Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

Bild: dpa

Deine Daten gehören dir! Das ändert sich mit dem neuen EU-Datenschutz

Die Aufregung ist groß. Am 25. Mai kommt das neue EU-Gesetz zum Datenschutz. Die 11 wichtigsten Fragen zur neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO):

Muss das gerade jetzt sein? 

Bild

Die damalige EU-Justizkommissarin Viviane Reding und der Grünen-Europaabgeordnete Jan Albrecht haben die neue EU-Regelung auf den Weg gebracht. bild: dpa (2)

Es muss. Die alte EU-Regelung stammen aus dem Jahr 1995, das Internet war damals noch neu, an Facebook und Instagram oder Airbnb nicht einmal zu denken. Nun macht sich Europa auf den Weg ins Digitalzeitalter. Und schafft neue Fakten. Im Gegensatz zur alten Richtlinie ist die neue Datenschutzregelung eine Verordnung, das heißt: Sie gilt unmittelbar als nationales Gesetz; in allen 28 Mitgliedstaaten der EU. Und darüber hinaus.

Wer muss sich eigentlich an die neuen Regeln halten?

Alle, die in der EU mit personenbezogenen Daten umgehen. Von Vereinen, die Adresslisten pflegen, über Verbände, die einen Newsletter verschicken, bis hin zu großen Unternehmen mit ihren gewaltigen Datenbergen. (Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern brauchen künftig sogar einen eigenen Datenschutzbeauftragten.)

Doch, was nützen die besten Regeln, wenn sich Unternehmen nicht daran halten müssen, weil sie zwar Daten in der EU sammeln, aber außerhalb Europas sitzen wie zum Beispiel Airbnb? Die neuen Regeln legen auch das fest: Wer auf dem Markt in der EU Geschäfte macht, muss sich auch an Europas Datenschutzstandards halten. Juristen sprechen vom Marktortprinzip.

Und worum geht's eigentlich?

Bild

Bild: dpa (4)

Um personenbezogene Daten. Das sind alle Daten, die dich eindeutig indentifizierbar machen. Neben Name, Adresse und Geburtsort sind das auch IT-Adressen oder Mailadresse.

Was hab' ich davon? 

Die Auskunftspflicht wird strenger geregelt. Welche Daten hat Facebook über mich gesammelt? Was weiß meine Bank? Was die Fluglinie? Künftig kann jeder bei Unternehmen nachfragen, welche Daten dort über ihn erfasst sind. Die Firmen sollen binnen vier Wochen antworten.
Generell gilt: Daten sollen so kurz wie möglich gespeichert werden. die Speicheraktion muss angemessen sein wird der Server eines Unternehmens gehackt, müssen die Kunden binnen 72 Stunden über den Datenklau informiert werden.

Und warum krieg ich jetzt so viele Mails mit der AGB-Gedöns?

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGBs) zählen zu den am wenigsten gelesenen Texten. Das wird sich auch künftig wohl nicht ändern. Die neue Regelung schreibt nun eine aktive Einwilligung vor. Wichtig etwa für Datentracking via Cookies. Auch muss der User künftig zustimmen. Und zwar aktiv. Neu ist also die eindeutige Einwilligung.

Was passiert, wenn du den Anbieter wechselst?

Bild

Bild: dpa

Playlist? Adressdatei? Fitnessband? Cloud Daten? Künftig gilt: Meine Daten gehören mir. Und ich kann sie mitnehmen, wenn ich einen Anbieter wechsle. Und zwar in einem gängigen Datenformat.  Juristen reden in ihrer unnachahmlichen Sprache von Übertragbarkeit oder Daten-Portabilität.

Umfrage

Brauchen wir die neuen Datenschutzregeln?

  • Abstimmen

60

  • Ja, meine Daten gehören mir. Und ich will die Kontrolle zurück68%
  • Nein, ich lese AGB's ohnehin nie. Hauptsache, die Anbieter sind billig oder gar gratis. 17%
  • Mir egal. Bin im Netz eh nur mit Fake-Accounts und falschen Namen wie Kater Lustig oder Naschbär unterwegs12%

Und meine Fotos auf Facebook und Instagram?

Juristisch knifflig. Sind auch Bilder personenbezogene Daten? Darüber streiten Datenschützer und Juristen. Generell gilt: 

Was ist mit unliebsamen Netzeinträgen? 

Bild

Bild: dpa

Früher war das alles sehr einfach. Es gab einen Rechner und eine Festplatte und noch kein Internet. Daher genügte ein einziger Befehl: Delete *.* lautete der Befehl, der einst aus Bits und Bytes ein digitales Nichts machte. Im Zeitalter von Google, Bing und Facebook ist das anders. Im Netz verschwindet nix.

Vor vier Jahren hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg bereits ein Recht auf Vergessen festgeschrieben. Geklagt hatte der Spanier Mario Costeja Gonzalez. Eine Annonce, dass sein Haus einst zwangsversteigert wurde, fand sich auch mehr als ein Jahrzehnt später noch in der Liste der Google-Treffer. Damit ist nun Schluss. Das Netz lernt vergessen. Und die EU lernt dazu. In der neuen Regelung ist festgeschrieben, dass andere Anbieter über den Löschwunsch informiert werden müssen, wenn die Daten weitergereicht wurden. Vom Recht auf Vergessen sprechen Juristen,

Wie ist das mit dem Netz für Kinder?

Personenbezogene Daten dürfen laut neuem Gesetz erst verarbeitet werden, wenn der User 16 ist. Whatsapp setzte das Mindestalter gleich auf 16 Jahre fest, Facebook testet einen Link zur Seite der Eltern. Da wird also in der Praxis noch experimentiert.

Mir passt die ganze Richtung nicht: Und wo kann ich mich beschweren? 

Der Österreicher Max Schrems musste in Irland vor Gericht ziehen, um an seine Facebookdaten zu kommen. Der Grund: Die Europazentrale von Facebook sitzt in der irischen Hauptstadt Dublin. Mit der neuen EU-Regelung wird das anders. In Datenschutzfragen kann sich künftig jeder EU-Bürger an die Datenschutzbehörden in seinem Land wenden, die klären den Fall, egal, wo das Unternehmen in der EU seine Europazentrale hat. Von One-Stop-Shop reden die Experten, heißt nix anderes als: ein einziger Ansprechpartner für dich in der gesamten EU. Und hier geht's zu den Datenschutzbehörden.

Das wird teuer! Und wenn sich Facebook & Co nicht an die Regeln halten?

Datenschutzregeln gab es bisher schon. Nur hatte es kaum Folgen, wenn Facebook mit Cambridge Analytica kumpanierte. Außer moralischer Empörung mit vielen Ausrufezeichen!!!

Künftig wird es teuer!!! Es droht ein hohes Bußgeld. Bis zu vier Prozent des weltweiten jährlichen Umsatzes muss ein Unternehmen zahlen, wenn es gegen die neuen Regeln verstößt. Bei Facebook mit einem jährlichen Umsatz (2017) von rund 34 Milliarden Euro wären das 1,3 Mrd. Euro.

Das könnte dich auch interessieren:

iPhone-Userin ruiniert besonderen Moment der Braut – so regt sich eine Fotografin auf

Link zum Artikel

McDonald's- und Burger-King-Mitarbeiter packen über dreisteste Kunden aus

Link zum Artikel

Weil sie ihr Auto wuschen: Wut-Brief an Sanitäter – Antwort wird gefeiert

Link zum Artikel

Foodwatch kritisiert Edeka: Zwei Produkte, zwei Preise – trotz gleichen Inhalts

Link zum Artikel

Aldi startet neues Konzept in London – warum das in Deutschland nicht funktionieren würde

Link zum Artikel

Das denken Singles, wenn sie diese 5 Sprüche hören

Link zum Artikel

Ein Fehler veranschaulicht, worum es Plasberg beim EU-Streit wirklich ging

Link zum Artikel

Aldi wird sein Angebot radikal überarbeiten – das wird sich für dich jetzt ändern

Link zum Artikel

9 Hochzeitsplaner erzählen, welche "tollen Ideen" sie nicht mehr sehen können

Link zum Artikel

Ein Helene-Fischer-Song war für Florian Silbereisen gedacht – doch es kam ganz anders

Link zum Artikel

"Stranger Things": Wenn diese Theorie stimmt, ist klar, was aus Hopper wurde

Link zum Artikel

Ein Bobby-Car im Parkverbot – so reagiert die Polizei

Link zum Artikel

Autofahrer weichen aus: Gelbe Teststreifen plötzlich auf der A4 aufgetaucht

Link zum Artikel

"Masked Singer": Faisal Kawusi empört mit üblem Merkel-Witz – ProSieben reagiert patzig

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Dieser Promi steckt im Kudu-Kostüm!

Link zum Artikel

Whatsapp: Mit diesem Trick kannst du noch Tage später unpassende Nachrichten löschen

Link zum Artikel

Neymar könnte mit Domino-Effekt für neuen Toptransfer beim FC Bayern sorgen

Link zum Artikel

Gleiches Produkt, dreifacher Preis? Jetzt reagiert Edeka auf die Vorwürfe

Link zum Artikel

Whatsapp-Panne: Tochter schickt Eltern Urlaubs-Selfie – Wiedersehen dürfte peinlich werden

Link zum Artikel

Umstrittenes Cover von Helene Fischer: "Vogue"-Chefin spricht über Bedenken

Link zum Artikel

"Wo ist es nur geblieben?": Fans rätseln über angekündigtes Interview mit Helene Fischer

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Mit seinem Helene-Fischer-Auftritt hat sich der Engel verraten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Aus 7 wird 1: So brach die AfD im EU-Parlament auseinander

Als die AfD erstmals in das Europäische Parlament einzog, war der damalige Vorsitzende und Spitzenkandidat Bernd Lucke noch voller Euphorie: Die AfD sei aufgeblüht als eine neue Volkspartei, verkündete er. Und das mit gerade einmal 7,1 Prozent. Genau fünf Jahre ist das jetzt her.

Und während sich die AfD in Deutschland als Rechtsaußenpartei etablierte, folgte im EU-Parlament ein beispielloser Zerfall: Von den ursprünglichen sieben AfD-Abgeordneten sitzt nur noch einer für die AfD im …

Artikel lesen
Link zum Artikel