Deutschland
14.01.2021, Bayern, Bayreuth: In der Bayreuther Innenstadt steht ein Schild mit der Aufschrift

In der Bayreuther Innenstadt steht ein Schild mit der Aufschrift "Mund-& Nasenschutz Pflicht". In 30 bayerischen Landkreisen und Städten liegen die vom Robert Koch-Institut (RKI) ermittelten Corona-Infektionszahlen über der wichtigen Grenze von 200 pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche. Bild: dpa / Nicolas Armer

Corona-News: Merkel zieht Treffen vor - nächste Bund-Länder-Konferenz zu Corona-Krise am Dienstag

Die Corona-Pandemie bereitet Menschen weltweit Sorgen. Aktuell steckt Deutschland mitten in der zweiten Welle. Auch andere Länder in Europa erleben teils deutlich höhere Infektionszahlen als noch im Frühjahr.

Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben eine Verlängerung des harten Lockdowns beschlossen.

Die wichtigsten Beschlüsse im Überblick:

Am 25. Januar wollen die Regierungschefs von Bund und Ländern die Lage neu bewerten und über weitere Maßnahmen für Februar beraten.

Das Robert-Koch-Institut zählte bis Freitag (Stand: 0 Uhr) 2.000.958 Infektionen in Deutschland sowie 44.994 Todesfälle.

15. Januar

11.36 Uhr: Nächstes Bund-Länder-Treffen zu Corona-Krise am Dienstag

Bund und Länder beraten bereits am kommenden Dienstag erneut über die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag in Berlin, die Zahl der Neuinfektionen sei nach wie vor viel zu hoch. Dazu komme das Risiko einer neuen Virus-Mutation. Es gehe darum, "noch mehr" zu tun, um die Infektionszahlen zu senken, sagte Seibert.

7.01 Uhr: Merkel für vorgezogenen Corona-Krisengipfel

Auf ganz Deutschland kommt womöglich eine weitere Verschärfung der Corona-Regeln zu. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drang am Donnerstagabend bei einer CDU-Präsidiumssitzung auf einen Krisengipfel mit den Regierungschefs der Bundesländer bereits in der kommenden Woche, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Merkel plädierte demnach auch für Verschärfungen der Restriktionen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hält den derzeitigen Lockdown für unzureichend.

Das Virus lasse sich nur mit deutlich zusätzlicher Anstrengung aufhalten, sagte Merkel laut Teilnehmern der CDU-Präsidiumssitzung. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) forderte ein Krisentreffen bereits in der nächsten Woche. Der nächste Krisengipfel von Bund und Ländern ist eigentlich erst für den 25. Januar geplant.

In Deutschland gilt seit Mitte Dezember ein harter Lockdown mit weitgehenden Schließungen im Handel und bei Dienstleistungen, in Schulen und Kitas sowie Kontaktbeschränkungen. Anfang Januar wurden die Maßnahmen verschärft und bis zum Monatsende verlängert.

Merkel sprach sich laut Teilnehmern der CDU-Präsidiumssitzung vor allem wegen der in Großbritannien grassierenden Coronavirus-Mutation dafür aus, die Kontakte der Bürger weiter zu reduzieren. Mit Blick auf Berichte, wonach eine Einstellung des Nah- und Fernverkehrs erwogen wird, sagte sie demnach, keiner wolle den ÖPNV einschränken. Dieser müsse aber durch mehr Homeoffice entlastet werden.

6.54 Uhr: Deutschland überschreitet Schwelle von zwei Millionen Corona-Infektionen

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie hat die Marke von zwei Millionen Fällen überschritten. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden innerhalb von 24 Stunden 22.368 neue Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der Infektionen wuchs damit auf 2.000.958.

Laut RKI wurden zudem innerhalb eines Tages 1133 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verzeichnet. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 44.994. Am Donnerstag hatte das RKI mit 1244 Corona-Toten einen neuen Höchstwert bekanntgegeben.

14. Januar

14.00 Uhr: Spahn: "Das erste Prozent der Bevölkerung ist geimpft"

Trotz weiter fortschreitender Impfungen bleibt die Corona-Lage aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kritisch. Es gibt inzwischen 840.000 Geimpfte in Deutschland, wie der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin sagte. "Das erste Prozent der Bevölkerung ist geimpft." Damit sei der Weg heraus aus der Pandemie begonnen. "Gleichzeitig sind wir noch in der schwersten Phase der Pandemie."

Die Zahl der Infektionen und Toten sei sehr betrüblich. "Jeder zweite Todesfall ist jemand über 80 Jahre." In dieser Gruppe werde wegen des starken Risikos auch zuerst mit Impfungen begonnen. Etwa 40 Prozent der Pflegeheimbewohner seien bis jetzt erst geimpft worden, sagte Spahn. Vorgesehen ist jeweils eine zweite Impfung. Bei der Virus-Eindämmung gehe es in Pflegeeinrichtungen um eine schwierige Balance, absolute Isolation zu vermeiden und Schutz zu geben. Dabei ließen sich Risiken etwa durch Besucher und Beschäftigte bestmöglich reduzieren, aber eben nicht auf Null bringen.

Der Bund übernehme bereits seit Frühjahr Kosten für Schutzausstattung und seit Herbst für Schnelltests samt Personalaufwand. Über weitere Unterstützung mit Personal werde unter anderem mit der Bundeswehr gesprochen.

Mit Blick auf neue, wohl ansteckendere Virus-Varianten etwa in Großbritannien äußerte sich Spahn besorgt. Mit Reisebeschränkungen und weiteren Testpflichten solle ein Eintrag nach Deutschland reduziert und verlangsamt werden. Der Minister verwies zudem auf eine geplante Verordnung, um zu mehr Gen-Analysen zur Bestimmung des Virustyps (Sequenzierungen) zu kommen. Dies machten Labore auch in Deutschland schon durchaus nennenswert, wenn auch nicht so viel wie in Großbritannien oder Dänemark. Festgelegt werden soll nun eine Meldepflicht an das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI), um Daten zentral zusammenzuführen und auszuwerten

10.00 Uhr: RKI für Verschärfung des bisherigen Lockdowns

Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist angesichts der derzeitigen Infektionslage für eine Verschärfung des bisherigen Lockdowns in Deutschland. RKI-Epidemiologe Dirk Brockmann sagte am Donnerstag in Berlin, es sei eine "totale Konsensaussage" aller Modellberechnungen, dass die Maßnahmen weiter verschärft werden müssten, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Auch RKI-Präsident Lothar Wieler befürwortete eine Verschärfung als "Option".

Wieler rief die Menschen in Deutschland auch wegen neuer Coronavirus-Varianten zudem zum Verzicht auf nicht notwendige Reisen auf. "Wer nicht unbedingt muss, sollte im Moment nicht verreisen", sagte Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Mit Stand Mittwoch seien alle aktuell bekannten Fälle, in denen die neuen Varianten nachgewiesen wurden, von Reisenden nach Deutschland gebracht worden.

Bisher könne man noch nicht abschätzen, wie sich die Varianten auf die Situation in Deutschland auswirkten, sagte Wieler. "Sie könnten sich aber auch hier durchsetzen und zu noch mehr Fällen in kürzerer Zeit führen." Es bestehe die Möglichkeit, dass sich die Lage noch verschlimmere. Umso wichtiger sei deshalb das konsequente Einhalten der Maßnahmen.

Anhaltspunkte sprechen Wieler zufolge aber nicht dafür, dass die Varianten hierzulande bereits stark verbreitet seien. Er räumte allerdings ein: "Wir haben keinen vollen Überblick über die Varianten." In Großbritannien hatte sich zuletzt eine Corona-Variante sehr rasch ausgebreitet. Auch eine Variante aus Südafrika steht derzeit im Fokus.

7.38 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Deutschland auf neuem Höchststand

Die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer durch die Corona-Pandemie in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden wurden 1244 weitere Todesfälle gezählt, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte. Der bisherige Höchstwert war am vergangenen Freitag mit 1188 Verstorbenen erreicht worden.

Laut den jüngsten Angaben des RKI stieg die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland seit Beginn der Pandemie auf 43.881. Gezählt werden dabei sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstarben als auch Menschen mit Vorerkrankungen, die mit dem Coronavirus infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die genaue Todesursache war.

Das RKI gab am Donnerstag zudem 25.164 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie wuchs damit auf 1.978.590.

7.25 Uhr: Pfizer und Moderna erwarten Impfschutz auch gegen Virus-Varianten

Die Pharmafirmen Pfizer und Moderna zeigen sich zuversichtlich, dass ihre Impfstoffe auch gegen die neuen britischen und südafrikanischen Varianten des Coronavirus wirken. "Wir gehen davon aus, dass wir geschützt sind", sagte Moderna-Manager Tal Zaks am Mittwoch bei einer EU-Gesundheitskonferenz. Sollte es nötig werden, könnte aber auch "binnen Wochen" eine neue Variante des Impfstoffs entwickelt werden. Pfizer-Chef Albert Bourla sagte, man warte auf weitere Untersuchungsergebnisse zur Wirksamkeit des gemeinsam mit Biontech entwickelten Impfstoffs gegen die Virusvarianten aus Großbritannien und Südafrika. "Wenn Sie nach meiner Meinung fragen: Ich denke, dass die Ergebnisse positiv sein werden", sagte Bourla in derselben Veranstaltung der Europäischen Volkspartei.

Die beiden Varianten des neuartigen Coronavirus sind nach ersten Erkenntnissen ansteckender als die ursprüngliche. In Großbritannien hat dies zu einer neuen Pandemiewelle beigetragen. Die Bundesregierung ist sehr besorgt und versucht, die Verbreitung der Mutationen einzudämmen. Die beiden Pharmamanager versprachen auch weitere Details zu ihren Impfstoffen. So sagte Bourla, im Februar könnten Daten zu der Frage vorliegen, ob der Biontech/Pfizer-Impfstoff neben der Erkrankung Covid-19 auch die Übertragung des Virus verhindere. Zaks sagte, es werde genau beobachtet, wie lang der Impfschutz anhält. "Es sollte mindestens ein Jahr sein, vielleicht länger", sagte er. Die beiden Firmen sind die ersten, die für ihre Corona-Impfstoffe eine europäische Zulassung erhalten haben. Die Mittel werden inzwischen in der EU gespritzt, auch in Deutschland.

13. Januar

14.15 Uhr: SPD mahnt Verbesserungen beim Impfen in Deutschland an

Die SPD hat Verbesserungen bei den Corona-Impfungen in Deutschland angemahnt. "Impfen rettet Leben", sagte Fraktionsvize Bärbel Bas am Mittwoch im Bundestag. Daher müsse alles dafür getan werden, an dieser Stelle besser zu werden. Fragen, die von SPD-Seite an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) etwa zu Bestellungen und Produktionskapazitäten gestellt wurden, seien nicht unanständig und auch "kein Wahlkampfgetöse".

Es gehe um Planbarbeit, nachdem Liefertermine nicht eingehalten worden seien und Senioren am Telefon hingen und nach Impfterminen fragten. In vielen Bundesländern laufe es gut, in manchen nicht. Aus Fehlern gelte es zu lernen. Das Impfmanagement sei noch zu verbessern.

Bas wies einen Vorstoß von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für eine Impfpflicht für Pflegekräfte scharf zurück. Es sei "absolut katastrophal", eine Berufsgruppe unter Generalverdacht zu stellen, dass sie sich nicht impfen lassen wolle.

13.45 Uhr: Lindner kritisiert erneut den Impfstart

Christian Lindner eröffnet seinen Redebeitrag im Bundestag grundsätzlich: "Wer die Realität erkennt, der kann die Gefährlichkeit der Pandemie nicht leugnen, der darf sie auch nicht relativieren", sagt der FDP-Vorsitzende. Jeder Einzelne könne seinen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten.

Linder kritisierte dann "Logistik und Tempo" der Impfkampagne als "beschämend". Der Impfstart sei verstolpert worden.

Die FPD fordert Rechtssicherheit für die Vorgehensweise der Impfkampagne – und einen Impfgipfel, um zu klären, wie der Impfstoff jetzt schnell in die Arztpraxen komme. Das Land könne nicht ewig im Lockdown gehalten werden, Lindner forderte deshalb die Entwicklung eines Szenarios für die Öffnung.

13.30 Uhr: "Gemeinschaftsaufgabe"

"Diese größte Impfaktion unserer Geschichte ist eine Gemeinschaftsaufgabe", sagte Gesundheitsminister Spahn im Bundestag. "Kein Land, keine Partei, keine Regierung kann allein dieses Virus besiegen, es geht nur gemeinsam." Dies könne auch nur gelingen, wenn über das Jahr hinweg die allermeisten Bürger bereit seien, sich impfen zu lassen. Spahn bekannte sich erneut klar zum gemeinsamen europäischen Vorgehen.

13.25: Spahn verspricht erneut: Bis Sommer Impfangebot für alle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den Deutschen erneut versprochen, dass im Sommer voraussichtlich alle Menschen sich gegen Covid-19 impfen lassen können. Zu Beginn einer Regierungsbefragung im Bundestag sagte Spahn: "Wir können, Stand heute, voraussichtlich im Sommer allen Bürgern ein Impfangebot machen." Später sagte Spahn: "2021 wird ein Jahr auch guter Nachrichten sein können" mit Blick auf die bevorstehenden Impfmöglichkeiten.

Zu den aktuellen Verzögerungen bei den Impfungen sagte Spahn: "Natürlich ruckelt es bei der größten Impfkampagne der Geschichte." "Mit Sicherheit" hätte manches schneller gehen können, sagte Spahn. Aber der Grund für die Knappheit an Impfstoff seien nicht fehlende Verträge, sondern fehlende Produktionskapazitäten.

Minutenlang verteidigte Spahn im Bundestag, dass Deutschland bei der Beschaffung des Impfstoffs eine europäische Strategie verfolgt hat. "Während in anderen Ländern der Nationalismus wächst, rückt Europa zusammen", sagte Spahn und verwies danach auf die politische Unruhe in den USA. Die europäische Strategie liege in Deutschlands Interesse, weil das Land offene Märkte brauche. Danach stellte er klar: "Wir haben über Europa genügend Impfstoff für alle bestellt."

9.25 Uhr: Spahn lehnt Söders Vorstoß zur Impfpflicht ab

Bundesgesundheitsminister Spahn hat einer Impfpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie erneut eine Absage erteilt. "Ich habe im Bundestag mein Wort gegeben: In dieser Pandemie wird es keine Impfpflicht geben. Und das gilt", sagte Spahn am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk. Die Bundesregierung setze auf Argumente, Informationen und Vertrauen in den Impfstoff.

Auch das Pflegepersonal in Deutschland wolle er mit Argumenten überzeugen. "Das ist übrigens auch die Wertschätzung, die Pflegekräfte in dieser Pandemie erwarten", sagte Spahn. Seit Monaten sagten alle, dass sie einen der schwersten Jobs in der Pandemie hätten. "Ich finde, dann sollten wir auch mit ihnen über das Impfen reden", so der CDU-Politiker vor einer Regierungserklärung im Bundestag, die für Mittwochmittag geplant war.

Zuvor hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Debatte über eine Impfpflicht für Pflegekräfte in Heimen gefordert. Der deutsche Ethikrat müsse sich damit beschäftigen, sagte er im ZDF und der "Süddeutschen Zeitung".

7.11 Uhr: Neuer Höchststand an Todesfällen in den USA

Bei der Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle durch das Coronavirus haben die USA einen neuen Höchststand verzeichnet. Binnen 24 Stunden wurde ein Rekordhoch an 4470 Todesfällen registriert, wie aus einer Zählung der in Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-Universität vom Dienstagabend (Ortszeit) hervorgeht. Zum ersten Mal wurde in den Vereinigten Staaten damit die Schwelle von 4000 Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus überschritten.

Laut Johns-Hopkins-Universität wurden binnen 24 Stunden zudem 235.00 neue Ansteckungen nachgewiesen. Etwa 131.000 Menschen werden mit Covid-19 im Krankenhaus behandelt.

Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. 380.000 der insgesamt fast zwei Millionen Todesopfer durch die Pandemie starben dort. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land knapp 23 Millionen Infektionen nachgewiesen.

6.03 Uhr: 19.600 Neuinfektionen und 1060 neue Todesfälle

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 19.600 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1060 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekannt gab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwochmorgen bei 155,0. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Thüringen mit 324,2 und Sachsen mit 304,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 83,7.

12. Januar

19.00 Uhr: Merkel kritisiert Umsetzung des Corona-Schutzes in Altenheimen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Umsetzung der Pläne zum Schutz der Menschen in Alten- und Pflegeheimen durch die Länder kritisiert. Vieles sei nicht so ideal gelaufen, wie sie sich das gewünscht hätte, sagte Merkel am Dienstag nach Angaben von Sitzungsteilnehmern in der ersten Sitzung der Unionsfraktion nach der Winterpause, die wegen der Pandemie erneut online organisiert worden war. Wenn man sich eines Tages darüber unterhalte, was man aus der Situation gelernt habe, müsse man sich schon fragen, wie es mit dem föderalen Aufbau in Deutschland sei, wurde Merkel zitiert.

Sie betrübe die Lage in den Alten- und Pflegeheimen, sagte die Kanzlerin demnach. So seien die rechtlichen Voraussetzungen für den Schutz der Menschen dort seit Monaten gegeben. Die Krankenkassen würden die Kosten für Tests der Bewohner und die Personalkosten übernehmen. Dies sei von der Bundesebene theoretisch vorbereitet worden. Die praktische Umsetzung sei aber sehr lückenhaft, kritisierte Merkel. Deshalb gebe es "diese beklemmende Situation in vielen Altenheimen".

13:40 Uhr: FFP2-Masken werden in Bayern beim Einkaufen und im Bus Pflicht

In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. Das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, die "normalen Community-Masken" seien in der Corona-Pandemie zum Schutz der anderen. FFP2-Masken schützen auch den Träger selbst. Ziel sei, die Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr und im Handel zu verbessern.

"Die Verfügbarkeit im Handel ist ausreichend gewährleistet, also es gibt keine Mangelware FFP2", betonte der Ministerpräsident. Die Masken seien zum Teil sogar "deutlich im Überfluss, zum Teil jedenfalls, vorhanden". Insgesamt sprach Söder angesichts etwas zurückgehender Corona-Zahlen von einer "verhalten positiven Tendenz". "Ein Großteil der Maßnahmen beginnt zu wirken."

Binnen 24 Stunden habe es in Bayern 1740 Neuinfektionen gegeben – fast 500 weniger als vor einer Woche. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 158,8 liege der Freistaat bundesweit auf Platz sieben. Das sei nur ein Zwischenstand. Noch sei unklar, wie sich die Ferien auswirken. Dies werde man endgültig wohl gegen Ende dieser Woche sehen. Söder betonte, jedenfalls sei weiterhin Konsequenz und Geduld notwendig.

Insbesondere warnte der CSU-Vorsitzende vor einer verstärkten Ausbreitung des Coronavirus durch mutierte Virenformen aus Großbritannien. Er verglich die Maßnahmen gegen die Mutationen mit "einem Wettlauf gegen die Zeit". "Die Mutationen bereiten uns Sorge." Söder wiederholte in diesem Zusammenhang seinen Vorschlag, auch eine begrenzte Impfpflicht für Bedienstete in Alten- und Pflegeheimen zu debattieren.

13.00 Uhr: Kretschmann gegen Impfpflicht für Pflegekräfte – und für mehr Werbung fürs Impfen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist gegen eine Corona-Impfpflicht für Pflegepersonal. Man habe sich die ganze Zeit gegen eine Impfpflicht in dieser Pandemie ausgesprochen, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart zu einem entsprechenden Vorschlag des bayerischen Regierungschefs Markus Söder (CSU). "Das ändern wir jetzt nicht mittendrin."

Gleichwohl sei er dafür, dass sich der Ethikrat mit dieser Frage befasse. "Das finde ich sehr wichtig." Söder hatte gesagt, es sei auffällig, dass sich viele Pflegekräfte nicht impfen lassen wollten. Deshalb müsse man eine Debatte über eine Impfpflicht für diese Berufsgruppe führen. Kretschmann sagte, man müsse "sehr stark werben, dass das Personal sich impfen lässt". Ansonsten wachse das Misstrauen, weil die Bevölkerung sich frage: "Aha, die sind näher dran – warum machen die das nicht?"

Er sei auch nicht sicher, ob es die richtige Entscheidung gewesen sei, dass sich die Regierungschefs im Land nicht vorrangig impfen ließen. "Ich bin da eigentlich schon sehr dafür, dass wir uns öffentlichkeitswirksam impfen lassen." Wenn sich die führenden Politiker nicht sofort impfen ließen, entstehe daraus ebenfalls Misstrauen. Er versprach aber: "Sobald ich dran bin, werde ich mich impfen lassen.

11.00 Uhr: Merkel zur Corona-Lage "Es bleibt hart bis Ostern"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rechnet mindestens bis April mit großen Härten wegen der Corona-Pandemie. "Es bleibt hart bis Ostern", sagte Merkel nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP vom Dienstag vor Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Inneres der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin. In Fraktionskreisen wurde ausdrücklich darauf verwiesen, dass Merkel nicht von einer Verlängerung des derzeitigen Lockdowns bis Ostern gesprochen habe. Das Osterfest fällt in diesem Jahr auf das erste April-Wochenende.

Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, Merkel habe "harte Maßnahmen" für die kommenden acht bis zehn Wochen in Aussicht gestellt. Die Zeitung zitierte sie mit den Worten: "Wenn wir es nicht schaffen, dieses britische Virus abzuhalten, dann haben wir bis Ostern eine zehnfache Inzidenz."

9.20 Uhr: Astrazeneca beantragt Zulassung von Corona-Impfstoff in der EU – In Großbritannien wird er bereits verwendet

Der schwedisch-britische Pharmakonzern Astrazeneca hat die Zulassung seines Corona-Impfstoffes bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA beantragt. Die Bewertung des Vakzins werde "in einem beschleunigten Zeitrahmen" erfolgen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Der Impfstoff könnte nach Einschätzung der EU-Kommission Ende Januar zugelassen werden.

Die Kommission hat bis zu 400 Millionen Dosen des Mittels für die 27 EU-Staaten bestellt. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte die Ankündigung als gute Nachricht. Die EMA werde die Sicherheit und Wirksamkeit beurteilen. "Sobald der Impfstoff eine positive wissenschaftliche Beurteilung erhält, werden wir mit vollem Tempo daran arbeiten, die Nutzung in Europa zuzulassen", schrieb von der Leyen auf Twitter.

Astrazeneca könnte "möglicherweise bis zum Ende des Monats eine Zulassung haben", sagte die für Gesundheit zuständige Generaldirektorin der Kommission, Sandra Gallina, in einer Anhörung im EU-Parlament. Der 29. Januar könnte der Tag der Genehmigung sein. Doch sei die EMA unabhängig in ihrer Bewertung.

Der Konzern entwickelte das Vakzin gemeinsam mit der renommierten britischen Universität Oxford. Anders als die Impfstoffe der Mainzer Firma Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer sowie der US-Firma Moderna gehört das britisch-schwedische Präparat nicht zu den sogenannten mRNA-Impfstoffen. Insgesamt wurden weltweit schon Milliarden Dosen bei dem Hersteller bestellt.

Der vielversprechende Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Mittel wirkt zweifach: Es soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern – beide sind für die Immunabwehr wichtig.

Anfangs hatte das Unternehmen mit seinem Impfstoff auch Kritik einstecken müssen: So gab es Bedenken zum Studiendesign, und die hohe Wirksamkeit des Mittels war von einigen Experten auch bezweifelt worden. Der Konzern legte daraufhin mit weiteren Untersuchungen nach. Ein großer Vorteil des Impfstoffes ist: Er kann den Angaben zufolge bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad aufbewahrt werden. Außerdem ist es Berichten zufolge viel preiswerter als die Mittel von Biontech oder Moderna.

Die EMA beurteilt und überwacht Arzneimittel für den europäischen Markt, auch für Corona-Impfstoffe. Die Behörde verlegte wegen des Brexits schon im Frühjahr 2019 ihren Sitz von London nach Amsterdam. Großbritannien setzt den Impfstoff bereits seit gut einer Woche ein.

6.35 Uhr: Impfkommission warnt vor Verschiebung von zweiter Impfung

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, lehnt eine Verschiebung der zweiten Impfspritze gegen das Coronavirus nach dem Beispiel Großbritanniens nachdrücklich ab. "Durch nur eine Impfung können rascher gefährliche Mutationen Verbreitung finden", warnte der Virologe in der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Dienstag. Aus anderen Virussystemen sei bekannt, dass eine Teilimmunität unter Umständen rascher zu Mutationen führen könne, "bei denen der Impfstoff unwirksam wird".

Zudem könne der Impfschutz bei nur einer Dosis rasch verloren gehen, vor allem bei älteren Menschen, sagte der Chef der beim Robert-Koch-Institut (RKI) ansässigen Impfkommission. Dies sei aufgrund der bisherigen Daten zu vermuten. In Großbritannien soll angesichts der Impfstoff-Knappheit die Verabreichung der zweiten Dosis in zunehmendem Maße verschoben werden, um mehr Menschen mit einer ersten Dosis versorgen zu können.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Behörde prüfen lassen, ob ein solches Vorgehen sinnvoll ist, um mit den derzeit begrenzten Impfstoff-Mengen möglichst schnell möglichst viele Menschen impfen zu können. Hintergrund ist, dass ein gewisser Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung bereits nach der ersten Impfung gegeben ist.

6.02 Uhr: 12.802 Corona-Neuinfektionen und 891 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.802 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 891 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. "In den letzten Tagen sind die Fallzahlen wieder angestiegen. Ob sich dieser Trend, über die erwarteten Nachtestungen und Nachmeldungen hinaus, weiter fortsetzt, wird sich erst im Laufe der nächsten Tage zeigen", hatte das RKI am Wochenende mitgeteilt.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 164,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 341,9 und Thüringen mit 325,7. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 86,3. Wegen der Feiertage um den Jahreswechsel sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

11. Januar

19.00 Uhr: Söder bringt Impfpflicht für bestimmte Gruppen ins Spiel

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat beklagt, es gebe "unter Pflegekräften in Alten- und Pflegeheimen eine zu hohe Impfverweigerung". Der deutsche Ethikrat solle deshalb Vorschläge machen, "ob und für welche Gruppen eine Impfpflicht denkbar wäre" sagte der CSU-Chef der "Süddeutschen Zeitung".

"Sich impfen zu lassen, sollte als Bürgerpflicht angesehen werden", sagte Söder. Eine staatliche Kampagne zur Förderung der Impfbereitschaft, "an der sich Vorbilder aus Kunst, Sport und Politik beteiligen", könne helfen.

Weil nicht genug Corona-Impfstoff da sei, forderte er außerdem eine "nationale Pharma-Allianz", um die Produktion zu beschleunigen. Darüber müsse man mit den Pharmakonzernen reden. Wo nötig, müsse der Staat den Unternehmen einen Ausgleich zahlen. Die zusätzliche Impfstoffproduktion könnte ganz Europa zugutekommen. In Marburg soll Ende Februar ein neues Werk der Firma Biontech die Produktion aufnehmen. Die Pharma-Allianz könne noch zusätzliche Produktionsstätten schaffen.

Außerdem forderte Söder "dringend mehr Einrichtungen, in denen das mutierte Virus nachgewiesen werden kann". Die wenigen Einrichtungen in Deutschland reichten nicht. In jedem Bundesland brauche es mehrere Nachweisstellen

18.00 Uhr: Im Libanon müssen sogar die Supermärkte schließen

Wegen weiter stark steigender Corona-Infektionszahlen hat der Libanon den Gesundheitsnotstand ausgerufen und den Lockdown noch einmal verschärft. Die Regierung beschloss am Montag nach eigenen Angaben eine elftägige vollständige Ausgangssperre, die am Donnerstag beginnen soll. Schließen müssen auch die Supermärkte, die nur noch tagsüber einen Lieferdienst anbieten dürfen. In vielen Geschäften kam es bereits am Montag zu großem Andrang und teilweise Chaos, weil sich die Menschen mit Lebensmitteln eindecken wollten.

Erst am vergangenen Donnerstag war in dem Land am Mittelmeer ein weitreichender Lockdown mit einer Ausgangssperre nach Einbruch der Dunkelheit in Kraft getreten. Allerdings stieg die Zahl der täglichen Neuansteckungen kurz danach erstmals auf mehr als 5000, bei rund sechs Millionen Einwohnern. Die Zahl der Toten kletterte nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf mehr als 1600.

Viele Menschen sind in die Armut gerutscht

Krankenhäuser klagen über einen Mangel an freien Betten auf den Intensivstationen. Vor den Kliniken müssen Patienten teilweise lange auf eine Behandlung warten. Wegen der Leichtfertigkeit vieler Menschen müssten die Libanesen nun vor sich selbst geschützt werden, sagte der amtierende Regierungschef Hassan Diab nach Medienberichten.

Lokale Medien sprechen hingegen von einem Versagen der Regierung. Über Weihnachten und Neujahr hatte diese die Beschränkungen gelockert. So durften Restaurants und Bars wieder öffnen. Die Regierung ist nach ihrem Rücktritt nach der Explosion nur noch geschäftsführend im Amt. Die Bildung eines neuen Kabinetts stockt.

Der Libanon erlebt seit Monaten eine der schwersten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte. Die Corona-Pandemie und die Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut Anfang August mit mehr als 190 Toten haben die Lage weiter verschärft. Viele Menschen sind in Armut abgerutscht

10.00 Uhr: China lässt WHO nach Ursprüngen des Virus suchen – deutscher Forscher dabei

Nach tagelanger Verzögerung hat Peking grünes Licht gegeben für den Beginn einer Mission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Erforschung der Ursprünge des Coronavirus. Die internationalen Experten können am Donnerstag nach China einreisen, wie die nationale Gesundheitskommission am Montag mitteilte. Das WHO-Team werde seine Nachforschungen in Zusammenarbeit mit chinesischen Wissenschaftlern vornehmen.

Die seit Monaten geplante WHO-Mission soll fünf bis sechs Wochen dauern, wobei die Experten die ersten zwei Wochen in Quarantäne bleiben müssen. Die Wissenschaftler sollen die Herkunft des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 erforschen. Das zehnköpfige internationale Team, darunter der Experte Fabian Leendertz vom Robert-Koch-Institut in Berlin, wollte eigentlich bereits Anfang Januar nach China aufbrechen. Die Mission verzögerte sich aber wegen ungeklärter Visafragen. Zudem sah Peking weiteren Diskussionsbedarf hinsichtlich der "genauen Gestaltung" der Untersuchungen.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte sich am vergangenen Dienstag "sehr enttäuscht" darüber geäußert, dass Peking die Einreise der Wissenschaftler in letzter Minute abgelehnt habe. Das chinesische Außenministerium sprach indes von einem "Missverständnis".

Erstmals aufgetreten war das neuartige Coronavirus Ende 2019 in der zentralchinesischen Stadt Wuhan, von wo aus es sich in der ganzen Welt ausbreitete. Wie der Erreger von Tieren – vermutlich Fledermäusen – auf den Menschen übersprang, ist bis heute unklar.

Für China ist die WHO-Mission heikel. China sieht sich international mit Vorwürfen konfrontiert, es wolle eine Verantwortung für den Ausbruch der Pandemie vertuschen. Zunächst hatte Peking eine unabhängige internationale Untersuchung der Ursprünge des Virus verweigert. Peking sät zudem Zweifel daran, dass das Virus überhaupt aus China stammt. Außenminister Wang Yi wiederholte kürzlich die Ansicht, dass "die Pandemie wahrscheinlich an mehreren Punkten auf der Welt begann". Zugleich präsentiert sich die chinesische Führung als Sieger im Kampf gegen das Virus.

9.00 Uhr: Gesundheitsminister fordert Einhaltung der Regeln auch im Privatleben

Angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Bürger aufgerufen, auch im privaten Bereich die Corona-Einschränkungen einzuhalten. "Es macht wenig Sinn, Geschäfte, Schulen, das öffentliche Leben herunterzufahren und zu schließen, wenn gleichzeitig im Privaten zahlreiche Kontakte, zahlreiche Treffen stattfinden", sagte Spahn am Montag dem ZDF-"Morgenmagazin".

Derzeit verbreite sich das Virus vor allem im privaten Bereich, begründete Spahn seine Mahnung. "Ich weiß, dass das schwer fällt", sagte er. In den nächsten Wochen sei es aber "sehr sehr wichtig, auch im privaten Bereich die Kontakte zu reduzieren". Wenn dennoch ein Treffen mit einem Menschen aus einem anderen Haushalt stattfinde, sollte dies im Freien oder bei geöffnetem Fenster geschehen.

Zugleich appellierte Spahn an die Bundesländer, die gemeinsam mit dem Bund beschlossenen Corona-Einschränkungen einheitlich umzusetzen. "Grundsätzlich ist ein einheitliches Vorgehen zwischen Bund und Ländern vereinbart, auch der Länder untereinander", sagte Spahn. Je einheitlicher die Umsetzung erfolge, desto besser könnten die Regeln von den Bürgern nachvollzogen werden.

6.40 Uhr: Ramelow: "Ich merke, dass die Hütte brennt"

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich mit drastischen Worten gegen Forderungen nach Lockerungen in der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Wir müssen einfach der Tatsache ins Auge sehen, dass das Virus jetzt erst anfängt, richtig Fahrt aufzunehmen", sagte der Linke-Politiker am Sonntagabend im ZDF-"heute journal".

"Ich merke, dass bei mir in Thüringen gerade die Hütte brennt. Heute ist für mich ein schlimmer Tag. Denn heute haben wir in ganz Thüringen die 300er-Inzidenz überschritten, und alle Landkreise und kreisfreien Städte sind über die 200 gegangen. Es ist kein Platz mehr für Lockerungen und die Debatte von der Lockerung zur Lockerung." Sein Appell an die Thüringer Wirtschaft sei, möglichst alles zu unterlassen, was im Moment nicht notwendig ist.

Im April soll in Thüringen eigentlich der Landtag neu gewählt werden. Dazu verhandeln laut Ramelow in der kommenden Woche die Parteien. "Und dem will ich nicht vorgreifen. Aber eines ist doch klar: Wir haben auch 30 000 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer, die wir auch schützen müssen. Und insoweit müssen alle Beteiligten darüber nachdenken: Wenn im Januar, Februar keine Bewegung ist, dann werden wir auch das mitentscheiden müssen."

6.02 Uhr: 12.497 Corona-Neuinfektionen und 343 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.497 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 343 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Montagmorgen bei 166,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 359,8 und Thüringen mit 316,2. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 90,9. Wegen der Feiertage um den Jahreswechsel sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

10. Januar

17.30 Uhr: Nach Einreise aus Brasilien: Neue Corona-Variante in Japan gefunden

Bei vier aus Brasilien nach Japan eingereisten Menschen ist eine neue Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Sie sei nicht identisch mit den bisher in Großbritannien und Südafrika nachgewiesenen Erreger-Varianten, gab Takaji Wakita, der Chef der japanischen Gesundheitsbehörde am Sonntag bekannt. Zurzeit gäbe es keine Hinweise darauf, dass die neu entdeckte Variante ansteckender ist.

Die vier Personen seien am 2. Januar aus dem Amazonasgebiet in Brasilien kommend, in Tokio gelandet, und sofort am Flughafen Haneda in Quarantäne gegangen, teilte das japanische Gesundheitsministerium mit. Ein über 40 Jahre alter Mann sei mittlerweile im Krankenhaus, nachdem er akute Atemprobleme entwickelt habe. Zwei andere Passagiere würden unter Symptomen wie Hals -und Kopfschmerzen, sowie Fieber leiden. Eine Person im Teenageralter habe keine Symptome entwickelt.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut auf, Mutationen genannt. Manche verschaffen dem Erreger Vorteile – etwa, indem sie ihn leichter übertragbar machen. Im Dezember wurden eine Variante des Coronavirus (B.1.1.7) in Großbritannien sowie eine ähnliche (501Y.V2) in Südafrika nachgewiesen, die ersten Analysen zufolge ansteckender sein könnten als die bisher kursierenden.

13.41 Uhr: Traumwetter in Bayern lockt viele ins Freie

Das prachtvolle Winterwetter mit Schnee und Sonne hat in Bayern viele Menschen nach draußen gelockt. Trotz der Aufrufe, wegen der Corona-Pandemie größere Ansammlungen zu vermeiden, herrschte auch am Sonntag an beliebten Ausflugszielen reger Betrieb, so etwa am Ochsenkopf im Fichtelgebirge oder am Spitzingsee im Landkreis Miesbach. Wie schon am Samstag nutzten viele Menschen das schöne Wetter zum Rodeln, Skifahren, Eislaufen oder Spazierengehen.

Für viele war es womöglich die vorerst letzte Möglichkeit für einen Ausflug Richtung Berge. Denn ab Montag dürfen Bewohner von Gebieten mit besonders hohen Corona-Zahlen einen Radius von 15 Kilometern um ihren Wohnort nur verlassen, wenn sie einen triftigen Grund dafür vorweisen können. Touristische Ausflüge zählen explizit nicht dazu.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte verstärkte Kontrollen an, etwa an Wanderer-Parkplätzen in der Voralpenregion oder im Bayerischen Wald. "Alle Unbelehrbaren müssen mit harten Sanktionen und hohen Geldbußen rechnen." Bei einem Verstoß drohe ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro. Die 15-Kilometer-Regel gilt für Landkreise und kreisfreie Städte, die den Wert von 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche überschritten haben.

12.39 Uhr: 136 Neuinfektionen nach Corona-Ausbruch in China

In China sind am Sonntag von den Behörden 136 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. 99 der neuen Fälle wurden in der Provinz Hebei, direkt vor den Toren der chinesischen Hauptstadt Peking, nachgewiesen. Insgesamt stieg die Zahl der Infektionen in Hebei auf knapp 400. Es handelt sich um den größten Ausbruch seit Monaten.

In den vergangenen Tagen hatten die chinesischen Behörden deshalb die Maßnahmen in Hebei verschärft und mehrere Millionen Menschen getestet. Am Samstag wurden in der elf Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Shijiazhuang der Metro-Betrieb auf unbestimmte Zeit eingestellt, wie staatliche Medien berichteten. Auch Busse, Taxis und Privatfahrzeuge dürfen die Stadt nicht verlassen. Seit Freitag dürfen Bewohner von Shijiazhuang wie auch in der 125 Kilometer entfernten Sieben-Millionen-Metropole Xingtai die Städte ohne besondere Erlaubnis nicht mehr verlassen.

Die Behörden in Shijiazhuang planen nach eigenen Angaben weitere Massentests, um die Infektionsketten freizulegen und die Lage in der Stadt unter Kontrolle zu bekommen. Der Ursprung des neuen Ausbruchs ist noch ungeklärt.

8.51 Uhr: Söder warnt vor "Corona-RAF"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor einer Radikalisierung der sogenannten Querdenker-Szene gewarnt. "Auch wenn die Umfragewerte der AfD sinken, besteht die Gefahr, dass sich aus ihrem Umfeld heraus in Deutschland ein Corona-Mob oder eine Art Corona-RAF bilden könnte, die zunehmend aggressiver und sogar gewalttätig werden könnte", sagte Söder im Interview mit der "Welt am Sonntag".

Söder äußerte sich mit Blick auf die Ereignisse in den USA, wo am vergangenen Mittwoch radikale Anhänger des scheidenden Präsidenten Donald Trump gewaltsam den Parlamentssitz gestürmt hatten. Der Vorfall sei eine "Schande für die führende Demokratie der westlichen Welt", sagte der bayerische Ministerpräsident. "Aus bösen Gedanken werden böse Worte und irgendwann auch böse Taten", warnte Söder. "Deswegen müssen wir auch in Deutschland nicht nur die Sicherheitsmaßnahmen für die demokratischen Institutionen verbessern, sondern grundlegend die sektenähnliche Bewegung der 'Querdenker' und anderer vergleichbarer Gruppierungen in den Blick nehmen." Es bestehe die Gefahr, dass sich "aus größeren Bewegungen kleine Protestgruppen entwickeln, die am Ende einen radikalen Kern bilden, der zu einer Terrorzelle werden kann".

8.02 Uhr: 16.946 Corona-Neuinfektionen und 465 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben am Sonntag 16.946 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 465 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen bekanntgab. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 162,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 74,0. Wegen der Feiertage sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

9. Januar

17.43 Uhr: Spahn: Bürger können Impfstoff nicht auswählen

Wer vom Staat eine Impfung gegen Covid-19 angeboten bekommt, wird sich den verabreichten Impfstoff vorerst nicht aussuchen können. Eine solche Auswahl zu treffen, sei aufgrund der derzeit noch herrschenden Knappheit "im Moment und auch absehbar" nicht möglich, betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag in einer Online-Diskussionsrunde.

Zu Berichten über überschüssigen, bereits aus der Kühlung genommenen Impfstoff an einzelnen Standorten sagte der Minister, an der festgelegten Priorisierung bestimmter Gruppen müsse unbedingt festgehalten werden. Dennoch müsse im konkreten Fall auch pragmatisch entschieden werden - beispielsweise könnten dann Mitglieder des Impfteams das Vakzin erhalten. "Im Zweifel ist alles besser als etwas wegwerfen", sagte Spahn.

15.58 Uhr: Söder: Müssen Lockdown verlängern und vertiefen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geht von einer Verlängerung des derzeit bis 31. Januar befristeten Corona-Lockdowns aus. "Wir müssen den Lockdown, den wir jetzt haben, verlängern und an einigen Stellen auch noch vertiefen", sagte Söder am Samstag beim digitalen Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen CDU. Bund und Länder hatten sich erst am vergangenen Dienstag darauf geeinigt, den Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wegen weiter hoher Infektionszahlen bis zum 31. Januar zu verlängern.

Söder sagte, zu viele Menschen suchten noch Schlupflöcher bei den vereinbarten Corona-Beschränkungen oder diskutierten Einzelmaßnahmen. Viele stellten sich auch als Opfer der Pandemie dar. Die wahren Opfer seien aber die fast 40 000 Toten in Zusammenhang mit dem Virus. "Es ist jedes Mal ein kleiner Stich ins Herz." Um jedes Leben werde gekämpft, versprach Söder. "Jeder Tag ist eine neue Bewährungsprobe."

Er habe Verständnis für den Ärger vieler Menschen über die Maßnahmen, vor allem aus der Wirtschaft, sagte Söder. Die versprochenen Wirtschaftshilfen müssten auch endlich kommen. "Es dauert schon sehr lange, und manches wirkt sehr bürokratisch." Erst ab kommender Woche sollten endgültig die Auszahlungen der Novemberhilfen kommen. "Aber wir sind im Januar."/

8.39 Uhr: Deutscher Städtetag fordert mehr Tempo beim Impfen

Der Deutsche Städtetag hat Bund und Länder zu mehr Tempo bei den Corona-Impfungen aufgefordert. Städtetagspräsident Burkhard Jung sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Derzeit impfen überwiegend mobile Teams in Pflege- und Altenheimen. Das ist wichtig. Dadurch stehen aber die Impfzentren überwiegend leer. Hier muss die Impfkampagne zügig an Fahrt gewinnen." Die Menschen setzten große Hoffnungen in rasche, flächendeckende Impfungen. "Diese dürfen nicht enttäuscht werden." Vizekanzler Olaf Scholz sagte der dpa, noch gebe es nicht genügend Impfstoff, deshalb erscheine manches Impfzentrum möglicherweise zu groß. "Doch bald wird sich das ändern", betonte der Finanzminister.

8.04 Uhr: 24.694 Corona-Neuinfektionen und 1083 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 24.694 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1083 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Samstagmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken. Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen bei 153,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 74,0. Wegen der Feiertage sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

8. Januar

21.02 Uhr: Sachsen beschließt Lockdown bis 7. Februar

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt Sachsen auf einen Lockdown bis zum 7. Februar und geht damit über die Festlegungen der Bund-Länder-Schalte hinaus. Dort war von einer Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar die Rede. Demnach bleiben Kitas und Schulen im Freistaat bis zum 7. Februar weitgehend geschlossen. Kontakte werden eingeschränkt, allerdings will Sachsen Ausnahmen für die Kinderbetreuung ermöglichen. Das beschloss das Kabinett am Freitag in Dresden. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sprach von weiterhin "besorgniserregenden Zahlen" im Freistaat. Die neue Verordnung gilt ab dem 11. Januar.

11.25 Uhr: Baden-Württemberg will gegen Überfüllung touristischer Ziele vorgehen

Das Land will gegen die Überfüllung von Ski- und Wandergebieten vorgehen und Tagesausflüge einschränken. "Die Menschen müssen wissen, dass wir sie wieder nach Hause schicken, wenn es im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb zu voll wird", sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag im Landtag mit Blick auf die Ski- und Wandergebiete.

Er habe mit Sozialminister Manne Lucha (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) verabredet, dass diese mit den Kommunen entsprechende Maßnahmen wie Straßenkontrollen oder Parkplatzsperren vorbereiten sollen. Am vergangenen Wochenende waren zahlreiche Touristenorte im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb trotz des Corona-Lockdowns überfüllt gewesen.

11.20 Uhr: Nach neuem Virus-Ausbruch in China: Millionenstädte abgeriegelt

Nach dem größten Ausbruch des Coronavirus seit Monaten in China ergreifen die Behörden strikte Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. In der betroffenen Provinz Hebei direkt vor den Toren der chinesischen Hauptstadt Peking wurde am Freitag außer der elf Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Shijiazhuang auch die Sieben-Millionen-Metropole Xingtai abgeriegelt. Die Bewohner dürfen die beiden Städte ohne besondere Erlaubnis nicht mehr verlassen. Auch wurden Wohngebiete abgesperrt.

Die Pekinger Stadtregierung untersagte alle größeren Versammlungen zum chinesischen Neujahrsfest, das am 12. Februar gefeiert wird. Die Zentralregierung und örtliche Behörden in dem bevölkerungsreichsten Land raten dem Milliardenvolk, zu dem wichtigsten Familienfest nicht wie sonst üblich in ihre Heimatdörfer zu reisen. Normalerweise reisen einige hundert Millionen Chinesen zu ihren Verwandten. Die Bahn kündigte an, dass Zugtickets erstattet werden können.

Die Zahl der Infektionen in Hebei stieg auf rund 300, wie die örtliche Gesundheitskommission berichtete. Mehrere Millionen Menschen wurden bereits getestet. Allein am Freitag wurden 33 neue Infektionen und 39 asymptomatische Fälle gemeldet, während die Tests laufen. Die Behörden hatten "den Kriegszustand" im Kampf gegen das Virus ausgerufen. Der Ursprung des neuen Ausbruchs ist noch ungeklärt.

11.04 Uhr: Täglich zwei FFP2-Masken für Lehrer und Lehrerinnen in NRW

Das Land NRW will alle Lehrer und Lehrerinnen im Präsenzunterricht mit zwei FFP2-Masken pro Tag ausstatten. Es würden entsprechende Gelder zur Verfügung gestellt, um das bis zu den Osterferien zu gewährleisten, so das Bildungsministerium in einer Email an alle Schulen. In dem Schreiben wurde am Donnerstag auch klargestellt, dass die angekündigten Gratis-Corona-Tests für Lehrer bis Ende Januar nur in Anspruch genommen werden können, wenn die Personen "in dieser Zeit tatsächlich einen Präsenzdienst in den Schulen leisten."

Grundsätzlich gibt es bis zum Ende des Monats Distanzunterricht. Es gibt aber Notbetreuungsangebote für Schüler der Klassen 1 bis 6, die nicht zu Hause betreut werden können oder bei denen nach Ansicht des Jugendamts eine Kindeswohlgefährdung vorliegen könnte. Lehrer, die in dieser Zeit in den Schulen sind, können sich bereits kostenfrei auf Corona testen lassen. Für alle anderen Beschäftigten soll es von Februar bis zu Beginn der Osterferien die Möglichkeit zu sechs anlasslosen Tests geben.

Die FFP2-Masken, die einen besseren Schutz bewirken als "normale" Masken, sollen laut Ministerium über die Schulträger und Bezirksregierungen verteilt werden. Die Lehrergewerkschaft GEW begrüßte die Maßnahme. "Bei Millionen Schutzmasken, die pro Woche dann gebraucht werden, muss aber die Logistik stimmen, um die Schulen und Kitas nicht zusätzlich zu belasten", sagte die Vorsitzende der GEW in NRW, Maike Finnern am Freitag.

7.15 Uhr: Weniger Bargeld, mehr Online-Banking – Krise ändert Zahlungsverhalten

Viele Bankkunden wollen nach ihren Erfahrungen in der Corona-Krise auf Dauer vermehrt digitale Wege für ihre Geldgeschäfte nutzen. In einer Umfrage der Beratungsgesellschaft EY unter 1600 Verbrauchern in Deutschland gab gut jeder fünfte (21 Prozent) an, sein Zahlungsverhalten während der Pandemie geändert zu haben und dies auch künftig beibehalten zu wollen.

"Die Corona-Pandemie beschleunigt die Transformation und Digitalisierung des Finanz- und Bankensektors", stellte EY-Partner Robert Melnyk fest. Er rechne mit einem Schub für Angebote junger Finanzfirmen, sogenannter Fintechs, in den kommenden Jahren. "Voraussetzung ist aber, dass die Anbieter die Sicherheit im Griff haben."

Mehr Kartenzahlung, weniger Bargeld im Geldbeutel: Fast ein Drittel (29 Prozent) der Befragten gab an, die Corona-Krise habe ihr Zahlungsverhalten beziehungsweise ihren Umgang mit Geld verändert. Vor allem in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen nahm das Interesse an digitalen Kanälen zu.

5.45 Uhr: 1188 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet – Höchstwert

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat einen neuen Höchstwert erreicht. Innerhalb eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 1188 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Freitagmorgen hervorgeht. Außerdem wurden 31.849 Neuinfektionen gemeldet. Der bisherige Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Bei der Interpretation der Fallzahlen sei weiter zu beachten, dass in den Wochen um Weihnachten und den Jahreswechsel vermutlich weniger Menschen einen Arzt aufsuchten, weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt wurden, hieß es vom RKI. "Dies kann dazu geführt haben, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet wurden."

7. Januar

13.35 Uhr: Mehr als 417.000 Impfungen beim Robert Koch-Institut erfasst

Die Zahl der ans Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Impfungen gegen Covid-19 in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag um mehr als 46.000 gestiegen. Seit dem Beginn der Impfkampagne Ende Dezember ist das Mittel damit nun mindestens 417.060 Menschen gespritzt worden. Diese Gesamtzahl ergibt sich aus bisherigen Meldungen der Bundesländer, wie aus einer RKI-Statistik vom Donnerstag (Stand: 11.00 Uhr) hervorgeht. Pro 1000 Einwohner sind bundesweit demnach bisher fünf Menschen gegen die Krankheit geimpft worden.

Die meisten Impfungen pro 1000 Einwohner wurden laut der Statistik bisher für Mecklenburg-Vorpommern erfasst (13,5), die wenigsten für Thüringen (2,5). In absoluten Zahlen kommt Bayern auf den höchsten Wert von mehr als 84.000 Geimpften laut RKI. Die Werte, die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegen, können deutlich höher liegen als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen teilweise mit einigem Verzug an das Institut übermittelt werden.

Die meisten Menschen – mehr als 201 000 – wurden laut RKI-Daten aus beruflichen Gründen geimpft. Es kann sich dabei zum Beispiel um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und um Personal in der Altenpflege handeln. Zudem wurde das Präparat inzwischen mehr als 168.000 Bewohnern von Pflegeheimen verabreicht. Die Impfungen können derzeit auch wegen hohes Alters und/oder aus medizinischem Anlass geboten sein.

11.38 Uhr: Merkel: Haben schwerste Monate der Pandemie noch vor uns

Bei der Corona-Pandemie in Deutschland ist aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch keine Entwarnung möglich. "Natürlich haben wir die schwersten Monate – das kann man glaube ich erahnen – der Pandemie noch vor uns", sagte Merkel am Donnerstag in Berlin bei der Klausurtagung der CSU-Abgeordneten im Bundestag. Dies sei jedoch "gepaart mit einem Stück Hoffnung" durch die inzwischen zur Verfügung stehenden Impfstoffe.

Merkel sagte, gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Deutschland würden nach der Corona-Pandemie "eine noch größere Herausforderung" werden. "Es ist für mich auch die Voraussetzung dafür, dass die Fliehkräfte in unserem Lande nicht immer größer werden", betonte die Bundeskanzlerin.

11.14 Uhr: WHO Europa sieht Wendepunkt im Kampf gegen Corona

Das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation in Europa sieht den Kontinent zum Start ins neue Jahr an einem wichtigen Punkt im Kampf gegen das Coronavirus. "Dieser Moment stellt einen Wendepunkt im Verlauf der Pandemie dar", sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag bei einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. Man habe mittlerweile deutlich mehr Erkenntnisse und neue Werkzeuge wie Impfstoffe zur Verfügung. Gleichzeitig gebe es aber neue Herausforderungen wie ansteckendere Varianten des Virus. Wissenschaft, Politik und andere müssten eine Allianz bilden, um Corona zurückzudrängen.

"Wir sind auf einen herausfordernden Start 2021 vorbereitet gewesen und genau das ist es auch gewesen", sagte Kluge. Zu den Herausforderungen zählte er vor allem eine Variante des Coronavirus, die Ende 2020 zunächst in England nachgewiesen wurde. Er verstehe die Bedenken wegen der Variante, die mittlerweile in 22 Ländern in der europäischen Region nachgewiesen worden sei, sagte Kluge. Die WHO zählt insgesamt 53 Länder zur Europa-Region, darunter auch weite Teile östlich der EU."

Diese Variante ist besorgniserregend, da sie die Übertragbarkeit erhöht hat." Bisherigen Erkenntnissen zufolge gebe es keine signifikante Veränderung der Krankheit, die diese Variante verursacht. "Das bedeutet, dass Covid-19 weder mehr noch weniger schwerwiegend ist", sagte Kluge. "Mit erhöhter Übertragbarkeit und ähnlicher Schwere der Erkrankung löst die Variante jedoch Alarm aus."

7.10 Uhr: 26.391 Neuinfektionen und 1.070 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 26.391 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1070 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Donnerstagmorgen bekannt gab. Der Höchststand von 1.129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken. Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert.

6. Januar

19.04 Uhr: EU lässt Corona-Impfstoff von Moderna zu

Als zweiter Corona-Impfstoff ist ab sofort das Mittel des US-Herstellers Moderna in der Europäischen Union zugelassen. Dies entschied die EU-Kommission am Mittwoch auf Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen mitteilte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte in Berlin an: "Wir gehen von einem Start der Lieferung von ersten Dosen in der nächsten Woche aus." Auch Moderna kündigte an, dass es erste Lieferungen an europäische Länder voraussichtlich nächste Woche geben solle.

Die EMA hatte zuvor in Amsterdam die bedingte Zulassung empfohlen. Spahn sagte, von den mehr als 160 Millionen EU-weit bestellten Moderna-Dosen werde Deutschland über 50 Millionen erhalten. Im ersten Quartal kämen aber wegen der zunächst begrenzten Produktionskapazitäten nur knapp zwei Millionen Moderna-Dosen nach Deutschland. Die gesamten 160 Millionen Moderna-Dosen sollen nach Angaben der EU-Kommission bis September geliefert werden.

Von der Leyen sprach von einer guten Nachricht. EMA-Chefin Emer Cooke sagte, der Moderna-Impfstoff liefere "ein weiteres Instrument im Kampf gegen die derzeitige Notsituation". Das Verfahren sei schnell und zuverlässig gewesen. Modernas Mittel braucht zwei Impfdosen im Abstand von vier Wochen, um wirksam zu sein.

18.42 Uhr: Spahn verteidigt Impfstart

Nach Kritik am schleppenden Impfstart hat Spahn das Vorgehen verteidigt: "Es wird genug Impfstoff für alle in Deutschland geben." Er betonte: "Wir haben genug, mehr als genug Impfstoff für alle bestellt - und zwar von mehreren Herstellern." Er sagte: "Ich kann jetzt noch zehn Verträge schließen über zusätzliche Mengen. Wir haben nicht ein Mengenproblem." Biontech und Pfizer hätten früh klargemacht, "dass sie für den weltweiten Bedarf nur 50 Millionen Dosen bis Ende letzten Jahres haben vorproduzieren können".Wenn Biontech wie geplant im kommenden Monat an einem neuen Standort im hessischen Marburg die Produktion starte, dann könne es die Produktion massiv ausbauen. "Das führt zu früheren Lieferungen bestellter Dosen." Es handele sich um einen Rekord beim Aufbau einer solchen Produktionsstätte. Normalerweise dauere dies ein bis zwei Jahre. "In diesem Fall wären es dann wenige Monate." Hierfür drücke der Staat bei den Genehmigungsprozessen aufs Tempo. Spahn betonte, dass Deutschland auch mit Marburg keinen Impfalleingang in der EU mache: "Es wird für Europa produziert."

13.20 Uhr: EMA empfiehlt Zulassung des Moderna-Impfstoffes

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die bedingte Marktzulassung für den Corona-Impfstoff des US-Pharma-Unternehmens Moderna empfohlen. Das teilte die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Empfohlen werde eine bedingte Zulassung "zur Prävention von COVID-19 bei Menschen ab 18 Jahren".

Die endgültige Entscheidung über die Zulassung muss nun die EU-Kommission treffen - das gilt als Formsache. Es wäre die zweite Zulassung für einen Covid-19-Impfstoff in der Europäischen Union.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich erfreut. "Gute Nachrichten für unsere Bemühungen, mehr Covid-19-Impfstoff zu den Europäern zu bringen", schrieb von der Leyen am Mittwoch auf Twitter. Die EU-Kommission arbeite nun mit voller Geschwindigkeit daran, das Mittel zu genehmigen und in der EU verfügbar zu machen.

11.38 Uhr: FDP kritisiert Einschränkung des Bewegungsradius

FDP-Generalsekretär Volker Wissing hat erhebliche Zweifel, ob im Kampf gegen das Coronavirus die Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf einen Radius von 15 Kilometern juristisch zulässig ist. "Die Bewegungsfreiheit ist ein hohes Gut und wir haben hier keine gesetzliche Grundlage. Inwieweit das verfassungskonform ist, muss man prüfen", sagte Wissig am Mittwoch im RBB-Inforadio. Er halte die Einschränkung der Bewegungsfreiheit für eine sehr schwierige Maßnahme, zumal sich das sehr unterschiedlich auf die Menschen auswirke. "Wenn Sie in Berlin leben, haben Sie praktisch keine Einschränkungen. Wenn Sie auf dem Land, in der Fläche leben, und das nächste Dorf 15 Kilometer entfernt ist, dann sind Sie quasi aufs Dorfleben reduziert", sagte Wissing. "Das ist eine massive Freiheitsbeschränkung, und ob das verfassungskonform ist, da habe ich erhebliche Zweifel.

9.35 Uhr: Die ersten Länder weichen schon von der Regierungslinie ab

Die strengeren Lockdown-Regeln wurden gerade erst beschlossen und schon scheren die ersten Bundesländer aus den vereinbarten Regelungen aus. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil kündigte etwa an, dass die Abschlussklassen bald wieder in die Schulen gehen sollen. Die Grundschulen sollen zunächst nur eingeschränkt Unterricht abhalten dürfen, aber auch hier ist zukünftig ein Wechselmodell vorgesehen.

In Mecklenburg-Vorpommern können die Klassen 10, 12 und die Berufsschüler ab der kommenden Woche wieder zum Präsenzunterricht erscheinen. Die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kündigte außerdem an, dass der Betrieb an Grundschulen ab dem 18. Januar vor Ort stattfinden könne. Ministerpräsident Winfried Kretschmann kündigte ebenfalls eine mögliche Wiederaufnahme des Schulbetriebs in Mecklenburg-Vorpommern zum 18. Januar an.

In Hessen soll heute über die zukünftige Vorgehensweise beraten werden, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier. Klar sei aber, dass Kitas weiterhin geöffnet bleiben sollen. Die weitergehenden Schulen sollen hingegen geschlossen bleiben – mit Ausnahme der Abschlussklassen. Für die Schüler im Saarland, sowie in Schleswig-Holstein gibt es fürs Erste keinen Präsenzunterricht.

Die Einschränkung des Bewegungsradius stößt auch bei einigen Ländern auf Widerstand. So mahnte etwa Ministerpräsident Kretschmer zur Vorsicht bei der Umsetzung der Einschränkungen, denn es würden belastbaren Zahlen fehlen. Grundsätzliche steht Kretschmann aber hinter den neuen Bewegungseinschränkungen, denn man brauche "eine solche Regelung, wenn man tatsächlich Mobilität einschränken muss."

7.02 Uhr: 21.237 Corona-Neuinfektionen und 1019 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.237 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1019 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken. Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert.

"Wir erwarten, dass zum Jahresanfang mit der Öffnung von Arztpraxen und Teststellen wieder mehr Personen getestet werden", hatte der erste Vorsitzende des Verbands, Michael Müller, am Dienstag erklärt. Das RKI geht davon aus, dass die Meldedaten zum Infektionsgeschehen frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind, wie es auf Anfrage hieß.

5. Januar

19.32 Uhr: Merkel verteidigt Minister im Impfstreit: "Jens Spahn macht einen prima Job jetzt in den gesamten Tagen"

Merkel wird darauf angesprochen, dass die die Impfstoffbeschaffung zur Chefsache mache. Genießt der Gesundheitsminister noch ihr volles Vertrauen? Oder ist das Zeichen des Misstrauens gegenüber Spahn, fragt der Reporter. "Nein", wiegelt Merkel ab. Sie schildert den Prozess über die gemeinsame Organisation des Impfstoffs in der EU noch einmal, den sie "positiv begleitet" habe. "Ich glaube, das ist ein Prozess gewesen, der unter dem Strich richtig war", so Merkel. Allerdings könne die EU-Kommission nur das verhandeln, was von den Staaten gewünscht werde. Es habe "unterschiedliche Situationen" in den einzelnen Mitgliedsstaaten gegeben, welche Impfstoffe man bestellen wolle oder nicht. Es habe schließlich einmal so ausgesehen, als wäre AstraZeneca der erste im Impfstoff-Rennen, erinnert Merkel. Biontech hingegen sei zunächst gar nicht so umworben gewesen in der EU. "Das hat dazu geführt, dass wir etwas weniger Dosen bekommen haben." Spahn mache einen "Jens Spahn macht einen prima Job jetzt in den gesamten Tagen", lobte Merkel. "Ich kann da nur froh sein, dass der Gesundheitsminister so aktiv ist."

19.23 Uhr: Merkel: Werden im zweiten Quartal deutlich mehr Impfdosen haben

In Deutschland können nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im zweiten Quartal deutlich mehr Menschen eine Impfung gegen Corona erhalten. Dann werde es "nach menschlichem Ermessen" deutlich mehr Impfdosen geben, sagte Merkel am Dienstag in Berlin nach neuerlichen Video-Beratungen mit den Ministerpräsidenten zur Corona-Lage. Merkel warb für Verständnis dafür, dass die Regierung an ihrer Impfstrategie festhält. "Wir werden im 1. Quartal nur priorisierte Gruppen impfen können." Zudem sei es richtig, dass Deutschland die Impfungen gemeinsam mit den anderen EU-Staaten in der Europäischen Union organisiere.

Merkel betonte die Bedeutung des Terminmanagements bei den Impfungen. Wenn Impfstoff da sei, müsse dieser auch verimpft werden können. Dies bedürfe eines Höchstmaßes an Berechenbarkeit, "ohne dass wir den Zulassungsbehörden vorgreifen können". Die SPD hatte nach anfänglichen organisatorischen Problemen beim Impfstart sowie angesichts des knappen Impfstoffs heftige Kritik an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geübt.

19.20 Uhr: Wie funktioniert die 15-Kilometer-Regel?

Die Fragerunde der Journalisten läuft. Warum ausgerechnet 15 Kilometer Bewegungsradius und wo gilt dieser? Merkel erklärt: Die 15 Kilometer gelten um den Wohnort herum. Wenn man beispielsweise in Berlin wohnt, gilt dabei ganz Berlin als Wohnort. Man müsse also nicht rechnen, ob zwischen Berlin-Spandau und Berlin-Mitte über 15 Kilometer lägen. Es gehe vor allem darum, dass keine touristischen Reisen und Ausflüge stattfinden.

19.03 Uhr: Söder lobt, dass Merkel Impfen "jetzt zur Chefsache gemacht" hat

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht von einer "großen Sorge" durch das mutierte Virus in Großbritannien.

Wenn sich die zuerst in England entdeckte und inzwischen auch in Deutschland nachgewiesene Virusvariante durchsetze, "könnte uns noch einiges bevorstehen". Die Lage sei "nach wie vor ernst", die Zahlen "sehr hoch", sagte Söder. Es gebe "keine Möglichkeit zur Entwarnung". Daher wäre es falsch, die Corona-Eindämmungsbemühungen "frühzeitig abzubrechen". "Wir machen keine Experimente, wir setzen auf Sicherheit", sagte Söder. "Je weniger intensiv wir einen Lockdown machen, desto länger wird er dauern mit der Gefahr der geringen Wirkung - je intensiver wir ihn machen, desto besser ist die Chance."

"Auch Schule und auch Kita kann ein Teil der Verbreitung sein", sagt CSU-Chef Söder. "Impfen ist Hoffnung, aber wir dürfen keine falsche Hoffnung haben. Da ist vielleicht zu Beginn ein wenig zu viel Euphorie von dem ein oder anderen verbreitet worden", so Söder. Der europäische Weg sei richtig, aber es schade auch nicht, auf das eigene Land zu schauen. "Deswegen fand ich es gut, dass die Kanzlerin das jetzt zur Chefsache gemacht hat", so Söder.

18.59 Uhr: Michael Müller: "Es ist jetzt nicht die Zeit für Halbherzigkeit"

"Trotz dieser bedrückenden Situation sehe ich, dass es ein sehr klares und eindeutiges Commitment gibt der Bundesländer mit diesem Vorgehen", sagt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, der von einer sehr harten Ministerpräsidentenkonferenz spricht. Die beschlossenen Maßnahmen seien notwendig. "Es ist jetzt nicht die Zeit für Halbherzigkeit."

18.44 Uhr: Jetzt spricht Angela Merkel nach dem Treffen mit den Länderchefs

Die Pressekonferenz beginnt. "Unser Ziel bleibt es, unter 50 Infizierte pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen zu bekommen", sagt Angela Merkel. Sie verweist auf die Virus-Mutation in Großbritannien, die sich schneller verbreiten soll. "Daraus entsteht nochmal eine neue und besondere Lage."

"Wir wollen die Beschlüsse, die wir im Dezember gefasst hbaben, bis zum 31. Januar verlängern", verkündet Angela Merkel. Doch die Kontakte müssten weiter reduziert werden, weswegen es auch Verschärfungen geben werde. "Wir fordern alle Bürgerinnen und Bürger auf, die Kontakte auf das absolute Minimum zu begrenzen."

Merkel verkündet die Maßnahmen:

"Ich habe immer wieder gesagt: Die Wintermonate, das haben uns die Experten gestern nochmal gesagt, sind die Monate, in denen das Virus am stärksten wüten kann", so Merkel. Dazu komme nun die Mutation in Großbritannien. Man müsse die Infektionsketten wieder nachvollziehen können. Sonst müsse man nach einer Phase der Lockerungen immer wieder zurück in den Lockdown gehen.

17.56 Uhr: Bund und Länder einigen sich auf Schulöffnungsplan ab Februar

Bund und Länder haben sich nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Business Insider" auf dem noch laufenden Corona-Gipfel auf einen stufenweisen Schul-Öffnungsplan verständigt. Bei einer deutlichen Verbesserung des Infektionsgeschehens in den einzelnen Ländern soll zunächst in den Jahrgängen eins bis sechs eine Rückkehr zum Präsenzunterricht ab Anfang Februar ermöglicht werden. In einem weiteren Schritt ist dann Hybridunterricht (Wechselmodell) für Schüler der allgemeinbildenden und beruflichen weiterführenden Schulen ab Klassenstufe 7 geplant.

Demnach haben sich die Länderchefs darüber hinaus darauf verständigt, dass Wechselunterricht in der Grundschule bei niedriger Inzidenz bereits im Januar möglich sein kann. Der Beschlusstext soll entsprechend interpretierbar formuliert werden.

16.49 Uhr: Schulen sollen geschlossen bleiben

Auch an der weitgehenden Schließung von Schulen und Kitas solle sich in den kommenden Wochen nichts ändern. Das geht aus der Beschlussvorlage für die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hervor. Ausnahmen solle es aber weiterhin für Abschlussklassen geben. Noch offen ist, ob es bereits im Januar bei guter Entwicklung des Infektionsgeschehens in Grundschulklassen Wechselunterricht geben könnte.

15.45 Uhr: Merkel gratuliert Söder zu Beginn der Corona-Konferenz zum Geburtstag

So viel Zeit muss sein: Zum Auftakt der mit Spannung erwarteten Bund-Länder-Beratungen zur Verlängerung des Corona-Lockdowns bis Ende Januar hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zunächst Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zu dessen 54. Geburtstag gratuliert. Was gebe es Schöneres, als sich an einem solchen Tag im Kanzleramt aufzuhalten, sagte Merkel am Dienstagnachmittag bei ihrer Begrüßung nach Angaben von Sitzungsteilnehmern zum CSU-Chef. Söder wurde am 5. Januar 1967 in Nürnberg geboren.

15.08 Uhr: Bund und Länder einigen sich auf weitere Bewegungs-Einschränkungen

Bund und Länder haben sich zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie auf weitergehende Ausgangssperren verständigt. "In Landkreisen mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern werden die Länder weitere lokale Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz ergreifen, insbesondere zur Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 km um den Wohnort, sofern kein triftiger Grund vorliegt", heißt es in dem Beschluss vom Dienstag. Tagestouristische Ausflüge seien "explizit" kein triftiger Grund.

14.58 Uhr: Gipfel hat begonnen – erste Beschlüsse: 1-Freund-Regel kommt

Mit einer Stunde Verspätung haben die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag über eine Verlängerung des aktuellen Lockdowns beraten. Aktuell läuft der Gipfel noch. Beschlossen haben Bund und Länder nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Business Insider" jedoch inzwischen eine Verlängerung des Lockdowns bis vorerst 31. Januar.

Voraussichtlich am 27. Januar soll dann über eine möglicherweise abermalige Verlängerung ab 1. Februar entschieden werden. Dass dies so kommt, gilt als wahrscheinlich. In der Beschlussvorlage bereiten die Bund- und Länder-Vertreter die Deutschen bereits auf Einschränkungen über den Januar hinaus vor: "Die vor uns liegenden Monate Januar, Februar und März werden jedoch noch erhebliche Geduld und Disziplin aller erfordern."

Ebenfalls beschlossen: eine deutliche Verschärfung der Kontaktregeln. Demnach sollen private Treffen nur noch mit einer Person eines anderen Haushalts erlaubt oder innerhalb der Familie im eigenen Hausstand sein. Kinder sind laut Teilnehmerkreisen hierbei eingerechnet – die noch vor Wochen umstrittene 1-Freund-Regel kommt nun also doch. Bislang waren Treffen mit einem anderen Haushalt zu insgesamt Fünft erlaubt, Kinder unter 14 Jahren wurden nicht mitgerechnet.

13.38 Uhr: Einschränkung des Bewegungsradius soll beschlossen sein

Die Ministerpräsidenten der Länder haben sich nach Informationen der "Bild" darauf geeinigt, den Bewegungsradius in Corona-Hotspots einzuschränken. Ab einem Inzidenzwert von 200 soll dieser auf 15 Kilometer beschränkt werden.

13.27 Uhr: Gipfel verzögert sich erneut

Der ursprünglich für 13.00 Uhr geplante Beginn der Bund-Länder-Beratungen über eine Verlängerung des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie verzögert sich. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Länderkreisen. Zwar hatte sich vor der geplanten Schaltkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten zuletzt bereits angedeutet, dass das öffentliche Leben wegen hoher Infektionszahlen noch nicht wieder hochgefahren und der Lockdown wohl um drei Wochen bis Ende Januar verlängert wird.

Kontrovers wurde indes die Frage diskutiert, ob es in Kreisen mit einer hohen Neuansteckungsrate Einschränkungen des erlaubten Bewegungsradius um den Wohnort geben soll. Nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Business Insider" soll Merkel den Vorschlag am Montagabend in einer Vorbesprechung unterbreitet haben. In manchen Ländern hatte das Skepsis ausgelöst und neuen Abstimmungsbedarf zur Folge.

12.26 Uhr: Länderchefs wollen Merkels Verschärfungs-Vorschläge offenbar mittragen

Im Zuge der geplanten Verlängerung des Lockdowns bis 31. Januar kommen auf Deutschland offenbar auch eine Verschärfung der bisherigen Kontaktregeln zu. Nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Business Insider" gaben die Ministerpräsidenten der Länder am Dienstagvormittag auf einer Vorbesprechung für den gemeinsamen Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) grünes Licht für weitere Beschränkungen.

So sind die Länderchefs offenbar bereit, wie im Frühjahr Kontaktbeschränkungen einzuführen. Das hieße im Kern: Treffen nur noch mit einer Person eines anderen Haushalts wären dann erlaubt. "Innerhalb der Länder wäre das konsensfähig", so ein Teilnehmer der Vorbesprechung. Bislang sind Treffen mit einem anderen Haushalt zu insgesamt Fünft erlaubt, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet.

Die Ministerpräsidenten zeigten sich dem Vernehmen nach im Grundsatz ebenfalls dazu bereit, die von Merkel ins Spiel gebrachte Einschränkung des Bewegungsradius mitzutragen. Allerdings wurden in der Vorbesprechung auch viele Vorbehalte geäußert: Demnach soll das nur in Kreisen ab 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche ("Inzidenz") gelten –und auch nur als eine von verschiedenen Maßnahmen.

Merkel hatte die Einschränkung auf einen Bewegungsradius am Montagabend bereits ab einer Inzidenz ab 100 gefordert, was die Länderchefs strikt ablehnten. Der Streit hatte dazu geführt, dass der Sitzungsbeginn für das Treffen der Ministerpräsidenten mit Merkel von 11 auf 13 Uhr verschoben werden musste.

10.56 Uhr: Ramelow für schärferen Lockdown – auch Schwesig gegebenenfalls offen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich vor dem Treffen der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht nur für verlängerte, sondern auch schärfere Corona-Beschränkungen ausgesprochen. "Ich werde heute in der Ministerpräsidentenkonferenz auf der Seite derjenigen argumentieren, die sagen: Wir werden es noch viel schärfer und viel härter angehen müssen", sagte Ramelow am Dienstag im Deutschlandfunk. "Ich habe lange gedacht, dass wir besser durch die Krise kommen." Aber da habe man sich getäuscht, sagte Ramelow, der im Sommer Verfechter eines Lockerungskurses war.

Er sprach sich außerdem gegen eine Öffnung der Schulen und der Kindergärten aus. Statt über Öffnungen zu debattieren, müssten sich alle besser zurückziehen. So hätte man eine Chance, das Gesundheitswesen zu schützen, sagte der Ministerpräsident.

An diesem Dienstag berät Merkel mit den Regierungschefs der Länder über eine Verlängerung des Mitte Dezember beschlossenen Lockdowns. Seit 16. Dezember sind viele Geschäfte in Deutschland, aber auch Schulen und Kitas dicht. Es zeichnet sich eine Fortsetzung des Lockdowns bis mindestens Ende Januar ab.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hält eine Verlängerung der Maßnahmen für sinnvoll. Die Einschränkungen seien zwar massiv, "die Zahlen zeigen aber auch, dass es keine Entwarnung gibt und dass wir den Shutdown fortsetzen müssen", sagte sie im ARD-"Morgenmagazin". Auch angesichts der Virusmutation in Großbritannien zeigte sich Schwesig besorgt. Sollte die Mutation auch Deutschland erreichen, dann "müssen wir darüber sprechen, ob Kontaktbeschränkung weiter verschärft werden müssen".

10.23 Uhr: Merkel will Einschränkung des Bewegungsradius ab bestimmter Inzidenz

Der Grund für die Verschiebung des Corona-Gipfels auf 13 Uhr könnte gefunden sein. Laut einem Bericht "Business Insider" soll Merkel mit einem Vorschlag für einen Eklat gesorgt haben. So will das Kanzleramt harte Ausgangsbeschränkungen in Kreisen ab einem Inzidenzwert von 100 beschließen lassen. Der Bund will damit die Mobilität der Deutschen während des Lockdowns, der bis Ende Januar verlängert werden soll, deutlich einschränken und somit die Infektionsgefahr drastisch senken.

Genau das hatten zuvor auch mehrere Mediziner und Naturwissenschaftler in einer fast zweistündigen Telefon-Schalte mit den Ministerpräsidenten und Merkel am Montagabend gefordert. An dem Expertengespräch nahmen unter anderem der Chef des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler, Charité-Virologe Christian Drosten, Charité-Chef Heyo Kroemer und Vertreter der Helmholtz-Gesellschaft und des Max-Planck-Instituts teil.

Fast alle Wissenschaftler empfahlen nach Informationen von "Business Insider" eine Einschränkung des Bewegungsradius der Menschen, so wie sie bereits in Frankreich oder Spanien gilt. Die Franzosen etwa durften sich bis Ende November wochenlang nur einen Kilometer um ihre Wohnung herum bewegen – für maximal eine Stunde täglich. Ende November wurde diese Regelung auf täglich drei Stunden im Umkreis von 20 Kilometern erweitert. Ähnlich verfuhr auch Spanien.

In Deutschland gibt es eine solche Regelung in den Ländern derzeit nur in Sachsen. Dort gilt ein 15-Kilometer-Radius. Auch Thüringen will einen solchen Radius einführen, hatte Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) zuletzt angekündigt. Aus Länderkreisen hieß es am Montag, Merkel schwebe bei ihrem Vorschlag ebenfalls eine Einschränkung des Bewegungsradius vor. Konkrete Details wie etwa eine Kilometer- oder Zeitvorgabe wie in Frankreich und Spanien sind aber offen. Für Unmut sorgt unter Ländern vor allem aber die geplante Inzidenz-Schwelle von 100. "Damit würde eine Einschränkung des Bewegungsradius faktisch fast ganz Deutschland betreffen", heißt es aus Länderkreisen gegenüber "Business Insider". Sowas sei Unsinn.

9.15 Uhr: Corona-Gipfel um zwei Stunden verschoben

Der Corona-Krisengipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder fängt zwei Stunden später als geplant an. Das Treffen soll erst um 13.00 Uhr am Dienstag und nicht wie bislang vorgesehen um 11.00 Uhr beginnen, wie ein Regierungssprecher sagte. Grund seien "weitere vorbereitende Gespräche".

Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichteten von Diskussionen über eine Verschärfung des Lockdowns. Mit welchen Maßnahmen dies geschehen solle, sei "in der Schwebe", berichteten die Zeitungen unter Berufung auf mehrere Staatskanzleien der Länder.

Es war bislang bereits erwartet worden, dass der seit Dezember bestehende harte Lockdown verlängert wird. Dieser umfasst unter anderem die Schließung weiter Teile des Einzelhandels sowie von Kitas und Schulen und gilt noch bis Sonntag.

Ein weiteres Thema des Krisengipfels soll der Start der Corona-Impfungen sein. In den vergangenen Tagen hatte es wegen des schleppenden Beginns unter anderem eine Debatte über die Menge des bestellten Impfstoffs gegeben.

7.05 Uhr: 11.897 Corona-Neuinfektionen und 944 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 11.897 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 944 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30. Dezember) erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 134,7. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 298,7 und Thüringen mit 241,8. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 77,1.

4. Januar

17.53 Uhr: Braun rechnet mit Lockdown-Verlängerung wohl bis 31. Januar

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) rechnet mit einer Verlängerung der ursprünglich bis 10. Januar geltenden Beschränkungen in der Corona-Pandemie bis voraussichtlich zum 31. Januar. Schwierigstes Thema bei den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Dienstag werde der Schulbereich sein, machte Braun nach Angaben von Teilnehmern in einer digitalen Informationssitzung der Unionsfraktion am Montag deutlich. Sein Eindruck sei, dass es ein erhebliches Ausbruchsgeschehen an den Schulen gebe. Es sei aber unklar, was die Runde in diesem Zusammenhang abschließend bringen werde.

Braun sagte nach diesen Angaben weiter, die aktuellen Infektionszahlen nach Weihnachten und dem Jahreswechsel seien nicht belastbar, da einige Gesundheitsämter seit Tagen keine Zahlen geliefert hätten. Die Zahlen seien aber so oder so zu hoch.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte demnach vor den Abgeordneten die auch aus den Reihen der SPD kritisierte Impfstrategie des Bundes. Man solle die Situation nicht schlecht reden, wurde er zitiert. Mit der Impfstoff-Zulassung sei viel erreicht worden. Mehr Bestellungen hätten den Engpass bei der Produktion nicht gelöst, betonte er demnach.

15.11 Uhr: Wintersportorte wollen nächstem Ansturm vorbeugen

Nach einem erneuten Ansturm am Wochenende haben zahlreiche Wintersportorte in Deutschland weitere Maßnahmen ergriffen, um große Menschenansammlungen auf den Pisten und Hügeln zu verhindern. Es wurden Parkplätze mit Bauzäunen gesperrt, Betretungsverbote für Skipisten und Rodelhänge vorbereitet und Straßensperren erwogen. Einige Orte wollen sich weitgehend abriegeln. In den Mittelgebirgen soll es über die Woche hinweg winterlich bleiben.

Warnungen von Behörden und Polizei hatten in den vergangenen Tagen kaum Wirkung gezeigt: Trotz des Lockdowns und der Corona-Regeln zog es Menschenmassen in die Ausflugsziele in den verschneiten Bergregionen Deutschlands. Dabei sind Lifte und Pisten sowie Restaurants und Hütten geschlossen. Immer wieder kam es zu Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen.

Die Eifel-Gemeinde Hellenthal in Nordrhein-Westfalen sperrte am Montag die Zufahrt zu Parkplätzen an den Ausflugszielen mit Bauzäunen ab. Mitarbeiter aus der Verwaltung seien vor Ort, um die Verbote durchzusetzen, sagte ein Sprecher der Stadt. In Winterberg – ebenfalls in NRW – blieb es am Montag zunächst ruhig, wie eine Sprecherin der Stadt sagte. Dort waren am Sonntag wichtige Zufahrtsstraßen gesperrt worden. Auch im winterlichen Harz in Sachsen-Anhalt beruhigte sich die Lage nach Angaben der Polizei zum Wochenbeginn. Im niedersächsischen Oberharz waren die Parkplätze dagegen wieder voll.

Der Bürgermeister des Thüringer Wintersportorts Oberhof, Thomas Schulz, kündigte an, die Stadt kurz vor Beginn des Biathlon-Weltcups am Ende der Woche weitgehend abriegeln zu wollen. "Es sollen nur noch Leute Zugang haben, die hier wohnen oder arbeiten oder ein berechtigtes Interesse daran haben, hierherzukommen", sagte er auf Anfrage. Im hessischen Willingen wird ein Betretungsverbot für Skipisten und Rodelhänge vorbereitet.

Im Ost-Harz könnten am Mittwoch wegen hohen Besucherandrangs trotz Corona-Regeln die Zufahrtsstraßen zum Brocken gesperrt werden. Das sagte Sachsen-Anhalts Innenminister Michael Richter (CDU) bei "MDR Aktuell". Der 6. Januar ist in dem Bundesland ein Feiertag.

Das Wetter wird in den kommenden Tagen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nasskalt und eher kühl. Dabei kann besonders in höheren Lagen in einigen Regionen auch Neuschnee fallen. In den Mittelgebirgen bleibt es durchweg winterlich.

12.12 Uhr: Bund und Länder angeblich einig über Lockdown-Verlängerung

Bund und Länder werden den Corona-Lockdown wohl bis zum 31. Januar verlängern. "Bis auf zwei Länder sind alle für Ende Januar", hat die Nachrichtenagentur Reuters aus Verhandlungskreisen erfahren. Die "Bild" berichtet jetzt unter Berufung auf Verhandlungskreise, dass Länder und Bund sich darauf geeinigt haben. Endgültig entschieden wird am Dienstag von Kanzlerin Angela Merkel und den 16 Ministerpräsidenten.

9.04 Uhr: Schülervertreter fordern Schule im Wechselmodell

Die Bundesschülerkonferenz fordert einen Start der Schulen nach dem 10. Januar im Wechselmodell. "Wir müssen die Schulen jetzt auf Wechselmodelle vorbereiten und jüngere Schülerinnen und Schüler sowie Abschlussklassen hierbei bevorzugen", sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, am Montag anlässlich der Beratungen der Kultusminister zur Corona-Lage. Außerdem forderte er einen Nachteilsausgleich für die anstehenden Abschlussprüfungen.

Schramm verlangte "klare Ansagen von Seiten der Kultusministerkonferenz" und kritisierte, dass die Schülerinnen und Schüler die gesamten Ferien im Ungewissen verbracht hätten: "Die Kultusministerkonferenz tagt 17 Tage nach Ferienbeginn, ich hätte erwartet, dass sie die Ferien von Beginn an zum Ausarbeiten von Konzepten und Gesprächen mit Verbänden genutzt hätten."

6.48 Uhr: Rückkehr zum Präsenzunterricht laut Karliczek derzeit nicht vorstellbar

In der Debatte um die Wiederaufnahme des Schulunterrichts in Zeiten der Corona-Pandemie hat Bildungsministerin Anja Karliczek die Bevölkerung auf weitere schwierige Wochen eingestimmt. Eine vollständige Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht in allen Jahrgängen sei aufgrund der Infektionslage in diesen Tagen "nicht vorstellbar", sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag). Die Infektionszahlen seien weiterhin hoch, und es sei noch unklar, welche Auswirkungen die Treffen an den Weihnachtstagen und über den Jahreswechsel hätten. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Lage an den Schulen wie die Situation insgesamt in den nächsten Wochen schwierig bleibt."

Die Frage, wie mit Kitas und Grundschulen umgegangen werde, könne nicht rein nach Infektionsschutzgesichtspunkten entschieden werden, sondern es sei eine umsichtige politische Abwägung nötig. Präsenzunterricht könne allenfalls mit dem Tragen von Masken und strengster Einhaltung der Hygienevorschriften stattfinden. "Für die älteren Jahrgänge wäre Wechselunterricht dann momentan angezeigt", sagte Karliczek.

6.45 Uhr: 9847 Corona-Neuinfektionen und 302 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 9847 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 302 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30.Dezember) erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Montagmorgen bei 139,4. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Montag Sachsen mit 323,0 und Thüringen mit 251,4. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 78,2.

3. Januar

17.38 Uhr: Kretschmer hält Lockdown-Verlängerung in Sachsen unvermeidbar

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) spricht sich für einen über den 10. Januar hinaus verlängerten Corona-Lockdown aus. "Es ist uns in Deutschland gelungen, durch den Lockdown im Dezember den rapiden Anstieg der Neuinfektionen abzubremsen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. "Allerdings dürfen wir uns nicht in einer falschen Sicherheit wiegen." Man befinde sich in der härtesten Phase der Pandemie und die Erfahrungen der Nachbarn zeigten, dass frühes Lockern zu einem sprunghaften Anstieg der Infektionen führt.

"Ich plädiere statt einem Hü und Hott zwischen Lockerungen und Beschränkungen dafür, konsequent zu sein und Nervenstärke zu haben", sagte er. "Eine Verlängerung des Lockdowns in Sachsen bis mindestens Ende Januar ist daher unvermeidbar."

Am Dienstag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über die seit Mitte Dezember geltenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens entscheiden.

9.30 Uhr: Indien erteilt zwei Impfstoffen Notfallzulassung, darunter dem von AstraZeneca

Die indischen Behörden haben zwei Corona-Impfstoffen eine Notfallzulassung erteilt. Das Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca und der Impfstoff des indischen Unternehmens Bharat Biotech seien für den "eingeschränkten Gebrauch" zugelassen worden, teilte die Arzneimittelaufsichtsbehörde am Sonntag mit. Damit könnte in dem Land mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern schon bald der Startschuss für eine der größten Impfkampagnen der Welt fallen.

96.000 Mitarbeiter des Gesundheitswesens wurden bereits für die Impfungen geschult. Der Leiter der Zulassungsbehörde, V.G. Somani, versicherte, die Impfstoffe seien "zu 100 Prozent sicher". Nebenwirkungen wie leichtes Fieber, Schmerzen und Allergien seien "bei jedem Impfstoff üblich". Die Notfallzulassungen seien "ein entscheidender Wendepunkt" im Kampf gegen das Virus, schrieb der indische Regierungschef Narendra Modi im Onlinedienst Twitter.

Das Serum Institute of India, der weltgrößte Hersteller von Impfstoffen, produziert nach eigenen Angaben zwischen 50 und 60 Millionen Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca pro Monat. Das Vakzin werde "in den kommenden Wochen einsatzbereit" sein, schrieb Geschäftsführer Adar Poonawalla auf Twitter.

Indien ist weltweit das am zweitstärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land. Mehr als 10,3 Millionen Menschen haben sich dort seit Pandemiebeginn infiziert, fast 150.000 Menschen starben.

8.00 Uhr: 10.315 Ansteckungsfälle, 312 Tote

In Deutschland sind seit dem Vortag mehr als 10.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 10.315 weitere Ansteckungsfälle erfasst. Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Fallzahlen des RKI sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen.

Nach Angaben des RKI wurden 312 Todesopfer der Pandemie innerhalb von 24 Stunden verzeichnet.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Sonntag 139,6. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

2. Januar

18.55 Uhr: Bericht: Bundesländer einigen sich auf Lockdown-Verlängerung

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, die Chefs der Staatskanzleien hätten sich am Samstagnachmittag in einer Telefonschalte auf eine Verlängerung des Lockdowns geeinigt. Unklarheit bestehe nur noch darüber, ob der Lockdown um zwei oder um drei Wochen verlängert werden soll.

Nach Informationen der Zeitung fordern die besonders hart von der Corona-Pandemie getroffenen Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen eine Verlängerung bis zum 31. Januar. Andere Bundesländer seien dafür, früher neu zu entscheiden. Dazu zählen etwa Bremen, Hamburg und Hessen. Der Bund unterstütze die vorsichtigere Variante, heißt es in dem Bericht weiter.

Ähnlich umstritten sollen dem Bericht zufolge die Trennlinien bei Schulen und Kindergärten sein. Während die stark betroffenen Länder sie weiter geschlossen halten wollen, überlegen wohl die weniger stark betroffenen, Kindergärten und Schulen bis zur siebten Klasse ab dem 11. Januar wieder zu öffnen. In höheren Klassen soll dann Wechsel- oder Distanzunterricht gehalten werden. Es bestehe die Möglichkeit, dass die einzelnen Länder ab dem 11. Januar selbst entscheiden, wie sie vorgehen wollen.

18.24 Uhr: Trotz Appellen: Chaos in deutschen Skigebieten

Alle Bitten um Verzicht nützten wenig: Im Harz und anderen verschneiten Berggebieten waren die Parkplätze am Samstag vielerorts schon am Morgen voll. "Wir haben hier Chaos hoch drei, es bricht alles zusammen", sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Goslar am Mittag. "Es geht so gut wie gar nichts mehr, einige Autos sind auch liegengeblieben. Es ist zu viel los." Auf Rodelbergen wie der Hexenritt-Abfahrt am Wurmberg tummelten sich die Massen, auch auf Wanderwegen liefen Ausflügler dicht an dicht.

Behörden und Polizei hatten zuvor immer wieder darum gebeten, im Corona-Lockdown lieber auf Ausflüge in die Berge zu verzichten – und doch kam es erneut zu einem Ansturm von Rodlern und Wanderern.

Polizei und Ordnungsbehörden schrieben Anzeigen wegen zahlreicher Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen, wie eine Sprecherin der Stadt Winterberg im Sauerland sagte. In den verschneiten Ortschaften bildeten sich lange Autoschlangen und Staus. Schon am Vormittag twitterte die Polizei Goslar, dass die Parkplätze weitgehend ausgelastet seien und sich auf der B4 ein langer Stau bilde. Der Großraumparkplatz in Torfhaus war überfüllt. Auf dem Goetheweg von Torfhaus zum Brocken strömten die Massen. Auch in Braunlage war viel los. In Niedersachsen gibt es keine Beschränkung für Tagestouristen, nicht nur aus der Region, sondern auch aus Berlin und Hamburg reisten Ausflügler an.

Lifte und Pisten sowie Restaurants und Hütten sind bis mindestens 10. Januar geschlossen. Die Betreiber der Wintersport-Arena und des Skiliftkarussells in Winterberg weisen auf ihren Internetseiten darauf hin, dass es darum für Ausflügler keine Toiletten und keine Möglichkeiten zum Aufwärmen gibt – und dass keine Retter vor Ort sind. "Wir lieben unsere Berge", heißt es auch. "Aber in diesen Zeiten müssen wir diese Liebe ruhen lassen, denn der Ansturm führt zu Stau und Massenaufläufen. Verstopfte Straßen, fehlende Parkplätze und viele potenzielle Kontakte. Wer will das schon?"

Auch am Großen Feldberg in Hessen hielt der Ansturm von Ausflüglern mit Sehnsucht nach Schnee an. Rund um den höchsten Gipfel im Taunus sei es "chaotisch wie die letzten Tage", sagte ein Sprecher der Polizei in Königstein. Zahlreiche Ausflügler seien trotz gesperrter Gipfel-Zufahrten unterwegs, Straßen in den Ortschaften rund um den Feldberg seien zugeparkt. Auch in der Rhön zog es am ersten Samstag des Jahres viele Menschen nach draußen und zur Wasserkuppe, Hessens höchstem Berg. "Es ist voll", sagte ein Polizeisprecher in Fulda.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten sich die Autos in manchen Ausflugsorten kilometerlang gestaut. "Ich denke, am Sonntag wird es genauso sein wie heute", befürchtete ein Polizeisprecher im Harz.

17.43 Uhr: Lauterbach schlägt angesichts von Virus-Mutation Langzeitlockdown vor

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach schlägt angesichts neuer Studien, die auf einer deutlich höhere Ansteckungsrate durch die zuerst in Großbritannien entdeckte Mutation des Coronavirus hindeuten, drastischere Maßnahmen vor.

Auf Twitter fordert er einen "Langzeitlockdown", bei dem nicht nur die Gastro, Hotels und Fitnessstudios, sondern auch Betriebe schließen sollen. In den Schulen solle der Präsenzunterricht auf ein absolutes Minimum heruntergefahren werden. Dies müsse man durchhalten, bis die Inzidenz wieder bei 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Tag liege, "selbst, wenn es noch weitere vier Wochen dauert".

Außerdem müsse man eine Notfallzulassung des Oxford-Impfstoffs prüfen. Mit diesen Maßnahmen könne man "erfolgreich bis April kommen".

9.30 Uhr: Tui-Chef erwartet "weitgehend normalen Sommer" – bei kleinerem Angebot

Der Tourismuskonzern TUI erwartet in diesem Jahr trotz der Corona-Krise beim Reiseverkehr einen "weitgehend normalen Sommer". TUI werde allerdings nur rund 80 Prozent der üblichen Zahl an Flügen anbieten, um eine optimale Auslastung zu erreichen, sagte Vorstandschef Fritz Joussen der "Rheinischen Post". In den Sommerferien sei es daher wahrscheinlich, "dass die Jets auf manchen Strecken im Mittelmeerraum schnell ausgebucht sind".

Laut Joussen geben viele Kunden in diesem Jahr mehr für Reisen aus. Ein Grund sei, dass Gutscheine für 2020 stornierte Reisen eingelöst würden. Außerdem gebe es einen "hohen Nachholbedarf": "Alle unsere Marktforschungen zeigen, dass es eine enorme Sehnsucht der Menschen gibt, nach dieser schwierigen Corona-Zeit wieder schöne Reisen machen zu können."

Nach eigenen Worten rechnet der TUI-Chef damit, dass die begonnenen Corona-Impfungen Reisebeschränkungen bald unnötig machen: "Wenn wir die besonders gefährdeten Gruppen vor einer Infektion geschützt haben, können die Einschränkungen insgesamt stark fallen."

TUI will in diesem Jahr auch alle 16 Kreuzfahrtschiffe des Konzerns wieder einsetzen. Erst 2022 sei allerdings damit zu rechnen, dass die Tourismusbranche sich wieder auf das Niveau des früheren Rekordjahres 2019 erhole, 2021 werde allein wegen eines zu erwartenden noch schwachen ersten Halbjahres noch "ein Jahr des Überganges". Er sei aber sicher, dass sich das Urlaubsgeschäft deutlich schneller erhole als das allgemeine Reisegeschäft inklusive Geschäftsterminen: "Videokonferenzen ersetzen weiterhin so manches Gespräch, aber ein Urlaubserlebnis lässt sich nicht digital ersetzen."

9.00 Uhr: Lauterbach hält Schulöffnungen ab Mitte Januar für möglich – unter bestimmten Bedingungen

Die Kitas und Grundschulen könnten nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ab Mitte des Monats wieder öffnen. "Ich kann mir vorstellen, dass es epidemiologisch vertretbar wäre, Kitas und Grundschulen in der zweiten Januarhälfte zu öffnen", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". Voraussetzung wäre, dass alle anderen Klassenstufen geteilt würden und wechselnd Präsenz- und Digitalunterricht erhalten oder der Präsenzunterricht ganz ausgesetzt werde.

Wenn dagegen alle Schulen wieder aufmachten wie vor den Ferien, "laufen wir Gefahr, dass wir selbst den Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche trotz Lockdowns gar nicht erst erreichen werden", warnte der SPD-Politiker.

Angesichts des Engpasses bei Impfstoffen dringt Lauterbach auf eine schnellere Zulassung des Wirkstoffs des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca und brachte notfalls einen deutschen Alleingang ins Gespräch. Außerdem halte er es für richtig, bei allen verfügbaren Impfstoffen zunächst mit einer Einmalimpfung zu starten: "Damit würden wir wahrscheinlich sehr viele schwere Fälle in den nächsten zwölf Wochen abwenden können", sagte Lauterbach.

Der Gesundheitsexperte kritisierte den Mangel an Impfstoffdosen. Es sei sehr bedauerlich, dass Europa "so wenig von dem teuren amerikanischen Impfstoff von Moderna gekauft hat". Schon sehr früh sei klar gewesen, dass der Moderna-Impfstoff sehr stark wirke und in Hausarztpraxen verwendet werden könne: "Das wäre jetzt kein Nachteil", sagte Lauterbach. "Auch mehr Biontech-Impfstoff wäre nicht falsch gewesen." Man habe wohl zu sehr auf spätere und vielleicht preiswertere Impfstoffe gehofft. "Wenn Deutschland selbst oder die EU von vornherein mehr Biontech-Impfdosen bestellt hätte, wären wir jetzt schon deutlich weiter", sagte Lauterbach.

8.00 Uhr: 12.690 Neuinfektionen, 336 Todesfälle

In Deutschland sind innerhalb eines Tages 12.690 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mit. Nach Angaben des Instituts wurden ferner 336 Corona-Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet.

Eine Interpretation der Daten ist derzeit weiterhin schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI noch zu Nachmeldungen kommen.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das RKI mit rund 1.368.100. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Samstag 141,2.

1. Januar

18.08 Uhr: Charité kämpft mit der Belastung in der Corona-Pandemie

Krisenmodus im Berliner Krankenhaus: Die Charité kämpft mit der Belastung in der Corona-Pandemie. Weil Pflegepersonal auf der Intensivstation für Covid-19-Patienten fehlt, sollen nun Assistenzärzte einspringen, wie das Nachrichtenportal t-online aus einem internen Schreiben erfuhr.

Weil Pflegemitarbeiter auf der Station fehlen, wurden in der Vergangenheit bereits unerfahrene Pflegekräfte auf der Corona-Station rotationsweise eingestellt, erzählt eine Ärztin, die anonym bleiben will. Nun jedoch wendet sich der Vorstand der Krankenversorgung der Uni-Klinik in einer Mail mit einer dringenden Bitte an die Ärzte in Ausbildung: Sie sollen auf der Intensivstation pflegerische Aufgaben übernehmen.

"Wir benötigen dringend Ihre Unterstützung", heißt es in dem Schreiben. Man stehe vor der Entscheidung, eine weitere Ebene in der Campus Klinik zu eröffnen, die bereits "voll ausgestattet" sei. Es fehle jedoch an Mitarbeitern in der Pflege, um sie aufzumachen. Interessierte sollen sich per Mail für den Pflegedienst melden. Dafür sollen die Freiwilligen von den jeweiligen Klinikdirektoren und Personalverantwortlichen freigestellt werden.

13.38 Uhr: Verzögerung der zweiten Dosis kann laut EMA Zulassung beeinflussen

In der Diskussion um ein Aufschieben der zweiten Impfdosis zugunsten mehr möglicher Erstimpfungen dämpft die europäische Zulassungsbehörde EMA die Erwartungen. Zwar sei eine Obergrenze für den zeitlichen Abstand zwischen den Dosen nicht explizit definiert, der Nachweis der Wirksamkeit basiere aber auf einer Studie, bei der die Verabreichung der Dosen im Abstand von 19 bis 42 Tagen erfolgte, teilte die EMA am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Eine Verabreichung etwa im Abstand von sechs Monaten stehe nicht im Einklang mit den Bestimmungen und wäre demnach als Off-Label-Anwendung zu werten, hieß es weiter. Konkret bedeute dies, dass eine solche Änderung eine Änderung der Zulassung sowie mehr klinische Daten zur Unterstützung einer solchen Änderung erfordern würde, "da es zurzeit keine Daten gibt, die einen Schutz nach der ersten Dosis über zwei bis drei Wochen hinaus zeigen".

Seit einigen Tagen wird diskutiert, ob man die nötige zweite Impfdosis später verabreichen könnte, um zunächst möglichst viele Menschen mit den knappen Vorräten zu impfen. "Da der Abstand zwischen beiden Impfungen mit großer Wahrscheinlichkeit in weiten Grenzen variabel sein kann und der Schutz auch nach einer Impfung schon sehr gut ist, ist es durchaus überlegenswert, bei Impfstoffmangel zunächst bevorzugt die erste Impfung zu verabreichen", hatte Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut, gesagt. Ähnlich hatte sich der Bonner Virologe Hendrik Streeck geäußert.

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek, hatte am Mittwoch hingegen gesagt, aus seiner Sicht sei die bisherige Vorgehensweise sehr vernünftig und richtig. Denn dazu lägen die entsprechenden Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten vor.

8.00 Uhr: Mehr als 22.000 Neuinfektionen, 553 neue Todesfälle

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.924 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden 553 neue Todesfälle verzeichnet, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten ist momentan schwierig, weil während der Feiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI nachfolgend zu Nachmeldungen kommen. Vor einer Woche waren 25.533 Corona-Neuinfektionen und 412 Todesfälle binnen 24 Stunden registriert worden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30.12.) erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 141,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Donnerstag Sachsen mit 334,5 und Thüringen mit 256,3. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 76,4.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Donnerstag bei 0,80 (Dienstag: 0,68). Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 80 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass zum Jahreswechsel hin Corona-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, "so dass der R-Wert zudem gegebenenfalls unterschätzt wird".

31. Dezember

18.00: England bereitet Notfall-Lazarette vor – zuletzt mehr als 50.000 neue Fälle an einem Tag

Angesichts eines Anstiegs der Ansteckungen mit der neuartigen Corona-Mutation hat England am Donnerstag die Wiedereröffnung seiner Notfall-Lazarette vorbereitet. Wie der staatliche Gesundheitsdienst (NHS) mitteilte, stellen sich die behelfsmäßigen Einrichtungen in ganz England auf die Aufnahme von Patienten ein. Derweil meldete Frankreich einen ersten Fall mit der in Südafrika aufgetretenen Virus-Mutation.

Durch die Ausbreitung des neuen Corona-Stamms stehe den Krankenhäusern in England möglicherweise eine erneute Überlastung bevor, erklärte der NHS. Während der ersten Corona-Welle waren in England sieben behelfsmäßige Lazarette eröffnet worden, um zusätzliche Betten für Corona-Patienten zur Verfügung zu stellen. Das Militär, das bereits beim ersten Aufbau der Lazarette geholfen hatte, stehe erneut bereit, sagte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace dem Radiosender der "Times".

Neuesten Zählungen vom Montag zufolge werden in Großbritannien derzeit 23.771 Menschen mit einer Corona-Infektion in den Krankenhäusern behandelt. Allein am Mittwoch registrierten die britischen Behörden 50.023 neue Fälle, davon mehr als 12.000 in London. Zahlreiche europäische Länder haben bereits das Auftreten der in Großbritannien entdeckten Virus-Variante gemeldet. Experten befürchten, dass die Variante deutlich ansteckender ist als die Ursprungsform des Coronavirus.

In Frankreich ist indessen eine erste Infektion mit der in Südafrika identifizierten Corona-Mutation festgestellt worden. Bei dem Betroffenen handelt es sich laut Gesundheitsministerium um einen Mann, der aus Südafrika zurückgekehrt war. Der Patient habe sich beim Auftreten der Symptome selbst isoliert, teilten die Behörden mit. Ein erster Fall der in Großbritannien entdeckten Virus-Variante war in Frankreich bereits am 25. Dezember bestätigt worden.

8.36 Uhr: Krankenhausgesellschaft bittet um Lockdown-Verlängerung

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) spricht sich angesichts der drohenden Überlastung von Krankenhäusern für eine Verlängerung des derzeitigen Lockdowns aus. "Wir verzeichnen weiterhin eine steigende Belegung der Krankenhäuser mit Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind. Mittlerweile sind es etwa doppelt so viele wie in der ersten Welle", sagte DKG-Präsident Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Hinzu kämen zwischen 20.000 und 25.000 Patienten mit Covid-19 auf den Infektionsstationen.

"Die Zahlen werden frühestens ab Mitte Januar zurückgehen, wenn denn der Lockdown wirkt", warnte der DKG-Chef. Die klare Forderung der Krankenhäuser an die Politik sei daher: "Es muss bei den Kontaktbeschränkungen über den 10. Januar hinaus bleiben. Ansonsten wird es zu einer Überforderung der Krankenhäuser kommen," betonte Gaß.

8.01 Uhr: 32.552 Corona-Neuinfektionen und 964 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 32.552 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden 964 neue Todesfälle verzeichnet, wie das RKI am Donnerstagmorgen bekanntgab. Die Zahlen sind jedoch nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar. Das RKI hatte über die Weihnachtstage mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern gerechnet. Die aktuell hohen Zahlen sind deshalb aus Sicht des RKI wohl auch durch Nachmeldungen bedingt. Vor einer Woche waren es 32.195 Neuinfektionen und 802 neue Todesfälle binnen eines Tages.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Donnerstagmorgen bei 139,8. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Donnerstag Sachsen mit 326,7 und Thüringen mit 246,5 den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 77,1.

30. Dezember

18.30 Uhr: Bericht: Bund und Länder wollen Lockdown über 10. Januar hinaus verlängern

Die Länderchefs und das Kanzleramt sind sich laut einem Bericht der "Bild" einig: Der Lockdown soll bei dem bevorstehenden Gipfel zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten am 5. Januar verlängert werden. Das soll in einer Videoschaltkonferenz zwischen Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und den Staatskanzlei-Chefs der Länder entschieden worden sein. Demnach werden die ursprünglich bis zum 10. Januar verhängten Maßnahmen um zwei oder gar drei Wochen verlängert. Das würde bedeuten: Deutschland bleibt bis zum 24. oder sogar bis zum 31. Januar im Lockdown.

14.03 Uhr: Regierungsbericht: Keine neuen Lieferungen des Biontech-Impfstoffs bis 11. Januar

Die deutschen Bundesländer werden erst am 11. Januar wieder neue Lieferungen des Corona-Impfstoffes von Biontech erhalten. Das geht aus einem internen Bericht des Bundesgesundheitsministeriums hervor, der dem "Business Insider" vorliegt.

Demnach wurden Stand Mittwoch nur 275 Boxen á 4875 Biontech-Impfstoff-Dosen an die Länder geliefert — 31 Boxen am Samstag, 107 am Montag, 137 am Mittwoch. Deutschlandweit stehen zurzeit also gerade einmal knapp 1,34 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffes zur Verfügung.

Die nächste Lieferung findet dann laut Bericht des Gesundheitsministeriums erst Mitte Januar statt. Am 11. Januar werden erneut 137 Boxen geliefert, insgesamt knapp 668.000 Impfstoffdosen. Weitere Lieferungen á 137 Boxen erfolgen dann wöchentlich.

Am 16. Februar, dem letzten im Bericht notierten Liefertermin, wären dann insgesamt 1097 Boxen beziehungsweise knapp 5,34 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffes ausgeliefert. Diese reichen für die Impfung von knapp 2,7 Millionen Menschen gegen das Coronavirus.

11.36 Uhr: Spahn: Corona-Zahlen zeigen, wie brutal das Virus zuschlägt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht angesichts der hohen Corona-Todes- und Infektionszahlen keine Möglichkeit, den aktuellen Lockdown zu beenden. "1129 Familien werden diesen Jahreswechsel in Trauer erleben", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin mit Blick auf die aktuell gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit Corona. "Diese Zahlen belegen, wie brutal dieses Virus immer noch zuschlägt." Von einer Normalität sei man noch sehr weit entfernt. "Ich sehe also nicht, wie wir in dieser Situation zurückkehren können in den Modus vor dem Lockdown."

Die ganze Pressekonferenz im Live-Ticker findet ihr hier.

10.07 Uhr: Berliner Gesundheitssenatorin wirft Bund schlechte Organisation bei Impfungen vor

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat der Bundesregierung vorgeworfen, bei der Verteilung des Corona-Impfstoffes schlecht organisiert zu sein. Im rbb-Inforadio kritisierte Kalayci am Mittwoch, dass bislang zu wenig Impfstoffdosen auf die Länder verteilt würden: Berlin bekomme bis Jahresende 58.500 Impfdosen, eine Lieferung stehe dabei noch aus. "Das würde gerade einmal für die Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegeheimen reichen." Sie fügte hinzu: "Wir sind alle enttäuscht über die geringen Menge."

Der Bund habe nun zugesagt, dass Berlin ab Anfang des Jahres knapp 30.000 weitere Impfdosen bekommt. Allerdings gebe es Unsicherheiten bei den Lieferterminen, sagte die Senatorin. Das mache die Planung extrem schwierig. Deshalb seien die Berliner Impfzentren auch nicht im Vollbetrieb.

Was sie "maßlos ärgert" sei der Umstand, dass der Liefertermin für die erste Januarwoche immer noch nicht feststehe. "Wir wissen noch nicht einmal: Kommt der Impfstoff Montag oder Sonntag, und das ist natürlich für die Planung ungemein wichtig zur Buchung von Terminen." Am Vortag hatte die Stadt bekannt gegeben, dass ein einsatzbereites Impfzentrum über den Jahreswechsel wieder schließe. Ab dem 4. Januar soll dort laut Kalayci weiter geimpft werden.

8.30 Uhr: Großbritannien lässt Corona-Impfstoff von Astrazeneca zu

Großbritannien hat den Corona-Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca zugelassen. Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel habe dem heimischen Vakzin eine Zulassung erteilt, gab das britische Gesundheitsministerium am Mittwoch bekannt. Das Mittel hatte in Studien eine geringere Wirksamkeit aufgewiesen als der bereits zugelassene Impfstoff von Biontech und Pfizer, kann allerdings bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden und ist deutlich günstiger. In Großbritannien sollen bereits am 4. Januar die ersten Impfungen stattfinden, wie Gesundheitsminister Matt Hancock mitteilte. Es sei "brilliant, das Jahr 2020 mit einem solchen Moment der Hoffnung zu beenden", so Hancock.

6.20 Uhr: Deutschland verzeichnet erstmals mehr als 1000 Corona-Tote an einem Tag

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat zum ersten Mal die Marke von 1000 überschritten und damit einen Höchststand erreicht. Binnen einen Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 1129 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Außerdem wurden 22.459 Neuinfektionen gemeldet. Vergangenen Mittwoch (23.12.) waren 24.740 Neuinfektionen und der bisherige Höchststand von 962 Todesfällen gemeldet worden.

Das RKI hatte vor den Weihnachtstagen mitgeteilt, dass die aktuellen Zahlen nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar seien, da es zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Dennoch war die Zahl der neuen Todesfälle am Mittwochmorgen deutlich höher als vor einer Woche.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwochmorgen bei 141,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 330,0 und Thüringen mit 255,1 den niedrigsten Wert hatte Niedersachsen mit 79,6.

6.01 Uhr: Spahn: Auch nach dem 10. Januar "ohne Zweifel" noch Beschränkungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stimmt die Bevölkerung darauf ein, dass die umfassenden staatlichen Corona-Beschränkungen auch nach Ablauf der Frist am 10. Januar zumindest teilweise verlängert werden. Bei der Eindämmung der Pandemie sei Deutschland "bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in den ARD-"Tagesthemen".

Deshalb werde es nach dem 10. Januar "ohne Zweifel Maßnahmen geben". In welchem Umfang, müssten dann Anfang Januar Bund und Länder entscheiden. Es sei aber absehbar, dass die Zahlen bis dahin nicht so niedrig seien, "dass wir einfach in den Vorlockdown-Modus zurück können", sagte er.

Zu den Problemen bei der Terminvergabe für die Corona-Impfung sagte Spahn, zu Beginn ließen sich Wartezeiten in den Telefonleitungen leider nicht vermeiden. Er könne nur um Verständnis und Geduld bitten. Da jedes Bundesland ein anderes System habe, herrsche "etwas förderales Durcheinander". Spahn trat erneut dem Eindruck entgegen, der Rest der Welt habe ganz viel Impfstoff und Deutschland habe keinen. "Wir beginnen alle unter den Bedingungen der Knappheit."

29. Dezember

14.22 Uhr: Thüringer Landkreis Sonneberg ruft wegen Corona Katastrophenfall aus

Der Thüringer Landkreis Sonneberg hat am Dienstag pandemiebedingt den Katastrophenfall ausgerufen. Hauptgrund sei die angespannte Lage in mehreren Pflege- und Betreuungseinrichtungen, dem Rettungswesen sowie den örtlichen Krankenhäusern, erklärte Landrat Hans-Peter Schmitz (parteilos). All das ergebe sich aus Personalengpässen, die auf die Corona-Pandemie zurückzuführen seien.

"Nach sorgfältiger Prüfung haben wir uns entschlossen, den Katastrophenfall auszurufen, um das Leben und die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger weiterhin nach bestem Wissen und Gewissen zu schützen", sagte Schmitz. Es gehe vor allem darum, einen rechtlichen Rahmen für den Einsatz von ehrenamtlichen Kräften zu schaffen, "um die Bewältigung der diffusen pandemischen Lage in wesentlichen Bereichen der Daseinsvorsorge zu gewährleisten". Ziel sei es, die zur Verfügung stehenden Kräfte unter einer einheitlichen Leitung zu bündeln und im Bedarfsfall umgehend einsetzen zu können, hieß es.

Zur Koordinierung sei eine Sanitätseinsatzleitung gebildet worden. Außerdem wurde der Katastrophenschutzzug des Landkreises in Alarmbereitschaft versetzt. Sonneberg ist der kleinste Landkreis in Thüringen mit rund 58 000 Einwohnern.

12.01 Uhr: Fast 42.000 Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft

Bis einschließlich Montag haben in Deutschland 41.962 Menschen die erste Dosis des Corona-Impfstoffs erhalten. Das berichtete das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag. Der Anstieg im Vergleich zum Vortag betrug demnach 19.084 Impfungen. Das ist allerdings nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften, sondern kann auch Nachmeldungen einschließen, wie das RKI schreibt.

Eine Impfquote, also den Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung, nennt das RKI zunächst nicht. Dazu sei die Zahl der Geimpften derzeit noch zu gering, erläuterte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher.

Erfasst werden derzeit Impfungen mit der ersten Impfdosis. Eine zweite Impfung ist etwa drei Wochen nach der ersten fällig, um einen vollständigen Impfschutz zu erzielen. Es ist somit nicht davon auszugehen, dass alle Geimpften bereits sicher vor der Erkrankung Covid-19 geschützt sind.

8.53 Uhr: Intensivmediziner schlägt Alarm: "Befürchten, dass Anfang 2021 Leute unter der Last zusammenbrechen"

Der Mangel an Pflegekräften in Krankenhäusern infolge der Corona-Pandemie könnte sich aus Sicht der Intensivmediziner noch verstärken. "Wir befürchten durch die monatelangen Belastungen, die die Pflegekräfte jetzt mitgemacht haben auf den Intensivstationen, dass wir Anfang kommenden Jahres Leute haben werden, die unter der Last zusammenbrechen und nicht mehr resilient genug sind und tatsächlich dann ins Aus gehen", sagte der Chef der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Uwe Janssens, am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Die Lage auf den Intensivstationen ist nach wie vor wirklich sehr angespannt." Man kämpfe weiter mit den Folgen der hohen Infektionszahlen der vergangenen Wochen.

Janssens mahnte ein einheitliches Gesamtkonzept der Politik an. Es müsse mit einer Stimme gesprochen werden, und es müssten Ziele weit für das Jahr 2021 formuliert werden. Den Zielwert etwa von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen nannte Janssens "ein wenig zu hoch gesteckt". Niedrige Ziele, anhaltend wären für die Medizin und die Belastung des Gesundheitssystems "sehr, sehr wichtig".

Mit Blick auf die Impfbereitschaft unter medizinischem Fachpersonal sprach Janssens von einer "gewissen Impfskepsis". Auch die Beschäftigten im Medizinbereich müssten mitgenommen und überzeugt werden, sich impfen zu lassen - für sich selbst, aber auch für die Allgemeinheit. Das sei eine der wichtigsten Aufgaben. Die ersten Ergebnisse der Impfung seien "sehr, sehr ermutigend".

7.52 Uhr: Kritik an der Terminvergabe für die Corona-Impfungen

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, Karin Maag (CDU), hat Kritik an der Terminvergabe für die Corona-Impfungen geäußert. "Es kann nicht sein, dass man eine Impfkampagne startet und dann keine Termine bekommen kann", sagte die Stuttgarter Bundestagsabgeordnete der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). Sie habe vergeblich versucht, für ihre 85-jährige Mutter einen Impftermin über den bundesweiten Patientenservice unter der Telefonnummer 116117 zu reservieren. Sie sei auf die gleichnamige Handy-App verwiesen worden. "Doch bei der App ist die Termin-Vergabe noch nicht freigeschaltet."

Maag meinte: "Das sind Anfängerfehler. Das ärgert mich." Das Bundesgesundheitsministerium erklärte nach Angaben der Zeitung, dass die Länder für Impfungen und Terminvergabe zuständig seien. "Das ist Ländersache", wird eine Sprecherin zitiert. Die Bundesländer können ihren Worten zufolge das Terminsystem hinter der Patientennummer nutzen, müssten das aber nicht. Manche Länder wollten die Terminvergabe unter 116117 auf eigene Systeme weiterleiten.

6.26 Uhr: Neue Coronavirus-Variante auch in Niedersachsen nachgewiesen

Die neue Coronavirus-Variante aus England ist erstmals in Niedersachsen nachgewiesen worden. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) habe bei einem Infektionsfall aus dem November im Nachhinein die Virus-Variante B1.1.7 bestimmen können, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Hannover mit. Es handele sich um die Proben eines mittlerweile gestorbenen, sehr alten Covid-Patienten mit Vorerkrankungen sowie seiner Frau. Das Referenzlabor der Berliner Charité habe das Ergebnis bestätigt.

Die neue Virus-Variante ist inzwischen für einen Großteil der Infektionen im Süden Englands verantwortlich und nach ersten Erkenntnissen möglicherweise besonders ansteckend. Laut Ministerium hatte sich die Tochter des Patienten Mitte November in England aufgehalten und dort wohl angesteckt. Tochter und Ehefrau des Gestorbenen seien mittlerweile aber wieder genesen. Weitere Ansteckungen habe es im Zusammenhang mit diesen Fällen nach den Erkenntnissen des Gesundheitsamtes der Region Hannover nicht gegeben.

6.01 Uhr: 12.892 Corona-Neuinfektionen und 852 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben binnen 24 Stunden 12.892 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 852 weitere Todesfälle verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag bekannt gab. Diese Zahlen sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Dennoch war die Zahl der Todesfälle vor einer Woche mit 731 Fällen geringer. Ein Höchststand von 952 Todesfällen war am 16. Dezember registriert worden. Die Zahl der Neuinfektionen betrug vor einer Woche 19.528.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 149,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 364,7 und Thüringen mit 273,7 den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 77,2.

28. Dezember

17.59 Uhr: Kanzleramtschef Braun rechnet mit Verlängerung des Lockdowns

Kanzleramtschef Helge Braun hält eine Verlängerung des Corona-Lockdowns über den 10. Januar hinaus für wahrscheinlich. "Ich rechne damit, dass wir zunächst am 5. Januar, wenn wir uns das nächste Mal treffen, das Ganze noch nicht genau beurteilen können und deswegen den Lockdown noch fortsetzen müssen", sagte Braun in einem Interview mit RTL/ntv. Der CDU-Politiker und Mediziner impfte am Montag in Gießen Mitarbeiter des Uniklinikums Gießen und Marburg.

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 5. Januar mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darüber beraten, wie es nach dem 10. Januar weitergeht. Die derzeitigen bundesweiten Einschränkungen mit der Schließung von Läden, Schulen und Kindergärten sind bislang bis zu diesem Tag befristet.

Auch Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach sich dafür aus, den harten Lockdown Anfang Januar zu verlängern. Die aktuellen Infektionszahlen seien trügerisch, sagte er RTL/ntv. Sein Eindruck sei, "dass die Menschen sich über Weihnachten sehr zurückgenommen haben." Sorge bereite ihm aber Silvester. "Ich habe große Sorge, dass an Silvester gefeiert wird. Das muss dringend unterbunden werden."

16.14 Uhr: Österreichs Skigebiete verschärfen die Regeln

Nach dem teils gewaltigen Andrang auf Österreichs Skigebiete schärfen einige Regionen die Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie nach. In Deutschland appellierten Behörden an die Menschen, Tagesausflüge in den Schnee besser sein zu lassen, und erinnerten an geschlossene Skilifte und Restaurants. Bundesweit sind Schulferien, zudem haben Arbeitnehmer mit Silvester und dem Neujahrstag ein weiteres langes Wochenende vor sich. Nach Weihnachten hatte Gedränge mitten im Corona-Lockdown in Ski- und Naherholungsgebieten Kopfschütteln ausgelöst.

In Österreich gehören zu den schärferen Sicherheitsregeln etwa eine weitere Begrenzung der Parkplätze, mehr Platz zum Anstellen und mehr Ordner, wie das Bundesland Oberösterreich am Montag mitteilte. In den dortigen Skigebieten Hinterstoder, Wurzeralm und Kasberg hatte am Sonntag bei schönem Wetter großer Andrang geherrscht. Österreichs Wirtschaftsminister Markus Achleitner appellierte an die Wintersportler, erst ab Mittag in die Skigebiete zu kommen, weil dann viele Gäste vom Vormittag wieder auf dem Heimweg seien.

In Österreich sind viele Skigebiete geöffnet – allerdings praktisch nur für Einheimische. Für Anreisende aus dem Ausland, auch aus Deutschland, gilt eine zehntägige Quarantänepflicht.

14.20 Uhr: Fünffache Impfdosis für Pflegeheim-Mitarbeiter wegen Aufbereitungsfehler

Wegen individueller Fehler bei der Aufbereitung des Impfstoffes ist acht Mitarbeitern eines Pflegeheims in Stralsund die fünffache Dosis des Corona-Impfstoffes verabreicht worden. Nach dem Vorfall am Sonntag seien die sieben Frauen und ein Mann nach Hause geschickt worden. Wie der Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth (SPD), am Montag sagte, haben sich zwischenzeitlich vier der acht Betroffenen zur Beobachtung vorsorglich stationär in einem Krankenhaus aufnehmen lassen. Sie zeigten grippeähnliche Symptome.

Der Landkreis berichtete in seiner Mitteilung, dass nach Informationen des Herstellers Biontech größere Dosen des Impfstoffes in der Phase-1-Studie bereits an Probanden ohne schwerwiegende Folgen getestet worden seien. Es seien keine bleibenden, unerwünschten Ereignisse gemeldet worden. Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle und grippeähnliche Symptome träten dosisabhängig auf und seien im Allgemeinen leicht bis mittelmäßig und vorübergehend.

Eine Sprecherin von Biontech bestätigte diese Informationen. In den Versuchen seien Mengen bis zu 100 Mikrogramm ohne schwerwiegende Folgen verabreicht worden. Die übliche Impfdosis liege bei 30 Mikrogramm. Sie verwies auf die ausführliche Produktinformation ihres Unternehmens. Der erste Satz laute: "Dies ist eine Mehrdosendurchstechflasche, deren Inhalt vor der Verwendung verdünnt werden muss."

6.47 Uhr: 348 neue Corona-Todesfälle – Grenze von 30.000 überschritten

Die Zahl der mit oder an dem Coronavirus gestorbenen Menschen hat in Deutschland die Grenze von 30.000 überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden 348 weitere Todesfälle – damit stieg die Zahl auf 30.126, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen bekannt gab. Darüber hinaus wurden 10.976 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

Die Zahl der Neuinfizierten und der Opfer sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI während der Feiertage und zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Vor genau einer Woche waren 16.643 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet worden. Bei den Todesfällen war der Höchststand von 952 am 16. Dezember registriert worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Montagmorgen bei 157,8. Ihr bisheriger Höchststand war am vergangenen Dienstag mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Montag Sachsen mit 371,3 und Thüringen mit 288,2, den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 77,0.

6.15 Uhr: Auch Spahn gegen Sonderrechte für Geimpfte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich gegen Sonderrechte für Geimpfte ausgesprochen. "Viele warten solidarisch, damit einige als Erste geimpft werden können. Und die Noch-Nicht-Geimpften erwarten umgekehrt, dass sich die Geimpften solidarisch gedulden", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). "Keiner sollte Sonderrechte einfordern, bis alle die Chance zur Impfung hatten." Diese gegenseitige Rücksicht halte die Nation zusammen. "Gegen die Pandemie kämpfen wir gemeinsam - und wir werden sie nur gemeinsam überwinden." Am Wochenende hatten die Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland begonnen. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte sich gegen Sonderrechte ausgesprochen.

27. Dezember

16.00: Seehofer warnt vor zu raschen Lockerungen – und rügt Ministerpräsidenten

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat in der Corona-Pandemie vor zu raschen Lockerungen gewarnt. "Wenn der Lockdown wirkt und die Zahlen nach unten gehen, dann dürfen wir mit schnellen Lockerungen nicht alles riskieren, was wir erreicht haben. Sonst geht es wieder von vorne los", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag".

"Hat der Lockdown keine ausreichende Wirkung, müssen die Maßnahmen verschärft werden", betonte Seehofer. Man müsse jetzt die Entwicklung abwarten. "Eine dritte Welle müssen wir unter allen Umständen vermeiden." Die aktuellen Schutzmaßnahmen gelten bis zum 10. Januar. Am 5. Januar wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen beraten.

Seehofer gab einigen Ministerpräsidenten eine Mitverantwortung für die weiterhin hohen Corona-Zahlen. "Die Bürgerinnen und Bürger haben die zweite Corona-Welle in diesem Ausmaß nicht zu verantworten", sagte der Innenminister. "Die ab Oktober ergriffenen Maßnahmen waren unzureichend. Ich war Zeuge mehrerer Ministerpräsidentenkonferenzen mit der Bundeskanzlerin und Bundesministern. Einige der teilnehmenden Politiker haben den Ernst der Lage einfach unterschätzt. Die Bundeskanzlerin gehörte übrigens nicht dazu.

Seehofer kündigt schärfere Kontrollen für Reiserückkehrer an

"Aus seiner Erfahrung wisse er sicher: "Sie bekommen die Ausbreitung eines hochinfektiösen und potenziell tödlichen Virus nur mit rigorosen Gegenmaßnahmen in den Griff und nicht mit angezogener Handbremse. Dazu gehört auch, dass für Schulen und den öffentlichen Personennahverkehr ein striktes Schutzkonzept gelten muss. Bis heute gibt es hier keine zufriedenstellenden Lösungen."

Seehofer kündigte für den grenzüberschreitenden Reiseverkehr schärfere Kontrollen an. Die in Deutschland geltenden Schutzmaßnahmen dürften "nicht durch unvernünftige Reisen unterlaufen werden", warnte der Innenminister. "Wir müssen Reiserückkehrer stärker in den Blick nehmen."Die zehntägige Quarantäne und die Testung für Reisende, die aus Risikogebieten im Ausland zurückkehren, müssten konsequent überwacht werden. Reiserückkehrer gehörten auf den Radar der Gesundheitsämter. Er habe die Bundespolizei angewiesen, den grenzüberschreitenden Verkehr stärker zu kontrollieren, sagte Seehofer. "Für die ersten Wochen des Jahres sollte die Überwachung der Reiserückkehrer höchste Priorität haben."

14.30 Uhr: Hunderte Briten verdrücken sich aus angeordneter Quarantäne – Gemeinde zeigt Verständnis

In der Schweiz haben sich hunderte Touristen aus Großbritannien teils über Nacht aus einer angeordneten Quarantäne verdrückt. Hoteliers in dem bei britischen Wintertouristen beliebten Skiort Verbier im Kanton Wallis hätten das gemerkt, weil vor den Zimmertüren abgestellte Frühstückstabletts nicht angerührt worden seien, berichtete Jean-Marc Sandoz, Sprecher der Gemeinde Bagnes, zu der Verbier gehört, der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Kritik an plötzlicher Quarantänepflicht

Der Ort habe vor Weihnachten für 420 Gäste aus Großbritannien, darunter Schweizer, die in Großbritannien leben, Quarantäne angeordnet. Etwa 50 seien umgehend abgereist. Von den 370 anderen sei am Sonntag weniger als ein Dutzend noch da gewesen. "Wir verstehen ihre Wut", sagte Sandoz. Er kritisierte die plötzliche Quarantänepflicht für Anreisende aus Großbritannien scharf. Die Gemeinden hätten keine Hilfe bekommen, um die Bestimmungen umzusetzen.

Die Schweiz hatte am 20. Dezember alle Flüge aus Großbritannien und Südafrika gestoppt, weil in den Ländern neue und mutmaßlich noch ansteckendere Varianten des Coronavirus nachgewiesen worden waren. Sie ordneten an, dass alle seit dem 14. Dezember Eingereisten rückwirkend für zehn Tage ab Ankunftsdatum in Quarantäne mussten. "Da saßen Familien mit kleinen Kindern plötzlich auf 20 Quadratmetern fest", sagte Sandoz. "Das war nicht auszuhalten."

Gemeinde fürchtet vergiftete Atmosphäre

Einige Gäste hätten sich inzwischen aus dem benachbarten Frankreich gemeldet. Dort seien die Skistationen zwar geschlossen, aber die Briten könnten wenigstens an die frische Luft. Die Gemeindeverwaltung habe sich für die Gäste anfangs auch um Rückflüge bemüht, aber als klar war, dass nur einsteigen darf, wer nachweislich zehn Tage Quarantäne absolviert hat, hätten die Betroffenen abgewunken.

Nach Angaben der Behörden gab es seit dem 14. Dezember 92 Flüge aus Großbritannien mit geschätzt 10.000 Menschen an Bord. Sandoz meint, viele davon seien heimkehrende Schweizer gewesen, die gar nicht in den Skistationen zu finden waren.

Für den Skiort Verbier mit rund 9000 Einwohnern war es eine der schwärzesten Wochen. Weil rund ein Fünftel der Gäste dort traditionell aus Großbritannien kommt, war der Ort plötzlich als vermeintlicher Corona-Hotspot verschrien. "Viele Schweizer haben ihren Urlaub dann abgesagt", sagt Sandoz. Normalerweise habe Verbier in dieser Woche 50.000 Gäste. Nun hätten die Hotels nur eine Auslastung von 30 bis 40 Prozent.

Sandoz fürchtet auch, dass künftig die Atmosphäre vergiftet sein werde. Seine eigene Nachbarin sei wegen ihres Akzents denunziert worden, dabei lebe die gebürtige Britin seit 40 Jahren am Ort. Und die Gäste aus Großbritannien seien verständlicherweise stinksauer gewesen, sie hätten Hoteliers angepöbelt und sich beim Tourismusbüro beschwert. "Wir wissen nicht, ob sie in den kommenden Jahren zurückkehren", sagt Sandoz.

13.00: Zweifel an Einhaltung der Impfstoff-Kühlkette in mehreren Landkreisen – Impfstart verschoben

In sechs Landkreisen Oberfrankens ist am Sonntag der geplante Start der Corona-Impfungen wegen möglicher Probleme in der Kühlkette für den Impfstoff verschoben worden. "Beim Auslesen der Temperaturlogger, die in den zentral beschafften Kühlboxen beigelegt wurden, sind Zweifel an der Einhaltung der Kühlkette für den Impfstoff aufgekommen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Landräte der Kreise Coburg, Lichtenfels, Kronach, Hof, Wunsiedel und Kulmbach.

Nicht betroffen sind die oberfränkischen Kreise und kreisfreien Städte Bamberg, Bayreuth und Forchheim. Wann auch in den restlichen sechs Kreisen geimpft werden kann, stand einem Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums zufolge zunächst nicht fest.

Die Landräte wollen zunächst – unter anderem mit der Herstellerfirma Biontech – prüfen, ob der Impfstoff weiterhin problemlos verwendbar ist. "Sollte es nur den geringsten Anhaltspunkt geben, dass der Impfstoff nicht zu 100 Prozent den Qualitätskriterien entspricht, wird diese Charge auch nicht verimpft", sagte der Vorsitzende des Bezirksverbandes Oberfranken des Bayerischen Landkreistages, der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner. Es gehe nicht ums Tempo.

8.03 Uhr: 13.755 Corona-Neuinfektionen am zweiten Weihnachtstag gemeldet

Am zweiten Weihnachtstag haben die deutschen Gesundheitsämter insgesamt 13.755 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden binnen 24 Stunden 356 weitere Todesfälle verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen bekanntgab. Diese Zahlen sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI während der Feiertage mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Vor genau einer Woche waren 22.771 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet worden. Bei den Todesfällen war der Höchststand von 952 am Mittwoch vergangener Woche (16.12.) registriert worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 161,3. Ihr bisheriger Höchststand war am Dienstag mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Sonntag Sachsen mit 375,8 und Thüringen mit 290,2, den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 77,5.

26. Dezember

13.00 Uhr: Neue Coronavirus-Variante nun auch in Spanien nachgewiesen

Die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante ist nun auch in Spanien nachgewiesen worden. In Madrid sei die Mutation bei vier Menschen festgestellt worden, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister der Hauptstadtregion, Antonio Zapatero, bei einer Pressekonferenz am Samstag. Alle vier Infizierten seien kürzlich aus dem Vereinigten Königreich eingereist.

Keiner der vier Infizierten habe schwere Symptome, sagte Zapatero. "Wir wissen, dass diese Variante leichter übertragbar ist, aber sie führt nicht zu schwereren Erkrankungen." Es gebe keinen Grund zur Besorgnis. Bei drei weiteren Verdachtsfällen stünden die Testergebnisse noch aus.

Die britische Regierung hatte am vergangenen Wochenende darüber berichtet, dass sich in Teilen Englands eine Variante von Sars-CoV-2 ausgebreitet habe, die deutlich ansteckender sein könnte als die Ursprungsvariante. Dies hatte weltweit Besorgnis ausgelöst. Mehr als 50 Staaten verhängten Einreisestopps gegen Großbritannien. Spanien erlaubt seit Dienstag nur noch den eigenen Landsleuten sowie Menschen mit Wohnsitz in Spanien die Einreise aus Großbritannien.

Am Donnerstag war ein erster Fall der Virus-Mutation in Deutschland entdeckt worden. In der Nacht zum Samstag meldeten auch die französischen Behörden einen ersten Infektionsfall mit der Coronavirus-Variante.

Experten gehen davon aus, dass der inzwischen EU-weit zugelassene Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer auch gegen die neue Virus-Variante wirksam ist. Am Samstag trafen vielerorts in der EU die ersten Dosen des Impfstoffs ein. In Spanien wurde die erste Lieferung in Guadalajara entgegengenommen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Von dort sollen die Dosen in die 17 autonomen Regionen verteilt werden. Die EU-weite Impfkampagne startet am Sonntag.

11.45 Uhr: Spahn bezeichnet Impfungen gegen Coronavirus als "entscheidenden Schlüssel" zum Sieg über Pandemie

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die am Sonntag startenden Impfungen gegen das Coronavirus als "entscheidenden Schlüssel" zum Sieg über die Pandemie bezeichnet. Der Impfstoff sei auch entscheidend dafür, "dass wir unser Leben zurückbekommen", sagte Spahn am Samstag in Berlin. "Diese Nachricht sollte uns Mut machen.

"Die Impfungen sollen bundesweit am Sonntag starten, zuerst wird in Pflege- und Altenheimen geimpft. Das bedeute auch, dass sich die "Jüngeren und Gesünderen noch gedulden müssen", sagte Spahn weiter. Diese müssten auch weiterhin ihre Kontakte reduzieren.

Spahn sprach auch von einem "hoffnungsvollen Tag für Europa". Bewusst sei entschieden worden, beim Impfen europäisch vorzugehen und keinen nationalen Alleingang mit einer Notzulassung wie andere Ländern zu wählen.

Er betonte zudem, dass das Impfen "ein Angebot" sei. Es sei kostenlos und bleibe freiwillig. Dennoch sei das Ziel, so viele Menschen wie möglich zu impfen.

10.50 Uhr: Impfungen helfen bei Rückkehr zu normalem Leben, so von der Leyen

Kurz vor den ersten Corona-Impfungen in der Europäischen Union macht EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Hoffnung auf mehr Normalität im kommenden Jahr. "Die Impfungen werden dabei helfen, nach und nach zu unserem normalen Leben zurückzukehren", sagte von der Leyen in einem am Samstag auf Twitter veröffentlichten Video.

Sobald genügend Menschen geimpft worden seien, könne man wieder beginnen zu reisen, Freunde und Familie zu treffen und die Feiertage normal zu verbringen. "Aber bis dahin müssen wir weiter vorsichtig sein." Die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs der Firmen Biontech und Pfizer sollen in der EU am Sonntag gespritzt werden.

"Heute ist Liefertag", sagte von der Leyen am Samstag. "Und morgen beginnen die Impfungen gegen Covid-19 in der Europäischen Union." Der Impfstoff werde zeitgleich in allen 27 EU-Staaten zur Verfügung stehen. "Und die Menschen beginnen mit den Impfungen in Athen, in Rom, in Helsinki, in Sofia, wo auch immer." Die Europäischen Impftage seien ein bewegender Moment der Einheit und eine europäische Erfolgsgeschichte. Bald schon würden weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen. "Lasst uns 2021 zum unserem Jahr der Europäischen Erholung und Hoffnung machen."

9.05 Uhr: RKI meldet 14.455 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Die deutschen Gesundheitsämter haben binnen 24 Stunden insgesamt 14.455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 240 weitere Todesfälle verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab. Diese Zahlen sind jedoch nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar. Das RKI rechnete während der Feiertage mit einer geringeren Zahl an Tests und mit weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern. Am vergangenen Samstag waren 31.300 Neuinfektionen binnen eines Tages übermittelt worden. Der bisherige Höchstwert war am Freitag vor einer Woche erreicht worden mit 33.777 Infektionen, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Bei den Todesfällen war der Höchststand von 952 am vergangenen Mittwoch (16.12.) erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstag bei 170,7. Am Dienstag war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden.

6.00 Uhr: Coronavirus-Mutation erstmals in Frankreich nachgewiesen

Die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Mutation ist erstmals auch in Frankreich nachgewiesen worden. Das Virus wurde bei einem zuvor aus dem Vereinigten Königreich eingereisten Franzosen festgestellt, wie das Gesundheitsministerium in Paris in der Nacht zu Samstag mitteilte. Der Mann aus dem zentralfranzösischen Tours sei am Samstag vergangener Woche aus London eingereist und am Montag positiv auf das Virus getestet worden. Untersuchungen hätten am Freitag bestätigt, dass es sich um die mutierte Corona-Variante handelt.

Der in Großbritannien lebende französische Staatsangehörige zeige keine Symptome einer Corona-Erkrankung, erklärte das Ministerium weiter. Der Mann befinde sich in häuslicher Quarantäne.

25. Dezember

13.38 Uhr: Papst ruft zur Solidarität für Gewaltopfer in der Corona-Krise auf

Papst Franziskus hat an Weihnachten zur weltweiten Solidarität in der Corona-Krise aufgerufen. "In diesem historischen Augenblick, der von der ökologischen Krise und von schwerwiegenden wirtschaftlichen Missverhältnissen gekennzeichnet ist, die durch die Pandemie noch verschlimmert wurden, bedürfen wir mehr denn je der Geschwisterlichkeit", unterstrich der Papst am Freitag in seiner Weihnachtsbotschaft. Wegen der Pandemie wurde seine Botschaft diesmal von der Loggia des Petersdoms nach innen verlegt.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche sprach von einer "Geschwisterlichkeit", die über die Familie, die eigene Volksgruppe, Religion oder Kultur hinausgeht. Diese Solidarität müsse auch "in den Beziehungen zwischen Völkern und Nationen" gelten. Sie müsse in Zeiten der Pandemie vor allem den Schwächsten, den Kranken und den Arbeitslosen gelten sowie den Frauen, "die in diesen Tagen der Isolation zum Opfer häuslicher Gewalt" geworden seien.

13.14 Uhr: Corona-Impfstoff in Italien angekommen

In Italien sind die ersten Corona-Impfstoffdosen angekommen. Das bestätigte das italienische Gesundheitsministerium am Freitag. 9.750 Dosen von Pfizer-Biontech aus Belgien hätten die Staatsgrenze in der norditalienischen Ortschaft Brenner passiert, berichteten mehrere Medien, darunter auch die italienischen Nachrichtenagenturen Ansa und ADNKronos am Freitagvormittag. Der Transport wurde von Polizeiautos der Carabinieri eskortiert, wie auf einem Video zu sehen war, das das Gesundheitsministerium verbreitete. Die Impfdosen seien auf dem Weg nach Rom.

Das Land mit rund 60 Millionen Einwohnern wurde hart von der Corona-Pandemie getroffen. Die Gesundheitsbehörden registrierten in Italien bislang mehr als 70.800 Tote in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 und insgesamt etwas mehr als zwei Millionen Corona-Infektionen.

8.24 Uhr: Zwei Drittel der Deutschen wollen sich gegen Corona impfen lassen

Etwa zwei Drittel der Deutschen wollen sich laut einer Umfrage gegen das Coronavirus impfen lassen. In der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 32 Prozent der Befragten an, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen. Weitere 33 Prozent sind zwar ebenfalls dazu entschlossen, wollen aber trotzdem erst einmal mögliche Folgen der Impfung bei anderen abwarten. 19 Prozent haben sich gegen eine Impfung entschieden, 16 Prozent sind noch unentschlossen.

Eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent hat aber auch Angst vor Nebenwirkungen der Impfung. Nur ein Drittel hat solche Befürchtungen nicht. 10 Prozent machten dazu keine Angaben.

Am kommenden Sonntag sollen die Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland starten. Anfangs sollen Ältere über 80 sowie Bewohner und Personal in Pflegeheimen zum Zug kommen, daneben Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko, etwa in Intensivstationen und Notaufnahmen.

Nach der YouGov-Umfrage steigt die Impfbereitschaft kontinuierlich mit dem Alter. Von den 18- bis 24-Jährigen wollen sich 54 Prozent impfen lassen, von Menschen über 55 sind es dagegen 71 Prozent. Auch bei den Wählern der AfD liegt sie mit 51 Prozent deutlich niedriger als bei den Anhängern aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Besonders hoch ist sie bei den Grünen-Wählern mit 82 Prozent.

8.02 Uhr: 25.533 Corona-Neuinfektionen, 412 Tote

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 25.533 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden 412 Todesfälle verzeichnet, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Die Zahlen sind jedoch nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar. Das RKI rechnete während der Feiertage mit einer geringeren Zahl an Tests und mit weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern. Am vergangenen Freitag war mit 33.777 Infektionen ein Höchststand verzeichnet worden, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Außerdem wurden damals 813 Todesfälle gemeldet. Der Höchststand von 952 Todesfällen war am vergangenen Mittwoch (16.12.) erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitag bei 188,8. Am Dienstag war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 441,3, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgt Thüringen mit einem Wert von 320,6. Der niedrigste Wert wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 87,1 verzeichnet.

24. Dezember

11.38 Uhr: Trotz Schnelltest Corona-Regeln einhalten, appelliert Ärztepräsident

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die Bevölkerung aufgefordert, auch beim Einsatz von Schnelltests, die Corona-Regeln einzuhalten. Diese Tests hätten in der Pandemiebekämpfung unter ärztlicher Begleitung und bei professioneller Probenentnahme durchaus ihre Berechtigung, sagte er der "Rheinischen Post" (Donnerstag). "Aber ich warne vor einer Scheinsicherheit dieser Testergebnisse: Ein negatives Testergebnis, beispielsweise vor Familienfeiern, darf nicht zu einem sorglosen Umgang verleiten." Negative Testergebnisse seien immer nur eine Momentaufnahme und können am nächsten Tag schon positiv ausfallen.

Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen und der angespannten Lage in den Krankenhäusern sollte sich auch jeder kritisch fragen, ob er wirklich die gesetzlichen Höchstgrenzen für Zusammenkünfte ausreizen müsse, sagte Reinhardt weiter. "Eine dritte, noch stärkere Infektionswelle, würde unser Gesundheitssystem überlasten. Jeder einzelne kann dazu beitragen, dass zu verhindern.

"Auch der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, appellierte an die Bevölkerung, Kontakte über Weihnachten zu meiden. "Wir Intensivmediziner bitten die Leute dringend, an Weihnachten lieber nicht Oma und Opa zu besuchen, sondern wirklich zu Hause zu bleiben. Nur maximale Kontaktbeschränkungen können verhindern, dass wir im Januar eine dritte Welle bekommen", sagte Janssens der "Rheinischen Post".

Für die zugespitzte Lage in Deutschland sieht Janssens die Politik in der Verantwortung. "Es mussten erst 600 Menschen pro Tag an Corona versterben, dass ein Umdenken und Einleiten von durchgreifenden Maßnahmen erfolgte - eigentlich zu spät", sagte Janssens.

8.30 Uhr: 32.195 Corona-Neuinfektionen und 802 neue Todesfälle gemeldet

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 32.195 neue Fälle und 802 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt, wie das RKI am Donnerstag bekanntgab. Am vergangenen Donnerstag (17.12.) übermittelten die Gesundheitsämter dem RKI 26.923 neue Corona-Fälle und 698 Todesfälle. Allerdings fehlen bei diesem Wert aus technischen Gründen rund 3500 Infektionen aus Baden-Württemberg. Auch wegen der deswegen entstandenen Nachmeldungen war am Freitag der Höchstwert von 33.777 Neuinfektionen verzeichnet worden. Der Höchststand von 962 Todesfällen war am Mittwoch erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Donnerstag bei 196,2. Am Dienstag war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 425,7, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgt Thüringen mit einem Wert von 327,9. Der niedrigste Wert wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 95,6 verzeichnet.

23. Dezember

17.15 Uhr: Britischer Gesundheitsminister – Corona-Mutante aus Südafrika wird "noch schneller übertragen"

In Großbritannien sind zwei Fälle einer Corona-Mutante aus Südafrika entdeckt worden. Die Variante werde im Labor in Porton Down untersucht, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Mittwoch vor Journalisten in London. Es handelt sich den Angaben zufolge um die Mutante mit der Bezeichnung 501.V2.

Am vergangenen Freitag hatte der südafrikanische Gesundheitsminister Zweli Mkhize davon gesprochen, dass 501.V2 in seinem Land kursiere.

Die beiden in Großbritannien Infizierten und ihre Kontakte hätten sich in Isolation begeben, sagte Hancock. Zudem seien sofortige Maßnahmen für Einreisen aus Südafrika getroffen worden, Details dazu wurden nicht genannt.

"Diese neue Variante bereitet uns große Sorgen, weil sie noch schneller übertragen wird", sagte der britische Minister. "Es scheint so, als habe sie noch weiter mutiert als die neue Variante, die in Großbritannien entdeckt wurde."

Zuletzt hatten sich die Infektionszahlen in Großbritannien deutlich erhöht. Hancock kündigte an, dass von diesem Samstag an (26. Dezember) die Corona-Maßnahmen in weiteren Gebieten in Südengland deutlich verschärft werden. Dort gelten dann weitreichende Ausgangs- und Reiseverbote wie bereits seit einigen Tagen in London.

11.30 Uhr: Spahn rechnet mit "Impfangebot" für alle bis zum Sommer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, bis zum Sommer allen Bürgern in Deutschland ein "Impfangebot" machen zu können – sofern die Impfstoffe, die sich in der Endphase der Studien befinden, auch eine Zulassung erhalten. Das sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in der ARD. Er rechne bis Ende März mit elf bis zwölf Millionen Impfdosen.

Es sei von Anfang an klar gewesen, dass es "zu Beginn knapp sein würde", betonte der Gesundheitsminister. Deshalb werde es weiterhin nötig sein, bei dem zeitlichen Ablauf nach Gruppen zu priorisieren. Bis Ende dieses Jahres könne der Bund 1,3 Millionen Dosen des Herstellers Biontech an die Bundesländer ausliefern lassen. Ab Sonntag werde es dann vor allem in den Pflegeheimen losgehen. "Diese Dosen werden schon einen großen Unterschied machen können für viele Pflegeeinrichtungen", sagte Spahn.

Gleichzeitig appellierte Spahn an die Bevölkerung, auch weiterhin Kontakte zu reduzieren. Die Situation in den Kliniken sei sehr angespannt: "Da ist gerade Hochlast. Eine sehr belastete Situation. Viele reden gerade darüber, wie sie Weihnachten feiern. Die Pflegekräfte werden gar nicht viel zum Feiern kommen. Sie werden arbeiten müssen." Die Bürger entschieden mit ihrem Verhalten jetzt darüber, "wie es anschließend auf den Intensivstationen weitergeht".

10.30 Uhr: Altmaier erwartet "Normalisierung" ab Frühsommer

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht wenig Chancen auf schnelle Lockerungen der massiven Beschränkungen in der Corona-Krise. Der CDU-Politiker deutete eine Verlängerung des harten Lockdowns über den 10. Januar hinaus an. "Solange ganz Deutschland ein riesengroßer Hotspot ist, verbieten sich Lockerungen praktisch von selbst", sagte Altmaier der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach sich außerdem für einen Strategiewechsel im Kampf gegen das Virus aus. Über Weihnachten solle dem Coronavirus möglichst wenig Angriffsfläche gegeben werden.

Der harte Lockdown ist bisher bis zum 10. Januar befristet - Ziel ist das weitgehende Herunterfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland. Dazu gehört auch die Schließung vieler Geschäfte. Am 5. Januar wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen beraten.

Altmaier sagte: "Ich wünsche mir, dass wir aus den letzten Monaten eine Lehre ziehen – nämlich dass wir die Maßnahmen, die wir ergreifen, mehr von objektiven Gegebenheiten und weniger von ad-hoc-Entscheidungen abhängig machen." Bund und Länder hätten sich darauf verständigt, dass in einer Stadt oder in einem Kreis gehandelt werden müsse, wenn die Inzidenz über einem Wert von 50 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liege.

Eine der schlimmsten Nebenwirkungen sei "die ständige Ungewissheit"

"Was wir aber noch nicht beschlossen haben, sind klare Richtlinien was geschieht, wenn die Inzidenz in einem ganzen Bundesland oder in ganz Deutschland über 50, 100, 150 oder über 200 ist", sagte Altmaier. "Es macht Sinn, wenn man rechtzeitig festlegt, was zu geschehen hat, wenn Schwellenwerte überschritten werden – nicht nur in einzelnen Landkreisen, sondern in ganzen Bundesländern oder bundesweit." Dann könne sich jeder darauf einstellen, die Menschen und die Unternehmen. Denn eine der schlimmsten Nebenwirkungen der Pandemie sei die ständige Ungewissheit.

"Unser Alltag wird wohl noch zwei bis drei Monate eingeschränkt sein. Ab Frühsommer wird sich unser privates gesellschaftliches Leben normalisieren", sagte Altmaier mit Blick auf den bevorstehenden Beginn der Impfungen. "Wir werden zwar noch bis zum nächsten Winter oder darüber hinaus bei bestimmten Gelegenheiten eine Maske tragen müssen. Und es wird noch lange dauern, bis wir Großveranstaltungen, wie wir sie früher kannten, wieder verantworten können. Trotzdem wird das Leben der meisten Menschen ab Frühsommer wieder entspannter."

"Dem Virus möglichst wenig Angriffsfläche bieten"

Altmaier sagte außerdem, er wünsche sich, dass dieses Weihnachten insgesamt deutlich ruhiger verlaufe, als dies normalerweise der Fall wäre. Weihnachten sei für die allermeisten ein emotional sehr wichtiges Fest. "Umso mehr müssen wir alle überlegen, wie man mit seinen Lieben so feiern kann, dass das Virus möglichst wenig Angriffsfläche hat", sagte der Minister. "Das heißt: Genau überlegen, ob man im Einzelfall verantworten kann, liebe Menschen, die man lange nicht gesehen hat, einem beträchtlichen Infektionsrisiko auszusetzen. Dort, wo es nicht unmittelbar geboten ist, sollte man keine langen und weiten Reisen unternehmen und überall dort, wo es Sinn macht, sich auch einmal telefonisch oder per Videoschalte wiedersehen." Das müsse aber jeder und jede für sich entscheiden.

Altmaier sagte, es sei bedrückend, dass es seit Anfang November allen Maßnahmen zum Trotz keinen signifikanten Rückgang, sondern einen deutlichen Anstieg der Corona-Fallzahlen gebe. "Das muss sich mit den neuen Maßnahmen, die seit einer Woche in Kraft sind, ändern. Das wird aber nur gelingen, wenn wir alle konsequent unsere Kontakte reduzieren, damit es über Weihnachten und Neujahr nicht zu einer neuen Infektionswelle kommt."

07.35 Uhr: Höchstwert bei Todesfällen

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 962 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Außerdem wurden 24.740 Neuinfektionen gemeldet. Vergangenen Mittwoch (16.12.) waren 27.728 Neuinfektionen und der bisherige Höchststand von 952 Todesfällen verzeichnet worden. Den Höchstwert mit 33 777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) sank bis Mittwoch leicht auf 195,1. Tags zuvor war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 414,1, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgt Thüringen mit einem Wert von 319,6. Der niedrigste Wert wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 96,3 verzeichnet.

Die Zahl der Todesfälle war in der Tendenz zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet worden war. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Mittwoch auf 27.968.

6.21 Uhr: Drosten erklärt Tweet: "Habe ja was losgetreten"

Der Satz "Das sieht leider nicht gut aus", mit dem Virologe Drosten auf Twitter Daten der britischen Gesundheitsbehörde kommentiert hatte, hat für Wirbel gesorgt. Inzwischen erläuterte er, dass er damit nur einen Aspekt gemeint habe. "Um Spekulationen ein Ende zu bereiten: dies bezog sich allein auf den jetzt deutlicheren Beleg der verstärkten Verbreitung der Mutante", schrieb er ebenfalls auf Twitter. Mit seiner Formulierung habe er "ja was losgetreten", stellte der Wissenschaftler fest.

22. Dezember

14.30 Uhr: Drosten geht davon aus, dass der Lockdown die neue Virus-Variante an der Verbreitung hindert

Der Berliner Virologe Christian Drosten hält eine rasante Verbreitung der neuen Coronavirus-Variante in Deutschland für wenig wahrscheinlich. "Ich glaube nicht, dass wir da bald ein größeres Problem kriegen", sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei zwar recht wahrscheinlich, dass die Variante mit der Bezeichnung B.1.1.7., die erstmals in Großbritannien nachgewiesen wurde, mittlerweile auch in Deutschland sei. "Aber bei den aktuellen Beschränkungen dürfte diese Variante hierzulande eher schwer Fuß fassen."

Darauf deuteten Daten hin, die die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) veröffentlicht hat. Demnach verbreite sich B.1.1.7. überall dort besonders schnell im Vergleich zu bereits bekannten Varianten von Sars-CoV-2, wo unzureichende Beschränkungen zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen. In Gegenden in Großbritannien aber, in denen wirksame Maßnahmen gelten, sei auch die neue Variante weitgehend unter Kontrolle.

Für Deutschland folgert Drosten daher, dass der Lockdown der Variante wenig Chance auf eine Verbreitung lassen dürfte. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass die neue Variante einen Einfluss auf die Krankheitsschwere hat, sagte Drosten. "Das ist ganz wichtig für die Bevölkerung, die sich jetzt Sorgen macht."

Auch für einen verminderten Impfschutz gebe es keine Anzeichen. Experten der englischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) kamen in einem Forschungspapier zu dem Schluss, dass B.1.1.7. sehr wahrscheinlich leichter übertragbar ist als andere Varianten. Dafür werteten sie Daten aus verschiedenen Regionen aus. Aus den PHE-Modellrechnungen könne man ableiten, dass die Reproduktionszahl – also die Zahl der Menschen, die ein Infizierter im Schnitt ansteckt – bei der neuen Variante je nach Ort um etwa 30 bis 40 Prozent erhöht sei, sagte Drosten. "Das ist erheblich." Allerdings seien diese Schätzungen unscharf und mit Vorsicht zu genießen.

Die neue Variante des Virus ist durch etwa 20 Mutationen in ihrem Erbgut charakterisiert. Die Mutation mit der Bezeichnung N501Y dürfte es leichter machen, in menschliche Zellen einzudringen und eine Infektion zu verursachen. Es ist laut Drosten jedoch unklar, was der Variante den entscheidenden Vorteil bringt. So sei denkbar, dass man bei B.1.1.7. weniger Viren ausgesetzt sein muss, um ansteckend zu werden. Es sei aber auch möglich, dass die Variante dafür sorgt, dass ein Infizierter mehr Viren im Rachen hat und dadurch ansteckender ist.

Positiv zu werten sei, dass der neuen Variante ein bestimmtes Gen fehle, dass eigentlich die Krankheitsschwere verstärkt, sagte Drosten. "Das ist die gute Nachricht." Es könnte also durchaus sein, dass B.1.1.7. harmloser ist. Möglicherweise sei das auch ein Grund für die schnellere Verbreitung. Denn Menschen ohne oder mit nur leichten Symptomen isolieren sich eher nicht und können dadurch vermehrt andere anstecken, so Drosten.

12.20 Uhr: Spahn: "Wir hätten früher beginnen sollen, Masken zu besorgen"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigt sich zum Jahresende selbstkritisch. Auf die Frage, für welche Fehler er 2020 um Verzeihung bitten müsse, sagte er laut einer Vorabmeldung vom Dienstag der Wochenzeitung "Die Zeit": "Wir hätten als Bundesregierung früher beginnen sollen, Masken zu besorgen. Und ich hätte das als Gesundheitsminister früher anstoßen sollen." Eine Pflegekraft, der im Frühjahr FFP2-Masken fehlten, könne er nur um Verständnis bitten.

Auch mit Blick auf seine eigenen Mitarbeiter räumt der Minister Schwächen ein: "Wenn ich es im Nachhinein betrachte, gab es beispielsweise im März und April ein oder zwei extrem angespannte Situationen im Ministerium, in denen ich fairer zu Kolleginnen und Kollegen hätte sein können."

Umgekehrt zeigte sich Spahn großzügig: "Ich bin nicht nachtragend." Er fügte hinzu: "Unverzeihlich sind für mich nur Ereignisse, bei denen Vertrauen zutiefst missbraucht wurde. Das geschieht höchstens im Privaten." Im April hatte Jens Spahn im Bundestag mit Bezug auf die Pandemie gesagt, die Deutschen würden einander in den kommenden Monaten viel verzeihen müssen.

10.40: Mutation bereits in Deutschland? Wahrscheinlichkeit "sehr, sehr hoch"

Die in Großbritannien und anderen Ländern nachgewiesene Mutation des Coronavirus ist nach RKI-Angaben in Deutschland bisher noch nicht nachgewiesen worden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mutation unerkannt aber bereits in Deutschland sei, sei allerdings "sehr, sehr hoch", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. Wieler sieht für die Wirkung der Impfstoffe gegen das Coronavirus aber durch die Mutation keine Nachteile. "Alles spricht dafür, dass der Impfschutz nicht eingeschränkt ist, wenn sich diese Variante weiter ausbreitet."

10.30 Uhr: RKI: Auch Weihnachten Kontakte vermeiden

Angesichts weiter hoher Corona-Infektionszahlen mahnt das Robert Koch-Institut (RKI) eindringlich dazu, über Weihnachten Kontakte zu vermeiden. "Reisen Sie nicht", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. Alle Bürger sollten die Festtage nur im kleinsten Kreis verbringen, Treffen möglichst auf dieselben Teilnehmer beschränken und dies möglichst draußen machen. Mit den nun verschärften Alltagsbeschränkungen seien die Infektionszahlen schneller herunterzubringen, wenn alle achtsam seien. Es stünden schwere Wochen bevor. "Wir sollten sie nicht noch schwerer machen."

Die beschlossenen Maßnahmen könnten nur so wirksam sein, wie die Menschen sich an sie hielten.

10.00 Uhr: RKI-Chef "glücklich über Impfstart"

"Ich bin glücklich darüber, dass kurz nach Weihnachten die ersten Impfungen stattfinden können", sagte Lothar Wieler, der Chef des Robert-Koch-Instituts, am Morgen in Berlin. "Wer hätte vor einem halben Jahr gedacht, dass wir dieses Jahr noch impfen können?" Er fügte hinzu, dass sich die Gesamtsituation vorerst dennoch nicht ändere, da die Zirkulation des Virus erst unterbrochen werde, wenn ausreichend Menschen geimpft worden seien. Es sei daher wichtig, die Infektionen niedrig zu halten, um so bald wie möglich etwas Normalität zurückzubekommen.

05.11 Uhr: Mehr als 19.500 Corona-Neuinfektionen – 731 Todesfälle

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Dienstagmorgen 19.528 neue Ansteckungsfälle mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden. Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg um 731 auf insgesamt 27.006. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie in Deutschland laut RKI 1.530.180 Infektionsfälle registriert. Die Zahl der Genesenen liegt bei rund 1.136.700.

Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz betrug nach Angaben des Instituts am Dienstag 197,6. Dabei handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken, sie stieg zuletzt aber immer weiter an.

00.07 Uhr: Drosten zu Mutations-Studie: "Sieht nicht gut aus"

Eine neue Variante in Großbritannien macht neuen Untersuchungen zufolge das Coronavirus sehr wahrscheinlich leichter übertragbar. Zu diesem Schluss kommen Experten der englischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHS). Sie verweisen dabei auf Erbgut-Untersuchungen der neuen Variante und auf Modellrechnungen zur Ausbreitung. Eine der rund 20 Mutationen der neuen Variante B.1.1.7 dürfte insbesondere dazu beitragen, dass das Virus leichter übertragen werden könne.

Der deutsche Virologe Christian Drosten schrieb zu den PHS-Daten: "Das sieht leider nicht gut aus." Positiv sei aber, dass B.1.1.7-Fälle bislang nur in Gebieten zugenommen haben, wo die Gesamtinzidenz hoch oder ansteigend war. "Kontaktreduktion wirkt also auch gegen die Verbreitung der Mutante", schreibt Drosten.

Den PHS-Forschern macht insbesondere eine Mutation mit der Bezeichnung N501Y Sorgen. Sie könnte den Daten zufolge dafür sorgen, dass das Virus besser an Zielzellen andocken kann. Zudem liege die Mutation an einer Stelle, an der auch bestimmte Antikörper des Menschen angreifen, um das Virus auszuschalten. "Deshalb ist es möglich, dass solche Varianten die Wirksamkeit beim Neutralisieren des Virus beeinflussen."

21. Dezember

14.08 Uhr: Flugpassagiere aus London gestoppt – acht positive Tests

Von den am Sonntag am Hamburger Flughafen getesteten Passagieren aus Großbritannien sind sieben Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei einem Fluggast in Hannover hat sich ebenfalls eine Infektion bestätigt. Weitere Labortests sollten nun klären, ob die Passagiere sich mit der neuen, möglicherweise besonders ansteckenden Virus-Variante infiziert haben, teilte die Region Hannover am Montag mit. Anders als in Hamburg mussten am Flughafen Hannover die 62 Passagiere aus London in einem Terminal übernachten.

Auch an anderen deutschen Flughäfen hingen die Passagiere in der Nacht zu Montag fest. Am Frankfurter Flughafen waren nach Angaben des Flughafens rund 120 Passagiere und fünf Flüge betroffen. Am Berliner Hauptstadtflughafen in Schönefeld warteten 77 Passagiere auf eine Klärung durch einen Corona-Test. Betroffen waren vier Flüge aus Großbritannien. Auch in Stuttgart mussten sich Flugreisende aus London testen lassen, im Transitbereich des Münchner Flughafens verbrachten rund 50 Passagiere aus Großbritannien die Nacht.

Der betroffene Fluggast in Hannover und die Begleitpersonen sollten nach Angaben der Region in einem Quarantäne-Transport zu ihrem Zielort gebracht werden. Dort müssten sie "separiert" werden. Die übrigen Passagiere hätten ein negatives Testergebnis erhalten, sie müssten nun aber an ihrem jeweiligen Zielort ebenfalls für zehn Tage in Quarantäne. Nach fünf Tagen hätten sie aber die Möglichkeit, sich "frei-testen" zu lassen – bei einem erneut negativen Testergebnis könne die Quarantäne vorzeitig beendet werden.

12.54 Uhr: Lufthansa fliegt nur leer zurück

Die Lufthansa fliegt weiter Passagiere nach Großbritannien, kehrt aber ohne Reisende zurück. Die Maschinen flögen abgesehen von der Crew leer wieder nach Deutschland, sagte ein Sprecher der Airline am Montag. Gestrichen seien Verbindungen, bei denen die Besatzung in Großbritannien übernachten müsste. Am Montag würden sieben Flüge in das Land durchgeführt.

10.50 Uhr: Rund 120 Passagiere aus Großbritannien übernachten auf Flughafen

Rund 120 Passagiere aus Großbritannien mussten die Nacht zum Montag im Transitbereich des Frankfurter Flughafens verbringen. Grund dafür waren die seit diesem Montag geltenden Landeverbote für aus Großbritannien kommenden Flugzeuge wegen einer besonders ansteckenden Variante des Coronavirus, die in Großbritannien aufgetreten ist. Die Einreise für Passagiere aus Großbritannien wurde bereits am Sonntagabend gestoppt. Betroffen waren nach Angaben des Flughafens insgesamt fünf Flüge.

Am Montag gab es nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei ähnliche Anweisungen für Reisende aus Südafrika: Während einreisende Deutsche sich sofort in Quarantäne begeben müssen, müssen Südafrikaner und Reisende aus Drittstaaten, die mit einem Flug aus Südafrika ankommen, zunächst einen Coronatest machen.

Wie ein Sprecher der Bundespolizei berichtete, wurden mehrere hundert ankommende Passagiere aus Großbritannien seit Sonntagabend zunächst am Gate separiert. In einem im Transitbereich gelegenen Testzentrum mussten sie zunächst einen Corona-Test machen. Obwohl mit dem Betreiber längere Öffnungszeiten vereinbart worden waren, konnten nicht alle Reisenden getestet werden beziehungsweise ihr Ergebnis erfahren und mussten die Nacht daher auf dem Flughafen verbringen. Am Montagvormittag warteten noch 70 Reisende auf ihr Testergebnisse, insgesamt 87 waren nach Angaben der Bundespolizei noch ungetestet, unter ihnen 58 Passagiere eines Lufthansa -Fluges aus Südafrika.

10.45 Uhr: Passagier am Flughafen Hannover positiv auf Covid-19 getestet

Nach einem Zwangsaufenthalt auf dem Flughafen Hannover für 62 Passagiere aus Großbritannien hat sich ein Fluggast als Covid-19-positiv herausgestellt. Weitere Labortests sollten nun klären, ob der Passagier sich mit der neuen, besonders ansteckenden Variante des Coronavirus infiziert habe, teilte die Region Hannover am Montag mit. Der betroffene Fluggast und die Begleitpersonen würden nun in einem Quarantäne-Transport zu ihrem Zielort gebracht. Dort müssten sie "separiert" werden.

Wegen der neuen Variante des Coronavirus ist die Einreise von Flugpassagieren aus Großbritannien an mehreren deutschen Flughäfen am Sonntagabend zunächst gestoppt worden. Ab Mitternacht untersagte Deutschland ohnehin Flüge aus dem Vereinigten Königreich. Am Flughafen Hannover durften insgesamt 63 Passagiere zunächst nicht einreisen, 62 mussten getestet werden, ein Fluggast flog nach London zurück. Für die Reisenden waren Feldbetten aufgestellt worden. "Unser Ziel war zu verhindern, dass die neue Virusart unbemerkt nach Niedersachsen einzieht", sagte Regionspräsident Hauke Jagau

8.32 Uhr: Drosten: Neue Virus-Mutation wohl schon in Deutschland

Der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, geht davon aus, dass die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante Deutschland schon erreicht hat. Die Mutation sei bereits in mehreren europäischen Ländern und sogar in Australien nachgewiesen worden, sagte Drosten am Montag im Deutschlandfunk. "Also warum sollte es nicht in Deutschland sein?"

Mit Blick auf die von der Virus-Variante ausgehende Gefahr zeigte Drosten sich angesichts der unklaren Informationslage zurückhaltend. Er sei angesichts der bestehenden Informationen über die Virus-Mutation "nicht sehr besorgt", sagte Drosten. Allerdings sei die Datenlage "noch sehr lückenhaft". Britische Wissenschaftler hätten deutlich gemacht, dass es frühestens Mitte der Woche vorläufige Datenanalysen geben werde. Für den von der Politik beschlossenen Stopp von Verkehrsverbindungen aus Großbritannien nach Deutschland und weitere Staaten zeigte Drosten angesichts der "äußerst erhitzten Nachrichtenlage" Verständnis. "Im Moment ist das, was aus England kommt, mit einem ganz schönen Alarm versehen", sagte er weiter.

Mit Blick auf die Angaben des britischen Premierministers Boris Johnson, wonach die neue Virus-Variante zu 70 Prozent ansteckender sei als die Ursprungsvariante, sagte Drosten, dies sei nur ein Schätzwert. Es sei noch unklar, ob die neue Variante tatsächlich stärker übertragbar sei. Auch müsse geklärt werden, ob das mutierte Virus in Südostengland eine neue Infektionswelle ausgelöst habe oder es vielmehr im Zuge der allgemeinen Virus-Ausbreitung hochgespült worden sei. Drosten betonte, dass die Mutation in Ländern wie Belgien, Dänemark, Italien und den Niederlanden zwar bereits nachgewiesen worden sei, aber bisher keine Entwicklung wie in Großbritannien erzeugt habe.

6.01 Uhr: 16.643 Neuinfektionen, 226 Tote

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau, auch wenn die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) zum Wochenstart wieder vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet haben. Innerhalb eines Tages wurden 16.643 neue Fälle übermittelt, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Am vergangenen Montag hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 16.362 etwas darunter gelegen. Allerdings sind die Zahlen zu Wochenbeginn meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben - darin waren jedoch rund 3500 nachgemeldete Fälle vom Vortag enthalten.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten zudem 226 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Vor genau einer Woche hatte dieser Wert bei 188 gelegen. Der bisherige Höchstwert von 952 Toten war am Mittwoch erreicht worden.

5.58 Uhr: Neue Mutation des Coronavirus auch in Italien festgestellt

Die neue Variante des Coronavirus aus Großbritannien ist auch bei einem Infizierten in Italien festgestellt worden. Die mutmaßlich ansteckendere Mutation sei bei einem Patienten im Celio-Militärkrankenhaus in Rom nachgewiesen worden, teilte das italienische Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Der Patient war demnach kürzlich aus Großbritannien zurückgekehrt und war mit seiner Familie in Quarantäne.Die neue Virus-Mutation wird für einen starken Anstieg der Infektionszahlen im Süden Englands verantwortlich gemacht. Der britische Premierminister Boris Johnson sagte, ersten Erkenntnissen zufolge sei die Mutation "bis zu 70 Prozent ansteckender" als die bisher verbreitete Form des Coronavirus. In London und Südostengland trat wegen der neuen Virus-Variante am Sonntag ein strenger Lockdown mit weitgehenden Ausgangsbeschränkungen in Kraft.

20. Dezember

16:00 Uhr: Bahn rechnet zu Weihachten mit Auslastung bis zu 60 Prozent

Die Deutsche Bahn rechnet damit, dass ihre Züge zu Weihnachten wieder etwas voller werden. Allerdings werden nach den Prognosen noch immer deutlich weniger Passagiere reisen als sonst zu den Feiertagen üblich. "Für den Weihnachtsreiseverkehr gehen wir aktuell von einer durchschnittlichen Auslastung von circa 35 bis 40 Prozent aus", teilte eine Sprecherin am Sonntag mit. "In der Spitze kann die Auslastung bei um die 60 Prozent auf einzelnen Abschnitten liegen", erklärte die Sprecherin.

In den vergangenen Jahren habe die Auslastung zu Weihnachten bei durchschnittlich 70 Prozent und in der Spitze bei bis zu 100 Prozent gelegen. Zuvor hatte die "Welt am Sonntag" berichtet. Die Bahn hatte angekündigt, rund 100 Sonderzüge für den Weihnachtsverkehr zwischen 18. und 27. Dezember einzusetzen. Damit sollen Fahrgäste möglichst viel Platz bekommen.

Jetzt am Wochenende seien die Fernzüge durchschnittlich zu 20 bis 25 Prozent ausgelastet gewesen, sagte die Sprecherin. Sitzplätze können in der Regel nur noch am Fenster reserviert werden, es können aber weiterhin auch Fahrgäste ohne Reservierung zusteigen. Die Bahn hatte auch angekündigt, über Weihnachten an 14 Bahnhöfen sogenannte FFP2-Masken vor allem an ältere Fahrgäste verteilen zu wollen

11.18 Uhr: Einschränkung von Flügen aus Großbritannien für Deutschland "ernsthafte Option"

Nach dem Auftreten einer Mutation des Coronavirus in Großbritannien ist auch für Deutschland die Einschränkung des Flugverkehrs aus dem Königreich eine "ernsthafte Option". Wie die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag aus Kreisen des Bundesgesundheitsministeriums erfuhr, gelte dies wegen einer neuen Variante des Coronavirus auch für Südafrika. In den Niederlanden dürfen bereits vorerst keine Flugzeuge mehr aus Großbritannien landen.

8.15 Uhr: 22.771 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet – 409 neue Todesfälle

Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.771 Neuinfektionen übermittelt. Das geht aus RKI-Angaben von Sonntagmorgen hervor. Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, allerdings waren darin rund 3500 nachgemeldete Fälle vom Vortag enthalten. Am Sonntag vergangener Woche hatte die Zahl bei 20.200 gelegen. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 409 neue Todesfälle.

19. Dezember

16.00 Uhr: Bund sichert mehr Impfstoff-Dosen

Die Bundesregierung hat mehr Dosen für Impfungen gegen das Coronavirus für Deutschland gesichert. Vom ersten Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer kommen aus einer EU-weiten Bestellung nun 55,8 Millionen statt zunächst vorgesehener 40 Millionen Dosen, wie das Bundesgesundheitsministerium am Samstag in Berlin mitteilte. Zuerst berichtete die "Bild am Sonntag" darüber. Daneben wurden über nationale Zusagen auch schon weitere 30 Millionen Impfdosen dieses Präparats gesichert.

An diesem Montag will die EU-Arzneimittelbehörde EMA ihre Beurteilung über den Impfstoff von Biontech/Pfizer abgeben, danach wird eine Zulassung durch die EU-Kommission erwartet. Bund und Länder stellen sich dann auf einen Beginn von Impfungen am 27. Dezember ein.

Vom zweiten aussichtsreichen Impfstoff des US-Konzerns Moderna hat Deutschland nun dem Gesundheitsministerium zufolge über das EU-Kontingent 50,5 Millionen Impfdosen gesichert. Zusammen mit 85,8 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer seien damit 136,3 Millionen Dosen sicher, von denen nahezu alle 2021 ausgeliefert werden könnten. Da jeweils zwei Dosen benötigt werden, ließen sich so rein rechnerisch 68,2 Millionen Bürger impfen – bei insgesamt 83 Millionen Einwohnern in Deutschland.

13:00 Uhr: Die meisten Deutschen wollen sich Weihnachten an Corona-Regeln halten

Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland will sich einer Umfrage zufolge Weihnachten an die vorgegebenen Kontaktbeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie halten. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 83 Prozent der Befragten an, alle Corona-Regeln an Weihnachten befolgen zu wollen.

Zehn Prozent sagten, sie wollten von den Corona-Regeln abweichen, sieben Prozent der Befragten machten keine Angaben. Mit dem Alter nimmt übrigens die Bereitschaft zu, die Beschränkungen einzuhalten: Bei den 18 bis 24-Jährigen sind es 72 Prozent, bei den Menschen über 55 sogar 91 Prozent.

Zu Weihnachten werden die während des Lockdowns geltenden Kontaktbeschränkungen etwas gelockert. Vom 24. bis 26. Dezember sollen in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen Treffen mit einem Haushalt und vier weiteren Personen über 14 Jahren möglich sein. Diese müssen aus dem "engsten Familienkreis" kommen.

8.20 Uhr: 31.300 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 31.300 Neuinfektionen binnen eines Tages übermittelt. Das geht aus RKI-Angaben von Samstagmorgen hervor. Am Freitag hatte es mit 33.777 gemeldeten Infektionen einen Höchstwert gegeben, allerdings waren darin rund 3500 nachgemeldete Fälle vom Vortag enthalten. Am Samstag vergangener Woche hatte die Zahl bei 28.438 gelegen.

Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 702 neue Todesfälle. Der bisherige Höchstwert von 952 Toten war am Mittwoch erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 25.640.

Insgesamt zählt das Robert Koch-Institut seit Beginn der Pandemie 1.471.238 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 19.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 1.085.500 Menschen inzwischen genesen. Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) gab das RKI am Samstag mit 189,6 an. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,05 (Vortag: 0,97). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 105 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

5.05 Uhr: Corona-Impfstoff von Moderna erhält Notfallzulassung in den USA

Der Corona-Impfstoff des US-Pharmaunternehmens Moderna hat erstmals eine Notfallzulassung bekommen. Das Mittel dürfe ab sofort in den USA eingesetzt werden, teilte die nationale Arzneimittelbehörde FDA am Freitagabend (Ortszeit) mit. Es ist die erste Zulassung für den Moderna-Wirkstoff weltweit; in den USA hatte zuvor bereits der Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer die Notfallzulassung erhalten.

"Mit der Verfügbarkeit von nunmehr zwei Corona-Impfstoffen hat die FDA einen weiteren entscheidenden Schritt im Kampf gegen diese Pandemie gemacht", erklärte Behördenchef Stephen Hahn. Auch der scheidende US-Präsident Donald Trump zeigte sich erfreut: "Glückwunsch, der Moderna-Impfstoff ist nun erhältlich", schrieb er im Onlinedienst Twitter. Sein gewählter Nachfolger Joe Biden sprach ebenfalls von einer guten Nachricht. Er betonte in einer Erklärung aber zugleich "die riesige Herausforderung, hunderte Millionen Amerikaner zu impfen".

18. Dezember

18.13 Uhr: Österreich verhängt dritten strikten Lockdown ab 26. Dezember

Österreich geht ab dem 26. Dezember für mindestens drei Wochen erneut in den coronabedingten Lockdown. Ab dem 18. Januar sollen der Handel sowie erstmals seit November auch Kultur und Gastronomie wieder öffnen – allerdings nur für Menschen, die bei einem der dann landesweit umsonst angebotenen Corona-Schnelltests negativ getestet werden. "Für alle, die nicht bereit sind, sich testen zu lassen, gelten die Regelungen des Lockdowns bis 24. Januar, also eine Woche länger", sagte Kanzler Sebastian Kurz am Freitagabend. Tests seien die Voraussetzung für Lockerungen in der Pandemie. "Ohne Einschränkungen gibt es keine Möglichkeit, durch diese Pandemie zu kommen. "Konkret sieht der Plan für den dritten Lockdown in der Alpenrepublik vor, dass Ausgangsbeschränkungen vom 26. Dezember bis 24. Januar wieder den ganzen Tag gelten. Das Haus darf nur aus triftigen Gründen verlassen werden, zu denen neben diversen Grundbedürfnissen wie Einkauf oder Arztbesuch sowie etwa Arbeit oder Bildung auch die Erholung im Freien zählt.

Bis auf Geschäfte des täglichen Bedarfs bleiben der Handel und körpernahe Dienstleister wie Friseure bis zum 17. Januar geschlossen, Schüler lernen im Online-Unterricht. Über die Öffnung von Skigebieten und Liften, die für den 24. Dezember angekündigt war, sollen Bundesländer und Bezirke eigenständig entscheiden. Ab dem 18. Januar sollen Schulen, Handel, Gastronomie, Tourismus wieder öffnen - unter der Bedingung der Vorlage eines negativen Antigen-Schnelltests, der nicht älter als eine Woche ist. Der Verzicht auf einen Test bedeute bis zum 24. Januar ganztägige Ausgangsbeschränkungen und das verpflichtende Tragen einer FFP-2-Maske etwa beim Einkaufen oder auf dem Weg zur Arbeit. Auch Schüler und Lehrer ohne negativen Test müssen eine FFP-2-Maske tragen.

13.43 Uhr: Feuerwerksverbot in Niedersachsen vorläufig außer Kraft gesetzt

Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat das Feuerwerksverbot in der niedersächsischen Corona-Verordnung vorläufig außer Kraft gesetzt. Ein derart umfassendes Feuerwerksverbot sei als Infektionsschutzmaßnahme nicht notwendig, hieß es am Freitag in einer Mitteilung des Gerichts. Die neue Fassung der Corona-Verordnung verbietet in Paragraf 10a nicht nur den Verkauf, sondern auch das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern und anderen pyrotechnischen Gegenständen. Das Verbot sollte landesweit seit dem vergangenen Mittwoch bis zum 10. Januar 2021 gelten.

13.24 Uhr: Kanarische Inseln werden wieder zum Corona-Risikogebiet

Die Bundesregierung stuft die bei deutschen Urlaubern sehr beliebten Kanarischen Inseln wieder als Corona-Risikogebiet ein. Das Robert Koch-Institut teilte am Freitag auf seiner Internetseite mit, dass damit ab Sonntag wieder ganz Spanien auf der Risikoliste steht - was auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts nach sich zieht. Die Kanaren zählen zu den ganz wenigen Urlaubszielen im europäischen Ausland, für die bisher keine Reisewarnung galt. Am 24. Oktober war sie wegen sinkender Infektionszahlen aufgehoben worden. Acht Wochen lang galten die Kanaren so als "risikofrei".

Seit einiger Zeit steigen die Zahlen dort aber wieder - vor allem auf Teneriffa. Dort lagen die Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche zuletzt bei 127. Dadurch erhöhte sich dieser Wert für alle sieben Kanarischen Inseln zusammen - die ansonsten außer La Gomera unter dem Grenzwert 50 liegen - auf durchschnittlich gut 70. Ab einem Wert von 50 erfolgt die Einstufung als Risikogebiet und damit auch die Reisewarnung.

Auf Gran Canaria waren in den vergangenen Tagen angesichts der sich abzeichnenden deutschen Reisewarnung Forderungen laut geworden, Teneriffa und La Gomera von den übrigen Inseln zu entkoppeln. Die Regionalregierung lehnte das aber ab.

Die Reisewarnung bedeutet zwar kein Reiseverbot, soll aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben

11.31 Uhr: Jens Spahn erklärt Priorisierung – "Beim Impfen geht es nicht um Wertschätzung, sondern um Schutz"

"Beim Impfen geht es nicht um Wertschätzung, sondern um Schutz", so Spahn bei der Vorstellung des Impfplans am Freitag. Jemand, der dement sei, könne sich nicht so gut selbst schützen, wie beispielsweise medizinisches Personal, das einen erleichterten Zugang zu FFP2-Masken habe und auch deren Wirksamkeit einschätzen könne. Es müssten jene geschützt werden, "die sich gar nicht selbst schützen können". Spahn sagte, Ärztinnen und Ärzte hätten für diese Priorisierung Verständnis. Dennoch sei es ihm ein Anliegen, auch Hausärztinnen und Hausärzte rasch zu impfen. Anfangs gehe es jedoch schlicht darum, die "Verwundbarsten" und die Personen, die sie betreuen, mit dem Impfstoff zu versorgen.

Es gehe um die Wintermonate, die "nochmal schwer sind", so Spahn. Im Laufe der Monate solle jedem Bürger und jeder Bürgerin ein Impfangebot gemacht werden können.

11.15 Uhr: Früheres Reduzieren der Kontakte "hätte früher einen Unterschied gemacht", so Jens Spahn

Bei der Verkündung des Impfplans am Donnerstag erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn, dass die Pandemie-Situation im Sommer eine andere gewesen sei als nun im Herbst. Spahn sagte, ein "früheres Reduzieren von Kontakten, insbesondere im Herbst, hätte früher einen Unterschied gemacht".

Im Bezug auf die kommenden Impfungen sagte der Gesundheitsminister, er erwarte auch von bereits geimpften Personen Solidarität gegenüber den Mitmenschen – beispielsweise durch das weitere Tragen von Masken und die weitere Einhaltung der Pandemieregeln.

11.08 Uhr: Spahn stellt Impfplan vor

Am Freitag stellte Jens Spahn seinen Plan für die in den kommenden Tagen startenden Corona-Impfungen vor. Zunächst müsse priorisiert werden, sagte der Gesundheitsminister vor der Presse: Ältere und Hochrisikogruppen würden zuerst geimpft.

Mehr zum genauen Vorgehen hier auf watson.de.

6.13 Uhr: Bundesregierung denkt über Gedenkveranstaltung für Corona-Tote nach

Die Bundesregierung denkt einem Bericht zufolge über die Ausrichtung einer zentralen Gedenkveranstaltung für die Corona-Opfer nach. "Auch der Bundesregierung ist es ein wichtiges Anliegen, ein Zeichen zu setzen, dass die Verstorbenen nicht vergessen sind und das Leid der Betroffenen gewürdigt wird", sagte ein Regierungssprecher den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). "Angedacht wurde bisher etwa die Ausrichtung einer zentralen Gedenkveranstaltung." Aufgrund der derzeitigen Pandemielage sei aber noch nicht mit einer konkreten Planung begonnen worden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte Anfang September eine offizielle Gedenkstunde für die Corona-Opfer in Deutschland ins Gespräch gebracht, um die Hinterbliebenen in ihrer Trauer nicht alleinzulassen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, schlug Ende November die Einführung eines bundesweiten Corona-Gedenktages vor. Als möglichen Termin nannte Bätzing den Jahrestag der ersten Impfungen in Deutschland.

6.01 Uhr: Erstmals über 30.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet

Erstmals sind in Deutschland mehr als 30.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines einzigen Tages registriert worden. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 33.777 Infektionen gemeldet, wie das RKI am Freitagmorgen mitteilte. In der Zahl sind 3500 Nachmeldungen aus Baden-Württemberg enthalten, die am Vortag aus technischen Gründen nicht übermittelt worden waren. Abzüglich der Nachmeldungen wurden somit 30.277 neue Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die Zahl der Todesfälle erreichte mit 813 den zweithöchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Am vergangenen Freitag (11.12.) war mit 29.875 der bisherige Höchststand an Neuinfektionen erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle lag bei 598. Der Höchstwert von 952 Todesfällen war am Mittwoch verzeichnet worden.

17. Dezember

18.37 Uhr: EU-Behörde entscheidet schon am 6. Januar über Zulassung von Moderna-Impfstoff

Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zieht ihre Entscheidung über eine Zulassung des Impfstoffs des US-Unternehmens Moderna um eine Woche vor. Die in Amsterdam ansässige Behörde teilte am Donnerstag mit, Moderna habe vorzeitig weitere Daten geliefert, sodass eine außerordentliche Sitzung für den 6. Januar angesetzt worden sei, "um die Prüfung möglichst abzuschließen". Ursprünglich war die Moderna-Entscheidung für den 12. Januar vorgesehen.

14.32 Uhr: RKI korrigiert Zahlen – neuer Corona-Rekord in Deutschland

In Deutschland hat es einen neuen Höchststand bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben. Die am Donnerstagmorgen vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichte Zahl von 26.923 Neuinfektionen war wegen fehlender Zahlen aus Baden-Württemberg um etwa 3500 zu niedrig ausgewiesen, wie das RKI mitteilte. Mit den fehlenden Zahlen hätte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden bei etwa 30.400 und damit erstmals über der 30.000er-Marke gelegen.Wie eine RKI-Sprecherin sagte, werden die am Donnerstag nicht ausgewiesenen 3500 Neuinfektionen am Freitag in der Statistik ausgewiesen - damit werden die Freitagszahlen an sich zu hoch sein. Auf die für staatliche Maßnahmen entscheidende 7-Tages-Inzidenz werde die statistische Ungenauigkeit aber keine Auswirkungen haben, da dafür das tatsächliche Meldedatum der Fälle angesetzt werde.

10.34 Uhr: Frankreichs Präsident Macron positiv auf Corona getestet

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 42-Jährige habe zuvor erste Symptome gezeigt, teilte der Élyséepalast am Donnerstag mit. Macron wird sich demnach entsprechend der geltenden Vorschriften für sieben Tage isolieren. Er werde seine Arbeit von zu Hause aus fortführen. Premierminister Jean Castex werde sich als Kontaktfall ebenfalls isolieren, berichteten französische Medien. Er habe keine Symptome gezeigt, wurde aber dennoch am Morgen getestet.

Macron wollte eigentlich in der kommenden Woche in den krisengeschüttelten Libanon reisen. Er hatte zuletzt gemeinsam mit den Vereinten Nationen eine weitere Konferenz für Hilfsmaßnahmen für das Land organisiert. Dazu, ob und auf wann diese Reise verschoben wird, machte der Élysée zunächst keine Angaben. Auch zu den Symptomen des Präsidenten gab es keine Details. Aus Kreisen des Präsidentenpalastes hieß es allerdings, dass bei der Regierungssitzung unter Vorsitz von Macron am Mittwoch Abstandsregeln eingehalten worden seien und alle Teilnehmer Masken getragen hätten. Daher gebe es in diesem Zusammenhang keinen Kontaktfall. Macron hatte am Mittwoch außerdem den portugiesischen Regierungschef Antonio Costa in Paris empfangen.

 Paris, France le 16 decembre 2020 - Le President Emmanuel Macron accueille le Premier Ministre du Portugal. French President Emmanuel Macron welcomes the Prime Minister of Portugal, Antonio Costa, at the Elysee Palace, on December 16, 2020 in Paris. PUBLICATIONxNOTxINxFRA Copyright: xAurelienxMorissardx

Bild: imago images / Aurelien Morissard

6.22 Uhr: 698 neue Corona-Todesfälle und 26.923 Neuinfektionen gemeldet

Die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter übermittelten dem Robert Koch-Institut (RKI) 698 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Das ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie.

Außerdem wurden 26.923 Neuinfektionen verzeichnet. Das sind mehr als am vergangenen Donnerstag (10.12.). Damals waren 23.679 Neuinfektionen gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle lag bei 440. Der Höchstwert von 952 Todesfällen war am Mittwoch verzeichnet worden. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Freitag den Höchststand von 29 875 gemeldeten Fällen erreicht.

6.01 Uhr: Sachsen erwägt Abriegelung von Corona-Hotspots

Sachsen prüft nach Medienberichten drastischere Maßnahmen zur Eindämmung der weiter steigenden Zahl der Coronavirus-Infektionen. Nach Angaben von "Bild" und "Freie Presse" erwägt die Landesregierung, Kommunen mit einer besonders angespannten Corona-Lage von der Außenwelt abzuriegeln. Zudem könnten die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen verschärft werden. Die Einwohner dürften nach diesen Berichten dann nur noch während eines vorher festgelegten Zeitfensters und auf dem kürzesten Weg einkaufen gehen.

Sachsens Regierungssprecher Ralph Schreiber sagte zu diesen Berichten auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochabend: "Die Situation ist angespannt, und viele Menschen machen sich große Sorgen. Es gibt aktuell keinen konkreten Beschluss für weitere Maßnahmen." Die Staatsregierung habe nichts entschieden, was ad hoc gelte und was die Menschen überfordere. Der Krisenstab arbeite mit Hochdruck daran, das Infektionsgeschehen einzudämmen. "Das beinhaltet natürlich auch Szenarien, welche Maßnahmen und Möglichkeiten es gibt, wenn es uns nicht gelingt, die Ausbreitung zu stoppen und die Zahlen weiter explodieren", sagte er, ohne konkret zu werden.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte am Mittwoch im Landtag gesagt, derzeit sei die pandemische Situation in Sachsen nicht im Griff. Er sprach von einer "extrem angespannten Situation". Der Wert der Neuerkrankungen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche klettert weiter nach oben. Er lag am Mittwoch erstmals über 400. Das ist mit Abstand der höchste Wert im Vergleich aller Bundesländer.

16. Dezember

20.50 Uhr: Länder rechnen mit Impfbeginn am 27. Dezember

Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder stellt sich auf einen bundesweiten Beginn der Corona-Impfungen am 27. Dezember ein. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe die GMK über die zu erwartende Zulassung und Lieferung des Impfstoffes von Biontech und Pfizer informiert, teilte der Berliner Senat, der derzeit den Vorsitz der GMK innehat, am Mittwochabend mit.

Für die Bundesländer ergebe sich daraus der 27. Dezember als Starttermin. Insbesondere solle mit der Impfung in Pflegeheimen begonnen werden.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte am Dienstag angekündigt, ihre Entscheidung zur Zulassung des Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer am kommenden Montag treffen zu wollen. Es wird mit einem positiven Votum gerechnet, wenige Tage später sollen die Impfungen beginnen.

In einem ersten Schritt könnten nach der Zulassung laut Spahn rund 400.000 Impfdosen ausgeliefert werden. Bis Ende des ersten Quartals rechnet der Gesundheitsminister mit elf bis 13 Millionen Impfdosen. Am Freitag will Spahn auf Grundlage der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) beim Robert-Koch-Institut eine Verordnung zur Priorisierung bei den Impfungen vorlegen.

17.01 Uhr: Spahn verteidigt Vorgehen bei Corona-Impfungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das geplante Vorgehen bei Corona-Impfungen in Deutschland gegen Kritik verteidigt. "Impfen ist der Weg raus aus dieser Pandemie. Und wir sind auf diesem Weg gut vorbereitet", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag. Es gebe sehr bewusst keine Impfstoff-Notzulassung, sondern eine ordentliches, gründliches Prüfungsverfahren und europäische Solidarität. Für anfangs nötige vorrangige Impfungen gefährdeter Gruppen habe der Bundestag auch eine gesetzliche Grundlage gelegt.

"Für die weitere Ausgestaltung gibt es ein transparentes Verfahren", erläuterte Spahn mit Blick auf eine vorgesehene Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Auf dieser Basis plane er dann noch eine Verordnung, die Impfprioritäten festschreibe. Es gebe doch "einen großen Konsens", besonders verwundbare Bevölkerungsgruppen wie etwa über 80-Jährige zuerst zu impfen.

Redner der Opposition forderten teils eine stärkere Einbeziehung des Bundestags über ein weiteres Impfgesetz. FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae sagte, wer wann geimpft werde, könne eine Frage auf Leben und Tod sein. Die Impfstrategie sei daher eine Grundrechtsfrage, über die das Parlament entscheiden müsse. Gesine Lötzsch (Linke) kritisierte, dass die Regierung den Bundestag vor vollendete Tatsachen stelle. Impfen sei Vertrauenssache, und Vertrauen schaffe man nur mit Transparenz und demokratischer Willensbildung. Die Bundesregierung setzt auf eine europäische Zulassung des ersten Impfstoffes kurz vor Weihnachten, noch vor dem Jahreswechsel könnten Impfungen starten.

16.55 Uhr: Bundesregierung startet Förderung der Produktion von Corona-Schnelltests

Die Bundesregierung fördert ab sofort die Produktion von Corona-Schnelltests in Deutschland. Die entsprechende Förderrichtlinie trat am Mittwoch in Kraft, wie das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesgesundheitsministerium mitteilten. Demnach stehen 200 Millionen Euro zu Verfügung.

Gefördert werden laut den Ministerien Unternehmen, die seit dem 11. November 2020 in neue Produktionsanlagen oder in die Erweiterung bestehender Produktionsanlagen für die sogenannten Antigentests in Deutschland investieren oder investiert haben. Die Firmen erhalten demnach einen nicht rückzahlbaren Zuschuss von bis zu 30 Prozent der förderfähigen Investitionsausgaben.

Werden mindestens 70 Prozent der zur Produktion notwendigen Vorprodukte, Anlagenteile und Komponenten aus Deutschland oder der EU bezogen, ist ein "Bonus von 10 Prozentpunkten" möglich. Pro Antragsteller fließen maximal 30 Millionen Euro. Die Zuschüsse müssen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beantragt werden." Die Pandemie hat gezeigt, dass wir uns gerade bei sensiblen Produkten in Deutschland und Europa unabhängiger von Importen machen müssen. Das gilt auch für Testausstattungen", erläuterte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die Förderung.

6.12 Uhr: Höchstwert: 952 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet

Die Zahl der verzeichneten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus ist sprunghaft gestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 952 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht.

Außerdem sind 27.728 Neuinfektionen verzeichnet worden. Allerdings waren in den Daten von Dienstag keine Zahlen aus Sachsen enthalten gewesen, weswegen in den neuen Zahlen auch Nachmeldungen enthalten sein könnten, wie es hieß.

Vergangenen Mittwoch (9.12.) waren 20.815 Neuinfektionen und 590 Todesfälle gemeldet worden. Die bisherigen Höchstwerte von 29.875 gemeldeten Fällen und 598 Toten waren am Freitag erreicht worden.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Am Dienstag lag die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle bei 500 und somit auch ohne die fehlenden sächsischen Daten beim bis dahin dritthöchsten Wert seit Beginn der Pandemie.

00.01 Uhr: Lockdown hat begonnen

In ganz Deutschland hat der harte Lockdown begonnen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Von diesem Mittwoch an gelten vorerst bis zum 10. Januar entsprechende Verordnungen in den Bundesländern. Einzelhandelsgeschäfte müssen schließen, Ausnahmen gelten nur für Läden, die den täglichen Bedarf decken. Schulen bleiben grundsätzlich zu oder die Präsenzpflicht ist ausgesetzt. Auch Friseurgeschäfte und andere Dienstleister im Bereich der Körperpflege dürfen nicht mehr öffnen.

15. Dezember

14.45 Uhr: EMA-Entscheidung über Zulassung des Impfstoffs doch schon am 21. Dezember

Das Zulassungs-Wirrwarr hat nun ein Ende. Der Corona-Impfstoff der Unternehmen Pfizer und Biontech könnte bereits vor Weihnachten auch in der EU zugelassen werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will dafür den Weg freimachen. Bereits am 21. Dezember werde sie ihr Gutachten über die Zulassung des Impfstoffes der Pharmaunternehmen aus den USA und Mainz vorlegen, kündigte die Behörde am Dienstag in Amsterdam an. Das sind acht Tage früher als geplant. Es gilt als so gut wie sicher, dass die EMA grünes Licht geben wird. Formell muss dann noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte auch innerhalb eines Tages erfolgen. Damit wäre der Weg frei für Massen-Impfungen in allen EU-Mitgliedsstaaten.

Es würden keine Abstriche bei den Sicherheits-Standards gemacht, betonte die EMA. "Eine Markt-Zulassung stellt sicher, dass Covid-19-Impfstoffe dieselben hohen EU-Standards erfüllen, die für alle Impfstoffe und Medikamente gelten." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt auf einen baldigen Start von Impfungen gegen das Coronavirus. Er sei optimistisch, dass der Impfstoff am 23. Dezember zugelassen werde. Dies sei "eine gute Nachricht für die Europäische Union", sagte er. Ziel sei es, in Deutschland noch vor dem Jahreswechsel mit dem Impfen zu beginnen.

13.00 Uhr: Verteilung von kostenlosen FFP2-Masken beginnt

Am Dienstag ist die von der Regierung beschlossene Verteilung von kostenlosen FFP2-Atemschutzmasken an Corona-Risikogruppen angelaufen. Menschen im Alter ab 60 Jahren und Vorerkrankte könnten in Apotheken nun einen ersten Vorrat von drei Masken abholen, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Zur Abholung reicht ein Ausweis oder eine sogenannte Selbstauskunft. Auch die Abholung durch andere ist mit einer Vollmacht möglich.

Die Atemmasken höherer Schutzklasse sollen an gut 27 Millionen Menschen abgegeben werden, die zu den definierten Risikogruppen gehören. Sie sollen einen kostenlosen Grundvorrat erhalten, etwa für Erledigungen in stärker ansteckungsgefährdender Umgebung. Die Masken sind aber auch frei erhältlich.

Im kommenden Jahr wird die Verteilung an die Risikogruppen fortgesetzt. Dann geben die Krankenkassen Abholcoupons für weitere sechs Masken aus, außerdem wird eine Zuzahlung fällig. Der Sozialverband VdK kritisierte eine fehlende Beteiligung der privaten Krankenversicherer an den Kosten der Aktion. Sie würden aus dem Gesundheitsfonds der gesetzlichen Kassen vorgeschossen und später aus Bundesmitteln bezahlt, erklärte der VdK am Dienstag in Berlin. Eine anteilige Finanzierung der privaten Kassen sei bisher nicht geplant. Das dürfe nicht zu höherer Kassenbeiträgen führen

12.30 Uhr: EMA geht weiterhin vom 29.12. als Tag der Impfzulassung aus

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat nicht bestätigt, dass der Corona-Impfstoff bereits am 23. Dezember für die EU zugelassen wird. Die EMA gehe weiterhin vom 29. Dezember aus, sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Amsterdam. Auszuschließen sei aber ein früherer Zeitpunkt nicht.

Während des laufenden Prüfverfahrens werde auch der Zeitrahmen laufend angepasst. Am Dienstag hatten die "Bild"-Zeitung und weitere Medien über eine Zulassung bereits am 23. Dezember berichtet, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich darauf bezogen.

In den USA und Großbritannien ist der Impfstoff der Pharmaunternehmen Pfizer und Biontech mit einer Notzulassung auf dem Markt. Die EMA prüft die Daten für die EU-Mitgliedsstaaten und will bis spätestens 29. Dezember entscheiden

12.19 Uhr: Spahn und sein Mann feiern Weihnachten erstmals allein

Jens Spahn feiert wegen Corona das erste Mal mit seinem Mann alleine Weihnachten. Das sagte er auf eine entsprechende Frage bei der Bundespressekonferenz in Berlin. "Wenn es geht, werden wir die Christmette besuchen", fügte der Gesundheitsminister hinzu. Ob das geht, wollen sie erst dann angesichts der Lage entscheiden.

11.37 Uhr: Die Impfstoff-Zulassung in der EU soll am 23. Dezember kommen – erste Impfungen bereits vor dem Jahreswechsel

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt auf einen baldigen Start von Impfungen gegen das Coronavirus. Ziel sei, eine europäische Impfstoff-Zulassung noch vor Weihnachten zu erreichen und dann in Deutschland noch vor dem Jahreswechsel mit dem Impfen beginnen zu können, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin. Er nannte den 23. Dezember als nun voraussichtliches Datum der Zulassung in der EU. Dies sei "eine gute Nachricht für die Europäische Union", so Spahn.

Zugleich verteidigte der Minister die Vorgehensweise, keine Notfallzulassung für Impfstoffe vorzusehen, sondern ein reguläres Verfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Dies sei wichtig für das Vertrauen in Impfstoffe.

Spahn rechnet selbst mit dem jetzt verschärften Corona-Lockdown nicht mit schnellen Effekten bei der Eindämmung der Pandemie. "Auch eine Vollbremsung wird eine lange Bremsspur haben." Die weitergehenden Schließungen von Einrichtungen, die ab diesem Mittwoch starten, seien geboten. "Lieber jetzt mit Aussicht auf Erfolg als erst nach Weihnachten mit dem Risiko großer Nebenwirkungen." Wichtig sei nun, die Vorgaben in allen Bereichen konsequent umzusetzen.

7.01 Uhr: Mehrheit der Bürger könnte bis Ende Sommer geimpft werden, so Jens Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass bis Ende Sommer 2021 rund 60 Prozent der Bürger in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft sein könnten. Stand heute könne im Sommer mit einer solch großen Zahl an Impfdosen gerechnet werden, dass dann im Sommer weite Teile der Bevölkerung geimpft werden könnten, sagte der CDU-Politiker am Montagabend im ZDF-"heute-journal" auf die Frage, wann 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sein könnten.

Jedem, der wolle, solle bis dahin ein Impfangebot gemacht werden können. Laut Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung für eine wirkungsvolle Bekämpfung der Corona-Pandemie nötig.

Spahn sagte weiter: "Unser Ziel ist, dass es noch vor Weihnachten eine Zulassung gibt und dass wir dann auch noch in diesem Jahr beginnen können zu impfen, auch hier in Deutschland – entscheiden muss am Ende die (Europäische Arzneimittel-Agentur) Ema." Das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) die Zulassung des Corona-Impfstoffs beantragt. Spätestens am 29. Dezember soll das Gutachten des Expertenausschusses vorliegen.

6.55 Uhr: 14.432 neue Fälle und 500 Tote

Die Zahl der Todesfälle und der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 14.432 neue Fälle und 500 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Am Dienstag der Vorwoche waren 14.054 Neuinfektionen und 423 Todesfälle gemeldet worden. Die Höchststände von 29.875 gemeldeten Fällen und 598 Toten waren am Freitag erreicht worden. Die 500 Todesfälle vom Dienstag bedeuten den dritthöchsten Wert seit Beginn der Pandemie.

14. Dezember

19.45 Uhr: Niederlande verhängen härtesten Lockdown seit Beginn der Pandemie

Angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen haben die Niederlande den bisher härtesten Lockdown für ihr Land verhängt. Die strengen Maßnahmen treten ab Mitternacht in Kraft und sollen bis zum 19. Januar dauern, kündigte Premier Mark Rutte am Montagabend in einer TV-Ansprache an. "Die Niederlande werden für fünf Wochen abgeriegelt." Zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie müssen auch Geschäfte - außer für den täglichen Bedarf - schließen.

Das Land reagiert damit auch auf den harten Shutdown im Nachbarland Deutschland. Viele Kommunen fürchteten, dass Deutsche nach den strengen Maßnahmen in ihrem Land ab Mittwoch zu Weihnachtseinkäufen über die Grenze fahren könnten.

Ab Montagnacht müssen auch Kinos, Theater und Museen schließen sowie Friseure, Fitnessstudios und Schwimmbäder. Bürger dürfen sich pro Tag nur noch mit zwei anderen Personen treffen. Zu Weihnachten dürfen es drei Gäste sein. Ab Mittwoch werden auch die Schulen und Kitas geschlossen. Von Auslandsreisen wird bis Mitte März dringend abgeraten.Rutte betonte, dass es "gerade vor Weihnachten" eine äußerst harte Botschaft sei. "Aber wir haben keine Wahl", betonte der rechtsliberale Premier. Die Lage sei sehr ernst, Krankenhäuser könnten dem Druck kaum noch standhalten. "Aber wir werden es schaffen", bekräftigte er.

10.15 Uhr: "Wir sind ein starkes Land"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich an die Menschen in Deutschland gewandt in einer Rede zum harten Weihnachts-Lockdown. "Die Lage ist bitterernst", sagt der Bundespräsident zur Begründung für die Maßnahmen.

Er zeigte Verständnis für die Corona-Müdigkeit im Alltag, appellierte aber an die Menschen, in größeren Zusammenhängen zu denken: "Die Pandemie beherrscht unseren Alltag und besetzt unser Denken", beschrieb er die Situation. Wer jetzt sage, er wolle davon nichts mehr hören, den bitte er aber, an die Betroffenen zu denken, an die Kranken und an die, die sie pflegen: "Sie kämpfen bis zu Erschöpfung darum, dass die Pandemie nicht noch mehr Menschenleben fordert."

Der harte Weg, den das Land jetzt gehen müsste, würde am Ende aus der Pandemie herausführen. "Diese Wochen sind eine Prüfung für uns alle", sagte Steinmeier. "Wir sind ein starkes Land, weil in dieser schweren Krise so viele Menschen füreinander da sind und über sich hinaus wachsen."

Steinmeier schloss mit den Worten: "Die Pandemie wird uns unsere Zukunft nicht rauben. Wir werden diese Krise überwinden, das muss gelingen, und es wird gelingen."

6.55 Uhr: Corona-Neuinfektionen deutlich über Vorwochenwert

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau, auch wenn die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) zum Wochenstart wieder vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet haben. Innerhalb eines Tages wurden 16.362 neue Fälle übermittelt, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Das sind rund 4000 Fälle mehr als am vergangenen Montag, als die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 12.332 lag. Der bisherige Rekord war am Freitag mit 29.875 gemeldeten Fällen erreicht worden. An Sonntagen und Montagen sind die vom RKI veröffentlichten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten zudem 188 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Vor genau einer Woche hatte dieser Wert bei 147 gelegen. Der bisherige Höchststand von 598 Todesfällen war am Freitag erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 21.975.

13. Dezember

18.42 Uhr: Wohl keine Weihnachts-Lockerungen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt wird es zu Weihnachten voraussichtlich keine Lockerungen der Kontaktregeln geben. Es bleibe dabei, dass sich höchstens fünf Personen treffen dürfen, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Sonntag in Wittenberg. "Eine Lockerung sehen wir derzeit als nicht gerechtfertigt an", sagte der Regierungschef mit Blick auf die hohen Infektionszahlen. Nicht mitgezählt werden im Land Kinder bis 14 Jahren, die mit einem der anwesenden verwandt sind. Das Kabinett solle am Montag darüber entscheiden. Ursprünglich hatte Sachsen-Anhalt geplant, für Weihnachten auch Treffen von bis zu zehn Personen zu ermöglichen.

17.29 Uhr: Thüringen verhängt nächtliche Ausgangsbeschränkung

In Thüringen gilt von Mittwoch an eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. In der Zeit von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr dürfe die Wohnung nur aus triftigen Gründen wie der Ausübung des Berufs verlassen werden, entschied die Landesregierung am Sonntag in Erfurt. Grund dieser Sonderregelung im Vergleich zu den Bund-Länder-Vereinbarungen sei die anhaltend hohe Infektionszahl, teilte die Staatskanzlei mit. Die Ausgangsbeschränkung gelte für Thüringen insgesamt.Für Heiligabend und die Nächte bis zum 26. Dezember sowie die Silvesternacht würden gesonderte Regelungen getroffen, so die Staatskanzlei. Dies gelte auch für die hohen Feiertage der jüdischen und muslimischen Gemeinden.Die Mehrheit der Landkreise und kreisfreien Städte weise mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen auf.

14.02 Uhr: Lauterbach "sehr skeptisch, dass dies bis zum 10. Januar gelingt"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist skeptisch, ob es gelingt, die Corona-Zahlen bis zum 10. Januar weit genug nach unten zu drücken. An diesem Tag sollen die Maßnahmen eigentlich enden. Angela Merkel und Markus Söder haben jedoch bereits angedeutet, dass auch nach dem 10. Januar ähnliche Maßnahmen nötig sein könnten.

Lauterbach schrieb auf Twitter, dass der Shutdown keinen Tag zu früh komme, aber: "Eine klare Schulschließung ab Mittwoch wäre besser gewesen. Auch Treffen an Weihnachten hätte ich auf 5 Personen plus Kinder über 14 begrenzt."

Und weiter: "Nur wenn auch private Treffen und Betriebe drastisch heruntergefahren werden, ist die Zielinzidenz zu halten. Ich bin selbst sehr skeptisch, dass dies bis zum 10. Januar gelingt. Wenn nicht, müssen die Maßnahmen verlängert werden. Es liegt jetzt auch an uns allen selbst."

12.35 Uhr: Die neuen Corona-Regeln

Welche Regeln gelten nun also ab Mittwoch? Alle Beschlüsse des heutigen Tages im Überblick findet ihr hier.

11.28 Uhr: Bund erhöht Corona-Finanzhilfen für Unternehmen

Angesichts des harten Lockdowns ab Mittwoch erweitert der Bund Corona-Finanzhilfen für Unternehmen. Das geht aus dem Beschlusspapier nach den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Sonntag hervor.

11.26 Uhr: Möglichst keine Schul- und Kita-Besuche bis 10. Januar

Schüler und Kita-Kinder sollen spätestens ab Mittwoch deutschlandweit wann immer möglich für zunächst dreieinhalb Wochen zu Hause bleiben. Ausnahmen und eine Notbetreuung sind möglich und in einigen Bundesländern gelten solche Regeln bereits ab Montag.

11.22 Uhr: Kein Verkauf von Feuerwerk vor Silvester

Nach einem Beschluss von Bund und Ländern vom Sonntag wird der Verkauf von Feuerwerk vor Silvester grundsätzlich verboten.

11.20 Uhr: Versammlungsverbot an Silvester

An Silvester und Neujahr wird in Deutschland angesichts der sich ausbreitenden Corona-Pandemie ein bundesweites An- und Versammlungsverbot gelten. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten am Sonntag mit.

11.15 Uhr: Einzelhandel schließt ab Mittwoch

Die meisten Geschäfte in Deutschland müssen wegen der Corona-Pandemie vom 16. Dezember bis zum 10. Januar schließen. Das haben Bund und Länder am Sonntag beschlossen. Ausgenommen sind etwa Lebensmittelgeschäfte, Drogerien sowie Banken und Sparkassen.

8.55 Uhr: Harter Lockdown soll Mittwoch beginnen

Der harte Lockdown in Deutschland soll am Mittwoch beginnen. Das sieht die Beschlussvorlage für das Bund-Länder-Treffen vor, das um 10 Uhr beginnt.

8.04 Uhr: 20.200 Neuinfektionen und 321 weitere Todesfälle

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 20.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 20.200 neue Ansteckungsfälle erfasst. Am vergangenen Sonntag waren rund 17.700 Neuinfektionen registriert worden. Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg laut RKI binnen eines Tages um 321 auf insgesamt 21.787.

Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Fallzahlen des RKI sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen. Am Freitag waren die bislang höchsten Zahlen für Deutschland vermeldet worden mit 29.875 Neuinfektionen und 598 Corona-Toten.

12. Dezember

22.23 Uhr: Bund und Länder offenbar weitgehend einig – Lockdown soll spätestens ab 16. Dezember gelten

Bund und Länder haben sich zur Eindämmung der Corona-Pandemie laut einem Medienbericht weitgehend auf einen Lockdown geeinigt. Dieser solle spätestens ab dem 16. Dezember gelten, meldet das Magazin "Business Insider". Darauf hätten sich die Chefs der Staatskanzleien mit dem Kanzleramt am Samstagabend verständigt.

Weiter hieß es, das Kanzleramt wolle lieber schon den 15. Dezember als Starttermin. Eine endgültige Entscheidung solle am Sonntagmorgen bei einer Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten fallen.

Daneben sollen private Treffen laut dem Bericht weiterhin auf zwei Haushalte und maximal fünf Personen beschränkt werden - Kinder unter 14 Jahren nicht eingerechnet. Vom 24. bis 26. Dezember werde die Obergrenze auf maximal zehn Personen erhöht. Dann sollen auch mehr als zwei Haushalte erlaubt sein, wenn es sich um direkte Verwandte handele.

Der umstrittenste noch offene Punkt ist dem Bericht zufolge das Thema Schulen und Kitas. Grundsätzlich einig sei man sich, dass es bis 10. Januar keinen Präsenzunterricht geben soll. Wie das konkret umgesetzt werde, hänge von den Regelungen der einzelnen Länder ab. Bei den Kitas plädiere das Kanzleramt für eine Schließung, die Länder wollten sie offen halten.

12.15 Uhr: Kretschmann nach Corona-Schalte: Bundesweiter Lockdown kommt wohl vor Weihnachten

Der bundesweite Lockdown wird nach Einschätzung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann schon vor Weihnachten kommen. "So wie es sich abzeichnet, wird der harte Lockdown vor Weihnachten kommen und nicht erst danach", sagte Kretschmann am Samstag beim Grünen-Landesparteitag in Reutlingen mit Verweis auf eine Corona-Schalte mit anderen Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel. Dort sei am Samstagmorgen die Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Sonntag zur Corona-Krise vorbereitet worden. Kretschmann betonte, die Menschen müssten sich darauf einstellen, dass schon nächste Woche das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben so weit wie möglich heruntergefahren werde.

8.12 Uhr: 28.438 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 28.438 neue Corona-Infektionen übermittelt. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor. Der Höchststand war am Freitag mit 29.875 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Samstag hatte die Zahl bei 23.318 gelegen. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 496 neue Todesfälle.

Der bisherige Höchstwert von 598 Toten war ebenfalls am Freitag erreicht worden.

8.01 Uhr: Biontech/Pfizer-Impfstoff auch in USA zugelassen

Als erster Corona-Impfstoff hat das Mittel des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer eine Notfallzulassung in den USA bekommen. Der Impfstoff könne nun bei Menschen ab 16 Jahren eingesetzt werden, teilte die US-Arzneimittelbehörde FDA am Freitagabend (Ortszeit) mit. FDA-Chef Stephen Hahn sprach von einem "bedeutenden Meilenstein im Kampf gegen diese verheerende Pandemie". Medienberichten zufolge soll das Weiße Haus die FDA zuvor mit Drohungen zur umgehenden Notfallzulassung gedrängt haben.

Der abgewählte US-Präsident Donald Trump versprach seinen Landsleuten nach der Zulassung erste Impfungen noch an diesem Wochenende. "Der erste Impfstoff wird in weniger als 24 Stunden verabreicht werden", kündigte Trump in einem auf Twitter veröffentlichten Video an. Seine Regierung habe bereits mit der Verschickung des Impfstoffes begonnen. Trump betonte, Impfungen seien für alle Amerikaner kostenfrei.

Mit Blick auf die Entwicklung des Impfstoffs in Rekordzeit sagte er: "Das ist eine der größten wissenschaftlichen Errungenschaften der Geschichte." Der Impfstoff werde Millionen Menschenleben retten "und die Pandemie bald ein für allemal beenden".

Trump präsentierte die Entwicklung als einen Erfolg seiner Regierung: Die USA seien "das erste Land der Welt", das einen nachweisbar sicheren und wirksamen Impfstoff produziere. Das ist allerdings nicht zutreffend, da das US-Unternehmen Pfizer als Partner an der Entwicklung des Impfstoffs durch das deutsche Unternehmen Biontech beteiligt war. Das Mittel wird auch außerhalb der USA bereits hergestellt und in einigen Ländern sogar bereits eingesetzt.

11. Dezember

16.10 Uhr: Lauterbach fordert bundesweiten "harten Shutdown" – und Ausgangssperre an Silvester

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert einen bundesweiten "harten Shutdown", um die Corona-Lage in Deutschland wieder in den Griff zu bekommen. "Wir müssen bis auf das Notwendigste alles herunterfahren. Und zwar schnell", sagt er im Nachrichtenpodcast der "Süddeutschen Zeitung". Schulen und Geschäfte müssten sofort schließen.

Die in Aussicht gestellten Lockerungen über Weihnachten halte er für falsch. Diese würden die Pandemie eher beschleunigen. Im Moment hätten wir die Kontrolle über die Pandemie verloren, sagte er weiter.

Lauterbach erklärt außerdem, dass diese Maßnahmen über den 10. Januar hinaus in Kraft bleiben könnten. Solange, bis die Sieben-Tage-Inzidenz bei maximal 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner liege. "Bevor wir das nicht geschafft haben, würde jedes erneute Lockern dazu führen, dass die Zahlen wieder hochgehen", so der SPD-Politiker. Es könne also sein, dass Clubs und Restaurants bis März oder April nicht öffnen können.

Für Silvester fordert er zusätzliche Verschärfungen. "Ich finde eine Ausgangssperre, zum Beispiel ab 20 Uhr wie in Frankreich, richtig und sinnvoll, um die Infektionszahlen zu senken", sagte Lauterbach zu "Bild".

Ebenso fordert Lauterbach ein striktes, generelles Böllerverbot. "Es gibt diese Silvester nichts zu feiern. Tausende Menschen kämpfen in Krankenhäusern darum, Luft zu atmen." Es würde die Krankenhäuser und auch die Ordnungsbehörden entlasten, wenn sie in Corona-Zeiten nicht auch noch mit Böller-Unfällen und anderem "Party-Chaos" zu tun hätten, erklärte Lauterbach.

14.05 Uhr: Schweden verschickt Corona-SMS an gesamte Bevölkerung

In Schweden soll die gesamte Bevölkerung eine SMS mit den aktuellsten Corona-Regeln bekommen. Zweck des Ganzen ist, die mehr als zehn Millionen Einwohner vor den Weihnachtstagen und -ferien über die geltenden Maßnahmen in Kenntnis zu setzen und um Befolgung zu bitten. Die Regierung in Stockholm erteilte am Freitag der Gesundheits- und der Zivilschutzbehörde einen entsprechenden Auftrag. In der SMS soll auch darauf hingewiesen werden, dass von Montag an im ganzen Land wieder dieselben Empfehlungen gelten. Die nationalen Regeln ersetzen regionale Empfehlungen, die zuletzt gegolten hatten.

Schweden geht in der Corona-Krise einen viel beachteten Sonderweg mit vergleichsweise lockeren Maßnahmen und Appellen an die Vernunft. Aber auch in dem skandinavischen EU-Land gelten bestimmte Corona-Beschränkungen. Hinzu kommt eine ganze Palette an Maßgaben etwa zum Abstandhalten und weitere Schritte, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Nachdem Schweden im Frühjahr die mit Abstand höchsten Corona-Zahlen Skandinaviens hatte, ist die Lage abermals sehr ernst. Die Infektionszahlen sind seit Ende Oktober rapide gestiegen, Intensivstationen in Stockholm an den Belastungsgrenzen. Im Vergleich mit Deutschland hatte Schweden in den vergangenen 14 Tagen mehr als doppelt so hohe Neuinfektionszahlen.

11.45 Uhr: Intensivmediziner fordern sofortigen bundesweiten Lockdown

Angesichts der verschärften Coronalage haben die deutschen Intensivmediziner einen sofortigen und bundesweiten Lockdown gefordert. "Weitere 14 Tage nach dem Motto 'Augen zu und durch' erscheinen angesichts der heutigen Zahlen nicht mehr nachvollziehbar", erklärte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, am Freitag.

Die Belastungen auf Intensivstationen könnten vom Personal nicht mehr lange getragen werden. "Wir brauchen jetzt einen durchgreifenden Lockdown." Selbst ein sofortiger Lockdown würde die Patientenzahlen in Krankenhäusern erst in zwei bis drei Wochen deutlich sinken lassen, erklärte Janssens weiter. Bei 30.000 täglichen Neuinfektionen in den kommenden zwei Wochen sei bis Weihnachten mit etwa 420.000 Corona-Infizierten zu rechnen.

Die daraus resultierende Zahl von Patienten, die auf intensivmedizinische Behandlung angewiesen seien, "wird dann nicht mehr adäquat zu behandeln sein", warnte Janssens. Vorbereitungen für "Priorisierungssituationen" liefen bereits.

Divi-Vorstandsmitglied Stefan Kluge betonte die Dringlichkeit eines "konzertierten und gemeinsamen Handelns aller Bundesländer". Für die Patientenversorgung sei die Medizin auf Reserven angewiesen, "um Patienten in weniger belastete Regionen in Deutschland verlegen zu können". Bereits jetzt müssten sich Kliniken teils von der Notfallversorgung abmelden und Notfallpatienten teils lange Transportzeiten in Kauf nehmen, erklärte Kluge. Derzeit zeichnet sich ein harter Lockdown mit Schließungen im Handel bis zum 10. Januar ab, der Beginn ist aber noch offen.

11.40 Uhr: Steinmeier: "Corona-Lage ist 'bitterernst'"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält eine weitere Verschärfung der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie für zwingend erforderlich. "Die Lage ist bitterernst", sagte er am Freitag in Berlin zum Beginn einer Online-Gesprächsrunde mit Bürgern über deren aktuelle Situation in der Krise.

"Wenn sich, wie zur Zeit, jeden Tag Zehntausende Menschen mit dem Virus infizieren, wenn täglich Hunderte an dem Virus sterben, dann bedeutet das wohl auch, dass wir unsere Anstrengungen im Kampf gegen die Pandemie dringend weiter verstärken müssen."

Dies gelte für die politischen Entscheidungen auf allen Ebenen, aber auch für das ganz persönliche Verhalten, sagte der Bundespräsident. "Jeder und Jede muss sich in diesen Tagen fragen: Was kann ich tun, damit sich das Virus nicht noch weiter verbreitet? Wie kann ich noch mehr Vorsicht für mich und noch mehr Rücksicht für Andere üben?"

Er wisse natürlich um die Härte der Einschränkungen gerade jetzt in der Weihnachtszeit, betonte Steinmeier. Trotz dieser Härten gebe es aber "keinen Grund zur Resignation". Steinmeier verwies zwar auf die Fortschritte bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes, doch betonte er: "Auch mit der Hoffnung auf die Impfstoffe - das Virus ist noch nicht besiegt."

Seine Bitte sei: "Halten wir in den nächsten Monaten weiter zusammen, mit Abstand, mit Haltung. Bleiben wir vernünftig miteinander und solidarisch", sagte Steinmeier. "Dann haben wir auch allen Grund zur Zuversicht, dass sich die Lage im nächsten Jahr, am Beginn nächsten Jahres, deutlich verbessert."

11.20 Uhr: Schleswig-Holstein für Krisengipfel noch am Freitag

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat ein Treffen aller Ministerpräsidenten noch am Freitag, spätestens aber am Samstag gefordert. Es dürfe keine Zeit verloren werden im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus, sagte Günther im Kieler Landtag.

Er kündigte zugleich die konkreten Maßnahmen für den angekündigten schnellstmöglichen Lockdown in seinem Land an: So sollen die Kontaktbeschränkungen verschärft werden, sagte Günther. Statt zehn Personen aus zwei Haushalten sollen maximal fünf Personen aus maximal zwei Hausständen zusammenkommen dürfen. Dies gelte auch für Weihnachten. Ausgenommen sei nur die engste Familie.

Weitere angekündigte Maßnahmen: Ab Montag wird es in den Schulen ab der 8. Klasse keinen Präsenzunterricht mehr geben. Für die Klassen 1 bis 7 gilt der Appell an die Eltern zu prüfen, ob ihre Kinder zu Hause bleiben können. In den Kitas gibt es zwar keine offizielle Einschränkung des Angebots. Günther appellierte aber an alle Eltern, ihre Kinder zu Hause zu betreuen, sofern dies möglich sei.

10.47 Uhr: Baerbock will Lockdown noch vor Weihnachten

Grünen-Chefin Annalena Baerbock fordert schon ab der kommenden Woche bundesweit einen deutlich härteren Lockdown mit geschlossenen Geschäften im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Läden bis auf solche des täglichen Bedarfs sollten geschlossen werden, Schulen sollten ab Klasse 7 auf Fernunterricht umstellen, sagte Baerbock der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. "Wir sollten eine klare Weihnachtspause einläuten, schon jetzt. Wir müssen die Dynamik des Infektionsgeschehens brechen", betonte sie angesichts der Höchstwerte bei gemeldeten Neuinfektionen und Todesfällen."

Schon ab Anfang nächster Woche sollten die Schutzmaßnahmen verstärkt werden", sagte Baerbock. Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe sollten rasch schließen, nur Waren des täglichen Bedarfs sollten ausgenommen werden - damit blieben etwa Supermärkte offen. "Unmittelbar mit den Geschäftsschließungen müssen für die betroffenen Unternehmen weitere Hilfen bereitgestellt werden", forderte Baerbock.

Schulen sollten ab der 7. Klasse komplett auf Fernunterricht übers Internet umstellen, für jüngere Schüler sollte aus Sicht der Grünen-Chefin die Präsenzpflicht in den Schulen aufgehoben werden. Kitas und Grundschulen sollten aber offen bleiben, auch, damit nicht in den Kliniken noch mehr Personal ausfalle. "Dabei ist klar: Das Recht auf Bildung gilt, auch wenn Kinder und Jugendliche wegen der Pandemie nicht im Klassenraum sitzen", fügte Baerbock hinzu.

Mit Blick auf Weihnachten sagte die Grünen-Vorsitzende, niemand solle alleine bleiben müssen. "Aber weil die Lage so schlecht ist, in den Krankenhäusern das Pflegepersonal am Anschlag arbeitet, halte ich es für richtig, dass auch an Weihnachten nur Menschen aus maximal zwei Haushalten oder aus der Kernfamilie zusammenkommen." Besuche in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Sterbebegleitung müssten möglich sein.

10.23 Uhr: Seehofer: Lockdown muss sofort erfolgen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat eindringlich davor gewarnt, mit schärferen Corona-Maßnahmen bis nach Weihnachten zu warten. "Die einzige Chance, wieder Herr der Lage zu werden, ist ein Lockdown, der aber sofort erfolgen muss", sagte der CSU-Politiker dem "Spiegel" (Freitag). Sollte man bis nach den Festtagen warten, werde man noch Monate mit den hohen Infektionszahlen zu kämpfen haben.

Seehofer zeigte sich verärgert, dass Deutschland den Vorteil, den es sich im Frühjahr in der Pandemie erkämpft habe, jetzt verspielt habe. Grund dafür sei nicht die Disziplinlosigkeit der Bürger, sondern vor allem unzureichende Maßnahmen, fügte er an.

Bereits nach den Beratungen der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel Ende Oktober habe Seehofer das Gefühl gehabt, dass nicht alle Regierungschefs den Ernst der Lage richtig erkannt hätten, sagte der Innenminister. "Ich habe danach schlecht geschlafen."

6.55 Uhr: Baden-Württemberg will Corona-Auflagen drastisch verschärfen

Baden-Württemberg will wegen der ungebremst steigenden Corona-Infektionen das öffentliche Leben im Land weiter herunterfahren. So seien unter anderem zu Anfang nächster Woche eine nächtliche Ausgangssperre sowie tagsüber Ausgangsbeschränkungen geplant, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Stuttgart nach einem Gespräch der grün-schwarzen Landesregierung mit den kommunalen Spitzenverbänden am Donnerstag. Wer das Haus tagsüber verlässt, soll das nur noch mit einem triftigen Grund tun, etwa für die Arbeit.

Die neuen drastischen Auflagen will das Kabinett an diesem Freitag in einer Sondersitzung beschließen und um 12.00 Uhr auf einer Pressekonferenz verkünden. Damit reagiert Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auf die stark steigenden Infektionszahlen und greift einer möglichen Absprache mit den Länder-Regierungschefs und der Kanzlerin vor. Als Starttermin für die Maßnahmen im Land war zuletzt der kommende Dienstag im Gespräch, hieß es.

6.46 Uhr: 29.875 Corona-Neuinfektionen und 598 Todesfälle gemeldet

Die Zahl der binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Corona-Neuinfektionen und die Todesfälle haben einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter übermittelten binnen 24 Stunden 29.875 Neuinfektionen, wie aus Zahlen vom Freitagmorgen hervorgeht. Das sind über 6000 mehr als am Vortag, als mit 23.679 Fällen ebenfalls ein Rekord erreicht worden war. Außerdem meldete das RKI am Freitag mit 598 neuen Todesfällen den zweiten Höchstwert binnen kurzer Zeit. Der bisher höchste Tagesstand von 590 Toten war am Mittwoch erreicht worden.

10. Dezember

18.44 Uhr: Moderna testet Impfstoff auch an Jugendlichen

Das US-Pharmaunternehmen Moderna hat damit begonnen, seinen Corona-Impfstoff auch an Jugendlichen zu testen. Die Studie solle 3000 gesunde Teilnehmer im Alter von 12 bis 17 Jahren in den USA umfassen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Es gehe darum, die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes in dieser Altersgruppe zu ermitteln.

Ziel sei es, bis zum Frühjahr 2021 ausreichend Daten zu haben, um den Impfstoff bei Jugendlichen einsetzen zu können, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel laut Mitteilung. "Wir hoffen, dass es uns gelingen wird, einen sicheren Impfstoff bereitzustellen, der Jugendliche schützt und es ihnen ermöglicht, in einen normalen Schulalltag zurückzukehren."

Das Unternehmen hatte Ende November auf Grundlage seiner Phase-III-Studie mitgeteilt, dass sein Impfstoff "mRNA-1273" eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent habe. Diese Studie hatte Patienten ab 18 Jahren umfasst. Moderna hat die Zulassung seines Vakzins unter anderem in den USA und bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA beantragt.

12.48 Uhr: Berlin kündigt ebenfalls Lockdown an

Berlin kündigt wie andere Bundesländer einen erneuten harten Lockdown an. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte im Abgeordnetenhaus: "Wir werden den Einzelhandel runterfahren müssen, auch bis zum 10. Januar. Es geht nicht anders." Die Anfang November ergriffenen Maßnahmen hätten zwar etwas gebracht, "aber nicht das, was nötig ist".

Ab wann an die neuen Maßnahmen greifen werden, ließ Müller offen. Allerdings soll auch der am vierten Advent vorgesehene verkaufsoffene Sonntag nicht wie geplant stattfinden.

Müller ist zudem auch für eine Schließung der Schulen. Diese sollen über das ursprüngliche Ferienende am 4. Januar hinaus geschlossen bleiben – ebenfalls bis zum 10. Januar.

11.00 Uhr: Altmaier lobt Frankreich und fordert ähnlich harten Lockdown

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat den harten Lockdown in Frankreich gelobt und auch für Deutschland zusätzliche Corona-Maßnahmen gefordert. "Dieses Mal hat Frankreich alles richtig gemacht und eindrucksvolle Erfolge erzielt, während in Deutschland die Dynamik der zweiten Welle leider immer noch nicht gebrochen ist", sagte er dem "Handelsblatt" sowie der französischen Zeitung "Les Échos" (Donnerstag).

10.37 Uhr: Corona-Lage in Deutschland verschlechtert – RKI warnt: "Lage könnte kippen"

Die Corona-Lage in Deutschland hat sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) seit vergangener Woche verschlechtert und könnte schnell kippen. Nachdem die Fallzahlen seit Wochen auf einem hohen Plateau gelegen hätten, sehe man aktuell wieder einen Anstieg, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Das sei besorgniserregend. "Immer noch infizieren sich zu viele Menschen mit Sars-CoV-2."

Das Plateau, auf dem man sich befinde, sei "äußerst fragil", das Infektionsgeschehen könne schnell wieder kippen, so Wieler. Die Fallzahlen könnten rasch wieder exponentiell ansteigen, dafür reichten wenige zusätzliche Fälle aus. "Das müssen wir verhindern." Die Kontakte in der Bevölkerung seien noch nicht ausreichend reduziert worden.

Die Gesundheitsämter seien zunehmend erschöpft, in einigen Regionen hätten Krankenhäuser ihre Belastungsgrenze erreicht. "Wir sehen immer mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen." Und auch die Zahl der schweren Verläufe und Todesfälle nehme zu. Das Virus zirkuliert den Angaben nach zunehmend in Risikogruppen. Mehr als 13.000 der insgesamt 20 372 Toten nach Corona-Infektionen in Deutschland seien 80 Jahre und älter.

Innerhalb Deutschlands sieht das RKI große Unterschiede: In manchen Regionen gelinge es offenbar besser als in anderen, Infektionen zu verhindern. "Das zeigt, dass Infektionsschutzmaßnamen wirken, wenn sie effektiv umgesetzt werden", sagte Wieler. Die Leiterin des RKI-Lagezentrums, Ute Rexroth, ergänzte, besonders besorgniserregend sei die Lage in Thüringen und Sachsen.

Um Ansteckungen zu verhindern, müssten alle konsequent mitmachen, appellierte der RKI-Chef mit Blick auf die Regeln zu Mindestabständen, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften. Alle sollten Kontakte auf das "zwingend Notwendige" reduzieren, appellierte er. Man solle auf Treffen verzichten und Freunde und Familie schützen. Die Trendwende sei nur gemeinsam zu schaffen.

7.40 Uhr: Söder will "kompletten Lockdown" für knapp drei Wochen

Bayern und Sachsen machen Druck für bundesweit noch schärfere Auflagen, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Für dringend notwendig halten dies auch Ärztevertreter, um eine Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern. Möglicherweise beraten Bund und Länder noch einmal über ein gemeinsames Vorgehen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte in der ZDF-Sendung "Markus Lanz", dies könne wegen der Termine der Kanzlerin beim EU-Gipfel aber frühestens am Wochenende oder Anfang nächster Woche geschehen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte im ZDF-"heute journal" auf die Frage, ob eine solche Runde am Sonntag zusammenkomme, es gebe viele Gespräche.

Söder sprach sich für einen "kompletten Lockdown" von Weihnachten bis zum 10. Januar aus. "Einfach mal alles runterfahren von den Geschäften bis hin zu den Betriebsferien in vielen Unternehmen. Wenn alle mitmachen, wäre das super. Dann hätten wir knapp drei Wochen, in denen wir einfach Kontakte reduzieren können. Eine bessere Zeit als diese Zeit zwischen Weihnachten und 10. Januar wird man im ganzen Jahr nicht mehr finden", sagte der CSU-Chef.

5.40 Uhr: Höchstwert: 23.679 Corona-Infektionen binnen 24 Stunden

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Deutschland einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.679 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Der bisherige Rekordwert war am 20. November mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. In der Vorwoche waren es am Donnerstag 22.046 neue Fälle. Die Zahl der Todesfälle stieg über die Marke von 20.000. Das RKI verzeichnete am Donnerstag 440 neue Todesfälle binnen eines Tages. Am Vortag war mit 590 Toten ein Höchstwert gemeldet worden.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 20.372.

Insgesamt zählt das RKI seit Beginn der Pandemie 1.242.203 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 10.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 922.100 Menschen inzwischen genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,99 (Vortag: 1,02). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 99 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

9. Dezember

22.38 Uhr: Lauterbach glaubt, Lockdown ab Weihnachten wird "erneut nichts bringen"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert, dass ein zweiwöchiger Lockdown nach Weihnachten zu wenig wäre. Ein "Lockdown in zweieinhalb Wochen für dann zwei Wochen, wie zum Beispiel von Armin Laschet vorgeschlagen, wird erneut nichts bringen", schrieb Lauterbach auf Twitter. "Die Opferzahlen wären viel zu hoch."

Laschet hatte sich wie anderen Politiker für einen "Jahresend-Lockdown" ausgesprochen. Lauterbach forderte stattdessen zum jetzigen Zeitpunkt einen harten Lockdown sowie eine Verlängerung der Weihnachtsferien an Schulen.

20.00: Schleswig-Holstein zieht Lockdown auf Weihnachten vor

Angesichts steigender Infektionszahlen will Schleswig-Holsteins Landesregierung ihren Kurs deutlich verschärfen. Es sei notwendig, "dass wir spätestens ab Weihnachten in einen harten Lockdown gehen - um die Zeit über den Jahreswechsel zu nutzen, diese gefährliche Entwicklung in Deutschland zu stoppen", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) Mittwochabend in Kiel. Die Zahlen seien auch im Norden weiter gestiegen "und das bedeutet leider, dass unsere strengen Maßnahmen derzeit nicht ausreichend Wirkung zeigen".

Zuvor hatte sich der Regierungschef im Landtag noch für einen harten Lockdown nach Weihnachten ausgesprochen. Bereits verständigt hat sich die Jamaika-Koalition darauf, den Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit zu untersagen. Die Situation sei dramatisch, sagte Günther im Plenum.In Schleswig-Holstein wurden nach Angaben der Landesregierung zuletzt innerhalb eines Tages 314 neue Corona-Fälle gemeldet.

Die höchste Zahl war am 4. Dezember mit 318 Neuinfektionen bekanntgegeben worden. Seit Sonntag gilt das Land als Risikogebiet, weil der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen auf über 50 gestiegen war. Die regionalen Unterschiede sind aber groß.

9.45 Uhr: Merkel plädiert emotional für härteren Lockdown

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat weitere Corona-Maßnahmen noch vor Weihnachten gefordert und in einem emotionalen Appell dazu aufgerufen, in der Pandemie-Bekämpfung auf die Wissenschaft zu hören. In der Generaldebatte im Bundestag forderte sie mit Blick auf die aktuellen Zahlen nachdrücklich, die Weihnachtsferien um weitere drei Tage auf den 16. Dezember vorzuziehen. Die Wissenschaft flehe geradezu darum, vor Weihnachten, bevor man Oma und Opa sehe, eine Woche der Kontaktreduzierung zu ermöglichen, sagte Merkel. "Wenn wir jetzt vor Weihnachten zu viele Kontakte haben und anschließend es das letzte Weihnachten mit den Großeltern war, dann werden wir etwas versäumt haben. Das sollten wir nicht tun", sagte Merkel.

Sie verwies auf Empfehlungen der Wissenschaft, jetzt die Kontakte weiter drastisch zu senken. Sie halte es daher für richtig, die Geschäfte nach Weihnachten bis mindestens 10. Januar zu schließen und auch den Unterricht an den Schulen zu minimieren.

Weiter betonte sie die Bedeutung einer freiheitlichen Demokratie bei der Bekämpfung der Pandemie. Es seien nicht Verbote der Schlüssel zum Erfolg, es sei vielmehr "das verantwortliche Verhalten eines jeden Einzelnen und die Bereitschaft mitzumachen", sagt Merkel. Und die große Mehrheit der Deutschen habe gezeigt, dass sie bereit sei, die Regeln einzuhalten. "Dafür bin ich von Herzen dankbar, und das sollten wir alle miteinander sein."

Die hohe Neuverschuldung im Haushalt mit der gegenwärtigen Herausforderung durch das Coronavirus rechtfertigte sie mit Verweis auf die besondere Lage: "Wir leben in einer Pandemie, wir leben damit in einer Ausnahmesituation", sagt Merkel.

8.32 Uhr: Laschet für Jahreswechsel-Lockdown

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen für einschneidende Kontaktbeschränkungen in der Zeit nach Weihnachten ausgesprochen. "Wir brauchen nach Weihnachten einen echten Jahreswechsel-Lockdown, um uns für 2021 wieder eine Perspektive hin zu mehr Normalität zu erarbeiten", sagte Laschet der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Zahl der Neuinfektionen sei zu hoch und müsse gesenkt werden."

Deshalb: Wenn nicht jetzt, wann dann. Von Weihnachten bis zum Ende der Ferien im neuen Jahr kann das Land am ehesten komplett heruntergefahren und so die Ausbreitung der Pandemie effektiv gestoppt werden", warb Laschet für seinen Vorschlag. "Zugleich halten wir in diesen Wochen die Schäden für Bildungschancen von Kindern sowie für Wirtschaft und Arbeitsplätze so gering wie in keiner anderen Zeit des Jahres."

Die Akzeptanz bei den Menschen sei für den Erfolg der Anstrengungen entscheidend, sagte Laschet, der sich auch für den CDU-Vorsitz bewirbt. Dafür müssten die politischen Weichenstellungen von Sorgfalt, Verhältnismäßigkeit und Verlässlichkeit geprägt sein. "Wir sind gut beraten, bereits jetzt damit zu beginnen, den Jahreswechsel-Lockdown umfassend vorzubereiten - damit er mitgetragen wird, tatsächlich Wirkung entfaltet und den Weg in ein besseres neues Jahr weisen kann."

Auch andere Ministerpräsidenten hatten sich für härtere Maßnahmen über die Feiertage ausgesprochen. Aktuell dürfen sich fast überall in Deutschland nur zwei Haushalte mit bis zu fünf Personen treffen. Zwischen dem 23. Dezember und dem 1. Januar soll dies vorübergehend gelockert werden. Ob und wie stark, entscheidet jedes Bundesland selbst. Je nach Land können dann bis zu zehn Personen zusammenkommen, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet.

6.51 Uhr: 590 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet – Höchstwert

Die Zahl der binnen 24 Stunden gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist sprunghaft angestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 590 neue Todesfälle innerhalb eines Tages, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Das sind über 100 Fälle mehr als beim bisherigen Rekordstand von 487 Toten vom vergangenen Mittwoch. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden 20.815 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Am Mittwoch in der Vorwoche lag der Wert noch bei 17.270. Den bisher höchsten Tageswert gab es am 20. November mit 23.648 Fällen.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Mittwoch auf 19.932.

8. Dezember

13.40 Uhr: Sachsen beschließt harten Lockdown bis Januar

Das derzeit besonders stark vom Coronavirus getroffene Sachsen geht ab dem kommenden Montag in einen harten Lockdown. Schulen, Kindergärten, Horte und der Einzelhandel mit Ausnahme der lebensnotwendigen Versorgung sollen geschlossen werden, wie Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Dresden ankündigte. Der Lockdown soll demnach bis zum 10. Januar gelten.

10.33 Uhr: Leopoldina fordern harten Lockdown "bis mindestens 10. Januar"

Angesichts anhaltend hoher Neuinfektionen fordert die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Corona-Maßnahmen drastisch zu verschärfen. Die Schulpflicht sollte bereits ab nächster Woche bis zu den Weihnachtsferien aufgehoben und Kontakte "auf das absolute 19 Mindestmaß reduziert" werden, heißt es in einer Pressemitteilung vom Dienstag.

"Ab dem 24. Dezember 2020 bis mindestens zum 10. Januar 2021 sollte in ganz Deutschland das öffentliche Leben weitgehend ruhen und ein harter Lockdown gelten." Hierfür sollten alle Geschäfte bis auf die des täglichen Bedarfs geschlossen, die Weihnachtsferien in den Bildungseinrichtungen verlängert und das Home-Office, wenn möglich, gestattet werden.

Außerdem empfehlen die Wissenschaftler für den Wiederbeginn des Unterrichts ab dem 10. Januar ländereinheitliche Regeln für Wechselunterricht in den weiterführenden Schulen, die ab einem bestimmten Infektionswert greifen sollen. Für alle Jahrgangsstufen sollte ein Mund-Nasen-Schutz im Unterricht verpflichtend sein."

Erforderlich ist zudem eine langfristige politische Einigung auf ein klares, mehrstufiges und bundesweit einheitliches System von Regeln, die ab einer bestimmten Anzahl von Fällen pro 100.000 Einwohner greifen. Durch ein einheitliches und nachvollziehbares Vorgehen werden die Maßnahmen für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen transparent, verständlich und planbar", heißt es weiter.Die Leopoldina begründet ihre Forderungen mit der hohen Zahl an täglichen Todesfällen und der derzeit enormen Belastung des medizinischen Personals in Krankenhäusern.

Zur Begründung sagen die Wissenschaftler: "Trotz des seit Anfang November geltenden Teil-Lockdowns sind die Infektionszahlen noch immer auf einem viel zu hohen Niveau." Immer mehr Ältere würden infiziert. "In den letzten sieben Tagen starben mehr Menschen mit dem Coronavirus als 2019 im Straßenverkehr."

6.20 Uhr: Zahl der Neuinfektionen etwas höher als in der Vorwoche

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt in Deutschland auf hohem Niveau. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 14.054 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet, wie aus Zahlen des RKI vom Dienstagmorgen hervorgeht. In der Vorwoche waren es am Dienstag 13.604 neue Fälle. Der bisherige Höchststand war am 20. November mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Binnen eines Tages sind außerdem 423 neue Todesfälle gemeldet worden. In der Vorwoche lag dieser Wert noch bei 388.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Der bisherige Höchststand von 487 gemeldeten Todesfällen binnen eines Tages wurde am vergangenen Mittwoch erreicht.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,06 (Vortag: 1,10). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 106 weitere Menschen anstecken. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

7. Dezember

18.15 Uhr: Für Corona-Verschärfungen derzeit keine Notwendigkeit, sagt Stephan Weil

Nach angekündigten Verschärfungen der Corona-Beschränkungen in Bayern hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) für Niedersachsen vorerst Entwarnung gegeben. "Ich kann gut verstehen, dass Länder, die besonders hohe Inzidenzwerte aufweisen, weitere Verschärfungen vornehmen", sagte Weil am Montag in Hannover. "Für Niedersachsen sehe ich dazu derzeit keine Notwendigkeit." Das Land verzeichne aktuell die drittniedrigsten Infektionszahlen in Deutschland.

"In den Tagen vor dem 20. Dezember 2020 werden wir die dann aktuelle Situation genau analysieren und entscheiden, ob wir die Regelungen in unserer Corona-Verordnung verändern müssen oder fortschreiben können", sagte Weil. "Wir tendieren in Niedersachsen eher zu einer vorsichtigen und zurückhaltenden Linie und machen insgesamt gute Erfahrungen mit unserem Kurs." Die Rahmenbedingungen seien jedoch in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich und schon allein deswegen sei er weit davon entfernt, anderen gute Ratschläge geben zu wollen.

"Ich sehe aktuell keine dringende Notwendigkeit eines weiteren Austauschs zwischen den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin", sagte Weil mit Blick auf ein solches von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) noch vor Weihnachten verlangtes Treffen. "Wenn ein solches Treffen stattfinden sollte, wird Niedersachsen aber selbstverständlich gerne teilnehmen."

15.40 Uhr: Wer zuerst mit dem Corona-Impfstoff geimpft werden soll

Nach Zulassung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus sollen Bewohner von Pflegeheimen, Menschen über 80 und besonders gefährdete Mitarbeiter des Gesundheitswesens zuerst geimpft werden. Das sehen die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts vor, auf deren Basis das Bundesgesundheitsministerium eine Rechtsverordnung erstellt, wie Ministeriumssprecher Hanno Kautz am Montag mitteilte. Bei den bevorzugten Mitarbeitern im Gesundheitswesen geht es um die Notaufnahmen und das Personal, das engen Kontakt zu vulnerablen Gruppen hat.

Dazu gehört den Angaben zufolge die Transplantationsmedizin. Zu der Gruppe derjenigen, die in einem ersten Schritt geimpft werden sollen, gehören den Angaben zufolge 8,6 Millionen Menschen. Bei den Impfungen sollten "bestimmte Personengruppen" bevorzugt werden, "die ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche Verläufe" bei einer Ansteckung hätten oder die beruflich "besonders exponiert" seien, heißt es in dem Beschlussentwurf. Dazu zählen unter anderem Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen sowie Menschen ab 80 Jahren.

13.09 Uhr: NRW hält bundesweite Verschärfung der Maßnahmen für denkbar

Nordrhein-Westfalen schließt eine bundesweite Verschärfung der Corona-Maßnahmen nicht aus. "Sollte sich die Gesamtlage nicht zeitnah verbessern, erscheint auch bundesweit ein noch restriktiveres Vorgehen notwendig, um die Zahl der Neuinfektionen überall deutlicher zu reduzieren", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf."

Dass Länder mit einem flächendeckend zusätzlich herausfordernden Infektionsgeschehen weitere Maßnahmen ergreifen, entspricht der Logik des gemeinsamen Beschlusses der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin", erklärte er.

9.00: Bundesweiter Aktionstag: Bahn verstärkt Maskenkontrollen

Hunderte Bundespolizisten und Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn kontrollieren am Montag in ganz Deutschland schwerpunktmäßig die Einhaltung der Maskenpflicht in den Zügen. Schon vergangene Woche hatte der bundeseigene Konzern angekündigt, die Kontrollen im Dezember noch einmal verstärken zu wollen. Täglich soll bis zu 50 Prozent der Fernzüge kontrolliert werden. Mit dem Aktionstag am Montag will die Bahn erneut auf das Thema aufmerksam machen.

Wie viele Mitarbeiter und Beamten genau unterwegs sein werden und wie viele es normalerweise sind, teilte die Bahn zunächst nicht mit. "Inzwischen sind Verstöße die absolute Ausnahme", teilte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber mit. "Damit das so bleibt und sich unsere Kunden noch sicherer fühlen, erhöhen wir zu Weihnachten erneut die Kontrollen und zugleich die Sitzplatzkapazität im Fernverkehr für Reisen mit bestmöglichem Abstand." (dpa)

6.30 Uhr: Kanzleramtsminister Braun rechnet mit Impfstart Anfang 2021

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) geht nicht davon aus, dass der Impfstoff gegen Corona noch in diesem Jahr in Deutschland verabreicht wird. "Ich rechne damit, dass das ganz früh im nächsten Jahr in den allerersten Tagen losgehen kann", sagte Braun am Sonntagabend im "Bild"-Talk "Die richtigen Fragen".

Nachdem Anfang Dezember mehrere Hersteller die Zulassung ihres Impfstoffs in der EU beantragt hatten, hatten sich in Deutschland Bund und Länder für einen möglichen Start erster Impfungen noch vor dem Jahreswechsel gewappnet. Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema will über das Vakzin der Mainzer Firma Biontech und des US-Konzerns Pfizer bis spätestens 29. Dezember, über das des US-Konzerns Moderna bis 12. Januar entscheiden.

Großbritannien prescht vor und verimpft das Biontech-Serum BNT162b2 schon ab dieser Woche in 50 Krankenhäusern des nationalen Gesundheitsdienstes NHS

6.15 Uhr: Mehr als 12.000 Neuinfektionen

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 12.300 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 12.332 neue Ansteckungsfälle erfasst. Das waren rund 1200 mehr als am Montag vor einer Woche, als das RKI 11.169 Neuinfektionen gemeldet hatte. Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Fallzahlen des RKI sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen.

6. Dezember

14.19 Uhr: Bayern verhängt Katastrophenfall und Ausgangsperren

Wegen der anhaltend hohen Corona-Zahlen ruft Bayern ab dem 9. Dezember erneut den Katastrophenfall aus. Das beschloss das Kabinett um Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer Sondersitzung am Sonntag in München. Am Dienstag soll der Landtag noch darüber abstimmen.

Wie Baden-Württemberg hat nun auch Bayern eine nächtliche Ausgangssperre für alle Städte und Kreise mit einer Inzidenz von mehr als 200 Corona-Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner beschlossen.

Ab dem 9. Dezember ist zudem der Konsum von Alkohol unter freiem Himmel verboten. Auch die bisher für Silvester geplanten Lockerungen werden gekippt. Einzig an den Weihnachtstagen sollen die Kontaktbeschränkungen aufgelockert werden. Nur noch vom 23. bis zum 26. Dezember sind demnach Treffen über die derzeit erlaubten fünf Teilnehmer aus zwei Hausständen hinaus gestattet, mit bis zu maximal zehn Personen aus bis zu zehn Hausständen.

Außerdem schränkt Bayern den Präsenzunterricht für ältere Schüler ab kommenden Mittwoch deutlich ein: Ab Klassenstufe acht sollen die Klassen überall geteilt werden und in Wechselunterricht übergehen. In Hotspots ab einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche sollen die Schüler ab der achten Klasse komplett in den Distanzunterricht wechseln.

9.15 Uhr: Rufe nach schärferen Regeln werden lauter

Angesichts der kaum sinkenden Corona-Infektionszahlen bahnen sich in Bayern wie bereits in einzelnen anderen Ländern Verschärfungen der geltenden Regeln an. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sein Kabinett für diesen Sonntagmittag zu einer Sondersitzung zusammengerufen. Der Ministerrat will nach Angaben der Staatskanzlei per Videoschalte über "weitere Maßnahmen" beraten. "Es braucht jetzt konsequentes Vorgehen", sagte Söder der "Bild am Sonntag". "Wir können die hohen Todeszahlen in Deutschland nicht hinnehmen. Die Ansteckungszahlen sind weiterhin zu hoch. Es ist besser, bis Weihnachten zu handeln, als ein dauerhaftes Stop-and-go für die Bevölkerung."

Auch der Städte- und Gemeindebund sieht die Lockerungen skeptisch. "Je nachdem wie die Entwicklung in den weiteren zehn Tagen ist, werden sicherlich auch noch einmal die für Weihnachten und Silvester bislang vorgesehenen Lockerungen hinterfragt werden müssen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem "Handelsblatt". "Denn diese Lockerungen werden nicht nur zu mehr Kontakten, sondern auch zu erhöhten Reiseaktivitäten führen, die wiederum ein Risiko darstellen können."

8.37 Uhr: Infektionszahlen bleiben hoch

Entgegen vieler Hoffnungen liegt die Zahl der Neuinfektionen auch rund fünf Wochen nach Inkrafttreten des Teil-Lockdowns noch auf hohem Niveau. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag binnen eines einzigen Tages 17.767 neue Infektionen – über 3100 mehr als vor einer Woche. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen allerdings meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Innerhalb eines Tages sind 255 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Am Samstag waren 23.318 neue Infektionen gemeldet worden; mit 483 neuen Todesfällen wurde der Höchststand nur knapp verfehlt.

8.04 Uhr: Interesse an Massentests in Österreich geringer als erwartet

Das Interesse der Bürger an den Corona-Massentests in Österreich ist bislang geringer als erwartet. In den ersten beiden Tagen ließen sich in den Bundesländern Wien, Tirol und Vorarlberg nach einem ersten Überblick rund 300 000 Menschen auf das Virus untersuchen. Besonders die Teststationen in Wien waren nach Angaben der Stadt nicht ausgelastet. Am Samstag wurden 22 000 Tests gemacht, die Kapazität in der Hauptstadt liegt bei 150 000 täglich. Es wurden insgesamt nur wenige Infizierte gefunden. Von den knapp 160 000 in Tirol getesteten Menschen waren 417 positiv. Dies entspreche 0,27 Prozent, teilte das Land mit.

Die Regierung hofft, dass sich zumindest mehrere Millionen Menschen testen lassen. In Wien ist das noch bis zum 13. Dezember möglich. Andere Bundesländer starten erst in den nächsten Tagen. Die Massentests sind wichtiger Teil der aktuellen Anti-Corona-Strategie, um vor allem die symptomfreien Infizierten zu entdecken.

5. Dezember

11.13 Uhr: SPD-Vize stellt Weihnachts-Lockerungen infrage

Aus der SPD im Bundestag kommt die Forderung, bei anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen die Kontaktbeschränkungen an Weihnachten nicht zu lockern. Die für Gesundheit zuständige stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Sollten die Zahlen bis zum 20. Dezember auf diesem hohen Niveau bleiben, sollten die Maßnahmen über die Feiertage nicht gelockert werden. Es sollte dann bei den jetzt gültigen Beschränkungen bis in den Januar bleiben." Sonst drohten im Januar und Februar noch höhere Infektionszahlen als heute, die weitergehende Beschränkungen nötig machten.

Bas sagte, der "Lockdown-Light" habe einen weiteren Anstieg der Corona-Neuinfektionen verhindert. "Die Zahlen verharren aber seit Wochen auf einem sehr hohen Niveau." Auch die Zahl der Todesfälle sei gestiegen. Die Belastung der Pflegekräfte auf den Intensivstationen sei enorm hoch, genau wie in den Gesundheitsämtern. Sie brauchen dringend Entlastung." Die Infektionszahlen müssten sinken. "Wir müssen die Entwicklung genau beobachten."

08.12 Uhr: Mehr als 23.300 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 23.300 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 23.318 neue Ansteckungsfälle erfasst. Das waren rund 1620 mehr als am Samstag vor einer Woche, als das RKI 21.695 Neuinfektionen gemeldet hatte.

Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie in Deutschland nach RKI-Angaben 1.153.556 Infektionen erfasst. Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland stieg den Angaben zufolge um 483 auf 18.517. Die Zahl der Genesenen lag bei etwa 835.700.

4. Dezember

18.25 Uhr: Schweiz verschärft Anti-Corona-Maßnahmen – Pisten offen

Die Schweiz verschärft angesichts der weiterhin bedrohlichen Corona-Situation ihre Maßnahmen. Die Zahl der erlaubten Kunden pro Geschäft würden ab 9. Dezember reduziert, kündigte die Regierung am Freitag an. Restaurants müssten in der ganzen Schweiz die Kontaktdaten eines Gastes pro Tisch verpflichtend erheben, so wie dies verschiedene Kantone bereits eingeführt hätten. Sollten die Kantone ihrerseits keine weiteren Maßnahmen treffen, werde die Regierung diese am 11. Dezember von sich aus vorantreiben.

Im Prinzip wolle die Schweiz die Skigebiete für den Inlandstourismus offen halten, sofern dies die epidemiologische Lage erlaube, hieß es weiter. Geschlossene Gondeln und Bahnen dürften höchstens zu zwei Dritteln besetzt werden. Auf allen Bahnen, auch auf Ski- und Sesselliften, sowie beim Anstehen gelte eine Maskenpflicht.

Die epidemiologische Entwicklung bereite Sorgen, sagte Gesundheitsminister Alain Berset. "Wir sind beunruhigt über die fragile Situation und müssen handeln." Das Gesundheitssystem stehe unverändert unter Druck, das Personal sei am Limit.

6.14 Uhr: 23.449 Fälle – Corona-Neuinfektionen leicht über Vorwochenniveau

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.449 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit liegt der Wert knapp über den 22.806 Fällen der Vorwoche, wie aus den RKI-Zahlen vom Freitagmorgen hervorgeht. Mit 432 neuen Todesfällen binnen eines Tages wurde der dritthöchste Stand seit Beginn der Pandemie gemeldet. Der bisherige Höchstwert von 487 Todesfällen war am Mittwoch erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.

6.01 Uhr: Pfizer senkte Jahresziel für Impfstoff wegen Lieferkettenproblemen

Der Pharmakonzern Pfizer hat das Auslieferungsziel bei seinem Corona-Impfstoff in diesem Jahr nach eigenen Angaben unter anderem wegen Verzögerungen beim Ausbau der Lieferkette halbieren müssen. Der Ausbau dauere länger als angenommen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens dem "Wall Street Journal" am Donnerstag. Außerdem hätten die Ergebnisse der klinischen Studie später vorgelegen als ursprünglich gedacht

.Der Zeitung zufolge hielt Pfizer noch bis Mitte November intern an dem Ziel fest, bis Ende dieses Jahres 100 Millionen Impfdosen auszuliefern. Zuletzt sprach das Unternehmen allerdings schon von 50 Millionen Dosen. Für das kommende Jahr bleibe es bei der ursprünglichen Planung zur Auslieferung von mehr als einer Milliarde Impfstoff-Dosen, schrieb die Zeitung weiter. Wer sich impfen lässt, braucht zwei Dosen, um geschützt zu sein. Pfizer entwickelte den Impfstoff zusammen mit dem deutschen Hersteller Biontech aus Mainz.

In dem Zeitungsbericht hieß es unter Berufung auf eine an der Impfstoff-Entwicklung beteiligte Person, einige Bestandteile hätten in der frühen Produktion nicht den Standards entsprochen. Auf eine Anfrage nach weiteren Informationen antwortete der Konzern zunächst nicht.

3. Dezember

10.50 Uhr: RKI-Präsident warnt vor kommender Grippewelle

RKI-Präsident Lothar Wieler warnte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag vor der kommenden Grippewelle. Der Chef des Robert-Koch-Instituts sagte, es sei sicher, dass die Grippe wiederkomme – dies sei jedes Jahr so. Zum derzeitigen Punkt wisse man jedoch noch nicht, wie stark die Welle in diesem Winter werden wird.

Wieler fügte an, dass die Hygienemaßnahmen, die im Rahmen der Corona-Pandemie beschlossen wurden, auch vor der Grippe schützten. Wichtig sei, dass die Grippewelle nun flach bleibe. Dafür müsste auch an Schulen auf die Hygieneregeln geachtet werden. Für die Grippe seien Schulen ein nachgewiesener "Treiber".

10.40 Uhr: Lehrerverbandspräsident befürwortet Selbsttests bei Lehrern

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hat den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Corona-Selbsttests bei Lehrern begrüßt. Man unterstütze das Vorhaben des Ministers, sagte Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. "Allerdings mit zwei Einschränkungen: nur für Selbsttests, kein Einsatz von Lehrkräften bei Schnelltestungen von Schülern und zweitens bei Beachtung des Freiwilligkeitsprinzips."

Spahn hatte den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt, Kitas und Schulen beziehungsweise deren Träger könnten von Freitag an eigenständig Schnelltests beziehen und nutzen. "Lehrerinnen und Lehrer werden sich regelmäßig selbst testen dürfen." Bislang dürfen Antigen-Schnelltests nur von medizinisch geschultem Personal durchgeführt werden. Mit einer neuen Verordnung, die an diesem Freitag in Kraft tritt, will Spahn demnach regeln, dass Pädagogen nach vorheriger Schulung selbst testen dürfen. Daneben sollen auch die Schulträger bei Bedarf mit geschultem Personal Tests vor Ort durchführen dürfen.

10.06 Uhr: RKI-Präsident Wieler erwartet "viele weitere Tote" durch Coronavirus

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, erwartet zahlreiche weitere Todesfälle in Deutschland durch das Coronavirus. Die Zahl der schweren Verläufe und der Todesfälle steige derzeit von Woche zu Woche, sagte Wieler am Donnerstag in Berlin. Im weiteren Zeitverlauf sei mit "vielen weiteren Toten" zu rechnen.

Wieler verwies darauf, dass es immer mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gebe. "Das bereitet uns tatsächlich große Sorgen." Die Anzahl der Ausbrüche sei wieder so hoch wie zu Beginn der Corona-Pandemie. In einigen Regionen stießen zudem die Kliniken an ihre Belastungsgrenze. Generell stiegen derzeit die Fallzahlen in der Gruppe der Menschen im Alter von mehr als 80 Jahren.

6.01 Uhr: Mehr als 22.000 Neuinfektionen, fast 500 Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.046 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit liegt der Wert knapp unter den 22.268 Fällen der Vorwoche, wie aus den RKI-Zahlen vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Mit 479 neuen Todesfällen binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter außerdem den zweithöchsten Stand seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert von 487 Todesfällen war am Mittwoch erreicht worden.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.

2. Dezember

20.45 Uhr: Teil-Lockdown wird bis in den Januar verlängert

Die derzeit geltenden Corona-Auflagen werden bis zum 10. Januar verlängert. Darauf verständigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder am Mittwoch, wie Merkel in Berlin mitteilte. Am 4. Januar wolle die Runde wieder zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Ursprünglich waren die gegenwärtigen Auflagen bis zum 20. Dezember befristet.

Ziel der Maßnahmen müsse nach wie vor sein, den sogenannten Inzidenzwert auf unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche zu senken, sagte Merkel. "Davon sind wir sehr weit entfernt im Durchschnitt", sagte sie. Es sei derzeit eine "sehr hohe Zahl von Todesopfern zu beklagen jeden Tag". Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte: "Wir können diese Situation nicht so hinnehmen." Es sei "notwendig und richtig, den Lockdown zu verlängern bis zum 10. Januar". Söder stellte die Möglichkeit noch schärferer Auflagen in Aussicht. Abhängig von der Pandemieentwicklung müsse überlegt werden, an manchen Stellen "sehr deutlich und konsequent tiefer heranzugehen".

13.52 Uhr: Österreich macht Grenzen zum Jahreswechsel praktisch dicht

Österreich verhängt für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten vom 7. Dezember bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht. Ziel sei es, den Tourismus weitgehend einzudämmen, teilte die Regierung am Mittwoch in Wien mit. Österreich setze auf ein konsequentes Grenzregime, damit das Virus nicht durch Rückkehrer oder Touristen ins Land getragen werde, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Mittwoch in Wien.

Der Schwellenwert seien mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. Das gelte praktisch für alle Nachbarstaaten und speziell auch für den Westbalkan, hieß es. Alle Gaststätten und Hotels müssen bis zum 7. Januar geschlossen bleiben. Es werde wirtschaftliche Entschädigungen geben, sagte Kurz. Die Lifte in den Skigebieten dürfen ab dem 24. Dezember öffnen - und können somit im Wesentlichen von Einheimischen genutzt werden.

Zugleich dürfen nach dem Ende des aktuellen Lockdowns am 6. Dezember die Geschäfte und die Museen wieder öffnen. Auch die Pflichtschulen werden wieder geöffnet. Ausgangsbeschränkungen bestehen dann noch zwischen 20 Uhr und 6 Uhr."

Die sinkenden Zahlen sind ein Erfolg, aber kein Grund zur Entwarnung", sagte Kurz. Eine Überlastung des Gesundheitssystems sei bisher verhindert worden. Er rief die Bürger auf, sich an den bevorstehenden Massentests zu beteiligen. In Wien, Tirol und Vorarlberg können sich die Menschen ab Freitag testen lassen. Danach folgen weitere Bundesländer. Die Experten hoffen, dass sich mehrere Millionen Menschen beteiligen, um so die Infektionsketten zu unterbrechen.In Österreich ist aufgrund des Lockdowns die Zahl der Neuinfektionen deutlich zurückgegangen. Allerdings ist der Abwärtstrend weniger stark als erhofft. Am Mittwoch wurden 3972 Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist dieser Wert um ein Mehrfaches höher als in Deutschland.

11.13 Uhr: Impfstoff-Programm in Großbritannien startet kommende Woche

Die ersten 800.000 Corona-Impfstoffdosen des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sollen bereits in der kommenden Woche in Großbritannien zur Verfügung stehen. "Zu Wochenbeginn werden wir das Impfprogramm gegen Covid-19 hier in diesem Land starten", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock zudem am Mittwoch dem Nachrichtensender Sky News in London. Den Transport und die Lagerung des Vakzins bezeichnete er als eine Herausforderung, denn das Mittel müsse bei minus 70 Grad gelagert werden.

10.54 Uhr: Interpol warnt vor gefälschten Impfstoffen

Interpol hat weltweit vor Kriminalität im Zusammenhang mit Corona-Impfstoffen gewarnt. "Während Regierungen die Markteinführung von Impfungen vorbereiten, planen kriminelle Organisationen, Lieferketten zu unterwandern oder zu stören", sagte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock am Mittwoch.

Wie die Organisation mit Sitz im französischen Lyon mitteilte, geht es etwa um Diebstahl, Fälschung und das illegale Bewerben von Impfstoffen. Die Behörden müssten auf die Bekämpfung dieser kriminellen Aktivitäten vorbereitet sein.

Stock warnte, dass falsche Webseiten und falsche Heilmittel ein erhebliches Risiko für die Gesundheit oder gar das Leben darstellen könnten. Mit einer Wiederaufnahme des internationalen Reiseverkehrs sei es zudem wahrscheinlich, dass nicht genehmigte und gefälschte Corona-Tests in Umlauf gebracht würden.

Interpol ist mit 194 Mitgliedsländern die wichtigste Polizeiorganisation der Welt. Über Interpol tauschen Staaten unter anderem Informationen zu gesuchten Personen aus und melden Entwicklungen im Bereich der organisierten Kriminalität

8.07 Uhr: Großbritannien erteilt Notfallzulassung für Corona-Impfstoff von Biontech

Die britischen Gesundheitsbehörden haben eine Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer erteilt. Der Impfstoff stehe ab der kommenden Woche zur Verfügung, teilte das Gesundheitsministerium in London am Mittwoch mit. Biontech und Pfizer erklärten, die Zulassung sei "ein bahnbrechender wissenschaftlicher Meilenstein".

5.54: Höchstwert: 487 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 487 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Das ist ein neuer Rekord seit Beginn der Pandemie, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Der bisherige Höchstwert war am Freitag mit 426 Todesfällen erreicht worden. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden 17.270 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind rund 1400 weniger als in der Vorwoche, in der am Mittwoch 18.633 neue Fälle hinzukamen.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Mittwoch auf 17.123. Das RKI zählt in Deutschland seit Beginn der Pandemie 1.084.743 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 (Stand: 02.12, 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 779.500 Menschen inzwischen genesen.

1. Dezember

15.35 Uhr: Corona-Impfung kann bald starten – Schutzbedürftige zuerst

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass zum Jahreswechsel mit ersten Corona-Impfungen begonnen werden kann. Erste Priorität hätten Ältere, Personen mit Vorerkrankungen, Beschäftigte in der Pflege und in Krankenhäusern sowie Menschen, die die öffentliche Ordnung aufrechterhalten, sagte Spahn am Dienstag in Düsseldorf. Der Minister hatte dort an einer Sitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts teilgenommen.

Einige wollten unbedingt zuerst geimpft werden, andere hätten Sorgen, sagte Spahn. Deswegen seien die Impfungen "ein Angebot". Bundesweit stünden zu Beginn voraussichtlich zwischen fünf und acht Millionen Impfdosen zur Verfügung – davon etwa eine Million für das bevölkerungsreichste Bundesland NRW.

11.03 Uhr: Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff

Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer haben bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) die Zulassung für ihren Corona-Impfstoff in der EU beantragt. Der Antrag auf eine bedingte Marktzulassung sei am Montag eingereicht worden, teilten Biontech und Pfizer am Dienstag mit. Am Montag hatte auch der US-Konzern Moderna bei der Ema einen entsprechenden Antrag für seinen Impfstoff gestellt.

7.50 Uhr: Corona-Hotspot: Erstmals Massentests von Kindern und Erziehern

Im Corona-Hotspot Hildburghausen können sich erstmals in Deutschland alle Kindergarten- und Schulkinder sowie ihre Erzieher auf das Virus testen lassen. Die Aktion beginnt am Dienstag in einem Kindergarten in der Stadt Hildburghausen. Etwa ein Drittel der Kinder aus den städtischen Kindergärten und die Mehrheit der Erzieherinnen und Erzieher wolle sich an dem freiwilligen Schnelltest beteiligen, sagte Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Angaben des Landratsamtes Hildburghausen können sich etwa 8000 Kita- und Schulkinder, etwa 1000 Pädagogen sowie Mitarbeiter aus Bildungseinrichtungen freiwillig testen lassen. Dafür würden die Voraussetzungen geschaffen - insgesamt 11 000 Tests seien bestellt. Wie viele Menschen das Angebot annehmen, ist offen. Am Montag hieß es, es gebe bisher etwa 2000 Rückmeldungen von Testwilligen. Auch einige Kommunalpolitiker in dem Kreis sollen Massentests skeptisch gegenüberstehen.

6.52 Uhr: 13.604 Fälle: Corona-Neuinfektionen auf Vorwochenniveau

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.604 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. In der Vorwoche waren es mit 13.554 ähnlich viele Fälle, wie aus Zahlen des RKI vom Dienstagmorgen hervorgeht. Von einer wirklichen Trendumkehr kann also aktuell nicht gesprochen werden.

Binnen eines Tages sind außerdem 388 neue Todesfälle gemeldet worden. Das ist der vierthöchste Wert seit Beginn der Pandemie.In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Der bisherige Höchststand von 410 Todesfällen wurde am vergangenen Mittwoch erreicht.

30. November

13.01 Uhr: Moderna will Zulassung für Corona-Impfstoff in EU beantragen

Der US-Pharmakonzern Moderna will als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragen. Der Antrag auf eine bedingte Zulassung solle noch am Montag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema gestellt werden, teilte das Unternehmen am selben Tag mit.

11.53 Uhr: Passau ist jetzt Deutschlands Corona-Hotspot

Die niederbayerische Stadt Passau liegt nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zusammen mit dem Thüringer Landkreis Hildburghausen als Corona-Hotspot bundesweit an der Spitze.Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche - lag am Montag demnach bei 579,5.Nur ganz knapp dahinter rangiert den Daten zufolge der bisherige Spitzenreiter, der Thüringer Landkreis Hildburghausen. Hier betrug die Sieben-Tage-Inzidenz 579,1. Eine RKI-Sprecherin bestätigte die Zahlen.

11.13 Uhr: Merkel geißelt Länder-Pläne zu Hotelöffnungen über Weihnachten

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Pläne verschiedener besonders von der Corona-Pandemie betroffener Länder kritisiert, über Weihnachten in Großstädten Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben. Merkel habe sich am Montag in einer virtuellen Sitzung des CDU-Präsidiums zu dem Beschluss von Bund und Ländern bekannt, die strengen Corona-Kontaktbeschränkungen über die Festtage zu lockern, berichteten Teilnehmer am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Es habe ihr aber die Fantasie gefehlt, zu ahnen, dass besonders betroffene Länder die Hotels öffnen wollten, wurde sie zitiert.

Es sei nicht kontrollierbar, ob nur Gäste in den Hotels übernachteten, die tatsächlich Verwandte in der Region besuchten, begründete Merkel demnach ihre Kritik. Nach diesen Informationen bezog sich die Kanzlerin auf entsprechende Regelungen in Großstädten wie Berlin. Es sei nicht zu erklären, dass zugleich etwa die Krankenschwestern an der Berliner Charité über Weihnachten durcharbeiten müssten. Ausdrücklich habe sie in diesem Zusammenhang nicht von Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern gesprochen, berichteten mehrere Teilnehmer. In einigen Flächenländern seien sinkende Inzidenzwerte zu erkennen.

 Deutscher Bundestag 195. Sitzung Plenum und Debatte Aktuell, 26.11.2020, Berlin, Angela Merkel die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland hat die Haende gefaltet auf der Regierungsbank bei der 195. Sitzung des Deutschen Bundestag in Berlin Berlin Berlin Deutschland *** German Bundestag 195 Session Plenary and Debate Current Affairs, 26 11 2020, Berlin, Angela Merkel the Chancellor of the Federal Republic of Germany has folded her hands on the government bench at the 195 session of the German Bundestag in Berlin Berlin Germany

Bild: imago images / Political-Moments

Die Kanzlerin sprach demnach von erfreulichen Entwicklungen bei den Corona-Infektionszahlen in Hamburg und Bremen. Dagegen gebe es steigende Zahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Nun müssten regionale Maßnahmen ergriffen werden. Es seien regionale Kraftanstrengungen notwendig. Merkel betonte, im November habe es so viele Corona-Infektionen wie von März bis Oktober zusammen gegeben – mehr als 500 000. Nach den Beratungen des CDU-Präsidiums wollte Merkel noch am Vormittag mit dem Corona-Kabinett zusammenkommen.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer betonte nach Teilnehmerangaben in der Präsidiumssitzung, es gebe bei den Infektionszahlen leider weiterhin eine "Seitwärtsbewegung". Nach Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein und Berlin hatte am Samstag auch Mecklenburg-Vorpommern angekündigt, über die Festtage Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben - entgegen einer Empfehlung aus dem Kanzleramt. Am Mittwoch hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, dass der Teil-Lockdown mit der Schließung etwa von Restaurants, Theatern, Fitnessstudios und Freizeiteinrichtungen bis zum 20. Dezember verlängert werden soll. Private Zusammenkünfte werden auf maximal fünf Personen begrenzt. Über Weihnachten sollen die Kontakt-Beschränkungen dann gelockert werden, um Familienbesuche zu ermöglichen.

7.03 Uhr: 11.169 Fälle: Corona-Neuinfektionen leicht über Vorwochenwert

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 11 169 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23 648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Montag hatte die Zahl bei 10 864 gelegen. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 125 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.

29. November

13.51 Uhr: Berliner Corona-Ampel springt auf Rot

Erstmals seit Einführung des Ampelsystems zur Bewertung der Corona-Lage in Berlin ist der Warnwert für Intensivbetten überschritten worden. Mehr als ein Viertel dieser Betten in der Hauptstadt ist jetzt mit Covid-19-Patienten belegt, wie aus dem am Sonntag aktualisierten Lagebericht der Gesundheitsverwaltung für Samstag hervorgeht. Damit steht die Corona-Ampel in Berlin nun bei zwei Indikatoren auf Rot.

Die Corona-Ampel berücksichtigt insgesamt drei Indikatoren: die Reproduktionszahl (kurz R-Wert), die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen und die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten. Für jedes Kriterium wurden Grenzwerte definiert. Werden diese mindestens drei Mal in Folge überschritten, wechselt die entsprechende Ampelfarbe auf Gelb oder Rot.

13.03 Uhr: Auch Passau reißt Inzidenz von 500

Der zweite Landkreis in Deutschland hat die Marke von 500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten. Es handelt sich um Passau in Niederbayern, wo seit Samstag verschärfte Corona-Regeln gelten. Laut Robert-Koch-Institut liegt der Wert für Passau bei 537,8. Nur Hildburghausen in Thüringen weist in Deutschland eine noch höhere Inzidenz auf.

10.13 Uhr: Frau bringt Baby mit Antikörpern zur Welt

In Singapur hat eine Frau ein Kind mit Corona-Anti-Körpern zur Welt gebracht. Das Baby sei im November ohne Covid-19 geboren worden und trage Antikörper gegen das Virus in sich, berichtet die "Straits Times" und zitiert die Mutter. Sie sei selbst im März infiziert gewesen, als sie schwanger war, habe aber nur schwache Krankheitssymptome gezeigt. Der Fall gebe neue Hinweise auf eine mögliche Übertragung des Virus von der Mutter auf ihr Kind, heißt es in dem Bericht. Laut WHO ist noch nicht bekannt, ob eine Frau das Virus während der Schwangerschaft oder Entbindung auf ihren Fötus oder ihr Baby übertragen kann.

8.25 Uhr: Mehrheit der Deutschen zweifelt an Corona-App

Die Corona-Warn-App stößt einer Umfrage zufolge bei einer Mehrheit der Deutschen auf Skepsis. 51 Prozent halten die App nicht für ein geeignetes Mittel zur Eindämmung der Pandemie, wie die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Funke Mediengruppe ergibt. 49 Prozent werten das Instrument dagegen als sinnvoll. Weitgehende Zustimmung gibt es bei der Maskenpflicht. 90 Prozent betrachten das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und an belebten Orten als hilfreich. 85 Prozent befürworten den Verzicht auf nicht notwendige Kontakte sowie auf berufliche und private Reisen.

8.01 Uhr: 14.611 Fälle: Corona-Neuinfektionen unter Vorwochenniveau

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) am Wochenende vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 14.611 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Sonntagmorgen bekanntgab. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 15.741 gelegen. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 158 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.

28. November

11.32 Uhr: Altmaier - Beschränkungen in ersten Monaten 2021 nicht ausgeschlossen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hält eine Verlängerung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens bis ins nächste Jahr für möglich. "Wir haben drei bis vier lange Wintermonate vor uns", sagt der CDU-Politiker der "Welt". "Deshalb kann man leider keine Entwarnung geben: Es kann sein, dass die Beschränkungen auch in den ersten Monaten 2021 bestehen bleiben." Solange es in großen Teilen Deutschlands Inzidenzen von über 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner gebe, sei die Pandemie nicht unter Kontrolle.

8.02 Uhr: 21.695 Neuinfektionen

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.695 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden übermittelt. Das meldete das RKI am frühen Samstagmorgen. Am vergangenen Samstag hatte die Zahl bei 22.964 gelegen. Der Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden.

Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 379 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.

7.59 Uhr: Spahn rechnet mit Impfstoffzulassung Mitte Dezember

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht nach jetzigem Stand davon aus, dass der erste Anti-Corona-Impfstoff Mitte Dezember zugelassen wird. "Das macht mich schon auch stolz, dass mit BioNTech eine deutsche Entwicklung ganz vorne ist und vor allem nicht nur vorne, sondern auch sicher und wirksam", sagte Spahn dem Bayerischen Rundfunk im Interview der Woche auf B5 aktuell.

25.11.2020, Berlin: Jens Spahn (CDU), Bundesminister f

Jens Spahn glaubt an eine Impfstoffzulassung noch im Dezember. Bild: dpa / Michael Kappeler

Entscheidend sei, dass das auch in Studien mit zigtausenden Probanden bewiesen sei. Dennoch hat Deutschland sich nach Angaben von Spahn Impfdosen von unterschiedlichen Herstellern gesichert, insgesamt gut 300 Millionen. Man wolle auf Nummer sicher gehen und nicht nur auf einen Impfstoffkandidaten setzen. Das Angebot an die Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeheimen, als erste geimpft zu werden, wird nach Angaben von Spahn unterschiedlich aufgenommen. Die einen reagierten eher zögerlich und sagten, sie wollten nicht unbedingt die ersten sein.

Für die anderen sei dagegen klar, dass sie an der Front seien und zuerst geimpft werden wollten. Das sei ein Angebot, so Spahn, und jeder könne für sich entscheiden, ob er es annimmt. Als Ziel habe er jedoch die Erwartung und die Bitte, "dass die allermeisten, die im Gesundheitswesen arbeiten, sich auch impfen lassen." Es gehe nicht nur darum, sich zu schützen, sondern auch die, die man pflegt.

27. November

18.37 Uhr: Tests für gefährdete Gruppen sollen ausgebaut werden

Angesichts weiter hoher Infektionszahlen soll der Einsatz von Corona-Tests vor allem für gefährdete Gruppen ausgebaut werden - auch mit Schnelltests. Ziel sei, "umfassender und einfacher" insbesondere Personengruppen ohne Symptome zu testen, "bei denen aber dennoch eine Infektion naheliegend erscheint", heißt es in einem neuen Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums. Das gelte zudem für Menschen mit hoher Gefahr, dass sie oder andere in ihrem Umfeld bei einer Infektion besonders gefährdet wären. Für Rückkehrer aus Risikogebieten im Ausland sollen Tests nicht mehr gratis sein.

Die Neuregelungen sollen am kommenden Dienstag (1. Dezember) in Kraft treten. Konkret soll unter anderem klargestellt werden, dass man für Tests nach einer Warnung über die Corona-App nicht gesondert vom Arzt oder Gesundheitsamt als "Kontaktperson" festgestellt werden muss. Die Verordnung soll zudem aufschlüsseln, in welchen Konstellationen man als Kontaktperson gilt und sich nach ärztlicher Anordnung auch ohne Symptome testen lassen kann – etwa bei engem Kontakt von mindestens 15 Minuten zu einem Infizierten in den letzten zehn Tagen.

Gelten soll dies auch, wenn man durch Nähe zu einem Infizierten "mit hoher Wahrscheinlichkeit einer relevanten Konzentration von Aerosolen auch bei größerem Abstand ausgesetzt war" – bei Feiern, gemeinsamem Singen oder Sport in Innenräumen. Genannt werden zudem Menschen, die mit einem Infizierten für mehr als 30 Minuten "in relativ beengter Raumsituation oder einer schwer zu überblickenden Kontaktsituation" waren – etwa in Schulklassen und bei Gruppenveranstaltungen, heißt es in dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst berichtete das Nachrichtenportal "ThePioneer" (Freitag) darüber.

12.42 Uhr: Bayerische Stadt Passau verhängt Ausgangssperre

Die bayerische Stadt Passau verhängt angesichts der stark gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen eine strenge Ausgangssperre. Sie solle am Samstag beginnen und zunächst eine Woche dauern, wie Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) am Freitag ankündigte. Passauer dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen.

Außerdem verhängt die Stadt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und verordnet Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 - mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen. Wer einen Angehörigen in einem Altenheim besuchen will, muss vorher einen Schnelltest machen und damit nachweisen, dass er nicht infiziert ist.

Passau hatte am Freitag einen Corona-Inzidenzwert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Die Stadt ist damit nach dem Landkreis Hildburghausen in Thüringen mit knapp 630 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen derzeit Deutschlands Hotspot Nummer zwei. Wie lange der Lockdown dauern soll, blieb zunächst offen.

12.36 Uhr: Deutsche für Fortsetzung von Lockdown – und für Feuerwerksverbot

Die Maßnahmen zur Fortsetzung des Teil-Shutdown stoßen bei den Bundesbürgern dem neuen ZDF-"Politbarometer" zufolge auf deutliche Zustimmung. Dass Restaurants und Kultur- sowie Freizeiteinrichtungen weiterhin geschlossen bleiben, finden 61 Prozent richtig, 36 Prozent sind dagegen, wie die am Freitag veröffentlichte Umfrage ergab. Dass die Kontaktbeschränkungen weiter verschärft werden, unterstützen demnach 71 Prozent, während 27 Prozent dies ablehnen.

Dass es Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen für private Treffen an Weihnachten im Familien- und Bekanntenkreis gibt, finden 58 Prozent richtig und 39 Prozent falsch. Dass Deutschland zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Maßnahmen sehr hohe Schulden macht, finden 74 Prozent aller Befragten richtig, 21 Prozent lehnen das ab.

An Silvester sollte wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nach Meinung von 61 Prozent aller Befragten der Einsatz von Feuerwerkskörpern generell verboten werden. 34 Prozent sind gegen ein allgemeines Verbot.

7.10 Uhr: Gesamt-Infektionszahl übersteigt Millionen-Marke

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland hat die Marke von einer Million überschritten – auf 1.006.394, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Viele Infektionen dürften aber unentdeckt geblieben sein, auch weil viele Menschen keine oder kaum Symptome entwickeln.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 426 auf insgesamt 15.586. Das ist Rekord seit Beginn der Pandemie. Am Mittwoch war mit 410 Fällen zuletzt ein Spitzenwert in diesem Bereich erreicht worden. Das RKI schätzt, dass rund 696.100 Menschen inzwischen genesen sind.

Am Donnerstagabend hatten die Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore (USA) bereits die Überschreitung der Infektionszahl von einer Million für Deutschland angezeigt. Die Daten der Forscher werden regelmäßig aktualisiert und zeigen daher häufig einen höheren Stand als offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der betroffenen Länder. In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch nachträglich korrigiert.

6.30 Uhr: 22.806 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.806 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden (Stand: 27.11., 00.00 Uhr). Am Freitag vor einer Woche war mit 23.648 ans RKI übermittelten Fällen zuletzt ein Höchststand bei den täglichen Neuinfektionen erreicht worden.

26. November

17.38 Uhr: Brinkhaus stellt Corona-Lockerung an Silvester in Frage

Einen Tag nach den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern hat Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus Zweifel an den für Silvester geplanten Lockerungen geäußert. "Ob wir tatsächlich die Zehn-Menschen-Grenze aus mehreren Haushalten halten können, das hängt auch davon ab, wie die Entwicklung im Dezember sein wird", sagte Brinkhaus am Donnerstag dem SWR mit Blick auf den Jahreswechsel. Für Weihnachten halte er die Lockerung dagegen für vertretbar.

Weihnachten habe eine hohe Bedeutung als Familienfest und als christliches Hochfest. Das gelte für Silvester nicht. "Silvester ist nicht Familie (…), Silvester ist Party", sagte Brinkhaus. Er äußerte allerdings auch Zweifel, ob man schon jetzt verlässlich über solche Regeln entscheiden könne. "Ich war erstaunt, mit welcher Bestimmtheit man bei der Ministerpräsidentenkonferenz die Beschlüsse gefasst hat – wo man gesagt hat wir machen jetzt schon eine klare Ansage, was Weihnachten oder Silvester passiert. Ich wäre da etwas vorsichtiger gewesen", sagte der CDU-Politiker.

Kritik an den geplanten Ausnahmen von den Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen über die Feiertage äußerte im SWR auch der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery. Er sagte dem Sender: "Medizinischepidemiologisch ist es Wahnsinn, zu Weihnachten wieder aufzumachen und zu lockern."

9.00: Regierungserklärung von Angela Merkel: "Lockerungen nicht verantwortbar"

Bundeskanzlerin Merkel sagt in ihrer Regierungserklärung am Donnerstagmorgen, durch die bisherigen Corona-Maßnahmen seien die Kontakte der Menschen bereits um 40 Prozent zurückgegangen – eine "nationale Kraftanstrengung", die nötig sei, um die Pandemie zu bewältigen. Merkel sagt weiterhin, bis jetzt sei "das Schlimmste" verhindert werden können. Die dringend notwendige Trendumkehr nach unten sei jedoch bis dato ausgeblieben, die Zahlen sinken nicht und die Toten werden immer mehr. Dies bereite ihr Sorge.

Die alte Prämisse, den Schutz der Bevölkerung an die erste Stelle zu setzen, sei weiterhin das wichtigste Anliegen der Bundesregierung. Dabei sei ihr bewusst, dass viele Bürgerinnen und Bürger unter den wirtschaftlichen Folgen zu leiden hätten, sagt Merkel. Auch wisse sie, dass das Bildungs-, das Kultur- und das Sozialsystem strapaziert würden. Doch dies gehe immer im Einklang mit der Bewahrung der Gesundheit der Menschen.

Merkel sagt, Lockerungen seien zum jetzigen Zeitpunkt "nicht verantwortbar". Im Anschluss erläutert sie erneut die Beschlüsse des vergangenen Tages.

06.51 Uhr: 22.268 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.268 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 3600 Fälle mehr als am Mittwoch (18.633), wie aus Angaben des RKI vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Am Donnerstag vor einer Woche waren 22.609 Fälle gemeldet worden.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 389 auf insgesamt 15.160. Am Mittwoch war mit 410 Todesfällen ein neuer Höchstwert erreicht worden. Das RKI schätzt, dass rund 676 100 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,87 (Vortag: 0,90). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

25. November

21.29 Uhr: Angela Merkel verkündet Ergebnisse des Corona-Gipfels: Diese Regeln gelten jetzt

Die Kanzlerin verkündet nun, worauf sich Bund und Länder geeinigt haben. Angela Merkel spricht von konstruktiven und intensiven Gesprächen. Bisher sehe man nur Teilerfolge, mit denen man sich nicht begnügen könne. Die täglichen Infektionszahlen verharrten auf einem hohen Plateau, so Merkel.

Es gebe zwei Botschaften an die Bürgerinnen und Bürger. "Einmal danke, dass die Menschen in ihrer großen Mehrheit die gravierenden Einschränkungen solidarisch mitgetragen haben", so Merkel. Die zweite Botschaft sei, dass die Lage es nicht erlaube, die Beschränkungen aufzuheben. Das Ziel müsse ein Inzidenzwert von 50 sein.

25.11.2020, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht im Bundeskanzleramt in der Pressekonferenz neben Bayerns Ministerpräsident Markus Soeder (CSU - r) und Berlins Regierendem Bürgermeister Peter Müller (SPD) . Sie hatten zuvor im Kanzleramt per Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer über die Verlängerung der Coronavirus-Restriktionen verhandelt. Foto: Odd Andersen/AFP/POOL/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Merkel bei der Preesekonferenz mit Markus Söder (rechts) und Michael Müller (links). Bild: dpa / Odd Andersen

"Die Menschen wollen Klarheit für den Rest des Jahres. Das ist ihr Recht", sagt Merkel. Alle nicht zwingend notwendigen Kontakte seien zu vermeiden. Ihr Appell an alle: "Wir brauchen noch einmal eine Kraftanstrengung". Dann verkündet sie die Beschlüsse.

21.22 Uhr: Corona-Einschränkungen werden bis Anfang Januar verlängert

Die Einschränkungen des Teil-Lockdowns sollen nach Angaben von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bis Anfang Januar verlängert werden. Im Beschluss des Corona-Gipfels der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei aus formalen Gründen eine Verlängerung bis zum 20. Dezember festgelegt worden, doch die Maßnahmen würden danach nochmals bis Anfang Januar verlängert, sagte Ramelow am Mittwochabend im Anschluss an den Gipfel.

Dem Thüringer Ministerpräsidenten zufolge geht unter den Regierungschefs niemand davon aus, dass Hotels und Gaststätten öffnen werden. Ramelow sagte, es solle zudem keinen grenzüberschreitenden Reiseverkehr geben in der Weihnachtszeit. Es sei von einem stillen Weihnachten auszugehen. Die Ministerpräsidenten und Merkel tagten rund sieben Stunden. Merkel wollte sich im Anschluss äußern.

20.29 Uhr: Länder schmettern Bund-Forderungen zu Schulen ab

Die Bundesländer haben weitgehende Forderungen des Bundes nach starken Entzerrung des Unterrichts in Schulen abgelehnt. Die Bund-Länder-Runde legt nach Informationen aus Teilnehmerkreisen fest, dass ein hybrider Unterricht oder ein Wechselunterricht in Corona-Hotspots ab der 8. Klasse möglich sein soll–- aber nicht bundesweit. Die Bundesregierung hatte wegen der Infektionen auch bei Schülern und Lehrern auf weitergehende Schritte gedrungen. Einige Länder pochen aber auf ihre Zuständigkeiten, bezweifeln, dass Schulen ein entscheidender Hotspot sind oder geben organisatorische Schwierigkeiten etwa für die Teilung von Klassen an. Die Nordländer verweisen zudem auf sinkende Infektionszahlen bei ihnen. Zuvor haben Kanzlerin und Ministerpräsidenten lange über die Kosten zusätzlicher Schülertransporte gerungen. Die Passage zur Finanzierung wird ganz gestrichen.

dpatopbilder - HANDOUT - 25.11.2020, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Regierende B

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), zu Beginn der Videokonferenz mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder Bild: dpa / Guido Bergmann

18.03 Uhr: Bund und Länder wollen Verzicht auf Silvesterböller empfehlen

Bund und Länder wollen den Bürgern empfehlen, zum Jahreswechsel auf ein Silvesterfeuerwerk zu verzichten. Auf belebten Plätzen und Straßen soll die Verwendung von Pyrotechnik untersagt werden, um größere Gruppenbildungen zu vermeiden – darauf verständigten sich die Ministerpräsidenten am Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern aus verschiedenen Bundesländern sowie vonseiten des Bundes erfuhr.

Ein endgültiger Beschluss des Gesamtpapiers stand noch aus. Zuvor hatte auch die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Die örtlich zuständigen Behörden sollen demnach die betroffenen Plätze und Straßen bestimmen. Öffentlich veranstaltete Feuerwerke sollen untersagt werden. Im Vorfeld der Beratungen hatten sich die unionsgeführten Bundesländer anders als SPD-Länder gegen ein Verkaufsverbot für Silvesterböller ausgesprochen.

17.44 Uhr: Kontaktbeschränkungen sollen für Weihnachten gelockert werden

Die strengen Kontaktbeschränkungen zum Eindämmen der Corona-Pandemie sollen nach Angaben aus Länderkreisen über Weihnachten gelockert werden. Darauf verständigten sich die Ministerpräsidenten am Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern aus verschiedenen Bundesländern erfuhr. Eine Bestätigung der Bundes-Seite sowie der endgültige Beschluss des Gesamtpapiers standen aber noch aus. Demnach sollen vom 23. Dezember an Treffen "im engsten Familien- oder Freundeskreis" möglich sein, und zwar bis maximal zehn Personen insgesamt. Dazu gehörige Kinder bis 14 Jahre sollen hiervon ausgenommen sein. Die Ausnahmeregelung soll nach Angaben aus Teilnehmerkreisen nunmehr "längstens" bis zum 1. Januar gelten. Sollte es bei dieser Formulierung bleiben, wäre also zunächst offen, ob die Lockerungen am Ende überall auch über Silvester gelten werden.

16.34 Uhr: Erste Einigungen bei Corona-Gipfel: Verlängerung Lockdown und neue Regeln für Geschäfte

Bund und Länder haben sich am Mittwoch nun endgültig auf neue Regeln für die kommenden Wochen geeinigt. Die Sitzung dauert zur Stunde zwar noch an, aber erste Punkte sind nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Business Insider" inzwischen von beiden Seiten beschlossen worden.

Demnach wird bis 20. Dezember verlängert. Restaurants, Kneipen, Freizeiteinrichtungen und Kulturbetriebe müssen damit vorerst weiter dicht bleiben. Zudem werden die Regelungen für Geschäfte angepasst. Bisher gilt, dass in allen Geschäften ein Kunde pro 10 Quadratmeter erlaubt ist. Für Kaufhäuser und Shopping-Malls ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche soll künftig jedoch die schärfere Vorgabe 1 Kunde/20 Quadratmeter gelten. Für alle anderen Geschäfte unter 800 Quadratmetern gilt weiterhin ein Kunde pro 10 Quadratmeter.

"Hart aber fair": Kekulé fürchtet "Lockdown bis Juli" und stichelt gegen Drosten

Am 1. November begann der Lockdown light, eigentlich sollte er nur einen Monat andauern. Aber schon bald kam die Verlängerung und am 16. Dezember dann der harte Lockdown. In der vergangenen Woche wurde die Verschärfung der Regelungen beschlossen und nochmal bis Ende Januar verlängert.

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