Deutschland
25.05.2020,Berlin,Deutschland,GER, die Stadt in Zeiten der Corona Pandemie. Eine Filiale von Kaufland, gesehen im Bezirk Spandau. *** 25 05 2020,Berlin,Germany,GER, the city in times of the corona pandemic A branch of Kaufland, seen in the district of Spandau

Kaufland will die Mehrwertsteuer-Senkung an seine Kunden weitergeben. Bild: imago-images / Stefan Zeitz

Exklusiv

Aldi, Edeka, Kaufland: Discounter kündigen Ende der 9-Cent-Regel an

Die Bundesregierung hat beschlossen, ab dem 1. Juli die Mehrwertsteuer von aktuell 19 Prozent auf 16 Prozent zu senken. Die meisten Supermärkte und Discounter kündigten auch bereits an, die Steuersenkung an ihre Kunden weitergeben zu wollen.

Aber was bedeutet das für die Preise? Aufgrund der prozentualen Senkung könnten uns bald kuriose Preise in den Filialen erwarten. Sind die Zeiten von 9,99 Euro vorbei? Werden alle Preisschilder in den Filialen ausgetauscht?

Als gebrochener Preis bezeichnet man Preise, die knapp unter dem vollen Betrag liegen. Meist ziehen Supermärkte einen Cent ab (4,99 oder etwa 9,99), um die Produkte preislich attraktiver wirken zu lassen.

Noch ist nicht ganz klar, wie die Supermärkte mit der Mehrwertsteuer-Senkung umgehen werden. Laut der "Lebensmittel-Zeitung" zieht der Supermarkt-Kette Tegut in Erwägung, die Mehrwertsteuer erst an der Kasse abzuziehen.

Lidl dagegen will sich dagegen erstmals von der 9-Cent-Regel verabschieden. Die Preise fallen demnach bei Lidl laut "Lebensmittel-Zeitung" bei Lebensmittel um 1,9 Prozent (niedriger Steuersatz) und bei Aktionsware um 2,5 Prozent (normale Mehrwertsteuer).

Wir haben bei weiteren Supermärkten nachgefragt, wie sie mit der Aufgabe umgehen.

Kaufland

Auch Kaufland verspricht gegenüber watson, die Mehrwertsteuerreduktion in vollem Umfang an seine Kunden weitergeben zu wollen. "Unser Anspruch ist es seit jeher, unseren Kunden günstige Preise anzubieten. Daher ist es für uns selbstverständlich, dass wir die Steuersenkung an unsere Kunden weitergeben", teilte eine Sprecherin mit.

Auch die Neun-Cent-Regel wird demnach Geschichte sein. "Ab 1. Juli werden alle Produkte in unseren deutschen Kaufland-Filialen mit den reduzierten Preisen ausgezeichnet sein. Durch die Neuberechnung mit 16 statt 19 Prozent bzw. 5 statt 7 Prozent Mehrwertsteuer ergeben sich 'krumme Preise', die wir im Sinne einer größtmöglichen Transparenz exakt weitergeben", heißt es weiter von Kaufland.

Der Aufwand und die Kosten dafür, in rund 670 Filialen durchschnittlich 30.000 Artikel neu auszuzeichnen, seien "immens".

23.05.2019 DEUTSCHLAND , Vegetarische Produkte in einer Kaufland Filiale *** 23 05 2019 GERMANY , Vegetarian products in a Kaufland store

Bisher kostet der Großteil der Produkte bei Kaufland irgendetwas mit 9 Cent am Ende. Damit wird bald Schluss sein. Bild: www.imago-images.de / bMANUEL GEISSER

Edeka

Edeka begrüßt die Mehrwertsteuer-Senkung und plant ebenfalls, steuerliche Vorteile "vollumfänglich" an die Kunden weiterzugeben. "Dies gilt generell auch für alle Preisvorteile, die wir im Einkauf erzielen", teilte eine Sprecherin gegenüber watson mit.

Weiter wollte sich das Unternehmen aber über die zukünftigen Preise nicht äußern.

Aldi Nord/ Süd

Aldi Nord und Süd planen ebenfalls günstigere Preise für die Kunden dank der Mehrwertsteuer-Senkung. "Dies ist nicht nur fester Bestandteil des 'Aldi-Prinzips', sondern untermalt auch unsere Position als Preisführer im deutschen Lebensmitteleinzelhandel", teilte ein Sprecher von Aldi Nord im Namen beider Discounter mit.

Weitere Einzelheiten konnte der Sprecher aber noch nicht nennen. "Die genaue Ausgestaltung befindet sich noch in der Planung. Hier gilt es zunächst noch einige Fragestellungen zu klären."

Was die Maßnahmen für die Supermärkte bedeuten

Die Herausforderungen für die Supermärkte dürften tatsächlich massiv sein.

Es müssen nicht nur Preisschilder getauscht werden, auch Umsätze müssen neu geplant werden, weil damit gerechnet wird, dass sich Kunden auf bestimmte Produkte stürzen werden, die durch die Steuersenkung billiger werden. Und das alles nach einer Phase, die ohnehin äußerst anstrengend für die Mitarbeiter der Lebensmittelgeschäfte gewesen sein dürfte.

(vdv)

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    Alle Leser-Kommentare
  • teufelsgott 19.06.2020 16:30
    Highlight Highlight Jetzt mal abgesehen von der 9-Cent Regel, finde ich Aldi eigentlich prima. Was mich eigentlich mächtig stört, sin die Wühltische, zumindest in dem Laden in meiner Nähe. Das hat so den Charm der 70iger Jahre. Die Auswah die kann sich durchaus sdehen lassen. Natürlich wenn man frischen Fisch haben möchte, da muss man halt in ein Fischgeschäft gehen. Aber Waren des täglichen Gebrauchs, kann man da gut Einkaufen.
  • Apollo 17.06.2020 19:59
    Highlight Highlight Dabei wird's wohl auch bleiben......sofern es alle an die Kunden weitergeben, denn dass ist es worauf sich Hr. Heil stützt, um nicht bei H4 Empfängern etwas drauflegen zu müssen.......tja, wer kassieren will, muss die richtige Lobby haben, da bleibt diese Klientel eben aussen vor, obwohl seit Jahren bekannt ist, dass bei der Berechnung getrickst wird........da stellt sich Hr.Heil hin Lebensleistung muss anerkannt werden, was ist mit den H4-Empfängern, die Jahrzehnte lang gearbeitet haben, die auf die gleiche Stufe gestellt werden, mit denen, die noch nie gearbeitet haben......
    • teufelsgott 19.06.2020 16:33
      Highlight Highlight Es fehlt hal die entsprechende Lobby. "Ungerechtigkeit ist der Welt Dank".

Start-up-Idee: Edeka und Rewe testen Hygiene-Neuheit am Eingang

Wenn ihr in letzter Zeit mal einkaufen wart, habt ihr sie vielleicht gesehen: minder-motivierte Mitarbeiter des Supermarkts eures Vertrauens, die mit Sprühflasche und Lappen bewaffnet Einkaufswägen desinfizieren sollen. Der Desinfektionsvorgang sieht dann oft so aus: zwei Sprühstöße in die generelle Richtung des Wagens, kurz drüber gewischt und fertig.

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