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Dieses Angebot im Online-Shop von Hugendubel stieß eine Debatte über die Datenbank-Selektion von Buchhändlern an. screenshot hugendubel.de

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Buchhandlung nimmt Nazi-Pamphlet aus Angebot: Wie es überhaupt so weit kommen konnte

Bevor der Rechtsextremist Anders Breivik im Jahr 2011 77 Menschen in Norwegen ermordete, veröffentlichte er ein "Manifest" mit 1500 Seiten. Dieses Pamphlet war nun kurzzeitig in den Onlineshops deutscher Buchhändler angeboten worden. Auf Twitter folgte ein Shitstorm gegen Hugendubel und Thalia.

Inzwischen haben beide Buchhändler das Pamphlet aus ihrem Sortiment genommen, doch wie konnte es überhaupt soweit kommen?

Eine Hugendubel-Sprecherin erklärte gegenüber watson, dass bei hugendbubel.de in der Regel alle aktuell verfügbaren Bücher zu finden sind. Sie erläuterte weiter: "Das sind circa zehn Millionen Titel. Diese werden regelmäßig über die Kataloge von nationalen und internationalen Buchgroßhändlern, über Verlage und über das Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) automatisch gemeldet und bezogen. Dass der besagte Titel im System war, war erst jetzt aufgekommen. Selbstverständlich haben wir den Titel nun aus dem Sortiment gestrichen. Der besagte Titel wurde bei uns im November 2018 erstmals gemeldet und seitdem zwei Mal bestellt."

Bereits bekanntes Problem

Auch der Buchhändler Thalia kämpft gegen dieses Problem. "Der Buchhandel stößt jedoch bei dem Versuch, diese Inhalte, zum Beispiel durch entsprechende Schlagworte, herauszufiltern, aktuell an Grenzen. Das liegt zum einen an der Findigkeit der Herausgeber, die das Sperren ihrer Publikationen verhindern, indem sie beispielsweise für die gleichen Titel immer wieder neue ISBN-Nummern oder Verlagsnamen vergeben. Zum anderen gibt es international leider keine einheitliche und verfügbare Systematik beziehungsweise Organisation, die ähnlich wie die Bundeszentrale für jugendgefährdende Schriften, zumindest angezeigte Bücher, auf den Index setzt. So sind die Herausforderungen bei fremdsprachigen Büchern besonders groß.", gab eine Thalia-Sprecherin gegenüber watson bekannt.

Aktuell versucht Thalia laut Sprecherin manuell schnellstmöglich problematische Bücher zu löschen, auf die sie von Kunden oder Organisationen aufmerksam gemacht werden. "Dabei arbeiten wir seit kurzer Zeit auch mit betroffenen externen Organisationen zusammen, um diskriminierende Inhalte zu identifizieren. Zudem suchen wir den Schulterschluss mit unseren Branchenpartnern und Lieferanten / 'Aggregatoren' von Artikeldaten fremdsprachiger Bücher. So wollen wir alle Betroffenen an einen Tisch bringen, um Lösungsansätze zu diskutieren."

Anders Breivik hatte 2011 in Oslo eine Bombe gezündet, dabei kamen acht Menschen ums Leben. Danach tötete er in einem Zeltlager auf der norwegischen Insel Utøya 69 Menschen, ein Großteil von ihnen waren Jugendliche. Vor seiner Tat versendete er sein Manifest an über 1000 Empfänger.

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