In Australien tragen Friseure Mundschutz. So wird es wohl auch in Deutschland kommen.
In Australien tragen Friseure Mundschutz. So wird es wohl auch in Deutschland kommen.Bild: imago images/AAP / DAN PELED
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Corona-Öffnung: Wie sich Friseure jetzt vorbereiten

06.05.2020, 11:16

Sie mussten in der Corona-Krise schließen – und werden schmerzlich vermisst: Friseure und Beauty-Studios. Deutschlands Vizekanzler Olaf Scholz etwa bekannte am Donnerstag, er freue sich schon auf den nächsten Friseurbesuch. Das Rasieren sei ihm "mal besser, mal schlechter gelungen".

Lange wird Scholz, werden wir alle, nicht mehr warten müssen. Seit dem 4. Mai dürfen Friseure ihre Türen wieder eröffnen – unter Auflagen zur Hygiene und zur Vermeidung von Warteschlangen.

Die Salons können sich wohl auf einen Ansturm gefasst machen. Die Online-Plattform Treatwell, über die Menschen Termine bei Friseuren und Kosmetik-Studios vereinbaren können, berichtet auf Anfrage von watson: Insgesamt seien bis Ende April für den Mai bereits 128.667 Friseurtermine in Deutschland über ihre Plattform gebucht worden. In der letzten April-Woche habe die Plattform einen Anstieg von 1064 Prozent an Terminbuchungen verzeichnet.

Doch während wir uns schon überlegen, ob Pony oder Undercut, müssen die Friseurgeschäfte sich auf Kundenansturm und Hygienevorschriften vorbereiten. Bei der Klier Hair Group etwa, laut eigener Aussage "Europas größter Friseurdienstleistungskonzern", freut man sich zwar darüber, nun wieder Kunden verschönern zu dürfen.

Das Unternehmen gibt watson gegenüber aber zu bedenken, dass die Wiedereröffnung auch Herausforderungen mit sich bringen wird:

"So werden die Einschränkungen in der Summe dazu führen, dass wir zwar das Geschäft wieder aufnehmen können, aber dabei im Sinne aller die notwendigen Hygieneregeln umsetzen und infolge dessen auch weiterhin mit Mindereinnahmen rechnen müssen."

Klier bittet Kundinnen und Kunden daher um Verständnis, dass neue Prozesse erst erprobt werden müssten.

Bald wieder möglich: An den Seiten kurz und oben lang. (Aufnahme stammt aus einem Friseursalon im irakischen Bagdad.
Bald wieder möglich: An den Seiten kurz und oben lang. (Aufnahme stammt aus einem Friseursalon im irakischen Bagdad.Bild: AA / Murtadha Al-Sudani

Jeder zweite Platz bleibt leer

Diese Prozesse dienen der Gesundheit der Mitarbeiter und der Kunden. Um die zu gewährleisten, plane der Friseur-Gigant etwa, Abstandsregeln umzusetzen. So sieht das Sicherheitskonzept aus, dass Klier auf watson-Anfrage schickt:

  • "Jeder zweite Bedienplatz in einem Salon muss leer bleiben." Das hat Folgen: Kunden werden länger warten müssen, gleichzeitig sollen die Läden länger offen haben.
  • Zudem sollen alle Friseure einen Mundschutz sowie Handschuhe tragen und an jedem Platz soll Handdesinfektionsmittel stehen. Augenscheinlich kranke Kunden sollen abgewiesen werden.
  • Laufkundschaft will die Frisuren-Kette vorerst nicht bedienen. "Wir werden vorübergehend nur auf Termin arbeiten und nur Kundinnen und Kunden mit einem vereinbarten Termin und bei einem freien Platz in den Salon einlassen. Wartemöglichkeiten im Salon wird es übergangsweise nicht mehr geben."
  • Auch würden übergangsweise bestimmte Dienstleistungen, etwa Bartpflege, Wimpern- und Augenbrauenfärben sowie Trockenhaarschnitte nicht mehr angeboten. Bei diesen müssten die Friseurinnen und Friseure zu nahe am Gesicht ihrer Kunden arbeiten.

Die Klier Hair Group betreibt laut eigenen Angaben mehr als 1400 Salons und Shops in Deutschland und beschäftigt 9000 Mitarbeiter.

Mit ihrem Sicherheitskonzept bewegen sich die Friseur-Geschäfte der Klier Hair Group im Rahmen dessen, was der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks vorgibt.

Dessen Hauptgeschäftsführer Jörg Müller sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag: "Wir werden sehen, dass Haarschnitte und andere Dienstleistungen nur am gewaschenen Haar durchgeführt werden können." Müller wies auch darauf hin, dass gebuchte Termine eingehalten werden sollen: "Auch das ist ein Steuerungsinstrument", erklärte er.

(pcl/ll mit dpa)

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