Ist das wurscht oder nicht? Darüber wird sich gerade im bayerischen Schwandorf gestritten. Und nein, das ist nicht das betroffene Kind, sondern nur ein Symbolbild.
Ist das wurscht oder nicht? Darüber wird sich gerade im bayerischen Schwandorf gestritten. Und nein, das ist nicht das betroffene Kind, sondern nur ein Symbolbild.
Bild: imago stock&people

Aufregung in Bayern: Kita-Erzieherin verbietet Kind angeblich, "Wurschtbrot" zu sagen

05.06.2019, 10:48

Es geht um die Wurst in einem Kindergarten im bayerischen Schwandorf. Genauer gesagt um die "Wurscht". Was ist da los?

Jemand hat sich offenbar anonym beim "Bund Bairische Sprache" gemeldet und laut Verein empört von einer Erzieherin berichtet, die wohl nicht viel mit dem Oberpfälzer Dialekt anfangen kann.

Die Erzieherin soll einem Mädchen im Kindergarten verboten haben, "Wurschtbrot" zu sagen, berichtet unter anderem der "BR". Demnach habe die Erzieherin gesagt, dass es korrekt "Wurstbrot" hieße. Man müsse "richtig" sprechen und es müsse schließlich jeder verstehen, was das Kind sage, soll die Erzieherin gesagt haben.

Kita-Fall bringt Mundart-Schützer auf die Barrikaden

Dem Bericht zufolge wandte sich sich Sepp Obermeier, der Vorsitzende des "Bunds Bairische Sprache", mit der Nachricht des Users an die Medien. Er bezeichnete das Vorgehen der Kindergärtnerin als "rückschrittlich". Dass Dialekte den schulischen Erfolg hemmten, sei eine veraltete Irrlehre der 70er Jahre, sagt Obermeier. Stattdessen, so sein Argument, erhöhe das Dialektsprechen das Sprachvermögen von Kindern langfristig.

Auf Facebook ruft der Verein auf:

"Wer Fälle von Verächtlichmachungen unserer Muttersprache kennt, soll sich an uns wenden. Wenn es möglich ist, machen wir die Verfehlungen bekannt."

Eine offizielle Bestätigung für den Vorfall gibt es laut dem "BR" nicht. Die Leiterin der Kita will "nichts von dem Fall gehört" haben. Generell verbiete man aber keinem Kind, Dialekt zu sprechen, versicherte die Kindergarten-Leitung dem "BR".

Der "Wurschtbrot"-Eklat soll nicht der einzige sein.

Dialekt-Verteidiger Sepp Obermeier erwähnt einen Fall im Altmühltal, bei dem ein Kind wegen der Verwendung von Dialekt als Strafe in die Ecke gestellt worden sein soll.

"Was man da mit der Kinderseele macht! Das Kind wird doch geprägt für sein ganzes Leben."
Obermeier
Was denkst du? Sollten Kinder in der Kita Dialekt sprechen dürfen? Schreib es uns in die Kommentare!

(hd)

Diese 16 Bilder zeigen, wie blöd unsere Gesellschaft doch manchmal ist

1 / 19
Diese 16 Bilder zeigen, wie blöd unsere Gesellschaft doch manchmal ist
quelle: photodisc / photodisc
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Kein Trinkgeld? Du bist nicht pleite, sondern geizig

Halbes Jahr Corona in Deutschland – ein Arzt zieht Bilanz: "Eine Systemerkrankung"

Vor den Apotheken standen Menschen Schlange. Atemmasken waren ausverkauft. Wer Glück hatte, ergatterte noch Desinfektionsmittel. Cafés waren wie ausgestorben. Spätnachts am 27. Januar hatte das bayerische Gesundheitsministerium den bundesweit ersten Corona-Fall bekannt gegeben. Es handelte sich um einen Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto in Stockdorf bei München. An den Tagen darauf herrschte in diesem Ortsteil von Gauting Ausnahmezustand.

Arztpraxen in Stockdorf mit seinen rund …

Artikel lesen
Link zum Artikel