anders als Johnson - zunächst nicht.

15.50 Uhr: Impfstoff-Auslieferung wächst rasant – EU unter Top 3

Die Auslieferung der Corona-Impfstoffe wächst von Woche zu Woche rasant. Das berichtete der internationale Pharmaverband IFPMA am Dienstag unter Verweis auf eine Aufstellung der Datenplattform Airfinity. Die EU ist unter den Top 3-Empfängern. IFPMA-Generaldirektor Thomas Cueni wehrte sich im Gespräch mit der Journalistenvereinigung ACANU in Genf gegen Vorwürfe, die Industrie liefere eher an reiche Länder als an das von den Vereinten Nationen aufgesetzte Solidarprojekt Covax, das Impfstoffe für alle Länder, auch mit kleinen und mittleren Einkommen kauft.

In der Woche bis 22. Februar blieb nach diesen Angaben der Impfstoff von Biontech /Pfizer der meist ausgelieferte, mit gut 82 Millionen Dosen, plus vier Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Die chinesische Firma Sinovac lieferte 74,4 Millionen (plus 46 Prozent), Astrazeneca 55 Millionen (plus 22 Prozent) und Moderna fast 50 Millionen (plus zehn Prozent).

Am rasantesten legte das Mittel der chinesischen Firma Sinopharm zu: um 286 Prozent auf knapp 30 Millionen Dosen. Der Sputnik V-Impfstoff verblieb bei 8,3 Millionen Dosen. Im Gesamtjahr dürften zehn Milliarden Dosen produziert werden, schätzte James Robinson von der "Koalition für Innovationen in der Epidemievorbeugung (CEPI). Die meisten aller bislang ausgelieferten Impfdosen gingen in die USA: gut 26 Prozent. Mit 14,7 Prozent lag dahinter China, gefolgt von der EU mit 12,6 Prozent, Indonesien mit gut 5,8 Prozent und Großbritannien mit knapp 5,8 Prozent, wie der Verband berichtete.

Abgesehen von China seien im Großen und Ganzen die meisten Dosen an die am schwersten betroffenen Länder und Regionen gegangen, sagte Cueni. Dass Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen nicht zum Zuge kämen, stimme nicht. Auf den nächsten Plätzen folgten Indien, Brasilien, die Türkei, Russland, Israel und Marokko.

Regierungen, die früh bestellt und bezahlt hätten und das Risiko eingegangen seien, bei Versagen der Firma viel Geld zu verlieren, würden auch zuerst beliefert, sagte Cueni. Covax habe erst im Dezember Verträge abgeschlossen. Dennoch werde die Zusage von zwei Milliarden Impfdosen an Covax in diesem Jahr aller Wahrscheinlichkeit nach übertroffen.

15.30 Uhr: Bundesländer planen Öffnungsschritte – "Terminshopping", Musikunterricht, Baumarkt-Öffnungen

In Sachsen-Anhalt dürfen neben den Schulen und Friseuren ab März auch mehrere Wirtschaftszweige wieder öffnen. Gartenmärkte, Gärtnereien, Blumenläden sowie Baumärkte, Fahr- und Flugschulen könnten ab kommender Woche wieder den Betrieb aufnehmen, kündigte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung an. "Das ist notwendig, weil wir auch saisonal bedingt diese Angebote benötigen, auch für das persönliche Bedürfnis, sich zu betätigen, wenn das Wetter wieder schöner wird."

Zuvor hatte bereits Bayern angekündigt, dass Baumärkte vom kommenden Montag an wieder regulär für Kunden öffnen dürfen. Auch der Einzelunterricht in Musikschulen soll dort wieder möglich sein, wo die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche bei unter 100 liegt, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag.

Rheinland-Pfalz will unter anderem die Anprobe von Brautkleidern im Geschäft unter Corona-Schutzmaßnahmen ab kommender Woche wieder möglich machen. "Nach vorheriger Vereinbarung können Einzeltermine vergeben werden und immer nur ein Hausstand das Geschäft betreten", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung ihres Kabinetts in Mainz. Ab dem kommenden Montag werde ein solches "Terminshopping" möglich gemacht.

Für Brandenburg kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) einen Stufenplan an, den er bei der Bund-Länder-Runde am 3. März einbringen will. Möglichst noch vor Ostern würde Brandenburg gerne die Corona-Beschränkungen für Geschäfte, Museen und Sport im Freien wieder lockern. "Aus Brandenburger Sicht sollte in diesem Sinne dem Einzelhandel, den Museen, den Ausstellungen, dem Sport im Außenbereich, den Veranstaltungen unter freiem Himmel eine Perspektive möglichst noch vor Ostern gegeben werden", sagte Woidke. Das sei aber abhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen und dem weiteren Impfen. Auch solle weiter Abstand gehalten werden, Masken sollten wo nötig getragen werden.

13.20 Uhr: Laschet rechnet mit Öffnungsstrategie in der nächsten Woche

Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU) erwartet von der Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche Öffnungsperspektiven in der Corona-Pandemie. "16 Länder erwarten, dass wir eine Öffnungsstrategie vorlegen", sagte er am Dienstag in Düsseldorf. Das sei Beschlusslage. "Dass eine Perspektive erkennbar ist: wo wird es hingehen - damit rechne ich bei der Ministerpräsidentenkonferenz."

NRW trete seit über einem Jahr dafür ein, dass bei Öffnungsschritten nicht nur auf die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz zu blicken sei, sagte Laschet. "Man braucht mehr Instrumentarien, um Infektionsketten nachzuverfolgen." Hier gebe etwa eine neue App Anlass zu Hoffnungen. Darüber hinaus seien die zur Verfügung stehenden Impf-Instrumentarien und Test-Instrumentarien wichtige Kriterien für Öffnungsentscheidungen. Derzeit erörterten die Chefs der Staatskanzleien, ob man mehr öffnen kann, wenn mehr getestet werden kann, sagte Laschet.

8.34 Uhr: Lockdown soll schrittweise alle 14 Tage gelockert werden – keine starren Inzidenz-Grenzen

Knapp eine Woche vor den Beratungen von Bund und Ländern kommende Woche über das weitere Vorgehen beim Lockdown zeichnen sich erste Eckpunkte einer Öffnungsstrategie ab. Wie das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" aus Regierungskreisen erfuhr, wollen Bund und Länder nicht Lockerungen nicht mehr vom Erreichen starrer Inzidenzwerte abhängig machen. Stattdessen soll es ab einer sieben Tage lang stabilen Inzidenz von weniger als 35 alle zwei Wochen Öffnungsschritte geben. Allerdings wird es dafür eine Bedingung geben: Die Inzidenz darf nach jedem Öffnungsschritt nicht wieder über 35 steigen, sondern bleibt 14 Tage lang konstant bei diesem Wert oder unterschreitet ihn.

Damit würden sich Bund und Länder von ihren bisherigen Plänen verabschieden, Lockerungen vom Erreichen bestimmter Inzidenzwerte abhängig zu machen. Zuletzt war hier beispielsweise im Gespräch, Öffnungsschritte jeweils nach dem Unterschreiten einer Inzidenz von 35, 20 und 10 zu ermöglichen. Wird der Wert 35 tatsächlich eine Woche lang unterschritten oder bleibt gleich, und sind auch andere Faktoren wie Impfquote oder Anzahl der Intensivbetten im grünen Bereich, wird es trotzdem nur schrittweise Lockerungen geben.

Bund und Ländern schwebt nach Informationen von "Business Insider" aktuell vor, dass dann beispielsweise zunächst wieder Treffen von fünf Personen aus zwei Haushalten möglich sein sollen. Bislang dürfen sich nur maximal zwei Personen aus zwei Haushalten treffen. Bleibt die Inzidenz nach diesem ersten Lockerungsschritt 14 Tage lang trotzdem unter 35, sollen sich im nächsten Schritt zehn Personen aus drei Haushalten treffen dürfen. Erhöht sich die Inzidenz die darauffolgenden zwei Wochen ebenfalls nicht, sollen Treffen von zehn Personen ohne Haushaltsbeschränkung ermöglicht werden. 14 Tage danach wären dann persönliche Kontakte ohne jegliche Beschränkung möglich.

7.37 Uhr: Lauterbach: Dritte Welle lässt sich nicht mehr aufhalten

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die dritte Corona-Welle hierzulande nicht mehr für aufhaltbar. "Wir sind noch nicht mitten in der dritten Infektionswelle, aber diese hat angefangen und lässt sich auch nicht mehr aufhalten", sagte Lauterbach der "Passauer Neuen Presse". Der Anteil der Mutationen sei mittlerweile so hoch, dass aus dem Lockdown heraus schon die nächste Welle beginne, erklärte der Virologe.

Lauterbach sagte weiter: "Ich glaube, dass wir die Inzidenzzahl von 35, wenn wir jetzt schon so früh in die dritte Welle kommen, an vielen Orten nicht mehr erreichen können. Öffnungsschritte würden sich also nach hinten verschieben." Er mahnte: "Das Problem wird sich nicht durch das bessere Wetter lösen. Die britische Variante B 1.1.7 wird dadurch nicht zurückgedrängt. Die neuen Varianten des Virus werden sich durchsetzen." Die Inzidenzgrenze von 35 verteidigt Lauterbach, diese sei ausgerichtet auf die Mutante mit ihrer größeren Gefährlichkeit. "

6.23 Uhr: Mobilitätsforscher: 35er-Inzidenz rückt in weite Ferne

Mit der offenbar raschen Ausbreitung einer ansteckenderen Corona-Mutante in Deutschland rückt die Zielmarke von 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz aus Expertensicht in die Ferne. Ohne zusätzliche Maßnahmen erscheine das Erreichen dieses Werts "bis auf weiteres unrealistisch", erklärte der Leiter des Fachgebiets Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik an der TU Berlin, Kai Nagel, der Deutschen Presse-Agentur. Seine Gruppe modelliert das Infektionsgeschehen in Berlin unter anderem mit anonymisierten Mobilfunkdaten. Nagel zufolge sind die Ergebnisse übertragbar auf die Lage bundesweit.

Die vor Weihnachten zunächst in Großbritannien entdeckte Mutante B.1.1.7 breitet sich nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) von vergangener Woche auch hierzulande aus: Binnen zwei Wochen wuchs der Anteil in Stichproben von knapp 6 auf 22 Prozent. Berücksichtige man die deutlich erhöhte Ansteckungswahrscheinlichkeit, sei die Situation laut Modell "deutlich kritischer als bisher von uns vorhergesagt", erläuterte Nagel. "Bei reiner Beibehaltung der jetzigen Maßnahmen bekommen wir dann laut Modell eine dritte Welle; jede Art von Öffnungen vergrößert diese Welle."

Nagel betonte: "Wir können dagegenhalten, indem Kontakte in Innenräumen ohne Schutzmaßnahmen generell vermieden werden." Zu solchen zu vermeidenden Kontakten gehörten neben Schulen auch Mehrpersonenbüros und gegenseitige Besuche. Mögliche Schutzmaßnahmen seien Masken, Schnelltests, Impfungen und eine Verlagerung von Veranstaltungen nach draußen. In die Modelle der TU-Wissenschaftler fließen auch Kennzahlen zum Virus und Aspekte wie die Temperatur und die davon abhängigen Freizeitaktivitäten ein. Zuletzt sei in den Mobilitätsdaten kein verändertes Verhalten der Menschen zu sehen gewesen, schilderte Nagel - mit Ausnahme der Wochenenden, an denen bei besserem Wetter mehr Leute unterwegs seien. Solange diese zusätzlichen Aktivitäten allerdings im Freien stattfänden, "entstehen daraus laut unseren Modellen aber keine relevanten zusätzlichen Infektionen", so Nagel.

6.01 Uhr: RKI registriert 3883 Corona-Neuinfektionen und 415 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3883 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 415 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 3856 Neuinfektionen und 528 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.11 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 60,5 - und damit etwas niedriger als am Vortag (61,0). Vor vier Wochen, am 26. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 107,6 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

22. Februar

19.30 Uhr: Bund und Länder einig über schnellere Impfungen für Erzieherinnen und Lehrer

Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen sollen – wie vielfach gefordert – schneller gegen das Coronavirus geimpft werden als bislang vorgesehen. Darauf verständigten sich Bund und Länder am Montag auf der Gesundheitsministerkonferenz, wie deren Vorsitzender Klaus Holetschek (CSU) im Anschluss mitteilte. Unterdessen zeichnete sich ab, dass das Impfstoff-Angebot bereits ab dieser Woche deutlich zunehmen dürfte.

Die Lehrkräfte sowie die Kita-Beschäftigten sollen nun in der Impfverordnung in Prioritätsgruppe zwei statt in Gruppe drei eingestuft werden. "Die Bundesländer haben sich ohne Gegenstimmen für diese neue Regelung ausgesprochen", erklärte der bayerische Ressortchef Holetschek dazu weiter. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe zugesichert, die Änderung im Schnellverfahren möglichst bis Mitte dieser Woche schon in die Corona-Impfverordnung aufzunehmen.

In Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen sowie in Schulen komme es zu zahlreichen Kontakten von Menschen aus unterschiedlichen Haushalten, hieß es zur Begründung. "Für Krippen- und Kita-Kinder sowie Grund- und Förderschüler ist es eine besondere Herausforderung, die notwendigen Hygieneregeln wie Abstand halten und Maske tragen vorschriftsmäßig einzuhalten", erklärte dazu Holetschek. "Deswegen müssen wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich besonders schützen."

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sowie ihre Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (beide SPD) begrüßten den Beschluss. Auch sie wiesen darauf hin, dass "es besonders in Kitas und Grundschulen schwierig ist, die Abstandsregeln einzuhalten und es auch nicht möglich ist, durchgehend Masken zu tragen". Ihr Bundesland werde nun den Beschäftigten in Kitas und Grundschulen zeitnah ein Impfangebot machen.

Wie das Portal "Business Insider" unter Berufung auf ein als vertraulich eingestuftes Regierungspapier berichtete, dürften in der laufenden Woche mehr als 2,3 Millionen Impfdosen geliefert werden. 1.080.000 Impfdosen würden von Astrazeneca erwartet, 924.300 von Biontech/Pfizer und 343.200 von Moderna.

Auch in den kommenden Wochen dürfte der Nachschub demnach auf hohem Niveau bleiben. In der kommenden Woche würden insgesamt 1,6 Millionen Impfdosen erwartet, in der Woche darauf dann 2,2 Millionen hieß es. Damit sei beim Impfen ein Rückstau zu erwarten, wenn die Bundesländer ihr Impftempo nicht sehr schnell massiv erhöhten.

Laut einem Bericht der Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) rechnet die Bundesregierung in den knapp sechs verbleibenden Wochen bis zum Quartalsende insgesamt mit weiteren 10,3 Millionen Impfdosen allein von Biontech/Pfizer und Astrazeneca. Dazu käme der Impfstoff von Moderna, wofür noch keine Gesamtzahl vorliege.

Um Akzeptanzprobleme bei dem Impfstoff von Astrazeneca zu überwinden, schlug der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Henrich vor, dieses Präparat ab 1. April in Arztpraxen zu verimpfen. Dabei sollten die Prioritätsregeln aufgehoben werden, sagte er "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten". Auch aus den Reihen der Kassenärzte gibt es die Forderung, beim Impfen einbezogen zu werden.

Wie der "Spiegel" berichtete, soll der Impfstoff von Astrazeneca durch die Bundeswehr ab Mitte März an "prioritär zu impfende Angehörige" der Bundesministerien verimpft werden. Dazu zählten etwa 15 Prozent der Beamtinnen und Beamten hieß es. Der Bundeswehr liege eine entsprechende Anfrage des Bundesgesundheitsministeriums vor.

17.06 Uhr: Ende Juni soll das Leben in England wieder ohne Restriktionen funktionieren

Der britische Premierminister Boris Johnson will alle Corona-Restriktionen in England bis Ende Juni aufheben. Johnson legte am Montag einen Vier-Stufen-Plan für die Lockerungen vor, der mit der Wiederöffnung der Schulen am 8. März beginnen soll. Am 12. April sollen nach derzeitigem Stand alle Geschäfte wieder öffnen dürfen, ab dem 21. Juni sollen dann auch keine Kontaktbeschränkungen mehr gelten.

14.30 Uhr: Wie viele Schnelltests stehen eigentlich zur Verfügung?

500 Millionen Schnelltests wurden für dieses Jahr von der Bundesregierung gesichert, wie das Gesundheitsministerium noch einmal bestätigte. Steffen Seibert betonte, dass derzeit noch darüber diskutiert werde, wie viele Tests jede Person in Deutschland in welchem Zeitraum kostenlos machen könnte. Auf Details zum Plan, das Infektionsgeschehen mithilfe kostenloser Schnelltests einzudämmen, muss also noch gewartet werden.

14.10 Uhr: Noch keine Klarheit über Kosten der Teststrategie

"Wir sind ja daran, die Testkapazitäten zu erhöhen", sagt Hanno Kautz, Sprecher des Gesundheitsministeriums, auf die Frage, ob nicht viel mehr Menschen täglich getestet werden sollten. Regierungssprecher Seibert sagt zur Finanzierungsfrage, er könne noch keine Zahlen nennen. Die Ausweitung der Schnelltests werde aber so oder so finanziert. Details dazu, wann und wie genau die Kampagne gestartet werden könne oder worüber genau im Corona-Kabinett verhandelt wurde, gibt Seibert nicht.

14.00 Uhr – Regierungssprecher Seibert: "Was wir aufmachen, das wollen wir dann auch durchalten"

"Die gute Entwicklung ist im Moment vorbei", stellte Regierungssprecher am Montag trocken fest. Man müsse sicher davon ausgehen, dass der Anteil der ansteckenderen Variante des Virus noch steige. Das Corona-Kabinett habe unter diesem Eindruck über Öffnungsmöglichkeiten berate. "Die erste Öffnungswelle rollt ja schon", sagt Seibert mit Bezug auf Schulen und Kitas sowie Öffnung der Friseure am 1. März. "Was wir aufmachen, das wollen wir dann auch durchalten", betonte er.

Heute sei diskutiert worden, inwieweit ein digitaler Impfausweis künftig Standard werde im Kampf für mehr Normalität und gegen Ansteckungen. Weitere Themen waren demach kostenlose Antigentests und die Verbreitung der hochansteckenden Virusvarianten.

12.07 Uhr: Söder fordert Millionen Corona-Schnelltests pro Tag in Deutschland

Für die kommenden Monate braucht Deutschland nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder Millionen Corona-Schnelltests pro Tag. "Das Testen muss massiv ausgebaut werden. Wir brauchen deutlich mehr Schnelltests und zwar national", sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. Schnelltests seien eine Art Sicherheitsschranke. "Denn wer geimpft ist und wer getestet ist, hat automatisch mehr Möglichkeiten, sich zu bewegen, und mehr Freiheiten", betonte Söder. Deutschland brauche es daher Millionen von Schnelltests pro Tag. Damit dies möglich werde, müssten nun die Zulassungen für "alle Formen der Schnelltest" beschleunigt werden. "Wir warten händeringend auf neue Formen der Schnelltests, der einfachen Anwendung der Schnelltest, das muss beschleunigt werden", sagte Söder.

In Bayern sollen am 1. März Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden öffnen dürfen, kündigt Söder außerdem an. Zum einen handle es sich um verderbliche Ware. Söder betonte: "Sonst wird dieses ganze Blumengeschäft nur bei Discountern stattfinden, und dann werden die Discounter überrannt." Deshalb mache eine Anpassung an dieser Stelle Sinn. Neben den Friseuren sollen nach Worten Söders ab 1. März auch andere körpernahe Dienstleistungen wie Fußpflege wieder möglich sein.

9.04 Uhr: SPD zweifelt an Spahn-Zusage für kostenlose Schnelltests ab 1. März

Die SPD bezweifelt, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sein Versprechen kostenloser Corona-Tests für alle Bürger ab 1. März halten kann. Generalsekretär Lars Klingbeil sagte am Sonntagabend in der Talkshow "Die richtigen Fragen" auf Bild live: "Ich wünsche mir wirklich, dass die Ankündigung von Jens Spahn klappt, dass alle kostenfrei getestet werden können." Doch: "Beim Impfen haben wir gemerkt, wir können den Ankündigungen von Jens Spahn nicht glauben. Da wird jetzt immer weiter korrigiert und korrigiert. Und ich habe ein bisschen Angst, dass wir (beim Testen) die nächste Enttäuschung schaffen." Denn es gebe "viele Fragen, die Jens Spahn bis heute nicht beantwortet hat".

Ähnlich kritisch bewertete FDP-Chef Christian Lindner das Test-Programm: "Wir haben die erste Chance auf einen Strategiewechsel beim Impfen verpasst und sind jetzt dabei, auch die zweite große Chance durch Schnell- und Selbsttest zu verstolpern." Lindner fügte hinzu: "Wir habe so viele Ankündigungen erlebt, so viele Enttäuschungen, Zahlen werden genannt, Zahlen werden korrigiert. Ich glaube Dinge nur noch, wenn ich sie wirklich sehe."

Das sogenannte Corona-Kabinett, ein Sondergremium von Kanzlerin Angela Merkel und wenigen Ministern, befasst sich an diesem Montag unter anderem mit den Schnelltests für alle. Spahn hatte angekündigt, dass ab 1. März alle Bürger kostenlos von geschultem Personal auf das Coronavirus getestet werden können. Das soll in Testzentren, Praxen oder Apotheken möglich sein. Details zur Umsetzung sind aber bisher nicht bekannt. Eine entsprechende Anpassung der Corona-Testverordnung muss noch beschlossen werden.

6.40 Uhr: Weltärztepräsident warnt vor Lockerung von Corona-Auflagen in Deutschland

Angesichts der wieder gestiegenen Corona-Infektionszahlen in Deutschland hat Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery vor weiteren Lockerungen der Restriktionen gewarnt. Wer in Zeiten steigender Reproduktionswerte des Coronavirus über Lockerungen spreche, handele "absolut unverantwortlich", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Bei jeder Lockerung werde es einen "deutlichen Anstieg der Zahlen" geben. Sowohl die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz als auch der Reproduktionswert waren in Deutschland zuletzt wieder gestiegen. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Der R-Wert beschreibt, wieviele andere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Wenn der R-Wert auf einen Wert von mehr als 1,0 steigt, was zuletzt wieder der Fall war, nimmt die Zahl der täglichen Neuinfektionen zu.

Montgomery erläuterte, bei einem R-Wert klar über 1,0 drohe bei der Ausbreitung des Virus wieder "exponentielles Wachstum": "Und genau das ist jetzt der Fall." Das Virus habe mit seinen Mutationen eine neue Stufe erreicht. Es sei nicht nur ansteckender, sondern führe wahrscheinlich auch zu schwereren Krankheitsverläufen. Als Reaktion auf die Entwicklung forderte der Präsident des Weltärztebundes eine Beschleunigung der Impfungen. Impfstoffdosen, die in der ersten Prioritätsgruppe nicht abgerufen würden, müssten jetzt sofort in der zweiten Gruppe zum Einsatz kommen. "Wir dürfen uns hier nicht sklavisch an die Impfreihenfolge halten", mahnte der Mediziner.

6.01 Uhr: 4369 Corona-Neuinfektionen und 62 neue Todesfälle, Sieben-Tage-Inzidenz steigt

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4369 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 62 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Montag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 4426 Neuinfektionen und 116 neue Todesfälle verzeichnet.

Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 61,0 - und damit höher als am Vortag (60,2). Vor vier Wochen, am 25. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 111,2 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagnachmittag bei 1,10 (Vortag 1,07). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 110 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab

21. Februar

19.15 Uhr: Spahn weist Zeitplan für Lockerungen zurück

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Forderungen nach einem zeitlich verbindlichen Plan für Lockerungen der Corona-Beschränkungen zurückgewiesen und einen Neuinfektionswert von unter 10 als anstrebenswert dargestellt. "Alle wünschen sich einen Drei- und Sechs-Monatsplan, aber das geht halt gerade nicht. Ich finde, wir dürfen da keine falschen Versprechungen machen", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".

Zunächst will er auch angesichts der zunehmenden Verbreitung von Virusmutationen abwarten, wie sich die Öffnung weiterer Schulen und Kitas an diesem Montag auswirkt. "Es macht Sinn, miteinander – das ist ja das Gespräch mit den Ländern - Stufen zu definieren, ab wann der nächste Schritt gegangen werden kann. Aber die Wahrheit ist: Eine Inzidenz von unter 10, die ist jedenfalls in den allermeisten Regionen in Deutschland gerade ziemlich weit weg", sagte Spahn.

Die gemeinte Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche an. Sie liegt nach der Meldung des Robert Koch-Instituts vom Sonntagmorgen bei 60,2 – mit steigender Tendenz.

Über die geforderte höhere Priorisierung von Grundschul- und Kita-Personal bei der Impfung will Spahn am Montag noch mit den Gesundheitsministern der Länder reden, wie er sagte. Sie sei sein Ziel. Er rechne damit, dass der Prozess bis zu eine Woche dauere. Einen entsprechenden Prüfauftrag hatten die Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrer letzten Beratung am 10. Februar erteilt. Auch aus den Ländern und von Lehrerverbänden wurde die Forderung erhoben.

17.16 Uhr: Intensivmediziner: Können Corona im Herbst im Griff haben

Der Präsident der deutschen Intensivmediziner, Gernot Marx, ist zuversichtlich, dass Deutschland die Corona-Pandemie in der zweiten Jahreshälfte unter Kontrolle bekommen kann. "Wenn sich jetzt alle Menschen bald gut durchimpfen lassen, dann könnte es sein, dass wir Corona Ende des dritten Quartals 2021, also im Herbst, im Griff haben", sagte Marx der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). "Aber das setzt wirklich voraus, dass sich so gut wie alle impfen lassen. Sonst entstehen in der Zwischenzeit wieder neue Mutanten."

Sorge bereitet die britische Mutante des Coronavirus, die deutlich ansteckender ist. Marx rechnet wie viele andere damit, dass die Corona-Zahlen deshalb wieder nach oben gehen werden: "Wir gehen von einer dritten Welle aus", sagte er. "Unsere Bitte lautet darum: Lassen Sie sich impfen – auch mit Astrazeneca .

"In den Klinken ist die Situation nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) inzwischen besser als Anfang des Jahres. "Die Lage hat sich im Vergleich zum Höchststand der zweiten Welle spürbar entspannt", sagte der designierte Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß der "Welt". Anfang Januar habe es fast 6000 Intensivpatienten und 25 000 Patienten auf den Infektionsstationen gegeben, mittlerweile sei man bei 3000 im Intensivbereich.

"Das bedarf immer noch eines erhöhten Infektionsschutzes und großer Aufmerksamkeit, wir sind aber von dieser Maximalbelastung weg. Das macht mich sehr zufrieden", sagte Gaß, der bis Ende 2020 auch Präsident der DKG war. "Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir sagen können: Wir sind nicht überlastet."

10.22 Uhr: Israel führt Erleichterungen für Corona-Geimpfte und Genesene ein

Israel hat am Sonntag Erleichterungen für Bürger eingeführt, die gegen das Coronavirus geimpft oder nach einer Erkrankung genesen sind. Mit einem Grünen Pass dürfen sie unter anderem Fitness-Studios, Hotels, Theater oder Sportereignisse besuchen. Gesundheitsminister Juli Edelstein schrieb bei Twitter, mehr als 3,2 Millionen Israelis könnten ab sofort diese Vorteile genießen. Ziel ist es, die Wirtschaft im Land wieder anzukurbeln. "Der Grüne Pass öffnet das Land schrittweise wieder", sagte Regierungschef Benjamin Netanjahu am Samstagabend.

Die Impfkampagne in Israel ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr weit fortgeschritten. Das Land mit seinen 9,3 Millionen Einwohnern gilt als Vorreiter. Inzwischen kann sich jeder Bürger vom Alter von 16 Jahren an impfen lassen. Die Infektionszahlen im Land sind weiterhin vergleichsweise hoch, in den vergangenen Wochen jedoch stetig gesunken.

Im Rahmen eines zweiten Öffnungsschritts nach einem wochenlangen Lockdown wurden am Sonntag auch Einkaufszentren, Museen, Bibliotheken und Gebetshäuser für Nicht-Geimpfte geöffnet. Dort müssen weiter die Corona-Regeln wie Maskenpflicht und Abstand eingehalten werden. Auch die Schulen wurden für weitere Klassen geöffnet.

n Israel kann sich jeder Genesene sowie jeder Geimpfte eine Woche nach der zweiten Impfung einen Impfausweis online erstellen. Persönliche Informationen sind mittels eines einfachen QR-Codes ablesbar. Besitzer eines solchen Impfausweises können sich dann einen Grünen Pass ausstellen lassen, unter anderem über eine spezielle App.

9.45 Uhr: Biontech-Impfstoff stoppt Virusübertragung zu fast 90 Prozent

Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer kann die Übertragung des Virus Berichten von "Spiegel" und "Bild" zufolge zu 89,4 Prozent verhindern. Dies gehe aus einer großen Beobachtungsstudie in Israel hervor, schrieb der "Spiegel" am Sonntagmorgen auf seiner Website. Bei den Infektionen habe sich ein Rückgang in immer größeren Teilen der Bevölkerung gezeigt.

Fast die Hälfte der Israelis hat bereits eine erste Dosis des Corona-Vakzins erhalten. Bislang war unklar, ob Geimpfte nur selbst geschützt sind, das Virus aber weitergeben können – oder ob sie tatsächlich nicht oder kaum mehr ansteckend sind. Zumindest für den Biontech-Impfstoff ist den Daten zufolge Letzteres der Fall.

Das Ergebnis sei überraschend eindeutig, schreibt der "Spiegel". Die Untersuchung basiere auf Daten von 1,7 Millionen Geimpften. Sie sei von den Unternehmen zusammen mit dem israelischen Gesundheitsministerium vorgenommen worden und noch nicht veröffentlicht, weder als sogenannter Preprint noch in einem wissenschaftlichen Fachmagazin. Das solle aber noch passieren.

Das israelische Gesundheitsministerium hatte am Samstag indes bereits mitgeteilt, dass der Impfstoff nach zwei Dosen eine Wirksamkeit von fast 96 Prozent hat. Demnach schützt der Impfstoff zudem zwei Wochen nach der zweiten Dosis zu 99,2 Prozent vor einer schweren Erkrankung und zu 98,9 Prozent vor einem tödlichen Verlauf.

9.00 Uhr: Lauterbach fordert Erweiterung der Astrazeneca-Impfung auf drei Gruppen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat gefordert, den Astrazeneca-Impfstoff sofort für alle Impfberechtigten unter 65 Jahren aus den ersten drei vorrangig zu impfenden Gruppen freizugeben. "Es bleibt Impfstoff liegen, weil sich nicht genug Personen aus der ersten Prioritätsgruppe anmelden oder nicht zum Termin erscheinen. Das ist eine absurde und unerträgliche Situation", sagte Lauterbach der "Bild am Sonntag". "Wir sollten beim Astrazeneca-Impfstoff jetzt unbürokratisch die Impfzentren für alle unter 65 Jahren aus den ersten drei Prioritätsgruppen öffnen. Dann könnten wir die Impfzentren endlich voll auslasten.

"Bei der Impfreihenfolge in Deutschland sind drei große Gruppen festgelegt: Gruppe eins mit "Höchster Priorität", Gruppe zwei: "Hohe Priorität", und Gruppe drei: "Erhöhte Priorität". Der Impfstoff von Astrazeneca wird in Deutschland zurzeit nur Menschen zwischen 18 und 64 Jahren verabreicht – es fehlen Daten zur Wirkung bei Älteren. Deshalb bekommen die Beschäftigten in Pflegeheimen oder Intensivstationen in dieser Altersgruppe nun vorrangig dieses Vakzin geimpft. Die Vorbehalte gegen das Präparat sind aus Sicht von Wissenschaftlern unbegründet.

8.00 Uhr: 7600 Neuinfektionen und 145 Todesfälle gemeldet

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 7600 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, wurden innerhalb von 24 Stunden 7676 neue Ansteckungsfälle verzeichnet. Zudem wurden nach Angaben des RKI weitere 145 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gezählt.

Am Wochenende fallen die Zahlen in der Regel niedriger aus, da nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen an das RKI melden und auch weniger Tests vorgenommen und ausgewertet werden. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag den Angaben zufolge am Sonntag bei 60,2. Sie stieg damit zum zweiten Mal in Folge über den Wert vom Vortag, der am Samstag 57,8 betragen hatte. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 35 zu drücken.

20. Februar

17.15 Uhr: Lehrerverband fordert neue Schutzmaßnahmen vor bevorstehenden Schulöffnungen

Angesichts der anstehenden Schulöffnungen in mehreren Bundesländern hat der Deutsche Lehrerverband weitere Schutzmaßnahmen sowie vorgezogene Corona-Impfungen für Lehrer gefordert. Lehrkräfte, die jetzt in Grundschul- und Abschlussklassen in den Präsenzunterricht zurückkehrten, "sollten bevorzugt geimpft werden können", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der "Augsburger Allgemeinen" vom Samstag. Der Deutsche Philologenverband äußerte sich ähnlich. Niedersachsen will mit nicht genutztem Impfstoff Lehrkräfte und auch Erzieherinnen früher impfen als geplant.

Die Impfungen sollten "angefangen bei den Älteren und über 60-Jährigen – schnell geschehen", betonte Meidinger. In manchen Bundesländern wie dem Saarland, Bremen oder Sachsen kehrten kommende Woche Abschlussklassen in Gymnasien, Berufs- und Realschulen teilweise in voller Stärke in den Unterricht zurück.

Daher müsse auch der Schutz in den Klassenzimmern verstärkt werden, forderte Meidinger. "Wir sind generell für eine Maskenpflicht, die mindestens die Qualität chirurgischer OP-Masken haben sollten", sagte er. "Modische Textilmasken oder Schals sind der jetzigen Situation nicht mehr angemessen", fügte er hinzu.

16.02 Uhr: Spahn rechnet mit baldiger Impfung von Personal in Kitas und Grundschulen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass Erzieher und Grundschullehrer in absehbarer Zeit gegen das Corona-Virus geimpft werden können. Weil es gesellschaftlich wichtig sei, dass in Kitas und Grundschulen der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, sollten die Kita-Mitarbeiterinnen und Grundschullehrerinnen bei der Priorisierung vorgezogen werden, sagte Spahn am Samstag bei einer Livestream-Veranstaltung, bei der er sich den Fragen der Bürger stellte.

Spahn verwies darauf, dass zunächst die Menschen aus der Priorisierungsgruppe eins geimpft werden – zu der vor allem Bürgerinnen und Bürger über 80 gehören. Die Erzieher und Grundschullehrer, die bislang der Priorisierungsgruppe drei angehören, sollen nun in die zweite Gruppe höher gestuft werden.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach begrüßte diesen Plan in einem Tweet – besonders im Hinblick auf derzeit ungenutzte Astrazeneca-Impfdosen, die von berechtigten Personen nicht angenommen wurden. Lauterbach betonte aber, zudem müssten Eltern und Kinder müssten geschützt werden – was nur mit zwei Schnelltests pro Woche erreicht werden könne.

15.00 Uhr: 200 Millionen Impfdosen verimpft – fast die Hälfte in nur sieben Ländern

Weltweit sind inzwischen mehr als 200 Millionen Impfstoffdosen zum Schutz vor einer Corona-Infektion verabreicht worden. 45 Prozent davon wurden in den sieben führenden Industriestaaten (G7) verimpft, wie eine AFP-Zählung unter Berufung auf Behördenangaben am Samstag ergab. Weltweit erhielten Menschen in 107 Ländern oder Gebieten mindestens eine Impfstoffdosis. Die Statistik belegt die Ungleichheit bei der Verteilung der Corona-Impfstoffe. 92 Prozent der verabreichten Impfungen entfielen auf wohlhabende Länder oder Staaten mit einem mittleren Pro-Kopf-Einkommen im oberen Bereich.

Unter den weltweit ärmsten Staaten haben bislang nur Guinea und Ruanda mit den Impfungen gegen das neuartige Coronavirus begonnen. Israel liegt im weltweiten Vergleich vorn, dort erhielt bereits fast die Hälfte der Einwohner mindestens eine Impfdosis. Nach absoluten Zahlen führen die USA die Statistik an. Dort wurden bereits 59,6 Millionen Impfdosen verabreicht. Dahinter folgen China mit gut 40 Millionen Dosen und Großbritannien mit 17,5 Millionen Impfdosen.

Die G7-Staaten hatten bei ihrem Online-Gipfel am Freitag Finanzhilfen in Höhe von 7,5 Milliarden Dollar (6,2 Milliarden Euro) zugesagt, um den Zugang ärmerer Staaten zu Corona-Impfstoffen verbessern.

9.00 Uhr: Offenbar Pandemie-Folge – Höchststand bei Krankschreibungen wegen psychischer Probleme

Die Zahl der bei der DAK versicherten Beschäftigten, die wegen einer psychischen Erkrankung im Job fehlen, hat 2020 einen Höchststand erreicht. Im Schnitt hatte jeder Versicherte rund 2,65 Fehltage aufgrund von etwa Depressionen oder Anpassungsstörungen, wie die Krankenkasse DAK-Gesundheit mitteilte. Mit Anpassungsstörung ist eine Reaktion auf ein belastendes Lebensereignis, zum Beispiel einen Trauerfall, gemeint. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es rund 2,6 Fehltage pro versicherten Beschäftigten, 2010 etwa 1,7 Fehltage.

"Unsere aktuelle Analyse zeigt, wie gerade Menschen mit psychischen Problemen unter den Pandemie-Einschränkungen und -Belastungen leiden", sagte der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm. Ein psychischer Krankheitsfall dauerte im Schnitt 39 Tage – so lange wie noch nie seit Beginn der jährlichen Datenerhebung 1997.

Bei psychischen Leiden handelte es sich 2020 laut DAK um die zweitwichtigste Erkrankungsgruppe. Nur aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen fehlten versicherte Erwerbstätige 2020 noch häufiger – etwa 3,3 Fehltage waren es in dieser Gruppe.

Frauen meldeten sich im Job häufiger wegen psychischer Probleme krank als Männer. So fehlten DAK-versicherte Arbeitnehmerinnen 2020 im Schnitt an 3,4 Tagen, bei Männern waren es 2,0 Tage. Für die Analyse wurden Daten von mehr als 2,4 Millionen bei der Kasse versicherten Beschäftigten ausgewertet. Berücksichtigt wurden alle Fehlzeiten, für die eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung mit einer psychischen Diagnose an die Kasse geschickt wurden.

7.16 Uhr: Neuseeland beginnt mit Impfungen

Fast zwei Monate später als andere westliche Staaten hat Neuseeland am Samstag seine Impfkampagne gegen das neuartige Coronavirus gestartet. Dies sei ein "kleiner, aber wichtiger Schritt" im Kampf gegen die Pandemie, sagte der Leiter der nationalen Gesundheitsbehörde, Ashley Bloomfield. "Wir haben noch einen langen Weg vor uns." Zunächst sollen besonders gefährdete Bürger, Reiserückkehrer, Grenzbeamte und Beschäftigte in Quarantäne-Einrichtungen geimpft werden.

Neuseeland setzt den Impfstoff des Mainzer Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer ein. Das Vakzin kommt auch im Nachbarland Australien zum Einsatz, das am Montag seine Impfkampagne starten will.

Neuseeland gilt weltweit als eines der Vorbilder im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Das Land hatte die Ausbreitung des Virus mit den Grenzschließungen und einem strengen Lockdown schnell unter Kontrolle bekommen. Seit Beginn der Krise wurden in dem Inselstaat mit fünf Millionen Einwohnern erst 2350 Infektionen nachgewiesen, 26 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19. In Auckland hatten die Behörden in dieser Woche einen dreitägigen Lockdown verhängt, nachdem dort erstmals die ansteckendere Corona-Variante aus Großbritannien nachgewiesen worden war.

7.00 Uhr: Erneut mehr als 9000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland – Inzidenzwert steigt leicht

In Deutschland sind binnen eines Tages erneut mehr als 9000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, wurden innerhalb von 24 Stunden 9164 neue Ansteckungsfälle verzeichnet.

Zudem wurden nach Angaben des RKI weitere 490 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gezählt. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag den Angaben zufolge am Freitag bei 57,8. Sie stieg damit erstmals seit längerer Zeit wieder leicht über den Wert vom Vortag, der 56,8 betragen hatte. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 35 zu drücken.

19. Februar

15.15 Uhr: Söder wirbt für Corona-Öffnungsmatrix – Chance für Osterurlaub

Trotz der aktuell unklaren Perspektiven in der Corona-Krise wegen Virusmutationen sieht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder noch Chancen für einen Osterurlaub in diesem Jahr. "Ostern ist noch völlig offen. Der Osterurlaub entscheidet sich in den nächsten drei Wochen", sagte der CSU-Chef am Freitag nach einer Videokonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und 96 bayerischen Kommunalpolitikern. Wer es jetzt sehr überstürze, "der gefährdet den Osterurlaub mehr als jemand, der es jetzt etwas langsamer angehen lässt". Bei der Konferenz von Bund und Ländern am 3. März könne dies besser eingeschätzt werden.

Derzeit sei Deutschland in einer "hochsensiblen Phase" der Pandemie, sagte Söder. Es sei eine Gratwanderung zwischen Sorgen und Wünschen. Es zeige sich, dass die Infektionszahlen aktuell nur noch leicht sinken würden, zugleich aber der Anteil der nachgewiesenen Infektionen mit Virusmutationen steil steige.

Die Politik dürfe deshalb nicht "irgendwelchen kurzfristigen Stimmungen" nachgeben, sondern müsse weiter sorgfältig vorgehen, betonte Söder. "Wir brauchen eine intelligente Öffnungsmatrix, keinen starren Stufenplan, aber eine Öffnungsmatrix, die ein breites Instrumentarium bietet, um entsprechend zu reagieren." Hierzu zähle ausdrücklich auch die Option, auch bei Verschlechterungen schnell reagieren zu können.

Dies beinhalte auch die Möglichkeit für regionale Differenzierungen, wenn die jeweiligen Infektionszahlen deutlich auseinander lägen. In jedem Fall müsse durch eine kluge Steuerung verhindert werden, dass es zu einem Shopping-Tourismus komme, bei dem auch Menschen aus Hotspots in andere Kommunen fahren. Im Handel seien hierfür etwa Öffnungskonzepte mit kleinen Quadratmeterzahlen pro Kunde oder Terminvergaben an Kunden denkbar.

14.50 Uhr: Bundesregierung will "Jojo-Effekt" bei Corona-Öffnungen vermeiden

Die Bundesregierung hat erneut ein vorsichtiges Vorgehen bei weiteren Rücknahmen von Corona-Beschränkungen angemahnt. Alle wünschten sich Lockerungen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Es gehe aber um eine sichere Strategie, über die auch eine dazu eingesetzte Bund-Länder-Arbeitsgruppe weiter berate. Öffnungen dürften nicht unmittelbar dazu führen, dass die Neuinfektionen wieder hochschnellten und es einen "Jojo-Effekt" gebe – und dann Öffnungsschritte wieder rückgängig gemacht werden müssten.

Seibert machte deutlich, dass bis zu anstehenden Entscheidungen zunächst das weitere Infektionsgeschehen zu beobachten sei – auch mit Blick auf die Ausbreitung ansteckenderer Virusvarianten. Es sei heute nicht genau zu kalkulieren, wo man bei den für 3. März geplanten nächsten Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder stehen werde.

12.10 Uhr: Gastgewerbe macht 39 Prozent weniger Umsatz

Hotels und Gaststätten haben im Corona-Jahr 39 Prozent weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. Diese Zahl für 2020 veröffentlichte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag, nachdem die Behörde in einer ersten Schätzung Mitte Januar von einem Einbruch von 38 Prozent ausgegangen war.

Die "Auswirkungen des andauernden Lockdowns" seien "deutlich" sichtbar, erklärten die Statistiker. Die Branche ist hart von der Corona-Pandemie getroffen. Im Dezember 2020 verzeichnete das Gastgewerbe einen realen Umsatzeinbruch von 14,7 Prozent im Vergleich zum November. Verglichen mit dem Vorjahresmonat stand hier allerdings unterm Strich ein Minus von 72,3 Prozent. Hotels und andere Herbergen machten sogar 83,4 Prozent weniger Umsatz, in der Gastronomie war es ein Minus von 66,8 Prozent verglichen mit Dezember 2019.

Im vergangenen Frühjahr waren wegen der Pandemie die Gaststätten für zwei Monate geschlossen worden; Hotels durften nur Geschäftsreisende beherbergen. Nach mehreren Monaten mit weitreichenden Lockerungen sind seit Anfang November Restaurants, Cafés und Hotels erneut weitgehend dicht. Die Branche fordert seit längerem eine konkrete Perspektive sowie Öffnungskonzepte.

7.30 Uhr: Lehrerverband fordert strengere Vorgaben bei den Schulöffnungen

Der Deutsche Lehrerverband hat angesichts der grassierenden Virus-Varianten vor vorschnellen Schulöffnungen gewarnt. Es sei "unbedingt notwendig, auf Vorsicht und Behutsamkeit zu setzen", sagte der Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Funke Mediengruppe (Freitag).

Die Mutation des Virus sei die "größte Bedrohung für eine klare, verlässliche und nachhaltige Schulöffnungsperspektive". Erst ab einer Inzidenz unter 35 soll dem Verbandschef zufolge ein vollständiger Präsenzunterricht stattfinden dürfen. Auch die Rückkehr vom Distanz- in den Wechselunterricht solle es erst dann geben, wenn die Inzidenz in der jeweiligen Region für mindestens eine Woche unter 100 lag "und der Trend rückgehender Infektionszahlen stabil ist". Es sei "unverantwortlich", wenn beispielsweise Schulen in Sachsen oder im Saarland bereits jetzt teilweise oder sogar vollständigen Präsenzunterricht einführten.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst (SPD), verteidigte dagegen die Rückkehr in den Präsenzunterricht. Für Kinder und Familien sei dies eine gute Nachricht. Schulöffnungen bedeuteten für die Schüler "sozialen Austausch mit anderen Kindern und ein Stück Entlastung für die Familien", sagte die Brandenburger Bildungsministerin den Funke-Zeitungen. Die KMK beobachte "die Entwicklung der Mutationen mit großer Aufmerksamkeit", versicherte Ernst.

In den meisten Bundesländern kehren Grundschüler und Kita-Kinder in der kommenden Woche nach rund zweimonatiger Pause in die Einrichtungen zurück. Am 3. März wollen Bund und Länder über die Lage beraten. Ab dem 7. März sollen Geschäfte dort wieder öffnen können, wo es regional drei Tage lang nicht über 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern und sieben Tagen gibt. Seit vergangenen Sonntag schwankte diese 7-Tage-Inzidenz bundesweit aber leicht über 57. Davor war sie über Tage hinweg kontinuierlich gesunken.

7.01 Uhr: 9113 Neuinfektionen und 508 weitere Todesfälle in Deutschland

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 9000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, wurden innerhalb von 24 Stunden 9113 neue Ansteckungsfälle verzeichnet. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.369.719.

Zudem wurden nach Angaben des RKI weitere 508 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gezählt. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 67.206. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI auf rund 2,176 Millionen.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag den Angaben zufolge am Freitag bei 56,8. Sie sank damit nur minimal unter den Wert vom Vortag, der 57,1 betragen hatte. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 35 zu drücken.

18. Februar

16.49 Uhr: EU-Staaten vereinbaren Liste mit Corona-Schnelltests zur Anerkennung

Die EU-Staaten haben sich im Kampf gegen das Coronavirus auf eine Liste von Antigen-Schnelltests geeinigt, deren Ergebnisse in allen Länder anerkannt werden sollen. Zudem wurde festgelegt, welche Daten künftig in den Testergebnissen enthalten sein sollen, wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte. Schnelltests seien entscheidend, um die Ausbreitung des Coronavirus zu überwachen und zu bremsen, schrieb EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides auf Twitter.

Der Beschluss sieht vor, dass die Ergebnisse von 16 Schnelltests gegenseitig anerkannt werden. Darunter ist beispielsweise ein Test von Siemens Healthineers. Die Ergebnisse sollen sowohl in der Sprache des Landes, in dem der Test gemacht wurde, als auch in Englisch verfügbar sein. Bereits im Januar hatten die EU-Staaten entschieden, an einer solchen Liste zu arbeiten, um grenzüberschreitenden Verkehr zu erleichtern.

Antigen-Schnelltests zeigen binnen weniger Minuten, ob eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt. Es gibt inzwischen sehr viele Varianten unterschiedlicher Qualität. Insgesamt gelten sie als etwas weniger zuverlässig als die überall anerkannten PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden müssen.

14.25 Uhr: Markus Söder: Corona-Impfung für Sportler erst mit genügend Impfstoff

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder lehnt eine Impfung von Profisportlern gegen das Coronavirus wegen des Mangels an Impfstoffen derzeit ab. Wenn genügend Impfstoff da sei, könne man über alles reden, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in der Sendung "Matchball Becker" im Fernsehsender Eurosport. "Aber im Moment ist es einfach wichtig, dass die, die sterben können, wirklich hoch gefährdet sind, die müssen geimpft werden. Und deswegen sind Sportler nicht die erste Priorität", sagte Söder in dem Interview.

Erste Priorität sei dann lieber, dass die Sportler sich an die Regeln hielten. Und mit Blick auf Australian Open im Tennis sagte er: "Weil, dass es funktionieren kann, sieht man ja." Den Mangel an Impfstoffen erklärte er damit, dass "nicht optimal im Impfstoffmanagement gearbeitet wurde". Man habe "zu spät, zu wenig und ehrlicherweise glaube ich auch ein bisschen geizig bestellt".

Der Hobby-Tennisspieler sei anfangs skeptisch wegen des Turniers in Melbourne gewesen, das mit Zuschauern ausgetragen wird. "Oh, Australian Open, ist das eine gute Idee mit Zuschauern?", fragte Söder. Die Australier hätten ihn aber überzeugt. "Man muss ja sagen, dass Australien ein sehr konsequentes, ein sehr restriktives Management hat, ein sehr erfolgreiches", sagte der 54-Jährige.

8.07 Uhr: 10.207 Neuinfektionen und 534 neue Todesfälle gemelde

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 10.207 Corona-Neuinfektionen gemeldet – kaum weniger als vor einer Woche. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 534 weitere Todesfälle verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Donnerstag hervorgeht. Die Daten geben den Stand der RKI-Fallzahlen-Tabelle von 07.27 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 57,1 - und damit geringfügig höher als am Vortag (57,0). Schon in den Tagen zuvor hatte es keinen deutlichen Rückgang der Inzidenz mehr gegeben.

Droht der seit Wochen beobachtete Rückgang der Infektionszahlen zum Erliegen zu kommen? Eine Einschätzung wird erst in einigen Tagen möglich sein. Experten geben zu bedenken, dass wegen der Witterungsverhältnisse manche Menschen zuletzt später als sonst üblich einen Arzt oder eine Teststelle aufgesucht haben könnten und neue Infektionen darum verzögert erfasst wurden. Noch nicht absehbar ist die Entwicklung im Zuge der Ausbreitung der ansteckenderen Variante B.1.1.7.

7.02 Uhr: Corona-Lockdown zwingt ein Drittel der Betriebe zu Kurzarbeit

Der aktuelle Corona-Lockdown hat laut einem Zeitungsbericht zu Kurzarbeit in rund einem Drittel der Unternehmen in Deutschland geführt. Im Januar beantragten 31 Prozent der Betriebe die staatlichen Lohnzuschüsse für Kurzarbeit, wie nach Angaben der "Augsburger Allgemeinen" vom Donnerstag eine Umfrage des Münchner ifo-Instituts ergab. Im Dezember waren es noch 28 Prozent gewesen.

Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Branchen. In der Gastronomie beschäftigten laut ifo-Institut im Januar 86 Prozent aller Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit, im Einzelhandel und der Automobilindustrie war es die Hälfte. Am höchsten war demnach die Rate der Betriebe mit Kurzarbeit bei Reisebüros und Reisevermittlern mit 90 Prozent. Am besten standen die Branchen der Anwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer da, die keine derartige staatliche Hilfe in Anspruch nahmen.

17. Februar

16.45 Uhr: Corona-Massenausbruch in Eiscremefabrik: 1000 Menschen in Quarantäne

Als Folge des Corona-Massenausbruchs in einer Eiscremefabrik in Niedersachsen ist für rund 1000 Menschen Quarantäne angeordnet worden. Das betreffe Mitarbeiter der Fabrik in Osnabrück als auch deren Familienangehörige, sagte ein Stadtsprecher. Am Mittwoch wurden nochmals die zuvor negativ getesteten Mitarbeiter des Unternehmens auf Corona getestet. Diejenigen, die diesen Aufruf nicht mitbekommen hätten, seien nun aufgefordert, sich zu melden. Insgesamt sollen von 462 zunächst negativ getesteten Personen neue Abstriche genommen werden. Bislang sei in insgesamt drei Fällen die britische Mutation B.1.1.7 festgestellt worden.

In der Eisfabrik wurde bei bislang 210 Mitarbeitern eine Coronainfektion festgestellt. Der Betrieb wurde am vergangenen Wochenende eingestellt, die Produktion ruht mindestens bis zum 26. Februar.

13.25 Uhr: EU kauft weitere 300 Millionen Dosen von Moderna-Impfstoff

Die EU hat sich 300 Millionen weitere Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna gesichert. Brüssel habe am Mittwoch einen entsprechenden zweiten Liefervertrag mit dem US-Konzern genehmigt, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Brüssel. Nach Angaben des Unternehmens sollen zunächst 150 Millionen dieser Dosen im dritten und vierten Quartal 2021 geliefert werden.

Nach von der Leyens Angaben wurden bislang 22 Millionen Menschen in der EU gegen das Coronavirus geimpft. Davon hätten 7 Millionen Menschen bereits ihre zweite Impfstoff-Dosis bekommen. Bislang seien rund 33 Millionen Dosen an die EU-Staaten ausgeliefert worden. Jedoch müsse und werde das Impfen in den kommenden Wochen und Monaten noch beschleunigt werden, sagte von der Leyen.

Die Lieferungen der drei bislang in der EU zugelassenen Impfstoffe würden zunehmen und weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen. Zugleich betonte sie, dass die Situation sich entwickele und es immer mehr Corona-Infektionen mit neuen Virus-Varianten gebe. Die bislang in der EU zugelassenen Impfstoffe schienen gegen die Varianten jedoch wirksam zu sein.

Vor allem in Deutschland, aber auch in anderen EU-Staaten, hatte es in den vergangenen Wochen Kritik am langsamen Impfstart gegeben.

11.34 Uhr: Anteil britischer Virus-Variante in Deutschland bei über 20 Prozent

Die ansteckenderen Varianten des Coronavirus breiten sich in Deutschland schnell aus. Nach neuen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) stieg der Anteil der in Großbritannien entdeckten Mutation binnen zwei Wochen von knapp 6 auf mehr als 22 Prozent. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin aus. "Wir müssen damit rechnen, dass die Variante bald auch bei uns die dominierende werden könnte", sagte Spahn.

Der Anteil der britischen Variante verdoppele sich jede Woche. Die zunächst in Südafrika aufgetretene Mutation habe in Deutschland ferner einen Anteil von 1,5 Prozent, teilte Spahn mit. Das RKI habe 23 000 positive Testergebnisse in einer repräsentativen Stichprobe und weitere Daten ausgewertet. Weitere Details wollte das RKI noch am Mittwoch mitteilen.

Spahn machte deutlich, dass dennoch die Infektionszahlen insgesamt zunächst weiter gesunken seien. Das zeige, dass die Schutzmaßnahmen wirkten. Die stärkere Verbreitung der Varianten sieht Spahn auch als wichtig für die Debatte um Lockdown-Lockerungen an. An diesem Freitag wollten RKI-Chef Lothar Wieler und er weitere Einschätzungen abgeben.

Die britische Virusvariante gilt nach Schätzungen als um mindestens 35 Prozent ansteckender als die herkömmliche. Bei den Analysen werden nicht alle Corona-Tests auf Varianten untersucht. Experten hatte auf regionale Unterschiede und mögliche Lücken hingewiesen.

7.36 Uhr: Mehr als 7500 Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 7500 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 7556 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.350.399.

Nach Angaben des RKI wurden innerhalb von 24 Stunden zudem 560 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 66.164. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI auf rund 2,15 Millionen.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sank leicht auf 57. Am Vortag hatte sie bei 59 gelegen. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 35 zu drücken.

7.30 Uhr: Japan startet Impfprogramm gegen Coronavirus

Fünf Monate vor der Eröffnung der Olympischen Spiele hat in Japan am Mittwoch die erste Phase des Impfprogramms gegen das Coronavirus begonnen. Vor laufenden Kameras erhielt Kazuhiro Araki, Direktor eines Krankenhauses in Tokio, die erste Spritze. Zunächst sollen auf freiwilliger Basis 40.000 Mitarbeiter des Gesundheitssektors die Impfung erhalten, die im Kampf gegen das Coronavirus an vorderster Front arbeiten.

Anschließend plant die Regierung bis März die Impfung aller 3,7 Millionen Mitarbeiter des Gesundheitssystems. Die Impfung von rund 36 Millionen Menschen ab 65 Jahren soll im April beginnen. Der Impfplan für den Rest der Bevölkerung ist noch nicht fertiggestellt.

In Japan mit seinen insgesamt 126 Millionen Einwohnern war vergangene Woche das Vakzin von Biontech/Pfizer als erster Corona-Impfstoff zugelassen worden. Das Zulassungsverfahren in dem Land dauert länger, weil es zusätzliche nationale Tests verlangt.

Die für 2020 geplanten Olympischen Sommerspiele waren wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Trotz der weltweiten Infektionslage hält die Regierung in Tokio daran fest, die Spiele im Juli und August dieses Jahres abzuhalten. Die Olympia-Organisatoren wollen die Athleten und anderen Teilnehmer dazu anhalten, sich vor den Wettbewerben gegen das Coronavirus impfen zu lassen - eine Pflicht soll es aber nicht geben.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Japan 418.000 Infektionen gezählt, etwas über 7000 Menschen starben an dem Coronavirus.

16. Februar

20.30 Uhr: Drosten fordert, weiter auch auf Astrazeneca zu bauen – "sehr guter Impfstoff"

Der Virologe Christian Drosten hält den derzeit vieldiskutierten Corona-Impfstoff von Astrazeneca unverändert für ein wichtiges Instrument im Kampf gegen die Pandemie. Es gebe keinen Grund, in Deutschland nicht mit dem Mittel zu arbeiten, sagte der Charité-Virologe im Podcast "Coronavirus-Update" vom Dienstag bei NDR-Info.

Wenn er sich die öffentliche Diskussion um diesen Impfstoff anschaue, habe er den Eindruck, dass vieles falsch verstanden worden sei. Drosten sprach sich dafür aus, hierzulande unbedingt auch auf den nach seiner Einschätzung "sehr guten" Astrazeneca-Impfstoff zu bauen.

"Wir müssen alles dransetzen, jetzt so schnell wie möglich in der Breite zu impfen", bilanzierte der Virologe. "Die Impfstoffe, die wir haben, die sind extrem gut gegenüber dem, was man erwarten konnte. Es gibt immer irgendwo ein Haar in der Suppe und manche schauen da mit dem Vergrößerungsglas drauf." Das solle man nicht tun. Wichtig sei, dass die Impfstoffe das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs minimierten.

Kürzlich war bekannt geworden, dass der Astrazeneca-Impfstoff bei einer zunächst in Südafrika entdeckten Variante wohl weniger vor milden und schweren Verläufen von Covid-19 schützt. In Südafrika ist eine geplante Impfaktion mit dem Impfstoff daher kurzfristig ausgesetzt worden. Drosten hält für Deutschland allerdings vielmehr die Variante aus Großbritannien (B.1.1.7) für relevant, wie er erläuterte. Deren Anteil wachse hierzulande, ebenso wie in anderen Ländern. B.1.1.7 bedeute aber laut einer Studie keinen Nachteil für die Schutzwirkung des Astrazeneca-Impfstoffs.

18.30 Uhr: Nach Krankmeldungen: Impfungen mit Astrazeneca-Impfstoff vorübergehend ausgesetzt

Nach Klagen von Klinik-Angestellten über Nebenwirkungen sind in Niedersachsen Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca an zwei Orten vorübergehend gestoppt worden. Das Herzogin-Elisabeth-Hospital in Braunschweig teilte am Dienstag auf Anfrage mit, geplante Impfungen mit diesem Präparat zu verschieben. Zunächst hatte die "Braunschweiger Zeitung" berichtet. Im Landkreis Leer galt zwischenzeitlich ebenfalls ein Stopp für Impfungen mit dem Astrazeneca-Mittel. Am Dienstagabend gab der Kreis dafür aber wieder grünes Licht.

In der Braunschweiger Klinik traten von 88 Beschäftigten, die am Donnerstag geimpft wurden, 37 wegen "Impfreaktionen" vorübergehend nicht zur Arbeit an. Die weiteren Impfungen würden nun ausgesetzt – auch, um den Betrieb nicht zu gefährden, sagte eine Sprecherin. Auch am Klinikum Emden meldeten sich Beschäftigte nach Impfungen krank. Daraufhin kündigte der benachbarte Landkreis Leer zunächst ebenfalls an, das Mittel nicht mehr zu spritzen. "Denn unsere Impfdosen stammen vermutlich aus der gleichen Charge wie in Emden", hieß es. Nach Rücksprache mit dem Land wurde dies wieder aufgehoben.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) können Reaktionen sowohl bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna als auch beim Vektor-basierten Astrazeneca-Präparat auftreten. Der Leiter des Krisenstabs des Landes Niedersachsen, Heiger Scholz, zeigte sich am Dienstag aber überrascht angesichts des vermehrten Auftretens von Nebenwirkungen. Ein Chargenproblem sei nicht auszuschließen. Niemand habe aber mit Komplikationen in eine Klinik gemusst, sagte Scholz. Letztlich seien die erwartbaren Nebenwirkungen ein positives Zeichen – man sehe, dass der Impfstoff wirke.

Das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut wurde informiert. Eine Einschätzung zu den konkreten Fällen sei derzeit noch nicht möglich, sagte eine Sprecherin des Instituts der "Braunschweiger Zeitung". Aktuell werde untersucht, ob die Reaktionen über das hinausgingen, was in den klinischen Prüfungen beobachtet wurde. Der Hersteller sieht keinen Grund zu Sorge. "Derzeit sind die gemeldeten Reaktionen so, wie wir sie aufgrund der Erkenntnisse aus unserem klinischen Studienprogramm erwarten würden", teilte Astrazeneca am Montag auf Anfrage mit.

16.30 Uhr: Johnson & Johnson beantragt Impfstoff-Zulassung in der EU

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hat die Zulassung seines Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union (EU) beantragt. Wie die in Amsterdam ansässige Europäische Arzneimittelagentur (EMA) am Dienstag mitteilte, ging bei ihr ein Antrag auf "bedingte Zulassung" von der europäischen Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson ein. Eine Entscheidung darüber könnte bis Mitte März getroffen werden.

10.00 Uhr: Spahn plant kostenlose Schnelltests für alle Bürger

Ab dem 1. März soll jeder Bürger Anrecht auf kostenlose Corona-Schnelltests bekommen. Das sieht nach Informationen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" eine Erweiterung der Nationalen Teststrategie vor, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem Corona-Kabinett vorlegen will.

Zur Begründung hieß es, Antigen-Schnelltests seien mittlerweile in ausreichender Menge am Markt verfügbar. Nach dem Vorschlag sollen die Kommunen vor Ort ihre Testzentren oder Apotheken vor Ort mit solchen kostenlosen Angeboten beauftragen. Die Kosten übernimmt der Bund. „Es sind mittlerweile deutlich mehr Schnelltests am Markt verfügbar. Daher sollen alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können“, sagte Spahn dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Die Erweiterung der Teststrategie sieht zudem vor, dass auch Laien-Selbsttests direkt nach ihrer bald erwarteten Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für alle zugänglich sein sollen. Um entsprechende Kontingente für den deutschen Markt zu sichern, steht Spahns Ministerium den Informationen zufolge bereits in Verhandlungen mit verschiedenen Herstellern. „Die neuen Laien-Schnelltests werden schnellstmöglich geprüft und zugelassen“, versicherte Spahn. „Diese Tests können zu einem sicheren Alltag beitragen, gerade auch in Schulen und Kitas“, betonte er.

9.30 Uhr: Spahn will Einreiseverbot aus Mutations-Gebieten bis Anfang März verlängern

Die strengen Regeln für Einreisen aus sogenannten Virusvariantengebieten sollen nach Informationen von "Spiegel" bis Anfang März verlängert werden. Gesundheitsminister Jens Spahn verschickte am Montagabend eine entsprechende Kabinettsvorlage an die anderen Regierungsmitglieder. Darin schreibt Spahn, die Beschränkung von Einreisen nach Deutschland sei für weitere 14 Tage „erforderlich“.

Die strengen Regeln betreffen vor allem Großbritannien, Südafrika und Brasilien. Dort wurden Corona-Mutationen entdeckt, die ansteckender sein sollen als die bisher bekannten Formen. Die Verordnung gilt aber auch für Portugal, Irland, Tschechien oder Teile von Österreich, da sich die Mutanten dort stark ausbreiten. Wegen der Ausbreitung in Tirol und in Tschechien hatte Deutschland am Wochenende straffe Grenzkontrollen zu den beiden Nachbarländern installiert.

In der Vorlage schreibt Spahn, die Corona-Infektionszahlen in Deutschland seien zwar leicht rückläufig. Allerdings dürften „die hart errungenen Fortschritte der letzten Wochen“ nicht durch „eine ungebremste Ausbreitung der Virusvarianten in Deutschland gefährdet werden“. Deswegen sei eine „Limitierung des Eintrags durch Reisebewegungen aus Virusvariantengebieten geboten“.

7.29 Uhr: Südafrika will eine Million Impf-Dosen zurückgeben

Südafrika fordert das Serum Institute of India (SII) auf, eine Million Dosen des Covid-19-Impfstoffs zurückzunehmen. Das berichtet die Zeitung "Economic Times". Das SII ist der weltgrößte Impfstoffhersteller und produziert das Vakzin von AstraZeneca. Der südafrikanische Gesundheitsminister hatte vergangene Woche erklärt, dass das Land die Einführung des Impfstoffs nach einer klinischen Studie aussetze. Die Studie hatte ergeben, dass das Vakzin bei der im Land vorherrschenden Coronavirus-Variante nur minimalen Schutz gegen leichte bis mittelschwere Erkrankungen bietet.

6.02 Uhr: Laschet: Nicht immer neue Grenzwerte erfinden

Der neue CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet hat sich eindringlich gegen eine Bevormundung der Bürger im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen. "Populär ist glaube ich immer noch die Haltung, alles verbieten, streng sein, die Bürger behandeln wie unmündige Kinder", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident am Montagabend beim digitalen Neujahrsempfang des baden-württembergischen Landesverbands des CDU-Wirtschaftsrats. Das trage aber nicht auf Dauer, sagte Laschet. Man müsse das Virus und seine Mutationen zwar ernst nehmen. Aber man müsse zu einer abwägenden Position zurückkommen. Kinder, die monatelang nicht in Schule oder Kita gehen, erlitten vielleicht Schaden fürs ganze Leben.

Laschet warnte vor einem zu einseitigen Fokus auf den Inzidenzwert. "Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass Leben wieder stattfindet", sagte er. "Wir können unser ganzes Leben nicht nur an Inzidenzwerten abmessen." Man müsse all die anderen Schäden etwa für die Gesellschaft und die Wirtschaft genauso im Blick haben wie die Inzidenzzahlen.

Die Länderregierungschefs und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten zuletzt vereinbart, den Lockdown grundsätzlich bis zum 7. März zu verlängern. Sollte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz - also Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche - stabil unter 35 sinken, sollen die Beschränkungen von den Ländern schrittweise gelockert werden - zunächst für Einzelhandel, Museen und Galerien sowie Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen.

15. Februar

20.00 Uhr: Mehr als 90 Prozent der über 70-Jährigen in Großbritannien geimpft

In Großbritannien haben mehr als 90 Prozent der über 70-Jährigen eine erste Impfung gegen das Coronavirus bekommen. "Das ist ein einzigartiger, nationaler Erfolg", sagte der britische Premier Boris Johnson am Montagabend in London. Seine Regierung hat mit 15 Millionen Corona-Impfungen ihr Etappenziel für Mitte Februar erreicht. "Das ist jedoch kein Moment zum Entspannen", sagte Johnson. "Die Gefahr bleibt sehr real."

Noch immer würden mehr Menschen mit Covid-19 in britischen Krankenhäusern behandelt als während der ersten Corona-Welle im April. Bis Ende April wollen die Briten allen über 50-Jährigen eine erste Impfdosis verpasst haben.

Die Zahl der Neuinfektionen fällt im Vereinigten Königreich seit einigen Wochen drastisch ab, ist aber weiter auf hohem Niveau. In den vergangenen 7 Tagen zählte das Land pro 100.000 Einwohnern knapp 150 Neuinfektionen.

19.30 Uhr: WHO – "Noch keinen Sieg über das Virus in Sicht"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt weiter vor zu großem Optimismus angesichts der weltweit sinkenden Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen. Noch sei ein Sieg über das Virus nicht in Sicht, sagte WHO-Experte Mike Ryan am Montag in Genf. "Dieses Virus hat immer noch eine hohe Infektionskraft." Es scheine sich oft eine Zeit lang wenig zu rühren, aber auch dann könne ähnlich wie im vergangenen Herbst ein sprunghafter Anstieg folgen. Allerdings könnten die staatlichen Reaktionen auf die Infektionslage dank der fortschreitenden Impfungen in wenigen Monaten anders aussehen als heute. Sobald die Verwundbarsten besser geschützt seien, seien andere Entscheidungen möglich, sagte Ryan.

Die WHO wies zudem darauf hin, dass unter den aus China zurückgekehrten Experten unterschiedliche Ansichten in bestimmten Sachfragen herrschten. Solche Differenzen könnten in dem geplanten Zwischenbericht dargestellt werden, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. "Ein gemeinsamer Report bedeutet nicht, dass sie in allen Belangen Konsens haben." Der schriftliche Bericht werde voraussichtlich in einer Pressekonferenz vorgestellt, entweder von allen Experten oder nur einem Teil der Fachleute, sagte Tedros.

An den Ermittlungen in China zur Herkunft des Virus im Auftrag der WHO waren jeweils 17 Wissenschaftler beider Seiten direkt beteiligt. Sie sind nach WHO-Angaben von rund 1000 Experten unterstützt worden, die Daten zur Verfügung gestellt und analysiert hätten.

18.00 Uhr: Weil urteilt wegen unsicherer Corona-Lage noch nicht über Osterferien

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält es noch für zu früh, angesichts der unsicheren Corona-Lage über die Möglichkeit von Ostertourismus zu urteilen. "Wir müssen abwarten, wie sich die Inzidenzen in Deutschland und auch der sogenannte R-Wert, also die Zahl der Menschen, die ein Infizierter im Schnitt ansteckt, weiter entwickeln werden", sagte Weil am Montag. Außerdem lasse sich noch nicht absehen, wie schnell und wie intensiv sich die Virusmutationen verbreiten werden. "So gerne ich den an einer Reise Interessierten und dem Beherbergungsgewerbe Orientierung geben würde, definitive Aussagen sind leider noch nicht möglich." Klar sei, dass das Risiko einer dritten Welle möglichst gering gehalten werden müsse. Die Osterferien in Niedersachsen beginnen Ende März.

14.39 Uhr: Arbeitgeber und DGB dringen auf rasche Öffnungsstrategie

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann haben eine kurzfristige Strategie zur Lockerung der Corona-Beschränkungen gefordert. Zahlreiche Unternehmen stünden am Rande ihrer Existenz oder hätten Investitions- oder Personalentscheidungen zu treffen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) vom Montag. In dieser Phase brauche es eine belastbare Planungsgrundlage. Daher sei es dringend erforderlich, dass Bund und Länder "kurzfristig eine transparente und regelbasierte Öffnungsstrategie vorlegen."

Für eine erfolgreiche schrittweise Öffnung des wirtschaftlichen Lebens sei es nötig, die Sozialpartner in die Erarbeitung einer Lockerungsstrategie einzubinden, hieß es weiter. "Sie kennen unternehmerische Abläufe, haben die Erfahrung der betrieblichen Praxis und können zugleich dabei helfen, die Akzeptanz der Maßnahmen in den Betrieben zu stärken". Des weiteren sollten Politik und Sozialpartner beginnen, eine langfristige Strategie für die Zeit nach der Pandemie zu erarbeiten. Es stünden "wichtige Weichenstellungen" an, die einen breiten gesellschaftlichen Konsens erfordern.

11.30 Uhr: Strenge Kontrollen führen besonders an Grenze zu Tschechien zu langen Staus

Die verschärften Kontrollen an den Grenzen zu Tschechien und Österreich haben am Montag zu Verkehrsbehinderungen geführt. Am Grenzübergang Breitenau-Schönwald in Sachsen an der Autobahn 17 in Richtung Dresden kam es zu langen Staus und Verzögerungen von teils mehr als einer Stunde. In Bayern gab es ebenfalls vor allem an der Grenze zu Tschechien an der Autobahn 6 bei Waidhaus längere Verzögerungen. Am Grenzübergang Philippsreut staute sich der Verkehr aus Richtung Tschechien nach Deutschland zeitweise so stark, dass Lastwagen- und Autofahrer drei Stunden warten mussten, wie ein Sprecher der Bundespolizei in Passau sagte.

10.49 Uhr: Einreise-Kontrollen: Regierung in Wien sprach mit deutschem Botschafter

Österreich hat auch auf diplomatischer Ebene die neuen deutschen Einreisebeschränkungen kritisiert. Der deutsche Botschafter in Wien, Ralf Beste, sei am Sonntagabend bei einem Gespräch im Außenministerium auf die aus österreichischer Sicht Unverhältnismäßigkeit der deutschen Schritte hingewiesen worden, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Das sachliche Gespräch habe in guter Atmosphäre auf hoher Beamtenebene stattgefunden, hieß es.

Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg hatte für Augenmaß geworben. "Die Maßnahmen haben ganz schwerwiegende Auswirkungen auf ganz Österreich und stehen daher in einem klaren Widerspruch zu den "lessons learned" aus dem letzten Frühjahr."

Tschechien, die Slowakei und Tirol waren von der Bundesregierung wegen der dort verstärkt aufgetretenen Mutanten des Coronavirus als sogenannte Virusvariantengebiete eingestuft worden, was zu strengen Einreisebeschränkungen führte.

6.29 Uhr: Spahn verteidigt schärfere Einreiseregeln: "Wir mussten reagieren"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die schärferen Einreiseregeln an den Grenzen zu Tschechien und Österreich verteidigt. "Wir müssen unseren Landkreisen in der Grenzregion die Möglichkeit geben, zur Ruhe zu kommen", sagte Spahn der "Süddeutschen Zeitung". Er selbst sei sechs Kilometer von den Niederlanden entfernt aufgewachsen und wisse ein grenzoffenes Europa zu schätzen. "Aber es gibt Momente in einer Pandemie, in denen man solche Entscheidungen zur Sicherheit und Gesundheit aller treffen muss."

An den Grenzen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol gelten wegen der dort verbreiteten ansteckenderen Varianten des Coronavirus seit Sonntag schärfere Einreiseregeln. Aus den betroffenen Gebieten dürfen nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für medizinisches Personal, für Lkw-Fahrer und landwirtschaftliche Saisonkräfte. Bis Dienstag wollen Bayern und Sachsen über weitere Ausnahmen für systemrelevante Berufsgruppen entscheiden.

Zur Kritik der EU-Kommission an Grenzkontrollen sagte Spahn, es sei richtig, dass der freie Personen- und der freie Warenverkehr "konstitutive Elemente der EU" seien. "Der Kampf gegen das gehäufte Auftreten gefährlicher Mutationen an der Grenze erfordert nun aber vorübergehend diese einschneidende Maßnahme. Und das EU-Recht sieht genau solche Ausnahmen ja auch vor." Es gehe bei den Einreiseregeln auch nicht darum, Haltungsnoten für Nachbarländer zu verteilen, sondern konstruktiv mit der Situation umzugehen. "Und die ist leider in Tschechien, aber auch in der Slowakei und in Tirol aus dem Ruder gelaufen. Wir mussten reagieren", sagte Spahn.

6.01 Uhr: 4426 Corona-Neuinfektionen und 116 neue Todesfälle gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4426 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 116 weitere Todesfälle verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Montag hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 4535 Neuinfektionen und 158 neue Todesfälle verzeichnet. Montags sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem, weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 58,9. Vor vier Wochen, am 17. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 136 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

14. Februar

20.30: Rückzieher – Italien stoppt Öffnung der Skigebiete

Einen Tag vor der geplanten Öffnung vieler Skiregionen in Italien hat die Regierung aus Sorge vor den neuen Coronavirus-Varianten den Start wieder gestoppt. Gesundheitsminister Roberto Speranza verlängerte am Sonntag in Rom das bestehende Wintersport-Verbot für Freizeitsportler bis zum 5. März. In ersten enttäuschten Reaktionen aus den Skigebieten hieß es, damit sei diese Saison vorbei.

In Italien hatten die Skigebiete etwa in den Alpen Ende 2020 gar nicht erst aufmachen dürfen. Als Grund für die Kehrtwende nannte Speranza in seiner Anordnung erhöhte Risiken durch Virus-Mutanten, besonders die sogenannte britische Variante. Der Minister verwies auf eine in der vergangenen Woche vorgestellte Untersuchung seiner Experten, wonach geschätzt schon fast jede fünfte Corona-Infektion in Italien auf diese Erreger zurückzuführen sei.

Kurz vor der Anweisung aus Rom waren die Warnungen der Virologen vor der Öffnung der Skigebiete wegen steigender Corona-Zahlen bekannt geworden. Die Experten des wissenschaftlichen Komitees CTS, das die Regierung berät, hätten dagegen votiert, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Auch der Berater des Gesundheitsministeriums, Walter Ricciardi, halte das Anfahren der Lifte für "nicht vereinbar" mit den Corona-Zahlen, die sich zuletzt verschlechtert hatten.

Bei Seilbahn-Betreibern und anderen Unternehmen in den betroffenen Alpen-Zonen liefen die Vorbereitungen für die Öffnung seit längerem. Rom hatte vor einiger Zeit festgelegt, dass der Skibetrieb in den sogenannten Gelben Zonen des Landes, wo das Corona-Risiko als mäßig gilt, ab dem 15. Februar wieder losgehen darf. Gelb sind unter anderem die Lombardei, das Aosta-Tal und Venetien. Allerdings hatte die Regierung am Samstag gewechselt. Speranza blieb zwar im Amt als Minister. Aber der bisherige Premier Giuseppe Conte wurde durch den Ex-Zentralbankchef Mario Draghi abgelöst.

In manchen Skigebieten brach schon nach den Berichten über die Expertenwarnungen ein Proteststurm der Liftbetreiber los. Marco Bussone, Präsident des Verbandes Uncem von Berggemeinden, sagte am Abend der Nachrichtenagentur: "Die Saison ist für viele Betreiber vorbei." Die Verluste seien dramatisch. Minister Speranza versprach der Branche Entschädigungen.

In sogenannten Roten und Orangen Zonen in Italien müssen die Lifte ohnehin weiter stillstehen. Dazu gehören Ligurien, das Trentino und Südtirol.

16.50 Uhr: Die Vorsitzende des Ethikrats, Alena Buyx, befürwortet Sanktionen gegen Impf-Vordrängler

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, befürwortet Sanktionen gegen Impf-Vordrängler. Verstöße gegen die rechtlich festgelegte Reihenfolge beim Impfen gegen das Coronavirus zerstörten "das Vertrauen in das ganze Vorgehen", sagte Buyx der Sendung "ZDF heute" am Sonntag. "Die Priorisierung ist ja keine Bitte. Die Impfverordnung ist geltendes Recht in den Ländern", betonte sie. "Und wenn die eklatant verletzt wird, ist es eine gute Idee, auch über Sanktionen nachzudenken."

Buyx forderte zugleich einen Mechanismus, der den Umgang mit übrig gebliebenen Impfdosen regelt. Es dürfe keine Impfdosis verschenkt werden. "Aber es muss wirklich auch nachgewiesen werden können, dass man sich sehr bemüht hat, das innerhalb der Priorisierungsgruppen zu machen." Für denkbar hält die Ethikratsvorsitzende eine "Telefonkaskaden-Liste", auf der Einrichtungen stehen wie Polizei oder die Feuerwehr. Diese könnten dann angerufen und kurzfristig übriggebliebene Dosen verimpft werden.

Zuletzt hatten sich Fälle gehäuft, bei denen Menschen geimpft wurden, die laut der Priorisierungsliste noch gar nicht an der Reihe waren. Dazu zählen Landräte, Bürgermeister, ein Bischof oder Polizisten. Als Grund wurde unter anderem angegeben, der Impfstoff sei übrig gewesen oder es habe sich um einen Testlauf gehandelt.

12.00 Uhr: Großbritannien will Wirkung von Astrazeneca an Kindern und Jugendlichen testen ++ Erstes Impfziel fast erreicht

Mit einer klinischen Studie wollen Forscher prüfen, ob der Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca auch bei Kindern und Jugendlichen wirkt. Dafür soll das Mittel, das der Konzern gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat, an 300 Freiwilligen zwischen 6 und 17 Jahren getestet werden. "Es ist wichtig zu untersuchen, wie Kinder und Jugendliche auf den Impfstoff reagieren, da einige Kinder von einer Impfung profitieren könnten", sagte Andrew Pollard von der Uni Oxford einer Mitteilung zufolge.

Die meisten Kinder würden nicht krank durch das Virus. Die ersten Tests sollen noch diesen Monat beginnen. Dabei erhalten bis zu 240 Teilnehmer den Impfstoff, die restlichen hingegen ein Kontrollmittel. Das Präparat namens ChAdOx1 nCoV-19 basiert auf bestimmten manipulierten Viren, die eigentlich bei Affen vorkommen, und wird seit Wochen in Großbritannien bei Erwachsenen eingesetzt.

An der Universität Nottingham arbeiten Forscher zudem an einem Impfstoff, der auch gegen künftige Corona-Varianten schützen soll. Das Vakzin, das bereits in wenigen Wochen getestet werden soll, ziele nicht nur wie die bisherigen Mittel auf das Spike-Protein auf dem Virus ab, sondern zusätzlich auch auf das sogenannte Nucleocapsid-Protein – eine Hülle, die das genetische Material des Virus schützt. "Die Möglichkeit, dass beide Proteine gleichzeitig mutieren, ist unwahrscheinlich", sagte die Immunologin Lindy Durrant dem Sender Sky News.

Großbritannien ist mittlerweile dem selbst gesteckten Ziel sehr nahe, bis zum 15. Februar insgesamt 15 Millionen Menschen aus den am meisten gefährdeten Gruppen gegen Corona zu impfen. Bis zum Freitag haben offiziellen Zahlen zufolge mehr als 14,5 Millionen Menschen eine erste Dosis erhalten. Premierminister Boris Johnson zeigte sich zuversichtlich. "Ich bin optimistisch, aber wir müssen vorsichtig bleiben", sagte er beim Besuch eines Biotechunternehmens in Nordostengland. Johnson will am 22. Februar eine "Roadmap" für den Ausstieg aus den Corona-Maßnahmen vorstellen. Wie die Zeitung "Sunday Telegraph" berichtete, sollen als erstes Treffen mit einem Mitglied eines anderen Haushalts für einen Kaffee oder ein Picknick im Park wieder erlaubt werden. Schulöffnungen sind ab dem 8. März vorgesehen.

8.56 Uhr: 6114 Corona-Neuinfektionen und 218 neue Todesfälle gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6114 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 218 weitere Todesfälle verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Sonntag hervorgeht. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz unterschritten die Marke von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

8.33 Uhr: Schärfere Einreiseregeln in Kraft getreten

An den Grenzen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol sind um Mitternacht schärfere Einreiseregeln in Kraft getreten. Aus Angst vor den dort verbreiteten, ansteckenderen Varianten des Coronavirus wird an den entsprechenden Grenzübergängen in Bayern und Sachsen scharf kontrolliert. Laut einer Verordnung des Bundesinnenministeriums dürfen aus den betroffenen Gebieten nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für Ärzte, Kranken- und Altenpfleger sowie für Lastwagenfahrer und landwirtschaftliche Saisonkräfte.

Auch wer zur Beerdigung eines Elternteils, Ehepartners oder Kindes will, darf einreisen, genauso Väter für die Geburt ihres Kindes. Für alle Einreisenden gilt: Sie müssen einen negativen Corona-Test vorweisen und in Deutschland zunächst in Quarantäne gehen.

13. Februar

15.55 Uhr: Bundesinstitut hofft auf Zulassung von Corona-Selbsttests im März

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hofft darauf, noch im März Corona-Schnelltests für den Hausgebrauch zuzulassen. "Aktuell gehen wir auf Basis der bislang vorliegenden Antragsunterlagen davon aus, dass wir die ersten Sonderzulassungen Anfang März erteilen können", sagte ein Sprecher der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Demnach gibt es Anträge für bis zu 30 verschiedene Produkte, mit denen sich jeder binnen einer Viertelstunde selbst testen kann.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich am Freitag vorsichtig zu solchen Tests geäußert. Die Politik ermögliche den Einsatz dieser Tests, aber für eine Zulassung komme es auf die Qualität an, sagte er. Denn wenn sie viele falsch negativen Ergebnisse liefern sollten, "dann steckt darin auch ein Risiko". Infizierte Menschen könnten in der Annahme, nicht infiziert zu sein, andere anstecken.

Nach einer möglichen Zulassung stünden laut Spahn Bund-Länder-Gespräche dazu an, wie die Tests in die Strategien aufgenommen werden sollten. Noch sei auch der Preis offen - und inwieweit der Bund den Kauf eventuell mitunterstützt.

Die bisherigen Schnelltests verlangen einen Abstrich mit einem langen Stäbchen tief in der Nase oder im Rachen. Sie sollen nur von geschultem Personal gemacht werden - auch, weil der tiefe Abstrich für viele unangenehm ist. Bei den Selbsttests sind verschiedene Produkte im Gespräch, beispielsweise Gurgel- und Spucktests. Nach Ansicht von Wissenschaftlern könnten zuverlässige Schnelltests für den Hausgebrauch eine große Rolle bei der Rückkehr zu einem normalen Alltag spielen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete. Unter strengen Bedingungen sei so etwa die Öffnung von Restaurants denkbar.

13.06 Uhr: Neue Fälle der Südafrika-Mutante im Landkreis Landsberg am Lech

Im Landkreis Landsberg am Lech hat sich die südafrikanische Variante des Coronavirus weiter ausgebreitet. Fünf weitere Fälle der Sars-CoV-2-Virusvariante B.1.351 seien vom bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bestätigt worden, teilte das Landratsamt am Samstag mit. Damit erhöhe sich die Gesamtzahl auf 18. Auch drei weitere Ansteckungen mit der britischen Variante wurden demnach bestätigt, hier stieg die Zahl auf sechs.

Bei den nun bestätigten Südafrika-Varianten handele es sich Fälle aus einer Gemeinschaftsunterkunft sowie einer Seniorenwohngemeinschaft mit Heimcharakter. Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft seien inzwischen alle aus der Quarantäne entlassen worden, bei den Bewohnern und Mitarbeitern der Seniorenwohngemeinschaft ende die Quarantäne in der nächsten Woche, allerdings nur nach einem negativen Test und wenn die Betroffenen symptomfrei seien.

Die neuen Fälle der britischen Variante B.1.1.7 seien "im Umfeld eines Großbetriebs" nachgewiesen worden. "Das Gesundheitsamt Landsberg ist optimistisch, dass alle bisherig bekannten Infektionsketten mit SARS-CoV-2 Varianten im Landkreis erfolgreich unterbrochen werden konnten, sodass es aus heutiger Sicht zu keinen weiteren Ansteckungen aus diesen Ausbruchsgeschehen gekommen sein dürfte", unterstrich ein Sprecher.

8.40 Uhr: Seehofer zu EU-Kritik an Grenzkontrollen: "Jetzt reicht's!"

Bundesinnenminister Horst Seehofer weist Kritik aus Brüssel an den Grenzkontrollen entlang der tschechischen und österreichischen Grenzen erneut scharf zurück. "Jetzt reicht's! Die EU-Kommission hat bei der Impfstoffbeschaffung in den letzten Monaten genug Fehler gemacht", sagte der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung (Samstag). "Die EU-Kommission sollte uns unterstützen und nicht durch wohlfeile Hinweise Knüppel zwischen die Beine werfen."

Angesichts neuer Einreisebeschränkungen aus Tschechien und Tirol hatte die EU-Kommission Deutschland aufgefordert, Ausnahmen etwa für Pendler zu gewähren. Ein Sprecher der Behörde erinnerte am Freitag daran, dass die EU-Staaten sich erst kürzlich auf gemeinsame Empfehlungen für das Reisen in Corona-Zeiten geeinigt hätten. Man erwarte, dass alle Länder danach handelten. Die ab Sonntag geltenden neuen Beschränkungen und Grenzkontrollen sehen jedoch solche Ausnahmen nicht vor.

Wie das Bundesinnenministerium am Freitagabend mitteilte, dürfen aus Tschechien und weiten Teilen des österreichischen Bundeslandes Tirol ab Sonntag vorübergehend nur noch Deutsche, Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland, landwirtschaftliche Saisonarbeitskräfte und Gesundheitspersonal einreisen. Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, minderjährige Kinder und Eltern minderjähriger Kinder dürfen demnach auch kommen, aber nur wenn sie gemeinsam mit dem deutschen Angehörigen die Grenze passieren. Auch Lastwagenfahrer und sonstiges Transportpersonal im Güterverkehr sind von dem Verbot ausgenommen. Außerdem sollen Einreisen aus dringenden humanitären Gründen - etwa bei einem Todesfall - erlaubt sein.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter empörte sich darüber, dass es keine Ausnahmen für die Berufspendler geben soll. Dies würde tausenden Tirolern, die zur Arbeit nach Bayern pendeln, das Arbeiten verunmöglichen, erklärte er. Auch in Deutschland wohnhafte Personen, die in Tirol arbeiten, müssten sich demnach bei der Rückreise in Bayern in Quarantäne begeben. "Damit würde ein grenzüberschreitendes gemeinsames Arbeiten und Wirtschaften in den Grenzregionen so gut wie zum Erliegen kommen, was auch nicht im Sinne Deutschlands sein kann. Wir erwarten uns - so wie auch von der Europäischen Kommission gefordert - dass Deutschland hier entsprechende Ausnahmeregelungen schafft", erklärte Platter.

8.29 Uhr: 8354 Corona-Neuinfektionen und 551 neue Todesfälle gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8354 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 551 neue Todesfälle verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Samstag hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Am Samstag vergangener Woche hatte das RKI binnen eines Tages 10 485 Neuinfektionen und 689 neue Todesfälle verzeichnet. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

12. Februar

17.05 Uhr: EMA startet Schnell-Prüfverfahren für Impfstoff von Curevac

Die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA hat das schnelle Prüfverfahren für den Impfstoff des Tübinger Herstellers Curevac gestartet. Das teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Die Entscheidung beruhe auf den vorläufigen Ergebnissen von Labortests und klinischen Studien. Daraus wird nach Angaben der EMA deutlich, dass der Impfstoff die Produktion von Antikörpern gegen das Coronavirus anregt.

Die Behörde bewertet die Daten nach dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren. Dabei werden Daten und Ergebnisse laufend geprüft, auch wenn die Testreihen noch nicht abgeschlossen sind und auch kein Antrag auf Zulassung in der EU gestellt wurde. Das Verfahren ist schneller als herkömmliche Prüfungen, aber ebenso sorgfältig, wie die EMA mitteilte. Wie lange die Prüfung dauern werde, ist unklar.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides begrüßte die Neuigkeiten vom Freitag. Dies werde die Zulassung eines weiteren Impfstoffs beschleunigen, schrieb sie auf Twitter.

Sobald genug Beweise für die Wirksamkeit des Impfstoffes vorliegen, kann der Hersteller die Marktzulassung in der EU beantragen. Die Experten der EMA geben dazu eine Empfehlung ab. Formal entscheidet dann die EU-Kommission. Zurzeit laufen zwei weitere Prüfverfahren von Impfstoffen. Bisher sind in der EU drei Impfstoffe zugelassen.

15.50 Uhr: Studie: Corona-Impfung macht Infizierte offenbar weniger ansteckend

Das Resultat der Studie ist auf den ersten Blick ermutigend: Infizieren sich Menschen nach einer Corona-Impfung mit dem Erreger Sars-CoV-2, reproduzieren sie anscheinend weniger Viren als Ungeimpfte – und wären damit weniger ansteckend. Das gelte schon nach einer einzigen Impfdosis, schreiben israelische Forscher in einer Studie, die allerdings noch nicht von Experten begutachtet wurde. Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing wertet das Resultat als "Anlass zu Hoffnung".

Es ist in der derzeitigen Phase der Pandemie eine zentrale Frage: Die Corona-Impfung schützt Menschen vor der Krankheit Covid-19, aber sind Geimpfte im Falle einer Infektion auch weniger ansteckend? Das untersuchte das Team um Idan Yelin vom Institute of Technology in Haifa an Laborbefunden von insgesamt knapp 5800 Infizierten, die nachträglich ausgewertet wurden. Etwa die Hälfte der Teilnehmer hatte eine Impfdosis mit dem Biontech/Pfizer-Präparat erhalten, die anderen waren ungeimpft.

Bei jenen 1140 Menschen, deren Impfung bereits 12 bis 28 Tage zurücklag, war die per PCR-Untersuchung ermittelte Viruslast um den Faktor vier geringer als bei den Ungeimpften. Wendtner betont: "Der Impfstoff BNT162b2 führt nicht nur zu einem Individualschutz des Geimpften hinsichtlich einer Covid-19-Erkrankung, sondern es ist davon auszugehen, dass bei einer ausreichenden Durchimpfung der Bevölkerung auch ein gewisser Bevölkerungsschutz im Sinne einer Vakzin-basierten Herdenimmunität realistisch entstehen kann." Künftige Studie müssten jedoch zeigen, wie lange ein solcher Effekt tatsächlich andauere.

Wendtner verweist auf weitere offene Fragen: Unklar sei etwa, ob die bei den Geimpften nachgewiesenen Viren überhaupt infektiös waren – es könnten auch nicht-vermehrungsfähige Virushüllen gewesen sein. Eine andere Frage sei, wie viel Rückschlüsse die geringere Viruslast der Geimpften tatsächlich auf deren Infektiosität zuließen.

Dies ist auch für Marco Binder vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg der Punkt, um den epidemiologischen Nutzung einer Massenimpfung abschätzen zu können: Die möglicherweise geringere Ansteckungsfähigkeit sei zwar "grundsätzlich ein erfreulicher Befund". Fraglich bleibe aber etwa, inwiefern sich "eine vierfache Verringerung tatsächlich auf die Infektiosität der betroffenen Personen auswirkt".

Zudem gelte es zu klären, wie sich die zweite Impfdosis auf die Viruslast von Infizierten auswirke. "Die Beantwortung dieser Fragen wird Zeit benötigen, aber sie wird unabdingbar sein, um die Auswirkung von Impfkampagnen auf die epidemiologische Lage zuverlässig einschätzen und vorhersagen zu können."

Grundsätzlich betont Binder, die Studie lasse keine Aussage darüber zu, "wie hoch der Anteil der Geimpften ist, bei denen eine nachfolgende Infektion komplett verhindert wird".

11.28 Uhr: Fast die Hälfte der Pflegeheimbewohner zweimal geimpft

Fast die Hälfte der bundesweit rund 800.000 Pflegeheimbewohner hat bis Donnerstag die zweite Impfung gegen das neue Coronavirus erhalten. Nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Bundesgesundheitsministeriums waren rund sechs Wochen nach dem Impfstart mehr als 380.000 Senioren in Heimen immunisiert. Damit ging mehr als ein Viertel aller Impfdosen bisher an Pflegeheimbewohner (28,8 Prozent). Fast die Hälfte der verfügbaren Impfstoffe (47 Prozent) bekamen Berufsgruppen wie zum Beispiel Ärzte und Pflegekräfte.

Die Gefahr für Pflegeheime ist damit noch nicht gebannt. Es gebe weiterhin neue Fälle bei bereits bekannten Ausbrüchen und auch neue Ausbrüche in Altenheimen, heißt es beim RKI. Doch die Zahl der aktiven und neuen Ausbrüche gehe zurück. Es seien auch weniger ältere Menschen betroffen als vorher. "Der Rückgang ist auf den allgemeinen Rückgang der Fallzahlen und sehr wahrscheinlich auch auf die Impfungen zurückzuführen", hieß es weiter. "Was welchen Anteil hat, kann nicht quantifiziert werden."

Nach nur einer Impfung sei entsprechend der Zulassung der Impfstoffe noch kein vollständiger Impfschutz zu erwarten. So könne es in einem gewissen Maße zu Covid-19-Erkrankungen kommen, wenn die aus zwei Impfungen bestehende Impfserie nicht vollständig sei.

7.05 Uhr: Zahlreiche Verstöße gegen Impfreihenfolge in Deutschland

In mindestens neun Bundesländern sind bereits Menschen gegen Corona geimpft worden, die noch gar nicht an der Reihe waren. Das ergab eine Recherche der Deutschen Presse-Agentur. Dabei kamen Kommunalpolitiker, Geistliche sowie Feuerwehrleute und Polizisten zum Zuge, obwohl sie nicht zur ersten Prioritätsgruppe gehören.

In Niedersachsen ließen sich etwa der Landrat von Peine und sein Stellvertreter impfen, und in Sachsen-Anhalt der Landrat des Kreises Wittenberg und sein Vize sowie der Oberbürgermeister von Halle und zwei Stadträte. In Nordrhein-Westfalen bekamen unter anderem der Bürgermeister von Hennef, sein Vorgänger und der Bürgermeister von Wachtberg eine Impfung. In Bayern ließen sich unter anderem der Landrat von Donau-Ries und der Oberbürgermeister von Donauwörth impfen.

In Sachsen-Anhalt und Sachsen wurden außerdem Polizisten geimpft, in Rheinland-Pfalz Feuerwehrleute und Hamburg Polizisten und Feuerwehrleute. In Bremen und Hessen sollen außerdem leitende Angestellte von Krankenhäusern schon geimpft sein. In den meisten Fällen wurden die vorgezogenen Impfungen mit übrig gebliebenen Impfdosen begründet.

6.43 Uhr: Mehr als 9800 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 9800 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 9860 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.320.093.

Nach Angaben des RKI wurden innerhalb von 24 Stunden zudem 556 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 64.191. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI auf rund 2,101 Millionen.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ging weiter zurück und lag bei 62,2. Am Vortag hatte sie bei 64,2 gelegen. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 35 zu drücken.

11. Februar

19.25 Uhr: Deutschland bereitet sich auf neue Grenzkontrollen vor

Nach der Ausbreitung des mutierten Coronavirus in Tschechien und Teilen Österreichs hat die Bundesregierung neue Einreisebeschränkungen und Grenzkontrollen beschlossen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden Tschechien und Tirol am Donnerstag als sogenannte Virusmutationsgebiete eingestuft. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe entschieden, ab Sonntag neben den seit der Flüchtlingskrise bestehenden Binnengrenzkontrollen zu Österreich auch an den Grenzen zu Tschechien vorübergehende Grenzkontrollen einzuführen, teilte ein Sprecher mit. Die Bundesregierung stimme sich derzeit mit allen beteiligten Partnern ab, "insbesondere zu etwaigen Ausnahmetatbeständen" und werde bald darüber informieren.

Seehofer sagte der "Süddeutschen Zeitung": "Der Freistaat Bayern und der Freistaat Sachsen haben heute die Bundesregierung gebeten, Tirol und grenznahe Gebiete Tschechiens als Virusmutationsgebiete einzustufen und stationäre Grenzkontrollen vorzunehmen."

Unter den bislang als Virusmutationsgebiete eingestuften Staaten, für die ein Beförderungsverbot nach Deutschland gilt, ist bislang kein Nachbarland. Aus den bereits festgelegten Mutationsgebieten im Ausland dürfen derzeit fast nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Außerdem gibt es Sonderregeln für medizinisches Personal, Transit-Passagiere und den Warenverkehr.

Tschechien war bereits als Hochrisikogebiet eingestuft. Es solle nun – wie etwa Großbritannien – zum Virusvarianten-Gebiet erklärt werden, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Reisende aus Tschechien müssen schon jetzt bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen. Die Ausweisung als Virus-Variantengebiet würde die Reisemöglichkeiten noch weiter einengen.

Die ansteckendere Coronavirus-Variante aus Großbritannien hat nach Angaben Söder in einigen ostbayerischen Regionen bei Pendlern aus Tschechien bereits die Oberhand gewonnen. Der Anteil der mutierten Variante betrage bei positiven Fällen von Pendlern aus Tschechien bereits 40 bis 70 Prozent. Sachsen hatte zuvor angesichts drastischer Corona-Zahlen in Tschechien bereits vor der Entscheidung der Bundesregierung eine deutliche Einschränkung des Pendlerverkehrs angekündigt.

Tschechien kündigte seinerseits an, ab Freitag drei Grenzbezirke von der Außenwelt abzuschotten. Betroffen sind die Bezirke Cheb (Eger) und Sokolov (Falkenau) an der Grenze zu Bayern sowie Trutnov (Trautenau). Wer dort wohne, dürfe den jeweiligen Bezirk nicht mehr verlassen, sagte Gesundheitsminister Jan Blatny in Prag. Leute von außerhalb würden nicht hereingelassen. Ausnahmen gelten unter anderem für den Weg zur Arbeitsstätte.

16.40 Uhr: Astrazeneca will Impfstoff an neue Virus-Varianten anpassen

Der Pharmakonzern Astrazeneca will seinen Corona-Impfstoff in den kommenden Monaten an die neuen Virus-Varianten anpassen. Das britisch-schwedische Unternehmen kündigte am Donnerstag nach den jüngsten Rückschlägen in Südafrika an, sich auf die Weiterentwicklung des Vakzins zu konzentrieren. Ziel sei es, in sechs bis neun Monaten mit der Massenproduktion des angepassten Impfstoffs zu beginnen. Im Corona-Jahr 2020 konnte der Konzern seinen Gewinn mehr als verdoppeln.

Astrazeneca war zuletzt wegen Lieferengpässen bei seinem Corona-Impfstoff in Europa und aufgrund von Zweifeln an der Wirksamkeit des Mittels bei Menschen über 65 Jahre unter Druck geraten. Am Mittwoch verkündete zudem die südafrikanische Regierung, auf den Einsatz des Astrazeneca-Impfstoffs zu verzichten. Hintergrund war eine Studie, der zufolge das Mittel nicht umfassend gegen die zuerst in Südafrika entdeckte Corona-Mutante wirksam ist. In Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern ist das von Astrazeneca mit der Universität Oxford entwickelte Vakzin nur für Menschen unter 65 Jahre zugelassen. Die zuständigen Aufsichtsbehörden verweisen darauf, dass belastbare Daten für die Wirksamkeit des Impfstoffs bei älteren Menschen fehlten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte am Mittwoch jedoch, sie empfehle den Corona-Impfstoff von Astrazeneca auch für Menschen über 65 Jahre. Astrazeneca-Chef Pascal Soriot räumte bei einer virtuellen Pressekonferenz am Donnerstag ein, dass nicht alles "perfekt" verlaufen sei. Der Corona-Impfstoff seines Unternehmens schütze aber "zu 100 Prozent gegen schwerste Verläufe der Krankheit".

Astrazeneca verweist außerdem darauf, dass der Impfstoff gegen die britische Corona-Variante wirksam sei. Im Februar will der Konzern nach eigenen Angaben 100 Millionen weitere Dosen des Präparats produzieren.

09.15 Uhr: Kanzlerin warnt in Regierungserklärung vor Mutationen

"Die Trauer um die Verstorbenen steht immer im Raum, wenn wir Entscheidungen in der Pandemie treffen", sagt Merkel. Die Impfungen stellen einen Wendepunkt in der Pandemie dar. "Ich verstehe aber, dass der Impfstart viele Menschen enttäuscht hat", gesteht sie ein. Das Impfen komme aber immer mehr in Schwung. Erneut verspricht sie ein Impfangebot für alle Bürger bis zum Ende des Sommers.

Bei aller Zuversicht gebe es aber eine große, reale Gefahr: Die Mutationen des Virus. "Noch ist nicht alles auserforscht, aber wir tun gut daran, an den Annahmen der Experten nicht zu zweifeln". Die Experten nehmen an, dass die Mutationen ansteckender und aggressiver sind. In anderen Ländern habe man die Auswirkungen der Mutationen bereits gesehen. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Mutationen die Oberhand gewinnen.

"Wir haben vor diesem Hintergrund Maßnahmen bis zum 07. März vereinbart", sagt Merkel. Es gehe immer wieder um die Reduzierung von Kontakten. Einigkeit habe es bei den Verhandlungen erneut darüber gegeben, dass Schulen und Kindergärten Priorität haben.

Die nächsten Öffnungsschritte seien für eine Inzidenz unter 35 ins Auge gefasst worden. Auch wenn genaue Daten für Öffnungsschritte mehr Planungssicherheit geben würden, mache dies laut Merkel keinen Sinn. "Das Virus richtet sich nicht nach Daten. Wir müssen schauen, wie weit wir die Kontaktnachverfolgung wirklich schaffen und wie wir weite Lockerungen erlauben können, ohne wieder in ein exponentielles Wachstum zu verfallen", so Merkel. "Das bedeutet, dass wir achtsam sein müssen". "Ich glaube nicht, dass das Hin und Her, einmal öffnen, einmal wieder schließen, für die Menschen mehr Berechenbarkeit bringt als ein paar Tage länger zu warten und sich den Überblick darüber zu verschaffen, dass man in einem kontinuierlichen Prozess wirklich auch öffnen kann", sagt Merkel.

"Am Ende, das ist meine feste Überzeugung und das ist auch mein Auftrag, können wir es gemeinsam schaffen diese Pandemie zu besiegen und unser Land wieder in bessere Zeiten zu führen", sagt Merkel.

09.08 Uhr: Fehler bei zweiter Corona-Welle

Angela Merkel räumt Fehleinschätzungen und Fehler bei der zweiten Corona-Welle ein. Die erste Welle im vergangenen Frühjahr habe Deutschland weit weniger getroffen als andere Staaten. "Dann waren wir nicht vorsichtig genug und nicht schnell genug." Das Vorgehen sei zum Ende des Sommers und Beginn des Herbstes zu zögerlich gewesen.

09.05 Uhr: Merkel spricht in Regierungserklärung über Bewältigung der Pandemie

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrer Regierungserklärung zur Bewältigung der Corona-Pandemie von einer Lage gesprochen, die alle Bürger betrifft. "Seit dem Ausbruch der Pandemie stemmen wir uns gemeinsam gegen das Virus", sagte sie. "Wir haben in diesem Jahr der Pandemie ein sehr großes Stück des sehr schweren Weges hinter uns gebracht", so Merkel weiter. Sie dankte den Ärzten und Pflegern erneut für deren Einsatz. "Eine Überlastung unseres Gesundheitssystems konnten wir verhindern". Trotzdem würde die aktuelle Situation viel von den Bürgern abverlangen, daran müsse sie jeden Tag denken. "Das vergesse ich keinen einzigen Tag", sagt die Kanzlerin.

"Als Demokratie sind wir dazu verpflichtet, die Maßnahmen keinen Tag länger laufen zu lassen als unbedingt nötig". Gleichzeitig stehe aber der Gesundheitsschutz im Vordergrund.

06.30 Uhr: WHO-Experten empfehlen Astrazeneca-Impfstoff für alle Altersklassen

Trotz Berichten über Schwächen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca empfehlen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Experten den weiteren Einsatz. Erste Studien aus Südafrika zeigten deutlich weniger Wirksamkeit, um relativ milde Krankheitssymptome zu verhindern, sagte Alejandro Cravioto, der Vorsitzende eines Expertenrats, der die WHO berät. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass der Impfstoff gegen schwere Verläufe von Covid-19 nicht schütze. Selbst dort, wo die Virusvariante vorkomme, gebe es deshalb keinen Grund, den Impfstoff nicht einzusetzen, sagte Cravioto. Die WHO schloss sich der Empfehlung an.

Der Unabhängige Expertenrat zu Impfungen (SAGE) besteht aus 26 Wissenschaftlern. Er prüft Studien und Angaben zu allen Impfstoffen und gibt dann eine Empfehlung ab, ob und wie diese eingesetzt werden sollen. Die WHO-Impfspezialistin Kate O'Brien sagte, es sei bei allen Impfstoffen üblich, dass die Wirksamkeit bei relativ milden Krankheitsverläufen weniger deutlich sei als bei schweren Verläufen. "Es ist plausibel zu erwarten, dass dieser Impfstoff gegen schwere Krankheitsverläufe wirksam ist", sagte sie weiter. Zudem sei die für eine Immunantwort wichtige Reaktion der T-Zellen stark.

O'Brien betonte, dass alle Geimpften weiterhin alle Corona-Regeln umsetzen müssten, also auch Abstand halten und Maske tragen. Dies sei wichtig, weil man nach einer Impfung zwar selbst ein geringeres Risiko schwerer Krankheitsverläufe habe, andere aber wahrscheinlich weiter anstecken könne.

06.10 Uhr: Mehr als 10.200 Neuinfektionen und 666 Todesfälle

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 10.200 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen mitteilte, wurden weitere 10.237 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.310.233.

Nach Angaben des RKI wurden innerhalb von 24 Stunden zudem 666 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 63.635. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI auf rund 2,087 Millionen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ging weiter zurück und lag bei 64,2. Am Vortag hatte sie bei 68,0 gelegen. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 35 zu drücken.

10. Februar

21.45 Uhr: Textilhandel über Lockdown-Verlängerung: "Blanker Horror"

Der Textilhandel hat die Verlängerung des Corona-Lockdowns bis zum 7. März scharf kritisiert. "Per Ende Februar dürften sich die Verluste des Winter-Lockdowns in den Textil-, Schuh- und Lederwarengeschäften damit auf rund 15 Mrd. Euro aufsummiert haben", teilte der Hauptgeschäftsführer des BTE Handelsverbands Textil, Rolf Pangels, in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem Handelsverband Schuhe (BDSE) und Lederwaren (BLE) am Mittwochabend mit. Das sei der "blanke Horror".

Zuvor hatten Bund und Länder vereinbart, den bisher bis Mitte Februar befristeten Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie weitgehend bis zum 7. März zu verlängern. Laut der Textilverbände wird sich die Situation der Modebranche dann noch einmal verschärfen. Denn vor allem der Start in die Frühsaison und speziell die Wochen vor Ostern seien mit die wichtigsten Verkaufszeiträume. "Wenn die Geschäfte dann noch geschlossen sind, wird das vielen Fashionhändlern endgültig das Genick brechen und zusätzliche Leerstände in den Innenstädten hinterlassen", prognostizierte Pangels.

21.30 Uhr: EU-Arzneimittelbehörde fordert von Herstellern Daten über Impfschutz bei Mutanten

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Impfstoffhersteller aufgefordert, Daten über den Schutz ihrer Vakzine vor Corona-Mutanten zu übermitteln. Die EMA "entwickelt einen Leitfaden für Hersteller, die Änderungen an den bestehenden Covid-19-Impfstoffen planen, um die neuen Virusvarianten zu bekämpfen", gab die Agentur mit Sitz im niederländischen Amsterdam am Mittwoch bekannt. Weltweit steigt derzeit die Angst vor der starken Ausbreitung von Mutanten, die infektiöser sind als das bisherige Virus und möglicherweise nicht auf Impfungen ansprechen.

Die EMA forderte nach eigenen Angaben alle Impfstoffentwickler auf, "zu untersuchen, ob ihr Impfstoff Schutz gegen neue Varianten bieten kann". Dies schließe die Mutanten ein, die in Großbritannien, Südafrika und Brasilien entdeckt wurden, hieß es in einer Erklärung. Die EMA hat bisher drei Corona-Impfstoffe in der Europäischen Union zugelassen: Die Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Laut einer Studie schützt die Impfung von Astrazeneca nicht umfassend gegen die in Südafrika entdeckte Corona-Mutante, weshalb das Land seine Impfkampagne mit dem Wirkstoff verschob. Nach Unternehmensangaben sollen die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna hingegen auch gegen die neuen Varianten wirken.

20.30 Uhr: Merkel: "Die Mutation wird die Oberhand gewinnen. Das alte Virus wird verschwinden"

Eine Journalistin fragt nach einer Öffnungsstrategie, die nun wieder im Papier mit drin als Plan stehe. Merkel verweist auf das nächste Treffen am 3. März. Es brauche eine Mischung aus Vorhersehbarkeit, Planbarkeit aber auch Flexibilität. Man könne nicht über Monate sagen, wie sich Dinge entwickeln. Daher habe man nun "den ersten konkreten größeren Öffnungsschritt mit einer Inzidenz verknüpft. Dieses Stilbildende wünsche ich mir auch beizubehalten", so Merkel. Denn man müsse zur Nachverfolgbarkeit der Kontakte zurückkommen. Je nachdem, wie gut das gelinge, werde man auch ein Gefühl dafür bekommen, wie der nächste Öffnungsschritt aussehen könne.

Merkel legt sich fest: "Die Mutation wird die Oberhand gewinnen. Das alte Virus wird verschwinden." Daher gelte: "Wir müssen jetzt mal gucken, wie sich die Dinge weiterentwickeln."

20.20 Uhr: Söder: "Haben Versuchung widerstanden"

Markus Söder zeigt sich glücklich, dass man "der Versuchung widerstanden" habe, den Rufen nach Lockerungen zu folgen. Es habe längere Diskussionen gegeben, doch ein vorsichtiger Kurs habe sich durchgesetzt.

20.11 Uhr: Merkel über die neue Ziel-Inzidenz 35

Mittlerweile dürfen Journalisten ihre Fragen stellen. Was denn eine stabile Inzidenz von unter 35 bedeute, will ein Reporter wissen. Denn ab da soll es nächste Öffnungsschritte geben. Zwischen drei und fünf Tage lang müsse die Inzidenz unter 35 liegen, beantwortet Merkel.

"Wir dürfen uns auf gar keinen Fall mit einer Seitwärtsbewegung bei 35 begnügen", so Merkel weiter. Denn sonst könnten die Zahlen schnell wieder nach oben gehen, sagt sie auch mit Verweis auf die Mutationen.

20.02 Uhr: Markus Söder warnt vor Mutationen

Man spüre den Druck aus den Nachbarländern, in denen die Mutationen sich bereits ausbreiten, sagt der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Zu öffnen sei schwieriger als zu schließen, so der CSU-Chef. Denn Schließungen erforderten Mut, Öffnungen hingegen Klugheit. Söder hält die für weitergehende Lockerungen des Lockdowns vom Corona-Gipfel beschlossene Sieben-Tage-Inzidenz von höchstens 35 im März für erreichbar. Wenn die Entwicklung so bleibe wie zuletzt, sei dies machbar, sagte Söder. Die Zahl 35 sei eine "vorsichtige Benchmark", sie bedeute aber keine Verschiebung von Lockerungen auf den Sankt-Nimmerleinstag.

German Chancellor Angela Merkel, center, Bavarian state governor Markus Soeder, right, and the Mayor of Berlin Michael Mueller, left, arrive for a news conference after a meeting at the chancellery in Berlin, Germany, Wednesday, Feb. 10, 2021. German chancellor Angela Merkel had meet with German head of federal states to discuss extension of restrictions or other possible measures to battle the coronavirus pandemic in the country (AP Photo/Markus Schreiber)

Bild: AP / Markus Schreiber

19.53 Uhr: Michael Müller: Schulöffnungen schon im Februar

Michael Müller verkündet: Schulen können schon im Februar wieder öffnen und auch einen Präsenzunterricht wieder anbieten. Berlin werde dies ab dem 22. Februar tun, andere Bundesländer wollen sich laut Müller an diesem Datum orientieren. Er spricht im Zusammenhang mit der Ministerpräsidentenkonferenz von einem wichtigen Tag in der Pandemiebekämpfung.

19.41 Uhr: Merkel verkündet Beschlüsse – Kita und Schulen bleiben Ländersache

Die Kanzlerin verweist auf die stark gesunkene Inzidenz von mittlerweile 68. Die 50er-Inzidenz sei wieder in Sichtweite, so Merkel. "Wir gehen beständig runter bisher." Merkel dankt den Bürgern für ihr Mitwirken, die Maßnahmen zeigten ihre Wirkung. Eine Entwicklung jedoch sei nicht voraussehbar gewesen: die Mutationen des Virus. Die Mutation werde zunehmen, es sei nur die Frage, wie schnell das gehe. Daher gelte es, die Inzidenz weiter zu senken. „Wir wollen alles tun, damit wir nicht in eine Wellenbewegung kommen, auf und zu.“

Die Kontaktbeschränkungen bleiben, nicht notwendige Kontakte und Besuche sollen ausbleiben, auch die Homeoffice-Forderung solle „sehr ernst“ genommen werden.

„Ich habe bestimmte eigene Vorstellungen gehabt“, sagt Merkel zum Thema Kitas und Schulen. Sie sei für eine Öffnung erst am 1. März gewesen. „Aber ich weiß auch, dass wir in einem föderalen Staat leben“ und dass Föderalismus das Beste sei. "Da ist es ganz einfach nicht möglich, dass ich als Bundeskanzlerin mich so durchsetzen kann, als hätte ich da ein Vetorecht." Für die Öffnung der Schulen nach der weitgehenden Schließung im Corona-Lockdown wird es daher keine bundesweit einheitliche Regelung geben. Darüber sollen die Länder im Rahmen ihrer Kultushoheit selbst entscheiden.

Gleichzeitig wird Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in dem Beschluss aufgefordert zu prüfen, ob bei der nächsten Fortschreibung der Coronavirus-Impfverordnung Beschäftigte in der Kindertagesbetreuung sowie Lehrkräfte an Grundschulen frühzeitiger als bisher vorgesehen geimpft werden könnten. Kita- und Grundschulpersonal könnte dann noch vor dem Sommer mindestens die erste Corona-Impfung bekommen, sagte Merkel. Diese Berufsgruppen hätten nicht die Chance, in ihrer Berufsausübung die notwendigen Abstände einzuhalten. Es gehe um ein Signal, dass Kita und Schule wichtig seien und "dass wir eine besondere Schutzpflicht für diese Beschäftigten haben, das wollen wir damit ausdrücken".

Grundsätzlich wird der Lockdown bis zum 7. März verlängert. Friseure sollen ab 1. März wieder öffnen dürfen.

Bund und Länder sehen die Möglichkeit für weitergehende Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie erst bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Dann sollten der Einzelhandel, Museen und Galerien sowie Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen wieder aufmachen können.

19.19 Uhr: Inzidenz unter 35 als Grenze zum Öffnen

Der Corona-Gipfel hat sich nach Angaben von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) darauf verständigt, dass erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 weitergehende Lockerungen des Lockdowns etwa im Handel oder für die Gastronomie beschlossen werden sollen. Über solche Lockerungen solle dann im März beraten werden, sagte Kretschmer am Mittwochabend in Dresden am Rande der Gespräche. Bisher galt als politisches Ziel für Lockerungen eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50. Wie Kretschmer sagte, verständigten sich die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aber auch auf erste Lockerungen vor dem Erreichen des Werts von 35. Es seien "maßvolle Schritte" im Bereich der Grundschulen und Kitas beschlossen worden, die von den Ländern zu regeln seien. Außerdem sollen Friseurläden in zweieinhalb Wochen wieder öffnen dürfen: "Am 1. März geht es mit den Friseuren wieder los", sagte Kretschmer.

17.00 Uhr: Friseure sollen ab 1. März wieder geöffnet haben dürfen

Auf dem Corona-Gipfel wird schwer um die nächsten Schritte der Pandemie-Bekämpfung gerungen, aber erste Entscheidungen sind offenbar gefallen: So sollen Friseure ab dem 1. März ihre Salons wieder öffnen dürfen – unter strengen Hygieneregelungen. Das berichtet unter anderem der "Spiegel". Die Länderchefs sollen sogar eine Öffnung ab dem 22. Februar gefordert haben, aber Bundeskanzlerin Angela Merkel setzte sich dem Bericht zufolge durch.

Auch für Geschäfte, Kultureinrichtungen und Gruppen-Sportangebote soll es eine Perspektive geben. Sie sollen ab einer Inzidenz von 50 wieder öffnen bzw. möglich sein.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Ministerpräsidenten fordern, der Lockdown solle insgesamt schon am 7. März enden, nicht erst am 14, wie es die Beschlussvorlage des Bundes vorsieht. Wörtlich heißt es demnach in dem Papier der Länderchefs: "Ob und wann die nächsten Öffnungsschritte erfolgen können, soll im Rahmen der gemeinsamen Besprechung um 3. März im Lichte der Entwicklung der Infektionszahlen unter Berücksichtigung der neuen Varianten entschieden werden. Ziel ist es, zu einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 und möglichst unter 35 zu kommen, um Schritt für Schritt zunächst für Einzelhandel, Kultur und Sport in Gruppen Öffnungen sowie weitere Kontakte ermöglichen zu können. Auch für den Gastronomie- und Hotelbereich müssen Perspektiven entwickelt werden."

14.35 Uhr: Giffey zu Schulen und Kitas: "Dürfen keinen Tag verlieren"

Kurz vor Beginn der Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise hat Familienministerin Franziska Giffey beim Thema Schulen und Kitas Tempo gefordert und sich erneut für umfangreiche Tests für Beschäftigte der Einrichtungen ausgesprochen. "In Verbindung mit Masken, Lüften, Abstandhalten und Wechselunterricht kann das Testen dazu beitragen, dass Bildungseinrichtungen Schritt für Schritt geöffnet werden können. Hier dürfen wir keinen Tag verlieren", schrieb die SPD-Politikerin bei Facebook. Sie nimmt nach eigenen Angaben an der Schalte der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Mittwoch teil.

Selbsttests seien die Brücke, über die man rasch aus dem Dilemma zwischen Gesundheitsschutz und Lockdown-Schäden herauskomme, bis ab voraussichtlich Mai auch Lehrerinnen und Lehrer und Erzieherinnen und Erzieher geimpft werden könnten, schrieb Giffey.

9.24 Uhr: Friseure, Kitas, Lockdown-Verlängerung – dies soll heute beschlossen werden

Das Kanzleramt will den Lockdown bis zum 14. März verlängern. Friseure sollen bereits ab dem 1. März unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Außerdem sollen die Länder selbst über Kita- und Schulöffnungen entscheiden können. Dies geht aus einer Beschlussvorlage für die Ministerpräsidenten-Konferenz am Mittwoch hervor.

9.06 Uhr: Biontech startet Impfstoffproduktion in Marburg

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech hat mit der Impfstoffproduktion in seiner neuen Produktionsstätte im hessischen Marburg begonnen. Dort werde nun zunächst der mRNA-Wirkstoff hergestellt, von dem eine einzelne Charge für die Produktion von acht Millionen Impfdosen reiche, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Mainz mit. Die hessischen Behörden hatten vor rund vier Wochen die Produktion in einem zuvor gekauften Werk in Marburg genehmigt.

6.31 Uhr: Bund und Länder beraten über weiteres Vorgehen

Bund und Länder wollen sich am Mittwoch (14.00 Uhr) über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise verständigen. Vor den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten zeichnete sich einerseits eine Verlängerung des vorerst bis 14. Februar vereinbarten Lockdowns ab. Andererseits haben bereits mehrere Länder konkrete Pläne, Kitas und Schulen ab kommender Woche schrittweise wieder zu öffnen. Die Kultusminister der Länder plädierten für den Fall weiter sinkender Corona-Zahlen dafür. Wie das zusammengebracht werden kann, war zunächst noch offen.

Merkel sprach sich gegen jegliche Öffnungsschritte bis zum 1. März aus. Die Zeit, in der die britische Virusvariante noch nicht die Oberhand gewonnen habe, sei entscheidend, um mit aller Kraft die Infektionszahlen herunter zu bekommen, sagte sie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Darüber gebe es aber noch Differenzen, fügte sie vor den Beratungen mit den Länderchefs hinzu.

6.17 Uhr: 8072 Corona-Neuinfektionen und 813 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 8072 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 813 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervorgeht. In diesen aktuellen Zahlen sollten auch 600 Nachmeldungen von Neuinfektionen aus Nordrhein-Westfalen enthalten sein, die laut RKI am Vortag gefehlt hatten. Vor genau einer Woche hatte das RKI 9705 Neuinfektionen und 975 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

9. Februar

19.50 Uhr: Virologin fordert, bei Lockerungen nicht nur auf die Zahl der Neuinfektionen zu schauen

Kurz vor der nächsten Entscheidungsrunde über die weiteren Corona-Maßnahmen plädiert die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek dafür, nicht nur auf die Inzidenz zu schauen. Dieser Wert gibt an, wie viele bestätigte Neuinfektionen es pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gab. Bisher galt ein Wert unter 50 als Richtgröße für mögliche Lockerungen. "Aber ist die Inzidenz alleine wirklich zielführend?", fragte Ciesek im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" am Dienstag.

"Genauso wichtig ist, dass man sich den R-Wert anschaut", sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt: "Also wie viele Menschen werden durch einen Infizierten angesteckt." Bei einem Wert über Eins müsse man davon ausgehen, dass Infektionen wieder ansteigen, sobald man mehr Kontakte zulasse. Bei unter Eins könne man davon ausgehen, "dass eine Lockerung nicht gleich einen so negativen Effekt hätte."

Einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor stelle die britische Variante des Coronavirus dar. Man wisse, dass die Mutation B117 ansteckender sei, erklärte Ciesek. Mit zunehmender Verbreitung steige also der R-Wert. Gleichzeitig sinke aber die Zahl der Infektionen mit dem Wildtyp. "Deswegen ist die Entscheidung im Moment auch sehr schwierig, inwieweit man lockert und welche Bereiche man lockert."

16.45 Uhr: Entwurf für Bund-Länder-Beratungen setzt auf Lockdown-Verlängerung

Aus Sorge vor den Virusmutationen zeichnet sich trotz vielerorts sinkender Corona-Infektionszahlen erneut eine Verlängerung des harten Lockdowns ab. "Daher müssen die Kontaktbeschränkungen in den nächsten Wochen grundsätzlich beibehalten werden", heißt es in einem am Dienstag vom Kanzleramt an die Länder verschickten Entwurf eines Arbeitspapiers zur Vorbereitung der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch. Zunächst hatte die "Bild"-Zeitung über den Entwurf berichtet.

Das Papier, welches auch der Deutschen Presse-Agentur aus mehreren Quellen vorlag, galt als Zwischenentwurf, der in vielen Punkten noch geändert werden kann. Es trägt die Datumszeile 9. Februar 2021, 10.15 Uhr. Es handelt sich dem Vernehmen nach nicht um ein bereits zwischen Bund und Ländern abgestimmtes Papier. Einige Punkte sind noch nicht ausformuliert. Dabei soll es sich um wesentliche Details möglicher Öffnungsperspektiven handeln.

Wie lange der Lockdown verlängert werden soll, lässt das Arbeitspapier ebenfalls noch offen: "Die Länder werden ihre Landesverordnungen entsprechend anpassen und bis zum XXX März verlängern." Dem Vernehmen nach sind sich die Länder keineswegs einig, dass es eine Verlängerung des Lockdowns bis März überhaupt geben soll. Zur Reduzierung des Infektionsrisikos setzt das Papier weiterhin auf die bestehende Beschränkung für private Zusammenkünfte auf den eigenen Hausstand plus maximal eine weitere Person. Des Weiteren wird für alle Innenräume die Nutzung von medizinischen Masken, also sogenannte OP-Masken oder auch Masken der Standards KN95/N95 und FFP2, angeraten.

16.39 Uhr: Schwesig will regulären Kita- und Grundschulbetrieb nach Winterferien

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat sich für einen regulären Betrieb von Kitas und Grundschulen nach den Winterferien in Regionen mit niedrigen Corona-Infektionszahlen ausgesprochen. "Wir wollen dort, wo wir keine Risikogebiete mehr haben, wo wir unter 50 sind, wieder einen regulären Kita- und Grundschulalltag anbieten", sagte die SPD-Politikerin am Dienstag in Greifswald. "Bei den anderen Regionen werden wir noch mal schauen, wie wir mit den Inzidenzen umgehen."

Die Schule würde in Mecklenburg-Vorpommern regulär wieder am 22. Februar beginnen. Von den acht Landkreisen beziehungsweise kreisfreien Städten lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt in Nordwest-Mecklenburg, im Landkreis Rostock, Vorpommern-Rügen sowie in der Hansestadt Rostock unter 50. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald war sie hingegen mit mehr als 200 deutlich höher.

Das Land hatte zwar die Präsenzpflicht an Schulen aufgehoben, aber in Kitas und Schulen für die Klassen eins bis sechs weiter Betreuung angeboten. Schüler von Abschlussklassen konnten auch an Präsenzunterricht teilnehmen. Am Mittwoch wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten.

14.30 Uhr: Einwohner dürfen Tirol ab Freitag nur noch mit negativem Test verlassen

Österreich verhängt im Ringen gegen eine Ausbreitung der Corona-Mutationen nun doch schärfere Maßnahmen in Tirol. Aus dem Bundesland sei – von Osttirol abgesehen – vom kommenden Freitag an für zehn Tage eine Ausreise nur noch mit negativem Coronatest möglich, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Dienstag in Wien.

6.01 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt erstmals seit drei Monaten unter 75

Erstmals seit mehr als drei Monaten liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz laut Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) unter der Schwelle von 75. So wurden binnen einer Woche 72,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an die Gesundheitsämter übermittelt, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete. Die Zahl sinkt seit mehreren Wochen. Ihren Höchstwert hatte die Sieben-Tage-Inzidenzam 22. Dezember mit 197,6 Fällen pro 100.000 Einwohner. Unter die Schwelle von 100 war sie vor zwölf Tagen gerutscht. Das politische Ziel ist eine Sieben-Tage-Inzidenz von langfristig unter 50.

Binnen eines Tages meldeten die deutschen Gesundheitsämter dem RKI 3.379 Corona-Neuinfektionen. Außerdem wurden 481 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI 6114 Neuinfektionen und 861 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

8. Februar

19.30 Uhr: Bestellung von 300 Millionen zusätzlichen Biontech-Impfdosen auf den Weg gebracht

Der EU-Vertrag mit Biontech/Pfizer über weitere bis zu 300 Millionen Corona-Impfdosen hat die letzte formelle Hürde genommen. Das Kollegium der EU-Kommissare habe dem Vertrag über 200 Millionen Dosen und eine Option auf 100 Millionen weitere am Montag zugestimmt, sagte ein Sprecher der EU-Kommission auf Anfrage. Dies sei nur noch eine Formalie gewesen, hieß es aus EU-Kreisen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte die Abmachung bereits am 8. Januar öffentlich gemacht.

Das Mittel des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer war der erste Impfstoff gegen das Coronavirus, der in der EU eine Zulassung erhielt. Ursprünglich hatte die Kommission 300 Millionen Dosen reserviert. Nach Kritik an der unzureichenden Verfügbarkeit von Impfstoff schlug die Behörde eine Verdopplung der Bestellung auf 600 Millionen Dosen vor.

18.00 Uhr: Island lockert langsam

Kneipen und Diskotheken dürfen auf Island erstmals seit knapp vier Monaten wieder öffnen. Wie Restaurants und Cafés müssen sie allerdings bis 22.00 Uhr schließen, Gäste dürfen nur am Tisch bedient werden. Im Zuge gesunkener Corona-Infektionszahlen können die Isländer seit Montag auch wieder individuell im Fitnessstudio trainieren – in den vergangenen Wochen waren die Studios bloß für Gruppeneinheiten offen gewesen. Es gelten jedoch strenge Abstands- und Hygienevorschriften.

Wie aus einer Regierungsmitteilung hervorgeht, wird die maximale Besucherzahl in Kinos, Theatern, Museen sowie auf Konzerten und religiösen Veranstaltungen von 100 auf 150 angehoben. So viele Menschen dürfen sich von nun an je nach Ladengröße auch in Geschäften aufhalten. Die Teilnehmerzahl für öffentliche Zusammenkünfte bleibt dagegen bei maximal 20. Diese Regeln sollen vorläufig bis zum 3. März gelten.

Die abgeschiedene Lage im Nordatlantik kommt Island derzeit zugute: Neue Coronavirus-Infektionen kommen derzeit kaum noch ins Land. Die Insel mit ihren rund 360.000 Einwohnern hat seit längerem auf die Bevölkerungszahl gerechnet die niedrigsten Neuinfektionszahlen Europas, wie aus Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hervorgeht.

17.30 Uhr: Baerbock fordert schnellere Hilfe für kleine Betriebe

Grünen-Chefin Annalena Baerbock verlangt eine raschere Auszahlung der Corona-Hilfen. Aus den Hilfen für die Monate November und Dezember werden in einem zweistufigen Verfahren derzeit zunächst 50 Prozent der jeweiligen Unterstützung an Berechtigte ausgezahlt. Für Menschen, die schon alle Rücklagen aufgebraucht hätten, sei das womöglich nur ein "Tropfen auf den heißen Stein", sagte Baerbock am Montag in Berlin. Die Abschlagszahlungen, also die Vorschüsse auf spätere Zahlungen, müssten daher von 50 auf 75 Prozent erhöht werden. Es gehe hier besonders um kleine Betriebe und Mittelständler, sagte Baerbock. Diese bräuchten Geld, um überhaupt im Geschäft zu bleiben. Zudem müssten die Überbrückungshilfen III endlich ausgezahlt werden.

Mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise mahnte Baerbock zur Vorsicht. "Jetzt überhastet irgendwas schnell zu öffnen, wäre aus meiner Sicht wirklich fatal." Angesichts der kursierenden Mutationen des Coronavirus und der Lage in anderen europäischen Ländern, müsse alles getan werden, um Infektionen weiter massiv einzuschränken, damit es im Frühjahr Spielraum gebe für "nachhaltigere Lockerungen".

16.15 Uhr: Impfstoff drohte zu verfallen – Polizisten früher als geplant geimpft

In Sachsen haben hunderte Polizisten früher als geplant eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Wie die Polizeidirektion Dresden am Montag auf Anfrage mitteilte, wurden bisher 391 Beamte geimpft. Die Impfdosen seien den Polizisten an mehreren Tagen kurzfristig vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) angeboten worden, um den Impfstoff vor dem Verfall zu retten. Deshalb habe man das Angebot angenommen. Zuvor hatten das Magazin "Der Spiegel" und andere Medien berichtet.

Das DRK, das in Sachsen die Impfzentren organisiert, bestätigte das Vorgehen. "Oberstes Ziel ist es, keinen Impfstoff verloren gehen zu lassen", erklärte DRK-Sprecher Kai Kranich. Dass im Januar Impfdosen übrig waren, begründete er mit einem Fehler im Buchungssystem. Termine seien doppelt gebucht und dafür doppelt so viel Impfstoff aufgetaut worden. "Wir brauchten eine schnelle Lösung." Polizisten gehören nicht zur Gruppe mit der höchsten Priorität bei der Impfstoff-Vergabe.

Nach Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums haben prinzipiell auch bei der Verteilung von übrig gebliebenen Impfstoff-Dosen die Gruppen mit der höchsten Priorität Vorrang – also über 80-Jährige, medizinisches Personal und ambulante Pflegedienste. Ist der Impfstoff aufgetaut, aber noch nicht fertig zum Spritzen verarbeitet, werden die Dosen über Termine im Buchungssystem vergeben.

Ist der Impfstoff bereits in der Spritze aufgezogen und droht am Ende des Tages "kurzfristig zu verfallen", können Impfzentren auf eine mit den Kommunen abgestimmte Liste zurückgreifen. Darauf stehen etwa Arztpraxen, aber auch Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste, weil sie zur kritischen Infrastruktur gehören. Im Einzelfall könne von der vorgegebenen Impfreihenfolge abgewichen werden, hieß es.

15.45 Uhr: Arbeitsausfall von 59 Millionen Tagen

In Deutschland sind wegen der zweiten Corona-Welle bisher schätzungsweise rund 59 Millionen Arbeitstage ausgefallen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Allein durch erhöhten Krankenstand, Quarantänemaßnahmen und Schließungen von Kitas oder Schulen werde die Arbeitszeit von Oktober 2020 bis Mitte Februar 2021 um schätzungsweise 276 Millionen Stunden beziehungsweise 6,2 Stunden je Erwerbstätigem abnehmen, teilte das Institut am Montag mit. Die Arbeitszeitausfälle durch Kurzarbeit oder Kündigungen seien dabei nicht berücksichtigt.

"Insgesamt konnten oder können rund 1,2 Millionen Erwerbstätige nicht arbeiten, da Betreuungsangebote nur eingeschränkt zugänglich sind oder sie ihre Kinder pandemiebedingt zu Hause betreuen möchten", hieß es vom IAB. Die mit der zweiten Welle der Pandemie verbundenen Arbeitsausfälle seien beträchtlich, urteilten die Autoren der Studie, Susanne Wanger und Enzo Weber. Sie hatten den Zeitraum vom Anschwellen der zweiten Welle Ende Oktober bis zum möglichen Lockdown-Ende Mitte Februar untersucht.

"Die Arbeitsausfälle treffen die Wirtschaft zusätzlich zu den angeordneten Schließungen in Branchen wie Gastronomie und Einzelhandel", betonten sie. Der gesamte Arbeitsausfall aufgrund der Kita- und Schulschließungen belaufe sich auf geschätzte 37,4 Millionen Arbeitstage. Tatsächliche Covid-19-Erkrankungen führten demnach zu 8,7 Millionen Arbeitstagen weniger bei den betroffenen Erwerbstätigen. Wanger und Weber gehen von einer zusätzlichen Krankenstandsquote von 0,2 Prozent Ende Januar aus. Außerdem fehlen 17,7 Millionen Arbeitstage aufgrund einer angeordneten Quarantäne bei Erwerbstätigen.

15.30 Uhr: Südafrika stoppt vorläufig Impfungen mit Astazeneca-Impfstoff – Kritik aus Großbritannien

Südafrika hat geplante Impfungen mit dem Astrazeneca -Impfstoff wegen Zweifeln an dessen Wirksamkeit gegen die dort vorherrschende Coronavirus-Variante vorläufig gestoppt. Sie reagierte damit auf eine Studie, wonach das Vakzin nur minimal vor leichten und moderaten Erkrankungen nach einer Infektion mit der in Südafrika vorherrschenden Variante B.1.351 schützt. Die noch nicht in einem Fachmagazin erschienene und von unabhängigen Experten begutachtete Untersuchung wurde am Sonntag von den Universitäten Oxford in Großbritannien und Witwatersrand in Südafrika veröffentlicht.

Über die Wirksamkeit bei schweren Verläufen wird in der Studie keine Aussage getroffen. Die britische Regierung hält Zweifel am Astrazeneca-Impfstoff daher für voreilig. Gegen die bislang in Großbritannien vorherrschenden Virus-Varianten seien sowohl das Vakzin von Biontech und Pfizer als auch das von Astrazeneca offenbar wirksam, schrieb Impf-Staatssekretär Nadhim Zahawi am Montag in einem Gastbeitrag im "Telegraph". Zahawi geht davon aus, dass der Astrazeneca-Impfstoff vor schweren Verläufen auch bei einer Infektion mit der südafrikanischen Variante schützt. "Ein Impfstoff mit verminderter Wirksamkeit bei der Verhinderung von Infektionen kann trotzdem eine gute Wirksamkeit bei der Vermeidung schwerer Verläufe, Krankenhausaufenthalten und Todesfällen aufweisen", betonte er. Ähnlich hatten sich auch Experten der Universität Oxford geäußert. Trotzdem deutete er an, dass eine Auffrischung der Impfung notwendig werden könnte.

14.05 Uhr: Regierung sieht "gute Entwicklung", mahnt aber weiter zur Vorsicht

"Eine gute Entwicklung, aber die Pandemie ist noch nicht vorbei": So beschreibt Regierungssprecher Steffen Seibert am Montagmittag die Corona-Lage nach der Sitzung des Corona-Kabinetts. Neuinfektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle gingen zurück, und in manchen Kreisen sei der Inzidenzwert schon weit unter 50 gesunken. Aber andernorts sei er noch über 200 – und zudem drohten nun die Coronamutanten das Bild zu stören. Deshalb sei weiterhin Vorsicht angesagt, auch bei den Beratungen der Kanzlerin mit den Ländern am kommenden Mittwoch.

14.00 Uhr: Österreich spricht Reisewarnung für Bundesland Tirol aus

Für das österreichische Bundesland Tirol gilt aufgrund der als brisant eingeschätzten Corona-Lage eine Reisewarnung. Das erklärte die österreichische Regierung am Montag in Wien.

13.40 Uhr: Bildungsministerin Karliczek dankt Lehrerinnen und Lehrern – und präsentiert wissenschaftliche Leitlinie zum Unterricht in Corona-Zeiten

Eine andere Ministerin dankt einem anderen Berufszweig: Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) stellt in Berlin eine wissenschaftliche Leitlinie für Schulbetrieb in Pandemiezeiten vor und zollt zunächst allen Lehrerinnen und Lehren Respekt, die unter den erschwerten Bedingungen alles geben, um die Kinder auch digital zu unterrichten.

Die Leitlinie sei dafür da, einen möglichst sicheren Unterricht zu planen – sie behandele nicht die Frage, ob und wann Schulen wieder geöffnet werden, betont die Ministerin.

Kurz zusammengefasst: Masken, regelmäßiges Lüften, die Bildung fester Gruppen, ein entzerrter Schülerverkehr und andere Infektionsschutzmaßnahmen können einen Schulbetrieb unter Corona-Bedingungen möglich machen. Das bestätigt der Leitfaden verschiedener wissenschaftlicher Fachgesellschaften, Experten und Vertreter aus dem Schulbereich.

Wissenschaftlich bestätigt: Kohortenbildung hilft

Ausgewertet wurden 40 vorliegende Studien aus verschiedenen Ländern zum Nutzen solcher Maßnahmen. Nun liegt eine gemeinsame Einschätzung auf breiter Basis vor, ob sie etwas bringen. Das Papier richtet sich an Ministerien, Behörden, Schulen, Lehrer, Schüler und Eltern.

Als wirkungsvoll erachtet und empfohlen wird demnach je nach Infektionsgeschehen die Bildung sogenannter Kohorten an Schulen, also die Einteilung von Schülern in feste große Gruppen und eine Trennung, etwa jahrgangs- oder klassenweise. Bei höheren Ansteckungszahlen wird Klassenteilung und Wechselunterricht empfohlen. Bei der Rückkehr in den Präsenzunterricht sollen zuerst Grundschüler dran sein.

Masken im Schulbus bei hohen Infektionszahlen empfohlen

Die Leitlinie empfiehlt ab "hohem Infektionsgeschehen" auch das Tragen von medizinischen Masken in Schulen. "Mit Maskentragen gehen geringe gesundheitliche Nebenwirkungen einher. Es gibt keine Evidenz für mögliche Schäden durch Tragen einer Maske", heißt es in dem Papier.

Bei hohen Corona-Zahlen wird zudem eine Entzerrung des Schülerverkehrs und das Tragen von OP-Masken im Schulbus empfohlen. Konkrete Inzidenzzahlen werden in der Leitlinie nicht genannt. Ebenfalls befürwortet wird in dem Papier die inzwischen bekannte Lüftungsempfehlung des Umweltbundesamtes: Alle 20 Minuten drei bis fünf Minuten Stoßlüften. Als gleichwertig wird eine "geeignete Lüftungs- oder raumlufttechnische Anlage" bezeichnet. Damit sind aber keine mobilen Luftreiniger gemeint. Diese Geräte sollen, so die Empfehlung, nur "als ergänzende Maßnahme" zum Einsatz kommen, wenn grundsätzlich ausreichend gelüftet werden kann. Zudem gibt es Empfehlungen für Musik- und Sportunterricht und zum Umgang mit erkälteten Schülern und Verdachtsfällen.

13.30 Uhr: Ab heute wird nach veränderter Impfverordnung geimpft

Gesundheitsminister Spahn hat noch einmal erklärt, dass mit der ab heute geltenden Impfverordnung nur die jüngeren Impfkandidaten der Gruppe 1, also Pflegende und Ärzte, mit Astrazeneca-Impfstoff geimpft werden, da es für dessen Wirksamkeit bei älteren Menschen noch nicht genug Daten gebe. Zu den Berichten, wonach der Impfstoff gegen zum Beispiel die mutierte Variante aus Südafrika nicht ausreichend Wirkung zeige, verwies Spahn auf die konstanten Untersuchungen zu dem Thema und sagte, dass nach jetzigem Stand zumindest die Verläufe der Krankheit gemildert würden, was die Nutzung ausreichend begründe.

13.25 Uhr: Öffentlicher Gesundheitsdienst bleibt im Corona-Modus

Der öffentliche Gesundheitsdienst soll laut Gesundheitsminister Spahn weiterhin im Pandemie-Modus sein und entsprechend unterstützt werden, mit extra Personal etwa zur Kontaktverfolgung.

13.20 Uhr: Auch gegen Grippe wird geimpft

Gesundheitsminister Spahn hat angekündigt, dass der Bund auch in dieser Saison Grippeimpfstoff bestellt hat. Neben den Bestellungen von Praxen und Apotheken sollen fünf bis acht Millionen Dosen zusätzlich geordert werden.

Schon für diesen Herbst und Winter hatte der Bund ergänzend Grippe-Impfstoff beschafft, um eine weitere Belastung des Gesundheitswesens in der Corona-Pandemie zu vermeiden. Spahn sagte, in der laufenden Saison habe die Grippe auch angesichts von Corona-Schutzregeln mit Abstand und Masken so gut wie keine Chance. So gebe es derzeit nur 20 bis 30 gemeldete Grippefälle pro Woche statt einer sonst üblichen Größenordnung von einigen Tausend Fällen. Aktuell seien auch noch eine Million Dosen verfügbar, sodass sich Interessierte weiter gegen Grippe impfen lassen könnten.

13.15 Uhr: Corona-Prämien für besonders belastetes Personal in Krankenhäusern

Es gibt vom Staat erneut Corona-Prämien für Pflegekräfte, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gerade in Berlin mitgeteilt hat: "Wir sind sehr dankbar für ihren Einsatz." Er sprach von der besonderen Belastung des Personals auf Covid-Stationen, hob aber auch hervor: "Das Gesundheitssystem war zu keiner Zeit überlastet, wie wir es in Großbritannien und den USA etwa gesehen haben." 450 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie im Frühjahr werden aus Staatsmitteln zur Verfügung gestellt. Die Krankenhäuser könnten diese Prämie an besonders belastete Kräfte – dazu könne auch Reinigungspersonal gehören – verteilen. Über 1000 Krankenhäuser könnten davon profitieren, so Spahn. Bis zu 1500 Euro blieben steuerfrei.

13.05 Uhr Biontech-Impfstoff wirkt laut Laborstudie gegen zwei Virusmutationen

Einer Laborstudie zufolge wirkt der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer auch gegen die in Großbritannien und Südafrika erstmals aufgetauchten Varianten von Sars-CoV-2. Die Daten der Studie seien im Fachblatt "Nature Medicine" veröffentlicht worden, teilten beide Unternehmen am Montag gemeinsam mit. Es habe sich im Labor gezeigt, dass das Blut von 20 mit dem Impfstoff geimpften Menschen die Schlüsselmutationen der Coronavirus-Varianten aus Großbritannien und Südafrika neutralisiere, in dem Blut also ausreichend neutralisierende Antikörper waren.

Ende Januar waren die Daten der Untersuchung von Pfizer und der University of Texas erstmals bekannt geworden. Damals hatten Biontech und Pfizer betont, die Ergebnisse deuteten nicht auf die Notwendigkeit eines neuen Impfstoffs gegen die neu auftretenden Varianten hin. Mittlerweile haben auch externe Experten die Ergebnisse begutachtet, so dass es nun zu der Veröffentlichung in dem Fachblatt "Nature Medicine" kam. Dort heißt es unter anderem, nun brauche es klinische Daten, um noch mehr über die Wirkung des Impfstoffs gegen Virusvarianten zu lernen. Die anhaltende Weiterentwicklung von Sars-CoV-2 mache ein kontinuierliches Monitoring der Variationen und möglicher Folgen für die Effektivität von Impfstoffen nötig.

13.00 Uhr: Wirtschaft fordert dringend Perspektive für Geschäfte – "Einen Lockdown bis Ostern werden viele Geschäfte nicht überleben"

Nach zwei Monaten Lockdown und erheblichen Einbußen fordert der deutsche Handel dringend eine Perspektive für die Öffnung aller Geschäfte. Ohne einen solchen Plan "werden wir zehntausende Geschäfte verlieren", warnte der Handelsverband HDE am Montag. Pandemiebekämpfung und offene Ladentüren seien "kein Widerspruch". Die Möbelindustrie verlangte in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ebenfalls ein Öffnungskonzept – mittlerweile sei der "industrielle Kern der Branche bedroht".

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth erklärte, Lockerungsmaßnahmen müssten schon bei einem Inzidenzwert von über 50 möglich sein – etwa mit strengeren Regeln für die Zahl der Kunden oder die Hygiene. Zudem habe auch laut einer jüngsten Studie unter den Beschäftigten der Branche "kein erhöhtes Infektionsgeschehen festgestellt" werden können.

Der "pauschale und flächendeckende Lockdown ganzer Wirtschaftsbereiche" müsse durch ein Konzept "zielgenauer und regional differenzierter Einzelmaßnahmen zur wirksamen Viruseindämmung ersetzt" werden, forderte Genth. Nötig sei eine gemeinsame Öffnungsstrategie von Bund und Ländern, die auch klarstelle, unter welchen Voraussetzungen die Beschränkungen schrittweise wieder zurückgefahren würden. Am Mittwoch wollen Merkel und die Regierungschefs der Länder darüber beraten, wie es mit den Corona-Maßnahmen weitergeht.

Lebensmittelhändler und Drogerien bewiesen seit Monaten, dass Einkaufen unter Einhaltung strikter Hygiene- und Abstandsregeln möglich sei, sagte Genth dazu der "Welt". Äußerungen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der am Wochenende der Gastronomie eine Öffnung womöglich erst Anfang April in Aussicht gestellt hatte, kritisierte Genth zudem scharf. "Einen Lockdown bis Ostern werden viele Geschäfte nicht überleben." Bis dahin würden die bislang ohnehin spärlich fließenden staatlichen Hilfen in keinem Fall reichen.

12.55 Uhr: Gericht kippt nächtliche Ausgangssperre in Baden-Württemberg

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat die coronabedingte nächtliche Ausgangssperre gekippt. Nach dem am Montag veröffentlichten Beschluss muss die Vorschrift in der Corona-Verordnung, die nächtliche Ausgangsbeschränkungen von 20 Uhr bis 5 Uhr vorsieht, außer Vollzug gesetzt worden. Zum letzten Mal findet sie in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Anwendung. Damit war der Eilantrag einer Klägerin aus Tübingen erfolgreich.

12.29 Uhr: Merkel kündigt Strategie für Schulen und Kitas an

Kanzlerin Angela Merkel hat angesichts zurückgehender Corona-Infektionszahlen eine längerfristige Strategie für Schulen und Kitas in Aussicht gestellt. Man wolle bei den Beratungen mit den Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch eine solche Strategie auf den Weg bringen, sagte Merkel am Montag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern in Online-Beratungen des CDU-Präsidiums. Zugleich habe sie betont, in den nächsten beiden Wochen müssten die Infektionszahlen nochmals gedrückt werden. Merkel mahnte im Zusammenhang mit der Debatte über Lockerungen zur Vorsicht.

Die Kanzlerin sagte nach diesen Informationen weiter, die Infektionswelle sei gebrochen, aber noch kein Bundesland liege unter der Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Zudem gebe es eine sehr langsame Reduzierung des R-Wertes. Besorgt äußerte sich Merkel zu der in Südafrika kursierenden Virus-Variante B.1.351, die auch über Großbritannien nach Deutschland komme. Viele Staaten, auch die Bundesrepublik, haben Einreisen aus Südafrika eingeschränkt.

10.30 Uhr: Ethikrats-Vorsitzende spricht sich gegen freie Wahl von Impfstoff aus

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, hat sich gegen eine freie Wahlmöglichkeit des Corona-Impfstoffs ausgesprochen. "Jetzt ist eher nicht die Zeit, Extrawünsche zu äußern", sagte Buyx der "Rheinischen Post" (Montag). Derzeit bestehe noch eine große Knappheit und eine enorme organisatorische Herausforderung. Sobald die Impfstoff-Knappheit aber überstanden sei, solle sich jeder seine Vakzin aussuchen dürfen, so Buyx weiter.

Mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca , der dieses Wochenende erstmals in Deutschland ausgeliefert wurde, sind in der EU mittlerweile drei Impfstoffe verfügbar. Während die Mittel von Moderna und Biontech eine Wirksamkeit von 94 und 95 Prozent haben, sind es bei Astrazeneca nach einer neuen Studie nach der ersten Impfung nur 76 Prozent - und bis zu 82 Prozent nach der zweiten. Einige Pflegekräfte sollen Zwei-Klassen-Impfungen fürchten, wenn sie Astrazeneca bekommen.

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats hat zudem für Verständnis für den Überdruss der Corona-Maßnahmen geworben. "Ich glaube, der Frust kommt zum einen daher, dass der Lockdown schon so lange dauert, und - seien wir ehrlich - es derzeit ein wenig freudvolles Leben ist." Sie plädiert daher für eine positivere Kommunikation in der Pandemie. Eine Debatte, die nur auf Negatives fokussiert sei, sei nicht hilfreich. "Kritik und Debatte sind sehr wichtig, aber wir brauchen auch ein wenig Zuversicht für das Durchhalten."

6.55 Uhr: Nach Corona-Ausbruch: Kliniken verhängen Aufnahmestopp

Nach einem Corona-Ausbruch nehmen die Kliniken Calw vorerst keine Patienten mehr stationär auf. Lediglich die ambulante Notfall- und Erstversorgung vor Ort bleibt bestehen, wie der Klinikverbund Südwest am Sonntagabend mitteilte. Damit reagieren die Verantwortlichen darauf, dass 53 Mitarbeiter und zehn Patienten positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Mitarbeiter am Standort Calw, die am Freitag oder Samstag im Dienst waren, werden demnach in eine sogenannte Pendlerquarantäne versetzt. Sie dürfen sich nur noch zu Hause oder bei einem negativen Testergebnis an ihrem Arbeitsplatz aufhalten. Auch Patienten, die Stand Freitag in den Kliniken sind oder waren, unterliegen demnach einer neuen Allgemeinverfügung, die die Stadt in Baden-Württemberg erlassen hat. Die Maßnahmen sollen eine weitere Ausbreitung des Virus verhindern.

6.01 Uhr: 4535 Corona-Neuinfektionen und 158 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 4535 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 158 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Montag hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 5608 Neuinfektionen und 175 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Die erfassten Fallzahlen sind an Montagen in der Regel niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bei 76. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 0,94 (Vortag 0,95). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 94 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

7. Februar

19.22: "Nichts verstolpern": Söder spricht sich für Lockdown-Verlängerung aus

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich vor dem Bund-Länder-Gipfel in der kommenden Woche für eine Verlängerung des Lockdowns ausgesprochen. "Grundsätzlich wird der Lockdown erstmal verlängert werden müssen. Es hat ja keinen Sinn, jetzt abzubrechen einfach", sagte Söder am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". "Ja, wir haben eine Priorität, was Erleichterungen begrifft, wenn die Zahlen weiter sinken." Dies gelte vor allem für Schulen und Kitas. Auf der anderen Seite sei insbesondere wegen der neuen und hochansteckenden Coronavirus-Varianten weiter Vorsicht geboten. "Ich rate dringend dazu, dass wir jetzt nichts überstürzen, dass wir nichts verstolpern", betonte Söder.

Es müsse eine Perspektive für stufenweise Lockerungen der Corona-Maßnahmen entwickelt werden, dabei müsse aber die Sicherheit der "oberste Maßstab" sein. Söder plädierte in der Debatte über Lockerungen für eine regionale Differenzierung, warnte zugleich aber vor einem "Flickenteppich". Es sei weiterhin Geduld nötig, um dann "wirklich guten Gewissens freiheitliche Entscheidungen zu treffen", sagte der CSU-Politiker.

Der derzeitige harte Corona-Lockdown ist vorerst bis zum 14. Februar befristet. Bei einer Konferenz am kommenden Mittwoch wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen entscheiden.

17.05: Österreich verschärft Einreiseregeln

Im Kampf gegen das Coronavirus hat Österreich verschärfte Grenzkontrollen zu Deutschland und seinen anderen Nachbarländern angekündigt. Ab Montag sollen die Reisebewegungen auf ein Minimum reduziert werden, wie das Innenministerium in Wien am Sonntag mitteilte. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) habe dazu mit seinem deutschen Amtskollegen Horst Seehofer (CSU) telefoniert, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. "Wir ziehen das Netz der Kontrollen an den Grenzen jetzt deutlich dichter und verschärfen damit den Kontrolldruck, um die Einhaltung der Covid-Maßnahmen zu überwachen", teilte Nehammer mit. Es gebe nur wenige Ausnahmen für Reisen, die dringend notwendig seien.

Die Grenzkontrollen sollen laut dem österreichischen Innenministerium in Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden der Nachbarländer erfolgen. Nehammer wolle sich dafür mit den Innenministern aller Nachbarländer in Verbindung setzen. Für Einreisende nach Österreich gilt bereits eine Test- und Quarantänepflicht. Die Einreisenden müssen sich vorab registrieren, einen negativen Coronatest vorlegen und nach der Einreise eine zehntägige Quarantäne antreten.

16.03: Tourismusbeauftragter der Bundesregierung rechnet mit Reiseboom in Deutschland

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), rechnet damit, dass die meisten deutschen Urlauber in diesem Jahr im eigenen Land verreisen werden. "Die meisten werden in Deutschland bleiben", sagte Bareiß dem Wirtschaftsmagazin "Business Insider" am Wochenende. Auslandsreisen würden allerdings schrittweise auch wieder möglich sein – auch wenn die große Fernreise wegen unsicherer Infektionsdaten und Verzögerung beim Impfen eher nicht drin sei.

"Die klassische Pauschalreise in Griechenland, der Türkei, Mallorca, das wird unter entsprechenden Hygiene- und Infektionsschutzvorkehrungen sicher sein können. Das Gleiche gilt möglicherweise auch für Fernreisen wie in die USA", sagte Bareiß dem Magazin. In Regionen mit stark unterschiedlicher Infektionslage wie Ägypten könnten einzelne Regionen für Urlauber freigegeben und dann von Fluggesellschaften punktuell angeflogen werden.

15.18: Spahn will Impfungen für ältere Menschen beschleunigen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Corona-Impfungen mit einer neuen Verordnung beschleunigen und flexibler machen. "So kann die Impfkampagne weiter an Fahrt aufnehmen", sagte Spahn am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die neue Impfverordnung, die an diesem Montag in Kraft treten soll, sieht einige Änderungen bei der Einstufung der Bevölkerung in drei vorrangig zu impfende Gruppen vor. Zudem kann von der Reihenfolge künftig in Einzelfällen abgewichen werden, etwa wenn dies "zur kurzfristigen Vermeidung des Verwurfs von Impfstoffen notwendig ist", wie es in der der dpa vorliegenden Verordnung heißt.

Bereits bisher hatte Spahn gesagt, dass etwa Impfdosen aus angebrochenen Fläschchen zum Beispiel an Gesundheitspersonal verimpft werden sollen, statt sie wegzuwerfen. "Mit der Impfverordnung folgen wir den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission", sagte Spahn. "Und wir reagieren auf erste Erfahrungen mit der Impfkampagne in der Praxis."

Spahn: "Ältere können so schneller als geplant geimpft werden." Denn Menschen unter 65 Jahren sollen durch die neuen Regeln vorrangig mit dem Impfstoff von Astrazeneca versorgt werden, der mangels ausreichender Studiendaten für Ältere vorerst nicht vorgesehen ist. Das betrifft etwa auch Pflegekräfte, die bereits in der ersten Gruppe vorrangig geimpft werden. Somit bleibt also mehr von den anderen Impfstoffen, von Biontech/Pfizer und Moderna, für die Menschen über 80. Die Bundesländer dürften einzelne Jahrgänge zudem nun zeitversetzt einladen, erläuterte Spahn. Somit könnten sie die Impfungen flexibler organisieren.

8.24 Uhr: Altmaier: Wir dürfen uns nicht mit Lockerungs-Fahrplänen überbieten

Vor den Beratungen von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vor zu großen Lockerungen gewarnt und allenfalls regionale Erleichterungen in Aussicht gestellt. "Wir dürfen uns nicht öffentlich mit Lockerungs-Fahrplänen überbieten", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". "Die Zahl der Neuinfektionen ist derzeit kaum niedriger als Ende Oktober, als der Lockdown begann. Erst seit gut zwei Wochen sinkt sie kräftig, die Todeszahlen sind immer noch sehr hoch." Er sehe mit großer Sorge, dass die Mutationen des Virus inzwischen fast in ganz Deutschland nachgewiesen würden.

Er begrüße die Konzepte aus den Ländern zu regionalen Lösungen. "Wir sollten stärker differenziert vorgehen", sagte der Minister. "Den Lockdown in Super-Hotspots, wie es sie leider immer noch an vielen Stellen in Deutschland gibt, etwa an der Grenze zu Tschechien, aufzuheben, macht keinen Sinn." Aber dort, wo in den Bundesländern weite Bereiche sehr niedrige Infektionszahlen hätten, lägen die Dinge anders und besser, meinte Altmaier.

Letztlich hoffe er, "dass wir spätestens zum Frühlingsanfang, spätestens an Ostern, wenn die Sonne scheint und man draußen sitzen und speisen kann, die Pandemie-Welle endgültig gebrochen haben und Öffnungen möglich sind." Bund und Länder wollen sich am Mittwoch zur weiteren Corona-Strategie beraten. Der derzeitige Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist bis zum 14. Februar befristet.

6.12 Uhr: 8.616 Neuinfektionen und 231 neue Todesfälle gemeldet, Zahl der Intensivpatienten sinkt

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 8 616 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 231 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Sonntag hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 11 192 Neuinfektionen und 399 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bei 75,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 0,95 (Vortag 0,93). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Deutschland ist auf unter 4000 gesunken. Wie aus der Zeitreihe der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervorgeht, wurden am Samstag 3958 Covid-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt (Stand 12.17 Uhr). Das waren 108 weniger als am Vortag. Über die Hälfte der Patienten wurde invasiv beatmet. Zuletzt lag die Zahl der Corona-Intensivpatienten am 3. Dezember unter 4000, danach war sie bis Anfang Januar auf über 5700 Behandelte gestiegen.

6. Februar

19.10: Zahl der Covid-19-Intensivpatienten sinkt unter 4000

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Deutschland ist auf unter 4000 gesunken. Wie aus der Zeitreihe der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervorgeht, wurden am Samstag 3958 Covid-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt (Stand 12.17 Uhr). Das waren 108 weniger als am Vortag. Über die Hälfte der Patienten wurde invasiv beatmet. Zuletzt lag die Zahl der Corona-Intensivpatienten am 3. Dezember unter 4000, danach war sie bis Anfang Januar über 5700 gestiegen.

17.11: Erste Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs kommen in Deutschland an

Mehrere Bundesländer haben am Samstag die ersten Lieferungen des Corona-Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca erhalten. So bekam Hessen 26.400 Impfstoff-Dosen, in Thüringen sind 9600 Dosen eingetroffen. Nach Berlin kamen 14.400 Dosen. Nordrhein-Westfalen durfte 74.400 Corona-Impfdosen von Astrazeneca in Empfang nehmen.

Geimpft werden soll mit dem neuen Impfstoff ab kommender Woche. Insgesamt sollen 345.600 Impfdosen des britisch-schwedischen Herstellers am Samstag an die Länder ausgeliefert werden, wie aus Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. In der nächsten Woche ist die Auslieferung von 391.200 Impfdosen vorgesehen, eine Woche später knapp über eine Million und nochmal eine Woche später knapp 1,5 Millionen.

Insgesamt will Astrazeneca nach eigenen Angaben bis Anfang März rund 3,2 Millionen Impfdosen liefern. Nach den Präparaten von Biontech /Pfizer und Moderna ist der Astrazeneca-Impfstoff der dritte, der in Deutschland verfügbar ist. Die Ständige Impfkommission hat das Vakzin nur für unter 65-Jährige empfohlen. Das führt dazu, dass es zunächst vor allem Pflegekräften, medizinischem Krankenhauspersonal und Mitarbeitern in Impfzentren verabreicht werden soll.

14.32 Uhr: Söder warnt vor überstürzten Corona-Lockerungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor den Bund-Länder-Beratungen zum Corona-Kurs vor überstürzten Lockerungen mit der Gefahr eines Rückfalls gewarnt. "Wenn die Zahlen sinken, und das tun sie, dann haben wir mehr Perspektiven, dann gibt es auch Veränderungen und natürlich wieder zu mehr Freiheit und Normalität", sagte Söder am Samstag auf dem CDU-Landesparteitag im niedersächsischen Hildesheim. Lockerungen müssten aber nicht übereilt, sondern in einem moderaten Prozess erfolgen, nötig seien Empathie und Ehrlichkeit gegenüber der Bevölkerung.

Lockerungen zu überstürzen, könne gefährlich werden, wie sich im Nachbarland Tschechien und teils auch in Österreich zeige, sagte Söder, der zu dem weitestgehend online organisierten Parteitag zugeschaltet wurde. "Sicherheit ist - glaube ich - am Ende der beste Ratgeber." Bei der Bewältigung der Corona-Epidemie sei Deutschland im Vergleich mit vielen anderen Ländern der Welt den richtigen Weg gegangen, sagte Söder. "Ich wünsche mir einfach, dass wir diesen Weg jetzt klug und besonnen weitergehen."

13.22 Uhr: Lufthansa verringert Flüge in Länder mit Virusmutanten

Die Lufthansa hat wegen der strengeren Einreiseregeln Flugverbindungen in Länder gestrichen, wo ansteckendere Varianten des Coronavirus grassieren. Verbindungen nach Südafrika, Brasilien, Großbritannien, Irland und Portugal seien "temporär" reduziert, teilte die größte deutsche Fluggesellschaft am Samstag auf Anfrage mit und bestätigte eine Meldung des "Spiegel". Grund seien fehlende Buchungen. Die Bundesregierung hatte zum 30. Januar strenge Einreiseregeln für Gebiete erlassen, in denen besonders ansteckende Virusmutanten grassieren.

Vollständig gestrichen werden die Flugverbindungen aber nicht. "Die meisten unserer Passagiere fliegen aus wichtigen beruflichen, dienstlichen oder persönlichen Gründen", erläuterte die Lufthansa. Das gelte insbesondere für Reisen in Risikogebiete. "Mit unserem Flugangebot erhalten wir noch eine geringe Mindestkonnektivität und geben damit insbesondere deutschen Bürgern und Bürgerinnen die Sicherheit, gesellschaftlich oder wirtschaftlich wichtige Aufgaben erledigen zu können oder nach Hause zu kommen." Außerdem würden die Verbindungen von Diplomaten genutzt.

8.18 Uhr: RKI: 10.485 Corona-Neuinfektionen und 689 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 10.485 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 689 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Samstag hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12 321 Neuinfektionen und 794 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bei 77,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

8.01 Uhr: Experte warnt vor Lockerungen ab Inzidenz von 50

Vor einer Lockerung der Corona-Maßnahmen ab einer Inzidenz von 50 hat der Saarbrücker Pharmazie-Professor Thorsten Lehr gewarnt. Dieser Wert werde seinen Berechnungen nach voraussichtlich bundesweit um den 18. Februar erreicht, sagte der Experte für Corona-Prognosen der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Doch er sei noch "viel zu hoch", um Infektionsketten nachzuverfolgen. Hinzu komme noch die Unwägbarkeit über die Ausbreitung der hochansteckenden Mutanten. "Unsere magische Grenze liegt eher bei 20. Auch wenn das keiner hören will."

Wenn der aktuelle Lockdown-Zustand beibehalten werde, werde man 20 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche nach Analyse des "Covid-Simulators" an der Universität des Saarlandes Mitte März erreichen. Bei 10 wäre man Mitte April. Bisher ist der Lockdown bis zum 14. Februar beschlossen.Gegen eine Öffnung bei 50 spreche auch, dass es in Deutschland verschiedene Entwicklungen gebe, sagte Lehr. "Wir sehen Bundesländer, bei denen läuft es richtig gut. Das sind vor allem die ostdeutschen Bundesländer, dort sind die R-Werte deutlich niedriger als der Bundesdurchschnitt." Und dann gebe es noch "zwei Sorgenkinder": Saarland und Bremen. "Die sind 1 und leicht darüber. Da bewegt sich gerade nichts."Lehr betonte, dass im ersten Lockdown 2020 die Sieben-Tage-Inzidenz nie die Schwelle von 50 überschritten hatte. Im Simulator sehe man, dass das Infektionsgeschehen "richtig dynamisch" geworden sei, nachdem Ende September die Grenze von 20 durchbrochen worden sei. Er ging davon aus, dass die Mutationen bald "mit einer deutlicheren Kraft um sich greifen als was wir bisher sehen".

7.45 Uhr: Spahn stellt Corona-Impfstoff für Kinder für Sommer in Aussicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einen für Kinder und Jugendliche geeigneten Impfstoff gegen das Coronavirus für diesen Sommer in Aussicht gestellt. Derzeit gebe es noch keinen für Kinder und Jugendliche zugelassenen Impfstoff, sagte Spahn, der als Gast bei der Jahresauftakt-Klausur der hessischen Union am Freitagabend online zugeschaltet war. Das Vakzin von Biontech /Pfizer sei ab 16 Jahren zugelassen, die beiden anderen Impfstoffe von Moderna und Astrazeneca ab 18 Jahre.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit Vorerkrankungen sei dies ein Problem. Es gebe eine Reihe von Herstellern, bei denen Studien mit Kindern und Jugendlichen liefen, von drei oder vier Herstellern wisse er dies sicher. "Wir gehen davon aus, toi, toi, toi, wenn die Dinge gut laufen, dass wir im Sommer auch einen Impfstoff haben, der eben dann Kinder und Jugendliche schützen kann."

Spahn räumte einen schwierigen Start der Impfkampagne Ende Dezember ein. "Es war irgendwie auch die Erwartung größer, im Nachhinein hätte man vielleicht noch stärker auch Erwartungsmanagement machen müssen", sagte der Minister. "Ich hab' gedacht, nachdem wir sechs Wochen über Priorisierung, Knappheit, Ethikrat, Bundestag diskutiert haben im Dezember, dass irgendwie klar ist, das wird schwierig am Anfang."

Nach dem Impfstart sei angesichts der Pandemiemüdigkeit "die Erwartung auf einmal ganz, ganz groß" gewesen, "dass das jetzt ganz, ganz schnell geht". Der Weg sei begonnen, "aber es ist noch ein Stück Weg", sagte Spahn. Mindestens die nächsten neun bis zehn Wochen dürften nun noch von starker Impfstoff-Knappheit geprägt sein, "und dann im zweiten Quartal wird's sicher besser", so Spahn.

5. Februar

17.25 Uhr: Köln verschärft nach starkem Anstieg von Inzidenzzahl Corona-Auflagen

Nach einem deutlichen Anstieg der Corona-Inzidenzzahlen innerhalb eines Tages hat die Stadt Köln die Pandemieschutzregeln verschärft. Ab Samstag dürfen sich in der Millionenstadt auch im privaten Raum maximal ein Haushalt und eine weitere Person treffen, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Damit überträgt Köln die in der Coronaschutzverordnung festgeschriebene Regelung zur Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum per Allgemeinverfügung nun auch auf Privaträume.Die Sieben-Tage-Inzidenz war in der Domstadt von 75,9 am Donnerstag auf 91,4 am Freitag gestiegen. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche wieder. An den bevorstehenden Karnevalstagen gilt in Köln ein Alkoholverbot: Von Weiberfastnacht am kommenden Donnerstag bis zum frühen Morgen des Aschermittwochs ist der Konsum alkoholischer Getränke im gesamten Stadtgebiet verboten.

17.15 Uhr: Seehofer will Friseursalons öffnen

Friseursalons sollten nach Ansicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer bald wieder öffnen dürfen. "Ich bin in der aktuellen Situation ganz klar für eine Verlängerung der Corona-Schutzmaßnahmen", sagte der CSU-Politiker dem "Spiegel". "Wir sollten aber diejenigen Maßnahmen zurücknehmen, die ganz offensichtlich keine Schutzwirkung entfalten", fügte er hinzu. Bei den Friseuren habe sich "regelrecht ein Schwarzmarkt" entwickelt. Immer mehr Menschen würden sich auf anderen Wegen und dann eben auch ohne Hygienekonzepte die Haare schneiden lassen. Das sei viel gefährlicher, als Friseurläden mit einem strengen Hygiene-Konzept die Öffnung zu gestatten.

16.23 Uhr: Lockdown-Verlängerung um zwei Wochen im Gespräch

Vor dem geplanten Corona-Gipfel von Bund und Ländern kommende Woche ist eine Verlängerung des Lockdowns um zwei Wochen bis Ende Februar im Gespräch. Das berichtet "Business Insider" unter Berufung auf Bund-Länder-Kreise. Parallel zu der Kurzzeit-Lockdown-Verlängerung sollen demnach die Länder erste Freiräume für Öffnungen bekommen. In den Kreisen etwa, in denen die Inzidenz bereits deutlich unter dem kritischen Wert von 50 liegt, sollen Schulen und Kitas flexibler Unterricht anbieten können. Diesen Inzidenzwert unterschritten haben am Freitag bereits 341 von 412 Kreise.

Vor allem das Kanzleramt drängt demnach darauf, dass Öffnungen nur behutsam erfolgen. Die Länder sollen darum möglichst nicht zu viel Spielraum bei Öffnungen bekommen. Zu groß ist die Sorge, dass aufgrund der Mutationen das Infektionsgeschehen nach ersten Öffnungsschritten wieder deutlich zunimmt. Merkel pocht demnach auf eine größere Einheitlichkeit, wenn Länder lockern wollen. Ob ein Öffnungs-Stufenplan beispielsweise wie in Niedersachsen und Schleswig-Holstein für ganz Deutschland kommt, gilt derzeit als unwahrscheinlich. In den aktuellen Vorberatungen zum Gipfel werden die Konzepte als zu kleinteilig beschrieben.

Offen ist dem Bericht zufolge auch, ob mit inzidenzabhängigen stufenweisen Öffnungen bei einer Zwei-Wochen-Verlängerung des Lockdowns erst Anfang März begonnen wird oder bereits Mitte Februar. Das hängt von den noch anstehenden Beratungen am Wochenende und Anfang der Woche ab.

15.21 Uhr: Deutsche Olympiakandidaten und Bevölkerung gegen bevorzugte Impfung von Sportlern

Die große Mehrheit der deutschen Olympiakandidaten hat sich in der Diskussion um eine bevorzugte Impfung von Sportlern gegen eine Sonderbehandlung ausgesprochen. In einer Umfrage des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) plädierten 73 Prozent der potenziellen Teilnehmer an den Sommerspielen in Tokio für die Beibehaltung der bisherigen Impf-Reihenfolge. Nur 18 Prozent wünschen sich eine andere Priorisierung.

Durchgeführt wurde die Befragung nach Angaben des DOSB unter 1700 potenziellen Olympiateilnehmern, 676 vollständig ausgefüllte Antworten kamen in die Auswertung. Die detaillierten Ergebnisse sollen in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

"Damit beweist das Team D einmal mehr ein vorbildliches Verantwortungsbewusstsein im Sinne der gesamten Gesellschaft", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. "Das jetzt vorliegende Gesamtergebnis bestätigt unsere seit Wochen kommunizierte Haltung: Wir erwarten keine Vorzugsbehandlung für den Spitzensport, aber hoffen darauf, dass im zweiten Quartal ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, um unsere Teams sicher zu den großen Ereignissen des Weltsports entsenden zu können."

10.27 Uhr: Spahn kündigt Änderung der Impfverordnung

Bundesgesundheitsminister Spahnkündigte während der Bundespressekonferenz an, aufgrund der Zulassung des Wirkstoffs von Astrazeneca zu reagieren: "Wir ändern die Impfverordnung". Die Änderung wolle er am Montag unterzeichnen. Die Priorisierungsgruppen würden gleich bleiben, Personen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren sollten aber bereits ab Februar mit dem neuen Vakzin von Astrazeneca geimpft werden. "Das ermöglicht uns eine Verdopplung der Impfungen im Februar", so Spahn. Der Impfstoff von Astrazeneca wurde nicht für Personen ab 65 Jahren empfohlen.

10.12 Uhr: Wieler: "Situation ist noch lange nicht unter Kontrolle"

RKI-Chef Lothar Wieler bezeichnete sie sinkenden Infektionszahlen in der Bundespressekonferenz als "sehr gute Nachricht". Trotzdem warnte er, dass die Situation noch lange nicht unter Kontrolle sei. Besondere Sorgen machten die Mutationen des Virus. Besonders die Variante B117, die aus Großbritannien stammt, breite sich in Deutschland immer mehr aus. Sie sei ansteckender und führe häufiger zu schweren Verläufen, erklärte Wieler.

10.07 Uhr: "Schulen und Kitas werden zuerst geöffnet"

Spahn erklärte bei der Pressekonferenz weiter, wenn es Spielraum für Lockerungen gebe, sollten als erstes Schulen und Kitas wieder geöffnet werden. Auch er sei die Pandemie leid, aber man sei auf dem Weg hinaus. Der zuletzt mühsam erreichte Fortschritt bei den Infektionszahlen dürfe nicht leichtfertig verspielt werden, sagte er am Freitag in Berlin und wies erneut auf die Gefahr durch Virusmutationen hin. "Wenn wir diesen Mutationen die Möglichkeit zur Ausbreitung geben würden, riskierten wir einen erneuten Anstieg der Infektionszahlen", sagte Spahn.

10.05 Uhr: Spahn: "Haben jetzt die Mittel, das Virus zu besiegen"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in der Bundespressekonferenz erklärt, es sei ein "Erfolg", dass man nun drei Impfstoffe zur Verfügung habe. "Wir haben jetzt die Mittel, das Virus zu besiegen", sagt er. "Nicht sofort, aber im Laufe des Jahres." Inzwischen seien knapp drei Millionen Impfdosen verabreicht worden, mehr als 800 000 Bürger hätten schon die zweite Impfdosis erhalten. Fast 80 Prozent der Bewohner von Pflegeheimen habe bereits eine erste Impfung bekommen

8.30 Uhr: Thüringen will bald "verlässlicher sagen, was in den kommenden Wochen möglich ist"

Die Thüringer Landesregierung arbeitet nach Angaben von Ministerpräsident Bodo Ramelow an einem Corona-Stufenplan. Er soll voraussichtlich in der kommenden Woche vom Kabinett verabschiedet und danach dem Landtag vorgelegt werden, sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. "Das wird ein Fahrplan, und wir können dann verlässlicher sagen, was in den kommenden Wochen möglich ist."

Thüringen orientiere sich bei diesem Vorgehen an den Ländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen, die bereits Stufenpläne vorgestellt haben, sagte der Linken-Politiker. "Und mir wäre es am liebsten, wenn wir so etwas bundesweit hätten." Er wolle sich dafür in der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 10. Februar aussprechen. "Ich möchte einen verbindlichen Fahrplan für Deutschland."

In Thüringen gehe es zunächst darum, festzulegen, welche Lockerungen abhängig von der Infektionsentwicklung, ihrer Dynamik und der Belastbarkeit des Gesundheitssystems möglich seien – oder eben auch nicht, so der Regierungschef. Festlegungen zu den Stufen mit bestimmten Sieben-Tages-Inzidenzwerten gebe es noch nicht. "Wir schaffen erst den Rahmen."

Ramelow kann sich vorstellen, dass bei einem bestimmten Infektionswert die Kommunen selbst entscheiden können, welche Lockerungen möglich sind. "Umgekehrt könnten bei bestimmten Werten landesweite Vorgaben gelten", sagte der Chef der rot-rot-grünen Minderheitsregierung.

In Thüringen gilt der Lockdown mit der Schließung von Schulen, den meisten Geschäften und Friseursalons zunächst bis 19. Februar. Die Landesregierung hatte ihn überraschend in dieser Woche um fünf Tage verlängert. Thüringen ist derzeit das Bundesland mit den höchsten Infektionswerten in Deutschland

8.15 Uhr: Wirtschaft fordert klare Öffnungsperspektive

Wirtschaftsverbände werden angesichts des wochenlangen Corona-Lockdowns zunehmend ungeduldig und verlangen von Bund und Ländern eine klare Öffnungsperspektive. Viele Unternehmer stünden wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand und zehrten angesichts massiver Ertragseinbußen von ihren Reserven, heißt es in einer Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand. "Gerade sie warten dringend auf eine klare und an nachvollziehbaren Kriterien ausgerichtete Öffnungsperspektive." Ein Wiederhochfahren sei nicht per Knopfdruck möglich, sondern müsse sorgfältig vorbereitet werden.

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) als Spitzenverband der Immobilienwirtschaft forderte, einen "Wirtschaftsgipfel" einzuberufen. Der ZIA begrüßte die stufenweise Öffnungspläne, wie ihn die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein bereits entwickelt hätten. "Jeder Monat Lockdown kostet 34 Milliarden Euro. Trotz aller Wirtschaftshilfen gilt: Öffnungen sind die besten Hilfen", so ZIA-Präsident Andreas Mattner.

Bund und Länder wollen am 10. Februar über ihr weiteres Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Bei ihren Beratungen am 19. Januar hatten sie beschlossen, den Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis Mitte Februar zu verlängern. Restaurants und Bars, Freizeiteinrichtungen sowie viele Geschäfte bleiben zumindest bis zu diesem Zeitpunkt geschlossen. Bund und Länder hatten aber zugleich vereinbart, dass eine Arbeitsgruppe ein Konzept für eine "sichere und gerechte" Öffnungsstrategie erarbeiten soll.

7.00 Uhr: Lockerungen geplant: Ab Sonntag dürfen Israelis sich wieder mehr als einen Kilometer von ihrer Wohnung entfernen

Der Corona-Lockdown in Israel wird bis Sonntagmorgen verlängert, anschließend sollen trotz anhaltend hoher Infektionszahlen graduell Lockerungen eingeleitet werden. Dies teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Nacht auf Freitag nach einer stundenlangen Kabinettssitzung mit.

Von Sonntag an soll in einem ersten Schritt unter anderem das Verbot aufgehoben werden, sich weiter als einen Kilometer von seiner Wohnung zu entfernen. Netanjahu rief die Bevölkerung auf, sich an die weiter geltenden Einschränkungen zu halten und sich impfen zu lassen.

Der harte Lockdown – der insgesamt dritte in dem Neun-Millionen-Einwohner-Land – wäre ohne Verlängerung am Freitagmorgen ausgelaufen. Verhängt worden war er am 8. Januar. Trotz dieser Maßnahme und einer großen Impfkampagne verharrten die Infektionsfälle und die Zahl der Schwerkranken auf einem sehr hohen Niveau. Das Gesundheitssystem liegt nahe der Belastungsgrenze.

Wie das Gesundheitsministerium am späten Donnerstagabend mitteilte, wurde die Zahl von 5000 Corona-Todesfällen überstiegen. Am 31. Dezember stand der Wert bei 3388 Toten. Dies bedeutet, dass fast ein Drittel der Todesfälle seit Jahresbeginn verzeichnet wurde.

Für Mittwoch wurden 7439 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Durch den zweiten Lockdown im Herbst hatte diese Zahl von mehr als 9000 auf nur noch wenige hundert gesenkt werden können. Als Schwelle für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen war im Dezember die Zahl von 2500 Neuinfektionen pro Tag gesetzt worden. Die Regierung macht für die hohen Infektionszahlen vor allem eine Coronavirus-Mutation verantwortlich, vielfach wurden aber auch Lockdown-Regeln nicht befolgt und durchgesetzt.

6.00 Uhr: Jetzt mehr als 60.000 Tote – fast 13.000 Neuinfektionen

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.908 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 855 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Freitag hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 14.022 Neuinfektionen und 839 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bei 79,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,89 (Vortag 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 89 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab

4. Februar

18.12 Uhr: Tirol wehrt sich gegen drohende Abriegelung wegen Mutante

Nach dem vermehrten Auftreten der südafrikanischen Mutation des Coronavirus in Tirol wehrt sich das Bundesland gegen erste Überlegungen für eine Quarantäne. Einen solchen gravierenden Schritt gebe die Datenlage nicht her, sagte Tirols Landeschef Günther Platter am Donnerstag im Landtag in Innsbruck. Zwar müsse man auf der Hut sein, aber es gelte, die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Die südafrikanische Variante sei in Tirol bisher 75 Mal identifiziert worden - nur fünf Betroffene seien aktiv positiv. Es würden nun die Kontaktnachverfolgung und das Testen intensiviert.

Zuvor war nicht ausgeschlossen worden, dass das ganze Bundesland unter Quarantäne gestellt wird. Die Regierung in Wien prüfe mit Experten alle Optionen, erfuhr die österreichische Nachrichtenagentur APA aus informierten Kreisen am Donnerstag. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte die Situation in Tirol als ernst bezeichnet. Eine Entscheidung soll spätestens am Sonntag fallen.

Eine Virologin der Medizinischen Universität Innsbruck hatte am Mittwoch Alarm geschlagen und Reisebeschränkungen gefordert. Eine Auswertung habe ergeben, dass in Teilen des österreichischen Bundeslands etwa zehn Prozent der Neuinfektionen auf die Südafrika-Variante zurückgingen, so die Virologin Dorothee von Laer. Dies gelte für die Region zwischen Innsbruck und der deutschen Grenze bei Kufstein. Es könne sein, dass die Impfungen weniger gegen diese Mutation wirkten und auch der natürliche Schutz durch Antikörper nach einer Erkrankung weniger gegen diese Variante helfe

14.25 Uhr: Landkreis zog heimlich 320 Polizisten bei Corona-Impfungen vor

Der Landkreis Stendal hat auf eigene Faust und gegen die Vorgaben aus dem Impfplan 320 Polizisten bei der Corona-Schutzimpfung bevorzugt. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) bestätigte den Vorgang am Donnerstag im Landtag auf Anfrage des Linken-Politikers Wulf Gallert. Sie zeigte sich verärgert und kündigte an, den Landkreis für die nicht abgesprochene Aktion zu ermahnen.

Polizisten gehören, sofern sie nicht schwer krank oder sehr alt sind, nicht zur ersten, sondern zur zweiten Prioritätsgruppe im Impfplan. Sie dürfen damit erst geimpft werden, wenn die Hochbetagten, Schwerkranken und das medizinische Personal, das die Gruppe eins bildet, vollständig versorgt ist. Die Impfverordnung und diese darin festgelegte Reihenfolge sei "keine Empfehlung", betonte Grimm-Benne.

Auch der Landkreis bestätigte den Vorgang. Es habe sich um einen Test für das Szenario gehandelt, dass plötzlich jenseits von Impfzentren und Pflegeheimen viele Menschen geimpft werden müssten, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. So etwas könne man "nicht am Schreibtisch" planen. Ein Testlauf, in dem nur die Abläufe vor und nach dem Piks, nicht aber die Impfung selbst geprobt werden, wäre nicht realistisch genug gewesen. Den Impfstoff zwackte der Landkreis demnach aus der Reserve ab, die er eigentlich für die Zweitimpfungen bereits geimpfter Menschen vorhalten müsste. Der solle wieder aufgefüllt werden, sobald die Polizisten im Impfplan an der Reihe sind, sagte der Sprecher.

10.15 Uhr: Ethikrat will Isolationsmaßnahmen in Pflegeheimen "schnellstmöglich" aufheben

Die Isolationsmaßnahmen in Pflege-, Senioren-, Behinderten- und Hospizeinrichtungen sollten für geimpfte Menschen mit fortschreitendem Impfprogramm allerdings "schnellstmöglich aufgehoben werden", heißt es in den Empfehlungen des Ethikrates weiter. Als Maßstab für die Rücknahme der derzeit geltenden allgemeinen Beschränkungen sollten primär die Hospitalisierungszahlen sowie schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle herangezogen werden, konstatiert der Ethikrat weiter. Die reinen Infektionszahlen sollten dabei keine Rolle spielen.

10.11 Uhr: Ethikrat empfiehlt Entscheidungsspielraum für private Anbieter

Einen gewissen Entscheidungsspielraum bei einer Sonderbehandlung von Geimpften will der Ethikrat privaten Anbietern von Veranstaltungen einräumen. Der Rat stellte fest, dass solche Veranstalter "grundsätzlich frei in ihrer Entscheidung sind, mit wem sie einen Vertrag schließen". Das umfasse "prinzipiell auch die Möglichkeit, nach dem Impfstatus ihrer Gegenüber zu differenzieren" – dies würde also bedeuten, dass Geimpfte anders behandelt werden dürfen als nicht Geimpfte.

Aber auch hier sollen nach Vorstellung des Ethikrats Grenzen gelten: Einschränkungen der Vertragsfreiheit privater Anbieter könnten dann gerechtfertigt sein, "wenn der Zugang zu ihren Angeboten für eine prinzipiell gleichberechtigte, basale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unerlässlich ist".

10.09 Uhr: Ethikrat lehnt Sonderregeln für Geimpfte ab

Der Deutsche Ethikrat hält es für falsch, die wegen der Corona-Pandemie beschlossenen staatlichen Freiheitsbeschränkungen für Geimpfte früher zu beenden. Ohnehin müsse erst geklärt werden, ob von geimpften Menschen weiterhin eine Ansteckungsgefahr ausgehe oder nicht, sagte die Vorsitzende des Ethikrates, Alena Buyx, am Donnerstag in Berlin. "Eine vorherige individuelle Rücknahme nur für Geimpfte" wäre daher nicht richtig. Das Befolgen von Regelungen wie Maske-Tragen oder Abstand halten könne man auch Geimpften weiterhin zumuten, wenn das notwendig sei. Die derzeit geltenden allgemeinen Freiheitsbeschränkungen sollten mit dem Fortschreiten des Impfprogramms dann aber für alle Bürgerinnen und Bürger schrittweise zurückgenommen werden.

8.02 Uhr: Spahn zögerlich wegen Lockerungen ab Mitte Februar

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich zurückhaltend zu möglichen Lockerungen der Corona-Infektionsschutzregeln ab Mitte Februar geäußert. "Die Zahlen sind ermutigend, es gibt bei den Neuinfektionen einen spürbaren Trend nach unten. Aber man kann noch nicht abschließend sagen, wo wir am 14. Februar stehen", sagte Spahn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag). Vor dem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten werde das Robert Koch-Institut erste Ergebnisse dazu mitteilen, wie sich die Mutationen des Coronavirus bisher verbreiteten. Bei dem Treffen am Mittwoch kommender Woche soll darüber entschieden werden, ob der zunächst bis 14. Februar befristete Lockdown verlängert wird.

Spahn sagte weiter: "Wir brauchen einen verantwortungsvollen Übergang vom Lockdown in einen neuen Normalzustand." Aus seiner Sicht seien zuerst Kitas und Schulen dran. "Und danach wird nach und nach auch in anderen Bereichen gelockert." Ob das schon ab dem 15. Februar oder erst später gehe, werde nächste Woche entschieden. Die Stufenpläne, die manche Bundesländer erarbeiteten, halte er für klug. "Man muss regional unterschiedlich agieren und reagieren können", meinte der Gesundheitsminister. "Wir können nicht den ganzen Winter in diesem harten Lockdown bleiben. Das würden wir nicht gut aushalten als Gesellschaft."

7.40 Uhr: Umfrage – Vertrauen in Corona-Politik schwindet

Die Stimmung der Menschen in Deutschland in der Corona-Pandemie droht nach der Langzeit-Umfrage "Die Ängste der Deutschen" zu kippen. So sieht inzwischen rund die Hälfte der Befragten die Politiker von ihren Aufgaben überfordert (54 Prozent). Das ist bisher der höchste Wert in der Pandemie. Im Sommer urteilten 40 Prozent der Interviewten so, im ersten Lockdown im April 2020 waren es 46 Prozent, wie es in der Studie heißt, die am Donnerstagvormittag veröffentlicht werden sollte.

Die Umfrage "Die Ängste der Deutschen" wird seit fast 30 Jahren regelmäßig von der R+V-Versicherung in Auftrag gegeben und gilt als kleiner Seismograph der Befindlichkeiten rund um Politik, Wirtschaft, Familie und Gesundheit. Zuletzt wurden am 25. und 26. Januar rund 1000 Erwachsene zwischen 16 und 75 Jahren von Meinungsforschern für einen Zwischenstand befragt.

Für Manfred Schmidt, Politologe an der Universität Heidelberg, spiegelt sich in den wachsenden Sorgen der Bundesbürger in der Pandemie keine diffuse "German Angst". "Da ist etwas gekippt. Die Sache ist enger geworden für die Politik", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Für den Wissenschaftler zeigt das neue Umfrage-Ergebnis nachlassendes Vertrauen.

Als mögliche Ursachen sieht Schmidt unter anderem den langen Lockdown und die laufende Impfstoffdiskussion. Aus Sicht des Politologen war es zum Beispiel ein grundlegender Fehler, beim die Impfstoffbeschaffung auf EU-Ebene zu verlagern. Nationale Strategien seien besser aufgegangen. Er vermisse auf politischer Ebene das klare Eingestehen von Fehlern, aus denen sich lernen lasse, sagte Schmidt.

7.00 Uhr: Entwicklungsminister Müller lobt Impfstart ärmeren Ländern

Entwicklungsminister Gerd Müller hat den Start von Corona-Impfungen in den ersten 18 Entwicklungs- und Schwellenländern mit Hilfe der Impfstoffplattform Covax begrüßt. Der CSU-Politiker reagierte auf die Ankündigung der Organisation, die ersten Impfstoffe in den nächsten Wochen zu verteilen und insgesamt fast 340 Millionen Dosen an arme Länder zu geben.

"Covid-19 ist eine weltweite Gesundheitskrise und der Impfstoff ist ein globales Gut, das auch den Entwicklungsländern zur Verfügung stehen muss. Bis jetzt aber haben sich die reichsten 14 Prozent der Weltbevölkerung mehr als die Hälfte der Impfdosen gesichert", sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir besiegen die Pandemie nur weltweit oder gar nicht", sagte Müller. Unter den ersten 18 Staaten der Covax-Hilfe sind Tunesien, Mali, Ruanda, Bolivien und den Philippinen, aber auch die Ukraine und Bosnien-Herzegowina.

"Dieses Jahr werden aber maximal 20 Prozent der Bevölkerung in 92 Entwicklungs- und Schwellenländern geimpft werden können. Und selbst dafür ist die Finanzierung längst nicht gesichert", so Müller. Es fehlten insgesamt noch 25 Milliarden Dollar. Die Weltgemeinschaft, die EU und private Geber müssten sich daher stärker an der Finanzierung von Covax beteiligen. "Auch die EU sollte sich jetzt mit 4 Milliarden Euro beteiligen – die gleiche Summe haben die USA unter dem neuen Präsidenten Joe Biden angekündigt", so Müller.

6.20 Uhr: Lindner will von Merkel Regierungserklärung zu Corona-Maßnahmen

FDP-Chef Christian Linder hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einer Regierungserklärung in der Corona-Krise aufgefordert. Die FDP-Fraktion halte es "für zwingend notwendig", dass der Bundestag über die Ergebnisse des Impfgipfels, den Stand der Impfkampagne und die Arbeiten an einer Öffnungsperspektive öffentlich diskutiere, heißt es in einem Schreiben Lindners an die Kanzlerin, das der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vorlag.

"Es liegt in unserem gemeinsamen Interesse, den Impfprozess in Deutschland massiv zu beschleunigen, damit alle Bürgerinnen und Bürger bis spätestens Sommer ein Impfangebot erhalten. In der aktuellen Lage ist das Impfen eine Freiheitsfrage", schrieb Lindner.

"Jede Beschleunigung der Impfkampagne kann Menschenleben retten und die Zeit drastisch eingeschränkter Grundrechte verkürzen." Die Ergebnisse des Gipfels werfen nach seinen Worten für Parlamentarier allerdings weitere Fragen auf, "die nicht durch Pressekonferenzen oder Interviews hinreichend geklärt werden können".

Lindner verwies darauf, dass Merkel angekündigt habe, mit Bund und Ländern eine Öffnungsperspektive entwickeln zu wollen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe angesichts der Impfstoffknappheit aber von noch mindestens zehn harten Wochen gesprochen. Diese Themen gehörten in den Bundestag. Lindner: "Mit offenen Debatten im Parlament verbessern wir die Qualität politischer Maßnahmen, schaffen vor allem aber auch Transparenz und stärken das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in das Agieren der Politik.

6.00 Uhr: 14.211 Neuinfektionen, fast 800 Tote

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 14.211 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 786 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Donnerstag hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 17.553 Neuinfektionen und 941 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Donnerstagmorgen bei 80,7. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,83 (Vortag 0,85). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

3. Februar

14.52 Uhr: Astrazeneca-Impfstoff wohl auch wirksam gegen Virus-Übertragung

Der Impfstoff des britischen Pharmakonzerns Astrazeneca und der Universität Oxford soll ersten Erkenntnissen zufolge auch gegen die Übertragung des Coronavirus wirken. PCR-Tests bei einer zufälligen Stichprobe aus entsprechend Geimpften in Großbritannien hätten gezeigt, dass der Impfstoff die Übertragung um rund 67 Prozent verringere, sagte Astrazeneca-Forschungschef Mene Pangalos am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Zuvor war nur die Wirkung gegen eine Covid-19-Erkrankung festgestellt worden.

Die genannte Zahl bezieht sich auf jene, die eine erste Impfdosis hinter sich haben. Unter Getesteten, die auch die zweite Dosis schon hinter sich haben, konnte hingegen lediglich eine Verringerung der Wirksamkeit um knapp 50 Prozent festgestellt werden. "Selbst 50 Prozent sind eine signifikante Verringerung", sagte Pangalos. Laut Andrew Pollard von der Universität Oxford könnte die Differenz an der unterschiedlichen Zusammensetzung der relativ kleinen Stichproben liegen. "Dazu müssen wir noch weitere Analysen anstellen", räumte Pollard ein.

Astrazeneca belegte mit neuen Untersuchungen zum Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung außerdem, dass rund zwölf Wochen Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfdosis bei dem eigenen Impfstoff wohl positive Auswirkungen auf dessen Wirksamkeit haben. Zwischen dem 22. und dem 90. Tag nach der ersten Impfdosis soll die Schutzwirkung des Vakzins demnach nicht nachlassen. Die Wirksamkeit gegen eine Erkrankung an Covid-19 wird in dieser Zeit von Astrazeneca mit 76 Prozent angegeben. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte die Wirksamkeit des Vakzins mit rund 60 Prozent angegeben. Grund für diese Differenz ist, dass unterschiedlich viele Daten aus den klinischen Studienphasen in die Berechnung einfließen.

13.59 Uhr: CTS Eventim befürwortet Konzerte nur für Geimpfte

Private Veranstalter sollten aus Sicht des Ticketverkäufers CTS Eventim in Zukunft die Möglichkeit haben, nur geimpfte Menschen für Veranstaltungen zuzulassen. "Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, dann sollten privatwirtschaftliche Veranstalter auch die Möglichkeit haben, eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen", sagte Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg der "Wirtschaftswoche". Das Unternehmen habe bereits seine Systeme so eingerichtet, dass diese auch Impfausweise lesen könnten.

CTS Eventim weist die Darstellung zurück, die Teilnahme an Veranstaltungen an eine Impfung gegen das Coronavirus binden zu wollen. Dies sei falsch. Der Veranstalter widersprach damit auch einer früheren Darstellung der Deutschen Presse-Agentur.

In Schleswig-Holstein hat das Gesundheitsministerium CTS Eventim mit der Vergabe von Impfterminen beauftragt. Für das Unternehmen ist das ein neues Geschäftsfeld in Zeiten, in denen durch die Corona-Beschränkungen die Veranstaltungsbranche weitgehend brach liegt. Mit anderen Bundesländern sei man im Gespräch für eine Zusammenarbeit, wenn mehr Impfstoff verfügbar sei, so Schulenberg. "Je schneller die Bevölkerung geimpft ist, desto schneller können auch Veranstaltungen wieder stattfinden." Vor allem gehe es aber darum, "einen Beitrag zu leisten, damit wir alle diese Pandemie baldmöglichst überwinden", sagte er.

8.25 Uhr: Curevac und GSK kooperieren bei Impfstoff gegen Corona-Varianten

Das Tübinger Unternehmen Curevac und der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) wollen zusammen einen neuen Impfstoff gegen die ansteckenderen Varianten des Coronavirus entwickeln. Dazu vereinbarten Curevac und GSK nach eigenen Angaben vom Mittwoch eine Zusammenarbeit mit dem Ziel, das Vakzin im nächsten Jahr auf den Markt zu bringen. Zudem unterstützt GSK demnach die Herstellung von bis zu 100 Millionen Dosen eines derzeit noch in Entwicklung befindlichen ersten Corona-Impfstoffs von Curevac.

7.45 Uhr: Merkel, Macron und andere Spitzenpolitiker wollen die Pandemie als Chance begreifen

Die Corona-Pandemie bietet nach Meinung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und anderen internationalen Spitzenpolitikern die Chance für eine Neuordnung der Weltpolitik. "Die Welt wird nach Corona eine andere sein", heißt es in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und andere Blätter.

Die jetzige Krise biete auch Gelegenheit, "durch effiziente Zusammenarbeit, Solidarität und Koordination wieder einen Konsens über eine internationale Ordnung zu erzielen – eine Ordnung, die auf Multilateralismus und Rechtsstaatlichkeit beruht". Auch das Problem des Klimawandels könne nur global gelöst werden.

Der Beitrag wurde auch von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Senegals Staatschef Macky Sall unterschrieben. Von Seiten internationaler Organisationen waren UN-Generalsekretär António Guterres, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Charles Michel beteiligt. Die Gruppe schlägt auch eine wieder engere Zusammenarbeit im Rahmen internationaler Foren wie der Gruppe der G7 und der G20 vor.

Die Covid-19-Krise sei "die seit Generationen größte Bewährungsprobe für die weltweite Solidarität", heißt es weiter in dem Text. "Ist auch nur ein Ort in der Welt von Covid-19 betroffen, sind Menschen und Volkswirtschaften allerorten gefährdet." Daraus müssten auch Lehren für künftige Krisen gezogen werden. "Statt Kulturen und Werte gegeneinander auszuspielen, müssen wir einen integrativeren Multilateralismus aufbauen. Dabei haben wir unsere Unterschiede genauso zu achten wie unsere gemeinsamen Werte, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert sind.

7.30 Uhr: Drosten warnt vor zu frühen Lockerungen

Eine Woche vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie hat der Virologe Christian Drosten erneut eindringlich vor zu frühen Lockerungen der Beschränkungen gewarnt. "Für die Zeit bis Ostern können wir noch nicht viel an Bevölkerungsschutz durch die Impfung erwarten", sagte der Charité-Wissenschaftler im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info vom Dienstag. Am Mittwoch kommender Woche wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten darüber entscheiden, ob der zunächst bis 14. Februar befristete Lockdown verlängert wird.

6.30 Uhr: 9705 Corona-Neuinfektionen und 975 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 9705 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 975 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 13.198 Neuinfektionen und 982 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bei 82,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,85 (Vortag 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 85 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

2. Februar

19.30 Uhr: Konzept für Lockerungen

Am 10. Februar wollen Bund und Länder über eine Verlängerung des Lockdowns beraten. Wie „Business Insider“ berichtet, soll dabei ein Konzept für Lockerungen besprochen werden. Das erarbeitet derzeit eine sogenannte Vierergruppe, die aus jeweils einem Vertreter des Kanzleramtes, der Senatskanzlei Berlin, der Staatskanzlei in Bayern und Vizekanzlers Olaf Scholz (SPD) besteht.

Nach Informationen von „Business Insider“ hat die Gruppe erste Eckpunkte festgelegt, wie Deutschland aus dem Lockdown raus soll. Dabei soll es eine Reihenfolge für Lockerungen geben, die von bestimmten Kriterien abhängen. Dem Vernehmen nach prüft die Vierergruppe in dem Zusammenhang intensiv einen entsprechenden Plan aus Niedersachsen. Wie auch Schleswig-Holstein hat das Land zuletzt eine Strategie erarbeitet, wie es schrittweise das öffentliche Leben wieder hochfahren will.

Der Niedersachsen-Plan ist differenzierter, beinhaltet Lockerungs-Maßnahmen in sechs Stufen: ab einer Inzidenz von unter 10, zwischen 10 und 25, zwischen 25 und 50, zwischen 50 und 100, 100 und 200 und über 200. Völlig offen ist aber, ab wann ein entsprechender Plan für ganz Deutschland gelten soll. Klar ist dagegen, dass der Lockdown im Grundsatz verlängert wird. Gesetzlich ist das um höchstens vier Wochen möglich. Allerdings sind derzeit auch Alternativen im Gespräch. Möglich, dass er beispielsweise nur um zwei Wochen verlängert wird, bis die Inzidenz bundesweit unter 50 ist, was eben möglicherweise erst ab Anfang März erreicht wird.

15.53 Uhr: Berlin führt Maskenpflicht im Auto ein

In Berlin gilt künftig auch eine Maskenpflicht im Auto. Ausgenommen sind nur der Fahrer und bei Fahrten im privaten Auto die Mitglieder des eigenen Haushalts. Das hat der Senat am Dienstag beschlossen. Vorgeschrieben ist demnach eine medizinische Maske, wie es auch beim Einkaufen und bei Fahrten im ÖPNV der Fall ist. Die neuen Regeln betreffen auch Autokorsos und sollen in den kommenden Tagen in Kraft treten.

13.45: Russischer Impfstoff Sputnik V laut Studie zu 91,6 Prozent wirksam

Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V ist laut einer Studie zu 91,6 Prozent wirksam. Laut der am Dienstag von der renommierten britischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Studie schützte das vom russischen Forschungszentrum Gamaleja entwickelte Vakzin in der dritten und letzten Phase der klinischen Studien 91,6 Prozent der Probanden vor einer symptomatischen Covid-19-Erkrankung. Nach Angaben der Autoren wurde der Impfstoff von den Probanden zudem gut vertragen.

6.00 Uhr: 6114 Neuinfektionen, 861 Todesfälle

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 6114 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 861 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 6412 Neuinfektionen und ‹903› neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bei 90. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,88 (Vortag 0,91). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

5.55 Uhr: Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln in den USA startet

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ist in den USA eine landesweite Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln in Kraft getreten. An Bord von Flugzeugen, Schiffen, Fähren, Zügen, U-Bahnen, Bussen, Taxis und ähnlichen Verkehrsmitteln muss seit kurz vor Mitternacht (23.59 Ohr Ortszeit US-Ostküste/5.59 Uhr MEZ am Dienstag) ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wie die Gesundheitsbehörde CDC verfügte.

Die Maskenpflicht gilt auch an Verkehrsknotenpunkten wie zum Beispiel Flughäfen, Bahnhöfen oder Häfen. Verkehrsunternehmen dürfen demnach nur Personen transportierten, die der Maskenpflicht Folge leisteten.

Die Anordnung gilt auf unbestimmte Zeit. CDC behielt sich die Verhängung von Strafen bei Nichtbeachtung vor, diese sind aber zunächst nicht vorgesehen. Man setze in erster auf ein freiwilliges Befolgen der Maskenpflicht, hieß es in der Anordnung. Der neue US-Präsident Joe Biden hatte den Kampf gegen die Pandemie zu einem seiner wichtigsten Ziele erklärt. Er unterzeichnete kurz nach seinem Amtsantritt am 20. Januar eine Verfügung, die eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln vorsieht.

Seit Beginn der Pandemie sind in den USA Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore zufolge mehr als 440.000 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus ums Leben gekommen. Mehr als 26 Millionen Infektionen wurden nachgewiesen

1. Februar

18.31 Uhr: Österreich öffnet Schulen, Friseure und Geschäfte wieder

Österreich lockert den harten Lockdown ab dem 8. Februar wieder. Der Handel, Schulen und körpernahe Dienstleister wie Friseure dürfen unter strengen Auflagen wieder öffnen, teilte die Regierung in Wien mit. Der Unterricht in den Schulen werde teilweise im Schichtbetrieb erfolgen. Teilnehmen dürfen aber nur Schüler, die sich testen lassen.

Auch Friseure und andere Dienstleistungen dürfen nur mit einem Test in Anspruch genommen werden. Dieser darf nicht älter als 48 Stunden sein. Die Ausgangsbeschränkungen werden auf die Zeit zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr eingegrenzt. Am Tag dürfen sich zwei Haushalte treffen. In anderen Bereichen, etwa bei der Einreise, wurden hingegen Verschärfungen beschlossen.

16.26 Uhr: Habeck: Behörden sollten Corona-Impftermine einfach vergeben

Die Behörden sollten Termine für Corona-Schutzimpfungen nach Vorstellungen von Grünen-Chef Robert Habeck selbst festlegen. "Die Terminvergabe sollte umgedreht werden, sodass nicht lauter ältere Damen und Herren in Telefonschleifen hängen, um dann am nächsten Tag feststellen zu müssen, dass nach acht Minuten die Termine weg sind", sagte Habeck am Montag in Berlin. Vielmehr solle sich darum ein "netter, freundlicher, serviceorientierter Staat" kümmern, Betroffene müssten ihre Termine dann nur noch wahrnehmen.

Außerdem müsse alles getan werden, um die Produktion an Impfstoffen hochzufahren und auf hohem Niveau zu sichern, sagte Habeck. Kooperationen müssten fest vereinbart und Zusagen erfüllt werden. Auch international müssten Pharmafirmen stärker zusammenarbeiten, damit die Produktion von Impfstoffen auch außerhalb Europas steigen könne, auch über stärkere Vergabe von Lizenzen. Das sei zwar nicht alles in zwei Stunden umzusetzen, wohl aber im Nachgang zum Impfgipfel, betonte Habeck. Das Vertrauen der Menschen in die Handlungs- und Leistungsfähigkeit der Politik müsse wieder gestärkt werden.

15.45 Uhr: Dezember-Coronahilfen für Unternehmen werden ausgezahlt

Nach wochenlanger Verzögerung kann die Auszahlung der regulären Dezemberhilfen für Firmen in der Corona-Krise nun starten. Die technischen Voraussetzungen dafür stehen, wie das Wirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Damit könnten die Auszahlungen durch die Länder ab sofort beginnen.

Seit Anfang Januar waren bereits Abschlagszahlungen geflossen, Unternehmen konnten also einen Vorschuss auf die spätere Zahlung bekommen. Außerdem wurden die sogenannten Novemberhilfen zuletzt an die Firmen ausgezahlt. Die Abschlagszahlungen für den Dezember, die aus der Bundeskasse fließen, seien stark in Anspruch genommen worden, erklärte das Ministerium. So seien bereits mehr als 1,56 Milliarden Euro überwiesen worden. Im Zuge der November- und Dezemberhilfe zusammen wurden demnach bislang mehr als 4,35 Milliarden Euro gezahlt. Die Dezemberhilfe richtet sich an Unternehmen, Selbstständige und auch Vereine, die von den Schließungen im Dezember besonders stark betroffen waren. Sie können Zuschüsse von bis zu 75 Prozent des Umsatzes aus Dezember 2019 erhalten. Bei den Hilfen stellt der Bund die Mittel zur Verfügung. Die Bundesländer sind für Antragsbearbeitung, Prüfung und Auszahlung zuständig.

14.15 Uhr: Keine generelle Empfehlung zur Impfung für Schwangere

Schwangere können nach Einschätzung mehrerer Fachgesellschaften unter bestimmten Voraussetzungen gegen Covid-19 geimpft werden. "Insbesondere Schwangeren mit Vorerkrankungen, einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 oder hohem Expositionsrisiko gegenüber einer Sars-CoV-2-Infektion kann die Impfung angeboten werden", heißt es in einer Stellungnahme unter anderem der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

Eine generelle Empfehlung sprechen die Fachleute nicht aus. Es gebe bislang keine belastbaren Daten zur Anwendung von sogenannten mRNA-Impfstoffen in der Schwangerschaft. Die Entscheidung solle in enger Absprache mit einem Arzt und nach Abwägung individueller Vorteile und Risiken getroffen werden, raten sie. Frauen mit Kinderwunsch wird die Impfung empfohlen. Es gebe keine Hinweise, dass mRNA-Impfstoffe die Fruchtbarkeit beeinträchtigten. Das Papier bezieht sich auf die beiden zuerst gegen Covid-19 zugelassenen Impfstoffe der Hersteller Biontech /Pfizer und Moderna – der seit Freitag ebenfalls in der Europäischen Union zugelassene Impfstoff von Astrazeneca ist zunächst nicht berücksichtigt.

Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt derzeit keine generelle Impfung in der Schwangerschaft. Sie schreibt: "Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung kann in Einzelfällen nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung angeboten werden."

10.30 Uhr: Bayer will Corona-Impfstoff von Curevac produzieren

Der Pharmakonzern Bayer will in die Produktion eines Corona-Impfstoffs einsteigen. Das Präparat, das vom Tübinger Biotechnologie-Unternehmen Curevac derzeit noch entwickelt wird, soll auch von Bayer hergestellt werden, wie beide Unternehmen am Montag in Berlin bekannt gaben. Bereits Anfang Januar hatten die Firmen eine Kooperation bekannt gegeben, die zunächst aber nur Zulassungsarbeiten und andere Unterstützungen des Großkonzerns für das kleine schwäbische Unternehmen umfasste. Curevac hofft, dass das Präparat im Sommer auf den Markt kommen kann. Bis Jahresende sind dann bis zu 300 Millionen Dosen geplant, 2022 soll die Zahl deutlich steigen. Bayer selbst will ab Ende 2021 produzieren und kalkuliert mit 160 Millionen Dosen im ersten Herstellungsjahr, danach mit mehr.

Mit der Kooperation entspricht Bayer auch dem Wunsch aus der Bundespolitik, Deutschland als Impfstoff-Standort zu stärken. Der Leverkusener Konzern, dessen Pharmasparte ihren Sitz in Berlin hat, stellt bislang keine Impfstoffe her.

Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet nannte die Zusammenarbeit von Bayer und Curevac ein "starkes Signal" und er hoffe auf "schnelle Investitionen" in die Produktionsstandorte. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte voraus, dass es bei der Impfmittelvergabe noch "einige Wochen der Knappheit" geben werde.

Vom heutige Impfgipfel erhofft sich Spahn eine bessere Absprache zwischen den Ländern, der Bundesregierung und auch der europäischen Regierung. "Beschaffung, Produktion und Vergabe muss einheitlich werden", forderte er in einer Video-Pressekonferenz am Montagvormittag.

7.30 Uhr: Biontec verspricht 75 Millionen mehr Impfdosen im zweiten Quartal

Vor dem Corona-Impfgipfel von Bund und Ländern hat das deutsche Pharmaunternehmen Biontech die Lieferung von bis zu 75 Millionen mehr Impfdosen seines Corona-Vakzins für die Europäische Union im zweiten Quartal versprochen. Der Impfstoffentwickler verpflichte sich zur Auslieferung der versprochenen Impfstoffmenge im ersten Quartal und "bis zu 75 Millionen Dosen zusätzlich im zweiten Quartal an die EU", schrieb Sierk Poetting, CFO und COO von Biontech, in einer Erklärung des Unternehmens am Montag.

Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten bereits Mitte Januar erklärt, seine Corona-Impfstoffproduktion ausweiten zu können. In der am Montag veröffentlichten Erklärung betonte Biontech erneut sein Ziel, bis Ende 2021 zwei Milliarden Dosen seines Impfstoffs herstellen zu können – und damit sein ursprüngliches Produktionsziel von 1,3 Milliarden Dosen deutlich auszuweiten.

Die Maßnahmen zur Erweiterung der Produktionskapazitäten liefen nach Plan, erklärte Poetting. Im Februar soll mit der Öffnung einer neuen Biontech-Niederlassung in Marburg die Herstellung des Impfstoffes erhöht werden. Dort soll es möglich sein, bis zu 750 Millionen Impfstoffdosen im Jahr zu produzieren.

7.30 Uhr: RKI meldet 175 neue Todesfälle

Die Zahlen aus Sachsen-Anhalt für den Sonntag waren am Montagmorgen noch nicht da – aus allen anderen Bundesländern meldete das Robert-Koch-Institut zusammen 5608 neue Corona-Infektionen. Die Zahl der Todesfälle stieg demnach auf 57.120, ein Anstieg von 175 seit dem Vortag.

6.00 Uhr: SPD kritisiert Impfstoff-Hersteller

Vor dem "Impfgipfel" an diesem Montag hat SPD-Chef Norbert Walter-Borjans die Hersteller von Corona-Impfstoffen scharf kritisiert. "Ich bin schockiert über den Mangel an Sensibilität und Verantwortungsbewusstsein bei einigen Herstellern. Es geht hier nicht um Schokolade, sondern um ein Produkt, an dem Existenzen und der Zusammenhalt der Gesellschaft hängen", sagte Walter-Borjans dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Trotz aller Anerkennung für die rasche Entwicklung der Vakzine sind mehrere Hersteller von Covid-19-Impfstoffen zuletzt in die Kritik geraten. So sorgten etwa das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer für Ärger mit der kurzfristigen Ankündigung, wegen Werksumbauten vorübergehend weniger Impfstoff zu liefern – auch wenn dadurch eine größere Produktion möglich werden soll.

Der britisch-schwedische Hersteller Astrazeneca hatte vor gut einer Woche überraschend mitgeteilt, im ersten Quartal statt 80 Millionen nur 31 Millionen Dosen Impfstoff an die EU-Staaten zu liefern. Die Empörung war groß, am Sonntag sagte Astrazeneca dann zu, immerhin neun Millionen Dosen mehr zu liefern, also insgesamt 40 Millionen Dosen, wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mitteilte.

Walter-Borjans fordert Einblick in Lieferverträge mit EU

"Das Agieren der Impfstoffhersteller irritiert mich zutiefst. Was sind das für Manager, die mitten in einer gesellschaftlichen Notsituation ohne mit der Wimper zu zucken gegebene Zusagen wieder zurücknehmen?", so Walter-Borjans. "Die Unternehmen haben eine Gesamtverantwortung für die Gesellschaft – besonders, wenn sie mit Millionen Euro aus Steuermitteln gefördert worden sind." Er erwarte, dass sie dieser Verantwortung gerecht würden.

Gleichzeitig müssten alle Lieferverträge zwischen den Unternehmen und der EU veröffentlicht werden, forderte der SPD-Chef. "Um zu bewerten, ob Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Fehler zu verantworten hat, müssen alle Verträge mit Herstellern auf den Tisch." Dass Brüssel die Verträge bislang nur zögerlich und mit vielen Schwärzungen veröffentliche, mache misstrauisch. Es stehe fest, dass der Etatansatz für die Impfstoffbeschaffung insgesamt zu niedrig gewesen sei.

31. Januar

20.20 Uhr: Von der Leyen: Astrazeneca liefert EU doch mehr Impfstoff

Der Impfstoff-Hersteller Astrazeneca wird der EU nach den Worten von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nun doch mehr Dosen seines Corona-Impfstoffs liefern. Astrazeneca werde seine Lieferungen an Impfdosen für die EU um eine Woche vorziehen und habe versprochen, die Anzahl der Impfdosen für die EU um etwa neun Millionen Impfdosen zu erhöhen, sagte von der Leyen am Sonntag dem "heute journal" des ZDF.

Immer noch etwa halb so viele Dosen wie ursprünglich vereinbart

Das britisch-schwedische Unternehmen hatte vergangene Woche bekanntgegeben, der EU wegen Problemen in einem Werk zunächst deutlich weniger Impfstoff liefern zu können als vorgesehen – nach EU-Angaben 31 Millionen statt 80 Millionen Impfstoffdosen. Mit der neuen Ankündigung würde die Lieferung damit auf 40 Millionen Dosen steigen, halb so viel wie ursprünglich geplant.

Die EU hatte kritisiert, dass das Unternehmen Großbritannien und andere Nicht-EU-Länder offenbar weiterhin mit ungekürzten Mengen beliefert. Sie hegt den Verdacht, dass Astrazeneca eigentlich für die EU bestimmte Impfstoffdosen an Drittstaaten exportiert. Die belgischen Behörden inspizierten in diesem Zusammenhang auf Wunsch der Kommission am Donnerstag eine Produktionsstätte im belgischen Seneffe.

16.03 Uhr: Altmaier erwägt Verkauf von Staatsbeteiligungen zu Corona-Finanzierungen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erwägt den Verkauf von Staatsbeteiligungen, um die hohen Kosten der Corona-Krise zu finanzieren. "Der Wert der staatlichen Beteiligungen ist in den letzten Jahren ordentlich gewachsen. Deshalb sollten wir prüfen, welche staatlichen Beteiligungen zurückgefahren werden können", sagte Altmaier der "Welt am Sonntag". Auch das bringe Geld in die Staatskasse, das gut für Zukunftsinvestitionen genutzt werden könne.

Der Bund hält Staatsbeteiligungen im Milliardenwert. Altmaier sprach sich dagegen aus, als Alternative für höhere Einnahmen die Steuern zu erhöhen. "Je schneller die Wirtschaft wieder in Gang kommt und ihre Selbstheilungskräfte wirken lassen kann, umso mehr wachsen die Steuereinnahmen, ohne dass wir die Steuern erhöhen müssen", sagte er der "WamS".

13.16 Uhr: Spahn ist bei EU-Zulassung offen für Impfstoff aus Russland und China

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigt sich im Falle einer erfolgreichen EU-Zulassung auch für den Einsatz von Corona-Impfstoff aus Russland und China in Deutschland offen. "Wenn ein Impfstoff sicher und wirksam ist, egal in welchem Land er hergestellt wurde, dann kann er bei der Bewältigung der Pandemie natürlich helfen", sagte Spahn der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Entscheidend sei eine reguläre Zulassung nach europäischem Recht.

Russland hatte am Freitag angekündigt, die EU im zweiten Quartal mit 100 Millionen Dosen des Impfstoffes Sputnik V versorgen zu können. Damit könnten 50 Millionen Menschen geimpft werden. Ein Antrag zur Zulassung des Vakzins sei bereits bei der Europäische Arzneimittelagentur EMA eingereicht worden.

Der Wirkstoff war Mitte August als weltweit erster für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben worden, obwohl bis dahin wichtige Tests ausgestanden hatten. Das löste international Kritik aus. Unabhängige Studien sind bisher nicht bekannt.

10.45 Uhr: Giffey schlägt Corona-Ampel für zügige Öffnung von Kitas vor

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat eine Corona-Ampel für eine zügige Öffnung der Kitas vorgeschlagen. Nach dem 14. Februar müsse es "echte Öffnungsperspektiven bei Kitas und Schulen" geben, sagte Giffey der "Bild am Sonntag".

"Unser Vorschlag ist eine Kita-Ampel, bei der erst mal die Situation in den einzelnen Kitas den Ausschlag gibt." Mit diesem Plan könne ein Großteil der Kitas wieder geöffnet werden. Zudem sei es dadurch möglich, "verantwortungsvoll und gezielt anhand des Infektionsgeschehens" in den einzelnen Einrichtungen zu reagieren.

In Giffeys Modell sollen drei Kriterien über den Kita-Betrieb entscheiden: die Anzahl der infizierten Personen, die Anzahl der Kinder in Quarantäne und die Anzahl der Erzieher in Quarantäne. "Ist niemand infiziert und weniger als zehn Prozent der Kinder und des Personals in Quarantäne, steht die Ampel auf Grün", sagte Giffey. In diesem Fall könne eine Kita den Regelbetrieb wieder aufnehmen. "Auf Gelb schaltet die Ampel, wenn eine Person infiziert und eine Kindergartengruppe oder maximal ein Viertel des Personals in Quarantäne sind", sagte Giffey weiter. In diesem Fall sei ein eingeschränkter Regelbetrieb mit begrenzten Öffnungszeiten vorgesehen. Die rote Stufe werde erreicht, wenn zwei Menschen an Corona erkrankt und mehr als 25 Prozent des Personals oder mehr als eine Kindergruppe in Quarantäne seien. "Dann wird die Einrichtung geschlossen und nur noch Notbetreuung gewährt", sagte Giffey.

Nicht gelten soll die Ampel nach Angaben der Ministerin in Gebieten mit zu hohen Fallzahlen: "Ist das Infektionsgeschehen in dem Kreis oder der Stadt sehr hoch, über einer Inzidenz von 200, oder wenn sich die Corona-Mutation aggressiv ausbreitet, kann es in allen Kitas nur die Notbetreuung geben." Ihren Plan möchte Giffey dem Bericht zufolge in der kommenden Woche mit ihren Ministerkollegen aus den Länder beraten.

07.10 Uhr: Altmaier hält Verlängerung des Lockdowns auch bei Inzidenz-Werten unter 50 für denkbar

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hält eine Verlängerung des Lockdowns auch bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 für denkbar. "Die aktuelle Entwicklung nährt die Hoffnung, dass wir uns relativ schnell einer Inzidenz von 50 nähern können", sagte Altmaier der "Welt am Sonntag". "Die Länge des Lockdowns hängt aber auch davon ab, inwieweit sich neue Mutationen des Coronavirus in Deutschland verbreiten."

"Wir haben in Großbritannien gesehen, dass sich die neue Variante auch deshalb so schnell ausgebreitet hat, weil der dortige Lockdown damals weniger streng war, als es der heute in Deutschland geltende ist", fügte der Minister hinzu.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, die angibt, wie viele Menschen sich pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben, war am Donnerstag erstmals seit drei Monaten unter die Marke 100 gesunken. Am Wochenende ging der Wert weiter zurück. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Sonntagmorgen liegt er aktuell bei 90,2. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 50 zu drücken. Der derzeitige harte Corona-Lockdown in ganz Deutschland gilt laut Beschluss von Bund und Ländern vorerst noch bis zum 14. Februar.

05.59 Uhr: 11.192 Neuinfektionen gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen innerhalb eines Tages 11.192 neue Corona-Infektionen gemeldet. Vor genau einer Woche waren es noch 12.257 gemeldete Neuinfektionen gewesen. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Seit Beginn der Pandemie zählt das RKI 2.216.363 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus stieg um 399 auf insgesamt 56.945. (Stand: 31.01., 00.00 Uhr). Am Sonntag vor einer Woche waren 349 Fälle gemeldet worden, bei denen Patienten im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 56.945.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 0,92 (Vortag 0,92). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 92 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

30. Januar

17.50 Uhr: Spahn will die Impfreihenfolge auch altersgestaffelt angehen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca die Impfverordnung überarbeiten. "Die Grundreihenfolge bleibt, aber wir gehen sie zusätzlich altersgestaffelt an", sagte Spahn am Samstag bei einer Diskussionsveranstaltung mit Experten und Pflegekräften in Berlin. Er rechnet für Februar mit fünf Millionen weiteren Dosen aller drei bisherigen Hersteller.

Spahn verwies auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) des Robert-Koch-Instituts, das am Freitag von der Europäischen Kommission zugelassene Präparat von Astrazeneca nur an Menschen bis 64 Jahren abzugeben. Der Minister erläuterte, es gebe auch in der ersten Impfgruppe Menschen aus dieser Altersspanne, etwa beim medizinischen Personal oder den Beschäftigten in der Pflege. Wenn diese geimpft seien, gebe es die 18- bis 64-Jährigen der nächsten Gruppe.

Zu den Lieferungen der Impfstoffe sagte er, bis zum 22. Februar hätten die Firmen die Lieferung von insgesamt fünf Millionen Dosen mit Lieferdaten angekündigt. Bislang seien 3.5 Millionen Dosen ausgeliefert worden, mehr als zwei Millionen davon seien bereits verimpft worden. Er rechne noch bis zu drei Monate mit der Notwendigkeit einer starken Priorisierung bei den Impfungen, fügte Spahn hinzu. "Wir werden irgendwann darüber reden, wie wir die Menschen zum Impfen bringen."

Es bleibe weiterhin das Ziel der Bundesregierung, dass jeder aus der höchsten Risikogruppe der über 80-Jährigen bis Ende März geimpft sei, fügte Spahn in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" hinzu.

Die Empfehlung der Stiko verteidigte deren Chef Thomas Mertens bei der Diskussion. Für eine Beurteilung der Wirksamkeit des Präparats bei den Älteren gebe es noch nicht genügend Daten. Die Beschränkung auf die Jüngeren sei "kein Qualitätsurteil über den Impfstoff". Mertens warnte indes vor einer "willkürlichen Änderung" bei der Impf-Reihenfolge, die nicht durch wissenschaftliche Daten begründbar sei. Dies könne dann "endlose Diskussionen" über Gerechtigkeit zur Folge haben.

Spahn erörterte nach eigenen Angaben am Samstag mit seinen Kollegen aus den Ländern die Schwierigkeiten bei den Impfungen. Es gebe großen Abstimmungsbedarf, und zwar innerhalb der Bundesrepublik als auch auf europäischer Ebene, sagte Spahn weiter. Am Montag wollen Bund und Länder auf einem Impfgipfel über die Probleme beraten.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) forderte den Bund auf, verlässliche Lieferangaben für Impfstoffe zu machen. "Die Menschen brauchen Klarheit, wann sie geimpft werden können, und die Länder brauchen Planungssicherheit durch verlässliche Lieferangaben des Bundes, um Impftermine anbieten zu können", sagte Dreyer der "Rheinischen Post" vom Samstag.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) forderte Aufklärung darüber, ob die Europäische Union die Impfstoffe zu spät bestellt hat. "Diese Frage ist aus meiner Sicht noch nicht zweifelsfrei geklärt", sagte er der "Augsburger Allgemeinen".

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) wandte sich gegen Zwangslizenzen oder die Weitergabe der bisherigen Lizenzen. Mit einer Auslizenzierung zu anderen Herstellern würde es ungeachtet der rechtlichen Implikationen mindestens zwölf Monate dauern, "bis aus dieser Fertigung Impfstoff zur Verfügung steht", sagte Verbandschef Hans-Georg Feldmeier der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

16.40 Uhr: Lindner kritisiert fortdauernde Schließung von Kitas und Schulen

FDP-Chef Christian Lindner fordert mehr Anstrengungen für eine Wiederöffnung der wegen Corona geschlossenen Kitas und Schulen in Deutschland. Es drohe, dass viele Kinder und Jugendliche den Anschluss im Bildungssystem verlieren, sagte Lindner am Samstag während einer digitalen Klausur seiner Bundestagsfraktion.

"Die Familien sind mit den Nerven fertig. Neue Durchhalteparolen bringen hier nichts", sagte Lindner an die Adresse der Bundesregierung. Er nannte den Einsatz von Luftreinigern, prioritäres Impfen für Lehrkräfte und Erzieher sowie die Nutzung leerstehender Kinos und Hotelsäle. Weitere acht bis zehn Wochen Schließung seien nicht durchzuhalten. "Hier droht ein massiver Schaden für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen", warnte Lindner.

Die FDP wolle in der Krise Anwältin der freiheitlichen Grundordnung sein. "In der Pandemie erleben wir, dass bewährte Verfahren, dass die Beteiligung des Parlaments, gering geschätzt wird", so Lindner. "Grundrechte, die uns garantiert sind durch unsere Verfassung, werden in der politischen Debatte zu Sonderrechten und Privilegien umgedeutet."

Er forderte, den Blick stärker auf eine schnellstmögliche wirtschaftliche Erholung und einen Wandel der Wirtschaft ohne Strukturbrüche zu richten. Die Schlüsselindustrien in Deutschland seien im Prinzip alle einhundert Jahre alt. Die FDP werde zudem die Modernisierung von Staat und Gesellschaft sowie des Familienrechts zum Thema machen.

Lindner forderte zudem, für die Eindämmung von Corona-Infektionen auf eine konsequente Teststrategie zu setzen: Dies sei sinnvoller als pauschale Reisebeschränkungen. "Vor einigen Jahren in der Flüchtlingskrise wurde uns gesagt, die Grenze kann nicht geschlossen werden, und jetzt wird die Grenze plötzlich geschlossen. Und das ist für viele Familien, die pendeln müssen, für viele Geschäftsreisende ein enormes Problem", so Lindner. "Das mildere Mittel wäre gewesen, die Teststrategie konsequent durchzusetzen."

15.20 Uhr: Spahn kündigt Überarbeitung von Impfverordnung an

Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission über eine Altersbeschränkung beim Impfstoff von Astrazeneca hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Überarbeitung der Impfverordnung angekündigt. Man werde generell an einer Priorisierung festhalten, aber die "Alterskomponente" für den Astrazeneca-Impfstoff aufgreifen, sagte Spahn am Samstag bei einem digitalen "Townhall" zu den Corona-Impfungen.

Zuvor hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten. Am Montag will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder zu einem Impfgipfel zusammenkommen. Die Impfverordnung sieht eine Priorisierung vor. Die höchste Priorität haben Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, und etwa das Personal in Pflegeheimen.

Am Freitag hatte die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Ständige Impfkommission den Astrazeneca-Impfstoff nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen. Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren lägen bisher keine ausreichenden Daten vor, hieß es. Zuvor hatte die EU-Arzneimittelbehörde EMA die europaweite Zulassung des Impfstoffs empfohlen, und zwar für Erwachsene ab 18 Jahren ohne eine Altersbegrenzung.

Spahn sagte, der Impfstart sei ohne Zweifel schwierig gewesen. Es sei viel Frust entstanden, was Hotlines angehe und die Frage der Lieferungen. "Ich verstehe auch die Ungeduld gut, sehr gut." Man habe aber ein Jahr nach Beginn der Pandemie drei zugelassene wirksame Impfstoffe. "Das hätte vor 12 und auch vor 6 Monaten wahrscheinlich niemand wirklich so vorherzusagen gewagt." Der Weg sei begonnen, sagte Spahn mit Blick auf die Impfungen. Er müsse aber besser werden und werde auch Zug um Zug besser.

10.45 Uhr: Merkel wirbt bei Familien um Geduld in der Corona-Krise

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Corona-Krise angesichts des Lockdowns als "gewaltigen Kraftakt" für Familien bezeichnet und um Geduld geworben. "Noch sind wir nicht so weit, Kitas und Schulen wieder öffnen zu können", sagte sie in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. Aber: "Je konsequenter wir uns jetzt verhalten, auf Kontakte verzichten und da, wo sie unumgänglich sind, Abstand halten, Hygieneregeln beachten und Masken tragen, desto schneller wird das wieder möglich sein."

Der Lockdown ist derzeit bis Mitte Februar befristet. "Wir setzen alles daran, Kitas und Schulen als Erstes wieder öffnen zu können, um den Kindern ein Stück ihres gewohnten Alltags wiederzugeben und um Familien zu entlasten", so Merkel. Zwar gingen die Infektionszahlen zurück, gleichzeitig gebe es aber eine sehr reale Gefahr durch die hochansteckenden Virusmutationen. "Deshalb müssen wir auf unserem Weg durch die nächsten Wochen vorsichtig und behutsam handeln."

Es sei ein gewaltiger Kraftakt für Eltern, Kita- und Grundschulkinder zu Hause zu betreuen und zu unterrichten, sagte Merkel. "In der Bundesregierung sind wir uns sehr bewusst, wie hart der Alltag für viele Eltern und Kinder zurzeit ist. Das unterschätzt niemand von uns."

Es sei "bitter", dass Kinder und Jugendliche derzeit auf vieles verzichten müssten, was in dieser Lebensphase sonst so wichtig sei und Freude mache: Freunde treffen, Hobbys nachgehen, feiern oder einfach nur unbeschwert in den Tag hineinleben. Merkel sagte, sie werde am Donnerstag ihre digitalen Bürgerdialoge fortsetzen und sich mit Müttern und Vätern über deren Erfahrungen in der Corona-Pandemie austauschen.

10.20 Uhr: Mehr als 12.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 12.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 12.321 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.205.171.

Nach Angaben des RKI wurden zudem 794 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 56.546.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI auf rund 1.911.800. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ging weiter zurück und lag am Samstag bei 90,9. Am Donnerstag war dieser Wert erstmals seit drei Monaten unter die Marke 100 gesunken.

Die Sieben-Tage-Inzidenz geht seit Wochen zurück, ihren bislang höchsten Stand hatte sie am 22. Dezember mit 197,6 erreicht. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 50 zu drücken. Der derzeitige harte Corona-Lockdown in ganz Deutschland gilt laut Beschluss von Bund und Ländern vorerst noch bis zum 14. Februar.

29. Januar

19.33 Uhr: Astrazeneca-Impfstoff in der EU zugelassen

Der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca darf nun auch in der Europäischen Union genutzt werden. Die EU-Kommission erteilte eine Zulassung, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter mitteilte. Auch Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides bestätigte am Freitagabend die Zulassung.

Die Brüsseler Behörde folgte damit einer Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA. Diese gilt für Personen ab 18 Jahren ohne Altersbeschränkung. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission allerdings die Vergabe nur an Erwachsene unter 65.

Es ist der dritte zugelassene Impfstoff gegen Covid-19 in der EU. In Großbritannien wird das Präparat, das Astrazeneca gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat, bereits seit Anfang Januar großflächig eingesetzt. In der EU waren bisher nur die Impfstoffe der Hersteller Pfizer /Biontech sowie Moderna zugelassen. Der Impfstoff von Astrazeneca gilt als besonders preiswert und handlich für Massen-Impfungen, weil er nicht so stark gekühlt werden muss.

Anders als die Ständige Impfkommission in Deutschland entschieden sich die EMA-Experten gegen eine Altersbeschränkung. Auch wenn nur es nur vergleichsweise wenige Testpersonen über 55 Jahre gegeben habe, sei dies zu vertreten. Die EMA begründet diese Entscheidung mit den guten Test-Resultaten bei den übrigen Altersgruppen sowie Erfahrungswerten mit anderen Impfstoffen.

Erteilt wurde eine bedingte Marktzulassung. Dies heißt, dass der Hersteller weiter Daten an die EMA liefern muss, während der Impfstoff bereits verwendet wird. Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna haben denselben Status.

18.04 Uhr: Deutsche Impfkommission empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff bis zu Alter von 64 Jahren

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt für Deutschland die Anwendung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca für Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahre. Diese Empfehlung veröffentlichte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagabend im Internet. Laut Stiko liegen für die Beurteilung der Impfeffektivität bei älteren Menschen bisher keine ausreichenden Daten vor.

17.19 Uhr: Einreisesperre für Corona-Mutationsgebiete ab Samstag

Für Länder, in denen sich besonders ansteckende Varianten des Coronavirus stark ausgebreitet haben, gilt in Deutschland ab Samstag eine weitreichende Einreisesperre. Das Kabinett beschloss am Freitag ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen bis zum 17. Februar, das aber zahlreiche Ausnahmen unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr vorsieht, wie das Bundesinnenministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage bestätigte.

16.40 Uhr: Panne bei Vertrags-Veröffentlichung

Der EU-Kommission ist bei der Veröffentlichung ihres Rahmenvertrags mit dem Impfstoffhersteller Astrazeneca am Freitag eine schwere Panne unterlaufen. Die auf Wunsch des Unternehmens geschwärzten Passagen in dem Dokument waren in einer ersten Version über die Lesezeichen-Funktion des Acrobat Reader teilweise lesbar. Es handele sich um einen technischen Fehler, hieß es aus Kommissionskreisen. Die veröffentlichte Version wurde später ersetzt.

"Das ist sehr unglücklich und besorgniserregend", sagte Astrazeneca-Chef Pascal Soriot in einer Videoschalte am Freitag. Allerdings könne man auch nicht viel mehr dazu sagen. Die Kommission hatte auf Veröffentlichung des Vertrags gedrungen. Hintergrund ist der Streit um die von Astrazeneca angekündigte Kürzung bei der Lieferung von Corona-Impfstoff an die EU im ersten Quartal.

16.20 Uhr: EMA empfiehlt Astrazeneca-Zulassung für alle über 18

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die bedingte Marktzulassung für den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca in der EU empfohlen. Sie gelte für Personen ab 18 Jahren, teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung muss nun die EU-Kommission treffen – das gilt als Formsache.

15.13 Uhr: Johnson & Johnson gibt Wirksamkeit seines Impfstoffkandidaten mit 66 Prozent an

Der Corona-Impfstoffkandidat des US-Konzerns Johnson & Johnson hat nach Unternehmensangaben eine Wirksamkeit von 66 Prozent. Schwere Erkrankungen vermeide der Impfstoff gar zu 85 Prozent, erklärte das Unternehmen am Freitag nach Abschluss seiner klinischen Studien der Phase 3 mit insgesamt knapp 44.000 Teilnehmern. Anders als bei den Impfstoffen von Biontech-Pfizer und Moderna ist beim Vakzin von Janssen, der Pharmasparte von Johnson & Johnson, nur eine Dosis notwendig.

Weniger wirksam ist der Impfstoff womöglich bei der südafrikanischen Variante des Coronavirus: Bei den klinischen Tests in Südafrika betrug die Wirksamkeit 57 Prozent. Dort gingen 95 Prozent aller Covid-19-Erkrankungen auf die südafrikanische Variante B.1.351 zurück. Erst am Donnerstag hatte der US-Pharmakonzern Novavax die Wirksamkeit seines Impfstoffkandidaten mit über 89 Prozent angegeben. Deutlich weniger wirksam ist er allerdings gegen die zuerst in Südafrika entdeckte Mutante.

14.51 Uhr: Novartis will Biontech/Pfizer bei Impfstoffproduktion unterstützen

Der Schweizer Pharmariese Novartis wird Biontech und Pfizer bei der Herstellung des Corona-Impfstoffs unterstützen. Eine Vereinbarung sehe vor, dass Biontech die Produktionskapazitäten von Novartis in dem Ort Stein nutzen könne, teilte der Konzern am Freitag mit. Novartis werde den Impfstoff unter aseptischen Bedingungen abfüllen und dann an Biontech liefern.

13.54 Uhr: Impfstoffstreit: EU veröffentlicht Astrazeneca-Vertrag

Die EU-Kommission hat eine redigierte Fassung des Impfstoff-Liefervertrages mit dem britisch-schwedischen Unternehmen Astrazeneca veröffentlicht. Die Brüsseler Behörde stellte das 41 Seiten lange Dokument am Freitag auf ihrer Webseite bereit. Große Teile des Vertrages unter anderem zu vereinbarten Preisen und Liefermengen wurden allerdings geschwärzt.

Brüssel hofft so, im Streit mit dem Hersteller um ausbleibende Impfstofflieferungen dessen Fehlverhalten zu belegen. Astrazeneca hatte vergangene Woche angekündigt, der EU zunächst deutlich weniger Impfstoff zu liefern als vorgesehen.

Unternehmens-Chef Pascal Soriot hatte dies unter anderem damit begründet, dass sein Unternehmen sich nicht zu festen Liefermengen verpflichtet habe. Im Rahmen einer sogenannte Best-Effort-Klausel sei lediglich zugesichert worden, das Unternehmen werde sein "Bestes" geben.

In dem von der Kommission veröffentlichten Dokument ist tatsächlich mehrmals von "besten vernünftigen Bemühungen" die Rede. Astrazeneca werde diese etwa unternehmen, um die vereinbarten Dosen zu liefern und nach Möglichkeit in Werken in der EU zu produzieren. Nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen galten diese Klauseln jedoch nur so lange, wie das Vakzin sich noch in der Entwicklung befand. Die Kommission hatte den Vertrag bereits im August abgeschlossen. Das Astrazeneca-Mittel wird voraussichtlich an diesem Freitag eine Zulassung für den EU-Markt erhalten.

11.45 Uhr: Spahn gesteht schwierigen Impfstart

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt auf weitere Fortschritte bei den schleppend angelaufenen Corona-Impfungen in Deutschland. "Der Start der Impfkampagne war schwierig", sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Es habe weniger Impfstoff gegeben als aus EU-Bestellungen erwartet, Termin-Hotlines seien teils schwer erreichbar gewesen. Alle Bundesländer machten bei Impfungen zunächst besonders verwundbarer Corona-Risikogruppen aber Fortschritte.

Er könne Ungeduld verstehen, es stünden jedoch noch einige harte Wochen der Impfstoffknappheit bevor. Für das Vertrauen der Bürger sei es wichtig, dass Bund und Länder an einem Strang ziehen, sagte Spahn mit Blick auf den Impfgipfel bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Montag. Dabei gehe es allerdings auch um eine realistische Einschätzung, was kurzfristig an Nachsteuerungen möglich sei.

Spahn begrüßte die anstehende Zulassung des Präparats von Astrazeneca als dann dritter Impfstoff in der EU. Er sei einfacher in der Handhabung. Im zweiten Quartal könnten voraussichtlich zwei weitere Stoffe zugelassen werden. Das Ziel bleibe, im Sommer allen Bürgern in Deutschland ein Impfangebot machen zu können.

Inzwischen wurden laut Spahn mehr als 3,5 Millionen Impfdosen an die Bundesländer gesandt - davon wurden 2,2 Millionen verwendet. Beim Ziel, allen Pflegeheimbewohnern bis Mitte Februar ein Angebot zu machen, sei man auf gutem Weg. Bisher seien 560 000 Bewohner geimpft. Bei insgesamt 800 000 Heimbewohnern sei davon auszugehen, dass etwa 80 oder 90 Prozent das Impfangebot annehmen, so dass wohl eine Größenordnung von 650 000 zu Impfenden zu erreichen

06.49 Uhr: Suche nach Ursprung des Virus in Wuhan beginnt

Mehr als ein Jahr nach dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie wollen internationale Experten vor Ort in China herausfinden, wo der gefährliche Erreger ursprünglich hergekommen ist. Im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beginnt am Freitag ein Team von Fachleuten seine konkreten Ermittlungen in der zentralchinesischen Metropole Wuhan, wo im Dezember 2019 die ersten Ansteckungen entdeckt worden waren.

"Wir sind immer noch in der Phase, wo wir allen Spuren folgen müssen", sagte der deutsche Epidemiologe Fabian Leendertz vom Robert Koch-Institut (RKI), der von Deutschland aus über Videokonferenzen in die Ermittlungen eingebunden ist. "Es gibt jetzt irgendwie nicht eine heiße Spur, wo wir sagen können, dass wir uns darauf fokussieren können", sagte Leendertz der Deutschen Presse-Agentur. In den nächsten zwei Wochen planen die Experten Besuche auf Wuhans Huanan-Markt, wo erste Infektionen entdeckt worden waren, aber auch in dessen Umgebung sowie in örtlichen Instituten.

Wegen genetischer Ähnlichkeiten wird vermutet, dass das Virus ursprünglich von Fledermäusen aus Südchina stammt und möglicherweise von einem anderen Tier als Zwischenwirt auf den Menschen übertragen worden ist. Ob das Virus auf dem Markt vom Tier auf den Menschen übergesprungen ist oder der Mensch das Virus zum Markt gebracht hat, ist aber unklar. Die Experten gehen auch massenhaft Überwachungsdaten nach, um sich in der Zeit zurückzuarbeiten. "Es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen", sagte Leendertz.

Die Suche nach der Herkunft des Erregers gilt als politisch heikel. China fürchtet, als Schuldiger für die Pandemie angeprangert zu werden. Nach offiziellen Statistiken haben sich weltweit mehr als 100 Millionen Menschen infiziert. Mehr als zwei Millionen sind demnach an den Folgen gestorben.

06.15 Uhr: 14.022 Corona-Neuinfektionen und 839 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 14.022 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 839 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Vergangenen Freitag hatte das RKI 17.862 Neuinfektionen und 859 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bei 94,4. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder - am Donnerstag lag sie erstmals seit Ende Oktober unter 100.

28. Januar

19.11 Uhr: EU-Ratspräsident bringt Notmaßnahmen für schnelleres Impfen ins Spiel

EU-Ratspräsident Charles Michel hat Notmaßnahmen ins Gespräch gebracht, um die Corona-Impfungen in Europa zu beschleunigen. Sollten keine befriedigenden Lösungen mit den Herstellern gefunden werden, "sollten wir alle Optionen prüfen und alle juristischen Mittel und Durchsetzungsmaßnahmen nutzen", schrieb Michel in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an mehrere EU-Staats- und Regierungschefs.

Konkret bringt Michel Artikel 122 der EU-Verträge ins Spiel, der Notmaßnahmen bei Versorgungsengpässen ermöglicht. Die EU-Staaten könnten die EU-Kommission beauftragen, gezielte Maßnahmen zur Beschleunigung der Impfkampagne zu ergreifen, wie es aus EU-Kreisen hieß. Das könnten etwa Vorkehrungen sein, Impfstoffe bereits vor der Zulassung an die EU-Staaten zu verteilen. Es könnte aber auch bis hin zu Zwangslizenzen für Impfstoffe gehen, sodass Konkurrenten diese gegen Gebühr produzieren könnten, sagte ein EU-Vertreter.

Michel reagierte mit dem Schreiben auf einen Brief an die Regierungschefs von Österreich, Tschechien, Dänemark und Griechenland von voriger Woche. Sie hatten sich unter anderem für ein schnelles Zulassungsverfahren für Impfstoffe bei der EU-Arzneiagentur EMA stark gemacht. Die EMA wird voraussichtlich am Freitag eine Empfehlung zur Zulassung des Mittels von Astrazeneca geben. Doch hat der Hersteller der EU inzwischen Lieferkürzungen angekündigt. Die Ständige Impfkommission in Deutschland empfiehlt dieses Vakzin zudem nur für Erwachsene unter 65 Jahre.

13.51 Uhr: Ständige Impfkommission empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff nur für unter 65-Jährige

Die Ständige Impfkommission empfiehlt in der Corona-Pandemie auch die Impfung mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca - allerdings mit Einschränkungen. Aufgrund von derzeit verfügbaren Daten werde dieser Impfstoff nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag mit. Das Vakzin von Astrazeneca soll voraussichtlich am Freitag in der EU zugelassen werden.

12.29 Uhr: Regierung: Planungen für Impfgipfel werden noch heute abgestimmt

Die Planungen für ein rasches Spitzentreffen zur Corona-Impfmisere werden immer konkreter. "Die Bundesregierung ist für einen solchen Impfgipfel. Die Planungen dafür laufen und werden noch heute mit den Ländern abgestimmt", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag in Berlin mit.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich offen für einen solchen Impfgipfel gezeigt, wie er etwa von SPD-Politikern gefordert wird. Im Radiosender NDR Info und auf Twitter schlug Spahn ein gesondertes Treffen mit den Ministerpräsidenten vor, an dem auch Vertreter der Pharmahersteller teilnehmen sollten. Inhaltlich muss es nach seinen Worten darum gehen, wie das weitere Vorgehen gegen die Pandemie aussehen kann.

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg forderte den Bund auf, die Anstrengungen bei der Beschaffung von Impfstoff zu verstärken. Entsetzt reagierte der FDP-Politiker auf eine Twitter-Äußerung Spahns, wonach bei der Knappheit des Impfstoffes noch mindestens zehn harte Wochen bevorstünden. "Ich glaube, dass das der Bevölkerung nicht mehr zuzumuten ist", sagte Garg der Deutschen Presse-Agentur.

11.02 Uhr: Spahn: "Wir gehen noch durch mindestens zehn harte Wochen"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Menschen in Deutschland auf weitere zehn harte Wochen in der Corona-Krise eingestimmt. Bund und Länder sollten auf einer eigenen Ministerpräsidentenkonferenz nur zum Impfen über die Lage, die Ziele und das weitere Vorgehen beraten, schlug Spahn am Donnerstag auf Twitter vor. Dazu sollten die Impfstoffhersteller zu einem Expertengespräch eingeladen werden. Sich zu informieren, abzustimmen, und einheitlich zu agieren, helfe immer. "Denn wir gehen bei der Knappheit des Impfstoffes noch durch mindestens zehn harte Wochen", so Spahn. "Die sollten wir mit gemeinsamem Arbeiten in der Sache verbringen." In zehn Wochen, also Anfang April, ist Ostern.

Die Massenimpfungen gelten als Schlüssel, um das Coronavirus zurückzudrängen. Derzeit zielt viel Kritik an Spahn darauf, dass die Bevölkerung zu langsam geimpft werden könne.

10.55 Uhr: Coronavirus-Inzidenz in Deutschland erstmals seit drei Monaten unter 100

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei der Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland liegt erstmals seit drei Monaten wieder unter der Marke von 100. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sank der Wert am Donnerstag auf 98. Zuletzt hatte die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums – am 29. Oktober unter 100 gelegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab von Bund und Ländern für die Verhängung und Lockerung von Corona-Restriktionen. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 50 zu drücken. Zuletzt unter 50 gelegen hatte der Wert am 20. Oktober. Der bisherige Höchstwert wurde mit 197,6 am 22. Dezember erreicht.

8.58 Uhr: Biontech-Vakzin gegen wichtigste britische und südafrikanische Mutationen wirksam

Der Impfstoff von Biontech ist gegen die wichtigsten in Großbritannien und Südafrika aufgetauchten Coronavirus-Mutanten wirksam. In-Vitro-Tests hätten gezeigt, dass die Entwicklung eines neuen Impfstoffs für diese Varianten des Coronavirus nicht notwendig sei, teilten das Mainzer Unternehmen und sein US-Partner Pfizer am Donnerstag mit. Die Virus-Varianten würden jedoch weiterhin auf mögliche Resistenzen gegen den Impfstoff beobachtet.

Die Unternehmen untersuchten demnach verschiedene Coronavirus-Varianten mit unterschiedlichen Mutationen. Bei der Neutralisierung der südafrikanischen Variante mit drei Mutationen traten im Vergleich zu den anderen untersuchten Varianten "geringe Unterschiede" auf. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass diese "zu einer signifikanten Verringerung der Wirksamkeit" des Impfstoffs führten, teilten die Unternehmen mit.

Die neuen Varianten des Coronavirus breiten sich in immer mehr Ländern aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Mittwoch wurde die zunächst in Großbritannien registrierte Mutante inzwischen in 70 Ländern nachgewiesen. Sie ist Wissenschaftlern zufolge ansteckender als die Ursprungsvariante des Coronavirus. Auch für die zunächst in Südafrika nachgewiesene Mutante verzeichnete die WHO ein größeres Verbreitungsgebiet. Die Zahl der betroffenen Länder stieg innerhalb von einer Woche um acht auf 31.

27. Januar

16.22 Uhr: Mutationen in Kitas – Entscheidung über Öffnung im Südwesten vertagt

Die baden-württembergische Landesregierung hat die Entscheidung über die Öffnung von Kitas und Grundschulen erneut vertagt. Es seien acht neue Fälle von Virusmutationen im Südwesten bekannt geworden, unter anderem bei zwei Kindern in einem Kindergarten in Freiburg, sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. 21 Menschen in dem Kindergarten seien ebenfalls infiziert, nun müsse noch geklärt werden, ob es sich ebenfalls um die neuen Virusvarianten handele. "Wir wollen das abwarten", sagte der Sprecher.

Ursprünglich wollten Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) an diesem Mittwoch um 14.30 Uhr die Entscheidung verkünden, dass Kitas und Grundschulen schrittweise wieder geöffnet werden sollen. Angesichts der sinkenden Infektionszahlen im Land galt die Entscheidung als Formsache. Mit der Lockerung mitten im allgemeinen Lockdown hätte Baden-Württemberg, das in vielen Lebensbereichen einen strengen Kurs vorgibt, einen Sonderweg beschritten.

Die Ergebnisse zu den Ansteckungen mit den neuen Virusvarianten seien um 14.00 Uhr gekommen, erklärte Hoogvliet. Für kurz nach 14.00 Uhr waren Kretschmann und Eisenmann zum Gespräch über die endgültige Entscheidung verabredet. Schon am Dienstag hatte Kretschmann betonte, wenn sich die neuen, wohl aggressiveren Virusvarianten aus Großbritannien oder Südafrika im Südwesten verbreiteten, gebe es eine neue Lage. "Das kann zu drastischen Maßnahmen führen." Dann müssten auch Lockerungen wieder zurückgenommen werden. "Wir sind noch nicht über den Berg. Wir sind in der schwierigsten Phase der Pandemie."

Die zunächst in Großbritannien (B.1.1.7) und Südafrika (B.1'351) nachgewiesenen Varianten gelten als hochansteckend. Nach Angaben des baden-württembergischen Landesgesundheitsamts sind beide Virusvarianten seit Ende Dezember im Südwesten in mehreren Kreisen vereinzelt nachgewiesen worden. Die Bundesregierung warnt, Menschen in Deutschland müssten sich auf eine verstärkte Ausbreitung besonders ansteckender Varianten des Coronavirus einstellen.

14.00 Uhr: Streit zwischen EU und Astrazeneca spitzt sich zu

Der Streit der EU mit dem Pharma-Unternehmen Astrazeneca wegen Lieferengpässen bei seinem Corona-Impfstoff geht weiter. Brüssel kritisierte am Mittwoch Angaben des Astrazeneca-Chefs als Falschaussagen und warf dem Unternehmen vor, ein am Abend angesetztes Treffen kurzfristig abgesagt zu haben. Der Impfstoffhersteller widersprach, seine Teilnahme an dem Treffen sei weiterhin vorgesehen. Unterdessen wurden die Rufe nach einer Offenlegung des EU-Vertrags mit dem britisch-schwedischen Hersteller lauter.

Astrazeneca hatte am Freitag bekanntgegeben, der EU wegen Produktionsproblemen zunächst deutlich weniger Impfstoff liefern zu können als vorgesehen. Brüssel stört sich daran, dass das Unternehmen Großbritannien und andere Nicht-EU-Länder aber offenbar weiterhin mit ungekürzten Mengen beliefert.

11.20 Uhr: Forscher: Es gab Frühwarnsignale bei Twitter

Ein italienisches Forschungsteam hat in der Fachzeitschrift "Scientific Reports" einen Bericht veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass es auf Twitter bereits Frühwarnsignale für Corona-Ausbrüche gab. Die Forschenden analysierten Tweets im Zeitraum von Dezember 2014 bis März 2020 und untersuchten sie darauf, ob das Wort "Lungenentzündung" genannt wurde. Das Wort musste dazu in einer der sieben meistgesprochenen Sprachen in Europa vorkommen. Dabei sahen die Forscher, dass das Wort in den ersten Wochen des Jahres 2020 immer häufiger genutzt wurde. Eine Geolokalisierung zeigte anschließend, dass das Wort vor allem aus den Regionen getweetet wurde, die später besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen waren. Dazu gehörte beispielsweise die Lombardei.

Mit ihrer Methode könne zukünftig schon früh herausgefunden werden, an welchen Orten sich eine Krankheit ausbreitet, schreiben die Forschenden. Sie weisen auf die Dringlichkeit eines integrierten digitalen Überwachungssystems hin, in dem soziale Medien dabei helfen können, Ansteckungsketten zu lokalisieren. Die Forschenden erwähnen aber auch, dass Datenschutzregeln dabei natürlich eingehalten werden müssen.

7.05 Uhr: EU will Antworten von Astrazeneca

Im Streit über knappe Corona-Impfstoffe versucht die Europäische Union an diesem Mittwoch erneut, den Hersteller Astrazeneca zur raschen Lieferung vertraglich zugesicherter Mengen zu bewegen. Die EU-Kommission hat Vertreter des britisch-schwedischen Konzerns zur Krisensitzung mit Experten der EU-Staaten geladen.

Hintergrund ist die Ankündigung der Pharmafirma, nach der für diese Woche erwarteten Zulassung zunächst weniger Impfstoff zu liefern als vereinbart. Statt 80 Millionen Impfdosen sollen nach EU-Angaben bis Ende März nur 31 Millionen ankommen. Den angegebenen Grund - Probleme in der Lieferkette - will die EU nicht gelten lassen. Sie fordert Vertragstreue. Die Brüsseler Behörde steht selbst in der Kritik, weil Impfstoff in der EU knapp ist und bisher prozentual weit weniger Menschen immunisiert wurden als etwa in Großbritannien oder Israel. Das liegt zum Teil daran, dass die Mittel in der EU eine Marktzulassung statt nur einer Notfallzulassung bekommen sollen, was länger dauert. So hat die Impfkampagne später begonnen. Inzwischen sind Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen. Astrazeneca wäre Nummer drei. Doch ausgerechnet dieser Konzern kündigte Lieferengpässe an. Die EU hatte schon im August bis zu 400 Millionen Impfdosen von Astrazeneca bestellt und nach eigenen Angaben 336 Millionen Euro für Entwicklung und Fertigung vorgestreckt. Nach Darstellung der EU-Kommission hätte Astrazeneca seit Oktober auf Halde produzieren müssen, damit der Impfstoff sofort nach der Zulassung in der EU bereitsteht.

6.55 Uhr: Mehr als 13.000 Neuinfektionen – Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 13.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen mitteilte, wurden weitere 13.202 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.161.279.

Nach Angaben des RKI wurden zudem 982 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 53.972. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI auf rund 1.866.000. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Mittwoch 101,0 und war damit niedriger als am Vortag. Der Wert geht seit Wochen zurück. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 50 zu drücken.

26. Januar

22.00 Uhr: Weltweit mehr als 100 Millionen Infektionen seit Pandemiebeginn

Seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr ist die Zahl der weltweit nachgewiesenen Corona-Infektionen auf mehr als 100 Millionen angestiegen. Das ging am Dienstag aus Daten der US-Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Erst vor etwa einem Monat, am zweiten Weihnachtsfeiertag, war die Schwelle von 80 Millionen Infektionen überschritten worden.

Die Zahl der bekannten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus liegt inzwischen bei mehr als 2,1 Millionen. Experten gehen sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen weltweit von hohen Dunkelziffern aus.

Die Webseite der US-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert.

Die meisten bestätigten Infektionen gibt es mit gut 25 Millionen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Dort gibt es auch mehr bestätigte Todesfälle als in jedem anderen Land: mehr als 423.000. In Indien sind inzwischen rund 10,7 Millionen Infektionen nachgewiesen worden, in Brasilien 8,8 Millionen. In Europa wurden die meisten Infektionen bislang in Großbritannien gemeldet (3,7 Millionen), gefolgt von Frankreich (3,1 Millionen) sowie Spanien (2,6 Millionen) und Italien (rund 2,5 Millionen). In Deutschland wurden laut Johns Hopkins 2,16 Millionen Infektionen registriert.

17.11 Uhr: Rund 3000 Mitarbeiter von Klinikum Bayreuth unter Quarantäne

Nach dem Auftauchen der britischen Corona-Mutante gilt am Klinikum Bayreuth für etwa 3000 Mitarbeiter eine Quarantäneanordnung. Alle Beschäftigten unterliegen nach Anordnung der Gesundheitsbehörden ab sofort einer sogenannten Pendelquarantäne, wie die Klinik am Dienstag mitteilte. Sie dürfen noch ohne öffentliche Verkehrsmittel zur Arbeit und nach Hause pendeln, im häuslichen Umfeld müssen sie aber eine Quarantäne einhalten.

In der Klinik gibt es elf Verdachtsfälle auf die als deutlich ansteckender geltende Variante des Coronavirus. Ein abschließendes Ergebnis werde aber erst in zehn bis 14 Tagen erwartet. Insgesamt sind laut Klinik 99 Mitarbeiter des Klinikums derzeit positiv auf Corona getestet, diese Mitarbeiter seien nicht im Dienst. Eine Reihentestung von bislang mehr als 2800 Mitarbeitern habe am Wochenende 18 positive Fälle ergeben.

Neben der Quarantäneanordnung gilt auch für alle geplanten Eingriffe ein Aufnahmestopp. Entlassen werden können Patienten nur noch, wenn bei ihnen innerhalb von 48 Stunden zwei negative Coronatests gemacht wurden.

16.41 Uhr: Söder stellt Lockerungen an Schulen und Kitas in Aussicht

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Öffnungen für Schulen und Kitas ab Mitte Februar in Aussicht gestellt. "Fakt ist, wenn keine höheren Einträge kommen, die Zahlen sinken, wenn es kein Durchlaufen von Mutationen gibt, dann gibt es auch eine Aufhellung im Februar", sagte der CSU-Chef am Dienstag nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München.

Für die Regierung in Bayern hätten in dem Fall Schulen und Kitas Priorität, "weil es für die Schüler ganz wichtig ist, doch wieder einen geregelten und vernünftigen Unterrichtsmodus auf den Weg zu bringen", sagte Söder. Er kündigte daher für Anfang Februar einen bayerischen Schulgipfel mit Eltern, Lehrern, Schülern und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) an. Dabei soll auch über ein Corona-Testkonzept für Lehrer und Schüler gesprochen werden.

Söder warnte aber davor, aufgrund aktuell guter Tendenzen bei den Corona-Zahlen zu früh nachzulassen. "Es ist nicht die Zeit für Lockerungen", so der 54-Jährige. Auch in anderen Ländern zeige sich, dass gerade die "letzten Meter" im Kampf gegen hohe Infektionszahlen schwierig und anstrengend seien. Es gelte daher der Rat, "das Wasser zu halten, anstatt den Mund wässrig zu machen"

15.04 Uhr: Verwaltungsgerichtshof kippt 15-Kilometer-Regel in Bayern

Der bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das Verbot von touristischen Tagesausflügen für Bewohner von Corona-Hotspots über einen Umkreis von 15 Kilometern hinaus in Bayern vorläufig gekippt. Die textliche Festlegung eines solchen Umkreises sei nicht deutlich genug und verstoße aller Voraussicht nach gegen den Grundsatz der Normenklarheit, entschied das Gericht am Dienstag. Gegen den Beschluss zu einem Eilantrag eines Antragstellers aus Passau gibt es keine Rechtsmittel.

Die 15-Kilometer-Regel wurde Anfang Januar für alle Bewohner von Corona-Hotspots beschlossen. Nach Auffassung der Münchner Richter ist für die Betroffenen der räumliche Geltungsbereich des Verbots nicht hinreichend erkennbar. Das Gericht ging dabei nicht auf die vom Antragsteller aufgeworfene Frage der Verhältnismäßigkeit der Maßnahme ein. Auf diese sei es nicht mehr angekommen.

Die Entscheidung gilt ab sofort bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache. Der Antragssteller scheiterte aber mit seinem Versuch, auch die von Kommunen verhängte Einreisesperre für touristische Tagesausflüge per Eilantrag zu kippen. Im Alpenraum hatten mehrere bei Touristen beliebte Kommunen solch ein Verbot verhängt.

13.40 Uhr: Söder warnt: "Toxisch wäre Mutation plus überstürzte Lockerung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht trotz der sinkenden Zahlen bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland nicht den Zeitpunkt für Lockerungen des Lockdowns. "Es ist nicht die Zeit für Lockerungen", sagte Söder am Dienstag in München im Anschluss an eine Sitzung des bayerischen Kabinetts. Die Landesregierung habe sich in der Sitzung den Rat von mehreren Experten zu der Gefahr durch die Mutanten des Coronavirus geholt. Die "Alarmlampen" seien wegen der erhöhten Gefahr an, sagte Söder. In Bayern gebe es mittlerweile etwa 20 bestätigte Fälle von Menschen, die sich mit der in Großbritannien aufgetauchten Variante infiziert hätten - darunter auch ein größerer Ausbruch in Bayreuth, wo es elf Verdachtsfälle gebe. Söder sagte, "toxisch wäre Mutation plus überstürzte Lockerung".

Sollte es aber im Februar eine anhaltende Aufhellung geben, könnten zur Monatsmitte wie bisher geplant Verbesserungen möglich werden. Verärgert zeigte sich Söder über die anhaltenden Probleme bei der Versorgung der Länder in der Europäischen Union mit Impfstoffen. "Es führt zu Verdruss, wenn in anderen Ländern der Welt die Eltern geimpft werden, während bei uns die Großeltern warten", sagte er.

13.29 Uhr: Zwei weitere Fälle von Virus-Mutation an Berliner Humboldt-Klinikum

Am Berliner Vivantes Humboldt-Klinikum sind zwei weitere Fälle der britischen Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Insgesamt seien damit 24 Fälle bekannt, darunter 14 Patienten und 10 Mitarbeiter. Das sagte der Leiter des Gesundheitsamts Reinickendorf, Patrick Larscheid, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach von einer "erfreulichen Nachricht", denn es stünden momentan keine weiteren Testergebnisse aus. Es waren rund 1700 Mitarbeiter und mehr als 500 Patienten untersucht worden. Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar und womöglich auch tödlicher als die bislang vorherrschende. Weil in dem Krankenhaus in der vergangenen Woche Infektionen mit dem Virus bekannt wurden, war ein Aufnahmestopp verhängt worden.

12.40 Uhr: Merkel spricht von furchtbarer Lage

Laut "Bild"-Zeitung hat Merkel in einer internen Schalte mit den Unions-Fraktionschefs von Bund und Ländern gewarnt: "Wir müssen noch strenger werden, sonst sind wir in 14 Tagen wieder da, wo wir waren". Die Lage sei "furchtbar". Merkel soll gesagt haben: "Uns ist das Ding entglitten." Und weiter: "Wir leben durch die Mutationen auf einem Pulverfass", so Merkel.

Auch wenn der Impfstoff ein Grund zur Hoffnung ist, fordert Merkel weiterhin, dass die Infektionszahlen gering gehalten werden müssen. Laut der "Bild"-Zeitung wunderte sich Merkel darüber, warum sich "alle freuen, wenn wir unter 200 sind". Die Gesundheitsämter können die Kontakte aktuell immer noch nicht nachverfolgen.

Auch die Auslandsreisen vieler Deutscher habe sie kritisiert, berichtete das Blatt. Weihnachten seien jeden Tag 50 000 Menschen auf die Kanaren und die Malediven geflogen. "Warum können wir die Reisen nicht verbieten?", soll die Regierungschefin gefragt haben. Man müsse "den Flugverkehr so ausdünnen, dass man nirgendwo mehr hinkommt", sagte Merkel nach Angaben von Zuhörern der Schalte. Sie fügte auch an, Deutschland brauche ein härteres Grenzregime.

11.52 Uhr: Söder contra Braun: Aussetzen der Schuldenbremse wäre falsches Signal

CSU-Chef Markus Söder sieht einen Vorstoß von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sehr skeptisch, die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse auch in den kommenden Jahren auszusetzen. "Das wäre ein falsches Signal", sagte der bayerische Ministerpräsident am Dienstag. "Wir können die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie nicht auf Dauer mit höheren Schulden oder hohen Steuern lösen." Söder betonte deshalb: "Wir sehen ein dauerhaftes Aussetzen der Schuldenbremse sehr skeptisch." Es brauche vielmehr ein schlüssiges wirtschaftspolitisches Konzept. "Deutschland steht für finanzielle Seriosität, dabei sollten wir auch bleiben", mahnte der CSU-Chef.

Die Schuldenbremse sieht vor, dass die Haushalte von Bund und Ländern grundsätzlich ohne Einnahmen aus Krediten auszugleichen sind.Die Regel kann nach Einschätzung Brauns auch in den kommenden Jahren nicht eingehalten werden. Es sei sinnvoll, eine Erholungsstrategie für die Wirtschaft in Deutschland mit einer Grundgesetzänderung zu verbinden, die begrenzt für die kommenden Jahre einen "verlässlichen degressiven Korridor" für die Neuverschuldung vorsehe und ein klares Datum für die Rückkehr zur Einhaltung der Schuldenregel vorschreibe, schrieb der CDU-Politiker in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" (Dienstag).

9.45 Uhr: Pimkie schließt fast die Hälfte der deutschen Filialen

Die französische Modekette Pimkie will 40 ihrer 75 Geschäfte in Deutschland schließen, 150 Mitarbeiter sollen entlassen werden. Das berichtet das Fachmagazin "Textilwirtschaft". Die Gläubiger haben dem entsprechenden Insolvenzplan demnach einstimmig zugestimmt. "Ohne die teilweise sicher schmerzhaften Anpassungen der Standortmieten hätte die weitere Existenz von Pimkie in Deutschland zweifellos infrage gestanden", sagt Patrick van der Linden, COO der Pimkie-Gruppe.

6.30 Uhr: Städte- und Gemeindebund fordert "Exit-Strategie" aus dem Lockdown

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert klare Perspektiven für eine Lockerung der Corona-Beschränkungen. Nötig sei eine "abgestufte Exit-Strategie aus dem Lockdown", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag). Die Infektionszahlen seien zwar noch zu hoch, aber sie gingen zurück. Deshalb sei die Politik gefordert, klarzumachen, ab welchen Werten welche Lockerungen gelten sollten. Das werde regional unterschiedlich sein. Im Vordergrund müssten aber überall die Perspektiven für Kitas und Grundschulen stehen.

6.01 Uhr: 6408 Corona-Neuinfektionen und 903 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 6408 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 903 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Vergangenen Dienstag hatte das RKI 11.369 Neuinfektionen und 989 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Allerdings enthielten die beiden Werte Nachmeldungen aus Rheinland-Pfalz.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bei 107,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

25. Januar

22.30 Uhr: Regierung rechnet offenbar mit Zulassung von Astrazeneca-Impfstoff nur für unter 65-Jährige

Die Bundesregierung rechnet einem Medienbericht zufolge mit einer Zulassung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca in der EU nur für Menschen unter 65 Jahren. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf interne Gespräche zwischen der Regierung und den Bundesländern berichtete, ist der Grund für eine mögliche Nicht-Zulassung des Impfstoffs für Senioren offenbar die niedrige Wirksamkeit.

Das Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns wird voraussichtlich am Freitag von der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen. Wie die "Bild" berichtete, rechnet die Regierung mit einer Wirksamkeit des Impfstoffs bei Menschen über 65 Jahren von unter zehn Prozent. Das würde bedeuten, dass Senioren mit dem Astrazeneca-Vakzin nicht geimpft werden dürften.

Ursprünglich planten Bund und Länder dem Bericht zufolge, den AstraZeneca-Impfstoff für ältere Menschen einzusetzen, die zu Hause leben und aus Alters- oder Krankheitsgründen die Impfzentren nicht aufsuchen können. Das Vakzin ist einfacher zu transportieren als etwa der Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer. Nun müssten Bund und Länder ihre Impf-Strategie für ältere Menschen, die ihre Wohnungen nicht verlassen können, ändern. Nach Informationen der Zeitung könnte diese Bevölkerungsgruppe stattdessen mit dem Impfstoff von Moderna geimpft werden.

Auf Anfrage der "Bild"-Zeitung habe Astrazeneca erklärt, dass die ersten veröffentlichen Daten über die Wirkung des Impfstoffs tatsächlich "auf einer Auswertung von Teilnehmenden im Alter von 18 bis 55 Jahren" beruht hätten. Dennoch erwarte der Hersteller, dass der Impfstoff "in allen Altersgruppen ähnlich" wirksam sei. Astrazeneca hatte kürzlich angekündigt, weniger Dosen als geplant an die EU liefern zu können. Grund seien Probleme in einer Produktionsstätte. Wie groß die Ausfälle sein werden, teilte das Unternehmen zunächst nicht mit.

15.15 Uhr: Merck und Pasteur-Institut stoppen Entwicklung von Corona-Impfstoff

Rückschlag bei der Entwicklung eines neuen Corona-Impfstoffs: Der Pharmakonzern Merck und das französische Pasteur-Institut stoppen ihr gemeinsames Forschungsprojekt, wie beide Seiten am Montag in New York und Paris mitteilten. Erste Tests hätten eine zu geringe Wirksamkeit ergeben, erklärte das Pasteur-Institut.

Das Mittel sollte auf der Basis eines Impfstoffs gegen Masern entwickelt werden. Das Pasteur-Institut will sich nun nach eigenen Angaben auf andere Mittel gegen das Coronavirus konzentrieren, die aber noch in der Anfangsphase sind. Im Dezember hatte bereits der französische Pharmakonzern Sanofi Probleme bei der Impfstoff-Forschung eingeräumt.

12.10 Uhr: Spekulationen um erneuten Corona-Lockdown in Frankreich

In Frankreich mehren sich die Spekulationen um einen möglichen dritten Lockdown wegen der Corona-Pandemie. Die Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" hatte berichtet, dass Präsident Emmanuel Macron noch in dieser Woche landesweite Ausgangsbeschränkungen verkünden könnte. Frankreichs Regierung betont unterdessen, dass noch nichts entschieden sei. "Es gibt zu diesem Zeitpunkt noch keine Entscheidung", sagte Europa-Staatssekretär Clément Beaune am Montagmorgen im Gespräch mit Radio Classique.

Ähnlich äußerte sich Regierungssprecher Gabriel Attal. Er sagte dem Sender France 3, man wolle schauen, ob die abendlichen Ausgangsbeschränkungen ab 18 Uhr Wirkung zeigten. Die Verbreitung des Virus schreite in Frankreich derzeit voran, ohne dass es einen exponentiellen Anstieg gebe, so Attal. Im Schnitt liegt die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen etwa bei 20 000. Im vergangenen Dezember lag sie zeitweise bei der Hälfte. Macron hatte damals als Ziel nicht mehr als 5000 Neuinfektionen pro Tag ausgerufen.

Für den Leiter des Wissenschaftlichen Rates, Jean-François Delfraissy, ist es wahrscheinlich, dass Frankreich auf einen weiteren Lockdown zusteuert. Dies sei vor allen Dingen der Mutation des Virus geschuldet. "Aber es steht nicht nur gesundheitlich, sondern auch wirtschaftlich und gesellschaftlich viel auf dem Spiel", sagte er dem Sender BFMTV. Der Chef der Arbeitgebervereinigung Medef warnte, dass ein neuer Lockdown nicht zu einer "zusätzlichen Katastrophe für die Wirtschaft" werden dürfe. Die Läden sollten dieses Mal geöffnet bleiben, forderte Geoffroy Roux de Bézieux.

9.30 Uhr: Lauterbach findet Debatte über Impf-Privilegien zurzeit sinnlos

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kann der derzeitigen Debatte über Privilegien für bereits gegen Covid-19 Geimpfte nichts abgewinnen. Zum jetzigen Zeitpunkt habe sie "keinen Sinn", sagte er. Es fehle der breite Zugang zum Impfstoff ebenso wie wissenschaftliche Daten zu einer möglicherweise anhaltenden Ansteckungsgefahr von Geimpften. Es sei ungewiss, ob geimpfte Menschen das Coronavirus weiter verbreiten. "Zum jetzigen Zeitpunkt fehlen komplett die Daten", sagte Lauterbach am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".

FDP-Politiker Marco Buschmann stimmte Lauterbach bezüglich der fehlenden wissenschaftlichen Studien zu. Trotzdem sei es rechtlich schwierig, den Menschen weiterhin Freiheitsrechte zu entziehen, wenn feststehen sollte, dass geimpfte Menschen weder selbst krank werden noch andere anstecken könnten. "Dann gibt es keinen Grund den Menschen ihre verfassungsrechtlich verbrieften Rechte vorzuenthalten", sagte Buschmann.

6.22 Uhr: KMK-Präsidentin hält erste Schulöffnungen Anfang Februar möglich

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, hält erste Schulöffnungen Anfang Februar für möglich. "Sicher nicht vollständig", schränkte die brandenburgische Bildungsministerin in der "Rheinischen Post" ein. "Aber ich halte das bei entsprechender Infektionslage beispielsweise mit Wechselunterricht für möglich. Allerdings kann das anfangs auch nur für Abschlussklassen und die ersten Klassenstufen gelten. Distanzunterricht über einen langen Zeitraum tut insbesondere den Grundschulkindern nicht gut." "Kein Land sollte auf ein anderes warten müssen, um seine Schulen zu öffnen", sagte die SPD-Politikerin und verwies auf ein sehr unterschiedliches Infektionsgeschehen in den Bundesländern. "Ich finde es richtig, wenn die Länder die Spielräume, die ihnen die Beschlüsse bieten, unterschiedlich nutzen."

Zur Frage, ob an Corona-Abschlüssen ein Makel haften bleiben könnte, sagte Ernst: "Diese Absolventen werden es sein, die unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen einen Abschluss gemacht haben. Sie haben gelernt, noch eigenverantwortlicher zu arbeiten. Das wird ihnen im späteren Leben sogar helfen. Und ich hoffe, dass auch die Personalabteilungen in diesem Meistern der Krise einen besonderen Wert potenzieller Bewerberinnen und Bewerber erkennen werden. Ein Abschlusszeugnis der Jahre 2020 und 2021 kann künftig als besondere Auszeichnung gelten, nicht als Makel." Die SPD-Politikerin sprach sich im Interview mit der Zeitung zudem für Lernangebote in den Sommerferien aus. "Das finde ich sehr wichtig. In den Sommerferien sollten Schulen Angebote machen, auch um Lernstoff nachzuholen, der im Distanzunterricht auf der Strecke blieb. Das hat es ja auch im letzten Jahr schon in vielen Bundesländern gegeben", sagte Ernst.

6.01 Uhr: 6729 Corona-Neuinfektionen und 217 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 6729 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 217 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Vergangenen Montag hatte das RKI 7141 Neuinfektionen und 214 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Allerdings waren die Daten aus Rheinland-Pfalz zu diesem Zeitpunkt nur unvollständig übermittelt worden. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen zudem meist geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bei 111,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

24. Januar

15.23 Uhr: Spahn will Corona-Schnelltests daheim ohne Arzt ermöglichen

Die Menschen in Deutschland sollen Corona-Schnelltests künftig selbst zu Hause vornehmen können. Um dies zu ermöglichen, wolle Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Medizinprodukte-Abgabeverordnung ändern, berichtete die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" (Montagsausgabe). Damit werde der so genannte Arztvorbehalt für die Tests aufgehoben. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können die Tests dann in der Apotheke kaufen und zu Hause vornehmen.

Die Zeitung zitierte aus dem Entwurf der Verordnung. "Tests zur Eigenanwendung durch Laien werden perspektivisch eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung der Pandemie spielen", heißt es demnach in dem Text. "Darüber hinaus erscheinen Tests zur Eigenanwendung dort sinnvoll, wo eben kein professioneller Anwender vorhanden ist."

Der Apothekerverband Nordrhein begrüßt Spahns Pläne. "Studien belegen, dass auch Laien gute Testergebnisse erzielen", sagte Verbandschef Thomas Preis der "Rheinischen Post". Der Test werde voraussichtlich als Spuck- oder Gurgeltest kommen, "damit ist das Handling einfacher als bei Rachenabstrichen per Wattestäbchen".

Preis rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die Tests ab Ende Januar in den Apotheken erhältlich seien. Voraussichtlich würden sie dann zehn bis 15 Euro kosten. Die Regierung werde überlegen müssen, ob sie Bedürftige mit Gutscheinen unterstützt, sagte Preis.

9.01 Uhr: Bundesregierung kauft Antikörper-Mittel für Deutschland

Die Bundesregierung hat für Deutschland ein neues Corona-Medikament auf Antikörper-Basis gekauft. "Ab nächster Woche werden die monoklonalen Antikörper in Deutschland als erstem Land in der EU eingesetzt. Zunächst in Uni-Kliniken", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der "Bild am Sonntag". "Der Bund hat 200.000 Dosen für 400 Millionen Euro eingekauft."

Mit dieser Form der Antikörper wurde laut dem Medienbericht der frühere US-Präsident Donald Trump nach seiner Corona-Infektion behandelt. "Sie wirken wie eine passive Impfung. Die Gabe dieser Antikörper kann Risikopatienten in der Frühphase helfen, dass ein schwerer Verlauft verhindert wird", sagte Spahn.

Der damalige US-Präsident Trump war Anfang Oktober mit dem Antikörper-Cocktail REGN-COV2 der US-Firma Regeneron behandelt worden. Der Wirkstoff von REGN-COV2 ist eine Kombination aus zwei speziell entwickelten Antikörpern, die sich an das sogenannte Spike-Protein des Coronavirus binden und so dessen Struktur deformieren können. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass das Coronavirus menschliche Zellen angreifen kann. Die Kombination aus zwei verschiedenen Antikörpern soll laut Regeneron verhindern, dass der Erregervirus Sars-COV2 mutiert.

8.03 Uhr: 12.257 Neuinfektionen und 349 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.257 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 349 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Sonntagmorgen bekannt gab. Vergangenen Sonntag hatte das RKI 13.882 Neuinfektionen und 445 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bei 111,1. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

23. Januar

8.33 Uhr: Heil schließt Verlängerung der Homeoffice-Pflicht nicht aus

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) schließt eine Verlängerung der Homeoffice-Pflicht in der Corona-Pandemie nicht aus. "Wir gucken rechtzeitig, ob eine Verlängerung über den 15. März hinaus nötig wird. Das große Ziel ist zu verhindern, dass wir in einen vollständigen Lockdown unserer Volkswirtschaft kommen", sagte Heil der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe).

Die Infektionszahlen gingen im Moment zwar zurück, aber durch die Coronavirus-Mutanten bestehe ein zusätzliches Gesundheitsrisiko. "Ich will, dass wir unsere Volkswirtschaft am Laufen halten, und dazu leistet mehr Homeoffice einen wichtigen Beitrag", sagte der SPD-Politiker.

Er gehe davon aus, dass sich der Großteil der Arbeitgeber nach der Homeoffice-Pflicht richte. "Die Arbeitsschutzbehörden der Länder werden die Homeoffice-Regel natürlich stichprobenartig kontrollieren", erklärte Heil. "Beschäftigte können sich zudem an die Arbeitsschutzbehörden wenden, wenn Unternehmen keine plausible Begründung liefern, warum sie Homeoffice verweigern." Dann seien auch Bußgelder möglich.

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch eine Verordnung verabschiedet, welche die Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Beschäftigten bis zum 15. März Homeoffice zu ermöglichen, sofern keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegen sprechen. Ein verbindliches Recht auf Homeoffice gibt es aber nicht.

8.20 Uhr: Mehr als 16.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 16.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 16.417 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.122.679.

Nach Angaben des RKI wurden zudem 879 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 51.521. Gezählt werden dabei sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung durch das Virus verstarben, als auch Menschen mit Vorerkrankungen, die mit dem Coronavirus infiziert waren und bei denen sich die genaue Todesursache nicht abschließend nachweisen lässt.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das RKI mit rund 1.795.400. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 112,6. Sie lag damit immer noch weit über der von der Bundesregierung gesetzten Zielmarke von unter 50. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche.

22. Januar

19.30 Uhr: Belgien verbietet "nicht notwendige Reisen" bis März

Im Kampf gegen die Mutationen des Coronavirus verbietet Belgien nicht zwingend notwendige Reisen. Dies gelte von kommendem Mittwoch bis zum 1. März, sagte Premierminister Alexander De Croo am Freitag nach Regierungsberatungen. In diesem Zeitraum sind Urlaubsreisen und Ausflüge verboten. Warenverkehr und Grenzpendler sollen nicht eingeschränkt werden, zudem soll es weitere Ausnahmen geben. "Wir bauen keine Mauer um unser Land", sagte De Croo.

Nach monatelanger Zwangspause gibt es für Friseure zumindest wieder eine Perspektive. Wegen der Gefahr durch die neuen Corona-Varianten hatten sich die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag darauf verständigt, vermeidbare Reisen weitgehend auszubremsen. Belgien geht mit dem Verbot darüber hinaus. Damit soll vor allem verhindert werden, dass die Infektionszahlen nach den Karnevalsferien dramatisch steigen.

"Wenn die Menschen reisen, reist das Virus mit ihnen", sagte de Croo. Er warnte ausdrücklich vor den neuen Varianten des Coronavirus. Für Reisende aus Großbritannien, Südafrika und Südamerika gelten ab Montag strengere Test- und Quarantäneregeln.

10.00: Spahn sieht Entwicklung in die richtige Richtung

"Wenn man zu früh aufhört, kann noch größerer Schaden entstehen", sagt Spahn am Freitagmorgen in Berlin in Bezug auf die Corona-Maßnahmen. Die Infektionszahlen seien ermutigend und würden auf eine leichte Entlastung hindeuten. "Die Zahlen entwickeln sich in die richtige Richtung, aber sind immer noch auf einem zu hohen Niveau". Das Virus müsse wieder gut kontrollierbar werden. Die aktuellen Zahlen dürften kein Dauerzustand sein. "Ich weiß, dass die Beschlüsse sehr belastend sind", räumt Spahn ein. Es gebe aber keine andere Möglichkeit, vor allem in Bezug auf die neuen Mutationen. Das Gute an der aktuellen Situation sei, dass es Hoffnung gebe. Vor allem durch die Impfungen.

Bis Mitte Februar solle es in allen Pflegeeinrichtungen Impfangebote geben. "Dieser Winter wird nicht leicht, das wussten wir immer. Aber ich bin sicher, wir haben Aussicht auf einen besseren Sommer", sagt Spahn. Jeder könnte im Alltag einen Unterschied machen, für das mitwirken der Bürger sei Spahn danbkar.

Eine sogenannte Null-Covid-Strategie hält der Gesundheitsminister hierzulande nicht für geeignet. "Das Modell sehe ich nicht auf Deutschland übertragbar", sagt er. Das Land liege in der Mitte eines Kontinents, in der Mitte der Europäischen Union, "deswegen sehe ich Null als dauerhafte Zielmarke nicht als das, was in einem Land wie Deutschland mit unserer Lage und Situation funktionieren kann." Die Initiative "Zero Covid" macht sich mit diesem Ziel gerade für einen kompletten Shutdown europaweit stark.

6.35 Uhr: EU-Staaten wollen Reiseregeln verschärfen

Reisen könnte mit neuen Corona-Auflagen in Europa bald noch mühsamer werden. Erwogen würden weitere Beschränkungen, berichtete EU-Ratschef Charles Michel nach einem Videogipfel der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am Donnerstagabend. Zur Debatte stehen neue Test- und Quarantänepflichten für Menschen aus "dunkelroten Zonen" mit sehr hohen Corona-Fallzahlen. Frankreich plant solche Pflichten bereits ab Sonntag für die meisten europäischen Reisenden.

Die Staats- und Regierungschefs sähen die Lage wegen der neuen, ansteckenderen Varianten des Coronavirus als sehr ernst, erklärte Michel nach der rund vierstündigen Videokonferenz. Man kämpfe an zwei Fronten: Beschleunigung der Impfungen in Europa und Eindämmung des Virus. Die EU-Gesundheitsagentur ECDC stuft das Risiko durch die Verbreitung der neuen Varianten inzwischen als hoch/sehr hoch ein - also höher als bislang. Die Grenzen in der EU sollten offen bleiben, um den Transport wichtiger Güter und die Dienstleistungsfreiheit im EU-Binnenmarkt zu sichern, sagte Michel. "Es sollte keine undifferenzierten Reisesperren geben." Gleichwohl seien weitere Beschränkungen für nicht unabdingbare Reisen womöglich notwendig, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen erläuterte, ihre Behörde wolle eine Erweiterung der bereits bestehenden Corona-Ampel-Karte vorschlagen. Demnach soll für Regionen, in denen sich das Coronavirus sehr stark verbreitet, eine neue "dunkelrote" Kategorie eingeführt werden. Auf der bestehenden Karte werden Regionen auf Grundlage gemeinsamer Kriterien je nach Infektionsgeschehen schon jetzt entweder grün, orange oder rot markiert. Von Personen, die künftig aus den dunkelroten Zonen verreisen wollen, könne vor der Abreise ein Test verlangt werden sowie Quarantäne nach der Ankunft, sagte von der Leyen. Von nicht notwendigen Reisen solle dringend abgeraten werden. Auch Geimpfte können absehbar nicht mit Erleichterungen beim Reisen rechnen. Zwar wollen die 27 Staaten an einem gemeinsamen Impfpass arbeiten. Die Debatte über mögliche damit verbundene Vorteile wurde jedoch vertagt.

6.30 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Deutschland überschreitet Marke von 50.000

Die Zahl der im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen in Deutschland verzeichneten Todesfälle seit Beginn der Pandemie hat die Marke von 50.000 überschritten. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden inzwischen insgesamt 50.642 Todesfälle registriert. Zuletzt wurden binnen 24 Stunden 859 nach einer Corona-Infektion Verstorbene erfasst.

Gezählt werden dabei sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung durch das Virus verstarben, als auch Menschen mit Vorerkrankungen, die mit dem Coronavirus infiziert waren und bei denen sich die genaue Todesursache nicht abschließend nachweisen lässt.

Nach den jüngsten Angaben des RKI wurden außerdem innerhalb eines Tages 17.862 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.106.262.

21. Januar

USA verlangen von Einreisenden künftig Corona-Quarantäne – Bidens Corona-Plan vorgestellt

Reisende in die USA werden sich wegen der Corona-Pandemie künftig nach ihrer Ankunft in Quarantäne begeben müssen. Das kündigte der neue US-Präsident Joe Biden am Donnerstag im Weißen Haus bei der Vorstellung einer nationalen Strategie im Kampf gegen das Coronavirus an. "Jeder, der aus einem anderen Land in die USA fliegt, wird sich testen lassen müssen, bevor er das Flugzeug besteigt, (...) und sich in Quarantäne begeben müssen, wenn er in den USA ankommt." Nähere Angaben machte Biden zunächst nicht.

In einem von dem Präsidenten unterzeichneten Dekret heißt es, von Reisenden aus dem Ausland solle verlangt werden, die Richtlinien der US-Gesundheitsbehörde CDC zu internationalen Reisen einzuhalten, einschließlich zu "Selbst-Quarantäne oder Selbst-Isolierung". Die CDC hatte bereits vergangene Woche angekündigt, dass vor Flugreisen in die USA künftig ein negativer Corona-Test verlangt wird. Die Maßnahme tritt demnach am 26. Januar in Kraft. Zugleich empfahl die Behörde, in den sieben Tagen nach Einreise zu Hause zu bleiben – es handelte sich aber lediglich um eine Empfehlung.

Biden stellte am Donnerstag im Weißen Haus einen rund 200 Seiten langen Aktionsplan im Kampf gegen das Coronavirus vor. Er unterzeichnete dazu einen Tag nach seinem Amtsantritt zehn Direktiven, die eine Reihe von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie enthalten, unter anderem die Vorgaben zu Einreisen aus dem Ausland. Mit den Maßnahmen will Biden auch die schleppende Impfkampagne beschleunigen, mehr Menschen testen lassen, mehr Personal im öffentlichen Gesundheitswesen einstellen und die Produktion von medizinischem Material steigern. Das Tragen von Schutzmasken wird bei Reisen zwischen Bundesstaaten in Zügen, Flugzeugen und Bussen Pflicht.

Biden will zudem eine sichere Wiedereröffnung von Schulen und Unternehmen ermöglichen und die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen das Virus stärken.

Der neue US-Präsident prangerte am Donnerstag Versäumnisse der Regierung seines Vorgängers Donald Trump an. "Im vergangenen Jahr konnten wir uns nicht auf die Regierung verlassen, um mit der notwendigen Dringlichkeit, Konzentration und Koordinierung zu handeln", sagte der Präsident. "Und wir haben die tragischen Kosten dieses Scheiterns gesehen."

7.05 Uhr: Mann stirbt nach zweiter Corona-Infektion – Erster bekannter Fall?

In Baden-Württemberg ist ein registrierter Corona-Patient nach einer zweiten Infektion mit dem Virus gestorben. Es ist der erste derartige Fall im Südwesten, der bekannt geworden ist, und womöglich auch in Deutschland. Es handele sich um einen Mann aus dem Landkreis Freudenstadt, teilte das Landesgesundheitsamt am Mittwochabend in Stuttgart mit. Im April 2020 sei erstmals eine Corona-Infektion bei ihm nachgewiesen worden. Ende Dezember 2020 habe sich der Mann erneut angesteckt, was Anfang Januar festgestellt worden sei. "Der Patient verstarb im weiteren Verlauf an einer Covid19-Pneumonie (Lungenentzündung) und Sepsis mit Multiorganversagen." Zuerst hatte der Rechercheverbund von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" darüber berichtet.

Wie der Verbund weiter schreibt, handelt es sich um einen 73 Jahre alten Mann. Stefan Brockmann, der am Landesgesundheitsamt das Referat Gesundheitsschutz und Epidemiologie leitet, sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei der erste bekannte Todesfall nach einer zweiten Infektion im Südwesten. "Es gibt keinen Hinweis darauf, dass er eine der neuen Virusvarianten hatte", erklärte Brockmann. Der Landkreis Freudenstadt war der erste Landkreis in Deutschland, in dem die in Großbritannien entdeckte Virusmutation aufgetaucht war.

Der Mann habe Vorerkrankungen gehabt, sagte Brockmann. Es sei daher wahrscheinlich, dass er bei der ersten Infektion keine starke Immunität ausgebildet habe. Die Chance, dass sich ein Mensch ein zweites Mal mit dem Coronavirus ansteckt, sei bisher sehr gering. Es gebe vereinzelte Fälle, bei denen die Patienten beim ersten Mal nicht genügend Antikörper ausgebildet hätten.

Nach dem Bericht von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" dürfte dies weltweit erst der dritte bekannt gewordene Todesfall nach einer Corona-Reinfektion sein. Im Oktober war eine 89-jährige Niederländerin verstorben, die allerdings immungeschwächt war. Im Dezember berichtete eine israelische Zeitung, dass dort ein 74-jähriger Bewohner eines Altenheims nach durchgestandener Erstinfektion im August sich erneut infizierte und verstarb, obwohl er zwischendurch dreimal negativ getestet worden sei.

Über Patienten mit einer zweiten Infektion gibt es noch relativ wenige Informationen. Das Robert Koch-Institut (RKI) teilte auf Anfrage des Rechercheverbunds mit, dass Reinfektionen seit einiger Zeit bei der Meldung ans RKI übermittelt werden können und dass derzeit eine Reihe dieser Meldungen überprüft werde

6.30 Uhr: Deutlicher Rückgang bei den Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland zuletzt deutlich gesunken. So gab das Robert Koch-Institut (RKI) die sogenannte 7-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 119,0 an - das ist der niedrigste Wert seit dem 1. November. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche, war in den vergangenen zehn Tagen kontinuierlich gesunken. Ihren bisherigen Höchstwert hatte sie kurz vor Weihnachten (22.12.) mit 197,6 erreicht.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch groß: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 225,0 und Brandenburg mit 203,3. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 76,6.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem RKI am Donnerstagmorgen zudem 20.398 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Außerdem wurden 1013 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI 25.164 Neuinfektionen und 1244 neue Todesfälle - der bisherige Höchststand - binnen 24 Stunden verzeichnet. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

20. Januar

19.14 Uhr: Sechs Fälle von Corona-Variante in Berliner Klinik nachgewiesen

Auf einer Berliner Krankenhausstation ist bei vier Patienten und zwei Mitarbeitern die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante nachgewiesen worden. "Es besteht keine Kenntnis von vorherigen Aufenthalten in Großbritannien", teilte die Berliner Gesundheitsverwaltung am Mittwoch mit. Die neue Variante ist Experten zufolge infektiöser als bisherige Formen.Alle Fälle betreffen eine Station der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie des Humboldt-Klinikums im Bezirk Reinickendorf, wie der kommunale Vivantes-Konzern mitteilte. Am Vormittag war zunächst von drei Patienten mit der neuen Variante die Rede. Diese seien durch ein berlinweites Routinescreening am 14. Januar aufgefallen, hieß es.Später fügte Vivantes hinzu, dass die Variante inzwischen zudem bei einer Patientin und zwei Mitarbeitern nachgewiesen sei, die bereits zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Ursprünglich seien diese Proben zwischen dem 15. und 18. Januar eingesandt worden.Wie Vivantes erklärte, war zum Schutz von Patienten und Personal sofort ein Aufnahmestopp für die betroffene Station verhängt worden. "Aufgrund der strengen Hygienemaßnahmen und der direkten Isolation der Betroffenen konnte das Infektionsgeschehen kontrolliert werden."

16.33 Uhr: Russland will EU-Zulassung für Corona-Impfstoff "Sputnik V"

Russland strebt eine Registrierung seines Corona-Impfstoffes "Sputnik V" in der Europäischen Union an. Ein entsprechender Antrag sei bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA eingereicht worden, teilte der staatliche Direktinvestmentfonds am Mittwoch in Moskau mit, der das Vakzin mitfinanziert und im Ausland vermarktet. Mit einer Prüfung werde im nächsten Monat gerechnet. Bereits von diesem Freitag an will sich Russland die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit von "Sputnik V" von der Weltgesundheitsorganisation WHO beurteilen lassen.Der Wirkstoff war Mitte August als weltweit erster für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben worden, obwohl bis dahin wichtige Tests ausgestanden hatten. Das hatte international Kritik ausgelöst. Unabhängige Studien sind bisher nicht bekannt. In Russland laufen Impfungen mit "Sputnik V" bereits seit Anfang Dezember - parallel zur Testphase III. Bis zum Sommer sollen nach dem Willen der russischen Regierung 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Bislang haben mehr als anderthalb Millionen Menschen das Vakzin erhalten.

6.52 Uhr: Wirtschaft fordert erneut schnelle Hilfe und Perspektiven

Schnellere finanzielle Hilfen für Unternehmen, aber auch weitere Vorgaben etwa für den Öffentlichen Nahverkehr oder die Büroarbeit: Die jüngsten Corona-Maßnahmen sind vor allem in der Industrie auf Kritik gestoßen. So nannte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Oliver Zander, unter anderem die beschlossenen Vorgaben für mehr Homeoffice als "inakzeptabel". Noch im November habe Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verkündet, von diesem Vorhaben abzusehen. "Dieses nun unter dem Etikett der Pandemiebekämpung einzubringen, erweckt den Eindruck, als nutze der Minister die Pandemie für parteipolitische Zwecke", teilte Zander mit.

Zuvor hatten sich Bund und Länder nach mehrstündigen Verhandlungen darauf geeinigt, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten im Homeoffice überall dort ermöglichen müssen, wo es die Tätigkeiten zulassen. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften gelten zudem strengere Maskenvorschriften: Künftig müssen dort sogenannte OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen mit den Standards KN95/N95 oder FFP2 getragen werden. Zudem werden die Verkehrsunternehmen aufgefordert, ihr Angebot zu erhöhen. So könnten Abstandsregeln vor allem zu Stoßzeiten besser eingehalten werden.

"Falls der Weg zur Arbeit als besonderes Risiko ausgemacht wird, muss die öffentliche Hand das Angebot des ÖPNV erhöhen, statt mit einer FFP2-Maskenpflicht von den eigenen Versäumnissen abzulenken", teilte Zander weiter mit.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen kündigte an, den Beschluss "selbstverständlich" zu unterstützen. Gleichwohl bezeichnete auch VDV-Präsident Ingo Wortmann die verschärfte Maskenpflicht als "nicht notwendig".

6.30 Uhr: 15.974 Corona-Neuinfektionen und 1148 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.974 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1148 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 19.600 Neuinfektionen und 1060 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

"Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche sinken die Fallzahlen in den meisten Bundesländern (jedoch nicht allen) nun leicht", schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstagabend. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

19. Januar

22.50 Uhr: Erstes Bundesland schert aus und will Grundschulen früher öffnen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will bereits in der kommenden Woche prüfen, ob Grundschulen und Kitas schon ab Anfang Februar schrittweise wieder öffnen können. "Wenn die Infektionslage es zulässt", wolle Baden-Württemberg eine vorsichtige Öffnung angehen, sagte Kretschmann kurz nach dem Ende des Corona-Gipfels von Bund und Ländern am Dienstag in Stuttgart.

Bei der Schalte hatten sich Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eigentlich darauf verständigt, dass Schulen und Kitas bis zum 14. Februar geschlossen bleiben sollen.Weiterführende Schulen sollen in Baden-Württemberg nach Kretschmanns Angaben weiterhin geschlossen bleiben. Kretschmann rief die Menschen dazu auf, "den Kopf oben" zu behalten und durchzuhalten. Angesichts der neuen Mutanten des Coronavirus müssten die Infektionszahlen so weit wie möglich gesenkt werden.

22.22 Uhr: Merkel hält Inzidenz von unter 50 im Februar für möglich

Merkel wird von einer Journalistin gefragt, ob es nicht ehrlicher wäre, den Lockdown noch weiter zu verlängern als nur bis Mitte Februar. Schließlich nennt Merkel als Ziel eine Inzidenz von unter 50, und davon sei man noch weit entfernt.

Merkel widerspricht: Es bestehe "durchaus eine Chance", die Inzidenz von unter 50 im Februar zu erreichen, sagt die Kanzlerin und verweist auf die gestrigen Beratungen durch Experten. "Aussichtslos würde ich nicht sagen, es bedarf aber einer umfassenden Umsetzung jetzt auch in der Homeoffice-Sache", so Merkel etwas flapsig. Das Gute sei: "Die Weihnachts- und Silvesterzeit hat uns nicht zurückgeworfen", sondern auf einen Kurs gebracht, der Hoffnung mache. Es müsse jedoch verhindert werden, dass es in Deutschland bald aussehe wie in London.

22.13 Uhr: Merkel hofft auf Impfangebot für alle bis Ende des Sommers

Merkel erklärt, warum es so wichtig sei, die Zahlen schnell zu senken. Nur dann könne man wieder Kontakte nachverfolgen und die mutierten Viren unter den anderen Viren entdecken. Außerdem sei eine niedrige Inzidenz der wichtigste Schlüssel, um wieder Dinge öffnen zu können. Bei den aktuellen Fallzahlen würde man schnell wieder in ein Wachstum gelangen, das erneute Verschärfungen erfordern würde.

Merkel bekräftigte das Ziel, wieder eine vollständige Nachverfolgung von Infektionsketten und Kontakten zu erreichen. Bis Ende des Sommers solle allen Bürgern ein Impfangebot gemacht werden können. Dafür komme es auch auf Planungssicherheit bei Impfstofflieferungen an. Die Kanzlerin mahnte zudem an, dass die Nachbarländer Deutschlands beim Eindämmen der Corona-Pandemie "in die gleiche Richtung arbeiten" müssten. Dies sei auch Thema beim EU-Gipfel an diesem Donnerstag. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, wären "Vorkehrungen" bei Einreisefragen zu treffen.

21.57 Uhr: Söder lobt Merkels Einsatz beim Thema Schulen

Berlins Regierender Bürgermeister Müller spricht von einem wichtigen Schritt in der Pandemiebekämpfung. "Wir können gemeinsam auch weiterhin viel erreichen, um auch das Neue in den Griff zu bekommen, das möglicherweise auf uns zukommt", sagt er mit Blick auf die Corona-Mutation.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder dankt zunächst der Bevölkerung für die Einhaltung der Maßnahmen. "Aber: Alle sind gestresst, unheimlich genervt." Es gehe an die Substanz. Mit Blick auf die Beschlüsse sagt Söder, es sei viel erreicht worden. Aber "es wäre vielleicht noch ein bisschen mehr drin gewesen".

Die verstärkte Maskenpflicht hält Söder für ein gutes Signal. Söder dankt Merkel für ihren Einsatz beim Thema Schule und Kita in der Runde. Das sei der schwierigste Punkt gewesen. Am Ende setzte sich hier Merkel durch, die Schulen bleiben grundsätzlich bis 14. Februar geschlossen.

21.42 Uhr: Angela Merkel warnt vor Virus-Mutation und verkündet Beschlüsse

"Die aktuellen Zahlen des RKI sind für uns alle Anlass zur Hoffnung, und sie machen uns auch Mut", sagt Angela Merkel. Dennoch habe man einen wichtigen Grund, sich bereits heute zu beraten. Eine "ernsthafte Gefahr" droht, "und das ist die Mutation des Virus, wie sie vor allem, aber nicht nur in Großbritannien und Irland aufgetaucht ist." Dieses droht deutlich ansteckender zu sein. Dieser Gefahr gelte es nun vorzubeugen. Sonst drohe eine "explosive Erhöhung" der Infektionszahlen, die zu einer Überlastung der Krankenhäuser führen könnte, so Merkel. Daher habe man am heutigen Tag noch einmal Verschärfungen beschlossen.

Merkel verkündet die Beschlüsse:

Man habe "lange gerungen" beim Thema Schulen, sagt Merkel. Doch es gebe Hinweise, dass sich die Mutation stärker als das bisherige Virus bei Kindern und Jugendlichen verbreite.

Man gehe davon aus, dass die Inzidenz von unter 50 nicht überall erreicht werde, sagt Merkel. Eine vollständige Kontaktnachverfolgung soll jedoch das Ziel sein, weswegen die Gesundheitsämter noch verstärkt werden sollen.

"Es hat gedauert, aber es hat sich gelohnt", sagt Merkel abschließend. "Es ist hart, was wir den Menschen noch einmal zumuten müssen. Aber das Vorsorgeprinzip hat für uns Vorrang."

21.14 Uhr: Corona-Gipfel zieht sich wegen Schul-Streit: Merkel soll sauer sein, Krisentelefonat mit Scholz, Söder und Müller

Seit mittlerweile sieben Stunden sitzen Angela Merkel und die Ministerpräsidenten zusammen. Alle Streitpunkte scheinen schon abgehakt – bis auf einen. Es geht ums Thema Schulen und Kitas. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll Merkel sauer und genervt sein. Deswegen sei eine ursprünglich zehnminütige Pause einberufen worden. Mittlerweile sollen aus den zehn Minuten viele mehr geworden sein. Laut "Bild" soll Merkel ein Krisentelefonat mit Markus Söder, Olaf Scholz und Michael Müller einberufen haben. Das Ziel: den Schulstreit beizulegen. Merkel soll dem Vernehmen nach in der Runde erneut für einen sehr strikten Kurs plädieren, dem jedoch nicht alle Bundesländer folgen wollen.

19.45 Uhr: Beim Thema Schule wird Merkel laut – "Ich lasse mir nicht anhängen, dass ich Kinder quäle"

Beim Corona-Gipfel zeichnen sich beim Streitthema Kitas und Schulen unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern ab. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte dem Fernsehsender "Welt" am Dienstag am Rande der laufenden Beratungen, es herrsche Einigkeit, dass es "nur wenige Ausnahmen" von den Schließungen geben dürfe. Diese könnten etwa für das Angebot von Notbetreuung oder für die Abschlussklassen gelten.

"Das ist, glaube ich, auch etwas, was in den Bundesländern querbeet mitgetragen wird", sagte Kretschmer. Aber "sicherlich" werde in den einzelnen Ländern etwas unterschiedlich mit den Ausnahmen umgegangen. In Sachsen werde er sehr restriktiv vorgehen, andere Bundesländer wollten "vielleicht etwas mehr auf Freiwilligkeit gehen".

Der Corona-Gipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen brachte am Dienstagabend auch nach stundenlangen Beratungen noch kein Endergebnis.

Vor allem der Umgang mit Kitas und Schulen gilt als Streitthema beim Treffen. Wie die "Bild" berichtete, soll Merkel ungehalten auf eine Äußerung von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig reagiert haben, die Merkel dem Bericht zufolge einen zu harten Umgang mit Schulen und eine zu weichen Umgang mit Unternehmen in Sachen Homeoffice vorwarf. "Ich lasse mir nicht anhängen, dass ich Kinder quäle oder Arbeitnehmerrechte missachte", soll Merkel gesagt haben.

18.11 Uhr: Homeoffice-Pflicht light soll kommen

Das Bund-Länder-Treffen läuft mittlerweile seit vier Stunden. Nach und nach dringen einzelne Details nach außen. Offenbar haben sich die Länderchefs und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf eine Homeoffice-Pflicht light geeinigt. Das berichtet "Business Insider" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Arbeitgeber sind demnach künftig verpflichtet, ihren Beschäftigten anzubieten, ins Homeoffice zu wechseln, „sofern die Tätigkeiten es zulassen.“ Offen ist noch, ob dann medizinische Masken angeboten werden müssen oder ob Arbeitgeber nur aufgefordert sind, diese anzubieten.

Bereits sicher ist außerdem: Der Lockdown wird bis zum 14. Februar verlängert, die Kontaktbeschränkungen (Haushalt plus eine Person) bleiben. Außerdem kommt die Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und Läden.

Beim Thema Schulen sind sich Bund und Länder bisher offenbar nicht einig geworden.

15.37 Uhr: Bund und Länder einig: Lockdown bis 14. Februar

Bund und Länder sind sich einig, dass zur Eindämmung des Coronavirus der bis Ende Januar befristete Lockdown bis zum 14. Februar verlängert wird. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag von Teilnehmern der Beratungen vonseiten des Bundes sowie der Länder. Damit bleiben etwa die Gastronomie, Freizeiteinrichtungen sowie der Einzelhandel geschlossen. Ausnahmen gelten weiterhin zum Beispiel für Supermärkte. Eine Einigung auf ein gesamtes Beschlusspapier gab es aber noch nicht.

14.39 Uhr: Kanzleramt schwächt Corona-Beschlussvorlage an einigen Punkten leicht ab

Kurz vor Beginn des Bund-Länder-Treffens hat das Kanzleramt seine Beschlussvorlage zu den neuen Corona-Maßnahmen an einigen Stellen leicht entschärft. Nach Vorgesprächen mit Ländervertretern strebt der Bund nun eine Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen bis 14. Februar an, nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen bis 15. Februar. Der 14. Februar - ein Sonntag - war der Termin, auf den sich die SPD-Länderchefs am Vortag verständigt hatten. In der neuen Fassung der Vorlage fehlt zudem die Vorgabe, dass öffentliche Verkehrsmittel nur noch zu maximal einem Drittel mit Fahrgästen besetzt werden dürfen. Aus dem Abschnitt zu den Kontaktbeschränkungen wurde der warnende Verweis gestrichen, dass in anderen Staaten "generell nur Treffen mit Personen aus ein oder zwei weiteren fest definierten Haushalten gestattet seien".

Zudem wurde in der neuen Fassung einige Abschnitte in eckige Klammern gesetzt. Dies bedeutet in der Regel, dass diese Punkte zwischen den Verhandlungspartnern strittig sind. Dies betrifft nun den Abschnitt, in dem es um die Fortsetzung des Lockdowns in Kitas und Schulen geht, und eine Passage, in der es um eine Verschärfung regionaler Maßnahmen in Gegenden mit einem besonders hohen Inzidenzwert geht. Die Vorlage des Kanzleramts sah ursprünglich vor, das Einschränkungen des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort künftig bereits unter einem Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen verhängt werden können. Auch Ausgangsbeschränkungen wurden erwähnt.

13.55 Uhr: Verwaltungsgerichtshof setzt bayernweites Alkoholverbot außer Vollzug

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das bayernweite Alkoholverbot im öffentlichen Raum vorläufig außer Vollzug gesetzt. Das Gericht gab damit nach Angaben vom Dienstag dem Eilantrag einer Privatperson aus Regensburg statt.

10.03 Uhr: Beschlussvorlage – Lockdown soll bis Mitte Februar verlängert werden + Pflicht zu medizinischen Masken + Regeln für Homeoffice

Das Bundeskanzleramt strebt eine Verlängerung der derzeitigen Lockdown-Auflagen bis zum 15. Februar an. Dies geht aus einer Beschlussvorlage für die Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Länder am Dienstagnachmittag hervor, die AFP vorliegt. Bis zu diesem Termin solle eine Arbeitsgruppe "ein Konzept für eine sichere und gerechte Öffnungsstrategie erarbeiten, welche auch die notwendigen Voraussetzungen schafft, ein erneutes Ansteigen der Zahlen zu vermeiden".

Im Nahverkehr und in Geschäften soll zudem eine Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken eingeführt werden. OP-Masken oder FFP2-Masken hätten eine höhere Schutzwirkung als Alltagsmasken, heißt es in der Beschlussvorlage.

Der Bund will außerdem zur Eindämmung der Corona-Pandemie Unternehmen verpflichten, soweit wie möglich ein Arbeiten im Homeoffice anzubieten. In der AFP am Dienstag vorliegenden Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Beratungen heißt es, das Bundesarbeitsministerium werde eine Verordnung erlassen, wonach Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber überall dort, "wo es möglich ist, den Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen müssen".

07:17 Uhr: EU-Kommission: 70 Prozent Impfrate bis zum Sommer

Bis zum Sommer sollen aus Sicht der EU-Kommission 70 Prozent der Erwachsenen in der Europäischen Union gegen das Coronavirus geimpft sein. Den Vorschlag will die Brüsseler Behörde am Dienstag veröffentlichen, wie die Deutsche Presse-Agentur vorab erfuhr. Bis März laute das Zwischenziel, 80 Prozent der Menschen über 80 Jahre und der Beschäftigten im Gesundheitswesen zu immunisieren.

Die Ziele sind nach dpa-Informationen Teil eines Diskussionspapiers für den EU-Videogipfel am Donnerstag. Dort sollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs nach dem Willen von Ratschef Charles Michel auch die Frage erörtern, ob es einen EU-Impfpass und gegebenenfalls damit verbundene Privilegien geben soll. In Deutschland gibt es darüber eine kritische Diskussion.

Die EU-Kommission will nach dpa-Informationen zwar für ein möglichst genaues und in allen EU-Staaten anerkanntes Impfdokument plädieren. Daraus soll erkennbar sein, wer wann in welchem EU-Staat welchen Impfstoff bekommen hat. Dies soll auch helfen, etwaige Nebenwirkungen zurückzuverfolgen. Ob Geimpfte Vorteile genießen – zum Beispiel Zugang zu Restaurants und Kinos oder erleichterte Urlaubsreisen – soll jedoch den EU-Staaten überlassen bleiben.

06.43 Uhr: 11.369 Neuinfektionen und 989 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 11 369 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 989 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekannt gab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12 802 Neuinfektionen und 891 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Bei den aktuellen Zahlen ist zu beachten, dass die Daten Nachmeldungen enthalten können - am Vortag hatten manche Bundesländer ihre Daten nur unvollständig oder gar nicht übermittelt. Das RKI schrieb dazu in seinem Lagebericht vom Montagabend: "Aus Rheinland-Pfalz wurden gestern keine Daten übermittelt. Aus Bayern und dem Saarland wurden Daten übermittelt, allerdings sind die Daten nicht vollständig am RKI eingegangen."

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bei 131,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 256,3 und Sachsen mit 225,7. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 83,2.

18. Januar

20.30 Uhr: EU-Gipfel soll über Impfpass und Impf-Privilegien beraten

Die Frage eines europäischen Corona-Impfpasses und möglicher Privilegien für Geimpfte wird Thema beim EU-Videogipfel am Donnerstag. "Der Prozess des Impfens eröffnet die Debatte über Zertifikate", schrieb EU-Ratschef Charles Michel am Montag in seinem Einladungsschreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs. "Wir werden die Angemessenheit eines gemeinsamen Vorgehens diskutieren sowie, falls das passend ist, die Frage, unter welchen Umständen Ausweise genutzt werden könnten."

Ob Geimpfte praktische Vorteile haben sollen - etwa Zutritt zu Kinos oder Restaurants oder vereinfachtes Reisen - ist unter anderem in Deutschland umstritten. Griechenland hatte sich dafür stark gemacht, einen in ganz Europa anerkannten Impfpass einzuführen und Geimpften Urlaubsreisen zu erleichtern. Andere EU-Staaten sehen das skeptisch, solange Impfstoff knapp ist und erst wenige Menschen den schützenden Piks bekommen können.

Michel schrieb: "Die Beschleunigung der Impfungen in der EU ist unsere absolute Priorität." Beim Gipfel werde die EU-Kommission den Stand der Impfstofflieferungen, der Steigerung der Produktionskapazität und bei der gerechten Verteilung darlegen. Die EU-Staaten könnten sich dann über ihre Erfahrungen austauschen. Angesichts der Coronavirus-Mutationen sei zudem höchste Wachsamkeit geboten. Es gelte, Tests und Nachverfolgung aufrecht zu erhalten, doch Grenzübertritte in der EU weiter zu ermöglichen.

17.00 Uhr: SPD-Ministerpräsidenten und Söder für Lockdown-Verlängerung bis Mitte Februar

Die Ministerpräsidenten der von der SPD geführten Bundesländer und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sind für eine Verlängerung des Lockdowns um zwei Wochen bis Mitte Februar. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte am Montag in Mainz, bei ihren Vorgesprächen seien die sozialdemokratischen Regierungschefs einerseits für eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 14. Februar gewesen. Dies müsse aber andererseits auf jeden Fall an Wirtschaftshilfen gekoppelt werden.

Söder sagte dem "Münchner Merkur": "Wir müssen den Lockdown bis Mitte Februar verlängern." Bis dahin sei auch klar, wie sich die in Großbritannien aufgetretene Variante des Coronavirus in Deutschland entwickle. Zu der Verlängerung zählte Söder auch, Schulen und Kitas bis Mitte Februar im Distanzbetrieb zu halten. "Es ist sinnvoll, die bisherige Linie fortzusetzen", sagte er.

Die von der SPD geführten Bundesländer scheinen über die derzeit geltenden Maßnahmen hinaus aber keine weiteren Verschärfungen zu wollen. "Die Lockdown-Verlängerung ist schon eine Verschärfung der Maßnahmen", sagte Dreyer. Dazu komme, dass Homeoffice im Zuge einer Verordnung durch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verstärkt eingesetzt werden soll, um die weiterhin zu große Mobilität zu begrenzen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte dem Fernsehsender Phoenix, er sei gegen weitere Einschränkungen im privaten Bereich. Den Menschen sei viel zugemutet worden, das Familienleben kaum ermöglicht. "Und jetzt weiter diese Schraube anzudrehen und zu sagen: Wir wollen, dass es hinter den verschlossenen Wohnungstüren jetzt noch weitere Einschnitte gibt - das ist mit mir auch nicht mehr zu machen."

14.30 Uhr: Bund strebt deutlich schnellere Corona-Eindämmung an

Regierungssprecher Steffen Seibert hat angekündigt, dass es beim nächsten Bund-Länder-Treffen am Dienstag um weitere Maßnahmen gehen soll, um die Corona-Zahlen zu senken. Der Grund für das Vorziehen der Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten auf diesen Dienstag sei die in Großbritannien entdeckte Mutation. Das neue Risiko müsse man eher früher als später in den Blick nehmen.

"Im Ende geht es immer darum, Kontakte zu reduzieren." Es müsse darum gehen, deutlich schneller auf ein handhabbares Niveau der Infektionszahlen zu kommen, als es nach bisherigem Stand möglich wäre, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Geplant seien Maßnahmen, die dabei helfen sollen, das Virus deutlich schneller einzudämmen und auf einen Inzidenzwert unter 50 zu kommen. Genauere Angaben zu möglichen Maßnahmen machte Seibert nicht. "Es geht um wesentliche Stichworte wie Homeoffice, medizinische Masken, öffentlicher Personennahverkehr", sagte er nur. Es gehe jedoch explizit nicht um eine Einstellung des ÖPNVs, so Seibert.

Aktuell sei eine Tendenz zur Abflachung der Kurve zu sehen, die Seibert "vorsichtig positiv" nannte.

12.09 Uhr: Bund finanziert FFP2-Masken sogar für 34 Millionen Bürger

Zum Schutz vor dem Coronavirus sollen mehr Menschen aus Risikogruppen vom Bund finanzierte FFP2-Masken bekommen als zunächst vorgesehen. Nach einem Abgleich mit Versichertendaten der Krankenkassen sollen nun 34,1 Millionen statt 27 Millionen Bürger in diesen Tagen Gutscheine für zwölf FFP2-Masken zugesandt bekommen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag in Berlin sagte.

Der Bund hatte die Ausgabe der Masken für diesen Winter als Schutz für Menschen mit besonders hohem Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe beschlossen - dazu zählen Über-60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen. Mit den Coupons sollen sie die Masken in Apotheken abholen können.

Vorgesehen ist ein Eigenanteil von zwei Euro für je sechs Masken. Der Bund rechnete schon bezogen auf 27 Millionen Berechtigte mit Kosten von rund 2,5 Milliarden Euro. FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft, sie bieten aber auch keinen 100-prozentigen Schutz.

Mit Blick auf mögliche weitere Corona-Vorgaben zum Maskentragen erläuterte Spahn, FFP2-Masken böten den höchsten Schutz. Aber auch schon OP-Masken, die für Centbeträge zu erhalten sind, hätten einen stärkeren Schutz als Alltagsmasken aus Stoff. Grundsätzlich seien FFP2-Masken und OP-Masken inzwischen allgemein verfügbar. Die nun 34,1 Millionen Empfänger von FFP2-Masken entsprächen schon einem beträchtlichen Teil der Gesamtbevölkerung.

7.25 Uhr: FFP2-Maskenpflicht im Handel und im Nahverkehr tritt in Bayern in Kraft

In den bayerischen Bussen, den Trams, den U- und S-Bahnen sowie in allen Geschäften müssen die Menschen von Montag an FFP2-Schutzmasken tragen. Das bayerische Kabinett hatte in der vergangenen Woche beschlossen, dass die bisher üblichen Alltagsmasken wegen der Corona-Pandemie nicht mehr ausreichten und daher beim Einkaufen und im Nahverkehr nicht mehr getragen werden dürfen. Auch vergleichbare Schutzmasken mit den Bezeichnungen KN95 und N95 sind nach der Vorschrift zulässig. Kinder bis 14 Jahre sind von der FFP2-Maskenpflicht ausgenommen.

Damit sich die Menschen an die neuen Vorschriften gewöhnen können, soll es zunächst eine "Kulanzwoche" geben. Demnach droht erst ab 25. Januar den Einzelhandels-Kunden und Nahverkehrs-Nutzern, die keine FFP2-Maske tragen, ein Bußgeld. Wie hoch dieses sein wird, ist noch nicht bekannt. FFP2-Masken bieten – sofern sie korrekt getragen werden – deutlich bessere Schutzwirkung als die einfachen Mund-Nase-Bedeckungen.

7.20 Uhr: 7141 Corona-Neuinfektionen und 214 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 7141 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Das ist laut RKI der niedrigste Wert an Neuinfektionen seit dem 20. Oktober. Außerdem wurden 214 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Seit dem 14. Dezember war der Wert nicht mehr so niedrig. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12.497 Neuinfektionen und 343 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

"Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen wieder zu stabilisieren", schrieb das RKI in seinem Lagebericht am Sonntagabend. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

17. Januar

17.01 Uhr: Aus Angst vor Corona-Mutationen: Bund und Länder erwägen wohl bundesweite harte Ausgangssperre

Zwei Tage vor dem geplanten vorgezogenen Beratungen von Bund und Ländern über eine erneute Verschärfung des Lockdowns zeichnen sich erste Details möglicher neuer Corona-Regeln ab. Nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Business Insider" will das Kanzleramt eine bundesweit einheitliche nächtliche Ausgangssperre einführen, wie es sie bereits in Frankreich oder anderen Nachbarstaaten gibt. Offen ist aber noch, von wann bis wann sie zeitlich gelten und ob sie erst ab einer bestimmten Inzidenz in Kraft treten soll. Aus Regierungskreisen heißt es jedoch, dass die Länder bereits grundsätzlich Zustimmung für den harten Eingriff signalisiert haben.

Ebenfalls im Gespräch ist die Einführung einer schärferen Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. Demnach sollen künftig nur FFP2-Masken getragen werden dürfen, gegebenenfalls aber auch einfachere OP-Masken. Nach Informationen von "Business Insider" ist zudem eine Art Home-Office-Pflicht light geplant. Demnach sollen Unternehmen gegebenenfalls verpflichtet werden, Home Office anbieten zu müssen. Eine entsprechende Anordnung soll rechtlich möglich sein, habe eine Prüfung des Bundesarbeitsministeriums erheben, heißt es aus Regierungskreisen. Offen ist aber, wie diese überprüft wird und was passiert, wenn Angebote nicht genutzt werden. Eine unmittelbare Pflicht für Arbeitnehmer sei dagegen rechtlich nicht umsetzbar.

Vom Tisch ist inzwischen eine Reduzierung des Bus- und Bahnverkehrs, da man dann eher vollere Züge und Busse im übrigen Verkehr fürchtet. Ziel sei, mehr Abstand zwischen Fahrgästen zu erreichen. Bei Schulen und Kitas zeichnet sich bislang eine Fortschreibung der bestehenden Maßnahmen ab.

14.30 Uhr: Nach Kritik sollen Firmen bald leichter Überbrückungshilfen bekommen

Nach Kritik an schleppenden Hilfen für Unternehmen mit Einbußen durch Corona-Beschränkungen strebt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) einfachere Bedingungen an. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur schlägt sein Ministerium Änderungen bei der Überbrückungshilfe III vor. So sollen Firmen eine Förderung für jeden Monat erhalten können, in dem sie einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent nachweisen können – weitere Nachweise sollen entfallen, wie zuerst "Der Spiegel" berichtete.

Damit Unterstützung schnell bei Firmen ankommt, soll die maximale Höhe von Abschlagszahlungen auf insgesamt 150.000 Euro angehoben werden – dies sind Vorschüsse auf spätere Zahlungen. In den Katalog erstattungsfähiger Fixkosten sollen außerdem Abschreibungen auf verderbliche und saisonale Waren aufgenommen werden. Die Vorschläge werden nun zunächst in der Bundesregierung, vor allem mit dem Finanzministerium, abgestimmt.

Verbände hatten kritisiert, dass es Verzögerungen bei der Auszahlung der Novemberhilfen gegeben hatte. Die Auszahlung über die Länder begann erst am vergangenen Dienstag. Zum anderen gibt es Kritik an Bedingungen für die Überbrückungshilfen. Laut dem Vorschlag des Wirtschaftsministeriums sollen die geänderten Überbrückungshilfen III rückwirkend vom vergangenen November bis Juni 2021 laufen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hatte erst kürzlich der dpa gesagt: "Wir haben die Mittel, die nötig sind, und wir werden sie auch einsetzen. Darauf kann jeder und jede in der deutschen Wirtschaft vertrauen." Mit der November- und Dezemberhilfe sollen Firmen, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen entschädigt werden, die von Schließungen betroffen sind. Bei der Überbrückungshilfe III werden betriebliche Fixkosten wie Mieten und Pachten erstattet. Unternehmen können Abschlagszahlungen bis zu 50.000 Euro bekommen.

10.17 Uhr: Lauterbach rechnet mit Absage der Fußball-EM

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet nicht damit, dass die für den Sommer (11. Juni bis 11. Juli) geplante paneuropäische Fußball-EM stattfindet. "Ich glaube, dass die EM komplett abgesagt wird, weil wir im März eine Situation haben werden, die in vielen Ländern Europas schlechter sein wird als heute", sagte Lauterbach dem Nachrichtenportal t-online.

Geplant ist bislang, dass das Turnier in insgesamt zwölf Ländern gespielt wird. Bereits seit Wochen gibt es Gerüchte, dass die Austragung in diesem Format nicht gehalten werden kann. Zuletzt gab es offenbar Überlegungen, die EM in nur einem Land zu spielen. Bis zum 5. März soll die endgültige Entscheidung feststehen, wie die EURO ausgetragen wird.

Lauterbach gab zu bedenken, dass aufgrund der Entwicklung der Corona-Pandemie im März eine Situation entstehen könnte, "in der kaum jemand überhaupt auf die Idee kommen wird, eine Fußball-EM auszutragen".

Zweifel an einer Austragung im geplanten Format hat auch DFL-Chef Christian Seifert. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung betonte er zwar, dass "die Europameisterschaft funktionieren kann". Allerdings äußerte er auch, er könne sich vorstellen, dass "die Organisatoren Abstand davon nehmen könnten, diese EM in allzu vielen Städten zu spielen." Reise-Aktivitäten seien Risiken, die man nicht unnötigerweise eingehen müsse. "Und es geht auch längst nicht mehr darum, politische Statements zu setzen oder nur danach zu fragen, welche Städte denn dann bedient werden und welche nicht", sagte Seifert.

10.05 Uhr: RKI meldet knapp 14.000 Neuansteckungen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) knapp 14.000 Corona-Neuinfektionen und 445 weitere Todesopfer gemeldet. Wie das RKI am Sonntagmorgen mitteilte, stieg die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus binnen 24 Stunden um 13.882 auf 2.033.518 Fälle. Die Zahl der Corona-Toten stieg auf insgesamt nun 46.419 Fälle.

Am Wochenende fallen die Zahlen in der Regeln niedriger aus, da nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen an das RKI melden und auch weniger Tests vorgenommen und ausgewertet werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 136 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

10.00 Uhr: Bayer prüft Produktion von Corona-Impfstoffen

Der Pharmakonzern Bayer erwägt, in die Produktion von Corona-Impfstoffen einzusteigen. "Wir diskutieren mit Curevac und auch mit der Politik und den Behörden, was gemacht werden kann", sagte Bayer-Chef Werner Baumann der "Welt am Sonntag". "Mit unserem Produktionsnetzwerk in Deutschland und den USA sowie dem entsprechenden zeitlichen Vorlauf wären wir grundsätzlich in der Lage, Impfstoff in größeren Mengen zu produzieren. Dies prüfen wir gerade unter Hochdruck." Dabei gehe es in erster Linie nicht um finanzielle Überlegungen, sondern darum, den Impfstoff so schnell wie möglich verfügbar zu machen.

Anfang des Monats hatten Bayer und das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac einen Kooperations- und Servicevertrag geschlossen. Curevac sitzt schon seit längerem an der Entwicklung des Corona-Impfstoffs CVnCoV, für den Mitte Dezember die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie begann. Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac gegen Ende März. Für den Fall einer Zulassung hat sich die EU-Kommission für die EU-Staaten 405 Millionen Dosen gesichert.

Bayer soll nun bei Zulassungsarbeiten die dafür nötige Studie mitmachen und zudem die Lieferketten im Blick haben. Dass der Konzern uch die Produktion übernimmt, ist im Vertrag nicht enthalten. Zudem bleibt Curevac der Inhaber einer Marktzulassung. Bayer hätte aber die Option, Inhaber der Zulassung in bestimmten Märkten außerhalb Europas zu werden.

9.00 Uhr: Österreich verlängert harten Lockdown bis 7. Februar

Österreich soll seinen harten Lockdown um zwei weitere Wochen bis zum 7. Februar verlängern, wie die Nachrichtenagentur APA Samstagabend aus Verhandlerkreisen erfuhr. Handel und Gastronomie blieben demnach weiter geschlossen, Schulen bieten weiter Distanzunterricht an. Aufgrund der mittlerweile auch in Österreich festgestellten und wohl ansteckenderen Virus-Mutation aus Großbritannien haben Experten eindringlich vor zu frühen Öffnungsschritten gewarnt. Bundeskanzler Sebastian Kurz kündigte für Sonntagvormittag eine Pressekonferenz an.

Ab 8. Februar sollen nach Informationen der APA der Handel sowie körpernahe Dienstleister und Museen öffnen dürfen. Besucher und Kunden müssen dort künftig die besonders schützenden FFP2-Masken tragen und mit zwei Metern mehr Abstand halten. Mitte Februar sei geplant, die Lage für die Gastronomie, Hotellerie und für Veranstalter neu zu beurteilen.

Begonnen hatten die jüngsten Maßnahmen in Österreich in einer leichteren Variante Anfang November. Seit 26. Dezember gilt – mit Ausgangsbeschränkungen rund um die Uhr – der harte Lockdown erneut. Aktuell sind der Handel (bis auf notwendige Geschäfte) sowie Gastronomie und Hotellerie in Österreich gesperrt. Auch Schulen sind im Fernunterricht und nur für die Notbetreuung von Kindern geöffnet.

Experten und Wissenschaftler plädierten am Samstag auch für das verpflichtende Home Office, für alle, denen es möglich ist. Auch knapp drei Wochen nach Beginn des dritten harten Lockdowns in der Alpenrepublik lag die Zahl der Neuinfektionen am Samstag noch bei mehr als 1700. Seit Beginn der Pandemie sind in Österreich mit seinen knapp neun Millionen Einwohnern über 7000 Menschen an Covid-19 gestorben.

8.00 Uhr: Zeit Online meldet 14.000 Neuninfektionen – 585 Tote

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Recherchen von Zeit Online innerhalb von 24 Stunden 14.057 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das sind 5.331 Infektionen weniger als vor einer Woche. 585 weitere Menschen starben demnach im Zusammenhang mit dem Virus – 51 weniger als in vor einer Woche. Die Daten von Zeit Online basieren auf direkten Angaben der Landkreise, sind weniger von verzögerten Meldeketten betroffen als die Zahlen des Robert Koch-Instituts und können daher abweichen.

16. Januar

18.40 Uhr: Bund und Länder ringen um weitere Corona-Verschärfungen

Kurz vor Beratungen über mögliche neue Verschärfungen des Lockdowns wegen der Corona-Pandemie ringen Bund und Länder um das weitere Vorgehen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther forderte, nicht nur über neue Beschränkungen zu reden. "Wir müssen auch beschreiben, was heißt das in den Monaten Februar, März, April, wenn bestimmte Inzidenzwerte unterschritten werden – welche Bereiche können wir auch dann dauerhaft wieder öffnen", sagte der CDU-Politiker am Samstag im Fernsehsender Phoenix. Der neue CDU-Chef und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet sagte, er gehe davon aus, "dass wir noch einmal zu Verschärfungen kommen".

Laschet sagte am Samstag in der ZDF-Sendung "Was nun?", man müsse erörtern: "Wo können wir welche Wirkung erzielen?" Er wies auf die wohl ansteckendere Virus-Variante hin: Über die in Großbritannien wütende Mutation wisse man zu wenig. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) sagte, Vorbeugen sei besser, als den Zahlen hinterherzulaufen. Er rate dazu, "wirklich alles konsequent weiterzuführen – aber auch darüber nachzudenken, punktuell noch mal zu verschärfen." Es gelte: "Lieber jetzt kurz und hart", als eine lange Geschichte bis in den Sommer zu haben. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will an diesem Dienstag mit den Länderchefs über das weitere Vorgehen beraten.

Bei den Corona-Impfungen kann Impfstoff künftig einfacher eingesetzt werden. Wie aus aktualisierten Handlungsempfehlungen des Herstellers Biontech hervorgeht, kann sein Präparat nun auch schon direkt in Spritzen bis zu sechs Stunden bei 2 bis 8 Grad transportiert werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach von einer guten Nachricht besonders für Pflegebedürftige, die zu Hause auf eine Impfung warten. Die Länder könnten nun flexibler organisieren. "Dass fertige Impfdosen in Spritzen künftig bereits in den Impfzentren für den Transport vorbereitet werden können, hilft ganz praktisch beim Kampf gegen die Pandemie", sagte Spahn der Deutschen Presse-Agentur.

Bisher wurde empfohlen, schon verdünnten Impfstoff nicht zwischen Einrichtungen zu transportieren – also zwischen den Impfzentren der Länder, wo das Präparat bei minus 70 Grad lagert, und Impf-Einsätzen in Pflegeheimen oder Einrichtungen des betreuten Wohnens. Aus einer Ampulle können nun auch sechs statt fünf Impfdosen gezogen werden. Der Impfstoff von Biontech und seines US-Partners Pfizer wurde Ende 2020 als erster in der EU zugelassen, inzwischen wird auch das Präparat des US-Herstellers Moderna in Deutschland eingesetzt.

Mit Blick auf die weitere Corona-Eindämmung sagte der Kieler Regierungschef Günther, natürlich müsse man sich mit der neuen Mutation auseinandersetzen und ob Maßnahmen ausreichten. Man könne aber feststellen, dass gerade verschärfte Beschränkungen eine Wirkung entfaltet hätten. "Die Infektionszahlen gehen in vielen Ländern runter." Vom angestrebten Niveau von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) sei man noch weit entfernt. Es sei aber ein bisschen Zeit bis Ende des Monats.

Die Gesundheitsämter meldeten nun 18.678 neue Infektionen und 980 neue Todesfälle binnen eines Tages, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag bekannt gab. Bundesweit liegt die Zahl der neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nun bei 139. Unter den Ländern gibt es aber weiter große Unterschiede. Den höchsten Wert hat Thüringen (268), den niedrigsten Wert Bremen (80). Wie Laschet sagte, soll das RKI am Montag vor der Bund-Länder-Schalte noch eine Einschätzung zum Infektionsgeschehen nach dem Jahreswechsel geben.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hält eine "Kraftanstrengung" bis zum Sommer für nötig. Besonders die nächsten drei bis vier Monate würden schwer, sagte er am Freitagabend. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sprach von drei schweren Monaten und sagte dem Portal "t-online": "Ab Ostern kommen uns hoffentlich das bessere Wetter und zusätzliche Impfstoffe zur Hilfe." Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte der "Rheinischen Post" (Samstag): "Mehr Impfen allein verhindert nicht einen weiteren Lockdown." SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas, regte im Redaktionsnetzwerk Deutschland eine Homeoffice-Pflicht an, die aber auch durchgesetzt werden müsste.

12.40 Uhr: Indien beginnt Corona-Impfungen – Modi: Größte Kampagne der Welt

Indien hat seine Corona-Impfkampagne begonnen. Bis zum Sommer sollen rund 300 Millionen Menschen in dem Riesenland geimpft werden. Premierminister Narendra Modi sagte, es handele sich um die größte Impfaktion der Welt. "Kein Land hat jemals in der Geschichte eine Impfkampagne dieses Ausmaßes durchgeführt", betonte Modi in einer Fernsehansprache. Als erster wurde am Samstag ein Mitarbeiter eines staatlichen Krankenhauses in Neu Delhi geimpft.

Nach Behördenangaben sollen nun zunächst 30 Millionen Menschen geimpft werden, nämlich Mitarbeiter aus dem Gesundheitsbereich sowie Angehörige der Polizei, des Militärs, Gefängnispersonal und Bedienstete von Behörden, die mit der Corona-Eindämmung zu tun haben. Bis Juli sollen dann weitere 270 Millionen Menschen über 50 Jahre sowie Risikogruppen an die Reihe kommen.

Damit wären im Sommer knapp ein Viertel der 1,3 Milliarden Einwohner Indiens geimpft. Indien ist das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt hinter China. Die Gesamtzahl der Geimpften entspräche dann fast der Bevölkerung der USA (330 Millionen).

Doch einer der beiden Impfstoffe, die in Indien zunächst gespritzt werden, hat eine Kontroverse ausgelöst. Er wurde von der einheimischen Firma Bharat Biotech mit Unterstützung der Regierung entwickelt. Diese hatte ihm eine Zulassung erteilt, obwohl er sich noch in Phase drei der klinischen Studien befand und noch keine Daten zur Wirksamkeit vorlagen. Außerdem ist in Indien der von Astrazeneca gemeinsam mit Universität Oxford entwickelte Impfstoff zugelassen.

Beide Impfstoffe werden jedoch in Indien hergestellt und kosten zunächst zwischen rund 2,30 bis 3,30 Euro pro Dosis. Für die Impfaktion hat Indien nach eigenen Angaben bislang mehr als 600.000 Menschen geschult und die Impfstoffverteilung in Übungsrunden durchgespielt. Das Land stützt sich dabei auch auf seine Erfahrungen mit regelmäßigen Impfkampagnen etwa gegen Polio. Das große Land mit einem schwachen Gesundheitssystem steht aber – wie etliche andere ärmere Länder auch – vor großen Herausforderungen, etwa bei der Einhaltung der Kühlketten.

In Indien wurden bisher mehr als 10.5 Millionen Corona-Infektionen verzeichnet. Nur in den USA gab es bislang mehr Fälle.

8.45 Uhr: Kanzleramtschef hält "Kraftanstrengung" bis zum Sommer für nötig

Die Politik diskutiert über eine weitere Verschärfung des Corona-Beschränkungen – Kanzleramtschef Helge Braun hält in der Corona-Krise gar eine "Kraftanstrengung" bis zum Sommer für nötig. Die Infektionszahlen müssten gesenkt werden, besonders die nächsten drei bis vier Monate würden schwer, sagte Braun am Freitagabend auf dem digitalen CDU-Parteitag. Im Sommer werde sich alles sehr gut fügen.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sprach von drei schweren Monaten und sagte dem Nachrichtenportal t-online: "Ab Ostern kommen uns hoffentlich das bessere Wetter und zusätzliche Impfstoffe zur Hilfe."

Angesichts der angespannten Lage ziehen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder ihre ursprünglich für den 25. Januar geplanten Beratungen um knapp eine Woche auf den kommenden Dienstag vor. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) plädiert für eine umfassende Ausweitung der Maßnahmen. "Jetzt lieber einmal richtig - anstatt eine Endlosschleife bis in den Sommer hinein", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Insbesondere die hohe Ansteckungsrate der neuen Mutation beunruhigt uns sehr."

8.30 Uhr Lauterbach fordert erneut "wirklich harten Lockdown"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert härter Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.. "Entweder geht es mit dieser Form des Lockdowns noch mindestens sechs bis acht Wochen weiter, bei 500 bis 1000 Toten am Tag und einem hohen Risiko, dass sich die Mutation weiter verbreitet", sagte er der "Rheinischen Post". Oder es brauche – wofür er eintrete – eine "Alternative: einen wirklich harten Lockdown, der aber nicht so lange ginge. Dann wären die Geschäfte und nicht lebenswichtigen Betriebe sowie die Schulen dicht, die Kontaktbeschränkungen würden noch einmal deutlich verschärft."

Die Linksfraktion fordert auch Einschränkungen des Flugverkehrs. "Außerhalb des Frachtverkehrs darf es derzeit nur äußerst begrenzten Raum für Einreisen nach Deutschland geben", verlangte Fraktionschef Dietmar Bartsch in Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

8.15 Uhr: Leopoldina: "Nicht in Aktivismus abdriften"

Die Expertengruppe der Akademie Leopoldina, die das Kanzleramt berät, warnt vor einem zu harten Lockdown: "Eine Verlängerung des aktuellen Lockdowns ist wohl unvermeidlich. Aber die Politik muss aufpassen, dass sie nicht in Aktivismus abdriftet", sagte der Vorsitzende des Rats der Wirtschaftssachverständigen, Lars Feld. Er wies auf "ausdifferenzierte Lieferketten" hin. Eine abermalige Verschärfung dürfe "nicht zu einem Problem für die Versorgungslage der Bevölkerung werden".

8.00 Uhr: Fast 1000 weitere Tote

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 18.000 Corona-Neuinfektionen und knapp tausend weitere Todesopfer gemeldet. Wie das RKI am Samstagmorgen mitteilte, stieg die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus binnen 24 Stunden um 18.678 auf 2.019.636 Fälle. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 980 auf 45.974 Fälle. Am Donnerstag war ein neuer Tageshöchstwert von 1244 Corona-Toten gemeldet worden.

Von den mehr als zwei Millionen Menschen, bei denen in Deutschland eine Corona-Infektion nachgewiesen wurde, sind laut RKI inzwischen etwa 1.657.900 genesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 139,2 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

Angesichts anhaltend hoher Fallzahlen und der Bedrohung durch offenbar deutlich ansteckendere Sars-CoV-2-Varianten werden die Rufe nach einer Verschärfung des Lockdowns lauter. Bund und Länder zogen ihre Beratungen über weitere Restriktionen auf kommenden Dienstag vor. Ein Hoffnungsschimmer ist die Corona-Impfkampagne, die Ende Dezember in Deutschland angelaufen war.

15. Januar

19.59 Uhr: Mehr als zwei Millionen Menschen weltweit an Corona gestorben

Die Zahl der weltweiten Corona-Toten hat eine weitere symbolische Marke durchbrochen. Mehr als zwei Millionen Menschen starben nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP vom Freitag mittlerweile an dem Virus. Zuletzt hatten deutlich ansteckendere Mutationen des Virus Sorgen vor einer noch schnelleren Ausbreitung der Pandemie hervorgerufen.

19.47 Uhr: Corona-Mutation könnte im März vorherrschende Variante in USA werden

Die zuerst in Großbritannien entdeckte und wohl deutlich ansteckendere Corona-Mutation könnte in den Vereinigten Staaten schon bald weiter verbreitet sein als das die ursprüngliche Variante. "Der vorausgesagte Entwicklungsverlauf dieser Variante in den USA weist Anfang 2021 ein schnelles Wachstum auf und wird im März zur vorherrschenden Variante", teilte die Gesundheitsbehörde CDC am Freitag mit. Dies könne die medizinische Infrastruktur in den Vereinigten Staaten weiter anspannen und strengere öffentliche Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 verlangen. In den USA wurden bislang laut der CDC 76 Fälle der Corona-Variante in zehn Bundesstaaten gemeldet.

11.36 Uhr: Nächstes Bund-Länder-Treffen zu Corona-Krise am Dienstag

Bund und Länder beraten bereits am kommenden Dienstag erneut über die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag in Berlin, die Zahl der Neuinfektionen sei nach wie vor viel zu hoch. Dazu komme das Risiko einer neuen Virus-Mutation. Es gehe darum, "noch mehr" zu tun, um die Infektionszahlen zu senken, sagte Seibert.

7.01 Uhr: Merkel für vorgezogenen Corona-Krisengipfel

Auf ganz Deutschland kommt womöglich eine weitere Verschärfung der Corona-Regeln zu. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drang am Donnerstagabend bei einer CDU-Präsidiumssitzung auf einen Krisengipfel mit den Regierungschefs der Bundesländer bereits in der kommenden Woche, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Merkel plädierte demnach auch für Verschärfungen der Restriktionen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hält den derzeitigen Lockdown für unzureichend.

Das Virus lasse sich nur mit deutlich zusätzlicher Anstrengung aufhalten, sagte Merkel laut Teilnehmern der CDU-Präsidiumssitzung. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) forderte ein Krisentreffen bereits in der nächsten Woche. Der nächste Krisengipfel von Bund und Ländern ist eigentlich erst für den 25. Januar geplant.

In Deutschland gilt seit Mitte Dezember ein harter Lockdown mit weitgehenden Schließungen im Handel und bei Dienstleistungen, in Schulen und Kitas sowie Kontaktbeschränkungen. Anfang Januar wurden die Maßnahmen verschärft und bis zum Monatsende verlängert.

Merkel sprach sich laut Teilnehmern der CDU-Präsidiumssitzung vor allem wegen der in Großbritannien grassierenden Coronavirus-Mutation dafür aus, die Kontakte der Bürger weiter zu reduzieren. Mit Blick auf Berichte, wonach eine Einstellung des Nah- und Fernverkehrs erwogen wird, sagte sie demnach, keiner wolle den ÖPNV einschränken. Dieser müsse aber durch mehr Homeoffice entlastet werden.

6.54 Uhr: Deutschland überschreitet Schwelle von zwei Millionen Corona-Infektionen

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie hat die Marke von zwei Millionen Fällen überschritten. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden innerhalb von 24 Stunden 22.368 neue Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der Infektionen wuchs damit auf 2.000.958.

Laut RKI wurden zudem innerhalb eines Tages 1133 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verzeichnet. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 44.994. Am Donnerstag hatte das RKI mit 1244 Corona-Toten einen neuen Höchstwert bekanntgegeben.

14. Januar

14.00 Uhr: Spahn: "Das erste Prozent der Bevölkerung ist geimpft"

Trotz weiter fortschreitender Impfungen bleibt die Corona-Lage aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kritisch. Es gibt inzwischen 840.000 Geimpfte in Deutschland, wie der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin sagte. "Das erste Prozent der Bevölkerung ist geimpft." Damit sei der Weg heraus aus der Pandemie begonnen. "Gleichzeitig sind wir noch in der schwersten Phase der Pandemie."

Die Zahl der Infektionen und Toten sei sehr betrüblich. "Jeder zweite Todesfall ist jemand über 80 Jahre." In dieser Gruppe werde wegen des starken Risikos auch zuerst mit Impfungen begonnen. Etwa 40 Prozent der Pflegeheimbewohner seien bis jetzt erst geimpft worden, sagte Spahn. Vorgesehen ist jeweils eine zweite Impfung. Bei der Virus-Eindämmung gehe es in Pflegeeinrichtungen um eine schwierige Balance, absolute Isolation zu vermeiden und Schutz zu geben. Dabei ließen sich Risiken etwa durch Besucher und Beschäftigte bestmöglich reduzieren, aber eben nicht auf Null bringen.

Der Bund übernehme bereits seit Frühjahr Kosten für Schutzausstattung und seit Herbst für Schnelltests samt Personalaufwand. Über weitere Unterstützung mit Personal werde unter anderem mit der Bundeswehr gesprochen.

Mit Blick auf neue, wohl ansteckendere Virus-Varianten etwa in Großbritannien äußerte sich Spahn besorgt. Mit Reisebeschränkungen und weiteren Testpflichten solle ein Eintrag nach Deutschland reduziert und verlangsamt werden. Der Minister verwies zudem auf eine geplante Verordnung, um zu mehr Gen-Analysen zur Bestimmung des Virustyps (Sequenzierungen) zu kommen. Dies machten Labore auch in Deutschland schon durchaus nennenswert, wenn auch nicht so viel wie in Großbritannien oder Dänemark. Festgelegt werden soll nun eine Meldepflicht an das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI), um Daten zentral zusammenzuführen und auszuwerten

10.00 Uhr: RKI für Verschärfung des bisherigen Lockdowns

Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist angesichts der derzeitigen Infektionslage für eine Verschärfung des bisherigen Lockdowns in Deutschland. RKI-Epidemiologe Dirk Brockmann sagte am Donnerstag in Berlin, es sei eine "totale Konsensaussage" aller Modellberechnungen, dass die Maßnahmen weiter verschärft werden müssten, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Auch RKI-Präsident Lothar Wieler befürwortete eine Verschärfung als "Option".

Wieler rief die Menschen in Deutschland auch wegen neuer Coronavirus-Varianten zudem zum Verzicht auf nicht notwendige Reisen auf. "Wer nicht unbedingt muss, sollte im Moment nicht verreisen", sagte Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Mit Stand Mittwoch seien alle aktuell bekannten Fälle, in denen die neuen Varianten nachgewiesen wurden, von Reisenden nach Deutschland gebracht worden.

Bisher könne man noch nicht abschätzen, wie sich die Varianten auf die Situation in Deutschland auswirkten, sagte Wieler. "Sie könnten sich aber auch hier durchsetzen und zu noch mehr Fällen in kürzerer Zeit führen." Es bestehe die Möglichkeit, dass sich die Lage noch verschlimmere. Umso wichtiger sei deshalb das konsequente Einhalten der Maßnahmen.

Anhaltspunkte sprechen Wieler zufolge aber nicht dafür, dass die Varianten hierzulande bereits stark verbreitet seien. Er räumte allerdings ein: "Wir haben keinen vollen Überblick über die Varianten." In Großbritannien hatte sich zuletzt eine Corona-Variante sehr rasch ausgebreitet. Auch eine Variante aus Südafrika steht derzeit im Fokus.

7.38 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Deutschland auf neuem Höchststand

Die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer durch die Corona-Pandemie in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden wurden 1244 weitere Todesfälle gezählt, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte. Der bisherige Höchstwert war am vergangenen Freitag mit 1188 Verstorbenen erreicht worden.

Laut den jüngsten Angaben des RKI stieg die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland seit Beginn der Pandemie auf 43.881. Gezählt werden dabei sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstarben als auch Menschen mit Vorerkrankungen, die mit dem Coronavirus infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die genaue Todesursache war.

Das RKI gab am Donnerstag zudem 25.164 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie wuchs damit auf 1.978.590.

7.25 Uhr: Pfizer und Moderna erwarten Impfschutz auch gegen Virus-Varianten

Die Pharmafirmen Pfizer und Moderna zeigen sich zuversichtlich, dass ihre Impfstoffe auch gegen die neuen britischen und südafrikanischen Varianten des Coronavirus wirken. "Wir gehen davon aus, dass wir geschützt sind", sagte Moderna-Manager Tal Zaks am Mittwoch bei einer EU-Gesundheitskonferenz. Sollte es nötig werden, könnte aber auch "binnen Wochen" eine neue Variante des Impfstoffs entwickelt werden. Pfizer-Chef Albert Bourla sagte, man warte auf weitere Untersuchungsergebnisse zur Wirksamkeit des gemeinsam mit Biontech entwickelten Impfstoffs gegen die Virusvarianten aus Großbritannien und Südafrika. "Wenn Sie nach meiner Meinung fragen: Ich denke, dass die Ergebnisse positiv sein werden", sagte Bourla in derselben Veranstaltung der Europäischen Volkspartei.

Die beiden Varianten des neuartigen Coronavirus sind nach ersten Erkenntnissen ansteckender als die ursprüngliche. In Großbritannien hat dies zu einer neuen Pandemiewelle beigetragen. Die Bundesregierung ist sehr besorgt und versucht, die Verbreitung der Mutationen einzudämmen. Die beiden Pharmamanager versprachen auch weitere Details zu ihren Impfstoffen. So sagte Bourla, im Februar könnten Daten zu der Frage vorliegen, ob der Biontech/Pfizer-Impfstoff neben der Erkrankung Covid-19 auch die Übertragung des Virus verhindere. Zaks sagte, es werde genau beobachtet, wie lang der Impfschutz anhält. "Es sollte mindestens ein Jahr sein, vielleicht länger", sagte er. Die beiden Firmen sind die ersten, die für ihre Corona-Impfstoffe eine europäische Zulassung erhalten haben. Die Mittel werden inzwischen in der EU gespritzt, auch in Deutschland.

13. Januar

14.15 Uhr: SPD mahnt Verbesserungen beim Impfen in Deutschland an

Die SPD hat Verbesserungen bei den Corona-Impfungen in Deutschland angemahnt. "Impfen rettet Leben", sagte Fraktionsvize Bärbel Bas am Mittwoch im Bundestag. Daher müsse alles dafür getan werden, an dieser Stelle besser zu werden. Fragen, die von SPD-Seite an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) etwa zu Bestellungen und Produktionskapazitäten gestellt wurden, seien nicht unanständig und auch "kein Wahlkampfgetöse".

Es gehe um Planbarbeit, nachdem Liefertermine nicht eingehalten worden seien und Senioren am Telefon hingen und nach Impfterminen fragten. In vielen Bundesländern laufe es gut, in manchen nicht. Aus Fehlern gelte es zu lernen. Das Impfmanagement sei noch zu verbessern.

Bas wies einen Vorstoß von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für eine Impfpflicht für Pflegekräfte scharf zurück. Es sei "absolut katastrophal", eine Berufsgruppe unter Generalverdacht zu stellen, dass sie sich nicht impfen lassen wolle.

13.45 Uhr: Lindner kritisiert erneut den Impfstart

Christian Lindner eröffnet seinen Redebeitrag im Bundestag grundsätzlich: "Wer die Realität erkennt, der kann die Gefährlichkeit der Pandemie nicht leugnen, der darf sie auch nicht relativieren", sagt der FDP-Vorsitzende. Jeder Einzelne könne seinen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten.

Linder kritisierte dann "Logistik und Tempo" der Impfkampagne als "beschämend". Der Impfstart sei verstolpert worden.

Die FPD fordert Rechtssicherheit für die Vorgehensweise der Impfkampagne – und einen Impfgipfel, um zu klären, wie der Impfstoff jetzt schnell in die Arztpraxen komme. Das Land könne nicht ewig im Lockdown gehalten werden, Lindner forderte deshalb die Entwicklung eines Szenarios für die Öffnung.

13.30 Uhr: "Gemeinschaftsaufgabe"

"Diese größte Impfaktion unserer Geschichte ist eine Gemeinschaftsaufgabe", sagte Gesundheitsminister Spahn im Bundestag. "Kein Land, keine Partei, keine Regierung kann allein dieses Virus besiegen, es geht nur gemeinsam." Dies könne auch nur gelingen, wenn über das Jahr hinweg die allermeisten Bürger bereit seien, sich impfen zu lassen. Spahn bekannte sich erneut klar zum gemeinsamen europäischen Vorgehen.

13.25: Spahn verspricht erneut: Bis Sommer Impfangebot für alle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den Deutschen erneut versprochen, dass im Sommer voraussichtlich alle Menschen sich gegen Covid-19 impfen lassen können. Zu Beginn einer Regierungsbefragung im Bundestag sagte Spahn: "Wir können, Stand heute, voraussichtlich im Sommer allen Bürgern ein Impfangebot machen." Später sagte Spahn: "2021 wird ein Jahr auch guter Nachrichten sein können" mit Blick auf die bevorstehenden Impfmöglichkeiten.

Zu den aktuellen Verzögerungen bei den Impfungen sagte Spahn: "Natürlich ruckelt es bei der größten Impfkampagne der Geschichte." "Mit Sicherheit" hätte manches schneller gehen können, sagte Spahn. Aber der Grund für die Knappheit an Impfstoff seien nicht fehlende Verträge, sondern fehlende Produktionskapazitäten.

Minutenlang verteidigte Spahn im Bundestag, dass Deutschland bei der Beschaffung des Impfstoffs eine europäische Strategie verfolgt hat. "Während in anderen Ländern der Nationalismus wächst, rückt Europa zusammen", sagte Spahn und verwies danach auf die politische Unruhe in den USA. Die europäische Strategie liege in Deutschlands Interesse, weil das Land offene Märkte brauche. Danach stellte er klar: "Wir haben über Europa genügend Impfstoff für alle bestellt."

9.25 Uhr: Spahn lehnt Söders Vorstoß zur Impfpflicht ab

Bundesgesundheitsminister Spahn hat einer Impfpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie erneut eine Absage erteilt. "Ich habe im Bundestag mein Wort gegeben: In dieser Pandemie wird es keine Impfpflicht geben. Und das gilt", sagte Spahn am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk. Die Bundesregierung setze auf Argumente, Informationen und Vertrauen in den Impfstoff.

Auch das Pflegepersonal in Deutschland wolle er mit Argumenten überzeugen. "Das ist übrigens auch die Wertschätzung, die Pflegekräfte in dieser Pandemie erwarten", sagte Spahn. Seit Monaten sagten alle, dass sie einen der schwersten Jobs in der Pandemie hätten. "Ich finde, dann sollten wir auch mit ihnen über das Impfen reden", so der CDU-Politiker vor einer Regierungserklärung im Bundestag, die für Mittwochmittag geplant war.

Zuvor hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Debatte über eine Impfpflicht für Pflegekräfte in Heimen gefordert. Der deutsche Ethikrat müsse sich damit beschäftigen, sagte er im ZDF und der "Süddeutschen Zeitung".

7.11 Uhr: Neuer Höchststand an Todesfällen in den USA

Bei der Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle durch das Coronavirus haben die USA einen neuen Höchststand verzeichnet. Binnen 24 Stunden wurde ein Rekordhoch an 4470 Todesfällen registriert, wie aus einer Zählung der in Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-Universität vom Dienstagabend (Ortszeit) hervorgeht. Zum ersten Mal wurde in den Vereinigten Staaten damit die Schwelle von 4000 Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus überschritten.

Laut Johns-Hopkins-Universität wurden binnen 24 Stunden zudem 235.00 neue Ansteckungen nachgewiesen. Etwa 131.000 Menschen werden mit Covid-19 im Krankenhaus behandelt.

Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. 380.000 der insgesamt fast zwei Millionen Todesopfer durch die Pandemie starben dort. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land knapp 23 Millionen Infektionen nachgewiesen.

6.03 Uhr: 19.600 Neuinfektionen und 1060 neue Todesfälle

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 19.600 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1060 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekannt gab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwochmorgen bei 155,0. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Thüringen mit 324,2 und Sachsen mit 304,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 83,7.

12. Januar

19.00 Uhr: Merkel kritisiert Umsetzung des Corona-Schutzes in Altenheimen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Umsetzung der Pläne zum Schutz der Menschen in Alten- und Pflegeheimen durch die Länder kritisiert. Vieles sei nicht so ideal gelaufen, wie sie sich das gewünscht hätte, sagte Merkel am Dienstag nach Angaben von Sitzungsteilnehmern in der ersten Sitzung der Unionsfraktion nach der Winterpause, die wegen der Pandemie erneut online organisiert worden war. Wenn man sich eines Tages darüber unterhalte, was man aus der Situation gelernt habe, müsse man sich schon fragen, wie es mit dem föderalen Aufbau in Deutschland sei, wurde Merkel zitiert.

Sie betrübe die Lage in den Alten- und Pflegeheimen, sagte die Kanzlerin demnach. So seien die rechtlichen Voraussetzungen für den Schutz der Menschen dort seit Monaten gegeben. Die Krankenkassen würden die Kosten für Tests der Bewohner und die Personalkosten übernehmen. Dies sei von der Bundesebene theoretisch vorbereitet worden. Die praktische Umsetzung sei aber sehr lückenhaft, kritisierte Merkel. Deshalb gebe es "diese beklemmende Situation in vielen Altenheimen".

13:40 Uhr: FFP2-Masken werden in Bayern beim Einkaufen und im Bus Pflicht

In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. Das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, die "normalen Community-Masken" seien in der Corona-Pandemie zum Schutz der anderen. FFP2-Masken schützen auch den Träger selbst. Ziel sei, die Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr und im Handel zu verbessern.

"Die Verfügbarkeit im Handel ist ausreichend gewährleistet, also es gibt keine Mangelware FFP2", betonte der Ministerpräsident. Die Masken seien zum Teil sogar "deutlich im Überfluss, zum Teil jedenfalls, vorhanden". Insgesamt sprach Söder angesichts etwas zurückgehender Corona-Zahlen von einer "verhalten positiven Tendenz". "Ein Großteil der Maßnahmen beginnt zu wirken."

Binnen 24 Stunden habe es in Bayern 1740 Neuinfektionen gegeben – fast 500 weniger als vor einer Woche. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 158,8 liege der Freistaat bundesweit auf Platz sieben. Das sei nur ein Zwischenstand. Noch sei unklar, wie sich die Ferien auswirken. Dies werde man endgültig wohl gegen Ende dieser Woche sehen. Söder betonte, jedenfalls sei weiterhin Konsequenz und Geduld notwendig.

Insbesondere warnte der CSU-Vorsitzende vor einer verstärkten Ausbreitung des Coronavirus durch mutierte Virenformen aus Großbritannien. Er verglich die Maßnahmen gegen die Mutationen mit "einem Wettlauf gegen die Zeit". "Die Mutationen bereiten uns Sorge." Söder wiederholte in diesem Zusammenhang seinen Vorschlag, auch eine begrenzte Impfpflicht für Bedienstete in Alten- und Pflegeheimen zu debattieren.

13.00 Uhr: Kretschmann gegen Impfpflicht für Pflegekräfte – und für mehr Werbung fürs Impfen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist gegen eine Corona-Impfpflicht für Pflegepersonal. Man habe sich die ganze Zeit gegen eine Impfpflicht in dieser Pandemie ausgesprochen, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart zu einem entsprechenden Vorschlag des bayerischen Regierungschefs Markus Söder (CSU). "Das ändern wir jetzt nicht mittendrin."

Gleichwohl sei er dafür, dass sich der Ethikrat mit dieser Frage befasse. "Das finde ich sehr wichtig." Söder hatte gesagt, es sei auffällig, dass sich viele Pflegekräfte nicht impfen lassen wollten. Deshalb müsse man eine Debatte über eine Impfpflicht für diese Berufsgruppe führen. Kretschmann sagte, man müsse "sehr stark werben, dass das Personal sich impfen lässt". Ansonsten wachse das Misstrauen, weil die Bevölkerung sich frage: "Aha, die sind näher dran – warum machen die das nicht?"

Er sei auch nicht sicher, ob es die richtige Entscheidung gewesen sei, dass sich die Regierungschefs im Land nicht vorrangig impfen ließen. "Ich bin da eigentlich schon sehr dafür, dass wir uns öffentlichkeitswirksam impfen lassen." Wenn sich die führenden Politiker nicht sofort impfen ließen, entstehe daraus ebenfalls Misstrauen. Er versprach aber: "Sobald ich dran bin, werde ich mich impfen lassen.

11.00 Uhr: Merkel zur Corona-Lage "Es bleibt hart bis Ostern"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rechnet mindestens bis April mit großen Härten wegen der Corona-Pandemie. "Es bleibt hart bis Ostern", sagte Merkel nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP vom Dienstag vor Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Inneres der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin. In Fraktionskreisen wurde ausdrücklich darauf verwiesen, dass Merkel nicht von einer Verlängerung des derzeitigen Lockdowns bis Ostern gesprochen habe. Das Osterfest fällt in diesem Jahr auf das erste April-Wochenende.

Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, Merkel habe "harte Maßnahmen" für die kommenden acht bis zehn Wochen in Aussicht gestellt. Die Zeitung zitierte sie mit den Worten: "Wenn wir es nicht schaffen, dieses britische Virus abzuhalten, dann haben wir bis Ostern eine zehnfache Inzidenz."

9.20 Uhr: Astrazeneca beantragt Zulassung von Corona-Impfstoff in der EU – In Großbritannien wird er bereits verwendet

Der schwedisch-britische Pharmakonzern Astrazeneca hat die Zulassung seines Corona-Impfstoffes bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA beantragt. Die Bewertung des Vakzins werde "in einem beschleunigten Zeitrahmen" erfolgen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Der Impfstoff könnte nach Einschätzung der EU-Kommission Ende Januar zugelassen werden.

Die Kommission hat bis zu 400 Millionen Dosen des Mittels für die 27 EU-Staaten bestellt. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte die Ankündigung als gute Nachricht. Die EMA werde die Sicherheit und Wirksamkeit beurteilen. "Sobald der Impfstoff eine positive wissenschaftliche Beurteilung erhält, werden wir mit vollem Tempo daran arbeiten, die Nutzung in Europa zuzulassen", schrieb von der Leyen auf Twitter.

Astrazeneca könnte "möglicherweise bis zum Ende des Monats eine Zulassung haben", sagte die für Gesundheit zuständige Generaldirektorin der Kommission, Sandra Gallina, in einer Anhörung im EU-Parlament. Der 29. Januar könnte der Tag der Genehmigung sein. Doch sei die EMA unabhängig in ihrer Bewertung.

Der Konzern entwickelte das Vakzin gemeinsam mit der renommierten britischen Universität Oxford. Anders als die Impfstoffe der Mainzer Firma Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer sowie der US-Firma Moderna gehört das britisch-schwedische Präparat nicht zu den sogenannten mRNA-Impfstoffen. Insgesamt wurden weltweit schon Milliarden Dosen bei dem Hersteller bestellt.

Der vielversprechende Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Mittel wirkt zweifach: Es soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern – beide sind für die Immunabwehr wichtig.

Anfangs hatte das Unternehmen mit seinem Impfstoff auch Kritik einstecken müssen: So gab es Bedenken zum Studiendesign, und die hohe Wirksamkeit des Mittels war von einigen Experten auch bezweifelt worden. Der Konzern legte daraufhin mit weiteren Untersuchungen nach. Ein großer Vorteil des Impfstoffes ist: Er kann den Angaben zufolge bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad aufbewahrt werden. Außerdem ist es Berichten zufolge viel preiswerter als die Mittel von Biontech oder Moderna.

Die EMA beurteilt und überwacht Arzneimittel für den europäischen Markt, auch für Corona-Impfstoffe. Die Behörde verlegte wegen des Brexits schon im Frühjahr 2019 ihren Sitz von London nach Amsterdam. Großbritannien setzt den Impfstoff bereits seit gut einer Woche ein.

6.35 Uhr: Impfkommission warnt vor Verschiebung von zweiter Impfung

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, lehnt eine Verschiebung der zweiten Impfspritze gegen das Coronavirus nach dem Beispiel Großbritanniens nachdrücklich ab. "Durch nur eine Impfung können rascher gefährliche Mutationen Verbreitung finden", warnte der Virologe in der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Dienstag. Aus anderen Virussystemen sei bekannt, dass eine Teilimmunität unter Umständen rascher zu Mutationen führen könne, "bei denen der Impfstoff unwirksam wird".

Zudem könne der Impfschutz bei nur einer Dosis rasch verloren gehen, vor allem bei älteren Menschen, sagte der Chef der beim Robert-Koch-Institut (RKI) ansässigen Impfkommission. Dies sei aufgrund der bisherigen Daten zu vermuten. In Großbritannien soll angesichts der Impfstoff-Knappheit die Verabreichung der zweiten Dosis in zunehmendem Maße verschoben werden, um mehr Menschen mit einer ersten Dosis versorgen zu können.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Behörde prüfen lassen, ob ein solches Vorgehen sinnvoll ist, um mit den derzeit begrenzten Impfstoff-Mengen möglichst schnell möglichst viele Menschen impfen zu können. Hintergrund ist, dass ein gewisser Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung bereits nach der ersten Impfung gegeben ist.

6.02 Uhr: 12.802 Corona-Neuinfektionen und 891 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.802 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 891 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. "In den letzten Tagen sind die Fallzahlen wieder angestiegen. Ob sich dieser Trend, über die erwarteten Nachtestungen und Nachmeldungen hinaus, weiter fortsetzt, wird sich erst im Laufe der nächsten Tage zeigen", hatte das RKI am Wochenende mitgeteilt.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 164,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 341,9 und Thüringen mit 325,7. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 86,3. Wegen der Feiertage um den Jahreswechsel sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

11. Januar

19.00 Uhr: Söder bringt Impfpflicht für bestimmte Gruppen ins Spiel

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat beklagt, es gebe "unter Pflegekräften in Alten- und Pflegeheimen eine zu hohe Impfverweigerung". Der deutsche Ethikrat solle deshalb Vorschläge machen, "ob und für welche Gruppen eine Impfpflicht denkbar wäre" sagte der CSU-Chef der "Süddeutschen Zeitung".

"Sich impfen zu lassen, sollte als Bürgerpflicht angesehen werden", sagte Söder. Eine staatliche Kampagne zur Förderung der Impfbereitschaft, "an der sich Vorbilder aus Kunst, Sport und Politik beteiligen", könne helfen.

Weil nicht genug Corona-Impfstoff da sei, forderte er außerdem eine "nationale Pharma-Allianz", um die Produktion zu beschleunigen. Darüber müsse man mit den Pharmakonzernen reden. Wo nötig, müsse der Staat den Unternehmen einen Ausgleich zahlen. Die zusätzliche Impfstoffproduktion könnte ganz Europa zugutekommen. In Marburg soll Ende Februar ein neues Werk der Firma Biontech die Produktion aufnehmen. Die Pharma-Allianz könne noch zusätzliche Produktionsstätten schaffen.

Außerdem forderte Söder "dringend mehr Einrichtungen, in denen das mutierte Virus nachgewiesen werden kann". Die wenigen Einrichtungen in Deutschland reichten nicht. In jedem Bundesland brauche es mehrere Nachweisstellen

18.00 Uhr: Im Libanon müssen sogar die Supermärkte schließen

Wegen weiter stark steigender Corona-Infektionszahlen hat der Libanon den Gesundheitsnotstand ausgerufen und den Lockdown noch einmal verschärft. Die Regierung beschloss am Montag nach eigenen Angaben eine elftägige vollständige Ausgangssperre, die am Donnerstag beginnen soll. Schließen müssen auch die Supermärkte, die nur noch tagsüber einen Lieferdienst anbieten dürfen. In vielen Geschäften kam es bereits am Montag zu großem Andrang und teilweise Chaos, weil sich die Menschen mit Lebensmitteln eindecken wollten.

Erst am vergangenen Donnerstag war in dem Land am Mittelmeer ein weitreichender Lockdown mit einer Ausgangssperre nach Einbruch der Dunkelheit in Kraft getreten. Allerdings stieg die Zahl der täglichen Neuansteckungen kurz danach erstmals auf mehr als 5000, bei rund sechs Millionen Einwohnern. Die Zahl der Toten kletterte nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf mehr als 1600.

Viele Menschen sind in die Armut gerutscht

Krankenhäuser klagen über einen Mangel an freien Betten auf den Intensivstationen. Vor den Kliniken müssen Patienten teilweise lange auf eine Behandlung warten. Wegen der Leichtfertigkeit vieler Menschen müssten die Libanesen nun vor sich selbst geschützt werden, sagte der amtierende Regierungschef Hassan Diab nach Medienberichten.

Lokale Medien sprechen hingegen von einem Versagen der Regierung. Über Weihnachten und Neujahr hatte diese die Beschränkungen gelockert. So durften Restaurants und Bars wieder öffnen. Die Regierung ist nach ihrem Rücktritt nach der Explosion nur noch geschäftsführend im Amt. Die Bildung eines neuen Kabinetts stockt.

Der Libanon erlebt seit Monaten eine der schwersten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte. Die Corona-Pandemie und die Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut Anfang August mit mehr als 190 Toten haben die Lage weiter verschärft. Viele Menschen sind in Armut abgerutscht

10.00 Uhr: China lässt WHO nach Ursprüngen des Virus suchen – deutscher Forscher dabei

Nach tagelanger Verzögerung hat Peking grünes Licht gegeben für den Beginn einer Mission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Erforschung der Ursprünge des Coronavirus. Die internationalen Experten können am Donnerstag nach China einreisen, wie die nationale Gesundheitskommission am Montag mitteilte. Das WHO-Team werde seine Nachforschungen in Zusammenarbeit mit chinesischen Wissenschaftlern vornehmen.

Die seit Monaten geplante WHO-Mission soll fünf bis sechs Wochen dauern, wobei die Experten die ersten zwei Wochen in Quarantäne bleiben müssen. Die Wissenschaftler sollen die Herkunft des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 erforschen. Das zehnköpfige internationale Team, darunter der Experte Fabian Leendertz vom Robert-Koch-Institut in Berlin, wollte eigentlich bereits Anfang Januar nach China aufbrechen. Die Mission verzögerte sich aber wegen ungeklärter Visafragen. Zudem sah Peking weiteren Diskussionsbedarf hinsichtlich der "genauen Gestaltung" der Untersuchungen.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte sich am vergangenen Dienstag "sehr enttäuscht" darüber geäußert, dass Peking die Einreise der Wissenschaftler in letzter Minute abgelehnt habe. Das chinesische Außenministerium sprach indes von einem "Missverständnis".

Erstmals aufgetreten war das neuartige Coronavirus Ende 2019 in der zentralchinesischen Stadt Wuhan, von wo aus es sich in der ganzen Welt ausbreitete. Wie der Erreger von Tieren – vermutlich Fledermäusen – auf den Menschen übersprang, ist bis heute unklar.

Für China ist die WHO-Mission heikel. China sieht sich international mit Vorwürfen konfrontiert, es wolle eine Verantwortung für den Ausbruch der Pandemie vertuschen. Zunächst hatte Peking eine unabhängige internationale Untersuchung der Ursprünge des Virus verweigert. Peking sät zudem Zweifel daran, dass das Virus überhaupt aus China stammt. Außenminister Wang Yi wiederholte kürzlich die Ansicht, dass "die Pandemie wahrscheinlich an mehreren Punkten auf der Welt begann". Zugleich präsentiert sich die chinesische Führung als Sieger im Kampf gegen das Virus.

9.00 Uhr: Gesundheitsminister fordert Einhaltung der Regeln auch im Privatleben

Angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Bürger aufgerufen, auch im privaten Bereich die Corona-Einschränkungen einzuhalten. "Es macht wenig Sinn, Geschäfte, Schulen, das öffentliche Leben herunterzufahren und zu schließen, wenn gleichzeitig im Privaten zahlreiche Kontakte, zahlreiche Treffen stattfinden", sagte Spahn am Montag dem ZDF-"Morgenmagazin".

Derzeit verbreite sich das Virus vor allem im privaten Bereich, begründete Spahn seine Mahnung. "Ich weiß, dass das schwer fällt", sagte er. In den nächsten Wochen sei es aber "sehr sehr wichtig, auch im privaten Bereich die Kontakte zu reduzieren". Wenn dennoch ein Treffen mit einem Menschen aus einem anderen Haushalt stattfinde, sollte dies im Freien oder bei geöffnetem Fenster geschehen.

Zugleich appellierte Spahn an die Bundesländer, die gemeinsam mit dem Bund beschlossenen Corona-Einschränkungen einheitlich umzusetzen. "Grundsätzlich ist ein einheitliches Vorgehen zwischen Bund und Ländern vereinbart, auch der Länder untereinander", sagte Spahn. Je einheitlicher die Umsetzung erfolge, desto besser könnten die Regeln von den Bürgern nachvollzogen werden.

6.40 Uhr: Ramelow: "Ich merke, dass die Hütte brennt"

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich mit drastischen Worten gegen Forderungen nach Lockerungen in der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Wir müssen einfach der Tatsache ins Auge sehen, dass das Virus jetzt erst anfängt, richtig Fahrt aufzunehmen", sagte der Linke-Politiker am Sonntagabend im ZDF-"heute journal".

"Ich merke, dass bei mir in Thüringen gerade die Hütte brennt. Heute ist für mich ein schlimmer Tag. Denn heute haben wir in ganz Thüringen die 300er-Inzidenz überschritten, und alle Landkreise und kreisfreien Städte sind über die 200 gegangen. Es ist kein Platz mehr für Lockerungen und die Debatte von der Lockerung zur Lockerung." Sein Appell an die Thüringer Wirtschaft sei, möglichst alles zu unterlassen, was im Moment nicht notwendig ist.

Im April soll in Thüringen eigentlich der Landtag neu gewählt werden. Dazu verhandeln laut Ramelow in der kommenden Woche die Parteien. "Und dem will ich nicht vorgreifen. Aber eines ist doch klar: Wir haben auch 30 000 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer, die wir auch schützen müssen. Und insoweit müssen alle Beteiligten darüber nachdenken: Wenn im Januar, Februar keine Bewegung ist, dann werden wir auch das mitentscheiden müssen."

6.02 Uhr: 12.497 Corona-Neuinfektionen und 343 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.497 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 343 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Montagmorgen bei 166,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 359,8 und Thüringen mit 316,2. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 90,9. Wegen der Feiertage um den Jahreswechsel sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

10. Januar

17.30 Uhr: Nach Einreise aus Brasilien: Neue Corona-Variante in Japan gefunden

Bei vier aus Brasilien nach Japan eingereisten Menschen ist eine neue Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Sie sei nicht identisch mit den bisher in Großbritannien und Südafrika nachgewiesenen Erreger-Varianten, gab Takaji Wakita, der Chef der japanischen Gesundheitsbehörde am Sonntag bekannt. Zurzeit gäbe es keine Hinweise darauf, dass die neu entdeckte Variante ansteckender ist.

Die vier Personen seien am 2. Januar aus dem Amazonasgebiet in Brasilien kommend, in Tokio gelandet, und sofort am Flughafen Haneda in Quarantäne gegangen, teilte das japanische Gesundheitsministerium mit. Ein über 40 Jahre alter Mann sei mittlerweile im Krankenhaus, nachdem er akute Atemprobleme entwickelt habe. Zwei andere Passagiere würden unter Symptomen wie Hals -und Kopfschmerzen, sowie Fieber leiden. Eine Person im Teenageralter habe keine Symptome entwickelt.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut auf, Mutationen genannt. Manche verschaffen dem Erreger Vorteile – etwa, indem sie ihn leichter übertragbar machen. Im Dezember wurden eine Variante des Coronavirus (B.1.1.7) in Großbritannien sowie eine ähnliche (501Y.V2) in Südafrika nachgewiesen, die ersten Analysen zufolge ansteckender sein könnten als die bisher kursierenden.

13.41 Uhr: Traumwetter in Bayern lockt viele ins Freie

Das prachtvolle Winterwetter mit Schnee und Sonne hat in Bayern viele Menschen nach draußen gelockt. Trotz der Aufrufe, wegen der Corona-Pandemie größere Ansammlungen zu vermeiden, herrschte auch am Sonntag an beliebten Ausflugszielen reger Betrieb, so etwa am Ochsenkopf im Fichtelgebirge oder am Spitzingsee im Landkreis Miesbach. Wie schon am Samstag nutzten viele Menschen das schöne Wetter zum Rodeln, Skifahren, Eislaufen oder Spazierengehen.

Für viele war es womöglich die vorerst letzte Möglichkeit für einen Ausflug Richtung Berge. Denn ab Montag dürfen Bewohner von Gebieten mit besonders hohen Corona-Zahlen einen Radius von 15 Kilometern um ihren Wohnort nur verlassen, wenn sie einen triftigen Grund dafür vorweisen können. Touristische Ausflüge zählen explizit nicht dazu.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte verstärkte Kontrollen an, etwa an Wanderer-Parkplätzen in der Voralpenregion oder im Bayerischen Wald. "Alle Unbelehrbaren müssen mit harten Sanktionen und hohen Geldbußen rechnen." Bei einem Verstoß drohe ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro. Die 15-Kilometer-Regel gilt für Landkreise und kreisfreie Städte, die den Wert von 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche überschritten haben.

12.39 Uhr: 136 Neuinfektionen nach Corona-Ausbruch in China

In China sind am Sonntag von den Behörden 136 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. 99 der neuen Fälle wurden in der Provinz Hebei, direkt vor den Toren der chinesischen Hauptstadt Peking, nachgewiesen. Insgesamt stieg die Zahl der Infektionen in Hebei auf knapp 400. Es handelt sich um den größten Ausbruch seit Monaten.

In den vergangenen Tagen hatten die chinesischen Behörden deshalb die Maßnahmen in Hebei verschärft und mehrere Millionen Menschen getestet. Am Samstag wurden in der elf Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Shijiazhuang der Metro-Betrieb auf unbestimmte Zeit eingestellt, wie staatliche Medien berichteten. Auch Busse, Taxis und Privatfahrzeuge dürfen die Stadt nicht verlassen. Seit Freitag dürfen Bewohner von Shijiazhuang wie auch in der 125 Kilometer entfernten Sieben-Millionen-Metropole Xingtai die Städte ohne besondere Erlaubnis nicht mehr verlassen.

Die Behörden in Shijiazhuang planen nach eigenen Angaben weitere Massentests, um die Infektionsketten freizulegen und die Lage in der Stadt unter Kontrolle zu bekommen. Der Ursprung des neuen Ausbruchs ist noch ungeklärt.

8.51 Uhr: Söder warnt vor "Corona-RAF"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor einer Radikalisierung der sogenannten Querdenker-Szene gewarnt. "Auch wenn die Umfragewerte der AfD sinken, besteht die Gefahr, dass sich aus ihrem Umfeld heraus in Deutschland ein Corona-Mob oder eine Art Corona-RAF bilden könnte, die zunehmend aggressiver und sogar gewalttätig werden könnte", sagte Söder im Interview mit der "Welt am Sonntag".

Söder äußerte sich mit Blick auf die Ereignisse in den USA, wo am vergangenen Mittwoch radikale Anhänger des scheidenden Präsidenten Donald Trump gewaltsam den Parlamentssitz gestürmt hatten. Der Vorfall sei eine "Schande für die führende Demokratie der westlichen Welt", sagte der bayerische Ministerpräsident. "Aus bösen Gedanken werden böse Worte und irgendwann auch böse Taten", warnte Söder. "Deswegen müssen wir auch in Deutschland nicht nur die Sicherheitsmaßnahmen für die demokratischen Institutionen verbessern, sondern grundlegend die sektenähnliche Bewegung der 'Querdenker' und anderer vergleichbarer Gruppierungen in den Blick nehmen." Es bestehe die Gefahr, dass sich "aus größeren Bewegungen kleine Protestgruppen entwickeln, die am Ende einen radikalen Kern bilden, der zu einer Terrorzelle werden kann".

8.02 Uhr: 16.946 Corona-Neuinfektionen und 465 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben am Sonntag 16.946 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 465 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen bekanntgab. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 162,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 74,0. Wegen der Feiertage sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

9. Januar

17.43 Uhr: Spahn: Bürger können Impfstoff nicht auswählen

Wer vom Staat eine Impfung gegen Covid-19 angeboten bekommt, wird sich den verabreichten Impfstoff vorerst nicht aussuchen können. Eine solche Auswahl zu treffen, sei aufgrund der derzeit noch herrschenden Knappheit "im Moment und auch absehbar" nicht möglich, betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag in einer Online-Diskussionsrunde.

Zu Berichten über überschüssigen, bereits aus der Kühlung genommenen Impfstoff an einzelnen Standorten sagte der Minister, an der festgelegten Priorisierung bestimmter Gruppen müsse unbedingt festgehalten werden. Dennoch müsse im konkreten Fall auch pragmatisch entschieden werden - beispielsweise könnten dann Mitglieder des Impfteams das Vakzin erhalten. "Im Zweifel ist alles besser als etwas wegwerfen", sagte Spahn.

15.58 Uhr: Söder: Müssen Lockdown verlängern und vertiefen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geht von einer Verlängerung des derzeit bis 31. Januar befristeten Corona-Lockdowns aus. "Wir müssen den Lockdown, den wir jetzt haben, verlängern und an einigen Stellen auch noch vertiefen", sagte Söder am Samstag beim digitalen Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen CDU. Bund und Länder hatten sich erst am vergangenen Dienstag darauf geeinigt, den Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wegen weiter hoher Infektionszahlen bis zum 31. Januar zu verlängern.

Söder sagte, zu viele Menschen suchten noch Schlupflöcher bei den vereinbarten Corona-Beschränkungen oder diskutierten Einzelmaßnahmen. Viele stellten sich auch als Opfer der Pandemie dar. Die wahren Opfer seien aber die fast 40 000 Toten in Zusammenhang mit dem Virus. "Es ist jedes Mal ein kleiner Stich ins Herz." Um jedes Leben werde gekämpft, versprach Söder. "Jeder Tag ist eine neue Bewährungsprobe."

Er habe Verständnis für den Ärger vieler Menschen über die Maßnahmen, vor allem aus der Wirtschaft, sagte Söder. Die versprochenen Wirtschaftshilfen müssten auch endlich kommen. "Es dauert schon sehr lange, und manches wirkt sehr bürokratisch." Erst ab kommender Woche sollten endgültig die Auszahlungen der Novemberhilfen kommen. "Aber wir sind im Januar."/

8.39 Uhr: Deutscher Städtetag fordert mehr Tempo beim Impfen

Der Deutsche Städtetag hat Bund und Länder zu mehr Tempo bei den Corona-Impfungen aufgefordert. Städtetagspräsident Burkhard Jung sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Derzeit impfen überwiegend mobile Teams in Pflege- und Altenheimen. Das ist wichtig. Dadurch stehen aber die Impfzentren überwiegend leer. Hier muss die Impfkampagne zügig an Fahrt gewinnen." Die Menschen setzten große Hoffnungen in rasche, flächendeckende Impfungen. "Diese dürfen nicht enttäuscht werden." Vizekanzler Olaf Scholz sagte der dpa, noch gebe es nicht genügend Impfstoff, deshalb erscheine manches Impfzentrum möglicherweise zu groß. "Doch bald wird sich das ändern", betonte der Finanzminister.

8.04 Uhr: 24.694 Corona-Neuinfektionen und 1083 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 24.694 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1083 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Samstagmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken. Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen bei 153,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 74,0. Wegen der Feiertage sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

8. Januar

21.02 Uhr: Sachsen beschließt Lockdown bis 7. Februar

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt Sachsen auf einen Lockdown bis zum 7. Februar und geht damit über die Festlegungen der Bund-Länder-Schalte hinaus. Dort war von einer Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar die Rede. Demnach bleiben Kitas und Schulen im Freistaat bis zum 7. Februar weitgehend geschlossen. Kontakte werden eingeschränkt, allerdings will Sachsen Ausnahmen für die Kinderbetreuung ermöglichen. Das beschloss das Kabinett am Freitag in Dresden. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sprach von weiterhin "besorgniserregenden Zahlen" im Freistaat. Die neue Verordnung gilt ab dem 11. Januar.

11.25 Uhr: Baden-Württemberg will gegen Überfüllung touristischer Ziele vorgehen

Das Land will gegen die Überfüllung von Ski- und Wandergebieten vorgehen und Tagesausflüge einschränken. "Die Menschen müssen wissen, dass wir sie wieder nach Hause schicken, wenn es im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb zu voll wird", sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag im Landtag mit Blick auf die Ski- und Wandergebiete.

Er habe mit Sozialminister Manne Lucha (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) verabredet, dass diese mit den Kommunen entsprechende Maßnahmen wie Straßenkontrollen oder Parkplatzsperren vorbereiten sollen. Am vergangenen Wochenende waren zahlreiche Touristenorte im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb trotz des Corona-Lockdowns überfüllt gewesen.

11.20 Uhr: Nach neuem Virus-Ausbruch in China: Millionenstädte abgeriegelt

Nach dem größten Ausbruch des Coronavirus seit Monaten in China ergreifen die Behörden strikte Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. In der betroffenen Provinz Hebei direkt vor den Toren der chinesischen Hauptstadt Peking wurde am Freitag außer der elf Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Shijiazhuang auch die Sieben-Millionen-Metropole Xingtai abgeriegelt. Die Bewohner dürfen die beiden Städte ohne besondere Erlaubnis nicht mehr verlassen. Auch wurden Wohngebiete abgesperrt.

Die Pekinger Stadtregierung untersagte alle größeren Versammlungen zum chinesischen Neujahrsfest, das am 12. Februar gefeiert wird. Die Zentralregierung und örtliche Behörden in dem bevölkerungsreichsten Land raten dem Milliardenvolk, zu dem wichtigsten Familienfest nicht wie sonst üblich in ihre Heimatdörfer zu reisen. Normalerweise reisen einige hundert Millionen Chinesen zu ihren Verwandten. Die Bahn kündigte an, dass Zugtickets erstattet werden können.

Die Zahl der Infektionen in Hebei stieg auf rund 300, wie die örtliche Gesundheitskommission berichtete. Mehrere Millionen Menschen wurden bereits getestet. Allein am Freitag wurden 33 neue Infektionen und 39 asymptomatische Fälle gemeldet, während die Tests laufen. Die Behörden hatten "den Kriegszustand" im Kampf gegen das Virus ausgerufen. Der Ursprung des neuen Ausbruchs ist noch ungeklärt.

11.04 Uhr: Täglich zwei FFP2-Masken für Lehrer und Lehrerinnen in NRW

Das Land NRW will alle Lehrer und Lehrerinnen im Präsenzunterricht mit zwei FFP2-Masken pro Tag ausstatten. Es würden entsprechende Gelder zur Verfügung gestellt, um das bis zu den Osterferien zu gewährleisten, so das Bildungsministerium in einer Email an alle Schulen. In dem Schreiben wurde am Donnerstag auch klargestellt, dass die angekündigten Gratis-Corona-Tests für Lehrer bis Ende Januar nur in Anspruch genommen werden können, wenn die Personen "in dieser Zeit tatsächlich einen Präsenzdienst in den Schulen leisten."

Grundsätzlich gibt es bis zum Ende des Monats Distanzunterricht. Es gibt aber Notbetreuungsangebote für Schüler der Klassen 1 bis 6, die nicht zu Hause betreut werden können oder bei denen nach Ansicht des Jugendamts eine Kindeswohlgefährdung vorliegen könnte. Lehrer, die in dieser Zeit in den Schulen sind, können sich bereits kostenfrei auf Corona testen lassen. Für alle anderen Beschäftigten soll es von Februar bis zu Beginn der Osterferien die Möglichkeit zu sechs anlasslosen Tests geben.

Die FFP2-Masken, die einen besseren Schutz bewirken als "normale" Masken, sollen laut Ministerium über die Schulträger und Bezirksregierungen verteilt werden. Die Lehrergewerkschaft GEW begrüßte die Maßnahme. "Bei Millionen Schutzmasken, die pro Woche dann gebraucht werden, muss aber die Logistik stimmen, um die Schulen und Kitas nicht zusätzlich zu belasten", sagte die Vorsitzende der GEW in NRW, Maike Finnern am Freitag.

7.15 Uhr: Weniger Bargeld, mehr Online-Banking – Krise ändert Zahlungsverhalten

Viele Bankkunden wollen nach ihren Erfahrungen in der Corona-Krise auf Dauer vermehrt digitale Wege für ihre Geldgeschäfte nutzen. In einer Umfrage der Beratungsgesellschaft EY unter 1600 Verbrauchern in Deutschland gab gut jeder fünfte (21 Prozent) an, sein Zahlungsverhalten während der Pandemie geändert zu haben und dies auch künftig beibehalten zu wollen.

"Die Corona-Pandemie beschleunigt die Transformation und Digitalisierung des Finanz- und Bankensektors", stellte EY-Partner Robert Melnyk fest. Er rechne mit einem Schub für Angebote junger Finanzfirmen, sogenannter Fintechs, in den kommenden Jahren. "Voraussetzung ist aber, dass die Anbieter die Sicherheit im Griff haben."

Mehr Kartenzahlung, weniger Bargeld im Geldbeutel: Fast ein Drittel (29 Prozent) der Befragten gab an, die Corona-Krise habe ihr Zahlungsverhalten beziehungsweise ihren Umgang mit Geld verändert. Vor allem in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen nahm das Interesse an digitalen Kanälen zu.

5.45 Uhr: 1188 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet – Höchstwert

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat einen neuen Höchstwert erreicht. Innerhalb eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 1188 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Freitagmorgen hervorgeht. Außerdem wurden 31.849 Neuinfektionen gemeldet. Der bisherige Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Bei der Interpretation der Fallzahlen sei weiter zu beachten, dass in den Wochen um Weihnachten und den Jahreswechsel vermutlich weniger Menschen einen Arzt aufsuchten, weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt wurden, hieß es vom RKI. "Dies kann dazu geführt haben, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet wurden."

7. Januar

13.35 Uhr: Mehr als 417.000 Impfungen beim Robert Koch-Institut erfasst

Die Zahl der ans Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Impfungen gegen Covid-19 in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag um mehr als 46.000 gestiegen. Seit dem Beginn der Impfkampagne Ende Dezember ist das Mittel damit nun mindestens 417.060 Menschen gespritzt worden. Diese Gesamtzahl ergibt sich aus bisherigen Meldungen der Bundesländer, wie aus einer RKI-Statistik vom Donnerstag (Stand: 11.00 Uhr) hervorgeht. Pro 1000 Einwohner sind bundesweit demnach bisher fünf Menschen gegen die Krankheit geimpft worden.

Die meisten Impfungen pro 1000 Einwohner wurden laut der Statistik bisher für Mecklenburg-Vorpommern erfasst (13,5), die wenigsten für Thüringen (2,5). In absoluten Zahlen kommt Bayern auf den höchsten Wert von mehr als 84.000 Geimpften laut RKI. Die Werte, die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegen, können deutlich höher liegen als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen teilweise mit einigem Verzug an das Institut übermittelt werden.

Die meisten Menschen – mehr als 201 000 – wurden laut RKI-Daten aus beruflichen Gründen geimpft. Es kann sich dabei zum Beispiel um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und um Personal in der Altenpflege handeln. Zudem wurde das Präparat inzwischen mehr als 168.000 Bewohnern von Pflegeheimen verabreicht. Die Impfungen können derzeit auch wegen hohes Alters und/oder aus medizinischem Anlass geboten sein.

11.38 Uhr: Merkel: Haben schwerste Monate der Pandemie noch vor uns

Bei der Corona-Pandemie in Deutschland ist aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch keine Entwarnung möglich. "Natürlich haben wir die schwersten Monate – das kann man glaube ich erahnen – der Pandemie noch vor uns", sagte Merkel am Donnerstag in Berlin bei der Klausurtagung der CSU-Abgeordneten im Bundestag. Dies sei jedoch "gepaart mit einem Stück Hoffnung" durch die inzwischen zur Verfügung stehenden Impfstoffe.

Merkel sagte, gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Deutschland würden nach der Corona-Pandemie "eine noch größere Herausforderung" werden. "Es ist für mich auch die Voraussetzung dafür, dass die Fliehkräfte in unserem Lande nicht immer größer werden", betonte die Bundeskanzlerin.

11.14 Uhr: WHO Europa sieht Wendepunkt im Kampf gegen Corona

Das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation in Europa sieht den Kontinent zum Start ins neue Jahr an einem wichtigen Punkt im Kampf gegen das Coronavirus. "Dieser Moment stellt einen Wendepunkt im Verlauf der Pandemie dar", sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag bei einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. Man habe mittlerweile deutlich mehr Erkenntnisse und neue Werkzeuge wie Impfstoffe zur Verfügung. Gleichzeitig gebe es aber neue Herausforderungen wie ansteckendere Varianten des Virus. Wissenschaft, Politik und andere müssten eine Allianz bilden, um Corona zurückzudrängen.

"Wir sind auf einen herausfordernden Start 2021 vorbereitet gewesen und genau das ist es auch gewesen", sagte Kluge. Zu den Herausforderungen zählte er vor allem eine Variante des Coronavirus, die Ende 2020 zunächst in England nachgewiesen wurde. Er verstehe die Bedenken wegen der Variante, die mittlerweile in 22 Ländern in der europäischen Region nachgewiesen worden sei, sagte Kluge. Die WHO zählt insgesamt 53 Länder zur Europa-Region, darunter auch weite Teile östlich der EU."

Diese Variante ist besorgniserregend, da sie die Übertragbarkeit erhöht hat." Bisherigen Erkenntnissen zufolge gebe es keine signifikante Veränderung der Krankheit, die diese Variante verursacht. "Das bedeutet, dass Covid-19 weder mehr noch weniger schwerwiegend ist", sagte Kluge. "Mit erhöhter Übertragbarkeit und ähnlicher Schwere der Erkrankung löst die Variante jedoch Alarm aus."

7.10 Uhr: 26.391 Neuinfektionen und 1.070 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 26.391 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1070 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Donnerstagmorgen bekannt gab. Der Höchststand von 1.129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken. Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert.

6. Januar

19.04 Uhr: EU lässt Corona-Impfstoff von Moderna zu

Als zweiter Corona-Impfstoff ist ab sofort das Mittel des US-Herstellers Moderna in der Europäischen Union zugelassen. Dies entschied die EU-Kommission am Mittwoch auf Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen mitteilte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte in Berlin an: "Wir gehen von einem Start der Lieferung von ersten Dosen in der nächsten Woche aus." Auch Moderna kündigte an, dass es erste Lieferungen an europäische Länder voraussichtlich nächste Woche geben solle.

Die EMA hatte zuvor in Amsterdam die bedingte Zulassung empfohlen. Spahn sagte, von den mehr als 160 Millionen EU-weit bestellten Moderna-Dosen werde Deutschland über 50 Millionen erhalten. Im ersten Quartal kämen aber wegen der zunächst begrenzten Produktionskapazitäten nur knapp zwei Millionen Moderna-Dosen nach Deutschland. Die gesamten 160 Millionen Moderna-Dosen sollen nach Angaben der EU-Kommission bis September geliefert werden.

Von der Leyen sprach von einer guten Nachricht. EMA-Chefin Emer Cooke sagte, der Moderna-Impfstoff liefere "ein weiteres Instrument im Kampf gegen die derzeitige Notsituation". Das Verfahren sei schnell und zuverlässig gewesen. Modernas Mittel braucht zwei Impfdosen im Abstand von vier Wochen, um wirksam zu sein.

18.42 Uhr: Spahn verteidigt Impfstart

Nach Kritik am schleppenden Impfstart hat Spahn das Vorgehen verteidigt: "Es wird genug Impfstoff für alle in Deutschland geben." Er betonte: "Wir haben genug, mehr als genug Impfstoff für alle bestellt - und zwar von mehreren Herstellern." Er sagte: "Ich kann jetzt noch zehn Verträge schließen über zusätzliche Mengen. Wir haben nicht ein Mengenproblem." Biontech und Pfizer hätten früh klargemacht, "dass sie für den weltweiten Bedarf nur 50 Millionen Dosen bis Ende letzten Jahres haben vorproduzieren können".Wenn Biontech wie geplant im kommenden Monat an einem neuen Standort im hessischen Marburg die Produktion starte, dann könne es die Produktion massiv ausbauen. "Das führt zu früheren Lieferungen bestellter Dosen." Es handele sich um einen Rekord beim Aufbau einer solchen Produktionsstätte. Normalerweise dauere dies ein bis zwei Jahre. "In diesem Fall wären es dann wenige Monate." Hierfür drücke der Staat bei den Genehmigungsprozessen aufs Tempo. Spahn betonte, dass Deutschland auch mit Marburg keinen Impfalleingang in der EU mache: "Es wird für Europa produziert."

13.20 Uhr: EMA empfiehlt Zulassung des Moderna-Impfstoffes

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die bedingte Marktzulassung für den Corona-Impfstoff des US-Pharma-Unternehmens Moderna empfohlen. Das teilte die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Empfohlen werde eine bedingte Zulassung "zur Prävention von COVID-19 bei Menschen ab 18 Jahren".

Die endgültige Entscheidung über die Zulassung muss nun die EU-Kommission treffen - das gilt als Formsache. Es wäre die zweite Zulassung für einen Covid-19-Impfstoff in der Europäischen Union.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich erfreut. "Gute Nachrichten für unsere Bemühungen, mehr Covid-19-Impfstoff zu den Europäern zu bringen", schrieb von der Leyen am Mittwoch auf Twitter. Die EU-Kommission arbeite nun mit voller Geschwindigkeit daran, das Mittel zu genehmigen und in der EU verfügbar zu machen.

11.38 Uhr: FDP kritisiert Einschränkung des Bewegungsradius

FDP-Generalsekretär Volker Wissing hat erhebliche Zweifel, ob im Kampf gegen das Coronavirus die Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf einen Radius von 15 Kilometern juristisch zulässig ist. "Die Bewegungsfreiheit ist ein hohes Gut und wir haben hier keine gesetzliche Grundlage. Inwieweit das verfassungskonform ist, muss man prüfen", sagte Wissig am Mittwoch im RBB-Inforadio. Er halte die Einschränkung der Bewegungsfreiheit für eine sehr schwierige Maßnahme, zumal sich das sehr unterschiedlich auf die Menschen auswirke. "Wenn Sie in Berlin leben, haben Sie praktisch keine Einschränkungen. Wenn Sie auf dem Land, in der Fläche leben, und das nächste Dorf 15 Kilometer entfernt ist, dann sind Sie quasi aufs Dorfleben reduziert", sagte Wissing. "Das ist eine massive Freiheitsbeschränkung, und ob das verfassungskonform ist, da habe ich erhebliche Zweifel.

9.35 Uhr: Die ersten Länder weichen schon von der Regierungslinie ab

Die strengeren Lockdown-Regeln wurden gerade erst beschlossen und schon scheren die ersten Bundesländer aus den vereinbarten Regelungen aus. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil kündigte etwa an, dass die Abschlussklassen bald wieder in die Schulen gehen sollen. Die Grundschulen sollen zunächst nur eingeschränkt Unterricht abhalten dürfen, aber auch hier ist zukünftig ein Wechselmodell vorgesehen.

In Mecklenburg-Vorpommern können die Klassen 10, 12 und die Berufsschüler ab der kommenden Woche wieder zum Präsenzunterricht erscheinen. Die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kündigte außerdem an, dass der Betrieb an Grundschulen ab dem 18. Januar vor Ort stattfinden könne. Ministerpräsident Winfried Kretschmann kündigte ebenfalls eine mögliche Wiederaufnahme des Schulbetriebs in Mecklenburg-Vorpommern zum 18. Januar an.

In Hessen soll heute über die zukünftige Vorgehensweise beraten werden, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier. Klar sei aber, dass Kitas weiterhin geöffnet bleiben sollen. Die weitergehenden Schulen sollen hingegen geschlossen bleiben – mit Ausnahme der Abschlussklassen. Für die Schüler im Saarland, sowie in Schleswig-Holstein gibt es fürs Erste keinen Präsenzunterricht.

Die Einschränkung des Bewegungsradius stößt auch bei einigen Ländern auf Widerstand. So mahnte etwa Ministerpräsident Kretschmer zur Vorsicht bei der Umsetzung der Einschränkungen, denn es würden belastbaren Zahlen fehlen. Grundsätzliche steht Kretschmann aber hinter den neuen Bewegungseinschränkungen, denn man brauche "eine solche Regelung, wenn man tatsächlich Mobilität einschränken muss."

7.02 Uhr: 21.237 Corona-Neuinfektionen und 1019 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.237 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1019 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken. Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert.

"Wir erwarten, dass zum Jahresanfang mit der Öffnung von Arztpraxen und Teststellen wieder mehr Personen getestet werden", hatte der erste Vorsitzende des Verbands, Michael Müller, am Dienstag erklärt. Das RKI geht davon aus, dass die Meldedaten zum Infektionsgeschehen frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind, wie es auf Anfrage hieß.

5. Januar

19.32 Uhr: Merkel verteidigt Minister im Impfstreit: "Jens Spahn macht einen prima Job jetzt in den gesamten Tagen"

Merkel wird darauf angesprochen, dass die die Impfstoffbeschaffung zur Chefsache mache. Genießt der Gesundheitsminister noch ihr volles Vertrauen? Oder ist das Zeichen des Misstrauens gegenüber Spahn, fragt der Reporter. "Nein", wiegelt Merkel ab. Sie schildert den Prozess über die gemeinsame Organisation des Impfstoffs in der EU noch einmal, den sie "positiv begleitet" habe. "Ich glaube, das ist ein Prozess gewesen, der unter dem Strich richtig war", so Merkel. Allerdings könne die EU-Kommission nur das verhandeln, was von den Staaten gewünscht werde. Es habe "unterschiedliche Situationen" in den einzelnen Mitgliedsstaaten gegeben, welche Impfstoffe man bestellen wolle oder nicht. Es habe schließlich einmal so ausgesehen, als wäre AstraZeneca der erste im Impfstoff-Rennen, erinnert Merkel. Biontech hingegen sei zunächst gar nicht so umworben gewesen in der EU. "Das hat dazu geführt, dass wir etwas weniger Dosen bekommen haben." Spahn mache einen "Jens Spahn macht einen prima Job jetzt in den gesamten Tagen", lobte Merkel. "Ich kann da nur froh sein, dass der Gesundheitsminister so aktiv ist."

19.23 Uhr: Merkel: Werden im zweiten Quartal deutlich mehr Impfdosen haben

In Deutschland können nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im zweiten Quartal deutlich mehr Menschen eine Impfung gegen Corona erhalten. Dann werde es "nach menschlichem Ermessen" deutlich mehr Impfdosen geben, sagte Merkel am Dienstag in Berlin nach neuerlichen Video-Beratungen mit den Ministerpräsidenten zur Corona-Lage. Merkel warb für Verständnis dafür, dass die Regierung an ihrer Impfstrategie festhält. "Wir werden im 1. Quartal nur priorisierte Gruppen impfen können." Zudem sei es richtig, dass Deutschland die Impfungen gemeinsam mit den anderen EU-Staaten in der Europäischen Union organisiere.

Merkel betonte die Bedeutung des Terminmanagements bei den Impfungen. Wenn Impfstoff da sei, müsse dieser auch verimpft werden können. Dies bedürfe eines Höchstmaßes an Berechenbarkeit, "ohne dass wir den Zulassungsbehörden vorgreifen können". Die SPD hatte nach anfänglichen organisatorischen Problemen beim Impfstart sowie angesichts des knappen Impfstoffs heftige Kritik an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geübt.

19.20 Uhr: Wie funktioniert die 15-Kilometer-Regel?

Die Fragerunde der Journalisten läuft. Warum ausgerechnet 15 Kilometer Bewegungsradius und wo gilt dieser? Merkel erklärt: Die 15 Kilometer gelten um den Wohnort herum. Wenn man beispielsweise in Berlin wohnt, gilt dabei ganz Berlin als Wohnort. Man müsse also nicht rechnen, ob zwischen Berlin-Spandau und Berlin-Mitte über 15 Kilometer lägen. Es gehe vor allem darum, dass keine touristischen Reisen und Ausflüge stattfinden.

19.03 Uhr: Söder lobt, dass Merkel Impfen "jetzt zur Chefsache gemacht" hat

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht von einer "großen Sorge" durch das mutierte Virus in Großbritannien.

Wenn sich die zuerst in England entdeckte und inzwischen auch in Deutschland nachgewiesene Virusvariante durchsetze, "könnte uns noch einiges bevorstehen". Die Lage sei "nach wie vor ernst", die Zahlen "sehr hoch", sagte Söder. Es gebe "keine Möglichkeit zur Entwarnung". Daher wäre es falsch, die Corona-Eindämmungsbemühungen "frühzeitig abzubrechen". "Wir machen keine Experimente, wir setzen auf Sicherheit", sagte Söder. "Je weniger intensiv wir einen Lockdown machen, desto länger wird er dauern mit der Gefahr der geringen Wirkung - je intensiver wir ihn machen, desto besser ist die Chance."

"Auch Schule und auch Kita kann ein Teil der Verbreitung sein", sagt CSU-Chef Söder. "Impfen ist Hoffnung, aber wir dürfen keine falsche Hoffnung haben. Da ist vielleicht zu Beginn ein wenig zu viel Euphorie von dem ein oder anderen verbreitet worden", so Söder. Der europäische Weg sei richtig, aber es schade auch nicht, auf das eigene Land zu schauen. "Deswegen fand ich es gut, dass die Kanzlerin das jetzt zur Chefsache gemacht hat", so Söder.

18.59 Uhr: Michael Müller: "Es ist jetzt nicht die Zeit für Halbherzigkeit"

"Trotz dieser bedrückenden Situation sehe ich, dass es ein sehr klares und eindeutiges Commitment gibt der Bundesländer mit diesem Vorgehen", sagt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, der von einer sehr harten Ministerpräsidentenkonferenz spricht. Die beschlossenen Maßnahmen seien notwendig. "Es ist jetzt nicht die Zeit für Halbherzigkeit."

18.44 Uhr: Jetzt spricht Angela Merkel nach dem Treffen mit den Länderchefs

Die Pressekonferenz beginnt. "Unser Ziel bleibt es, unter 50 Infizierte pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen zu bekommen", sagt Angela Merkel. Sie verweist auf die Virus-Mutation in Großbritannien, die sich schneller verbreiten soll. "Daraus entsteht nochmal eine neue und besondere Lage."

"Wir wollen die Beschlüsse, die wir im Dezember gefasst hbaben, bis zum 31. Januar verlängern", verkündet Angela Merkel. Doch die Kontakte müssten weiter reduziert werden, weswegen es auch Verschärfungen geben werde. "Wir fordern alle Bürgerinnen und Bürger auf, die Kontakte auf das absolute Minimum zu begrenzen."

Merkel verkündet die Maßnahmen:

"Ich habe immer wieder gesagt: Die Wintermonate, das haben uns die Experten gestern nochmal gesagt, sind die Monate, in denen das Virus am stärksten wüten kann", so Merkel. Dazu komme nun die Mutation in Großbritannien. Man müsse die Infektionsketten wieder nachvollziehen können. Sonst müsse man nach einer Phase der Lockerungen immer wieder zurück in den Lockdown gehen.

17.56 Uhr: Bund und Länder einigen sich auf Schulöffnungsplan ab Februar

Bund und Länder haben sich nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Business Insider" auf dem noch laufenden Corona-Gipfel auf einen stufenweisen Schul-Öffnungsplan verständigt. Bei einer deutlichen Verbesserung des Infektionsgeschehens in den einzelnen Ländern soll zunächst in den Jahrgängen eins bis sechs eine Rückkehr zum Präsenzunterricht ab Anfang Februar ermöglicht werden. In einem weiteren Schritt ist dann Hybridunterricht (Wechselmodell) für Schüler der allgemeinbildenden und beruflichen weiterführenden Schulen ab Klassenstufe 7 geplant.

Demnach haben sich die Länderchefs darüber hinaus darauf verständigt, dass Wechselunterricht in der Grundschule bei niedriger Inzidenz bereits im Januar möglich sein kann. Der Beschlusstext soll entsprechend interpretierbar formuliert werden.

16.49 Uhr: Schulen sollen geschlossen bleiben

Auch an der weitgehenden Schließung von Schulen und Kitas solle sich in den kommenden Wochen nichts ändern. Das geht aus der Beschlussvorlage für die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hervor. Ausnahmen solle es aber weiterhin für Abschlussklassen geben. Noch offen ist, ob es bereits im Januar bei guter Entwicklung des Infektionsgeschehens in Grundschulklassen Wechselunterricht geben könnte.

15.45 Uhr: Merkel gratuliert Söder zu Beginn der Corona-Konferenz zum Geburtstag

So viel Zeit muss sein: Zum Auftakt der mit Spannung erwarteten Bund-Länder-Beratungen zur Verlängerung des Corona-Lockdowns bis Ende Januar hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zunächst Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zu dessen 54. Geburtstag gratuliert. Was gebe es Schöneres, als sich an einem solchen Tag im Kanzleramt aufzuhalten, sagte Merkel am Dienstagnachmittag bei ihrer Begrüßung nach Angaben von Sitzungsteilnehmern zum CSU-Chef. Söder wurde am 5. Januar 1967 in Nürnberg geboren.

15.08 Uhr: Bund und Länder einigen sich auf weitere Bewegungs-Einschränkungen

Bund und Länder haben sich zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie auf weitergehende Ausgangssperren verständigt. "In Landkreisen mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern werden die Länder weitere lokale Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz ergreifen, insbesondere zur Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 km um den Wohnort, sofern kein triftiger Grund vorliegt", heißt es in dem Beschluss vom Dienstag. Tagestouristische Ausflüge seien "explizit" kein triftiger Grund.

14.58 Uhr: Gipfel hat begonnen – erste Beschlüsse: 1-Freund-Regel kommt

Mit einer Stunde Verspätung haben die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag über eine Verlängerung des aktuellen Lockdowns beraten. Aktuell läuft der Gipfel noch. Beschlossen haben Bund und Länder nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Business Insider" jedoch inzwischen eine Verlängerung des Lockdowns bis vorerst 31. Januar.

Voraussichtlich am 27. Januar soll dann über eine möglicherweise abermalige Verlängerung ab 1. Februar entschieden werden. Dass dies so kommt, gilt als wahrscheinlich. In der Beschlussvorlage bereiten die Bund- und Länder-Vertreter die Deutschen bereits auf Einschränkungen über den Januar hinaus vor: "Die vor uns liegenden Monate Januar, Februar und März werden jedoch noch erhebliche Geduld und Disziplin aller erfordern."

Ebenfalls beschlossen: eine deutliche Verschärfung der Kontaktregeln. Demnach sollen private Treffen nur noch mit einer Person eines anderen Haushalts erlaubt oder innerhalb der Familie im eigenen Hausstand sein. Kinder sind laut Teilnehmerkreisen hierbei eingerechnet – die noch vor Wochen umstrittene 1-Freund-Regel kommt nun also doch. Bislang waren Treffen mit einem anderen Haushalt zu insgesamt Fünft erlaubt, Kinder unter 14 Jahren wurden nicht mitgerechnet.

13.38 Uhr: Einschränkung des Bewegungsradius soll beschlossen sein

Die Ministerpräsidenten der Länder haben sich nach Informationen der "Bild" darauf geeinigt, den Bewegungsradius in Corona-Hotspots einzuschränken. Ab einem Inzidenzwert von 200 soll dieser auf 15 Kilometer beschränkt werden.

13.27 Uhr: Gipfel verzögert sich erneut

Der ursprünglich für 13.00 Uhr geplante Beginn der Bund-Länder-Beratungen über eine Verlängerung des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie verzögert sich. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Länderkreisen. Zwar hatte sich vor der geplanten Schaltkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten zuletzt bereits angedeutet, dass das öffentliche Leben wegen hoher Infektionszahlen noch nicht wieder hochgefahren und der Lockdown wohl um drei Wochen bis Ende Januar verlängert wird.

Kontrovers wurde indes die Frage diskutiert, ob es in Kreisen mit einer hohen Neuansteckungsrate Einschränkungen des erlaubten Bewegungsradius um den Wohnort geben soll. Nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Business Insider" soll Merkel den Vorschlag am Montagabend in einer Vorbesprechung unterbreitet haben. In manchen Ländern hatte das Skepsis ausgelöst und neuen Abstimmungsbedarf zur Folge.

12.26 Uhr: Länderchefs wollen Merkels Verschärfungs-Vorschläge offenbar mittragen

Im Zuge der geplanten Verlängerung des Lockdowns bis 31. Januar kommen auf Deutschland offenbar auch eine Verschärfung der bisherigen Kontaktregeln zu. Nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Business Insider" gaben die Ministerpräsidenten der Länder am Dienstagvormittag auf einer Vorbesprechung für den gemeinsamen Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) grünes Licht für weitere Beschränkungen.

So sind die Länderchefs offenbar bereit, wie im Frühjahr Kontaktbeschränkungen einzuführen. Das hieße im Kern: Treffen nur noch mit einer Person eines anderen Haushalts wären dann erlaubt. "Innerhalb der Länder wäre das konsensfähig", so ein Teilnehmer der Vorbesprechung. Bislang sind Treffen mit einem anderen Haushalt zu insgesamt Fünft erlaubt, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet.

Die Ministerpräsidenten zeigten sich dem Vernehmen nach im Grundsatz ebenfalls dazu bereit, die von Merkel ins Spiel gebrachte Einschränkung des Bewegungsradius mitzutragen. Allerdings wurden in der Vorbesprechung auch viele Vorbehalte geäußert: Demnach soll das nur in Kreisen ab 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche ("Inzidenz") gelten –und auch nur als eine von verschiedenen Maßnahmen.

Merkel hatte die Einschränkung auf einen Bewegungsradius am Montagabend bereits ab einer Inzidenz ab 100 gefordert, was die Länderchefs strikt ablehnten. Der Streit hatte dazu geführt, dass der Sitzungsbeginn für das Treffen der Ministerpräsidenten mit Merkel von 11 auf 13 Uhr verschoben werden musste.

10.56 Uhr: Ramelow für schärferen Lockdown – auch Schwesig gegebenenfalls offen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich vor dem Treffen der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht nur für verlängerte, sondern auch schärfere Corona-Beschränkungen ausgesprochen. "Ich werde heute in der Ministerpräsidentenkonferenz auf der Seite derjenigen argumentieren, die sagen: Wir werden es noch viel schärfer und viel härter angehen müssen", sagte Ramelow am Dienstag im Deutschlandfunk. "Ich habe lange gedacht, dass wir besser durch die Krise kommen." Aber da habe man sich getäuscht, sagte Ramelow, der im Sommer Verfechter eines Lockerungskurses war.

Er sprach sich außerdem gegen eine Öffnung der Schulen und der Kindergärten aus. Statt über Öffnungen zu debattieren, müssten sich alle besser zurückziehen. So hätte man eine Chance, das Gesundheitswesen zu schützen, sagte der Ministerpräsident.

An diesem Dienstag berät Merkel mit den Regierungschefs der Länder über eine Verlängerung des Mitte Dezember beschlossenen Lockdowns. Seit 16. Dezember sind viele Geschäfte in Deutschland, aber auch Schulen und Kitas dicht. Es zeichnet sich eine Fortsetzung des Lockdowns bis mindestens Ende Januar ab.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hält eine Verlängerung der Maßnahmen für sinnvoll. Die Einschränkungen seien zwar massiv, "die Zahlen zeigen aber auch, dass es keine Entwarnung gibt und dass wir den Shutdown fortsetzen müssen", sagte sie im ARD-"Morgenmagazin". Auch angesichts der Virusmutation in Großbritannien zeigte sich Schwesig besorgt. Sollte die Mutation auch Deutschland erreichen, dann "müssen wir darüber sprechen, ob Kontaktbeschränkung weiter verschärft werden müssen".

10.23 Uhr: Merkel will Einschränkung des Bewegungsradius ab bestimmter Inzidenz

Der Grund für die Verschiebung des Corona-Gipfels auf 13 Uhr könnte gefunden sein. Laut einem Bericht "Business Insider" soll Merkel mit einem Vorschlag für einen Eklat gesorgt haben. So will das Kanzleramt harte Ausgangsbeschränkungen in Kreisen ab einem Inzidenzwert von 100 beschließen lassen. Der Bund will damit die Mobilität der Deutschen während des Lockdowns, der bis Ende Januar verlängert werden soll, deutlich einschränken und somit die Infektionsgefahr drastisch senken.

Genau das hatten zuvor auch mehrere Mediziner und Naturwissenschaftler in einer fast zweistündigen Telefon-Schalte mit den Ministerpräsidenten und Merkel am Montagabend gefordert. An dem Expertengespräch nahmen unter anderem der Chef des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler, Charité-Virologe Christian Drosten, Charité-Chef Heyo Kroemer und Vertreter der Helmholtz-Gesellschaft und des Max-Planck-Instituts teil.

Fast alle Wissenschaftler empfahlen nach Informationen von "Business Insider" eine Einschränkung des Bewegungsradius der Menschen, so wie sie bereits in Frankreich oder Spanien gilt. Die Franzosen etwa durften sich bis Ende November wochenlang nur einen Kilometer um ihre Wohnung herum bewegen – für maximal eine Stunde täglich. Ende November wurde diese Regelung auf täglich drei Stunden im Umkreis von 20 Kilometern erweitert. Ähnlich verfuhr auch Spanien.

In Deutschland gibt es eine solche Regelung in den Ländern derzeit nur in Sachsen. Dort gilt ein 15-Kilometer-Radius. Auch Thüringen will einen solchen Radius einführen, hatte Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) zuletzt angekündigt. Aus Länderkreisen hieß es am Montag, Merkel schwebe bei ihrem Vorschlag ebenfalls eine Einschränkung des Bewegungsradius vor. Konkrete Details wie etwa eine Kilometer- oder Zeitvorgabe wie in Frankreich und Spanien sind aber offen. Für Unmut sorgt unter Ländern vor allem aber die geplante Inzidenz-Schwelle von 100. "Damit würde eine Einschränkung des Bewegungsradius faktisch fast ganz Deutschland betreffen", heißt es aus Länderkreisen gegenüber "Business Insider". Sowas sei Unsinn.

9.15 Uhr: Corona-Gipfel um zwei Stunden verschoben

Der Corona-Krisengipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder fängt zwei Stunden später als geplant an. Das Treffen soll erst um 13.00 Uhr am Dienstag und nicht wie bislang vorgesehen um 11.00 Uhr beginnen, wie ein Regierungssprecher sagte. Grund seien "weitere vorbereitende Gespräche".

Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichteten von Diskussionen über eine Verschärfung des Lockdowns. Mit welchen Maßnahmen dies geschehen solle, sei "in der Schwebe", berichteten die Zeitungen unter Berufung auf mehrere Staatskanzleien der Länder.

Es war bislang bereits erwartet worden, dass der seit Dezember bestehende harte Lockdown verlängert wird. Dieser umfasst unter anderem die Schließung weiter Teile des Einzelhandels sowie von Kitas und Schulen und gilt noch bis Sonntag.

Ein weiteres Thema des Krisengipfels soll der Start der Corona-Impfungen sein. In den vergangenen Tagen hatte es wegen des schleppenden Beginns unter anderem eine Debatte über die Menge des bestellten Impfstoffs gegeben.

7.05 Uhr: 11.897 Corona-Neuinfektionen und 944 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 11.897 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 944 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30. Dezember) erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 134,7. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 298,7 und Thüringen mit 241,8. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 77,1.

4. Januar

17.53 Uhr: Braun rechnet mit Lockdown-Verlängerung wohl bis 31. Januar

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) rechnet mit einer Verlängerung der ursprünglich bis 10. Januar geltenden Beschränkungen in der Corona-Pandemie bis voraussichtlich zum 31. Januar. Schwierigstes Thema bei den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Dienstag werde der Schulbereich sein, machte Braun nach Angaben von Teilnehmern in einer digitalen Informationssitzung der Unionsfraktion am Montag deutlich. Sein Eindruck sei, dass es ein erhebliches Ausbruchsgeschehen an den Schulen gebe. Es sei aber unklar, was die Runde in diesem Zusammenhang abschließend bringen werde.

Braun sagte nach diesen Angaben weiter, die aktuellen Infektionszahlen nach Weihnachten und dem Jahreswechsel seien nicht belastbar, da einige Gesundheitsämter seit Tagen keine Zahlen geliefert hätten. Die Zahlen seien aber so oder so zu hoch.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte demnach vor den Abgeordneten die auch aus den Reihen der SPD kritisierte Impfstrategie des Bundes. Man solle die Situation nicht schlecht reden, wurde er zitiert. Mit der Impfstoff-Zulassung sei viel erreicht worden. Mehr Bestellungen hätten den Engpass bei der Produktion nicht gelöst, betonte er demnach.

15.11 Uhr: Wintersportorte wollen nächstem Ansturm vorbeugen

Nach einem erneuten Ansturm am Wochenende haben zahlreiche Wintersportorte in Deutschland weitere Maßnahmen ergriffen, um große Menschenansammlungen auf den Pisten und Hügeln zu verhindern. Es wurden Parkplätze mit Bauzäunen gesperrt, Betretungsverbote für Skipisten und Rodelhänge vorbereitet und Straßensperren erwogen. Einige Orte wollen sich weitgehend abriegeln. In den Mittelgebirgen soll es über die Woche hinweg winterlich bleiben.

Warnungen von Behörden und Polizei hatten in den vergangenen Tagen kaum Wirkung gezeigt: Trotz des Lockdowns und der Corona-Regeln zog es Menschenmassen in die Ausflugsziele in den verschneiten Bergregionen Deutschlands. Dabei sind Lifte und Pisten sowie Restaurants und Hütten geschlossen. Immer wieder kam es zu Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen.

Die Eifel-Gemeinde Hellenthal in Nordrhein-Westfalen sperrte am Montag die Zufahrt zu Parkplätzen an den Ausflugszielen mit Bauzäunen ab. Mitarbeiter aus der Verwaltung seien vor Ort, um die Verbote durchzusetzen, sagte ein Sprecher der Stadt. In Winterberg – ebenfalls in NRW – blieb es am Montag zunächst ruhig, wie eine Sprecherin der Stadt sagte. Dort waren am Sonntag wichtige Zufahrtsstraßen gesperrt worden. Auch im winterlichen Harz in Sachsen-Anhalt beruhigte sich die Lage nach Angaben der Polizei zum Wochenbeginn. Im niedersächsischen Oberharz waren die Parkplätze dagegen wieder voll.

Der Bürgermeister des Thüringer Wintersportorts Oberhof, Thomas Schulz, kündigte an, die Stadt kurz vor Beginn des Biathlon-Weltcups am Ende der Woche weitgehend abriegeln zu wollen. "Es sollen nur noch Leute Zugang haben, die hier wohnen oder arbeiten oder ein berechtigtes Interesse daran haben, hierherzukommen", sagte er auf Anfrage. Im hessischen Willingen wird ein Betretungsverbot für Skipisten und Rodelhänge vorbereitet.

Im Ost-Harz könnten am Mittwoch wegen hohen Besucherandrangs trotz Corona-Regeln die Zufahrtsstraßen zum Brocken gesperrt werden. Das sagte Sachsen-Anhalts Innenminister Michael Richter (CDU) bei "MDR Aktuell". Der 6. Januar ist in dem Bundesland ein Feiertag.

Das Wetter wird in den kommenden Tagen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nasskalt und eher kühl. Dabei kann besonders in höheren Lagen in einigen Regionen auch Neuschnee fallen. In den Mittelgebirgen bleibt es durchweg winterlich.

12.12 Uhr: Bund und Länder angeblich einig über Lockdown-Verlängerung

Bund und Länder werden den Corona-Lockdown wohl bis zum 31. Januar verlängern. "Bis auf zwei Länder sind alle für Ende Januar", hat die Nachrichtenagentur Reuters aus Verhandlungskreisen erfahren. Die "Bild" berichtet jetzt unter Berufung auf Verhandlungskreise, dass Länder und Bund sich darauf geeinigt haben. Endgültig entschieden wird am Dienstag von Kanzlerin Angela Merkel und den 16 Ministerpräsidenten.

9.04 Uhr: Schülervertreter fordern Schule im Wechselmodell

Die Bundesschülerkonferenz fordert einen Start der Schulen nach dem 10. Januar im Wechselmodell. "Wir müssen die Schulen jetzt auf Wechselmodelle vorbereiten und jüngere Schülerinnen und Schüler sowie Abschlussklassen hierbei bevorzugen", sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, am Montag anlässlich der Beratungen der Kultusminister zur Corona-Lage. Außerdem forderte er einen Nachteilsausgleich für die anstehenden Abschlussprüfungen.

Schramm verlangte "klare Ansagen von Seiten der Kultusministerkonferenz" und kritisierte, dass die Schülerinnen und Schüler die gesamten Ferien im Ungewissen verbracht hätten: "Die Kultusministerkonferenz tagt 17 Tage nach Ferienbeginn, ich hätte erwartet, dass sie die Ferien von Beginn an zum Ausarbeiten von Konzepten und Gesprächen mit Verbänden genutzt hätten."

6.48 Uhr: Rückkehr zum Präsenzunterricht laut Karliczek derzeit nicht vorstellbar

In der Debatte um die Wiederaufnahme des Schulunterrichts in Zeiten der Corona-Pandemie hat Bildungsministerin Anja Karliczek die Bevölkerung auf weitere schwierige Wochen eingestimmt. Eine vollständige Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht in allen Jahrgängen sei aufgrund der Infektionslage in diesen Tagen "nicht vorstellbar", sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag). Die Infektionszahlen seien weiterhin hoch, und es sei noch unklar, welche Auswirkungen die Treffen an den Weihnachtstagen und über den Jahreswechsel hätten. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Lage an den Schulen wie die Situation insgesamt in den nächsten Wochen schwierig bleibt."

Die Frage, wie mit Kitas und Grundschulen umgegangen werde, könne nicht rein nach Infektionsschutzgesichtspunkten entschieden werden, sondern es sei eine umsichtige politische Abwägung nötig. Präsenzunterricht könne allenfalls mit dem Tragen von Masken und strengster Einhaltung der Hygienevorschriften stattfinden. "Für die älteren Jahrgänge wäre Wechselunterricht dann momentan angezeigt", sagte Karliczek.

6.45 Uhr: 9847 Corona-Neuinfektionen und 302 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 9847 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 302 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30.Dezember) erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Montagmorgen bei 139,4. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Montag Sachsen mit 323,0 und Thüringen mit 251,4. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 78,2.

3. Januar

17.38 Uhr: Kretschmer hält Lockdown-Verlängerung in Sachsen unvermeidbar

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) spricht sich für einen über den 10. Januar hinaus verlängerten Corona-Lockdown aus. "Es ist uns in Deutschland gelungen, durch den Lockdown im Dezember den rapiden Anstieg der Neuinfektionen abzubremsen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. "Allerdings dürfen wir uns nicht in einer falschen Sicherheit wiegen." Man befinde sich in der härtesten Phase der Pandemie und die Erfahrungen der Nachbarn zeigten, dass frühes Lockern zu einem sprunghaften Anstieg der Infektionen führt.

"Ich plädiere statt einem Hü und Hott zwischen Lockerungen und Beschränkungen dafür, konsequent zu sein und Nervenstärke zu haben", sagte er. "Eine Verlängerung des Lockdowns in Sachsen bis mindestens Ende Januar ist daher unvermeidbar."

Am Dienstag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über die seit Mitte Dezember geltenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens entscheiden.

9.30 Uhr: Indien erteilt zwei Impfstoffen Notfallzulassung, darunter dem von AstraZeneca

Die indischen Behörden haben zwei Corona-Impfstoffen eine Notfallzulassung erteilt. Das Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca und der Impfstoff des indischen Unternehmens Bharat Biotech seien für den "eingeschränkten Gebrauch" zugelassen worden, teilte die Arzneimittelaufsichtsbehörde am Sonntag mit. Damit könnte in dem Land mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern schon bald der Startschuss für eine der größten Impfkampagnen der Welt fallen.

96.000 Mitarbeiter des Gesundheitswesens wurden bereits für die Impfungen geschult. Der Leiter der Zulassungsbehörde, V.G. Somani, versicherte, die Impfstoffe seien "zu 100 Prozent sicher". Nebenwirkungen wie leichtes Fieber, Schmerzen und Allergien seien "bei jedem Impfstoff üblich". Die Notfallzulassungen seien "ein entscheidender Wendepunkt" im Kampf gegen das Virus, schrieb der indische Regierungschef Narendra Modi im Onlinedienst Twitter.

Das Serum Institute of India, der weltgrößte Hersteller von Impfstoffen, produziert nach eigenen Angaben zwischen 50 und 60 Millionen Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca pro Monat. Das Vakzin werde "in den kommenden Wochen einsatzbereit" sein, schrieb Geschäftsführer Adar Poonawalla auf Twitter.

Indien ist weltweit das am zweitstärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land. Mehr als 10,3 Millionen Menschen haben sich dort seit Pandemiebeginn infiziert, fast 150.000 Menschen starben.

8.00 Uhr: 10.315 Ansteckungsfälle, 312 Tote

In Deutschland sind seit dem Vortag mehr als 10.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 10.315 weitere Ansteckungsfälle erfasst. Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Fallzahlen des RKI sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen.

Nach Angaben des RKI wurden 312 Todesopfer der Pandemie innerhalb von 24 Stunden verzeichnet.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Sonntag 139,6. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

2. Januar

18.55 Uhr: Bericht: Bundesländer einigen sich auf Lockdown-Verlängerung

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, die Chefs der Staatskanzleien hätten sich am Samstagnachmittag in einer Telefonschalte auf eine Verlängerung des Lockdowns geeinigt. Unklarheit bestehe nur noch darüber, ob der Lockdown um zwei oder um drei Wochen verlängert werden soll.

Nach Informationen der Zeitung fordern die besonders hart von der Corona-Pandemie getroffenen Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen eine Verlängerung bis zum 31. Januar. Andere Bundesländer seien dafür, früher neu zu entscheiden. Dazu zählen etwa Bremen, Hamburg und Hessen. Der Bund unterstütze die vorsichtigere Variante, heißt es in dem Bericht weiter.

Ähnlich umstritten sollen dem Bericht zufolge die Trennlinien bei Schulen und Kindergärten sein. Während die stark betroffenen Länder sie weiter geschlossen halten wollen, überlegen wohl die weniger stark betroffenen, Kindergärten und Schulen bis zur siebten Klasse ab dem 11. Januar wieder zu öffnen. In höheren Klassen soll dann Wechsel- oder Distanzunterricht gehalten werden. Es bestehe die Möglichkeit, dass die einzelnen Länder ab dem 11. Januar selbst entscheiden, wie sie vorgehen wollen.

18.24 Uhr: Trotz Appellen: Chaos in deutschen Skigebieten

Alle Bitten um Verzicht nützten wenig: Im Harz und anderen verschneiten Berggebieten waren die Parkplätze am Samstag vielerorts schon am Morgen voll. "Wir haben hier Chaos hoch drei, es bricht alles zusammen", sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Goslar am Mittag. "Es geht so gut wie gar nichts mehr, einige Autos sind auch liegengeblieben. Es ist zu viel los." Auf Rodelbergen wie der Hexenritt-Abfahrt am Wurmberg tummelten sich die Massen, auch auf Wanderwegen liefen Ausflügler dicht an dicht.

Behörden und Polizei hatten zuvor immer wieder darum gebeten, im Corona-Lockdown lieber auf Ausflüge in die Berge zu verzichten – und doch kam es erneut zu einem Ansturm von Rodlern und Wanderern.

Polizei und Ordnungsbehörden schrieben Anzeigen wegen zahlreicher Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen, wie eine Sprecherin der Stadt Winterberg im Sauerland sagte. In den verschneiten Ortschaften bildeten sich lange Autoschlangen und Staus. Schon am Vormittag twitterte die Polizei Goslar, dass die Parkplätze weitgehend ausgelastet seien und sich auf der B4 ein langer Stau bilde. Der Großraumparkplatz in Torfhaus war überfüllt. Auf dem Goetheweg von Torfhaus zum Brocken strömten die Massen. Auch in Braunlage war viel los. In Niedersachsen gibt es keine Beschränkung für Tagestouristen, nicht nur aus der Region, sondern auch aus Berlin und Hamburg reisten Ausflügler an.

Lifte und Pisten sowie Restaurants und Hütten sind bis mindestens 10. Januar geschlossen. Die Betreiber der Wintersport-Arena und des Skiliftkarussells in Winterberg weisen auf ihren Internetseiten darauf hin, dass es darum für Ausflügler keine Toiletten und keine Möglichkeiten zum Aufwärmen gibt – und dass keine Retter vor Ort sind. "Wir lieben unsere Berge", heißt es auch. "Aber in diesen Zeiten müssen wir diese Liebe ruhen lassen, denn der Ansturm führt zu Stau und Massenaufläufen. Verstopfte Straßen, fehlende Parkplätze und viele potenzielle Kontakte. Wer will das schon?"

Auch am Großen Feldberg in Hessen hielt der Ansturm von Ausflüglern mit Sehnsucht nach Schnee an. Rund um den höchsten Gipfel im Taunus sei es "chaotisch wie die letzten Tage", sagte ein Sprecher der Polizei in Königstein. Zahlreiche Ausflügler seien trotz gesperrter Gipfel-Zufahrten unterwegs, Straßen in den Ortschaften rund um den Feldberg seien zugeparkt. Auch in der Rhön zog es am ersten Samstag des Jahres viele Menschen nach draußen und zur Wasserkuppe, Hessens höchstem Berg. "Es ist voll", sagte ein Polizeisprecher in Fulda.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten sich die Autos in manchen Ausflugsorten kilometerlang gestaut. "Ich denke, am Sonntag wird es genauso sein wie heute", befürchtete ein Polizeisprecher im Harz.

17.43 Uhr: Lauterbach schlägt angesichts von Virus-Mutation Langzeitlockdown vor

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach schlägt angesichts neuer Studien, die auf einer deutlich höhere Ansteckungsrate durch die zuerst in Großbritannien entdeckte Mutation des Coronavirus hindeuten, drastischere Maßnahmen vor.

Auf Twitter fordert er einen "Langzeitlockdown", bei dem nicht nur die Gastro, Hotels und Fitnessstudios, sondern auch Betriebe schließen sollen. In den Schulen solle der Präsenzunterricht auf ein absolutes Minimum heruntergefahren werden. Dies müsse man durchhalten, bis die Inzidenz wieder bei 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Tag liege, "selbst, wenn es noch weitere vier Wochen dauert".

Außerdem müsse man eine Notfallzulassung des Oxford-Impfstoffs prüfen. Mit diesen Maßnahmen könne man "erfolgreich bis April kommen".

9.30 Uhr: Tui-Chef erwartet "weitgehend normalen Sommer" – bei kleinerem Angebot

Der Tourismuskonzern TUI erwartet in diesem Jahr trotz der Corona-Krise beim Reiseverkehr einen "weitgehend normalen Sommer". TUI werde allerdings nur rund 80 Prozent der üblichen Zahl an Flügen anbieten, um eine optimale Auslastung zu erreichen, sagte Vorstandschef Fritz Joussen der "Rheinischen Post". In den Sommerferien sei es daher wahrscheinlich, "dass die Jets auf manchen Strecken im Mittelmeerraum schnell ausgebucht sind".

Laut Joussen geben viele Kunden in diesem Jahr mehr für Reisen aus. Ein Grund sei, dass Gutscheine für 2020 stornierte Reisen eingelöst würden. Außerdem gebe es einen "hohen Nachholbedarf": "Alle unsere Marktforschungen zeigen, dass es eine enorme Sehnsucht der Menschen gibt, nach dieser schwierigen Corona-Zeit wieder schöne Reisen machen zu können."

Nach eigenen Worten rechnet der TUI-Chef damit, dass die begonnenen Corona-Impfungen Reisebeschränkungen bald unnötig machen: "Wenn wir die besonders gefährdeten Gruppen vor einer Infektion geschützt haben, können die Einschränkungen insgesamt stark fallen."

TUI will in diesem Jahr auch alle 16 Kreuzfahrtschiffe des Konzerns wieder einsetzen. Erst 2022 sei allerdings damit zu rechnen, dass die Tourismusbranche sich wieder auf das Niveau des früheren Rekordjahres 2019 erhole, 2021 werde allein wegen eines zu erwartenden noch schwachen ersten Halbjahres noch "ein Jahr des Überganges". Er sei aber sicher, dass sich das Urlaubsgeschäft deutlich schneller erhole als das allgemeine Reisegeschäft inklusive Geschäftsterminen: "Videokonferenzen ersetzen weiterhin so manches Gespräch, aber ein Urlaubserlebnis lässt sich nicht digital ersetzen."

9.00 Uhr: Lauterbach hält Schulöffnungen ab Mitte Januar für möglich – unter bestimmten Bedingungen

Die Kitas und Grundschulen könnten nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ab Mitte des Monats wieder öffnen. "Ich kann mir vorstellen, dass es epidemiologisch vertretbar wäre, Kitas und Grundschulen in der zweiten Januarhälfte zu öffnen", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". Voraussetzung wäre, dass alle anderen Klassenstufen geteilt würden und wechselnd Präsenz- und Digitalunterricht erhalten oder der Präsenzunterricht ganz ausgesetzt werde.

Wenn dagegen alle Schulen wieder aufmachten wie vor den Ferien, "laufen wir Gefahr, dass wir selbst den Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche trotz Lockdowns gar nicht erst erreichen werden", warnte der SPD-Politiker.

Angesichts des Engpasses bei Impfstoffen dringt Lauterbach auf eine schnellere Zulassung des Wirkstoffs des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca und brachte notfalls einen deutschen Alleingang ins Gespräch. Außerdem halte er es für richtig, bei allen verfügbaren Impfstoffen zunächst mit einer Einmalimpfung zu starten: "Damit würden wir wahrscheinlich sehr viele schwere Fälle in den nächsten zwölf Wochen abwenden können", sagte Lauterbach.

Der Gesundheitsexperte kritisierte den Mangel an Impfstoffdosen. Es sei sehr bedauerlich, dass Europa "so wenig von dem teuren amerikanischen Impfstoff von Moderna gekauft hat". Schon sehr früh sei klar gewesen, dass der Moderna-Impfstoff sehr stark wirke und in Hausarztpraxen verwendet werden könne: "Das wäre jetzt kein Nachteil", sagte Lauterbach. "Auch mehr Biontech-Impfstoff wäre nicht falsch gewesen." Man habe wohl zu sehr auf spätere und vielleicht preiswertere Impfstoffe gehofft. "Wenn Deutschland selbst oder die EU von vornherein mehr Biontech-Impfdosen bestellt hätte, wären wir jetzt schon deutlich weiter", sagte Lauterbach.

8.00 Uhr: 12.690 Neuinfektionen, 336 Todesfälle

In Deutschland sind innerhalb eines Tages 12.690 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mit. Nach Angaben des Instituts wurden ferner 336 Corona-Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet.

Eine Interpretation der Daten ist derzeit weiterhin schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI noch zu Nachmeldungen kommen.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das RKI mit rund 1.368.100. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Samstag 141,2.

1. Januar

18.08 Uhr: Charité kämpft mit der Belastung in der Corona-Pandemie

Krisenmodus im Berliner Krankenhaus: Die Charité kämpft mit der Belastung in der Corona-Pandemie. Weil Pflegepersonal auf der Intensivstation für Covid-19-Patienten fehlt, sollen nun Assistenzärzte einspringen, wie das Nachrichtenportal t-online aus einem internen Schreiben erfuhr.

Weil Pflegemitarbeiter auf der Station fehlen, wurden in der Vergangenheit bereits unerfahrene Pflegekräfte auf der Corona-Station rotationsweise eingestellt, erzählt eine Ärztin, die anonym bleiben will. Nun jedoch wendet sich der Vorstand der Krankenversorgung der Uni-Klinik in einer Mail mit einer dringenden Bitte an die Ärzte in Ausbildung: Sie sollen auf der Intensivstation pflegerische Aufgaben übernehmen.

"Wir benötigen dringend Ihre Unterstützung", heißt es in dem Schreiben. Man stehe vor der Entscheidung, eine weitere Ebene in der Campus Klinik zu eröffnen, die bereits "voll ausgestattet" sei. Es fehle jedoch an Mitarbeitern in der Pflege, um sie aufzumachen. Interessierte sollen sich per Mail für den Pflegedienst melden. Dafür sollen die Freiwilligen von den jeweiligen Klinikdirektoren und Personalverantwortlichen freigestellt werden.

13.38 Uhr: Verzögerung der zweiten Dosis kann laut EMA Zulassung beeinflussen

In der Diskussion um ein Aufschieben der zweiten Impfdosis zugunsten mehr möglicher Erstimpfungen dämpft die europäische Zulassungsbehörde EMA die Erwartungen. Zwar sei eine Obergrenze für den zeitlichen Abstand zwischen den Dosen nicht explizit definiert, der Nachweis der Wirksamkeit basiere aber auf einer Studie, bei der die Verabreichung der Dosen im Abstand von 19 bis 42 Tagen erfolgte, teilte die EMA am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Eine Verabreichung etwa im Abstand von sechs Monaten stehe nicht im Einklang mit den Bestimmungen und wäre demnach als Off-Label-Anwendung zu werten, hieß es weiter. Konkret bedeute dies, dass eine solche Änderung eine Änderung der Zulassung sowie mehr klinische Daten zur Unterstützung einer solchen Änderung erfordern würde, "da es zurzeit keine Daten gibt, die einen Schutz nach der ersten Dosis über zwei bis drei Wochen hinaus zeigen".

Seit einigen Tagen wird diskutiert, ob man die nötige zweite Impfdosis später verabreichen könnte, um zunächst möglichst viele Menschen mit den knappen Vorräten zu impfen. "Da der Abstand zwischen beiden Impfungen mit großer Wahrscheinlichkeit in weiten Grenzen variabel sein kann und der Schutz auch nach einer Impfung schon sehr gut ist, ist es durchaus überlegenswert, bei Impfstoffmangel zunächst bevorzugt die erste Impfung zu verabreichen", hatte Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut, gesagt. Ähnlich hatte sich der Bonner Virologe Hendrik Streeck geäußert.

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek, hatte am Mittwoch hingegen gesagt, aus seiner Sicht sei die bisherige Vorgehensweise sehr vernünftig und richtig. Denn dazu lägen die entsprechenden Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten vor.

8.00 Uhr: Mehr als 22.000 Neuinfektionen, 553 neue Todesfälle

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.924 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden 553 neue Todesfälle verzeichnet, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten ist momentan schwierig, weil während der Feiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI nachfolgend zu Nachmeldungen kommen. Vor einer Woche waren 25.533 Corona-Neuinfektionen und 412 Todesfälle binnen 24 Stunden registriert worden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30.12.) erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 141,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Donnerstag Sachsen mit 334,5 und Thüringen mit 256,3. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 76,4.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Donnerstag bei 0,80 (Dienstag: 0,68). Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 80 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass zum Jahreswechsel hin Corona-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, "so dass der R-Wert zudem gegebenenfalls unterschätzt wird".

31. Dezember

18.00: England bereitet Notfall-Lazarette vor – zuletzt mehr als 50.000 neue Fälle an einem Tag

Angesichts eines Anstiegs der Ansteckungen mit der neuartigen Corona-Mutation hat England am Donnerstag die Wiedereröffnung seiner Notfall-Lazarette vorbereitet. Wie der staatliche Gesundheitsdienst (NHS) mitteilte, stellen sich die behelfsmäßigen Einrichtungen in ganz England auf die Aufnahme von Patienten ein. Derweil meldete Frankreich einen ersten Fall mit der in Südafrika aufgetretenen Virus-Mutation.

Durch die Ausbreitung des neuen Corona-Stamms stehe den Krankenhäusern in England möglicherweise eine erneute Überlastung bevor, erklärte der NHS. Während der ersten Corona-Welle waren in England sieben behelfsmäßige Lazarette eröffnet worden, um zusätzliche Betten für Corona-Patienten zur Verfügung zu stellen. Das Militär, das bereits beim ersten Aufbau der Lazarette geholfen hatte, stehe erneut bereit, sagte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace dem Radiosender der "Times".

Neuesten Zählungen vom Montag zufolge werden in Großbritannien derzeit 23.771 Menschen mit einer Corona-Infektion in den Krankenhäusern behandelt. Allein am Mittwoch registrierten die britischen Behörden 50.023 neue Fälle, davon mehr als 12.000 in London. Zahlreiche europäische Länder haben bereits das Auftreten der in Großbritannien entdeckten Virus-Variante gemeldet. Experten befürchten, dass die Variante deutlich ansteckender ist als die Ursprungsform des Coronavirus.

In Frankreich ist indessen eine erste Infektion mit der in Südafrika identifizierten Corona-Mutation festgestellt worden. Bei dem Betroffenen handelt es sich laut Gesundheitsministerium um einen Mann, der aus Südafrika zurückgekehrt war. Der Patient habe sich beim Auftreten der Symptome selbst isoliert, teilten die Behörden mit. Ein erster Fall der in Großbritannien entdeckten Virus-Variante war in Frankreich bereits am 25. Dezember bestätigt worden.

8.36 Uhr: Krankenhausgesellschaft bittet um Lockdown-Verlängerung

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) spricht sich angesichts der drohenden Überlastung von Krankenhäusern für eine Verlängerung des derzeitigen Lockdowns aus. "Wir verzeichnen weiterhin eine steigende Belegung der Krankenhäuser mit Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind. Mittlerweile sind es etwa doppelt so viele wie in der ersten Welle", sagte DKG-Präsident Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Hinzu kämen zwischen 20.000 und 25.000 Patienten mit Covid-19 auf den Infektionsstationen.

"Die Zahlen werden frühestens ab Mitte Januar zurückgehen, wenn denn der Lockdown wirkt", warnte der DKG-Chef. Die klare Forderung der Krankenhäuser an die Politik sei daher: "Es muss bei den Kontaktbeschränkungen über den 10. Januar hinaus bleiben. Ansonsten wird es zu einer Überforderung der Krankenhäuser kommen," betonte Gaß.

8.01 Uhr: 32.552 Corona-Neuinfektionen und 964 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 32.552 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden 964 neue Todesfälle verzeichnet, wie das RKI am Donnerstagmorgen bekanntgab. Die Zahlen sind jedoch nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar. Das RKI hatte über die Weihnachtstage mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern gerechnet. Die aktuell hohen Zahlen sind deshalb aus Sicht des RKI wohl auch durch Nachmeldungen bedingt. Vor einer Woche waren es 32.195 Neuinfektionen und 802 neue Todesfälle binnen eines Tages.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Donnerstagmorgen bei 139,8. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Donnerstag Sachsen mit 326,7 und Thüringen mit 246,5 den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 77,1.

30. Dezember

18.30 Uhr: Bericht: Bund und Länder wollen Lockdown über 10. Januar hinaus verlängern

Die Länderchefs und das Kanzleramt sind sich laut einem Bericht der "Bild" einig: Der Lockdown soll bei dem bevorstehenden Gipfel zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten am 5. Januar verlängert werden. Das soll in einer Videoschaltkonferenz zwischen Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und den Staatskanzlei-Chefs der Länder entschieden worden sein. Demnach werden die ursprünglich bis zum 10. Januar verhängten Maßnahmen um zwei oder gar drei Wochen verlängert. Das würde bedeuten: Deutschland bleibt bis zum 24. oder sogar bis zum 31. Januar im Lockdown.

14.03 Uhr: Regierungsbericht: Keine neuen Lieferungen des Biontech-Impfstoffs bis 11. Januar

Die deutschen Bundesländer werden erst am 11. Januar wieder neue Lieferungen des Corona-Impfstoffes von Biontech erhalten. Das geht aus einem internen Bericht des Bundesgesundheitsministeriums hervor, der dem "Business Insider" vorliegt.

Demnach wurden Stand Mittwoch nur 275 Boxen á 4875 Biontech-Impfstoff-Dosen an die Länder geliefert — 31 Boxen am Samstag, 107 am Montag, 137 am Mittwoch. Deutschlandweit stehen zurzeit also gerade einmal knapp 1,34 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffes zur Verfügung.

Die nächste Lieferung findet dann laut Bericht des Gesundheitsministeriums erst Mitte Januar statt. Am 11. Januar werden erneut 137 Boxen geliefert, insgesamt knapp 668.000 Impfstoffdosen. Weitere Lieferungen á 137 Boxen erfolgen dann wöchentlich.

Am 16. Februar, dem letzten im Bericht notierten Liefertermin, wären dann insgesamt 1097 Boxen beziehungsweise knapp 5,34 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffes ausgeliefert. Diese reichen für die Impfung von knapp 2,7 Millionen Menschen gegen das Coronavirus.

11.36 Uhr: Spahn: Corona-Zahlen zeigen, wie brutal das Virus zuschlägt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht angesichts der hohen Corona-Todes- und Infektionszahlen keine Möglichkeit, den aktuellen Lockdown zu beenden. "1129 Familien werden diesen Jahreswechsel in Trauer erleben", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin mit Blick auf die aktuell gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit Corona. "Diese Zahlen belegen, wie brutal dieses Virus immer noch zuschlägt." Von einer Normalität sei man noch sehr weit entfernt. "Ich sehe also nicht, wie wir in dieser Situation zurückkehren können in den Modus vor dem Lockdown."

Die ganze Pressekonferenz im Live-Ticker findet ihr hier.

10.07 Uhr: Berliner Gesundheitssenatorin wirft Bund schlechte Organisation bei Impfungen vor

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat der Bundesregierung vorgeworfen, bei der Verteilung des Corona-Impfstoffes schlecht organisiert zu sein. Im rbb-Inforadio kritisierte Kalayci am Mittwoch, dass bislang zu wenig Impfstoffdosen auf die Länder verteilt würden: Berlin bekomme bis Jahresende 58.500 Impfdosen, eine Lieferung stehe dabei noch aus. "Das würde gerade einmal für die Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegeheimen reichen." Sie fügte hinzu: "Wir sind alle enttäuscht über die geringen Menge."

Der Bund habe nun zugesagt, dass Berlin ab Anfang des Jahres knapp 30.000 weitere Impfdosen bekommt. Allerdings gebe es Unsicherheiten bei den Lieferterminen, sagte die Senatorin. Das mache die Planung extrem schwierig. Deshalb seien die Berliner Impfzentren auch nicht im Vollbetrieb.

Was sie "maßlos ärgert" sei der Umstand, dass der Liefertermin für die erste Januarwoche immer noch nicht feststehe. "Wir wissen noch nicht einmal: Kommt der Impfstoff Montag oder Sonntag, und das ist natürlich für die Planung ungemein wichtig zur Buchung von Terminen." Am Vortag hatte die Stadt bekannt gegeben, dass ein einsatzbereites Impfzentrum über den Jahreswechsel wieder schließe. Ab dem 4. Januar soll dort laut Kalayci weiter geimpft werden.

8.30 Uhr: Großbritannien lässt Corona-Impfstoff von Astrazeneca zu

Großbritannien hat den Corona-Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca zugelassen. Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel habe dem heimischen Vakzin eine Zulassung erteilt, gab das britische Gesundheitsministerium am Mittwoch bekannt. Das Mittel hatte in Studien eine geringere Wirksamkeit aufgewiesen als der bereits zugelassene Impfstoff von Biontech und Pfizer, kann allerdings bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden und ist deutlich günstiger. In Großbritannien sollen bereits am 4. Januar die ersten Impfungen stattfinden, wie Gesundheitsminister Matt Hancock mitteilte. Es sei "brilliant, das Jahr 2020 mit einem solchen Moment der Hoffnung zu beenden", so Hancock.

6.20 Uhr: Deutschland verzeichnet erstmals mehr als 1000 Corona-Tote an einem Tag

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat zum ersten Mal die Marke von 1000 überschritten und damit einen Höchststand erreicht. Binnen einen Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 1129 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Außerdem wurden 22.459 Neuinfektionen gemeldet. Vergangenen Mittwoch (23.12.) waren 24.740 Neuinfektionen und der bisherige Höchststand von 962 Todesfällen gemeldet worden.

Das RKI hatte vor den Weihnachtstagen mitgeteilt, dass die aktuellen Zahlen nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar seien, da es zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Dennoch war die Zahl der neuen Todesfälle am Mittwochmorgen deutlich höher als vor einer Woche.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwochmorgen bei 141,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 330,0 und Thüringen mit 255,1 den niedrigsten Wert hatte Niedersachsen mit 79,6.

6.01 Uhr: Spahn: Auch nach dem 10. Januar "ohne Zweifel" noch Beschränkungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stimmt die Bevölkerung darauf ein, dass die umfassenden staatlichen Corona-Beschränkungen auch nach Ablauf der Frist am 10. Januar zumindest teilweise verlängert werden. Bei der Eindämmung der Pandemie sei Deutschland "bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in den ARD-"Tagesthemen".

Deshalb werde es nach dem 10. Januar "ohne Zweifel Maßnahmen geben". In welchem Umfang, müssten dann Anfang Januar Bund und Länder entscheiden. Es sei aber absehbar, dass die Zahlen bis dahin nicht so niedrig seien, "dass wir einfach in den Vorlockdown-Modus zurück können", sagte er.

Zu den Problemen bei der Terminvergabe für die Corona-Impfung sagte Spahn, zu Beginn ließen sich Wartezeiten in den Telefonleitungen leider nicht vermeiden. Er könne nur um Verständnis und Geduld bitten. Da jedes Bundesland ein anderes System habe, herrsche "etwas förderales Durcheinander". Spahn trat erneut dem Eindruck entgegen, der Rest der Welt habe ganz viel Impfstoff und Deutschland habe keinen. "Wir beginnen alle unter den Bedingungen der Knappheit."

29. Dezember

14.22 Uhr: Thüringer Landkreis Sonneberg ruft wegen Corona Katastrophenfall aus

Der Thüringer Landkreis Sonneberg hat am Dienstag pandemiebedingt den Katastrophenfall ausgerufen. Hauptgrund sei die angespannte Lage in mehreren Pflege- und Betreuungseinrichtungen, dem Rettungswesen sowie den örtlichen Krankenhäusern, erklärte Landrat Hans-Peter Schmitz (parteilos). All das ergebe sich aus Personalengpässen, die auf die Corona-Pandemie zurückzuführen seien.

"Nach sorgfältiger Prüfung haben wir uns entschlossen, den Katastrophenfall auszurufen, um das Leben und die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger weiterhin nach bestem Wissen und Gewissen zu schützen", sagte Schmitz. Es gehe vor allem darum, einen rechtlichen Rahmen für den Einsatz von ehrenamtlichen Kräften zu schaffen, "um die Bewältigung der diffusen pandemischen Lage in wesentlichen Bereichen der Daseinsvorsorge zu gewährleisten". Ziel sei es, die zur Verfügung stehenden Kräfte unter einer einheitlichen Leitung zu bündeln und im Bedarfsfall umgehend einsetzen zu können, hieß es.

Zur Koordinierung sei eine Sanitätseinsatzleitung gebildet worden. Außerdem wurde der Katastrophenschutzzug des Landkreises in Alarmbereitschaft versetzt. Sonneberg ist der kleinste Landkreis in Thüringen mit rund 58 000 Einwohnern.

12.01 Uhr: Fast 42.000 Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft

Bis einschließlich Montag haben in Deutschland 41.962 Menschen die erste Dosis des Corona-Impfstoffs erhalten. Das berichtete das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag. Der Anstieg im Vergleich zum Vortag betrug demnach 19.084 Impfungen. Das ist allerdings nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften, sondern kann auch Nachmeldungen einschließen, wie das RKI schreibt.

Eine Impfquote, also den Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung, nennt das RKI zunächst nicht. Dazu sei die Zahl der Geimpften derzeit noch zu gering, erläuterte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher.

Erfasst werden derzeit Impfungen mit der ersten Impfdosis. Eine zweite Impfung ist etwa drei Wochen nach der ersten fällig, um einen vollständigen Impfschutz zu erzielen. Es ist somit nicht davon auszugehen, dass alle Geimpften bereits sicher vor der Erkrankung Covid-19 geschützt sind.

8.53 Uhr: Intensivmediziner schlägt Alarm: "Befürchten, dass Anfang 2021 Leute unter der Last zusammenbrechen"

Der Mangel an Pflegekräften in Krankenhäusern infolge der Corona-Pandemie könnte sich aus Sicht der Intensivmediziner noch verstärken. "Wir befürchten durch die monatelangen Belastungen, die die Pflegekräfte jetzt mitgemacht haben auf den Intensivstationen, dass wir Anfang kommenden Jahres Leute haben werden, die unter der Last zusammenbrechen und nicht mehr resilient genug sind und tatsächlich dann ins Aus gehen", sagte der Chef der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Uwe Janssens, am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Die Lage auf den Intensivstationen ist nach wie vor wirklich sehr angespannt." Man kämpfe weiter mit den Folgen der hohen Infektionszahlen der vergangenen Wochen.

Janssens mahnte ein einheitliches Gesamtkonzept der Politik an. Es müsse mit einer Stimme gesprochen werden, und es müssten Ziele weit für das Jahr 2021 formuliert werden. Den Zielwert etwa von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen nannte Janssens "ein wenig zu hoch gesteckt". Niedrige Ziele, anhaltend wären für die Medizin und die Belastung des Gesundheitssystems "sehr, sehr wichtig".

Mit Blick auf die Impfbereitschaft unter medizinischem Fachpersonal sprach Janssens von einer "gewissen Impfskepsis". Auch die Beschäftigten im Medizinbereich müssten mitgenommen und überzeugt werden, sich impfen zu lassen - für sich selbst, aber auch für die Allgemeinheit. Das sei eine der wichtigsten Aufgaben. Die ersten Ergebnisse der Impfung seien "sehr, sehr ermutigend".

7.52 Uhr: Kritik an der Terminvergabe für die Corona-Impfungen

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, Karin Maag (CDU), hat Kritik an der Terminvergabe für die Corona-Impfungen geäußert. "Es kann nicht sein, dass man eine Impfkampagne startet und dann keine Termine bekommen kann", sagte die Stuttgarter Bundestagsabgeordnete der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). Sie habe vergeblich versucht, für ihre 85-jährige Mutter einen Impftermin über den bundesweiten Patientenservice unter der Telefonnummer 116117 zu reservieren. Sie sei auf die gleichnamige Handy-App verwiesen worden. "Doch bei der App ist die Termin-Vergabe noch nicht freigeschaltet."

Maag meinte: "Das sind Anfängerfehler. Das ärgert mich." Das Bundesgesundheitsministerium erklärte nach Angaben der Zeitung, dass die Länder für Impfungen und Terminvergabe zuständig seien. "Das ist Ländersache", wird eine Sprecherin zitiert. Die Bundesländer können ihren Worten zufolge das Terminsystem hinter der Patientennummer nutzen, müssten das aber nicht. Manche Länder wollten die Terminvergabe unter 116117 auf eigene Systeme weiterleiten.

6.26 Uhr: Neue Coronavirus-Variante auch in Niedersachsen nachgewiesen

Die neue Coronavirus-Variante aus England ist erstmals in Niedersachsen nachgewiesen worden. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) habe bei einem Infektionsfall aus dem November im Nachhinein die Virus-Variante B1.1.7 bestimmen können, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Hannover mit. Es handele sich um die Proben eines mittlerweile gestorbenen, sehr alten Covid-Patienten mit Vorerkrankungen sowie seiner Frau. Das Referenzlabor der Berliner Charité habe das Ergebnis bestätigt.

Die neue Virus-Variante ist inzwischen für einen Großteil der Infektionen im Süden Englands verantwortlich und nach ersten Erkenntnissen möglicherweise besonders ansteckend. Laut Ministerium hatte sich die Tochter des Patienten Mitte November in England aufgehalten und dort wohl angesteckt. Tochter und Ehefrau des Gestorbenen seien mittlerweile aber wieder genesen. Weitere Ansteckungen habe es im Zusammenhang mit diesen Fällen nach den Erkenntnissen des Gesundheitsamtes der Region Hannover nicht gegeben.

6.01 Uhr: 12.892 Corona-Neuinfektionen und 852 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben binnen 24 Stunden 12.892 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 852 weitere Todesfälle verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag bekannt gab. Diese Zahlen sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Dennoch war die Zahl der Todesfälle vor einer Woche mit 731 Fällen geringer. Ein Höchststand von 952 Todesfällen war am 16. Dezember registriert worden. Die Zahl der Neuinfektionen betrug vor einer Woche 19.528.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 149,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 364,7 und Thüringen mit 273,7 den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 77,2.

28. Dezember

17.59 Uhr: Kanzleramtschef Braun rechnet mit Verlängerung des Lockdowns

Kanzleramtschef Helge Braun hält eine Verlängerung des Corona-Lockdowns über den 10. Januar hinaus für wahrscheinlich. "Ich rechne damit, dass wir zunächst am 5. Januar, wenn wir uns das nächste Mal treffen, das Ganze noch nicht genau beurteilen können und deswegen den Lockdown noch fortsetzen müssen", sagte Braun in einem Interview mit RTL/ntv. Der CDU-Politiker und Mediziner impfte am Montag in Gießen Mitarbeiter des Uniklinikums Gießen und Marburg.

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 5. Januar mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darüber beraten, wie es nach dem 10. Januar weitergeht. Die derzeitigen bundesweiten Einschränkungen mit der Schließung von Läden, Schulen und Kindergärten sind bislang bis zu diesem Tag befristet.

Auch Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach sich dafür aus, den harten Lockdown Anfang Januar zu verlängern. Die aktuellen Infektionszahlen seien trügerisch, sagte er RTL/ntv. Sein Eindruck sei, "dass die Menschen sich über Weihnachten sehr zurückgenommen haben." Sorge bereite ihm aber Silvester. "Ich habe große Sorge, dass an Silvester gefeiert wird. Das muss dringend unterbunden werden."

16.14 Uhr: Österreichs Skigebiete verschärfen die Regeln

Nach dem teils gewaltigen Andrang auf Österreichs Skigebiete schärfen einige Regionen die Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie nach. In Deutschland appellierten Behörden an die Menschen, Tagesausflüge in den Schnee besser sein zu lassen, und erinnerten an geschlossene Skilifte und Restaurants. Bundesweit sind Schulferien, zudem haben Arbeitnehmer mit Silvester und dem Neujahrstag ein weiteres langes Wochenende vor sich. Nach Weihnachten hatte Gedränge mitten im Corona-Lockdown in Ski- und Naherholungsgebieten Kopfschütteln ausgelöst.

In Österreich gehören zu den schärferen Sicherheitsregeln etwa eine weitere Begrenzung der Parkplätze, mehr Platz zum Anstellen und mehr Ordner, wie das Bundesland Oberösterreich am Montag mitteilte. In den dortigen Skigebieten Hinterstoder, Wurzeralm und Kasberg hatte am Sonntag bei schönem Wetter großer Andrang geherrscht. Österreichs Wirtschaftsminister Markus Achleitner appellierte an die Wintersportler, erst ab Mittag in die Skigebiete zu kommen, weil dann viele Gäste vom Vormittag wieder auf dem Heimweg seien.

In Österreich sind viele Skigebiete geöffnet – allerdings praktisch nur für Einheimische. Für Anreisende aus dem Ausland, auch aus Deutschland, gilt eine zehntägige Quarantänepflicht.

14.20 Uhr: Fünffache Impfdosis für Pflegeheim-Mitarbeiter wegen Aufbereitungsfehler

Wegen individueller Fehler bei der Aufbereitung des Impfstoffes ist acht Mitarbeitern eines Pflegeheims in Stralsund die fünffache Dosis des Corona-Impfstoffes verabreicht worden. Nach dem Vorfall am Sonntag seien die sieben Frauen und ein Mann nach Hause geschickt worden. Wie der Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth (SPD), am Montag sagte, haben sich zwischenzeitlich vier der acht Betroffenen zur Beobachtung vorsorglich stationär in einem Krankenhaus aufnehmen lassen. Sie zeigten grippeähnliche Symptome.

Der Landkreis berichtete in seiner Mitteilung, dass nach Informationen des Herstellers Biontech größere Dosen des Impfstoffes in der Phase-1-Studie bereits an Probanden ohne schwerwiegende Folgen getestet worden seien. Es seien keine bleibenden, unerwünschten Ereignisse gemeldet worden. Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle und grippeähnliche Symptome träten dosisabhängig auf und seien im Allgemeinen leicht bis mittelmäßig und vorübergehend.

Eine Sprecherin von Biontech bestätigte diese Informationen. In den Versuchen seien Mengen bis zu 100 Mikrogramm ohne schwerwiegende Folgen verabreicht worden. Die übliche Impfdosis liege bei 30 Mikrogramm. Sie verwies auf die ausführliche Produktinformation ihres Unternehmens. Der erste Satz laute: "Dies ist eine Mehrdosendurchstechflasche, deren Inhalt vor der Verwendung verdünnt werden muss."

6.47 Uhr: 348 neue Corona-Todesfälle – Grenze von 30.000 überschritten

Die Zahl der mit oder an dem Coronavirus gestorbenen Menschen hat in Deutschland die Grenze von 30.000 überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden 348 weitere Todesfälle – damit stieg die Zahl auf 30.126, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen bekannt gab. Darüber hinaus wurden 10.976 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

Die Zahl der Neuinfizierten und der Opfer sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI während der Feiertage und zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Vor genau einer Woche waren 16.643 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet worden. Bei den Todesfällen war der Höchststand von 952 am 16. Dezember registriert worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Montagmorgen bei 157,8. Ihr bisheriger Höchststand war am vergangenen Dienstag mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Montag Sachsen mit 371,3 und Thüringen mit 288,2, den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 77,0.

6.15 Uhr: Auch Spahn gegen Sonderrechte für Geimpfte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich gegen Sonderrechte für Geimpfte ausgesprochen. "Viele warten solidarisch, damit einige als Erste geimpft werden können. Und die Noch-Nicht-Geimpften erwarten umgekehrt, dass sich die Geimpften solidarisch gedulden", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). "Keiner sollte Sonderrechte einfordern, bis alle die Chance zur Impfung hatten." Diese gegenseitige Rücksicht halte die Nation zusammen. "Gegen die Pandemie kämpfen wir gemeinsam - und wir werden sie nur gemeinsam überwinden." Am Wochenende hatten die Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland begonnen. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte sich gegen Sonderrechte ausgesprochen.

27. Dezember

16.00: Seehofer warnt vor zu raschen Lockerungen – und rügt Ministerpräsidenten

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat in der Corona-Pandemie vor zu raschen Lockerungen gewarnt. "Wenn der Lockdown wirkt und die Zahlen nach unten gehen, dann dürfen wir mit schnellen Lockerungen nicht alles riskieren, was wir erreicht haben. Sonst geht es wieder von vorne los", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag".

"Hat der Lockdown keine ausreichende Wirkung, müssen die Maßnahmen verschärft werden", betonte Seehofer. Man müsse jetzt die Entwicklung abwarten. "Eine dritte Welle müssen wir unter allen Umständen vermeiden." Die aktuellen Schutzmaßnahmen gelten bis zum 10. Januar. Am 5. Januar wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen beraten.

Seehofer gab einigen Ministerpräsidenten eine Mitverantwortung für die weiterhin hohen Corona-Zahlen. "Die Bürgerinnen und Bürger haben die zweite Corona-Welle in diesem Ausmaß nicht zu verantworten", sagte der Innenminister. "Die ab Oktober ergriffenen Maßnahmen waren unzureichend. Ich war Zeuge mehrerer Ministerpräsidentenkonferenzen mit der Bundeskanzlerin und Bundesministern. Einige der teilnehmenden Politiker haben den Ernst der Lage einfach unterschätzt. Die Bundeskanzlerin gehörte übrigens nicht dazu.

Seehofer kündigt schärfere Kontrollen für Reiserückkehrer an

"Aus seiner Erfahrung wisse er sicher: "Sie bekommen die Ausbreitung eines hochinfektiösen und potenziell tödlichen Virus nur mit rigorosen Gegenmaßnahmen in den Griff und nicht mit angezogener Handbremse. Dazu gehört auch, dass für Schulen und den öffentlichen Personennahverkehr ein striktes Schutzkonzept gelten muss. Bis heute gibt es hier keine zufriedenstellenden Lösungen."

Seehofer kündigte für den grenzüberschreitenden Reiseverkehr schärfere Kontrollen an. Die in Deutschland geltenden Schutzmaßnahmen dürften "nicht durch unvernünftige Reisen unterlaufen werden", warnte der Innenminister. "Wir müssen Reiserückkehrer stärker in den Blick nehmen."Die zehntägige Quarantäne und die Testung für Reisende, die aus Risikogebieten im Ausland zurückkehren, müssten konsequent überwacht werden. Reiserückkehrer gehörten auf den Radar der Gesundheitsämter. Er habe die Bundespolizei angewiesen, den grenzüberschreitenden Verkehr stärker zu kontrollieren, sagte Seehofer. "Für die ersten Wochen des Jahres sollte die Überwachung der Reiserückkehrer höchste Priorität haben."

14.30 Uhr: Hunderte Briten verdrücken sich aus angeordneter Quarantäne – Gemeinde zeigt Verständnis

In der Schweiz haben sich hunderte Touristen aus Großbritannien teils über Nacht aus einer angeordneten Quarantäne verdrückt. Hoteliers in dem bei britischen Wintertouristen beliebten Skiort Verbier im Kanton Wallis hätten das gemerkt, weil vor den Zimmertüren abgestellte Frühstückstabletts nicht angerührt worden seien, berichtete Jean-Marc Sandoz, Sprecher der Gemeinde Bagnes, zu der Verbier gehört, der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Kritik an plötzlicher Quarantänepflicht

Der Ort habe vor Weihnachten für 420 Gäste aus Großbritannien, darunter Schweizer, die in Großbritannien leben, Quarantäne angeordnet. Etwa 50 seien umgehend abgereist. Von den 370 anderen sei am Sonntag weniger als ein Dutzend noch da gewesen. "Wir verstehen ihre Wut", sagte Sandoz. Er kritisierte die plötzliche Quarantänepflicht für Anreisende aus Großbritannien scharf. Die Gemeinden hätten keine Hilfe bekommen, um die Bestimmungen umzusetzen.

Die Schweiz hatte am 20. Dezember alle Flüge aus Großbritannien und Südafrika gestoppt, weil in den Ländern neue und mutmaßlich noch ansteckendere Varianten des Coronavirus nachgewiesen worden waren. Sie ordneten an, dass alle seit dem 14. Dezember Eingereisten rückwirkend für zehn Tage ab Ankunftsdatum in Quarantäne mussten. "Da saßen Familien mit kleinen Kindern plötzlich auf 20 Quadratmetern fest", sagte Sandoz. "Das war nicht auszuhalten."

Gemeinde fürchtet vergiftete Atmosphäre

Einige Gäste hätten sich inzwischen aus dem benachbarten Frankreich gemeldet. Dort seien die Skistationen zwar geschlossen, aber die Briten könnten wenigstens an die frische Luft. Die Gemeindeverwaltung habe sich für die Gäste anfangs auch um Rückflüge bemüht, aber als klar war, dass nur einsteigen darf, wer nachweislich zehn Tage Quarantäne absolviert hat, hätten die Betroffenen abgewunken.

Nach Angaben der Behörden gab es seit dem 14. Dezember 92 Flüge aus Großbritannien mit geschätzt 10.000 Menschen an Bord. Sandoz meint, viele davon seien heimkehrende Schweizer gewesen, die gar nicht in den Skistationen zu finden waren.

Für den Skiort Verbier mit rund 9000 Einwohnern war es eine der schwärzesten Wochen. Weil rund ein Fünftel der Gäste dort traditionell aus Großbritannien kommt, war der Ort plötzlich als vermeintlicher Corona-Hotspot verschrien. "Viele Schweizer haben ihren Urlaub dann abgesagt", sagt Sandoz. Normalerweise habe Verbier in dieser Woche 50.000 Gäste. Nun hätten die Hotels nur eine Auslastung von 30 bis 40 Prozent.

Sandoz fürchtet auch, dass künftig die Atmosphäre vergiftet sein werde. Seine eigene Nachbarin sei wegen ihres Akzents denunziert worden, dabei lebe die gebürtige Britin seit 40 Jahren am Ort. Und die Gäste aus Großbritannien seien verständlicherweise stinksauer gewesen, sie hätten Hoteliers angepöbelt und sich beim Tourismusbüro beschwert. "Wir wissen nicht, ob sie in den kommenden Jahren zurückkehren", sagt Sandoz.

13.00: Zweifel an Einhaltung der Impfstoff-Kühlkette in mehreren Landkreisen – Impfstart verschoben

In sechs Landkreisen Oberfrankens ist am Sonntag der geplante Start der Corona-Impfungen wegen möglicher Probleme in der Kühlkette für den Impfstoff verschoben worden. "Beim Auslesen der Temperaturlogger, die in den zentral beschafften Kühlboxen beigelegt wurden, sind Zweifel an der Einhaltung der Kühlkette für den Impfstoff aufgekommen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Landräte der Kreise Coburg, Lichtenfels, Kronach, Hof, Wunsiedel und Kulmbach.

Nicht betroffen sind die oberfränkischen Kreise und kreisfreien Städte Bamberg, Bayreuth und Forchheim. Wann auch in den restlichen sechs Kreisen geimpft werden kann, stand einem Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums zufolge zunächst nicht fest.

Die Landräte wollen zunächst – unter anderem mit der Herstellerfirma Biontech – prüfen, ob der Impfstoff weiterhin problemlos verwendbar ist. "Sollte es nur den geringsten Anhaltspunkt geben, dass der Impfstoff nicht zu 100 Prozent den Qualitätskriterien entspricht, wird diese Charge auch nicht verimpft", sagte der Vorsitzende des Bezirksverbandes Oberfranken des Bayerischen Landkreistages, der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner. Es gehe nicht ums Tempo.

8.03 Uhr: 13.755 Corona-Neuinfektionen am zweiten Weihnachtstag gemeldet

Am zweiten Weihnachtstag haben die deutschen Gesundheitsämter insgesamt 13.755 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden binnen 24 Stunden 356 weitere Todesfälle verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen bekanntgab. Diese Zahlen sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI während der Feiertage mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Vor genau einer Woche waren 22.771 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet worden. Bei den Todesfällen war der Höchststand von 952 am Mittwoch vergangener Woche (16.12.) registriert worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 161,3. Ihr bisheriger Höchststand war am Dienstag mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Sonntag Sachsen mit 375,8 und Thüringen mit 290,2, den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 77,5.

26. Dezember

13.00 Uhr: Neue Coronavirus-Variante nun auch in Spanien nachgewiesen

Die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante ist nun auch in Spanien nachgewiesen worden. In Madrid sei die Mutation bei vier Menschen festgestellt worden, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister der Hauptstadtregion, Antonio Zapatero, bei einer Pressekonferenz am Samstag. Alle vier Infizierten seien kürzlich aus dem Vereinigten Königreich eingereist.

Keiner der vier Infizierten habe schwere Symptome, sagte Zapatero. "Wir wissen, dass diese Variante leichter übertragbar ist, aber sie führt nicht zu schwereren Erkrankungen." Es gebe keinen Grund zur Besorgnis. Bei drei weiteren Verdachtsfällen stünden die Testergebnisse noch aus.

Die britische Regierung hatte am vergangenen Wochenende darüber berichtet, dass sich in Teilen Englands eine Variante von Sars-CoV-2 ausgebreitet habe, die deutlich ansteckender sein könnte als die Ursprungsvariante. Dies hatte weltweit Besorgnis ausgelöst. Mehr als 50 Staaten verhängten Einreisestopps gegen Großbritannien. Spanien erlaubt seit Dienstag nur noch den eigenen Landsleuten sowie Menschen mit Wohnsitz in Spanien die Einreise aus Großbritannien.

Am Donnerstag war ein erster Fall der Virus-Mutation in Deutschland entdeckt worden. In der Nacht zum Samstag meldeten auch die französischen Behörden einen ersten Infektionsfall mit der Coronavirus-Variante.

Experten gehen davon aus, dass der inzwischen EU-weit zugelassene Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer auch gegen die neue Virus-Variante wirksam ist. Am Samstag trafen vielerorts in der EU die ersten Dosen des Impfstoffs ein. In Spanien wurde die erste Lieferung in Guadalajara entgegengenommen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Von dort sollen die Dosen in die 17 autonomen Regionen verteilt werden. Die EU-weite Impfkampagne startet am Sonntag.

11.45 Uhr: Spahn bezeichnet Impfungen gegen Coronavirus als "entscheidenden Schlüssel" zum Sieg über Pandemie

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die am Sonntag startenden Impfungen gegen das Coronavirus als "entscheidenden Schlüssel" zum Sieg über die Pandemie bezeichnet. Der Impfstoff sei auch entscheidend dafür, "dass wir unser Leben zurückbekommen", sagte Spahn am Samstag in Berlin. "Diese Nachricht sollte uns Mut machen.

"Die Impfungen sollen bundesweit am Sonntag starten, zuerst wird in Pflege- und Altenheimen geimpft. Das bedeute auch, dass sich die "Jüngeren und Gesünderen noch gedulden müssen", sagte Spahn weiter. Diese müssten auch weiterhin ihre Kontakte reduzieren.

Spahn sprach auch von einem "hoffnungsvollen Tag für Europa". Bewusst sei entschieden worden, beim Impfen europäisch vorzugehen und keinen nationalen Alleingang mit einer Notzulassung wie andere Ländern zu wählen.

Er betonte zudem, dass das Impfen "ein Angebot" sei. Es sei kostenlos und bleibe freiwillig. Dennoch sei das Ziel, so viele Menschen wie möglich zu impfen.

10.50 Uhr: Impfungen helfen bei Rückkehr zu normalem Leben, so von der Leyen

Kurz vor den ersten Corona-Impfungen in der Europäischen Union macht EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Hoffnung auf mehr Normalität im kommenden Jahr. "Die Impfungen werden dabei helfen, nach und nach zu unserem normalen Leben zurückzukehren", sagte von der Leyen in einem am Samstag auf Twitter veröffentlichten Video.

Sobald genügend Menschen geimpft worden seien, könne man wieder beginnen zu reisen, Freunde und Familie zu treffen und die Feiertage normal zu verbringen. "Aber bis dahin müssen wir weiter vorsichtig sein." Die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs der Firmen Biontech und Pfizer sollen in der EU am Sonntag gespritzt werden.

"Heute ist Liefertag", sagte von der Leyen am Samstag. "Und morgen beginnen die Impfungen gegen Covid-19 in der Europäischen Union." Der Impfstoff werde zeitgleich in allen 27 EU-Staaten zur Verfügung stehen. "Und die Menschen beginnen mit den Impfungen in Athen, in Rom, in Helsinki, in Sofia, wo auch immer." Die Europäischen Impftage seien ein bewegender Moment der Einheit und eine europäische Erfolgsgeschichte. Bald schon würden weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen. "Lasst uns 2021 zum unserem Jahr der Europäischen Erholung und Hoffnung machen."

9.05 Uhr: RKI meldet 14.455 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Die deutschen Gesundheitsämter haben binnen 24 Stunden insgesamt 14.455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 240 weitere Todesfälle verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab. Diese Zahlen sind jedoch nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar. Das RKI rechnete während der Feiertage mit einer geringeren Zahl an Tests und mit weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern. Am vergangenen Samstag waren 31.300 Neuinfektionen binnen eines Tages übermittelt worden. Der bisherige Höchstwert war am Freitag vor einer Woche erreicht worden mit 33.777 Infektionen, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Bei den Todesfällen war der Höchststand von 952 am vergangenen Mittwoch (16.12.) erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstag bei 170,7. Am Dienstag war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden.

6.00 Uhr: Coronavirus-Mutation erstmals in Frankreich nachgewiesen

Die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Mutation ist erstmals auch in Frankreich nachgewiesen worden. Das Virus wurde bei einem zuvor aus dem Vereinigten Königreich eingereisten Franzosen festgestellt, wie das Gesundheitsministerium in Paris in der Nacht zu Samstag mitteilte. Der Mann aus dem zentralfranzösischen Tours sei am Samstag vergangener Woche aus London eingereist und am Montag positiv auf das Virus getestet worden. Untersuchungen hätten am Freitag bestätigt, dass es sich um die mutierte Corona-Variante handelt.

Der in Großbritannien lebende französische Staatsangehörige zeige keine Symptome einer Corona-Erkrankung, erklärte das Ministerium weiter. Der Mann befinde sich in häuslicher Quarantäne.

25. Dezember

13.38 Uhr: Papst ruft zur Solidarität für Gewaltopfer in der Corona-Krise auf

Papst Franziskus hat an Weihnachten zur weltweiten Solidarität in der Corona-Krise aufgerufen. "In diesem historischen Augenblick, der von der ökologischen Krise und von schwerwiegenden wirtschaftlichen Missverhältnissen gekennzeichnet ist, die durch die Pandemie noch verschlimmert wurden, bedürfen wir mehr denn je der Geschwisterlichkeit", unterstrich der Papst am Freitag in seiner Weihnachtsbotschaft. Wegen der Pandemie wurde seine Botschaft diesmal von der Loggia des Petersdoms nach innen verlegt.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche sprach von einer "Geschwisterlichkeit", die über die Familie, die eigene Volksgruppe, Religion oder Kultur hinausgeht. Diese Solidarität müsse auch "in den Beziehungen zwischen Völkern und Nationen" gelten. Sie müsse in Zeiten der Pandemie vor allem den Schwächsten, den Kranken und den Arbeitslosen gelten sowie den Frauen, "die in diesen Tagen der Isolation zum Opfer häuslicher Gewalt" geworden seien.

13.14 Uhr: Corona-Impfstoff in Italien angekommen

In Italien sind die ersten Corona-Impfstoffdosen angekommen. Das bestätigte das italienische Gesundheitsministerium am Freitag. 9.750 Dosen von Pfizer-Biontech aus Belgien hätten die Staatsgrenze in der norditalienischen Ortschaft Brenner passiert, berichteten mehrere Medien, darunter auch die italienischen Nachrichtenagenturen Ansa und ADNKronos am Freitagvormittag. Der Transport wurde von Polizeiautos der Carabinieri eskortiert, wie auf einem Video zu sehen war, das das Gesundheitsministerium verbreitete. Die Impfdosen seien auf dem Weg nach Rom.

Das Land mit rund 60 Millionen Einwohnern wurde hart von der Corona-Pandemie getroffen. Die Gesundheitsbehörden registrierten in Italien bislang mehr als 70.800 Tote in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 und insgesamt etwas mehr als zwei Millionen Corona-Infektionen.

8.24 Uhr: Zwei Drittel der Deutschen wollen sich gegen Corona impfen lassen

Etwa zwei Drittel der Deutschen wollen sich laut einer Umfrage gegen das Coronavirus impfen lassen. In der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 32 Prozent der Befragten an, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen. Weitere 33 Prozent sind zwar ebenfalls dazu entschlossen, wollen aber trotzdem erst einmal mögliche Folgen der Impfung bei anderen abwarten. 19 Prozent haben sich gegen eine Impfung entschieden, 16 Prozent sind noch unentschlossen.

Eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent hat aber auch Angst vor Nebenwirkungen der Impfung. Nur ein Drittel hat solche Befürchtungen nicht. 10 Prozent machten dazu keine Angaben.

Am kommenden Sonntag sollen die Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland starten. Anfangs sollen Ältere über 80 sowie Bewohner und Personal in Pflegeheimen zum Zug kommen, daneben Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko, etwa in Intensivstationen und Notaufnahmen.

Nach der YouGov-Umfrage steigt die Impfbereitschaft kontinuierlich mit dem Alter. Von den 18- bis 24-Jährigen wollen sich 54 Prozent impfen lassen, von Menschen über 55 sind es dagegen 71 Prozent. Auch bei den Wählern der AfD liegt sie mit 51 Prozent deutlich niedriger als bei den Anhängern aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Besonders hoch ist sie bei den Grünen-Wählern mit 82 Prozent.

8.02 Uhr: 25.533 Corona-Neuinfektionen, 412 Tote

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 25.533 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden 412 Todesfälle verzeichnet, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Die Zahlen sind jedoch nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar. Das RKI rechnete während der Feiertage mit einer geringeren Zahl an Tests und mit weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern. Am vergangenen Freitag war mit 33.777 Infektionen ein Höchststand verzeichnet worden, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Außerdem wurden damals 813 Todesfälle gemeldet. Der Höchststand von 952 Todesfällen war am vergangenen Mittwoch (16.12.) erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitag bei 188,8. Am Dienstag war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 441,3, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgt Thüringen mit einem Wert von 320,6. Der niedrigste Wert wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 87,1 verzeichnet.

24. Dezember

11.38 Uhr: Trotz Schnelltest Corona-Regeln einhalten, appelliert Ärztepräsident

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die Bevölkerung aufgefordert, auch beim Einsatz von Schnelltests, die Corona-Regeln einzuhalten. Diese Tests hätten in der Pandemiebekämpfung unter ärztlicher Begleitung und bei professioneller Probenentnahme durchaus ihre Berechtigung, sagte er der "Rheinischen Post" (Donnerstag). "Aber ich warne vor einer Scheinsicherheit dieser Testergebnisse: Ein negatives Testergebnis, beispielsweise vor Familienfeiern, darf nicht zu einem sorglosen Umgang verleiten." Negative Testergebnisse seien immer nur eine Momentaufnahme und können am nächsten Tag schon positiv ausfallen.

Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen und der angespannten Lage in den Krankenhäusern sollte sich auch jeder kritisch fragen, ob er wirklich die gesetzlichen Höchstgrenzen für Zusammenkünfte ausreizen müsse, sagte Reinhardt weiter. "Eine dritte, noch stärkere Infektionswelle, würde unser Gesundheitssystem überlasten. Jeder einzelne kann dazu beitragen, dass zu verhindern.

"Auch der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, appellierte an die Bevölkerung, Kontakte über Weihnachten zu meiden. "Wir Intensivmediziner bitten die Leute dringend, an Weihnachten lieber nicht Oma und Opa zu besuchen, sondern wirklich zu Hause zu bleiben. Nur maximale Kontaktbeschränkungen können verhindern, dass wir im Januar eine dritte Welle bekommen", sagte Janssens der "Rheinischen Post".

Für die zugespitzte Lage in Deutschland sieht Janssens die Politik in der Verantwortung. "Es mussten erst 600 Menschen pro Tag an Corona versterben, dass ein Umdenken und Einleiten von durchgreifenden Maßnahmen erfolgte - eigentlich zu spät", sagte Janssens.

8.30 Uhr: 32.195 Corona-Neuinfektionen und 802 neue Todesfälle gemeldet

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 32.195 neue Fälle und 802 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt, wie das RKI am Donnerstag bekanntgab. Am vergangenen Donnerstag (17.12.) übermittelten die Gesundheitsämter dem RKI 26.923 neue Corona-Fälle und 698 Todesfälle. Allerdings fehlen bei diesem Wert aus technischen Gründen rund 3500 Infektionen aus Baden-Württemberg. Auch wegen der deswegen entstandenen Nachmeldungen war am Freitag der Höchstwert von 33.777 Neuinfektionen verzeichnet worden. Der Höchststand von 962 Todesfällen war am Mittwoch erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Donnerstag bei 196,2. Am Dienstag war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 425,7, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgt Thüringen mit einem Wert von 327,9. Der niedrigste Wert wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 95,6 verzeichnet.

23. Dezember

17.15 Uhr: Britischer Gesundheitsminister – Corona-Mutante aus Südafrika wird "noch schneller übertragen"

In Großbritannien sind zwei Fälle einer Corona-Mutante aus Südafrika entdeckt worden. Die Variante werde im Labor in Porton Down untersucht, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Mittwoch vor Journalisten in London. Es handelt sich den Angaben zufolge um die Mutante mit der Bezeichnung 501.V2.

Am vergangenen Freitag hatte der südafrikanische Gesundheitsminister Zweli Mkhize davon gesprochen, dass 501.V2 in seinem Land kursiere.

Die beiden in Großbritannien Infizierten und ihre Kontakte hätten sich in Isolation begeben, sagte Hancock. Zudem seien sofortige Maßnahmen für Einreisen aus Südafrika getroffen worden, Details dazu wurden nicht genannt.

"Diese neue Variante bereitet uns große Sorgen, weil sie noch schneller übertragen wird", sagte der britische Minister. "Es scheint so, als habe sie noch weiter mutiert als die neue Variante, die in Großbritannien entdeckt wurde."

Zuletzt hatten sich die Infektionszahlen in Großbritannien deutlich erhöht. Hancock kündigte an, dass von diesem Samstag an (26. Dezember) die Corona-Maßnahmen in weiteren Gebieten in Südengland deutlich verschärft werden. Dort gelten dann weitreichende Ausgangs- und Reiseverbote wie bereits seit einigen Tagen in London.

11.30 Uhr: Spahn rechnet mit "Impfangebot" für alle bis zum Sommer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, bis zum Sommer allen Bürgern in Deutschland ein "Impfangebot" machen zu können – sofern die Impfstoffe, die sich in der Endphase der Studien befinden, auch eine Zulassung erhalten. Das sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in der ARD. Er rechne bis Ende März mit elf bis zwölf Millionen Impfdosen.

Es sei von Anfang an klar gewesen, dass es "zu Beginn knapp sein würde", betonte der Gesundheitsminister. Deshalb werde es weiterhin nötig sein, bei dem zeitlichen Ablauf nach Gruppen zu priorisieren. Bis Ende dieses Jahres könne der Bund 1,3 Millionen Dosen des Herstellers Biontech an die Bundesländer ausliefern lassen. Ab Sonntag werde es dann vor allem in den Pflegeheimen losgehen. "Diese Dosen werden schon einen großen Unterschied machen können für viele Pflegeeinrichtungen", sagte Spahn.

Gleichzeitig appellierte Spahn an die Bevölkerung, auch weiterhin Kontakte zu reduzieren. Die Situation in den Kliniken sei sehr angespannt: "Da ist gerade Hochlast. Eine sehr belastete Situation. Viele reden gerade darüber, wie sie Weihnachten feiern. Die Pflegekräfte werden gar nicht viel zum Feiern kommen. Sie werden arbeiten müssen." Die Bürger entschieden mit ihrem Verhalten jetzt darüber, "wie es anschließend auf den Intensivstationen weitergeht".

10.30 Uhr: Altmaier erwartet "Normalisierung" ab Frühsommer

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht wenig Chancen auf schnelle Lockerungen der massiven Beschränkungen in der Corona-Krise. Der CDU-Politiker deutete eine Verlängerung des harten Lockdowns über den 10. Januar hinaus an. "Solange ganz Deutschland ein riesengroßer Hotspot ist, verbieten sich Lockerungen praktisch von selbst", sagte Altmaier der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach sich außerdem für einen Strategiewechsel im Kampf gegen das Virus aus. Über Weihnachten solle dem Coronavirus möglichst wenig Angriffsfläche gegeben werden.

Der harte Lockdown ist bisher bis zum 10. Januar befristet - Ziel ist das weitgehende Herunterfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland. Dazu gehört auch die Schließung vieler Geschäfte. Am 5. Januar wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen beraten.

Altmaier sagte: "Ich wünsche mir, dass wir aus den letzten Monaten eine Lehre ziehen – nämlich dass wir die Maßnahmen, die wir ergreifen, mehr von objektiven Gegebenheiten und weniger von ad-hoc-Entscheidungen abhängig machen." Bund und Länder hätten sich darauf verständigt, dass in einer Stadt oder in einem Kreis gehandelt werden müsse, wenn die Inzidenz über einem Wert von 50 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liege.

Eine der schlimmsten Nebenwirkungen sei "die ständige Ungewissheit"

"Was wir aber noch nicht beschlossen haben, sind klare Richtlinien was geschieht, wenn die Inzidenz in einem ganzen Bundesland oder in ganz Deutschland über 50, 100, 150 oder über 200 ist", sagte Altmaier. "Es macht Sinn, wenn man rechtzeitig festlegt, was zu geschehen hat, wenn Schwellenwerte überschritten werden – nicht nur in einzelnen Landkreisen, sondern in ganzen Bundesländern oder bundesweit." Dann könne sich jeder darauf einstellen, die Menschen und die Unternehmen. Denn eine der schlimmsten Nebenwirkungen der Pandemie sei die ständige Ungewissheit.

"Unser Alltag wird wohl noch zwei bis drei Monate eingeschränkt sein. Ab Frühsommer wird sich unser privates gesellschaftliches Leben normalisieren", sagte Altmaier mit Blick auf den bevorstehenden Beginn der Impfungen. "Wir werden zwar noch bis zum nächsten Winter oder darüber hinaus bei bestimmten Gelegenheiten eine Maske tragen müssen. Und es wird noch lange dauern, bis wir Großveranstaltungen, wie wir sie früher kannten, wieder verantworten können. Trotzdem wird das Leben der meisten Menschen ab Frühsommer wieder entspannter."

"Dem Virus möglichst wenig Angriffsfläche bieten"

Altmaier sagte außerdem, er wünsche sich, dass dieses Weihnachten insgesamt deutlich ruhiger verlaufe, als dies normalerweise der Fall wäre. Weihnachten sei für die allermeisten ein emotional sehr wichtiges Fest. "Umso mehr müssen wir alle überlegen, wie man mit seinen Lieben so feiern kann, dass das Virus möglichst wenig Angriffsfläche hat", sagte der Minister. "Das heißt: Genau überlegen, ob man im Einzelfall verantworten kann, liebe Menschen, die man lange nicht gesehen hat, einem beträchtlichen Infektionsrisiko auszusetzen. Dort, wo es nicht unmittelbar geboten ist, sollte man keine langen und weiten Reisen unternehmen und überall dort, wo es Sinn macht, sich auch einmal telefonisch oder per Videoschalte wiedersehen." Das müsse aber jeder und jede für sich entscheiden.

Altmaier sagte, es sei bedrückend, dass es seit Anfang November allen Maßnahmen zum Trotz keinen signifikanten Rückgang, sondern einen deutlichen Anstieg der Corona-Fallzahlen gebe. "Das muss sich mit den neuen Maßnahmen, die seit einer Woche in Kraft sind, ändern. Das wird aber nur gelingen, wenn wir alle konsequent unsere Kontakte reduzieren, damit es über Weihnachten und Neujahr nicht zu einer neuen Infektionswelle kommt."

07.35 Uhr: Höchstwert bei Todesfällen

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 962 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Außerdem wurden 24.740 Neuinfektionen gemeldet. Vergangenen Mittwoch (16.12.) waren 27.728 Neuinfektionen und der bisherige Höchststand von 952 Todesfällen verzeichnet worden. Den Höchstwert mit 33 777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) sank bis Mittwoch leicht auf 195,1. Tags zuvor war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 414,1, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgt Thüringen mit einem Wert von 319,6. Der niedrigste Wert wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 96,3 verzeichnet.

Die Zahl der Todesfälle war in der Tendenz zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet worden war. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Mittwoch auf 27.968.

6.21 Uhr: Drosten erklärt Tweet: "Habe ja was losgetreten"

Der Satz "Das sieht leider nicht gut aus", mit dem Virologe Drosten auf Twitter Daten der britischen Gesundheitsbehörde kommentiert hatte, hat für Wirbel gesorgt. Inzwischen erläuterte er, dass er damit nur einen Aspekt gemeint habe. "Um Spekulationen ein Ende zu bereiten: dies bezog sich allein auf den jetzt deutlicheren Beleg der verstärkten Verbreitung der Mutante", schrieb er ebenfalls auf Twitter. Mit seiner Formulierung habe er "ja was losgetreten", stellte der Wissenschaftler fest.

22. Dezember

14.30 Uhr: Drosten geht davon aus, dass der Lockdown die neue Virus-Variante an der Verbreitung hindert

Der Berliner Virologe Christian Drosten hält eine rasante Verbreitung der neuen Coronavirus-Variante in Deutschland für wenig wahrscheinlich. "Ich glaube nicht, dass wir da bald ein größeres Problem kriegen", sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei zwar recht wahrscheinlich, dass die Variante mit der Bezeichnung B.1.1.7., die erstmals in Großbritannien nachgewiesen wurde, mittlerweile auch in Deutschland sei. "Aber bei den aktuellen Beschränkungen dürfte diese Variante hierzulande eher schwer Fuß fassen."

Darauf deuteten Daten hin, die die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) veröffentlicht hat. Demnach verbreite sich B.1.1.7. überall dort besonders schnell im Vergleich zu bereits bekannten Varianten von Sars-CoV-2, wo unzureichende Beschränkungen zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen. In Gegenden in Großbritannien aber, in denen wirksame Maßnahmen gelten, sei auch die neue Variante weitgehend unter Kontrolle.

Für Deutschland folgert Drosten daher, dass der Lockdown der Variante wenig Chance auf eine Verbreitung lassen dürfte. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass die neue Variante einen Einfluss auf die Krankheitsschwere hat, sagte Drosten. "Das ist ganz wichtig für die Bevölkerung, die sich jetzt Sorgen macht."

Auch für einen verminderten Impfschutz gebe es keine Anzeichen. Experten der englischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) kamen in einem Forschungspapier zu dem Schluss, dass B.1.1.7. sehr wahrscheinlich leichter übertragbar ist als andere Varianten. Dafür werteten sie Daten aus verschiedenen Regionen aus. Aus den PHE-Modellrechnungen könne man ableiten, dass die Reproduktionszahl – also die Zahl der Menschen, die ein Infizierter im Schnitt ansteckt – bei der neuen Variante je nach Ort um etwa 30 bis 40 Prozent erhöht sei, sagte Drosten. "Das ist erheblich." Allerdings seien diese Schätzungen unscharf und mit Vorsicht zu genießen.

Die neue Variante des Virus ist durch etwa 20 Mutationen in ihrem Erbgut charakterisiert. Die Mutation mit der Bezeichnung N501Y dürfte es leichter machen, in menschliche Zellen einzudringen und eine Infektion zu verursachen. Es ist laut Drosten jedoch unklar, was der Variante den entscheidenden Vorteil bringt. So sei denkbar, dass man bei B.1.1.7. weniger Viren ausgesetzt sein muss, um ansteckend zu werden. Es sei aber auch möglich, dass die Variante dafür sorgt, dass ein Infizierter mehr Viren im Rachen hat und dadurch ansteckender ist.

Positiv zu werten sei, dass der neuen Variante ein bestimmtes Gen fehle, dass eigentlich die Krankheitsschwere verstärkt, sagte Drosten. "Das ist die gute Nachricht." Es könnte also durchaus sein, dass B.1.1.7. harmloser ist. Möglicherweise sei das auch ein Grund für die schnellere Verbreitung. Denn Menschen ohne oder mit nur leichten Symptomen isolieren sich eher nicht und können dadurch vermehrt andere anstecken, so Drosten.

12.20 Uhr: Spahn: "Wir hätten früher beginnen sollen, Masken zu besorgen"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigt sich zum Jahresende selbstkritisch. Auf die Frage, für welche Fehler er 2020 um Verzeihung bitten müsse, sagte er laut einer Vorabmeldung vom Dienstag der Wochenzeitung "Die Zeit": "Wir hätten als Bundesregierung früher beginnen sollen, Masken zu besorgen. Und ich hätte das als Gesundheitsminister früher anstoßen sollen." Eine Pflegekraft, der im Frühjahr FFP2-Masken fehlten, könne er nur um Verständnis bitten.

Auch mit Blick auf seine eigenen Mitarbeiter räumt der Minister Schwächen ein: "Wenn ich es im Nachhinein betrachte, gab es beispielsweise im März und April ein oder zwei extrem angespannte Situationen im Ministerium, in denen ich fairer zu Kolleginnen und Kollegen hätte sein können."

Umgekehrt zeigte sich Spahn großzügig: "Ich bin nicht nachtragend." Er fügte hinzu: "Unverzeihlich sind für mich nur Ereignisse, bei denen Vertrauen zutiefst missbraucht wurde. Das geschieht höchstens im Privaten." Im April hatte Jens Spahn im Bundestag mit Bezug auf die Pandemie gesagt, die Deutschen würden einander in den kommenden Monaten viel verzeihen müssen.

10.40: Mutation bereits in Deutschland? Wahrscheinlichkeit "sehr, sehr hoch"

Die in Großbritannien und anderen Ländern nachgewiesene Mutation des Coronavirus ist nach RKI-Angaben in Deutschland bisher noch nicht nachgewiesen worden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mutation unerkannt aber bereits in Deutschland sei, sei allerdings "sehr, sehr hoch", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. Wieler sieht für die Wirkung der Impfstoffe gegen das Coronavirus aber durch die Mutation keine Nachteile. "Alles spricht dafür, dass der Impfschutz nicht eingeschränkt ist, wenn sich diese Variante weiter ausbreitet."

10.30 Uhr: RKI: Auch Weihnachten Kontakte vermeiden

Angesichts weiter hoher Corona-Infektionszahlen mahnt das Robert Koch-Institut (RKI) eindringlich dazu, über Weihnachten Kontakte zu vermeiden. "Reisen Sie nicht", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. Alle Bürger sollten die Festtage nur im kleinsten Kreis verbringen, Treffen möglichst auf dieselben Teilnehmer beschränken und dies möglichst draußen machen. Mit den nun verschärften Alltagsbeschränkungen seien die Infektionszahlen schneller herunterzubringen, wenn alle achtsam seien. Es stünden schwere Wochen bevor. "Wir sollten sie nicht noch schwerer machen."

Die beschlossenen Maßnahmen könnten nur so wirksam sein, wie die Menschen sich an sie hielten.

10.00 Uhr: RKI-Chef "glücklich über Impfstart"

"Ich bin glücklich darüber, dass kurz nach Weihnachten die ersten Impfungen stattfinden können", sagte Lothar Wieler, der Chef des Robert-Koch-Instituts, am Morgen in Berlin. "Wer hätte vor einem halben Jahr gedacht, dass wir dieses Jahr noch impfen können?" Er fügte hinzu, dass sich die Gesamtsituation vorerst dennoch nicht ändere, da die Zirkulation des Virus erst unterbrochen werde, wenn ausreichend Menschen geimpft worden seien. Es sei daher wichtig, die Infektionen niedrig zu halten, um so bald wie möglich etwas Normalität zurückzubekommen.

05.11 Uhr: Mehr als 19.500 Corona-Neuinfektionen – 731 Todesfälle

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Dienstagmorgen 19.528 neue Ansteckungsfälle mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden. Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg um 731 auf insgesamt 27.006. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie in Deutschland laut RKI 1.530.180 Infektionsfälle registriert. Die Zahl der Genesenen liegt bei rund 1.136.700.

Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz betrug nach Angaben des Instituts am Dienstag 197,6. Dabei handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken, sie stieg zuletzt aber immer weiter an.

00.07 Uhr: Drosten zu Mutations-Studie: "Sieht nicht gut aus"

Eine neue Variante in Großbritannien macht neuen Untersuchungen zufolge das Coronavirus sehr wahrscheinlich leichter übertragbar. Zu diesem Schluss kommen Experten der englischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHS). Sie verweisen dabei auf Erbgut-Untersuchungen der neuen Variante und auf Modellrechnungen zur Ausbreitung. Eine der rund 20 Mutationen der neuen Variante B.1.1.7 dürfte insbesondere dazu beitragen, dass das Virus leichter übertragen werden könne.

Der deutsche Virologe Christian Drosten schrieb zu den PHS-Daten: "Das sieht leider nicht gut aus." Positiv sei aber, dass B.1.1.7-Fälle bislang nur in Gebieten zugenommen haben, wo die Gesamtinzidenz hoch oder ansteigend war. "Kontaktreduktion wirkt also auch gegen die Verbreitung der Mutante", schreibt Drosten.

Den PHS-Forschern macht insbesondere eine Mutation mit der Bezeichnung N501Y Sorgen. Sie könnte den Daten zufolge dafür sorgen, dass das Virus besser an Zielzellen andocken kann. Zudem liege die Mutation an einer Stelle, an der auch bestimmte Antikörper des Menschen angreifen, um das Virus auszuschalten. "Deshalb ist es möglich, dass solche Varianten die Wirksamkeit beim Neutralisieren des Virus beeinflussen."

21. Dezember

14.08 Uhr: Flugpassagiere aus London gestoppt – acht positive Tests

Von den am Sonntag am Hamburger Flughafen getesteten Passagieren aus Großbritannien sind sieben Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei einem Fluggast in Hannover hat sich ebenfalls eine Infektion bestätigt. Weitere Labortests sollten nun klären, ob die Passagiere sich mit der neuen, möglicherweise besonders ansteckenden Virus-Variante infiziert haben, teilte die Region Hannover am Montag mit. Anders als in Hamburg mussten am Flughafen Hannover die 62 Passagiere aus London in einem Terminal übernachten.

Auch an anderen deutschen Flughäfen hingen die Passagiere in der Nacht zu Montag fest. Am Frankfurter Flughafen waren nach Angaben des Flughafens rund 120 Passagiere und fünf Flüge betroffen. Am Berliner Hauptstadtflughafen in Schönefeld warteten 77 Passagiere auf eine Klärung durch einen Corona-Test. Betroffen waren vier Flüge aus Großbritannien. Auch in Stuttgart mussten sich Flugreisende aus London testen lassen, im Transitbereich des Münchner Flughafens verbrachten rund 50 Passagiere aus Großbritannien die Nacht.

Der betroffene Fluggast in Hannover und die Begleitpersonen sollten nach Angaben der Region in einem Quarantäne-Transport zu ihrem Zielort gebracht werden. Dort müssten sie "separiert" werden. Die übrigen Passagiere hätten ein negatives Testergebnis erhalten, sie müssten nun aber an ihrem jeweiligen Zielort ebenfalls für zehn Tage in Quarantäne. Nach fünf Tagen hätten sie aber die Möglichkeit, sich "frei-testen" zu lassen – bei einem erneut negativen Testergebnis könne die Quarantäne vorzeitig beendet werden.

12.54 Uhr: Lufthansa fliegt nur leer zurück

Die Lufthansa fliegt weiter Passagiere nach Großbritannien, kehrt aber ohne Reisende zurück. Die Maschinen flögen abgesehen von der Crew leer wieder nach Deutschland, sagte ein Sprecher der Airline am Montag. Gestrichen seien Verbindungen, bei denen die Besatzung in Großbritannien übernachten müsste. Am Montag würden sieben Flüge in das Land durchgeführt.

10.50 Uhr: Rund 120 Passagiere aus Großbritannien übernachten auf Flughafen

Rund 120 Passagiere aus Großbritannien mussten die Nacht zum Montag im Transitbereich des Frankfurter Flughafens verbringen. Grund dafür waren die seit diesem Montag geltenden Landeverbote für aus Großbritannien kommenden Flugzeuge wegen einer besonders ansteckenden Variante des Coronavirus, die in Großbritannien aufgetreten ist. Die Einreise für Passagiere aus Großbritannien wurde bereits am Sonntagabend gestoppt. Betroffen waren nach Angaben des Flughafens insgesamt fünf Flüge.

Am Montag gab es nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei ähnliche Anweisungen für Reisende aus Südafrika: Während einreisende Deutsche sich sofort in Quarantäne begeben müssen, müssen Südafrikaner und Reisende aus Drittstaaten, die mit einem Flug aus Südafrika ankommen, zunächst einen Coronatest machen.

Wie ein Sprecher der Bundespolizei berichtete, wurden mehrere hundert ankommende Passagiere aus Großbritannien seit Sonntagabend zunächst am Gate separiert. In einem im Transitbereich gelegenen Testzentrum mussten sie zunächst einen Corona-Test machen. Obwohl mit dem Betreiber längere Öffnungszeiten vereinbart worden waren, konnten nicht alle Reisenden getestet werden beziehungsweise ihr Ergebnis erfahren und mussten die Nacht daher auf dem Flughafen verbringen. Am Montagvormittag warteten noch 70 Reisende auf ihr Testergebnisse, insgesamt 87 waren nach Angaben der Bundespolizei noch ungetestet, unter ihnen 58 Passagiere eines Lufthansa -Fluges aus Südafrika.

10.45 Uhr: Passagier am Flughafen Hannover positiv auf Covid-19 getestet

Nach einem Zwangsaufenthalt auf dem Flughafen Hannover für 62 Passagiere aus Großbritannien hat sich ein Fluggast als Covid-19-positiv herausgestellt. Weitere Labortests sollten nun klären, ob der Passagier sich mit der neuen, besonders ansteckenden Variante des Coronavirus infiziert habe, teilte die Region Hannover am Montag mit. Der betroffene Fluggast und die Begleitpersonen würden nun in einem Quarantäne-Transport zu ihrem Zielort gebracht. Dort müssten sie "separiert" werden.

Wegen der neuen Variante des Coronavirus ist die Einreise von Flugpassagieren aus Großbritannien an mehreren deutschen Flughäfen am Sonntagabend zunächst gestoppt worden. Ab Mitternacht untersagte Deutschland ohnehin Flüge aus dem Vereinigten Königreich. Am Flughafen Hannover durften insgesamt 63 Passagiere zunächst nicht einreisen, 62 mussten getestet werden, ein Fluggast flog nach London zurück. Für die Reisenden waren Feldbetten aufgestellt worden. "Unser Ziel war zu verhindern, dass die neue Virusart unbemerkt nach Niedersachsen einzieht", sagte Regionspräsident Hauke Jagau

8.32 Uhr: Drosten: Neue Virus-Mutation wohl schon in Deutschland

Der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, geht davon aus, dass die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante Deutschland schon erreicht hat. Die Mutation sei bereits in mehreren europäischen Ländern und sogar in Australien nachgewiesen worden, sagte Drosten am Montag im Deutschlandfunk. "Also warum sollte es nicht in Deutschland sein?"

Mit Blick auf die von der Virus-Variante ausgehende Gefahr zeigte Drosten sich angesichts der unklaren Informationslage zurückhaltend. Er sei angesichts der bestehenden Informationen über die Virus-Mutation "nicht sehr besorgt", sagte Drosten. Allerdings sei die Datenlage "noch sehr lückenhaft". Britische Wissenschaftler hätten deutlich gemacht, dass es frühestens Mitte der Woche vorläufige Datenanalysen geben werde. Für den von der Politik beschlossenen Stopp von Verkehrsverbindungen aus Großbritannien nach Deutschland und weitere Staaten zeigte Drosten angesichts der "äußerst erhitzten Nachrichtenlage" Verständnis. "Im Moment ist das, was aus England kommt, mit einem ganz schönen Alarm versehen", sagte er weiter.

Mit Blick auf die Angaben des britischen Premierministers Boris Johnson, wonach die neue Virus-Variante zu 70 Prozent ansteckender sei als die Ursprungsvariante, sagte Drosten, dies sei nur ein Schätzwert. Es sei noch unklar, ob die neue Variante tatsächlich stärker übertragbar sei. Auch müsse geklärt werden, ob das mutierte Virus in Südostengland eine neue Infektionswelle ausgelöst habe oder es vielmehr im Zuge der allgemeinen Virus-Ausbreitung hochgespült worden sei. Drosten betonte, dass die Mutation in Ländern wie Belgien, Dänemark, Italien und den Niederlanden zwar bereits nachgewiesen worden sei, aber bisher keine Entwicklung wie in Großbritannien erzeugt habe.

6.01 Uhr: 16.643 Neuinfektionen, 226 Tote

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau, auch wenn die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) zum Wochenstart wieder vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet haben. Innerhalb eines Tages wurden 16.643 neue Fälle übermittelt, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Am vergangenen Montag hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 16.362 etwas darunter gelegen. Allerdings sind die Zahlen zu Wochenbeginn meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben - darin waren jedoch rund 3500 nachgemeldete Fälle vom Vortag enthalten.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten zudem 226 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Vor genau einer Woche hatte dieser Wert bei 188 gelegen. Der bisherige Höchstwert von 952 Toten war am Mittwoch erreicht worden.

5.58 Uhr: Neue Mutation des Coronavirus auch in Italien festgestellt

Die neue Variante des Coronavirus aus Großbritannien ist auch bei einem Infizierten in Italien festgestellt worden. Die mutmaßlich ansteckendere Mutation sei bei einem Patienten im Celio-Militärkrankenhaus in Rom nachgewiesen worden, teilte das italienische Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Der Patient war demnach kürzlich aus Großbritannien zurückgekehrt und war mit seiner Familie in Quarantäne.Die neue Virus-Mutation wird für einen starken Anstieg der Infektionszahlen im Süden Englands verantwortlich gemacht. Der britische Premierminister Boris Johnson sagte, ersten Erkenntnissen zufolge sei die Mutation "bis zu 70 Prozent ansteckender" als die bisher verbreitete Form des Coronavirus. In London und Südostengland trat wegen der neuen Virus-Variante am Sonntag ein strenger Lockdown mit weitgehenden Ausgangsbeschränkungen in Kraft.

20. Dezember

16:00 Uhr: Bahn rechnet zu Weihachten mit Auslastung bis zu 60 Prozent

Die Deutsche Bahn rechnet damit, dass ihre Züge zu Weihnachten wieder etwas voller werden. Allerdings werden nach den Prognosen noch immer deutlich weniger Passagiere reisen als sonst zu den Feiertagen üblich. "Für den Weihnachtsreiseverkehr gehen wir aktuell von einer durchschnittlichen Auslastung von circa 35 bis 40 Prozent aus", teilte eine Sprecherin am Sonntag mit. "In der Spitze kann die Auslastung bei um die 60 Prozent auf einzelnen Abschnitten liegen", erklärte die Sprecherin.

In den vergangenen Jahren habe die Auslastung zu Weihnachten bei durchschnittlich 70 Prozent und in der Spitze bei bis zu 100 Prozent gelegen. Zuvor hatte die "Welt am Sonntag" berichtet. Die Bahn hatte angekündigt, rund 100 Sonderzüge für den Weihnachtsverkehr zwischen 18. und 27. Dezember einzusetzen. Damit sollen Fahrgäste möglichst viel Platz bekommen.

Jetzt am Wochenende seien die Fernzüge durchschnittlich zu 20 bis 25 Prozent ausgelastet gewesen, sagte die Sprecherin. Sitzplätze können in der Regel nur noch am Fenster reserviert werden, es können aber weiterhin auch Fahrgäste ohne Reservierung zusteigen. Die Bahn hatte auch angekündigt, über Weihnachten an 14 Bahnhöfen sogenannte FFP2-Masken vor allem an ältere Fahrgäste verteilen zu wollen

11.18 Uhr: Einschränkung von Flügen aus Großbritannien für Deutschland "ernsthafte Option"

Nach dem Auftreten einer Mutation des Coronavirus in Großbritannien ist auch für Deutschland die Einschränkung des Flugverkehrs aus dem Königreich eine "ernsthafte Option". Wie die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag aus Kreisen des Bundesgesundheitsministeriums erfuhr, gelte dies wegen einer neuen Variante des Coronavirus auch für Südafrika. In den Niederlanden dürfen bereits vorerst keine Flugzeuge mehr aus Großbritannien landen.

8.15 Uhr: 22.771 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet – 409 neue Todesfälle

Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.771 Neuinfektionen übermittelt. Das geht aus RKI-Angaben von Sonntagmorgen hervor. Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, allerdings waren darin rund 3500 nachgemeldete Fälle vom Vortag enthalten. Am Sonntag vergangener Woche hatte die Zahl bei 20.200 gelegen. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 409 neue Todesfälle.

19. Dezember

16.00 Uhr: Bund sichert mehr Impfstoff-Dosen

Die Bundesregierung hat mehr Dosen für Impfungen gegen das Coronavirus für Deutschland gesichert. Vom ersten Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer kommen aus einer EU-weiten Bestellung nun 55,8 Millionen statt zunächst vorgesehener 40 Millionen Dosen, wie das Bundesgesundheitsministerium am Samstag in Berlin mitteilte. Zuerst berichtete die "Bild am Sonntag" darüber. Daneben wurden über nationale Zusagen auch schon weitere 30 Millionen Impfdosen dieses Präparats gesichert.

An diesem Montag will die EU-Arzneimittelbehörde EMA ihre Beurteilung über den Impfstoff von Biontech/Pfizer abgeben, danach wird eine Zulassung durch die EU-Kommission erwartet. Bund und Länder stellen sich dann auf einen Beginn von Impfungen am 27. Dezember ein.

Vom zweiten aussichtsreichen Impfstoff des US-Konzerns Moderna hat Deutschland nun dem Gesundheitsministerium zufolge über das EU-Kontingent 50,5 Millionen Impfdosen gesichert. Zusammen mit 85,8 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer seien damit 136,3 Millionen Dosen sicher, von denen nahezu alle 2021 ausgeliefert werden könnten. Da jeweils zwei Dosen benötigt werden, ließen sich so rein rechnerisch 68,2 Millionen Bürger impfen – bei insgesamt 83 Millionen Einwohnern in Deutschland.

13:00 Uhr: Die meisten Deutschen wollen sich Weihnachten an Corona-Regeln halten

Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland will sich einer Umfrage zufolge Weihnachten an die vorgegebenen Kontaktbeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie halten. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 83 Prozent der Befragten an, alle Corona-Regeln an Weihnachten befolgen zu wollen.

Zehn Prozent sagten, sie wollten von den Corona-Regeln abweichen, sieben Prozent der Befragten machten keine Angaben. Mit dem Alter nimmt übrigens die Bereitschaft zu, die Beschränkungen einzuhalten: Bei den 18 bis 24-Jährigen sind es 72 Prozent, bei den Menschen über 55 sogar 91 Prozent.

Zu Weihnachten werden die während des Lockdowns geltenden Kontaktbeschränkungen etwas gelockert. Vom 24. bis 26. Dezember sollen in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen Treffen mit einem Haushalt und vier weiteren Personen über 14 Jahren möglich sein. Diese müssen aus dem "engsten Familienkreis" kommen.

8.20 Uhr: 31.300 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 31.300 Neuinfektionen binnen eines Tages übermittelt. Das geht aus RKI-Angaben von Samstagmorgen hervor. Am Freitag hatte es mit 33.777 gemeldeten Infektionen einen Höchstwert gegeben, allerdings waren darin rund 3500 nachgemeldete Fälle vom Vortag enthalten. Am Samstag vergangener Woche hatte die Zahl bei 28.438 gelegen.

Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 702 neue Todesfälle. Der bisherige Höchstwert von 952 Toten war am Mittwoch erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 25.640.

Insgesamt zählt das Robert Koch-Institut seit Beginn der Pandemie 1.471.238 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 19.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 1.085.500 Menschen inzwischen genesen. Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) gab das RKI am Samstag mit 189,6 an. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,05 (Vortag: 0,97). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 105 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

5.05 Uhr: Corona-Impfstoff von Moderna erhält Notfallzulassung in den USA

Der Corona-Impfstoff des US-Pharmaunternehmens Moderna hat erstmals eine Notfallzulassung bekommen. Das Mittel dürfe ab sofort in den USA eingesetzt werden, teilte die nationale Arzneimittelbehörde FDA am Freitagabend (Ortszeit) mit. Es ist die erste Zulassung für den Moderna-Wirkstoff weltweit; in den USA hatte zuvor bereits der Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer die Notfallzulassung erhalten.

"Mit der Verfügbarkeit von nunmehr zwei Corona-Impfstoffen hat die FDA einen weiteren entscheidenden Schritt im Kampf gegen diese Pandemie gemacht", erklärte Behördenchef Stephen Hahn. Auch der scheidende US-Präsident Donald Trump zeigte sich erfreut: "Glückwunsch, der Moderna-Impfstoff ist nun erhältlich", schrieb er im Onlinedienst Twitter. Sein gewählter Nachfolger Joe Biden sprach ebenfalls von einer guten Nachricht. Er betonte in einer Erklärung aber zugleich "die riesige Herausforderung, hunderte Millionen Amerikaner zu impfen".

18. Dezember

18.13 Uhr: Österreich verhängt dritten strikten Lockdown ab 26. Dezember

Österreich geht ab dem 26. Dezember für mindestens drei Wochen erneut in den coronabedingten Lockdown. Ab dem 18. Januar sollen der Handel sowie erstmals seit November auch Kultur und Gastronomie wieder öffnen – allerdings nur für Menschen, die bei einem der dann landesweit umsonst angebotenen Corona-Schnelltests negativ getestet werden. "Für alle, die nicht bereit sind, sich testen zu lassen, gelten die Regelungen des Lockdowns bis 24. Januar, also eine Woche länger", sagte Kanzler Sebastian Kurz am Freitagabend. Tests seien die Voraussetzung für Lockerungen in der Pandemie. "Ohne Einschränkungen gibt es keine Möglichkeit, durch diese Pandemie zu kommen. "Konkret sieht der Plan für den dritten Lockdown in der Alpenrepublik vor, dass Ausgangsbeschränkungen vom 26. Dezember bis 24. Januar wieder den ganzen Tag gelten. Das Haus darf nur aus triftigen Gründen verlassen werden, zu denen neben diversen Grundbedürfnissen wie Einkauf oder Arztbesuch sowie etwa Arbeit oder Bildung auch die Erholung im Freien zählt.

Bis auf Geschäfte des täglichen Bedarfs bleiben der Handel und körpernahe Dienstleister wie Friseure bis zum 17. Januar geschlossen, Schüler lernen im Online-Unterricht. Über die Öffnung von Skigebieten und Liften, die für den 24. Dezember angekündigt war, sollen Bundesländer und Bezirke eigenständig entscheiden. Ab dem 18. Januar sollen Schulen, Handel, Gastronomie, Tourismus wieder öffnen - unter der Bedingung der Vorlage eines negativen Antigen-Schnelltests, der nicht älter als eine Woche ist. Der Verzicht auf einen Test bedeute bis zum 24. Januar ganztägige Ausgangsbeschränkungen und das verpflichtende Tragen einer FFP-2-Maske etwa beim Einkaufen oder auf dem Weg zur Arbeit. Auch Schüler und Lehrer ohne negativen Test müssen eine FFP-2-Maske tragen.

13.43 Uhr: Feuerwerksverbot in Niedersachsen vorläufig außer Kraft gesetzt

Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat das Feuerwerksverbot in der niedersächsischen Corona-Verordnung vorläufig außer Kraft gesetzt. Ein derart umfassendes Feuerwerksverbot sei als Infektionsschutzmaßnahme nicht notwendig, hieß es am Freitag in einer Mitteilung des Gerichts. Die neue Fassung der Corona-Verordnung verbietet in Paragraf 10a nicht nur den Verkauf, sondern auch das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern und anderen pyrotechnischen Gegenständen. Das Verbot sollte landesweit seit dem vergangenen Mittwoch bis zum 10. Januar 2021 gelten.

13.24 Uhr: Kanarische Inseln werden wieder zum Corona-Risikogebiet

Die Bundesregierung stuft die bei deutschen Urlaubern sehr beliebten Kanarischen Inseln wieder als Corona-Risikogebiet ein. Das Robert Koch-Institut teilte am Freitag auf seiner Internetseite mit, dass damit ab Sonntag wieder ganz Spanien auf der Risikoliste steht - was auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts nach sich zieht. Die Kanaren zählen zu den ganz wenigen Urlaubszielen im europäischen Ausland, für die bisher keine Reisewarnung galt. Am 24. Oktober war sie wegen sinkender Infektionszahlen aufgehoben worden. Acht Wochen lang galten die Kanaren so als "risikofrei".

Seit einiger Zeit steigen die Zahlen dort aber wieder - vor allem auf Teneriffa. Dort lagen die Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche zuletzt bei 127. Dadurch erhöhte sich dieser Wert für alle sieben Kanarischen Inseln zusammen - die ansonsten außer La Gomera unter dem Grenzwert 50 liegen - auf durchschnittlich gut 70. Ab einem Wert von 50 erfolgt die Einstufung als Risikogebiet und damit auch die Reisewarnung.

Auf Gran Canaria waren in den vergangenen Tagen angesichts der sich abzeichnenden deutschen Reisewarnung Forderungen laut geworden, Teneriffa und La Gomera von den übrigen Inseln zu entkoppeln. Die Regionalregierung lehnte das aber ab.

Die Reisewarnung bedeutet zwar kein Reiseverbot, soll aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben

11.31 Uhr: Jens Spahn erklärt Priorisierung – "Beim Impfen geht es nicht um Wertschätzung, sondern um Schutz"

"Beim Impfen geht es nicht um Wertschätzung, sondern um Schutz", so Spahn bei der Vorstellung des Impfplans am Freitag. Jemand, der dement sei, könne sich nicht so gut selbst schützen, wie beispielsweise medizinisches Personal, das einen erleichterten Zugang zu FFP2-Masken habe und auch deren Wirksamkeit einschätzen könne. Es müssten jene geschützt werden, "die sich gar nicht selbst schützen können". Spahn sagte, Ärztinnen und Ärzte hätten für diese Priorisierung Verständnis. Dennoch sei es ihm ein Anliegen, auch Hausärztinnen und Hausärzte rasch zu impfen. Anfangs gehe es jedoch schlicht darum, die "Verwundbarsten" und die Personen, die sie betreuen, mit dem Impfstoff zu versorgen.

Es gehe um die Wintermonate, die "nochmal schwer sind", so Spahn. Im Laufe der Monate solle jedem Bürger und jeder Bürgerin ein Impfangebot gemacht werden können.

11.15 Uhr: Früheres Reduzieren der Kontakte "hätte früher einen Unterschied gemacht", so Jens Spahn

Bei der Verkündung des Impfplans am Donnerstag erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn, dass die Pandemie-Situation im Sommer eine andere gewesen sei als nun im Herbst. Spahn sagte, ein "früheres Reduzieren von Kontakten, insbesondere im Herbst, hätte früher einen Unterschied gemacht".

Im Bezug auf die kommenden Impfungen sagte der Gesundheitsminister, er erwarte auch von bereits geimpften Personen Solidarität gegenüber den Mitmenschen – beispielsweise durch das weitere Tragen von Masken und die weitere Einhaltung der Pandemieregeln.

11.08 Uhr: Spahn stellt Impfplan vor

Am Freitag stellte Jens Spahn seinen Plan für die in den kommenden Tagen startenden Corona-Impfungen vor. Zunächst müsse priorisiert werden, sagte der Gesundheitsminister vor der Presse: Ältere und Hochrisikogruppen würden zuerst geimpft.

Mehr zum genauen Vorgehen hier auf watson.de.

6.13 Uhr: Bundesregierung denkt über Gedenkveranstaltung für Corona-Tote nach

Die Bundesregierung denkt einem Bericht zufolge über die Ausrichtung einer zentralen Gedenkveranstaltung für die Corona-Opfer nach. "Auch der Bundesregierung ist es ein wichtiges Anliegen, ein Zeichen zu setzen, dass die Verstorbenen nicht vergessen sind und das Leid der Betroffenen gewürdigt wird", sagte ein Regierungssprecher den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). "Angedacht wurde bisher etwa die Ausrichtung einer zentralen Gedenkveranstaltung." Aufgrund der derzeitigen Pandemielage sei aber noch nicht mit einer konkreten Planung begonnen worden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte Anfang September eine offizielle Gedenkstunde für die Corona-Opfer in Deutschland ins Gespräch gebracht, um die Hinterbliebenen in ihrer Trauer nicht alleinzulassen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, schlug Ende November die Einführung eines bundesweiten Corona-Gedenktages vor. Als möglichen Termin nannte Bätzing den Jahrestag der ersten Impfungen in Deutschland.

6.01 Uhr: Erstmals über 30.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet

Erstmals sind in Deutschland mehr als 30.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines einzigen Tages registriert worden. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 33.777 Infektionen gemeldet, wie das RKI am Freitagmorgen mitteilte. In der Zahl sind 3500 Nachmeldungen aus Baden-Württemberg enthalten, die am Vortag aus technischen Gründen nicht übermittelt worden waren. Abzüglich der Nachmeldungen wurden somit 30.277 neue Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die Zahl der Todesfälle erreichte mit 813 den zweithöchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Am vergangenen Freitag (11.12.) war mit 29.875 der bisherige Höchststand an Neuinfektionen erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle lag bei 598. Der Höchstwert von 952 Todesfällen war am Mittwoch verzeichnet worden.

17. Dezember

18.37 Uhr: EU-Behörde entscheidet schon am 6. Januar über Zulassung von Moderna-Impfstoff

Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zieht ihre Entscheidung über eine Zulassung des Impfstoffs des US-Unternehmens Moderna um eine Woche vor. Die in Amsterdam ansässige Behörde teilte am Donnerstag mit, Moderna habe vorzeitig weitere Daten geliefert, sodass eine außerordentliche Sitzung für den 6. Januar angesetzt worden sei, "um die Prüfung möglichst abzuschließen". Ursprünglich war die Moderna-Entscheidung für den 12. Januar vorgesehen.

14.32 Uhr: RKI korrigiert Zahlen – neuer Corona-Rekord in Deutschland

In Deutschland hat es einen neuen Höchststand bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben. Die am Donnerstagmorgen vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichte Zahl von 26.923 Neuinfektionen war wegen fehlender Zahlen aus Baden-Württemberg um etwa 3500 zu niedrig ausgewiesen, wie das RKI mitteilte. Mit den fehlenden Zahlen hätte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden bei etwa 30.400 und damit erstmals über der 30.000er-Marke gelegen.Wie eine RKI-Sprecherin sagte, werden die am Donnerstag nicht ausgewiesenen 3500 Neuinfektionen am Freitag in der Statistik ausgewiesen - damit werden die Freitagszahlen an sich zu hoch sein. Auf die für staatliche Maßnahmen entscheidende 7-Tages-Inzidenz werde die statistische Ungenauigkeit aber keine Auswirkungen haben, da dafür das tatsächliche Meldedatum der Fälle angesetzt werde.

10.34 Uhr: Frankreichs Präsident Macron positiv auf Corona getestet

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 42-Jährige habe zuvor erste Symptome gezeigt, teilte der Élyséepalast am Donnerstag mit. Macron wird sich demnach entsprechend der geltenden Vorschriften für sieben Tage isolieren. Er werde seine Arbeit von zu Hause aus fortführen. Premierminister Jean Castex werde sich als Kontaktfall ebenfalls isolieren, berichteten französische Medien. Er habe keine Symptome gezeigt, wurde aber dennoch am Morgen getestet.

Macron wollte eigentlich in der kommenden Woche in den krisengeschüttelten Libanon reisen. Er hatte zuletzt gemeinsam mit den Vereinten Nationen eine weitere Konferenz für Hilfsmaßnahmen für das Land organisiert. Dazu, ob und auf wann diese Reise verschoben wird, machte der Élysée zunächst keine Angaben. Auch zu den Symptomen des Präsidenten gab es keine Details. Aus Kreisen des Präsidentenpalastes hieß es allerdings, dass bei der Regierungssitzung unter Vorsitz von Macron am Mittwoch Abstandsregeln eingehalten worden seien und alle Teilnehmer Masken getragen hätten. Daher gebe es in diesem Zusammenhang keinen Kontaktfall. Macron hatte am Mittwoch außerdem den portugiesischen Regierungschef Antonio Costa in Paris empfangen.

 Paris, France le 16 decembre 2020 - Le President Emmanuel Macron accueille le Premier Ministre du Portugal. French President Emmanuel Macron welcomes the Prime Minister of Portugal, Antonio Costa, at the Elysee Palace, on December 16, 2020 in Paris. PUBLICATIONxNOTxINxFRA Copyright: xAurelienxMorissardx

Bild: imago images / Aurelien Morissard

6.22 Uhr: 698 neue Corona-Todesfälle und 26.923 Neuinfektionen gemeldet

Die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter übermittelten dem Robert Koch-Institut (RKI) 698 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Das ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie.

Außerdem wurden 26.923 Neuinfektionen verzeichnet. Das sind mehr als am vergangenen Donnerstag (10.12.). Damals waren 23.679 Neuinfektionen gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle lag bei 440. Der Höchstwert von 952 Todesfällen war am Mittwoch verzeichnet worden. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Freitag den Höchststand von 29 875 gemeldeten Fällen erreicht.

6.01 Uhr: Sachsen erwägt Abriegelung von Corona-Hotspots

Sachsen prüft nach Medienberichten drastischere Maßnahmen zur Eindämmung der weiter steigenden Zahl der Coronavirus-Infektionen. Nach Angaben von "Bild" und "Freie Presse" erwägt die Landesregierung, Kommunen mit einer besonders angespannten Corona-Lage von der Außenwelt abzuriegeln. Zudem könnten die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen verschärft werden. Die Einwohner dürften nach diesen Berichten dann nur noch während eines vorher festgelegten Zeitfensters und auf dem kürzesten Weg einkaufen gehen.

Sachsens Regierungssprecher Ralph Schreiber sagte zu diesen Berichten auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochabend: "Die Situation ist angespannt, und viele Menschen machen sich große Sorgen. Es gibt aktuell keinen konkreten Beschluss für weitere Maßnahmen." Die Staatsregierung habe nichts entschieden, was ad hoc gelte und was die Menschen überfordere. Der Krisenstab arbeite mit Hochdruck daran, das Infektionsgeschehen einzudämmen. "Das beinhaltet natürlich auch Szenarien, welche Maßnahmen und Möglichkeiten es gibt, wenn es uns nicht gelingt, die Ausbreitung zu stoppen und die Zahlen weiter explodieren", sagte er, ohne konkret zu werden.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte am Mittwoch im Landtag gesagt, derzeit sei die pandemische Situation in Sachsen nicht im Griff. Er sprach von einer "extrem angespannten Situation". Der Wert der Neuerkrankungen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche klettert weiter nach oben. Er lag am Mittwoch erstmals über 400. Das ist mit Abstand der höchste Wert im Vergleich aller Bundesländer.

16. Dezember

20.50 Uhr: Länder rechnen mit Impfbeginn am 27. Dezember

Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder stellt sich auf einen bundesweiten Beginn der Corona-Impfungen am 27. Dezember ein. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe die GMK über die zu erwartende Zulassung und Lieferung des Impfstoffes von Biontech und Pfizer informiert, teilte der Berliner Senat, der derzeit den Vorsitz der GMK innehat, am Mittwochabend mit.

Für die Bundesländer ergebe sich daraus der 27. Dezember als Starttermin. Insbesondere solle mit der Impfung in Pflegeheimen begonnen werden.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte am Dienstag angekündigt, ihre Entscheidung zur Zulassung des Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer am kommenden Montag treffen zu wollen. Es wird mit einem positiven Votum gerechnet, wenige Tage später sollen die Impfungen beginnen.

In einem ersten Schritt könnten nach der Zulassung laut Spahn rund 400.000 Impfdosen ausgeliefert werden. Bis Ende des ersten Quartals rechnet der Gesundheitsminister mit elf bis 13 Millionen Impfdosen. Am Freitag will Spahn auf Grundlage der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) beim Robert-Koch-Institut eine Verordnung zur Priorisierung bei den Impfungen vorlegen.

17.01 Uhr: Spahn verteidigt Vorgehen bei Corona-Impfungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das geplante Vorgehen bei Corona-Impfungen in Deutschland gegen Kritik verteidigt. "Impfen ist der Weg raus aus dieser Pandemie. Und wir sind auf diesem Weg gut vorbereitet", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag. Es gebe sehr bewusst keine Impfstoff-Notzulassung, sondern eine ordentliches, gründliches Prüfungsverfahren und europäische Solidarität. Für anfangs nötige vorrangige Impfungen gefährdeter Gruppen habe der Bundestag auch eine gesetzliche Grundlage gelegt.

"Für die weitere Ausgestaltung gibt es ein transparentes Verfahren", erläuterte Spahn mit Blick auf eine vorgesehene Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Auf dieser Basis plane er dann noch eine Verordnung, die Impfprioritäten festschreibe. Es gebe doch "einen großen Konsens", besonders verwundbare Bevölkerungsgruppen wie etwa über 80-Jährige zuerst zu impfen.

Redner der Opposition forderten teils eine stärkere Einbeziehung des Bundestags über ein weiteres Impfgesetz. FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae sagte, wer wann geimpft werde, könne eine Frage auf Leben und Tod sein. Die Impfstrategie sei daher eine Grundrechtsfrage, über die das Parlament entscheiden müsse. Gesine Lötzsch (Linke) kritisierte, dass die Regierung den Bundestag vor vollendete Tatsachen stelle. Impfen sei Vertrauenssache, und Vertrauen schaffe man nur mit Transparenz und demokratischer Willensbildung. Die Bundesregierung setzt auf eine europäische Zulassung des ersten Impfstoffes kurz vor Weihnachten, noch vor dem Jahreswechsel könnten Impfungen starten.

16.55 Uhr: Bundesregierung startet Förderung der Produktion von Corona-Schnelltests

Die Bundesregierung fördert ab sofort die Produktion von Corona-Schnelltests in Deutschland. Die entsprechende Förderrichtlinie trat am Mittwoch in Kraft, wie das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesgesundheitsministerium mitteilten. Demnach stehen 200 Millionen Euro zu Verfügung.

Gefördert werden laut den Ministerien Unternehmen, die seit dem 11. November 2020 in neue Produktionsanlagen oder in die Erweiterung bestehender Produktionsanlagen für die sogenannten Antigentests in Deutschland investieren oder investiert haben. Die Firmen erhalten demnach einen nicht rückzahlbaren Zuschuss von bis zu 30 Prozent der förderfähigen Investitionsausgaben.

Werden mindestens 70 Prozent der zur Produktion notwendigen Vorprodukte, Anlagenteile und Komponenten aus Deutschland oder der EU bezogen, ist ein "Bonus von 10 Prozentpunkten" möglich. Pro Antragsteller fließen maximal 30 Millionen Euro. Die Zuschüsse müssen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beantragt werden." Die Pandemie hat gezeigt, dass wir uns gerade bei sensiblen Produkten in Deutschland und Europa unabhängiger von Importen machen müssen. Das gilt auch für Testausstattungen", erläuterte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die Förderung.

6.12 Uhr: Höchstwert: 952 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet

Die Zahl der verzeichneten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus ist sprunghaft gestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 952 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht.

Außerdem sind 27.728 Neuinfektionen verzeichnet worden. Allerdings waren in den Daten von Dienstag keine Zahlen aus Sachsen enthalten gewesen, weswegen in den neuen Zahlen auch Nachmeldungen enthalten sein könnten, wie es hieß.

Vergangenen Mittwoch (9.12.) waren 20.815 Neuinfektionen und 590 Todesfälle gemeldet worden. Die bisherigen Höchstwerte von 29.875 gemeldeten Fällen und 598 Toten waren am Freitag erreicht worden.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Am Dienstag lag die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle bei 500 und somit auch ohne die fehlenden sächsischen Daten beim bis dahin dritthöchsten Wert seit Beginn der Pandemie.

00.01 Uhr: Lockdown hat begonnen

In ganz Deutschland hat der harte Lockdown begonnen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Von diesem Mittwoch an gelten vorerst bis zum 10. Januar entsprechende Verordnungen in den Bundesländern. Einzelhandelsgeschäfte müssen schließen, Ausnahmen gelten nur für Läden, die den täglichen Bedarf decken. Schulen bleiben grundsätzlich zu oder die Präsenzpflicht ist ausgesetzt. Auch Friseurgeschäfte und andere Dienstleister im Bereich der Körperpflege dürfen nicht mehr öffnen.

15. Dezember

14.45 Uhr: EMA-Entscheidung über Zulassung des Impfstoffs doch schon am 21. Dezember

Das Zulassungs-Wirrwarr hat nun ein Ende. Der Corona-Impfstoff der Unternehmen Pfizer und Biontech könnte bereits vor Weihnachten auch in der EU zugelassen werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will dafür den Weg freimachen. Bereits am 21. Dezember werde sie ihr Gutachten über die Zulassung des Impfstoffes der Pharmaunternehmen aus den USA und Mainz vorlegen, kündigte die Behörde am Dienstag in Amsterdam an. Das sind acht Tage früher als geplant. Es gilt als so gut wie sicher, dass die EMA grünes Licht geben wird. Formell muss dann noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte auch innerhalb eines Tages erfolgen. Damit wäre der Weg frei für Massen-Impfungen in allen EU-Mitgliedsstaaten.

Es würden keine Abstriche bei den Sicherheits-Standards gemacht, betonte die EMA. "Eine Markt-Zulassung stellt sicher, dass Covid-19-Impfstoffe dieselben hohen EU-Standards erfüllen, die für alle Impfstoffe und Medikamente gelten." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt auf einen baldigen Start von Impfungen gegen das Coronavirus. Er sei optimistisch, dass der Impfstoff am 23. Dezember zugelassen werde. Dies sei "eine gute Nachricht für die Europäische Union", sagte er. Ziel sei es, in Deutschland noch vor dem Jahreswechsel mit dem Impfen zu beginnen.

13.00 Uhr: Verteilung von kostenlosen FFP2-Masken beginnt

Am Dienstag ist die von der Regierung beschlossene Verteilung von kostenlosen FFP2-Atemschutzmasken an Corona-Risikogruppen angelaufen. Menschen im Alter ab 60 Jahren und Vorerkrankte könnten in Apotheken nun einen ersten Vorrat von drei Masken abholen, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Zur Abholung reicht ein Ausweis oder eine sogenannte Selbstauskunft. Auch die Abholung durch andere ist mit einer Vollmacht möglich.

Die Atemmasken höherer Schutzklasse sollen an gut 27 Millionen Menschen abgegeben werden, die zu den definierten Risikogruppen gehören. Sie sollen einen kostenlosen Grundvorrat erhalten, etwa für Erledigungen in stärker ansteckungsgefährdender Umgebung. Die Masken sind aber auch frei erhältlich.

Im kommenden Jahr wird die Verteilung an die Risikogruppen fortgesetzt. Dann geben die Krankenkassen Abholcoupons für weitere sechs Masken aus, außerdem wird eine Zuzahlung fällig. Der Sozialverband VdK kritisierte eine fehlende Beteiligung der privaten Krankenversicherer an den Kosten der Aktion. Sie würden aus dem Gesundheitsfonds der gesetzlichen Kassen vorgeschossen und später aus Bundesmitteln bezahlt, erklärte der VdK am Dienstag in Berlin. Eine anteilige Finanzierung der privaten Kassen sei bisher nicht geplant. Das dürfe nicht zu höherer Kassenbeiträgen führen

12.30 Uhr: EMA geht weiterhin vom 29.12. als Tag der Impfzulassung aus

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat nicht bestätigt, dass der Corona-Impfstoff bereits am 23. Dezember für die EU zugelassen wird. Die EMA gehe weiterhin vom 29. Dezember aus, sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Amsterdam. Auszuschließen sei aber ein früherer Zeitpunkt nicht.

Während des laufenden Prüfverfahrens werde auch der Zeitrahmen laufend angepasst. Am Dienstag hatten die "Bild"-Zeitung und weitere Medien über eine Zulassung bereits am 23. Dezember berichtet, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich darauf bezogen.

In den USA und Großbritannien ist der Impfstoff der Pharmaunternehmen Pfizer und Biontech mit einer Notzulassung auf dem Markt. Die EMA prüft die Daten für die EU-Mitgliedsstaaten und will bis spätestens 29. Dezember entscheiden

12.19 Uhr: Spahn und sein Mann feiern Weihnachten erstmals allein

Jens Spahn feiert wegen Corona das erste Mal mit seinem Mann alleine Weihnachten. Das sagte er auf eine entsprechende Frage bei der Bundespressekonferenz in Berlin. "Wenn es geht, werden wir die Christmette besuchen", fügte der Gesundheitsminister hinzu. Ob das geht, wollen sie erst dann angesichts der Lage entscheiden.

11.37 Uhr: Die Impfstoff-Zulassung in der EU soll am 23. Dezember kommen – erste Impfungen bereits vor dem Jahreswechsel

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt auf einen baldigen Start von Impfungen gegen das Coronavirus. Ziel sei, eine europäische Impfstoff-Zulassung noch vor Weihnachten zu erreichen und dann in Deutschland noch vor dem Jahreswechsel mit dem Impfen beginnen zu können, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin. Er nannte den 23. Dezember als nun voraussichtliches Datum der Zulassung in der EU. Dies sei "eine gute Nachricht für die Europäische Union", so Spahn.

Zugleich verteidigte der Minister die Vorgehensweise, keine Notfallzulassung für Impfstoffe vorzusehen, sondern ein reguläres Verfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Dies sei wichtig für das Vertrauen in Impfstoffe.

Spahn rechnet selbst mit dem jetzt verschärften Corona-Lockdown nicht mit schnellen Effekten bei der Eindämmung der Pandemie. "Auch eine Vollbremsung wird eine lange Bremsspur haben." Die weitergehenden Schließungen von Einrichtungen, die ab diesem Mittwoch starten, seien geboten. "Lieber jetzt mit Aussicht auf Erfolg als erst nach Weihnachten mit dem Risiko großer Nebenwirkungen." Wichtig sei nun, die Vorgaben in allen Bereichen konsequent umzusetzen.

7.01 Uhr: Mehrheit der Bürger könnte bis Ende Sommer geimpft werden, so Jens Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass bis Ende Sommer 2021 rund 60 Prozent der Bürger in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft sein könnten. Stand heute könne im Sommer mit einer solch großen Zahl an Impfdosen gerechnet werden, dass dann im Sommer weite Teile der Bevölkerung geimpft werden könnten, sagte der CDU-Politiker am Montagabend im ZDF-"heute-journal" auf die Frage, wann 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sein könnten.

Jedem, der wolle, solle bis dahin ein Impfangebot gemacht werden können. Laut Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung für eine wirkungsvolle Bekämpfung der Corona-Pandemie nötig.

Spahn sagte weiter: "Unser Ziel ist, dass es noch vor Weihnachten eine Zulassung gibt und dass wir dann auch noch in diesem Jahr beginnen können zu impfen, auch hier in Deutschland – entscheiden muss am Ende die (Europäische Arzneimittel-Agentur) Ema." Das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) die Zulassung des Corona-Impfstoffs beantragt. Spätestens am 29. Dezember soll das Gutachten des Expertenausschusses vorliegen.

6.55 Uhr: 14.432 neue Fälle und 500 Tote

Die Zahl der Todesfälle und der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 14.432 neue Fälle und 500 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Am Dienstag der Vorwoche waren 14.054 Neuinfektionen und 423 Todesfälle gemeldet worden. Die Höchststände von 29.875 gemeldeten Fällen und 598 Toten waren am Freitag erreicht worden. Die 500 Todesfälle vom Dienstag bedeuten den dritthöchsten Wert seit Beginn der Pandemie.

14. Dezember

19.45 Uhr: Niederlande verhängen härtesten Lockdown seit Beginn der Pandemie

Angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen haben die Niederlande den bisher härtesten Lockdown für ihr Land verhängt. Die strengen Maßnahmen treten ab Mitternacht in Kraft und sollen bis zum 19. Januar dauern, kündigte Premier Mark Rutte am Montagabend in einer TV-Ansprache an. "Die Niederlande werden für fünf Wochen abgeriegelt." Zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie müssen auch Geschäfte - außer für den täglichen Bedarf - schließen.

Das Land reagiert damit auch auf den harten Shutdown im Nachbarland Deutschland. Viele Kommunen fürchteten, dass Deutsche nach den strengen Maßnahmen in ihrem Land ab Mittwoch zu Weihnachtseinkäufen über die Grenze fahren könnten.

Ab Montagnacht müssen auch Kinos, Theater und Museen schließen sowie Friseure, Fitnessstudios und Schwimmbäder. Bürger dürfen sich pro Tag nur noch mit zwei anderen Personen treffen. Zu Weihnachten dürfen es drei Gäste sein. Ab Mittwoch werden auch die Schulen und Kitas geschlossen. Von Auslandsreisen wird bis Mitte März dringend abgeraten.Rutte betonte, dass es "gerade vor Weihnachten" eine äußerst harte Botschaft sei. "Aber wir haben keine Wahl", betonte der rechtsliberale Premier. Die Lage sei sehr ernst, Krankenhäuser könnten dem Druck kaum noch standhalten. "Aber wir werden es schaffen", bekräftigte er.

10.15 Uhr: "Wir sind ein starkes Land"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich an die Menschen in Deutschland gewandt in einer Rede zum harten Weihnachts-Lockdown. "Die Lage ist bitterernst", sagt der Bundespräsident zur Begründung für die Maßnahmen.

Er zeigte Verständnis für die Corona-Müdigkeit im Alltag, appellierte aber an die Menschen, in größeren Zusammenhängen zu denken: "Die Pandemie beherrscht unseren Alltag und besetzt unser Denken", beschrieb er die Situation. Wer jetzt sage, er wolle davon nichts mehr hören, den bitte er aber, an die Betroffenen zu denken, an die Kranken und an die, die sie pflegen: "Sie kämpfen bis zu Erschöpfung darum, dass die Pandemie nicht noch mehr Menschenleben fordert."

Der harte Weg, den das Land jetzt gehen müsste, würde am Ende aus der Pandemie herausführen. "Diese Wochen sind eine Prüfung für uns alle", sagte Steinmeier. "Wir sind ein starkes Land, weil in dieser schweren Krise so viele Menschen füreinander da sind und über sich hinaus wachsen."

Steinmeier schloss mit den Worten: "Die Pandemie wird uns unsere Zukunft nicht rauben. Wir werden diese Krise überwinden, das muss gelingen, und es wird gelingen."

6.55 Uhr: Corona-Neuinfektionen deutlich über Vorwochenwert

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau, auch wenn die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) zum Wochenstart wieder vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet haben. Innerhalb eines Tages wurden 16.362 neue Fälle übermittelt, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Das sind rund 4000 Fälle mehr als am vergangenen Montag, als die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 12.332 lag. Der bisherige Rekord war am Freitag mit 29.875 gemeldeten Fällen erreicht worden. An Sonntagen und Montagen sind die vom RKI veröffentlichten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten zudem 188 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Vor genau einer Woche hatte dieser Wert bei 147 gelegen. Der bisherige Höchststand von 598 Todesfällen war am Freitag erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 21.975.

13. Dezember

18.42 Uhr: Wohl keine Weihnachts-Lockerungen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt wird es zu Weihnachten voraussichtlich keine Lockerungen der Kontaktregeln geben. Es bleibe dabei, dass sich höchstens fünf Personen treffen dürfen, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Sonntag in Wittenberg. "Eine Lockerung sehen wir derzeit als nicht gerechtfertigt an", sagte der Regierungschef mit Blick auf die hohen Infektionszahlen. Nicht mitgezählt werden im Land Kinder bis 14 Jahren, die mit einem der anwesenden verwandt sind. Das Kabinett solle am Montag darüber entscheiden. Ursprünglich hatte Sachsen-Anhalt geplant, für Weihnachten auch Treffen von bis zu zehn Personen zu ermöglichen.

17.29 Uhr: Thüringen verhängt nächtliche Ausgangsbeschränkung

In Thüringen gilt von Mittwoch an eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. In der Zeit von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr dürfe die Wohnung nur aus triftigen Gründen wie der Ausübung des Berufs verlassen werden, entschied die Landesregierung am Sonntag in Erfurt. Grund dieser Sonderregelung im Vergleich zu den Bund-Länder-Vereinbarungen sei die anhaltend hohe Infektionszahl, teilte die Staatskanzlei mit. Die Ausgangsbeschränkung gelte für Thüringen insgesamt.Für Heiligabend und die Nächte bis zum 26. Dezember sowie die Silvesternacht würden gesonderte Regelungen getroffen, so die Staatskanzlei. Dies gelte auch für die hohen Feiertage der jüdischen und muslimischen Gemeinden.Die Mehrheit der Landkreise und kreisfreien Städte weise mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen auf.

14.02 Uhr: Lauterbach "sehr skeptisch, dass dies bis zum 10. Januar gelingt"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist skeptisch, ob es gelingt, die Corona-Zahlen bis zum 10. Januar weit genug nach unten zu drücken. An diesem Tag sollen die Maßnahmen eigentlich enden. Angela Merkel und Markus Söder haben jedoch bereits angedeutet, dass auch nach dem 10. Januar ähnliche Maßnahmen nötig sein könnten.

Lauterbach schrieb auf Twitter, dass der Shutdown keinen Tag zu früh komme, aber: "Eine klare Schulschließung ab Mittwoch wäre besser gewesen. Auch Treffen an Weihnachten hätte ich auf 5 Personen plus Kinder über 14 begrenzt."

Und weiter: "Nur wenn auch private Treffen und Betriebe drastisch heruntergefahren werden, ist die Zielinzidenz zu halten. Ich bin selbst sehr skeptisch, dass dies bis zum 10. Januar gelingt. Wenn nicht, müssen die Maßnahmen verlängert werden. Es liegt jetzt auch an uns allen selbst."

12.35 Uhr: Die neuen Corona-Regeln

Welche Regeln gelten nun also ab Mittwoch? Alle Beschlüsse des heutigen Tages im Überblick findet ihr hier.

11.28 Uhr: Bund erhöht Corona-Finanzhilfen für Unternehmen

Angesichts des harten Lockdowns ab Mittwoch erweitert der Bund Corona-Finanzhilfen für Unternehmen. Das geht aus dem Beschlusspapier nach den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Sonntag hervor.

11.26 Uhr: Möglichst keine Schul- und Kita-Besuche bis 10. Januar

Schüler und Kita-Kinder sollen spätestens ab Mittwoch deutschlandweit wann immer möglich für zunächst dreieinhalb Wochen zu Hause bleiben. Ausnahmen und eine Notbetreuung sind möglich und in einigen Bundesländern gelten solche Regeln bereits ab Montag.

11.22 Uhr: Kein Verkauf von Feuerwerk vor Silvester

Nach einem Beschluss von Bund und Ländern vom Sonntag wird der Verkauf von Feuerwerk vor Silvester grundsätzlich verboten.

11.20 Uhr: Versammlungsverbot an Silvester

An Silvester und Neujahr wird in Deutschland angesichts der sich ausbreitenden Corona-Pandemie ein bundesweites An- und Versammlungsverbot gelten. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten am Sonntag mit.

11.15 Uhr: Einzelhandel schließt ab Mittwoch

Die meisten Geschäfte in Deutschland müssen wegen der Corona-Pandemie vom 16. Dezember bis zum 10. Januar schließen. Das haben Bund und Länder am Sonntag beschlossen. Ausgenommen sind etwa Lebensmittelgeschäfte, Drogerien sowie Banken und Sparkassen.

8.55 Uhr: Harter Lockdown soll Mittwoch beginnen

Der harte Lockdown in Deutschland soll am Mittwoch beginnen. Das sieht die Beschlussvorlage für das Bund-Länder-Treffen vor, das um 10 Uhr beginnt.

8.04 Uhr: 20.200 Neuinfektionen und 321 weitere Todesfälle

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 20.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 20.200 neue Ansteckungsfälle erfasst. Am vergangenen Sonntag waren rund 17.700 Neuinfektionen registriert worden. Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg laut RKI binnen eines Tages um 321 auf insgesamt 21.787.

Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Fallzahlen des RKI sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen. Am Freitag waren die bislang höchsten Zahlen für Deutschland vermeldet worden mit 29.875 Neuinfektionen und 598 Corona-Toten.

12. Dezember

22.23 Uhr: Bund und Länder offenbar weitgehend einig – Lockdown soll spätestens ab 16. Dezember gelten

Bund und Länder haben sich zur Eindämmung der Corona-Pandemie laut einem Medienbericht weitgehend auf einen Lockdown geeinigt. Dieser solle spätestens ab dem 16. Dezember gelten, meldet das Magazin "Business Insider". Darauf hätten sich die Chefs der Staatskanzleien mit dem Kanzleramt am Samstagabend verständigt.

Weiter hieß es, das Kanzleramt wolle lieber schon den 15. Dezember als Starttermin. Eine endgültige Entscheidung solle am Sonntagmorgen bei einer Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten fallen.

Daneben sollen private Treffen laut dem Bericht weiterhin auf zwei Haushalte und maximal fünf Personen beschränkt werden - Kinder unter 14 Jahren nicht eingerechnet. Vom 24. bis 26. Dezember werde die Obergrenze auf maximal zehn Personen erhöht. Dann sollen auch mehr als zwei Haushalte erlaubt sein, wenn es sich um direkte Verwandte handele.

Der umstrittenste noch offene Punkt ist dem Bericht zufolge das Thema Schulen und Kitas. Grundsätzlich einig sei man sich, dass es bis 10. Januar keinen Präsenzunterricht geben soll. Wie das konkret umgesetzt werde, hänge von den Regelungen der einzelnen Länder ab. Bei den Kitas plädiere das Kanzleramt für eine Schließung, die Länder wollten sie offen halten.

12.15 Uhr: Kretschmann nach Corona-Schalte: Bundesweiter Lockdown kommt wohl vor Weihnachten

Der bundesweite Lockdown wird nach Einschätzung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann schon vor Weihnachten kommen. "So wie es sich abzeichnet, wird der harte Lockdown vor Weihnachten kommen und nicht erst danach", sagte Kretschmann am Samstag beim Grünen-Landesparteitag in Reutlingen mit Verweis auf eine Corona-Schalte mit anderen Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel. Dort sei am Samstagmorgen die Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Sonntag zur Corona-Krise vorbereitet worden. Kretschmann betonte, die Menschen müssten sich darauf einstellen, dass schon nächste Woche das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben so weit wie möglich heruntergefahren werde.

8.12 Uhr: 28.438 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 28.438 neue Corona-Infektionen übermittelt. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor. Der Höchststand war am Freitag mit 29.875 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Samstag hatte die Zahl bei 23.318 gelegen. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 496 neue Todesfälle.

Der bisherige Höchstwert von 598 Toten war ebenfalls am Freitag erreicht worden.

8.01 Uhr: Biontech/Pfizer-Impfstoff auch in USA zugelassen

Als erster Corona-Impfstoff hat das Mittel des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer eine Notfallzulassung in den USA bekommen. Der Impfstoff könne nun bei Menschen ab 16 Jahren eingesetzt werden, teilte die US-Arzneimittelbehörde FDA am Freitagabend (Ortszeit) mit. FDA-Chef Stephen Hahn sprach von einem "bedeutenden Meilenstein im Kampf gegen diese verheerende Pandemie". Medienberichten zufolge soll das Weiße Haus die FDA zuvor mit Drohungen zur umgehenden Notfallzulassung gedrängt haben.

Der abgewählte US-Präsident Donald Trump versprach seinen Landsleuten nach der Zulassung erste Impfungen noch an diesem Wochenende. "Der erste Impfstoff wird in weniger als 24 Stunden verabreicht werden", kündigte Trump in einem auf Twitter veröffentlichten Video an. Seine Regierung habe bereits mit der Verschickung des Impfstoffes begonnen. Trump betonte, Impfungen seien für alle Amerikaner kostenfrei.

Mit Blick auf die Entwicklung des Impfstoffs in Rekordzeit sagte er: "Das ist eine der größten wissenschaftlichen Errungenschaften der Geschichte." Der Impfstoff werde Millionen Menschenleben retten "und die Pandemie bald ein für allemal beenden".

Trump präsentierte die Entwicklung als einen Erfolg seiner Regierung: Die USA seien "das erste Land der Welt", das einen nachweisbar sicheren und wirksamen Impfstoff produziere. Das ist allerdings nicht zutreffend, da das US-Unternehmen Pfizer als Partner an der Entwicklung des Impfstoffs durch das deutsche Unternehmen Biontech beteiligt war. Das Mittel wird auch außerhalb der USA bereits hergestellt und in einigen Ländern sogar bereits eingesetzt.

11. Dezember

16.10 Uhr: Lauterbach fordert bundesweiten "harten Shutdown" – und Ausgangssperre an Silvester

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert einen bundesweiten "harten Shutdown", um die Corona-Lage in Deutschland wieder in den Griff zu bekommen. "Wir müssen bis auf das Notwendigste alles herunterfahren. Und zwar schnell", sagt er im Nachrichtenpodcast der "Süddeutschen Zeitung". Schulen und Geschäfte müssten sofort schließen.

Die in Aussicht gestellten Lockerungen über Weihnachten halte er für falsch. Diese würden die Pandemie eher beschleunigen. Im Moment hätten wir die Kontrolle über die Pandemie verloren, sagte er weiter.

Lauterbach erklärt außerdem, dass diese Maßnahmen über den 10. Januar hinaus in Kraft bleiben könnten. Solange, bis die Sieben-Tage-Inzidenz bei maximal 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner liege. "Bevor wir das nicht geschafft haben, würde jedes erneute Lockern dazu führen, dass die Zahlen wieder hochgehen", so der SPD-Politiker. Es könne also sein, dass Clubs und Restaurants bis März oder April nicht öffnen können.

Für Silvester fordert er zusätzliche Verschärfungen. "Ich finde eine Ausgangssperre, zum Beispiel ab 20 Uhr wie in Frankreich, richtig und sinnvoll, um die Infektionszahlen zu senken", sagte Lauterbach zu "Bild".

Ebenso fordert Lauterbach ein striktes, generelles Böllerverbot. "Es gibt diese Silvester nichts zu feiern. Tausende Menschen kämpfen in Krankenhäusern darum, Luft zu atmen." Es würde die Krankenhäuser und auch die Ordnungsbehörden entlasten, wenn sie in Corona-Zeiten nicht auch noch mit Böller-Unfällen und anderem "Party-Chaos" zu tun hätten, erklärte Lauterbach.

14.05 Uhr: Schweden verschickt Corona-SMS an gesamte Bevölkerung

In Schweden soll die gesamte Bevölkerung eine SMS mit den aktuellsten Corona-Regeln bekommen. Zweck des Ganzen ist, die mehr als zehn Millionen Einwohner vor den Weihnachtstagen und -ferien über die geltenden Maßnahmen in Kenntnis zu setzen und um Befolgung zu bitten. Die Regierung in Stockholm erteilte am Freitag der Gesundheits- und der Zivilschutzbehörde einen entsprechenden Auftrag. In der SMS soll auch darauf hingewiesen werden, dass von Montag an im ganzen Land wieder dieselben Empfehlungen gelten. Die nationalen Regeln ersetzen regionale Empfehlungen, die zuletzt gegolten hatten.

Schweden geht in der Corona-Krise einen viel beachteten Sonderweg mit vergleichsweise lockeren Maßnahmen und Appellen an die Vernunft. Aber auch in dem skandinavischen EU-Land gelten bestimmte Corona-Beschränkungen. Hinzu kommt eine ganze Palette an Maßgaben etwa zum Abstandhalten und weitere Schritte, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Nachdem Schweden im Frühjahr die mit Abstand höchsten Corona-Zahlen Skandinaviens hatte, ist die Lage abermals sehr ernst. Die Infektionszahlen sind seit Ende Oktober rapide gestiegen, Intensivstationen in Stockholm an den Belastungsgrenzen. Im Vergleich mit Deutschland hatte Schweden in den vergangenen 14 Tagen mehr als doppelt so hohe Neuinfektionszahlen.

11.45 Uhr: Intensivmediziner fordern sofortigen bundesweiten Lockdown

Angesichts der verschärften Coronalage haben die deutschen Intensivmediziner einen sofortigen und bundesweiten Lockdown gefordert. "Weitere 14 Tage nach dem Motto 'Augen zu und durch' erscheinen angesichts der heutigen Zahlen nicht mehr nachvollziehbar", erklärte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, am Freitag.

Die Belastungen auf Intensivstationen könnten vom Personal nicht mehr lange getragen werden. "Wir brauchen jetzt einen durchgreifenden Lockdown." Selbst ein sofortiger Lockdown würde die Patientenzahlen in Krankenhäusern erst in zwei bis drei Wochen deutlich sinken lassen, erklärte Janssens weiter. Bei 30.000 täglichen Neuinfektionen in den kommenden zwei Wochen sei bis Weihnachten mit etwa 420.000 Corona-Infizierten zu rechnen.

Die daraus resultierende Zahl von Patienten, die auf intensivmedizinische Behandlung angewiesen seien, "wird dann nicht mehr adäquat zu behandeln sein", warnte Janssens. Vorbereitungen für "Priorisierungssituationen" liefen bereits.

Divi-Vorstandsmitglied Stefan Kluge betonte die Dringlichkeit eines "konzertierten und gemeinsamen Handelns aller Bundesländer". Für die Patientenversorgung sei die Medizin auf Reserven angewiesen, "um Patienten in weniger belastete Regionen in Deutschland verlegen zu können". Bereits jetzt müssten sich Kliniken teils von der Notfallversorgung abmelden und Notfallpatienten teils lange Transportzeiten in Kauf nehmen, erklärte Kluge. Derzeit zeichnet sich ein harter Lockdown mit Schließungen im Handel bis zum 10. Januar ab, der Beginn ist aber noch offen.

11.40 Uhr: Steinmeier: "Corona-Lage ist 'bitterernst'"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält eine weitere Verschärfung der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie für zwingend erforderlich. "Die Lage ist bitterernst", sagte er am Freitag in Berlin zum Beginn einer Online-Gesprächsrunde mit Bürgern über deren aktuelle Situation in der Krise.

"Wenn sich, wie zur Zeit, jeden Tag Zehntausende Menschen mit dem Virus infizieren, wenn täglich Hunderte an dem Virus sterben, dann bedeutet das wohl auch, dass wir unsere Anstrengungen im Kampf gegen die Pandemie dringend weiter verstärken müssen."

Dies gelte für die politischen Entscheidungen auf allen Ebenen, aber auch für das ganz persönliche Verhalten, sagte der Bundespräsident. "Jeder und Jede muss sich in diesen Tagen fragen: Was kann ich tun, damit sich das Virus nicht noch weiter verbreitet? Wie kann ich noch mehr Vorsicht für mich und noch mehr Rücksicht für Andere üben?"

Er wisse natürlich um die Härte der Einschränkungen gerade jetzt in der Weihnachtszeit, betonte Steinmeier. Trotz dieser Härten gebe es aber "keinen Grund zur Resignation". Steinmeier verwies zwar auf die Fortschritte bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes, doch betonte er: "Auch mit der Hoffnung auf die Impfstoffe - das Virus ist noch nicht besiegt."

Seine Bitte sei: "Halten wir in den nächsten Monaten weiter zusammen, mit Abstand, mit Haltung. Bleiben wir vernünftig miteinander und solidarisch", sagte Steinmeier. "Dann haben wir auch allen Grund zur Zuversicht, dass sich die Lage im nächsten Jahr, am Beginn nächsten Jahres, deutlich verbessert."

11.20 Uhr: Schleswig-Holstein für Krisengipfel noch am Freitag

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat ein Treffen aller Ministerpräsidenten noch am Freitag, spätestens aber am Samstag gefordert. Es dürfe keine Zeit verloren werden im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus, sagte Günther im Kieler Landtag.

Er kündigte zugleich die konkreten Maßnahmen für den angekündigten schnellstmöglichen Lockdown in seinem Land an: So sollen die Kontaktbeschränkungen verschärft werden, sagte Günther. Statt zehn Personen aus zwei Haushalten sollen maximal fünf Personen aus maximal zwei Hausständen zusammenkommen dürfen. Dies gelte auch für Weihnachten. Ausgenommen sei nur die engste Familie.

Weitere angekündigte Maßnahmen: Ab Montag wird es in den Schulen ab der 8. Klasse keinen Präsenzunterricht mehr geben. Für die Klassen 1 bis 7 gilt der Appell an die Eltern zu prüfen, ob ihre Kinder zu Hause bleiben können. In den Kitas gibt es zwar keine offizielle Einschränkung des Angebots. Günther appellierte aber an alle Eltern, ihre Kinder zu Hause zu betreuen, sofern dies möglich sei.

10.47 Uhr: Baerbock will Lockdown noch vor Weihnachten

Grünen-Chefin Annalena Baerbock fordert schon ab der kommenden Woche bundesweit einen deutlich härteren Lockdown mit geschlossenen Geschäften im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Läden bis auf solche des täglichen Bedarfs sollten geschlossen werden, Schulen sollten ab Klasse 7 auf Fernunterricht umstellen, sagte Baerbock der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. "Wir sollten eine klare Weihnachtspause einläuten, schon jetzt. Wir müssen die Dynamik des Infektionsgeschehens brechen", betonte sie angesichts der Höchstwerte bei gemeldeten Neuinfektionen und Todesfällen."

Schon ab Anfang nächster Woche sollten die Schutzmaßnahmen verstärkt werden", sagte Baerbock. Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe sollten rasch schließen, nur Waren des täglichen Bedarfs sollten ausgenommen werden - damit blieben etwa Supermärkte offen. "Unmittelbar mit den Geschäftsschließungen müssen für die betroffenen Unternehmen weitere Hilfen bereitgestellt werden", forderte Baerbock.

Schulen sollten ab der 7. Klasse komplett auf Fernunterricht übers Internet umstellen, für jüngere Schüler sollte aus Sicht der Grünen-Chefin die Präsenzpflicht in den Schulen aufgehoben werden. Kitas und Grundschulen sollten aber offen bleiben, auch, damit nicht in den Kliniken noch mehr Personal ausfalle. "Dabei ist klar: Das Recht auf Bildung gilt, auch wenn Kinder und Jugendliche wegen der Pandemie nicht im Klassenraum sitzen", fügte Baerbock hinzu.

Mit Blick auf Weihnachten sagte die Grünen-Vorsitzende, niemand solle alleine bleiben müssen. "Aber weil die Lage so schlecht ist, in den Krankenhäusern das Pflegepersonal am Anschlag arbeitet, halte ich es für richtig, dass auch an Weihnachten nur Menschen aus maximal zwei Haushalten oder aus der Kernfamilie zusammenkommen." Besuche in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Sterbebegleitung müssten möglich sein.

10.23 Uhr: Seehofer: Lockdown muss sofort erfolgen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat eindringlich davor gewarnt, mit schärferen Corona-Maßnahmen bis nach Weihnachten zu warten. "Die einzige Chance, wieder Herr der Lage zu werden, ist ein Lockdown, der aber sofort erfolgen muss", sagte der CSU-Politiker dem "Spiegel" (Freitag). Sollte man bis nach den Festtagen warten, werde man noch Monate mit den hohen Infektionszahlen zu kämpfen haben.

Seehofer zeigte sich verärgert, dass Deutschland den Vorteil, den es sich im Frühjahr in der Pandemie erkämpft habe, jetzt verspielt habe. Grund dafür sei nicht die Disziplinlosigkeit der Bürger, sondern vor allem unzureichende Maßnahmen, fügte er an.

Bereits nach den Beratungen der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel Ende Oktober habe Seehofer das Gefühl gehabt, dass nicht alle Regierungschefs den Ernst der Lage richtig erkannt hätten, sagte der Innenminister. "Ich habe danach schlecht geschlafen."

6.55 Uhr: Baden-Württemberg will Corona-Auflagen drastisch verschärfen

Baden-Württemberg will wegen der ungebremst steigenden Corona-Infektionen das öffentliche Leben im Land weiter herunterfahren. So seien unter anderem zu Anfang nächster Woche eine nächtliche Ausgangssperre sowie tagsüber Ausgangsbeschränkungen geplant, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Stuttgart nach einem Gespräch der grün-schwarzen Landesregierung mit den kommunalen Spitzenverbänden am Donnerstag. Wer das Haus tagsüber verlässt, soll das nur noch mit einem triftigen Grund tun, etwa für die Arbeit.

Die neuen drastischen Auflagen will das Kabinett an diesem Freitag in einer Sondersitzung beschließen und um 12.00 Uhr auf einer Pressekonferenz verkünden. Damit reagiert Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auf die stark steigenden Infektionszahlen und greift einer möglichen Absprache mit den Länder-Regierungschefs und der Kanzlerin vor. Als Starttermin für die Maßnahmen im Land war zuletzt der kommende Dienstag im Gespräch, hieß es.

6.46 Uhr: 29.875 Corona-Neuinfektionen und 598 Todesfälle gemeldet

Die Zahl der binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Corona-Neuinfektionen und die Todesfälle haben einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter übermittelten binnen 24 Stunden 29.875 Neuinfektionen, wie aus Zahlen vom Freitagmorgen hervorgeht. Das sind über 6000 mehr als am Vortag, als mit 23.679 Fällen ebenfalls ein Rekord erreicht worden war. Außerdem meldete das RKI am Freitag mit 598 neuen Todesfällen den zweiten Höchstwert binnen kurzer Zeit. Der bisher höchste Tagesstand von 590 Toten war am Mittwoch erreicht worden.

10. Dezember

18.44 Uhr: Moderna testet Impfstoff auch an Jugendlichen

Das US-Pharmaunternehmen Moderna hat damit begonnen, seinen Corona-Impfstoff auch an Jugendlichen zu testen. Die Studie solle 3000 gesunde Teilnehmer im Alter von 12 bis 17 Jahren in den USA umfassen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Es gehe darum, die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes in dieser Altersgruppe zu ermitteln.

Ziel sei es, bis zum Frühjahr 2021 ausreichend Daten zu haben, um den Impfstoff bei Jugendlichen einsetzen zu können, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel laut Mitteilung. "Wir hoffen, dass es uns gelingen wird, einen sicheren Impfstoff bereitzustellen, der Jugendliche schützt und es ihnen ermöglicht, in einen normalen Schulalltag zurückzukehren."

Das Unternehmen hatte Ende November auf Grundlage seiner Phase-III-Studie mitgeteilt, dass sein Impfstoff "mRNA-1273" eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent habe. Diese Studie hatte Patienten ab 18 Jahren umfasst. Moderna hat die Zulassung seines Vakzins unter anderem in den USA und bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA beantragt.

12.48 Uhr: Berlin kündigt ebenfalls Lockdown an

Berlin kündigt wie andere Bundesländer einen erneuten harten Lockdown an. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte im Abgeordnetenhaus: "Wir werden den Einzelhandel runterfahren müssen, auch bis zum 10. Januar. Es geht nicht anders." Die Anfang November ergriffenen Maßnahmen hätten zwar etwas gebracht, "aber nicht das, was nötig ist".

Ab wann an die neuen Maßnahmen greifen werden, ließ Müller offen. Allerdings soll auch der am vierten Advent vorgesehene verkaufsoffene Sonntag nicht wie geplant stattfinden.

Müller ist zudem auch für eine Schließung der Schulen. Diese sollen über das ursprüngliche Ferienende am 4. Januar hinaus geschlossen bleiben – ebenfalls bis zum 10. Januar.

11.00 Uhr: Altmaier lobt Frankreich und fordert ähnlich harten Lockdown

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat den harten Lockdown in Frankreich gelobt und auch für Deutschland zusätzliche Corona-Maßnahmen gefordert. "Dieses Mal hat Frankreich alles richtig gemacht und eindrucksvolle Erfolge erzielt, während in Deutschland die Dynamik der zweiten Welle leider immer noch nicht gebrochen ist", sagte er dem "Handelsblatt" sowie der französischen Zeitung "Les Échos" (Donnerstag).

10.37 Uhr: Corona-Lage in Deutschland verschlechtert – RKI warnt: "Lage könnte kippen"

Die Corona-Lage in Deutschland hat sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) seit vergangener Woche verschlechtert und könnte schnell kippen. Nachdem die Fallzahlen seit Wochen auf einem hohen Plateau gelegen hätten, sehe man aktuell wieder einen Anstieg, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Das sei besorgniserregend. "Immer noch infizieren sich zu viele Menschen mit Sars-CoV-2."

Das Plateau, auf dem man sich befinde, sei "äußerst fragil", das Infektionsgeschehen könne schnell wieder kippen, so Wieler. Die Fallzahlen könnten rasch wieder exponentiell ansteigen, dafür reichten wenige zusätzliche Fälle aus. "Das müssen wir verhindern." Die Kontakte in der Bevölkerung seien noch nicht ausreichend reduziert worden.

Die Gesundheitsämter seien zunehmend erschöpft, in einigen Regionen hätten Krankenhäuser ihre Belastungsgrenze erreicht. "Wir sehen immer mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen." Und auch die Zahl der schweren Verläufe und Todesfälle nehme zu. Das Virus zirkuliert den Angaben nach zunehmend in Risikogruppen. Mehr als 13.000 der insgesamt 20 372 Toten nach Corona-Infektionen in Deutschland seien 80 Jahre und älter.

Innerhalb Deutschlands sieht das RKI große Unterschiede: In manchen Regionen gelinge es offenbar besser als in anderen, Infektionen zu verhindern. "Das zeigt, dass Infektionsschutzmaßnamen wirken, wenn sie effektiv umgesetzt werden", sagte Wieler. Die Leiterin des RKI-Lagezentrums, Ute Rexroth, ergänzte, besonders besorgniserregend sei die Lage in Thüringen und Sachsen.

Um Ansteckungen zu verhindern, müssten alle konsequent mitmachen, appellierte der RKI-Chef mit Blick auf die Regeln zu Mindestabständen, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften. Alle sollten Kontakte auf das "zwingend Notwendige" reduzieren, appellierte er. Man solle auf Treffen verzichten und Freunde und Familie schützen. Die Trendwende sei nur gemeinsam zu schaffen.

7.40 Uhr: Söder will "kompletten Lockdown" für knapp drei Wochen

Bayern und Sachsen machen Druck für bundesweit noch schärfere Auflagen, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Für dringend notwendig halten dies auch Ärztevertreter, um eine Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern. Möglicherweise beraten Bund und Länder noch einmal über ein gemeinsames Vorgehen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte in der ZDF-Sendung "Markus Lanz", dies könne wegen der Termine der Kanzlerin beim EU-Gipfel aber frühestens am Wochenende oder Anfang nächster Woche geschehen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte im ZDF-"heute journal" auf die Frage, ob eine solche Runde am Sonntag zusammenkomme, es gebe viele Gespräche.

Söder sprach sich für einen "kompletten Lockdown" von Weihnachten bis zum 10. Januar aus. "Einfach mal alles runterfahren von den Geschäften bis hin zu den Betriebsferien in vielen Unternehmen. Wenn alle mitmachen, wäre das super. Dann hätten wir knapp drei Wochen, in denen wir einfach Kontakte reduzieren können. Eine bessere Zeit als diese Zeit zwischen Weihnachten und 10. Januar wird man im ganzen Jahr nicht mehr finden", sagte der CSU-Chef.

5.40 Uhr: Höchstwert: 23.679 Corona-Infektionen binnen 24 Stunden

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Deutschland einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.679 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Der bisherige Rekordwert war am 20. November mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. In der Vorwoche waren es am Donnerstag 22.046 neue Fälle. Die Zahl der Todesfälle stieg über die Marke von 20.000. Das RKI verzeichnete am Donnerstag 440 neue Todesfälle binnen eines Tages. Am Vortag war mit 590 Toten ein Höchstwert gemeldet worden.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 20.372.

Insgesamt zählt das RKI seit Beginn der Pandemie 1.242.203 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 10.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 922.100 Menschen inzwischen genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,99 (Vortag: 1,02). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 99 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

9. Dezember

22.38 Uhr: Lauterbach glaubt, Lockdown ab Weihnachten wird "erneut nichts bringen"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert, dass ein zweiwöchiger Lockdown nach Weihnachten zu wenig wäre. Ein "Lockdown in zweieinhalb Wochen für dann zwei Wochen, wie zum Beispiel von Armin Laschet vorgeschlagen, wird erneut nichts bringen", schrieb Lauterbach auf Twitter. "Die Opferzahlen wären viel zu hoch."

Laschet hatte sich wie anderen Politiker für einen "Jahresend-Lockdown" ausgesprochen. Lauterbach forderte stattdessen zum jetzigen Zeitpunkt einen harten Lockdown sowie eine Verlängerung der Weihnachtsferien an Schulen.

20.00: Schleswig-Holstein zieht Lockdown auf Weihnachten vor

Angesichts steigender Infektionszahlen will Schleswig-Holsteins Landesregierung ihren Kurs deutlich verschärfen. Es sei notwendig, "dass wir spätestens ab Weihnachten in einen harten Lockdown gehen - um die Zeit über den Jahreswechsel zu nutzen, diese gefährliche Entwicklung in Deutschland zu stoppen", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) Mittwochabend in Kiel. Die Zahlen seien auch im Norden weiter gestiegen "und das bedeutet leider, dass unsere strengen Maßnahmen derzeit nicht ausreichend Wirkung zeigen".

Zuvor hatte sich der Regierungschef im Landtag noch für einen harten Lockdown nach Weihnachten ausgesprochen. Bereits verständigt hat sich die Jamaika-Koalition darauf, den Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit zu untersagen. Die Situation sei dramatisch, sagte Günther im Plenum.In Schleswig-Holstein wurden nach Angaben der Landesregierung zuletzt innerhalb eines Tages 314 neue Corona-Fälle gemeldet.

Die höchste Zahl war am 4. Dezember mit 318 Neuinfektionen bekanntgegeben worden. Seit Sonntag gilt das Land als Risikogebiet, weil der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen auf über 50 gestiegen war. Die regionalen Unterschiede sind aber groß.

9.45 Uhr: Merkel plädiert emotional für härteren Lockdown

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat weitere Corona-Maßnahmen noch vor Weihnachten gefordert und in einem emotionalen Appell dazu aufgerufen, in der Pandemie-Bekämpfung auf die Wissenschaft zu hören. In der Generaldebatte im Bundestag forderte sie mit Blick auf die aktuellen Zahlen nachdrücklich, die Weihnachtsferien um weitere drei Tage auf den 16. Dezember vorzuziehen. Die Wissenschaft flehe geradezu darum, vor Weihnachten, bevor man Oma und Opa sehe, eine Woche der Kontaktreduzierung zu ermöglichen, sagte Merkel. "Wenn wir jetzt vor Weihnachten zu viele Kontakte haben und anschließend es das letzte Weihnachten mit den Großeltern war, dann werden wir etwas versäumt haben. Das sollten wir nicht tun", sagte Merkel.

Sie verwies auf Empfehlungen der Wissenschaft, jetzt die Kontakte weiter drastisch zu senken. Sie halte es daher für richtig, die Geschäfte nach Weihnachten bis mindestens 10. Januar zu schließen und auch den Unterricht an den Schulen zu minimieren.

Weiter betonte sie die Bedeutung einer freiheitlichen Demokratie bei der Bekämpfung der Pandemie. Es seien nicht Verbote der Schlüssel zum Erfolg, es sei vielmehr "das verantwortliche Verhalten eines jeden Einzelnen und die Bereitschaft mitzumachen", sagt Merkel. Und die große Mehrheit der Deutschen habe gezeigt, dass sie bereit sei, die Regeln einzuhalten. "Dafür bin ich von Herzen dankbar, und das sollten wir alle miteinander sein."

Die hohe Neuverschuldung im Haushalt mit der gegenwärtigen Herausforderung durch das Coronavirus rechtfertigte sie mit Verweis auf die besondere Lage: "Wir leben in einer Pandemie, wir leben damit in einer Ausnahmesituation", sagt Merkel.

8.32 Uhr: Laschet für Jahreswechsel-Lockdown

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen für einschneidende Kontaktbeschränkungen in der Zeit nach Weihnachten ausgesprochen. "Wir brauchen nach Weihnachten einen echten Jahreswechsel-Lockdown, um uns für 2021 wieder eine Perspektive hin zu mehr Normalität zu erarbeiten", sagte Laschet der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Zahl der Neuinfektionen sei zu hoch und müsse gesenkt werden."

Deshalb: Wenn nicht jetzt, wann dann. Von Weihnachten bis zum Ende der Ferien im neuen Jahr kann das Land am ehesten komplett heruntergefahren und so die Ausbreitung der Pandemie effektiv gestoppt werden", warb Laschet für seinen Vorschlag. "Zugleich halten wir in diesen Wochen die Schäden für Bildungschancen von Kindern sowie für Wirtschaft und Arbeitsplätze so gering wie in keiner anderen Zeit des Jahres."

Die Akzeptanz bei den Menschen sei für den Erfolg der Anstrengungen entscheidend, sagte Laschet, der sich auch für den CDU-Vorsitz bewirbt. Dafür müssten die politischen Weichenstellungen von Sorgfalt, Verhältnismäßigkeit und Verlässlichkeit geprägt sein. "Wir sind gut beraten, bereits jetzt damit zu beginnen, den Jahreswechsel-Lockdown umfassend vorzubereiten - damit er mitgetragen wird, tatsächlich Wirkung entfaltet und den Weg in ein besseres neues Jahr weisen kann."

Auch andere Ministerpräsidenten hatten sich für härtere Maßnahmen über die Feiertage ausgesprochen. Aktuell dürfen sich fast überall in Deutschland nur zwei Haushalte mit bis zu fünf Personen treffen. Zwischen dem 23. Dezember und dem 1. Januar soll dies vorübergehend gelockert werden. Ob und wie stark, entscheidet jedes Bundesland selbst. Je nach Land können dann bis zu zehn Personen zusammenkommen, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet.

6.51 Uhr: 590 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet – Höchstwert

Die Zahl der binnen 24 Stunden gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist sprunghaft angestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 590 neue Todesfälle innerhalb eines Tages, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Das sind über 100 Fälle mehr als beim bisherigen Rekordstand von 487 Toten vom vergangenen Mittwoch. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden 20.815 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Am Mittwoch in der Vorwoche lag der Wert noch bei 17.270. Den bisher höchsten Tageswert gab es am 20. November mit 23.648 Fällen.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Mittwoch auf 19.932.

8. Dezember

13.40 Uhr: Sachsen beschließt harten Lockdown bis Januar

Das derzeit besonders stark vom Coronavirus getroffene Sachsen geht ab dem kommenden Montag in einen harten Lockdown. Schulen, Kindergärten, Horte und der Einzelhandel mit Ausnahme der lebensnotwendigen Versorgung sollen geschlossen werden, wie Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Dresden ankündigte. Der Lockdown soll demnach bis zum 10. Januar gelten.

10.33 Uhr: Leopoldina fordern harten Lockdown "bis mindestens 10. Januar"

Angesichts anhaltend hoher Neuinfektionen fordert die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Corona-Maßnahmen drastisch zu verschärfen. Die Schulpflicht sollte bereits ab nächster Woche bis zu den Weihnachtsferien aufgehoben und Kontakte "auf das absolute 19 Mindestmaß reduziert" werden, heißt es in einer Pressemitteilung vom Dienstag.

"Ab dem 24. Dezember 2020 bis mindestens zum 10. Januar 2021 sollte in ganz Deutschland das öffentliche Leben weitgehend ruhen und ein harter Lockdown gelten." Hierfür sollten alle Geschäfte bis auf die des täglichen Bedarfs geschlossen, die Weihnachtsferien in den Bildungseinrichtungen verlängert und das Home-Office, wenn möglich, gestattet werden.

Außerdem empfehlen die Wissenschaftler für den Wiederbeginn des Unterrichts ab dem 10. Januar ländereinheitliche Regeln für Wechselunterricht in den weiterführenden Schulen, die ab einem bestimmten Infektionswert greifen sollen. Für alle Jahrgangsstufen sollte ein Mund-Nasen-Schutz im Unterricht verpflichtend sein."

Erforderlich ist zudem eine langfristige politische Einigung auf ein klares, mehrstufiges und bundesweit einheitliches System von Regeln, die ab einer bestimmten Anzahl von Fällen pro 100.000 Einwohner greifen. Durch ein einheitliches und nachvollziehbares Vorgehen werden die Maßnahmen für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen transparent, verständlich und planbar", heißt es weiter.Die Leopoldina begründet ihre Forderungen mit der hohen Zahl an täglichen Todesfällen und der derzeit enormen Belastung des medizinischen Personals in Krankenhäusern.

Zur Begründung sagen die Wissenschaftler: "Trotz des seit Anfang November geltenden Teil-Lockdowns sind die Infektionszahlen noch immer auf einem viel zu hohen Niveau." Immer mehr Ältere würden infiziert. "In den letzten sieben Tagen starben mehr Menschen mit dem Coronavirus als 2019 im Straßenverkehr."

6.20 Uhr: Zahl der Neuinfektionen etwas höher als in der Vorwoche

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt in Deutschland auf hohem Niveau. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 14.054 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet, wie aus Zahlen des RKI vom Dienstagmorgen hervorgeht. In der Vorwoche waren es am Dienstag 13.604 neue Fälle. Der bisherige Höchststand war am 20. November mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Binnen eines Tages sind außerdem 423 neue Todesfälle gemeldet worden. In der Vorwoche lag dieser Wert noch bei 388.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Der bisherige Höchststand von 487 gemeldeten Todesfällen binnen eines Tages wurde am vergangenen Mittwoch erreicht.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,06 (Vortag: 1,10). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 106 weitere Menschen anstecken. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

7. Dezember

18.15 Uhr: Für Corona-Verschärfungen derzeit keine Notwendigkeit, sagt Stephan Weil

Nach angekündigten Verschärfungen der Corona-Beschränkungen in Bayern hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) für Niedersachsen vorerst Entwarnung gegeben. "Ich kann gut verstehen, dass Länder, die besonders hohe Inzidenzwerte aufweisen, weitere Verschärfungen vornehmen", sagte Weil am Montag in Hannover. "Für Niedersachsen sehe ich dazu derzeit keine Notwendigkeit." Das Land verzeichne aktuell die drittniedrigsten Infektionszahlen in Deutschland.

"In den Tagen vor dem 20. Dezember 2020 werden wir die dann aktuelle Situation genau analysieren und entscheiden, ob wir die Regelungen in unserer Corona-Verordnung verändern müssen oder fortschreiben können", sagte Weil. "Wir tendieren in Niedersachsen eher zu einer vorsichtigen und zurückhaltenden Linie und machen insgesamt gute Erfahrungen mit unserem Kurs." Die Rahmenbedingungen seien jedoch in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich und schon allein deswegen sei er weit davon entfernt, anderen gute Ratschläge geben zu wollen.

"Ich sehe aktuell keine dringende Notwendigkeit eines weiteren Austauschs zwischen den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin", sagte Weil mit Blick auf ein solches von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) noch vor Weihnachten verlangtes Treffen. "Wenn ein solches Treffen stattfinden sollte, wird Niedersachsen aber selbstverständlich gerne teilnehmen."

15.40 Uhr: Wer zuerst mit dem Corona-Impfstoff geimpft werden soll

Nach Zulassung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus sollen Bewohner von Pflegeheimen, Menschen über 80 und besonders gefährdete Mitarbeiter des Gesundheitswesens zuerst geimpft werden. Das sehen die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts vor, auf deren Basis das Bundesgesundheitsministerium eine Rechtsverordnung erstellt, wie Ministeriumssprecher Hanno Kautz am Montag mitteilte. Bei den bevorzugten Mitarbeitern im Gesundheitswesen geht es um die Notaufnahmen und das Personal, das engen Kontakt zu vulnerablen Gruppen hat.

Dazu gehört den Angaben zufolge die Transplantationsmedizin. Zu der Gruppe derjenigen, die in einem ersten Schritt geimpft werden sollen, gehören den Angaben zufolge 8,6 Millionen Menschen. Bei den Impfungen sollten "bestimmte Personengruppen" bevorzugt werden, "die ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche Verläufe" bei einer Ansteckung hätten oder die beruflich "besonders exponiert" seien, heißt es in dem Beschlussentwurf. Dazu zählen unter anderem Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen sowie Menschen ab 80 Jahren.

13.09 Uhr: NRW hält bundesweite Verschärfung der Maßnahmen für denkbar

Nordrhein-Westfalen schließt eine bundesweite Verschärfung der Corona-Maßnahmen nicht aus. "Sollte sich die Gesamtlage nicht zeitnah verbessern, erscheint auch bundesweit ein noch restriktiveres Vorgehen notwendig, um die Zahl der Neuinfektionen überall deutlicher zu reduzieren", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf."

Dass Länder mit einem flächendeckend zusätzlich herausfordernden Infektionsgeschehen weitere Maßnahmen ergreifen, entspricht der Logik des gemeinsamen Beschlusses der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin", erklärte er.

9.00: Bundesweiter Aktionstag: Bahn verstärkt Maskenkontrollen

Hunderte Bundespolizisten und Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn kontrollieren am Montag in ganz Deutschland schwerpunktmäßig die Einhaltung der Maskenpflicht in den Zügen. Schon vergangene Woche hatte der bundeseigene Konzern angekündigt, die Kontrollen im Dezember noch einmal verstärken zu wollen. Täglich soll bis zu 50 Prozent der Fernzüge kontrolliert werden. Mit dem Aktionstag am Montag will die Bahn erneut auf das Thema aufmerksam machen.

Wie viele Mitarbeiter und Beamten genau unterwegs sein werden und wie viele es normalerweise sind, teilte die Bahn zunächst nicht mit. "Inzwischen sind Verstöße die absolute Ausnahme", teilte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber mit. "Damit das so bleibt und sich unsere Kunden noch sicherer fühlen, erhöhen wir zu Weihnachten erneut die Kontrollen und zugleich die Sitzplatzkapazität im Fernverkehr für Reisen mit bestmöglichem Abstand." (dpa)

6.30 Uhr: Kanzleramtsminister Braun rechnet mit Impfstart Anfang 2021

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) geht nicht davon aus, dass der Impfstoff gegen Corona noch in diesem Jahr in Deutschland verabreicht wird. "Ich rechne damit, dass das ganz früh im nächsten Jahr in den allerersten Tagen losgehen kann", sagte Braun am Sonntagabend im "Bild"-Talk "Die richtigen Fragen".

Nachdem Anfang Dezember mehrere Hersteller die Zulassung ihres Impfstoffs in der EU beantragt hatten, hatten sich in Deutschland Bund und Länder für einen möglichen Start erster Impfungen noch vor dem Jahreswechsel gewappnet. Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema will über das Vakzin der Mainzer Firma Biontech und des US-Konzerns Pfizer bis spätestens 29. Dezember, über das des US-Konzerns Moderna bis 12. Januar entscheiden.

Großbritannien prescht vor und verimpft das Biontech-Serum BNT162b2 schon ab dieser Woche in 50 Krankenhäusern des nationalen Gesundheitsdienstes NHS

6.15 Uhr: Mehr als 12.000 Neuinfektionen

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 12.300 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 12.332 neue Ansteckungsfälle erfasst. Das waren rund 1200 mehr als am Montag vor einer Woche, als das RKI 11.169 Neuinfektionen gemeldet hatte. Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Fallzahlen des RKI sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen.

6. Dezember

14.19 Uhr: Bayern verhängt Katastrophenfall und Ausgangsperren

Wegen der anhaltend hohen Corona-Zahlen ruft Bayern ab dem 9. Dezember erneut den Katastrophenfall aus. Das beschloss das Kabinett um Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer Sondersitzung am Sonntag in München. Am Dienstag soll der Landtag noch darüber abstimmen.

Wie Baden-Württemberg hat nun auch Bayern eine nächtliche Ausgangssperre für alle Städte und Kreise mit einer Inzidenz von mehr als 200 Corona-Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner beschlossen.

Ab dem 9. Dezember ist zudem der Konsum von Alkohol unter freiem Himmel verboten. Auch die bisher für Silvester geplanten Lockerungen werden gekippt. Einzig an den Weihnachtstagen sollen die Kontaktbeschränkungen aufgelockert werden. Nur noch vom 23. bis zum 26. Dezember sind demnach Treffen über die derzeit erlaubten fünf Teilnehmer aus zwei Hausständen hinaus gestattet, mit bis zu maximal zehn Personen aus bis zu zehn Hausständen.

Außerdem schränkt Bayern den Präsenzunterricht für ältere Schüler ab kommenden Mittwoch deutlich ein: Ab Klassenstufe acht sollen die Klassen überall geteilt werden und in Wechselunterricht übergehen. In Hotspots ab einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche sollen die Schüler ab der achten Klasse komplett in den Distanzunterricht wechseln.

9.15 Uhr: Rufe nach schärferen Regeln werden lauter

Angesichts der kaum sinkenden Corona-Infektionszahlen bahnen sich in Bayern wie bereits in einzelnen anderen Ländern Verschärfungen der geltenden Regeln an. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sein Kabinett für diesen Sonntagmittag zu einer Sondersitzung zusammengerufen. Der Ministerrat will nach Angaben der Staatskanzlei per Videoschalte über "weitere Maßnahmen" beraten. "Es braucht jetzt konsequentes Vorgehen", sagte Söder der "Bild am Sonntag". "Wir können die hohen Todeszahlen in Deutschland nicht hinnehmen. Die Ansteckungszahlen sind weiterhin zu hoch. Es ist besser, bis Weihnachten zu handeln, als ein dauerhaftes Stop-and-go für die Bevölkerung."

Auch der Städte- und Gemeindebund sieht die Lockerungen skeptisch. "Je nachdem wie die Entwicklung in den weiteren zehn Tagen ist, werden sicherlich auch noch einmal die für Weihnachten und Silvester bislang vorgesehenen Lockerungen hinterfragt werden müssen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem "Handelsblatt". "Denn diese Lockerungen werden nicht nur zu mehr Kontakten, sondern auch zu erhöhten Reiseaktivitäten führen, die wiederum ein Risiko darstellen können."

8.37 Uhr: Infektionszahlen bleiben hoch

Entgegen vieler Hoffnungen liegt die Zahl der Neuinfektionen auch rund fünf Wochen nach Inkrafttreten des Teil-Lockdowns noch auf hohem Niveau. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag binnen eines einzigen Tages 17.767 neue Infektionen – über 3100 mehr als vor einer Woche. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen allerdings meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Innerhalb eines Tages sind 255 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Am Samstag waren 23.318 neue Infektionen gemeldet worden; mit 483 neuen Todesfällen wurde der Höchststand nur knapp verfehlt.

8.04 Uhr: Interesse an Massentests in Österreich geringer als erwartet

Das Interesse der Bürger an den Corona-Massentests in Österreich ist bislang geringer als erwartet. In den ersten beiden Tagen ließen sich in den Bundesländern Wien, Tirol und Vorarlberg nach einem ersten Überblick rund 300 000 Menschen auf das Virus untersuchen. Besonders die Teststationen in Wien waren nach Angaben der Stadt nicht ausgelastet. Am Samstag wurden 22 000 Tests gemacht, die Kapazität in der Hauptstadt liegt bei 150 000 täglich. Es wurden insgesamt nur wenige Infizierte gefunden. Von den knapp 160 000 in Tirol getesteten Menschen waren 417 positiv. Dies entspreche 0,27 Prozent, teilte das Land mit.

Die Regierung hofft, dass sich zumindest mehrere Millionen Menschen testen lassen. In Wien ist das noch bis zum 13. Dezember möglich. Andere Bundesländer starten erst in den nächsten Tagen. Die Massentests sind wichtiger Teil der aktuellen Anti-Corona-Strategie, um vor allem die symptomfreien Infizierten zu entdecken.

5. Dezember

11.13 Uhr: SPD-Vize stellt Weihnachts-Lockerungen infrage

Aus der SPD im Bundestag kommt die Forderung, bei anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen die Kontaktbeschränkungen an Weihnachten nicht zu lockern. Die für Gesundheit zuständige stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Sollten die Zahlen bis zum 20. Dezember auf diesem hohen Niveau bleiben, sollten die Maßnahmen über die Feiertage nicht gelockert werden. Es sollte dann bei den jetzt gültigen Beschränkungen bis in den Januar bleiben." Sonst drohten im Januar und Februar noch höhere Infektionszahlen als heute, die weitergehende Beschränkungen nötig machten.

Bas sagte, der "Lockdown-Light" habe einen weiteren Anstieg der Corona-Neuinfektionen verhindert. "Die Zahlen verharren aber seit Wochen auf einem sehr hohen Niveau." Auch die Zahl der Todesfälle sei gestiegen. Die Belastung der Pflegekräfte auf den Intensivstationen sei enorm hoch, genau wie in den Gesundheitsämtern. Sie brauchen dringend Entlastung." Die Infektionszahlen müssten sinken. "Wir müssen die Entwicklung genau beobachten."

08.12 Uhr: Mehr als 23.300 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 23.300 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 23.318 neue Ansteckungsfälle erfasst. Das waren rund 1620 mehr als am Samstag vor einer Woche, als das RKI 21.695 Neuinfektionen gemeldet hatte.

Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie in Deutschland nach RKI-Angaben 1.153.556 Infektionen erfasst. Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland stieg den Angaben zufolge um 483 auf 18.517. Die Zahl der Genesenen lag bei etwa 835.700.

4. Dezember

18.25 Uhr: Schweiz verschärft Anti-Corona-Maßnahmen – Pisten offen

Die Schweiz verschärft angesichts der weiterhin bedrohlichen Corona-Situation ihre Maßnahmen. Die Zahl der erlaubten Kunden pro Geschäft würden ab 9. Dezember reduziert, kündigte die Regierung am Freitag an. Restaurants müssten in der ganzen Schweiz die Kontaktdaten eines Gastes pro Tisch verpflichtend erheben, so wie dies verschiedene Kantone bereits eingeführt hätten. Sollten die Kantone ihrerseits keine weiteren Maßnahmen treffen, werde die Regierung diese am 11. Dezember von sich aus vorantreiben.

Im Prinzip wolle die Schweiz die Skigebiete für den Inlandstourismus offen halten, sofern dies die epidemiologische Lage erlaube, hieß es weiter. Geschlossene Gondeln und Bahnen dürften höchstens zu zwei Dritteln besetzt werden. Auf allen Bahnen, auch auf Ski- und Sesselliften, sowie beim Anstehen gelte eine Maskenpflicht.

Die epidemiologische Entwicklung bereite Sorgen, sagte Gesundheitsminister Alain Berset. "Wir sind beunruhigt über die fragile Situation und müssen handeln." Das Gesundheitssystem stehe unverändert unter Druck, das Personal sei am Limit.

6.14 Uhr: 23.449 Fälle – Corona-Neuinfektionen leicht über Vorwochenniveau

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.449 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit liegt der Wert knapp über den 22.806 Fällen der Vorwoche, wie aus den RKI-Zahlen vom Freitagmorgen hervorgeht. Mit 432 neuen Todesfällen binnen eines Tages wurde der dritthöchste Stand seit Beginn der Pandemie gemeldet. Der bisherige Höchstwert von 487 Todesfällen war am Mittwoch erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.

6.01 Uhr: Pfizer senkte Jahresziel für Impfstoff wegen Lieferkettenproblemen

Der Pharmakonzern Pfizer hat das Auslieferungsziel bei seinem Corona-Impfstoff in diesem Jahr nach eigenen Angaben unter anderem wegen Verzögerungen beim Ausbau der Lieferkette halbieren müssen. Der Ausbau dauere länger als angenommen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens dem "Wall Street Journal" am Donnerstag. Außerdem hätten die Ergebnisse der klinischen Studie später vorgelegen als ursprünglich gedacht

.Der Zeitung zufolge hielt Pfizer noch bis Mitte November intern an dem Ziel fest, bis Ende dieses Jahres 100 Millionen Impfdosen auszuliefern. Zuletzt sprach das Unternehmen allerdings schon von 50 Millionen Dosen. Für das kommende Jahr bleibe es bei der ursprünglichen Planung zur Auslieferung von mehr als einer Milliarde Impfstoff-Dosen, schrieb die Zeitung weiter. Wer sich impfen lässt, braucht zwei Dosen, um geschützt zu sein. Pfizer entwickelte den Impfstoff zusammen mit dem deutschen Hersteller Biontech aus Mainz.

In dem Zeitungsbericht hieß es unter Berufung auf eine an der Impfstoff-Entwicklung beteiligte Person, einige Bestandteile hätten in der frühen Produktion nicht den Standards entsprochen. Auf eine Anfrage nach weiteren Informationen antwortete der Konzern zunächst nicht.

3. Dezember

10.50 Uhr: RKI-Präsident warnt vor kommender Grippewelle

RKI-Präsident Lothar Wieler warnte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag vor der kommenden Grippewelle. Der Chef des Robert-Koch-Instituts sagte, es sei sicher, dass die Grippe wiederkomme – dies sei jedes Jahr so. Zum derzeitigen Punkt wisse man jedoch noch nicht, wie stark die Welle in diesem Winter werden wird.

Wieler fügte an, dass die Hygienemaßnahmen, die im Rahmen der Corona-Pandemie beschlossen wurden, auch vor der Grippe schützten. Wichtig sei, dass die Grippewelle nun flach bleibe. Dafür müsste auch an Schulen auf die Hygieneregeln geachtet werden. Für die Grippe seien Schulen ein nachgewiesener "Treiber".

10.40 Uhr: Lehrerverbandspräsident befürwortet Selbsttests bei Lehrern

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hat den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Corona-Selbsttests bei Lehrern begrüßt. Man unterstütze das Vorhaben des Ministers, sagte Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. "Allerdings mit zwei Einschränkungen: nur für Selbsttests, kein Einsatz von Lehrkräften bei Schnelltestungen von Schülern und zweitens bei Beachtung des Freiwilligkeitsprinzips."

Spahn hatte den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt, Kitas und Schulen beziehungsweise deren Träger könnten von Freitag an eigenständig Schnelltests beziehen und nutzen. "Lehrerinnen und Lehrer werden sich regelmäßig selbst testen dürfen." Bislang dürfen Antigen-Schnelltests nur von medizinisch geschultem Personal durchgeführt werden. Mit einer neuen Verordnung, die an diesem Freitag in Kraft tritt, will Spahn demnach regeln, dass Pädagogen nach vorheriger Schulung selbst testen dürfen. Daneben sollen auch die Schulträger bei Bedarf mit geschultem Personal Tests vor Ort durchführen dürfen.

10.06 Uhr: RKI-Präsident Wieler erwartet "viele weitere Tote" durch Coronavirus

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, erwartet zahlreiche weitere Todesfälle in Deutschland durch das Coronavirus. Die Zahl der schweren Verläufe und der Todesfälle steige derzeit von Woche zu Woche, sagte Wieler am Donnerstag in Berlin. Im weiteren Zeitverlauf sei mit "vielen weiteren Toten" zu rechnen.

Wieler verwies darauf, dass es immer mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gebe. "Das bereitet uns tatsächlich große Sorgen." Die Anzahl der Ausbrüche sei wieder so hoch wie zu Beginn der Corona-Pandemie. In einigen Regionen stießen zudem die Kliniken an ihre Belastungsgrenze. Generell stiegen derzeit die Fallzahlen in der Gruppe der Menschen im Alter von mehr als 80 Jahren.

6.01 Uhr: Mehr als 22.000 Neuinfektionen, fast 500 Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.046 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit liegt der Wert knapp unter den 22.268 Fällen der Vorwoche, wie aus den RKI-Zahlen vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Mit 479 neuen Todesfällen binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter außerdem den zweithöchsten Stand seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert von 487 Todesfällen war am Mittwoch erreicht worden.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.

2. Dezember

20.45 Uhr: Teil-Lockdown wird bis in den Januar verlängert

Die derzeit geltenden Corona-Auflagen werden bis zum 10. Januar verlängert. Darauf verständigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder am Mittwoch, wie Merkel in Berlin mitteilte. Am 4. Januar wolle die Runde wieder zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Ursprünglich waren die gegenwärtigen Auflagen bis zum 20. Dezember befristet.

Ziel der Maßnahmen müsse nach wie vor sein, den sogenannten Inzidenzwert auf unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche zu senken, sagte Merkel. "Davon sind wir sehr weit entfernt im Durchschnitt", sagte sie. Es sei derzeit eine "sehr hohe Zahl von Todesopfern zu beklagen jeden Tag". Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte: "Wir können diese Situation nicht so hinnehmen." Es sei "notwendig und richtig, den Lockdown zu verlängern bis zum 10. Januar". Söder stellte die Möglichkeit noch schärferer Auflagen in Aussicht. Abhängig von der Pandemieentwicklung müsse überlegt werden, an manchen Stellen "sehr deutlich und konsequent tiefer heranzugehen".

13.52 Uhr: Österreich macht Grenzen zum Jahreswechsel praktisch dicht

Österreich verhängt für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten vom 7. Dezember bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht. Ziel sei es, den Tourismus weitgehend einzudämmen, teilte die Regierung am Mittwoch in Wien mit. Österreich setze auf ein konsequentes Grenzregime, damit das Virus nicht durch Rückkehrer oder Touristen ins Land getragen werde, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Mittwoch in Wien.

Der Schwellenwert seien mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. Das gelte praktisch für alle Nachbarstaaten und speziell auch für den Westbalkan, hieß es. Alle Gaststätten und Hotels müssen bis zum 7. Januar geschlossen bleiben. Es werde wirtschaftliche Entschädigungen geben, sagte Kurz. Die Lifte in den Skigebieten dürfen ab dem 24. Dezember öffnen - und können somit im Wesentlichen von Einheimischen genutzt werden.

Zugleich dürfen nach dem Ende des aktuellen Lockdowns am 6. Dezember die Geschäfte und die Museen wieder öffnen. Auch die Pflichtschulen werden wieder geöffnet. Ausgangsbeschränkungen bestehen dann noch zwischen 20 Uhr und 6 Uhr."

Die sinkenden Zahlen sind ein Erfolg, aber kein Grund zur Entwarnung", sagte Kurz. Eine Überlastung des Gesundheitssystems sei bisher verhindert worden. Er rief die Bürger auf, sich an den bevorstehenden Massentests zu beteiligen. In Wien, Tirol und Vorarlberg können sich die Menschen ab Freitag testen lassen. Danach folgen weitere Bundesländer. Die Experten hoffen, dass sich mehrere Millionen Menschen beteiligen, um so die Infektionsketten zu unterbrechen.In Österreich ist aufgrund des Lockdowns die Zahl der Neuinfektionen deutlich zurückgegangen. Allerdings ist der Abwärtstrend weniger stark als erhofft. Am Mittwoch wurden 3972 Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist dieser Wert um ein Mehrfaches höher als in Deutschland.

11.13 Uhr: Impfstoff-Programm in Großbritannien startet kommende Woche

Die ersten 800.000 Corona-Impfstoffdosen des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sollen bereits in der kommenden Woche in Großbritannien zur Verfügung stehen. "Zu Wochenbeginn werden wir das Impfprogramm gegen Covid-19 hier in diesem Land starten", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock zudem am Mittwoch dem Nachrichtensender Sky News in London. Den Transport und die Lagerung des Vakzins bezeichnete er als eine Herausforderung, denn das Mittel müsse bei minus 70 Grad gelagert werden.

10.54 Uhr: Interpol warnt vor gefälschten Impfstoffen

Interpol hat weltweit vor Kriminalität im Zusammenhang mit Corona-Impfstoffen gewarnt. "Während Regierungen die Markteinführung von Impfungen vorbereiten, planen kriminelle Organisationen, Lieferketten zu unterwandern oder zu stören", sagte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock am Mittwoch.

Wie die Organisation mit Sitz im französischen Lyon mitteilte, geht es etwa um Diebstahl, Fälschung und das illegale Bewerben von Impfstoffen. Die Behörden müssten auf die Bekämpfung dieser kriminellen Aktivitäten vorbereitet sein.

Stock warnte, dass falsche Webseiten und falsche Heilmittel ein erhebliches Risiko für die Gesundheit oder gar das Leben darstellen könnten. Mit einer Wiederaufnahme des internationalen Reiseverkehrs sei es zudem wahrscheinlich, dass nicht genehmigte und gefälschte Corona-Tests in Umlauf gebracht würden.

Interpol ist mit 194 Mitgliedsländern die wichtigste Polizeiorganisation der Welt. Über Interpol tauschen Staaten unter anderem Informationen zu gesuchten Personen aus und melden Entwicklungen im Bereich der organisierten Kriminalität

8.07 Uhr: Großbritannien erteilt Notfallzulassung für Corona-Impfstoff von Biontech

Die britischen Gesundheitsbehörden haben eine Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer erteilt. Der Impfstoff stehe ab der kommenden Woche zur Verfügung, teilte das Gesundheitsministerium in London am Mittwoch mit. Biontech und Pfizer erklärten, die Zulassung sei "ein bahnbrechender wissenschaftlicher Meilenstein".

5.54: Höchstwert: 487 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 487 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Das ist ein neuer Rekord seit Beginn der Pandemie, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Der bisherige Höchstwert war am Freitag mit 426 Todesfällen erreicht worden. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden 17.270 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind rund 1400 weniger als in der Vorwoche, in der am Mittwoch 18.633 neue Fälle hinzukamen.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Mittwoch auf 17.123. Das RKI zählt in Deutschland seit Beginn der Pandemie 1.084.743 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 (Stand: 02.12, 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 779.500 Menschen inzwischen genesen.

1. Dezember

15.35 Uhr: Corona-Impfung kann bald starten – Schutzbedürftige zuerst

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass zum Jahreswechsel mit ersten Corona-Impfungen begonnen werden kann. Erste Priorität hätten Ältere, Personen mit Vorerkrankungen, Beschäftigte in der Pflege und in Krankenhäusern sowie Menschen, die die öffentliche Ordnung aufrechterhalten, sagte Spahn am Dienstag in Düsseldorf. Der Minister hatte dort an einer Sitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts teilgenommen.

Einige wollten unbedingt zuerst geimpft werden, andere hätten Sorgen, sagte Spahn. Deswegen seien die Impfungen "ein Angebot". Bundesweit stünden zu Beginn voraussichtlich zwischen fünf und acht Millionen Impfdosen zur Verfügung – davon etwa eine Million für das bevölkerungsreichste Bundesland NRW.

11.03 Uhr: Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff

Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer haben bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) die Zulassung für ihren Corona-Impfstoff in der EU beantragt. Der Antrag auf eine bedingte Marktzulassung sei am Montag eingereicht worden, teilten Biontech und Pfizer am Dienstag mit. Am Montag hatte auch der US-Konzern Moderna bei der Ema einen entsprechenden Antrag für seinen Impfstoff gestellt.

7.50 Uhr: Corona-Hotspot: Erstmals Massentests von Kindern und Erziehern

Im Corona-Hotspot Hildburghausen können sich erstmals in Deutschland alle Kindergarten- und Schulkinder sowie ihre Erzieher auf das Virus testen lassen. Die Aktion beginnt am Dienstag in einem Kindergarten in der Stadt Hildburghausen. Etwa ein Drittel der Kinder aus den städtischen Kindergärten und die Mehrheit der Erzieherinnen und Erzieher wolle sich an dem freiwilligen Schnelltest beteiligen, sagte Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Angaben des Landratsamtes Hildburghausen können sich etwa 8000 Kita- und Schulkinder, etwa 1000 Pädagogen sowie Mitarbeiter aus Bildungseinrichtungen freiwillig testen lassen. Dafür würden die Voraussetzungen geschaffen - insgesamt 11 000 Tests seien bestellt. Wie viele Menschen das Angebot annehmen, ist offen. Am Montag hieß es, es gebe bisher etwa 2000 Rückmeldungen von Testwilligen. Auch einige Kommunalpolitiker in dem Kreis sollen Massentests skeptisch gegenüberstehen.

6.52 Uhr: 13.604 Fälle: Corona-Neuinfektionen auf Vorwochenniveau

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.604 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. In der Vorwoche waren es mit 13.554 ähnlich viele Fälle, wie aus Zahlen des RKI vom Dienstagmorgen hervorgeht. Von einer wirklichen Trendumkehr kann also aktuell nicht gesprochen werden.

Binnen eines Tages sind außerdem 388 neue Todesfälle gemeldet worden. Das ist der vierthöchste Wert seit Beginn der Pandemie.In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Der bisherige Höchststand von 410 Todesfällen wurde am vergangenen Mittwoch erreicht.

30. November

13.01 Uhr: Moderna will Zulassung für Corona-Impfstoff in EU beantragen

Der US-Pharmakonzern Moderna will als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragen. Der Antrag auf eine bedingte Zulassung solle noch am Montag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema gestellt werden, teilte das Unternehmen am selben Tag mit.

11.53 Uhr: Passau ist jetzt Deutschlands Corona-Hotspot

Die niederbayerische Stadt Passau liegt nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zusammen mit dem Thüringer Landkreis Hildburghausen als Corona-Hotspot bundesweit an der Spitze.Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche - lag am Montag demnach bei 579,5.Nur ganz knapp dahinter rangiert den Daten zufolge der bisherige Spitzenreiter, der Thüringer Landkreis Hildburghausen. Hier betrug die Sieben-Tage-Inzidenz 579,1. Eine RKI-Sprecherin bestätigte die Zahlen.

11.13 Uhr: Merkel geißelt Länder-Pläne zu Hotelöffnungen über Weihnachten

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Pläne verschiedener besonders von der Corona-Pandemie betroffener Länder kritisiert, über Weihnachten in Großstädten Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben. Merkel habe sich am Montag in einer virtuellen Sitzung des CDU-Präsidiums zu dem Beschluss von Bund und Ländern bekannt, die strengen Corona-Kontaktbeschränkungen über die Festtage zu lockern, berichteten Teilnehmer am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Es habe ihr aber die Fantasie gefehlt, zu ahnen, dass besonders betroffene Länder die Hotels öffnen wollten, wurde sie zitiert.

Es sei nicht kontrollierbar, ob nur Gäste in den Hotels übernachteten, die tatsächlich Verwandte in der Region besuchten, begründete Merkel demnach ihre Kritik. Nach diesen Informationen bezog sich die Kanzlerin auf entsprechende Regelungen in Großstädten wie Berlin. Es sei nicht zu erklären, dass zugleich etwa die Krankenschwestern an der Berliner Charité über Weihnachten durcharbeiten müssten. Ausdrücklich habe sie in diesem Zusammenhang nicht von Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern gesprochen, berichteten mehrere Teilnehmer. In einigen Flächenländern seien sinkende Inzidenzwerte zu erkennen.

 Deutscher Bundestag 195. Sitzung Plenum und Debatte Aktuell, 26.11.2020, Berlin, Angela Merkel die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland hat die Haende gefaltet auf der Regierungsbank bei der 195. Sitzung des Deutschen Bundestag in Berlin Berlin Berlin Deutschland *** German Bundestag 195 Session Plenary and Debate Current Affairs, 26 11 2020, Berlin, Angela Merkel the Chancellor of the Federal Republic of Germany has folded her hands on the government bench at the 195 session of the German Bundestag in Berlin Berlin Germany

Bild: imago images / Political-Moments

Die Kanzlerin sprach demnach von erfreulichen Entwicklungen bei den Corona-Infektionszahlen in Hamburg und Bremen. Dagegen gebe es steigende Zahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Nun müssten regionale Maßnahmen ergriffen werden. Es seien regionale Kraftanstrengungen notwendig. Merkel betonte, im November habe es so viele Corona-Infektionen wie von März bis Oktober zusammen gegeben – mehr als 500 000. Nach den Beratungen des CDU-Präsidiums wollte Merkel noch am Vormittag mit dem Corona-Kabinett zusammenkommen.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer betonte nach Teilnehmerangaben in der Präsidiumssitzung, es gebe bei den Infektionszahlen leider weiterhin eine "Seitwärtsbewegung". Nach Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein und Berlin hatte am Samstag auch Mecklenburg-Vorpommern angekündigt, über die Festtage Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben - entgegen einer Empfehlung aus dem Kanzleramt. Am Mittwoch hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, dass der Teil-Lockdown mit der Schließung etwa von Restaurants, Theatern, Fitnessstudios und Freizeiteinrichtungen bis zum 20. Dezember verlängert werden soll. Private Zusammenkünfte werden auf maximal fünf Personen begrenzt. Über Weihnachten sollen die Kontakt-Beschränkungen dann gelockert werden, um Familienbesuche zu ermöglichen.

7.03 Uhr: 11.169 Fälle: Corona-Neuinfektionen leicht über Vorwochenwert

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 11 169 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23 648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Montag hatte die Zahl bei 10 864 gelegen. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 125 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.

29. November

13.51 Uhr: Berliner Corona-Ampel springt auf Rot

Erstmals seit Einführung des Ampelsystems zur Bewertung der Corona-Lage in Berlin ist der Warnwert für Intensivbetten überschritten worden. Mehr als ein Viertel dieser Betten in der Hauptstadt ist jetzt mit Covid-19-Patienten belegt, wie aus dem am Sonntag aktualisierten Lagebericht der Gesundheitsverwaltung für Samstag hervorgeht. Damit steht die Corona-Ampel in Berlin nun bei zwei Indikatoren auf Rot.

Die Corona-Ampel berücksichtigt insgesamt drei Indikatoren: die Reproduktionszahl (kurz R-Wert), die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen und die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten. Für jedes Kriterium wurden Grenzwerte definiert. Werden diese mindestens drei Mal in Folge überschritten, wechselt die entsprechende Ampelfarbe auf Gelb oder Rot.

13.03 Uhr: Auch Passau reißt Inzidenz von 500

Der zweite Landkreis in Deutschland hat die Marke von 500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten. Es handelt sich um Passau in Niederbayern, wo seit Samstag verschärfte Corona-Regeln gelten. Laut Robert-Koch-Institut liegt der Wert für Passau bei 537,8. Nur Hildburghausen in Thüringen weist in Deutschland eine noch höhere Inzidenz auf.

10.13 Uhr: Frau bringt Baby mit Antikörpern zur Welt

In Singapur hat eine Frau ein Kind mit Corona-Anti-Körpern zur Welt gebracht. Das Baby sei im November ohne Covid-19 geboren worden und trage Antikörper gegen das Virus in sich, berichtet die "Straits Times" und zitiert die Mutter. Sie sei selbst im März infiziert gewesen, als sie schwanger war, habe aber nur schwache Krankheitssymptome gezeigt. Der Fall gebe neue Hinweise auf eine mögliche Übertragung des Virus von der Mutter auf ihr Kind, heißt es in dem Bericht. Laut WHO ist noch nicht bekannt, ob eine Frau das Virus während der Schwangerschaft oder Entbindung auf ihren Fötus oder ihr Baby übertragen kann.

8.25 Uhr: Mehrheit der Deutschen zweifelt an Corona-App

Die Corona-Warn-App stößt einer Umfrage zufolge bei einer Mehrheit der Deutschen auf Skepsis. 51 Prozent halten die App nicht für ein geeignetes Mittel zur Eindämmung der Pandemie, wie die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Funke Mediengruppe ergibt. 49 Prozent werten das Instrument dagegen als sinnvoll. Weitgehende Zustimmung gibt es bei der Maskenpflicht. 90 Prozent betrachten das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und an belebten Orten als hilfreich. 85 Prozent befürworten den Verzicht auf nicht notwendige Kontakte sowie auf berufliche und private Reisen.

8.01 Uhr: 14.611 Fälle: Corona-Neuinfektionen unter Vorwochenniveau

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) am Wochenende vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 14.611 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Sonntagmorgen bekanntgab. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 15.741 gelegen. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 158 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.

28. November

11.32 Uhr: Altmaier - Beschränkungen in ersten Monaten 2021 nicht ausgeschlossen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hält eine Verlängerung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens bis ins nächste Jahr für möglich. "Wir haben drei bis vier lange Wintermonate vor uns", sagt der CDU-Politiker der "Welt". "Deshalb kann man leider keine Entwarnung geben: Es kann sein, dass die Beschränkungen auch in den ersten Monaten 2021 bestehen bleiben." Solange es in großen Teilen Deutschlands Inzidenzen von über 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner gebe, sei die Pandemie nicht unter Kontrolle.

8.02 Uhr: 21.695 Neuinfektionen

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.695 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden übermittelt. Das meldete das RKI am frühen Samstagmorgen. Am vergangenen Samstag hatte die Zahl bei 22.964 gelegen. Der Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden.

Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 379 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.

7.59 Uhr: Spahn rechnet mit Impfstoffzulassung Mitte Dezember

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht nach jetzigem Stand davon aus, dass der erste Anti-Corona-Impfstoff Mitte Dezember zugelassen wird. "Das macht mich schon auch stolz, dass mit BioNTech eine deutsche Entwicklung ganz vorne ist und vor allem nicht nur vorne, sondern auch sicher und wirksam", sagte Spahn dem Bayerischen Rundfunk im Interview der Woche auf B5 aktuell.

25.11.2020, Berlin: Jens Spahn (CDU), Bundesminister f

Jens Spahn glaubt an eine Impfstoffzulassung noch im Dezember. Bild: dpa / Michael Kappeler

Entscheidend sei, dass das auch in Studien mit zigtausenden Probanden bewiesen sei. Dennoch hat Deutschland sich nach Angaben von Spahn Impfdosen von unterschiedlichen Herstellern gesichert, insgesamt gut 300 Millionen. Man wolle auf Nummer sicher gehen und nicht nur auf einen Impfstoffkandidaten setzen. Das Angebot an die Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeheimen, als erste geimpft zu werden, wird nach Angaben von Spahn unterschiedlich aufgenommen. Die einen reagierten eher zögerlich und sagten, sie wollten nicht unbedingt die ersten sein.

Für die anderen sei dagegen klar, dass sie an der Front seien und zuerst geimpft werden wollten. Das sei ein Angebot, so Spahn, und jeder könne für sich entscheiden, ob er es annimmt. Als Ziel habe er jedoch die Erwartung und die Bitte, "dass die allermeisten, die im Gesundheitswesen arbeiten, sich auch impfen lassen." Es gehe nicht nur darum, sich zu schützen, sondern auch die, die man pflegt.

27. November

18.37 Uhr: Tests für gefährdete Gruppen sollen ausgebaut werden

Angesichts weiter hoher Infektionszahlen soll der Einsatz von Corona-Tests vor allem für gefährdete Gruppen ausgebaut werden - auch mit Schnelltests. Ziel sei, "umfassender und einfacher" insbesondere Personengruppen ohne Symptome zu testen, "bei denen aber dennoch eine Infektion naheliegend erscheint", heißt es in einem neuen Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums. Das gelte zudem für Menschen mit hoher Gefahr, dass sie oder andere in ihrem Umfeld bei einer Infektion besonders gefährdet wären. Für Rückkehrer aus Risikogebieten im Ausland sollen Tests nicht mehr gratis sein.

Die Neuregelungen sollen am kommenden Dienstag (1. Dezember) in Kraft treten. Konkret soll unter anderem klargestellt werden, dass man für Tests nach einer Warnung über die Corona-App nicht gesondert vom Arzt oder Gesundheitsamt als "Kontaktperson" festgestellt werden muss. Die Verordnung soll zudem aufschlüsseln, in welchen Konstellationen man als Kontaktperson gilt und sich nach ärztlicher Anordnung auch ohne Symptome testen lassen kann – etwa bei engem Kontakt von mindestens 15 Minuten zu einem Infizierten in den letzten zehn Tagen.

Gelten soll dies auch, wenn man durch Nähe zu einem Infizierten "mit hoher Wahrscheinlichkeit einer relevanten Konzentration von Aerosolen auch bei größerem Abstand ausgesetzt war" – bei Feiern, gemeinsamem Singen oder Sport in Innenräumen. Genannt werden zudem Menschen, die mit einem Infizierten für mehr als 30 Minuten "in relativ beengter Raumsituation oder einer schwer zu überblickenden Kontaktsituation" waren – etwa in Schulklassen und bei Gruppenveranstaltungen, heißt es in dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst berichtete das Nachrichtenportal "ThePioneer" (Freitag) darüber.

12.42 Uhr: Bayerische Stadt Passau verhängt Ausgangssperre

Die bayerische Stadt Passau verhängt angesichts der stark gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen eine strenge Ausgangssperre. Sie solle am Samstag beginnen und zunächst eine Woche dauern, wie Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) am Freitag ankündigte. Passauer dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen.

Außerdem verhängt die Stadt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und verordnet Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 - mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen. Wer einen Angehörigen in einem Altenheim besuchen will, muss vorher einen Schnelltest machen und damit nachweisen, dass er nicht infiziert ist.

Passau hatte am Freitag einen Corona-Inzidenzwert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Die Stadt ist damit nach dem Landkreis Hildburghausen in Thüringen mit knapp 630 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen derzeit Deutschlands Hotspot Nummer zwei. Wie lange der Lockdown dauern soll, blieb zunächst offen.

12.36 Uhr: Deutsche für Fortsetzung von Lockdown – und für Feuerwerksverbot

Die Maßnahmen zur Fortsetzung des Teil-Shutdown stoßen bei den Bundesbürgern dem neuen ZDF-"Politbarometer" zufolge auf deutliche Zustimmung. Dass Restaurants und Kultur- sowie Freizeiteinrichtungen weiterhin geschlossen bleiben, finden 61 Prozent richtig, 36 Prozent sind dagegen, wie die am Freitag veröffentlichte Umfrage ergab. Dass die Kontaktbeschränkungen weiter verschärft werden, unterstützen demnach 71 Prozent, während 27 Prozent dies ablehnen.

Dass es Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen für private Treffen an Weihnachten im Familien- und Bekanntenkreis gibt, finden 58 Prozent richtig und 39 Prozent falsch. Dass Deutschland zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Maßnahmen sehr hohe Schulden macht, finden 74 Prozent aller Befragten richtig, 21 Prozent lehnen das ab.

An Silvester sollte wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nach Meinung von 61 Prozent aller Befragten der Einsatz von Feuerwerkskörpern generell verboten werden. 34 Prozent sind gegen ein allgemeines Verbot.

7.10 Uhr: Gesamt-Infektionszahl übersteigt Millionen-Marke

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland hat die Marke von einer Million überschritten – auf 1.006.394, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Viele Infektionen dürften aber unentdeckt geblieben sein, auch weil viele Menschen keine oder kaum Symptome entwickeln.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 426 auf insgesamt 15.586. Das ist Rekord seit Beginn der Pandemie. Am Mittwoch war mit 410 Fällen zuletzt ein Spitzenwert in diesem Bereich erreicht worden. Das RKI schätzt, dass rund 696.100 Menschen inzwischen genesen sind.

Am Donnerstagabend hatten die Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore (USA) bereits die Überschreitung der Infektionszahl von einer Million für Deutschland angezeigt. Die Daten der Forscher werden regelmäßig aktualisiert und zeigen daher häufig einen höheren Stand als offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der betroffenen Länder. In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch nachträglich korrigiert.

6.30 Uhr: 22.806 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.806 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden (Stand: 27.11., 00.00 Uhr). Am Freitag vor einer Woche war mit 23.648 ans RKI übermittelten Fällen zuletzt ein Höchststand bei den täglichen Neuinfektionen erreicht worden.

26. November

17.38 Uhr: Brinkhaus stellt Corona-Lockerung an Silvester in Frage

Einen Tag nach den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern hat Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus Zweifel an den für Silvester geplanten Lockerungen geäußert. "Ob wir tatsächlich die Zehn-Menschen-Grenze aus mehreren Haushalten halten können, das hängt auch davon ab, wie die Entwicklung im Dezember sein wird", sagte Brinkhaus am Donnerstag dem SWR mit Blick auf den Jahreswechsel. Für Weihnachten halte er die Lockerung dagegen für vertretbar.

Weihnachten habe eine hohe Bedeutung als Familienfest und als christliches Hochfest. Das gelte für Silvester nicht. "Silvester ist nicht Familie (…), Silvester ist Party", sagte Brinkhaus. Er äußerte allerdings auch Zweifel, ob man schon jetzt verlässlich über solche Regeln entscheiden könne. "Ich war erstaunt, mit welcher Bestimmtheit man bei der Ministerpräsidentenkonferenz die Beschlüsse gefasst hat – wo man gesagt hat wir machen jetzt schon eine klare Ansage, was Weihnachten oder Silvester passiert. Ich wäre da etwas vorsichtiger gewesen", sagte der CDU-Politiker.

Kritik an den geplanten Ausnahmen von den Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen über die Feiertage äußerte im SWR auch der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery. Er sagte dem Sender: "Medizinischepidemiologisch ist es Wahnsinn, zu Weihnachten wieder aufzumachen und zu lockern."

9.00: Regierungserklärung von Angela Merkel: "Lockerungen nicht verantwortbar"

Bundeskanzlerin Merkel sagt in ihrer Regierungserklärung am Donnerstagmorgen, durch die bisherigen Corona-Maßnahmen seien die Kontakte der Menschen bereits um 40 Prozent zurückgegangen – eine "nationale Kraftanstrengung", die nötig sei, um die Pandemie zu bewältigen. Merkel sagt weiterhin, bis jetzt sei "das Schlimmste" verhindert werden können. Die dringend notwendige Trendumkehr nach unten sei jedoch bis dato ausgeblieben, die Zahlen sinken nicht und die Toten werden immer mehr. Dies bereite ihr Sorge.

Die alte Prämisse, den Schutz der Bevölkerung an die erste Stelle zu setzen, sei weiterhin das wichtigste Anliegen der Bundesregierung. Dabei sei ihr bewusst, dass viele Bürgerinnen und Bürger unter den wirtschaftlichen Folgen zu leiden hätten, sagt Merkel. Auch wisse sie, dass das Bildungs-, das Kultur- und das Sozialsystem strapaziert würden. Doch dies gehe immer im Einklang mit der Bewahrung der Gesundheit der Menschen.

Merkel sagt, Lockerungen seien zum jetzigen Zeitpunkt "nicht verantwortbar". Im Anschluss erläutert sie erneut die Beschlüsse des vergangenen Tages.

06.51 Uhr: 22.268 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.268 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 3600 Fälle mehr als am Mittwoch (18.633), wie aus Angaben des RKI vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Am Donnerstag vor einer Woche waren 22.609 Fälle gemeldet worden.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 389 auf insgesamt 15.160. Am Mittwoch war mit 410 Todesfällen ein neuer Höchstwert erreicht worden. Das RKI schätzt, dass rund 676 100 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,87 (Vortag: 0,90). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

25. November

21.29 Uhr: Angela Merkel verkündet Ergebnisse des Corona-Gipfels: Diese Regeln gelten jetzt

Die Kanzlerin verkündet nun, worauf sich Bund und Länder geeinigt haben. Angela Merkel spricht von konstruktiven und intensiven Gesprächen. Bisher sehe man nur Teilerfolge, mit denen man sich nicht begnügen könne. Die täglichen Infektionszahlen verharrten auf einem hohen Plateau, so Merkel.

Es gebe zwei Botschaften an die Bürgerinnen und Bürger. "Einmal danke, dass die Menschen in ihrer großen Mehrheit die gravierenden Einschränkungen solidarisch mitgetragen haben", so Merkel. Die zweite Botschaft sei, dass die Lage es nicht erlaube, die Beschränkungen aufzuheben. Das Ziel müsse ein Inzidenzwert von 50 sein.

25.11.2020, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht im Bundeskanzleramt in der Pressekonferenz neben Bayerns Ministerpräsident Markus Soeder (CSU - r) und Berlins Regierendem Bürgermeister Peter Müller (SPD) . Sie hatten zuvor im Kanzleramt per Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer über die Verlängerung der Coronavirus-Restriktionen verhandelt. Foto: Odd Andersen/AFP/POOL/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Merkel bei der Preesekonferenz mit Markus Söder (rechts) und Michael Müller (links). Bild: dpa / Odd Andersen

"Die Menschen wollen Klarheit für den Rest des Jahres. Das ist ihr Recht", sagt Merkel. Alle nicht zwingend notwendigen Kontakte seien zu vermeiden. Ihr Appell an alle: "Wir brauchen noch einmal eine Kraftanstrengung". Dann verkündet sie die Beschlüsse.

21.22 Uhr: Corona-Einschränkungen werden bis Anfang Januar verlängert

Die Einschränkungen des Teil-Lockdowns sollen nach Angaben von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bis Anfang Januar verlängert werden. Im Beschluss des Corona-Gipfels der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei aus formalen Gründen eine Verlängerung bis zum 20. Dezember festgelegt worden, doch die Maßnahmen würden danach nochmals bis Anfang Januar verlängert, sagte Ramelow am Mittwochabend im Anschluss an den Gipfel.

Dem Thüringer Ministerpräsidenten zufolge geht unter den Regierungschefs niemand davon aus, dass Hotels und Gaststätten öffnen werden. Ramelow sagte, es solle zudem keinen grenzüberschreitenden Reiseverkehr geben in der Weihnachtszeit. Es sei von einem stillen Weihnachten auszugehen. Die Ministerpräsidenten und Merkel tagten rund sieben Stunden. Merkel wollte sich im Anschluss äußern.

20.29 Uhr: Länder schmettern Bund-Forderungen zu Schulen ab

Die Bundesländer haben weitgehende Forderungen des Bundes nach starken Entzerrung des Unterrichts in Schulen abgelehnt. Die Bund-Länder-Runde legt nach Informationen aus Teilnehmerkreisen fest, dass ein hybrider Unterricht oder ein Wechselunterricht in Corona-Hotspots ab der 8. Klasse möglich sein soll–- aber nicht bundesweit. Die Bundesregierung hatte wegen der Infektionen auch bei Schülern und Lehrern auf weitergehende Schritte gedrungen. Einige Länder pochen aber auf ihre Zuständigkeiten, bezweifeln, dass Schulen ein entscheidender Hotspot sind oder geben organisatorische Schwierigkeiten etwa für die Teilung von Klassen an. Die Nordländer verweisen zudem auf sinkende Infektionszahlen bei ihnen. Zuvor haben Kanzlerin und Ministerpräsidenten lange über die Kosten zusätzlicher Schülertransporte gerungen. Die Passage zur Finanzierung wird ganz gestrichen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), zu Beginn der Videokonferenz mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder Bild: dpa / Guido Bergmann

18.03 Uhr: Bund und Länder wollen Verzicht auf Silvesterböller empfehlen

Bund und Länder wollen den Bürgern empfehlen, zum Jahreswechsel auf ein Silvesterfeuerwerk zu verzichten. Auf belebten Plätzen und Straßen soll die Verwendung von Pyrotechnik untersagt werden, um größere Gruppenbildungen zu vermeiden – darauf verständigten sich die Ministerpräsidenten am Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern aus verschiedenen Bundesländern sowie vonseiten des Bundes erfuhr.

Ein endgültiger Beschluss des Gesamtpapiers stand noch aus. Zuvor hatte auch die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Die örtlich zuständigen Behörden sollen demnach die betroffenen Plätze und Straßen bestimmen. Öffentlich veranstaltete Feuerwerke sollen untersagt werden. Im Vorfeld der Beratungen hatten sich die unionsgeführten Bundesländer anders als SPD-Länder gegen ein Verkaufsverbot für Silvesterböller ausgesprochen.

17.44 Uhr: Kontaktbeschränkungen sollen für Weihnachten gelockert werden

Die strengen Kontaktbeschränkungen zum Eindämmen der Corona-Pandemie sollen nach Angaben aus Länderkreisen über Weihnachten gelockert werden. Darauf verständigten sich die Ministerpräsidenten am Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern aus verschiedenen Bundesländern erfuhr. Eine Bestätigung der Bundes-Seite sowie der endgültige Beschluss des Gesamtpapiers standen aber noch aus. Demnach sollen vom 23. Dezember an Treffen "im engsten Familien- oder Freundeskreis" möglich sein, und zwar bis maximal zehn Personen insgesamt. Dazu gehörige Kinder bis 14 Jahre sollen hiervon ausgenommen sein. Die Ausnahmeregelung soll nach Angaben aus Teilnehmerkreisen nunmehr "längstens" bis zum 1. Januar gelten. Sollte es bei dieser Formulierung bleiben, wäre also zunächst offen, ob die Lockerungen am Ende überall auch über Silvester gelten werden.

16.34 Uhr: Erste Einigungen bei Corona-Gipfel: Verlängerung Lockdown und neue Regeln für Geschäfte

Bund und Länder haben sich am Mittwoch nun endgültig auf neue Regeln für die kommenden Wochen geeinigt. Die Sitzung dauert zur Stunde zwar noch an, aber erste Punkte sind nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Business Insider" inzwischen von beiden Seiten beschlossen worden.

Demnach wird bis 20. Dezember verlängert. Restaurants, Kneipen, Freizeiteinrichtungen und Kulturbetriebe müssen damit vorerst weiter dicht bleiben. Zudem werden die Regelungen für Geschäfte angepasst. Bisher gilt, dass in allen Geschäften ein Kunde pro 10 Quadratmeter erlaubt ist. Für Kaufhäuser und Shopping-Malls ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche soll künftig jedoch die schärfere Vorgabe 1 Kunde/20 Quadratmeter gelten. Für alle anderen Geschäfte unter 800 Quadratmetern gilt weiterhin ein Kunde pro 10 Quadratmeter.

Welke wütet gegen Angela Merkel: "Was traut sich diese Frau?"

Impfthematik verschlafen, Teststrategie zum "in die Haare schmieren", waghalsige Schulöffnungen und irrwitzige Inzidenzziele: Es gibt viele Gründe, der Bundeskanzlerin zu grollen. Aber richtig böse wurde Oliver Welke in der "heute-show" (ZDF) auf Frau Merkel aus einem anderen Grund.

"Was traut sich diese Frau?", geriet "heute-show"-Moderator Oliver Welke regelrecht in Rage. Im Visier: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Thema: Digitalisierung in Verbindung mit der Corona-Krise. Frau Merkel hatte …

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