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Der Bier-Verkauf in der Gastronomie fällt bisher komplett weg Bild: imago images / Ralph Peters

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"Das schmerzt": Brauereien leiden unter Corona und müssen Bier wegschütten

Restaurants, Kneipen und Biergärten sind wegen des Corona-Lockdowns seit März geschlossen. Das trifft vor allem Gastronomen und deren Angestellte. Aber auch die Bierbrauer spüren die Auswirkungen deutlich. Denn nicht nur die Verkäufe an die Gastronomie bleiben aus, auch die generelle Absage von Großveranstaltungen, wie der Fußball-EM, fallen ins Gewicht.

Gegenüber watson erklärte die Krostitzer Brauerei:

"Der Fassbierabsatz sowie das gesamte Gastronomie- und Veranstaltungsgeschäft kamen von einem Tag auf den anderen fast vollständig zum Erliegen."

Wie hoch die Absatzeinbußen ausfallen, werde sich erst am Jahresende zeigen, aber "sicher ist schon jetzt: Die Corona-Krise stellt die Brauereien und ihre Partner vor Herausforderungen bisher nicht gekannten Ausmaßes", so die Krostitzer Brauerei.

Auch Krombacher betroffen

Aussicht auf schnelle Besserung gibt es für die Brauereien kaum. In einzelnen Bundesländern durfte die Gastronomie zwar schrittweise wieder öffnen, doch viel ist damit vorerst nicht erreicht. "Besonders herausfordernd ist aktuell die äußerst schwierige Planung für die nächsten Wochen. Vieles hängt davon ab, wie lange und intensiv uns das Virus noch beschäftigen wird", betont die Krombacher Brauerei gegenüber watson.

"Das schmerzt jeden Brauer"

Besonders bitter für die Brauer: In einigen Fällen muss bereits gebrautes Bier vernichtet werden, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Die Krostitzer Brauerei erklärt:

"Wenn in Fässern abgefülltes Bier nicht verkauft wird, kann es nicht einfach in Flaschen umgefüllt werden."

Der Qualitätsverlust wäre zu hoch, also muss es kontrolliert entsorgt werden. Verschenken dürfen es die Bierproduzenten auch nicht, aufgrund behördlicher Vorschriften zur Biersteuer.

Auch die Jever Brauerei befürchtet ähnliches für ihre abgelaufenen Biere. "Das schmerzt jeden Brauer: Denn es wird ein Lebensmittel vernichtet, in das zuvor viel Aufwand, Mühe und Herzblut geflossen ist – und natürlich auch wertvolle Rohstoffe und Ressourcen. Ganz abgesehen von Absatz- und Umsatzverlusten, die damit einhergehen", teilte Jever gegenüber watson mit.

Verkauf im Einzelhandel konstant

Der einzige Trost für die Brauer: Der Verkauf in den Supermärkten blieb bisher weiterhin konstant. In einigen Fällen konnten sogar leichte Steigerungen erzielt werden, vermutlich weil mehr Menschen Bier auf Vorrat kauften. Diese Verkäufe würden aber keineswegs den Verlust in anderen Bereichen ausgleichen, so der Tenor der Brauereien.

(lau)

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