Deutschland
Bild

watson

ZDF weigerte sich, ihren Wahlspot auszustrahlen – "Die Partei" hat uns nun verraten, warum

Das ZDF hat sich mit "Die Partei" über einen Wahlwerbespot zum Thema Seenotrettung gestritten. Zunächst wollte der Sender den Spot gar nicht zeigen.

"Bei dem TV-Spot handelte es sich inhaltlich nicht um Wahlwerbung", teilte eine Sprecherin des Senders auf Anfrage in Mainz mit. "Die Partei" hatte die Gestaltung des Spots Sea-Watch überlassen. Das ZDF fand: Bei dem Spot handele es sich um einen Aufruf zur Unterstützung von Sea-Watch. Für den Zuschauer sei in dem ursprünglichen Spot nicht ersichtlich gewesen, dass es sich um Wahlwerbung für "Die Partei" handele, sagte eine Sprecherin.

"Die Partei" reichte dann eine neue Fassung des Spots ein und der Sender entschied: Diese Fassung könne ausgestrahlt werden. Die geänderte Version sei juristisch geprüft und akzeptiert worden, sagte eine ZDF-Sprecherin am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Spot wird um 22 Uhr am Mittwoch zu sehen sein.

Was aber hatte das ZDF denn beanstandet? Und was wurde nun an dem Spot geändert?

watson hat bei "Die Partei" nachgefragt. Nico Semsrott hat geantwortet.

In der neuen Fassung des Spots ist nun laut Semsrott anders als in der ursprünglichen Version am Anfang zu lesen: "Für den Spot ist ausschließlich die EU verantwortlich." Und am Ende stehe: "Wählt die PARTEI, sie gibt wichtigen Themen Aufmerksamkeit."

Das sei alles. "Inhaltlich bleibt sonst alles gleich", sagt Semsrott über die modifizierte Version.

Der "Partei"-Politiker sagt zu watson:

"Das ZDF zwingt uns, für uns Werbung zu machen. Dabei wollten wir einfach nur dem Thema Aufmerksamkeit geben und uns selbst gar nicht erwähnen."

Unzufrieden ist bei "Die Partei" trotzdem niemand. "Indem wir uns selbst gar nicht in den Fokus gerückt haben, bekommen wir jetzt umso mehr Aufmerksamkeit. Umso besser für das Thema", sagt Semsrott.

Die erste Reaktion des ZDF hatte scharfe Kritik hervorgerufen:

In einer Mitteilung sagte Marie Naass von Sea-Watch:

"Während andere Parteien das heiße Eisen Migration vor der Wahl erst gar nicht anfassen wollen, schwingt sich das ZDF beim PARTEI-Wahlwerbespot zum Scharfrichter über die individuelle und öffentliche Meinungsbildung auf."

Der Sea-Watch-Aktivist Ruben Neugebauer sagte nach der Entscheidung des ZDF, die neue Fassung zu zeigen: "Wir bedanken uns herzlich beim ZDF für die zusätzliche Aufmerksamkeit."

Die Sender in Deutschland sind zur Ausstrahlung von Wahlwerbung verpflichtet, die Spots müssen als Wahlwerbung gekennzeichnet sein. Abgelehnt werden dürfen die Spots nur, wenn sie eindeutig keine Wahlwerbung darstellen oder offensichtlich gegen allgemeine Gesetze, insbesondere Strafvorschriften, verstoßen.

(ll//hau/ mit dpa)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

CDU-Politiker mit vernichtenden Worten bei "Markus Lanz": "Bei den Clans wurde Jahrzehnte nichts gemacht"

Vor Kurzem wurde bekannt, dass die CSU stärker gegen kriminelle Clans vorgehen will und die Polizisten besser vor Übergriffen schützen möchte. Die Mindeststrafmaße sollen demnach bei tätlichen Angriffen und bei Widerstand deutlich heraufgesetzt werden.

Im Gespräch mit Markus Lanz versuchten Politiker Herbert Reul (CDU) und Journalist Olaf Sundermeyer am Dienstagabend Licht ins Dunkel der Clan-Kriminalität zu bringen. Dabei fanden die beiden deutliche Worte für die derzeitige Situation in …

Artikel lesen
Link zum Artikel