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dpatopbilder - 21.06.2020, Baden-Württemberg, Stuttgart: Menschen stehen vor einem geplünderten Geschäft in der Marienstraße. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei haben dutzende gewalttätige Kleingruppen die Innenstadt verwüstet und mehrere Beamte verletzt. Foto: Julian Rettig/dpa | Verwendung weltweit

Menschen stehen vor einem geplünderten Geschäft in Stuttgart. Bild: Julian Rettig / Julian Rettig

Deine Fragen - unsere Antworten

Was wir bisher über die Randale in Stuttgart wissen

Hunderte Menschen haben in der Nacht zum Sonntag in der Stuttgarter Innenstadt randaliert und Polizeibeamte angegriffen. Bei den gewalttätigen Ausschreitungen wurden die Einsatzkräfte mit Flaschen und Steinen beworfen.

Aber was ist bisher über die Randale bekannt? Wir geben euch Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was ist passiert?

Auf Videos im Onlinedienst Twitter war zu sehen, wie Menschen mit Gegenständen Scheiben von Polizeiwagen einschlugen und gegen die Einsatzfahrzeuge traten. Dabei wurden sie von Umstehenden angefeuert. Weitere Aufnahmen zeigten stark zerstörte Innenräume von Geschäften sowie Ware, die vor den Läden zerstreut auf dem Bürgersteig lag. Erst nach Stunden hat sich die Lage beruhigt. Insgesamt waren rund 280 Polizisten im Einsatz.

Wer steckt hinter den Krawallen?

Um kurz vor Mitternacht habe sich die Lage in der Nähe des Schlossplatzes "aufgeschaukelt", wo sich am Wochenende einem Polizeisprecher zufolge immer viele Menschen aufhalten. Die Polizei sprach von einer "Party- und Eventszene", die sich am Wochenende in der Innenstadt treffe, sich betrinke und in den sozialen Medien inszeniere.

Was war der Anlass?

Ausgangspunkt der Krawalle war den Angaben der Polizei zufolge die Polizeikontrolle eines 17-Jährigen wegen eines mutmaßlichen Drogendelikts. Umgehend hätten sich 200 bis 300 Feiernde mit dem Verdächtigen solidarisiert und die Beamten mit Steinen und Flaschen angegriffen, sagte Polizeivizepräsident Thomas Berger am Sonntag in Stuttgart. Die Menge sei dann auf bis zu 500 Personen angewachsen und in Kleingruppen durch die Innenstadt gezogen. Die Lage sei zunächst "sehr unüberschaubar" gewesen.

Welche Schäden sind entstanden?

Mindestens 19 Polizeibeamte wurden den Angaben zufolge verletzt. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben zwölf Einsatzwagen beschädigt, bis hin zum Totalschaden. Bei 40 Ladengeschäften wurden Schaufenster beschädigt oder zerstört. Neun Geschäfte wurden geplündert.

Wie viele Verdächtige wurden festgenommen?

Insgesamt 24 Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen. Sieben von ihnen sollten noch am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt werden, der über eine Untersuchungshaft entscheiden sollte.

(om/afp)

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