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Grünen-Chef Robert Habeck auf dem Parteitag der Grünen. Bild: imago images / Rüdiger Wölk

Robert Habeck beklagt Kapitulation vor Hass im Netz

Grünen-Chef Robert Habeck hat mit Unverständnis auf den Gerichtsbeschluss zu wüsten Beschimpfungen gegen seine Parteifreundin Renate Künast reagiert.

Worum geht's beim Fall Künast?

Künast hatte zuvor am Landgericht Berlin am Mittwoch einen Teilerfolg errungen. Der Kurznachrichtendienst Twitter darf demnach Auskunft über einen Nutzer geben, der der Politikerin in einem Tweet ein unwahres Zitat zugeschrieben hatte. Für vier weitere Tweets bekam sie aber kein Recht auf Auskunft zugesprochen.

Wie ein Gerichtssprecher erklärte, ist das Verfahren nicht mit dem Fall von Anfang September identisch. Damals war Künast mit dem Versuch gescheitert, gegen Beschimpfungen wie "Geisteskranke" auf Facebook gegen sie vorzugehen. Solche Kommentare stellten "keine Diffamierung der Person der Antragstellerin und damit keine Beleidigungen" dar.

Unbekannte hatten Künast unter anderem als "Stück Scheiße" und "altes grünes Dreckschwein" bezeichnet und noch drastischere und auch sexistische Posts geschrieben. Dagegen hat Künast ebenfalls Beschwerde eingelegt

Das sagte Habeck weiter:

Das Netz sei keine abgeschottete Welt mit Sonderregeln, sondern Teil unserer Wirklichkeit, sagte Habeck. "Was dort gesagt und geschrieben wird, prägt Denken, Handeln und Realität." Aus Worten würden Taten, das habe etwa der Mordfall Walter Lübcke gezeigt.

Dass Menschen frei ihre Meinung sagen könnten, sei Kernbestand der Demokratie, Meinungsfreiheit müsse von staatlicher Seite "aktiv gewährleistet" werden. "Dazu gehört eben auch: Niemand muss sich aufs Übelste beschimpfen lassen, nur weil er oder sie sich öffentlich zu Wort meldet", sagte Habeck. Beschimpfungen als "abartig" oder "pervers" seien unakzeptabel.

Habeck sagte, es sei deshalb "äußerst wichtig, dass Renate Künast und viele andere sich juristisch wehren, wenn die Justiz solche Äußerungen als akzeptabel einstuft."

(ll/dpa)

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