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Die CSU-Frauen laden zur Diskussion... und nur Männer auf die Bühne

 Lars Wienand

Eine Wahlkampfveranstaltung in Bayern löst Unverständnis und Spott aus: Die Frauenunion lädt ein – und es sind auf dem Podium vier Männer angekündigt. Null Prozent Frauenquote.

Um eine Partei zu verstehen, lohnt sich manchmal der Blick zur Basis vor Ort. Im Fall der CSU etwa zu einer Wahlkampfveranstaltung im mittelfränkischen Städtchen Weißenburg.

Die Frauenunion lädt dort zu Diskussion ein. Das Thema: Braucht Deutschland ein Paritätsgesetz zur Gleichberechtigung im Bundestag? Das Problem, das jetzt für einigen Spott sorgt: Es sprechen vier Männer.

Die als Podiumsdiskussion angekündigte Runde soll vor allem dazu dienen, die örtlichen Kandidaten für die Wahlen zum Landtag und zum Bezirkstag zu unterstützen. Und wie gesagt: allesamt Männer. Sogar der Moderator ist einer von ihnen.

Vielleicht sollte die Frauenunion mal dieser Dame hier zuhören?

Die Kreisvorsitzende der Frauenunion, Anita Dollinger, bestätigte t-online.de, dass ein im Netz verbreitetes Foto von der Einladung echt ist. Mit einer Anzeige in der Zeitung wurde die Podiumsdiskussion beworben. Die Veranstaltung richte sich auch nicht nur an Frauen, sagt sie. Weitergehend wollte sie sich zunächst nicht äußern.

Aufgegriffen wurde das Foto etwa vom Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, der damit an die Forderung nach einem Paritätsgesetz erinnert. Dabei würden nur Parteien zu Wahlen zugelassen, die auf ihren Listen eine bestimmte Quote erfüllen.

Die Frauenunion der CSU wurde bereits 1947 gegründet, mit 24.000 Frauen in Bayern hat diese Arbeitsgemeinschaft annähernd so viele Mitglieder wie die AfD deutschlandweit. Den Kreisverband Weißenburg-Gunzenhausen gibt es seit 1972.

Die Einladung zu der Podiumsdiskussion wird von einer selbst ernannten Satireseite verbreitet mit plumpen, frei erfundenen Zitaten einer CSU-Sprecherin: Frauen in der Partei hätten neben Kindererziehung und Haushalt keine Zeit, sich um Politik zu kümmern.

Die Landesvorsitzende der Frauenunion in der CSU, die Professorin Angelika Niebler, ist eine von fünf Ministerinnen im Kabinett von Markus Söder. 2010 hat die CSU innerparteilich eine 40-Prozent-Quote bei Führungsämtern auf Landes- und Bezirksebene beschlossen. Von den 46 Bundestagsabgeordneten sind aber nur acht Frauen.

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