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Bild: Screenshot ARD

Linken-Politiker Bartsch sieht im Erstarken der AfD auch Versagen der eigenen Partei

Was macht eigentlich... die Linkspartei? Das dachte sich wohl auch die ARD und lud den Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, zum Sommerinterview. Thema waren natürlich die anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland, aber dann spielte vor allem eine Person eine Rolle, die gar nicht anwesend war: Sahra Wagenknecht.

Bartsch zu Sahra Wagenknecht...

ARD-Journalist Oliver Köhr wollte wissen, was denn nun mit der Noch-Co-Vorsitzenden der Fraktion, Sahra Wagenknecht, sei. Sie hatte im März dieses Jahres angekündigt, sich aus gesundheitlichen Gründen von der Fraktionsspitze zurückzuziehen und bei der Wahl im Herbst nicht wieder anzutreten.

Im Moment sei Wagenknecht Co-Fraktionschefin, sagte Bartsch und werde das auch erstmal bleiben. Sicher ist: "Wir werden eine Doppelspitze wählen und das werde zu gegebener Zeit entschieden", sagte der Fraktionschef.

Eines wollte Bartsch dabei aber klar stellen: "Sahra Wagenknecht tritt nicht zurück, sie tritt nicht wieder an. Wenn man krank ist, dann ist das schlicht zu respektieren." Allerdings gehe er davon aus, dass Wagenknecht auch bei der Bundestagswahl kandidieren werde.

Mit Blick auf die aktuellen Umfragen musste Bartsch selbstkritisch eingestehen, dass sich die Linkspartei zu sehr mit Personalfragen statt mit Inhalten beschäftigt habe. "Wir müssen unseren Personalstreit beenden", forderte er. "Wenn wir uns den Themen widmen, werden wir stark."

Bartsch zum linken Kernthema soziale Gerechtigkeit...

ARD-Journalist Köhr wollte von Bartsch wissen, ob die Linke ein neues Thema brauche. Man habe bei der Europa- und Kommunalwahl gesehen, dass das Thema Soziales nicht mehr ziehe.

"Natürlich bleibt der Markenkern das Thema 'soziale Gerechtigkeit'", konterte Bartsch.

Und forderte:

"Wir müssen die soziale Frage zur zentralen Frage machen."

Auf der einen Seite gebe es obszönen Reichtum, auf der anderen Seite Kinder, die arm oder von Armut bedroht seien, kritisierte der Linken-Politiker.

Bartsch zu den Ost-Wahlen und zur AfD...

Warum hat sich die Linke im Osten von der AfD die Butter vom Brot nehmen lassen, wollte Köhr von Bartsch schließlich wissen.

Bartsch stellt zunächst fest, dass die Linke Kümmerpartei sei und Kümmerpartei bleibe. Mit Blick auf das Erstarken der AfD gerade in Ostdeutschland räumt er aber auch Fehler seiner Partei ein: "Wenn die AfD so stark ist, ist das auch ein Stück weit unser Versagen", erklärte Bartsch.

"Man müsse sich das mal vorstellen", so Bartsch weiter mit Blick auf die AfD, "eine Partei, die nicht mal ein Rentenkonzept hat".

Bartsch gibt sich trotz der guten Umfragen für die AfD in Thüringen, Sachsen und Brandenburg und die weniger guten für die Linke kämpferisch: "Wir werden kämpfen und dürfen uns nicht von Umfragen kirre machen lassen." Man müsse deutlich machen, dass die Linke trotz Regierungsbeteiligung in den neuen Ländern weiterhin eine Partei gegen die herrschenden Verhältnisse sei.

(ts)

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