Deutschland
Symbolbild zum Thema Social Distancing. eine Frau geht allein spazieren. Sie traegt einen Mundschutz. Berlin, 05.04.2020. Nach dem Ausbruch der Pandemie um den Coronavirus, COVID-19, SARS-CoV-2 wurden weltweit Ausgangssperren verhaengt. Sozialkontakte sollen reduziert werden. Spaziergaenge an der frischen Luft sind unter Auflagen jedoch moeglich. Berlin Deutschland *** Symbolic image on the subject of social distancing a woman goes for a walk alone She wears a face mask Berlin, 05 04 2020 After the outbreak of the pandemic of the corona virus, COVID 19, SARS CoV 2, curfews were imposed worldwide Social contacts are to be reduced Walking in the fresh air is possible under certain conditions Berlin Germany Copyright: xThomasxTrutschel/photothekx

Viele Menschen setzen auf Masken als Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus. Händler haben teilweise Probleme, ihre Produkte loszuwerden. Bild: www.imago-images.de / Thomas Trutschel/photothek

Händler ist verärgert: Er bleibt auf rund einer Million Schutzmasken sitzen

Der Nürnberger Textilhersteller Tom Laufer wollte in der Corona-Krise helfen und stellte Schutzmasken her. Nun aber hat er Probleme, die Masken auch loszuwerden. Offenbar will sie ihm niemand abkaufen – obwohl Schutzkleidung doch als knappes Gut gilt in der Krise.

Laut eigenen Angaben hat Laufer rund eine Million Masken, für die er einen Abnehmer sucht. Dabei handele es sich um Mund-Nasen-Schutzmasken, wie der Unternehmer der "Bild"-Zeitung und dem Sender RTL erklärte.

"Die sind aus hundert Prozent zertifizierter Biobaumwolle. Die Masken sind wiederverwendbar und können bei neunzig Grad gewaschen und so sterilisiert werden", sagte Laufer am Donnerstag zu RTL. Der Stückpreis betrage 1,80 Euro.

Problem sind die Masken selbst

Er habe sich ans Gesundheitsministerium gewandt, an Krankenhäuser und Ärzteverbände. Aber niemand habe ihm die Masken abkaufen wollen.

Warum? Das Gesundheitsministerium habe ihm schließlich mitgeteilt, dass es sich nicht um sogenannte FFP2-klassifizierte Masken handele. Für medizinische Zwecke sind seine Masken also nicht zu gebrauchen.

Bei den Mund-Nasen-Masken, auch OP-Masken genannt, handelt es sich um ein Schutzkleidungsstück, das vor allem andere schützt – nicht den Träger selbst. Medizinisches Personal aber braucht Masken, die das Coronavirus herausfiltern können. Diese Masken sind um einiges aufwändigere Produkte als einfache Stoffmasken.

Laufer habe sich daraufhin an Hofer, die österreichische Variante von Aldi, gewandt. In Österreich gilt in Supermärkten eine Masken-Pflicht. Doch Hofer lehnte ab. Auf Anfrage von RTL wollte sich die Discounterkette zu den Gründen nicht äußern.

Nach Medienberichten konnte Laufer am Donnerstag aber verkünden, dass er mittlerweile Anfragen von Händlern, Baumärkten und einer Fastfood-Kette erhalten habe.

Professor berichtet von ähnlichen Problemen

Ähnliches wie Laufer erlebte Dirk Löhr, Wirtschaftsprofessor an der Hochschule Trier. Er bot verschiedenen Ministerien an, er könne gebrauchte FFP2-Masken aus China besorgen, weil er dort gute Kontakte habe, wie er "Bild" und RTL erzählte.

Die Gesundheitsministerien in Rheinland-Pfalz und Bayern reagierten bisher nicht auf die Angebote von Löhr. Auf Nachfrage von RTL wollten sich beide Länder am Donnerstag nicht dazu äußern.

Löhr kann aber mittlerweile berichten: Der saarländische Regierungssprecher habe sich auf Facebook mit ihm in Kontakt gesetzt und "am nächsten Morgen meldete sich das saarländische Gesundheitsministerium". Auch aus Spanien und den USA seien Nachfragen gekommen. "Jetzt können wir uns vor Aufträgen gar nicht retten", sagte Löhr RTL.

Bundesregierung will Schutzmasken in Deutschland produzieren

Die Bundesregierung hat selbst bereits begonnen, einen Nachschub von Schutzmasken zu organisieren. Am Mittwoch teilte das Bundesgesundheitsministerium mit, dass diese Woche noch rund 40 Millionen Schutzmasken aus China nach Deutschland kommen sollen.

Außerdem setzt der Bund auf die Produktion von medizinischen Schutzmasken in Deutschland. Dafür will die Regierung Produzenten von speziellem Vliesstoff, der für die Herstellung von Filtern für solche Masken notwendig ist, mit 40 Millionen Euro fördern, wie nach Angaben von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR aus einem Vermerk über eine Besprechung von Kanzlerin Angela Merkel mit dem Corona-Kabinett am Montag hervorgeht. Laut Vermerk könne der Aufbau des entsprechenden Maschinenparks aber drei bis vier Monate dauern.

(ll/mit dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kritiker 11.04.2020 18:04
    Highlight Highlight Was zeigt uns das, die Regierung kümmert sich nur um die Krankenhäuser. Alle anderen Bereiche wie z. B. die Ambulante Pflege, Pflegeheime, Physiotherapien, Ambulante Ärzte, Polizei, Feuerwehr usw. werden ignoriert, Anfragen Hilferufe an die Regierung Staatskanzlei werden vorsorglich nicht beantwortet!
    Ich rechne mit Klagewellen wenn es sich ein wennig beruhigt hat. Aber sie werden sich wie immer rausreden, obwohl das ganze Problem seit 2012 längst bekannt war (siehe Deutscher Bundestag Drucksache 17/12051 ab S.55:Risikoanalyse Bevölkerungsschutz Bund)
  • Turma1 11.04.2020 16:39
    Highlight Highlight Es steht doch schon im Beitrag ..."nicht um sogenannte FFP2-klassifizierte Masken.." also handelt es sich um Masken wie Sie jeder "Feld- und Wiesenschneider" herstellen kann. Da gibt es keine Bedarf dran, ausser Personen wollen sich ein wenig "aufhübschen" im Gesicht :)

    Sich da zu beschweren kann auch nur bei RTL wirklich gehör finden.
  • No Pie 11.04.2020 09:18
    Highlight Highlight man müßte den Verantwortlichen mal den Mund verbieten jeder will und braucht so einen Mundschutz die Politik und das Gesundheitswesen anscheinend nicht denn wenn jeder zumindestens einen Schutz hat ist die Ansteckungsgefahr sehr gering, ich bin auch für eine App die vor Corona warnt, und für konsequenten Einreisestopp auch für Erntehelfer und Coronakranke aus Nachbarländern, wir sind selber krank haben keine Masken, die werden z.B. in Frankreich hergestellt und dürfen nicht Exportiert werden und kann man nicht mal ein Jahr auf Spargel verzichten!

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