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christian lindner podcast/montage watson

FDP-Influencer Lindner hat jetzt einen Podcast – und der könnte... gut werden

So, jetzt lassen wir diese Überschrift kurz sacken. Dabei verwundert es kaum: FDP-Chef und Ein-Mann-Partei Christian Lindner macht schon lange einen großen Personen-Kult um sich.

Und zu diesem Kult passt eben auch sein nagelneuer Podcast:

Den hat Lindner, wie im Tweet verkündet, am Montagabend gestartet. Ab jetzt gibt es seine erste knapp 40-minütige Folge bei iTunes zu hören. Christian Lindner verspricht: Hier wird Politik einmal anders erklärt. Und "Ich lade in meinen Podcast Gesprächspartner ein, die ich interessant finde."

Gesagt, getan: Erster Studiogast in der neuen Lindner-Show ist Frank Thelen, gefühlt allgegenwärtiges Gesicht der deutschen Startup-Szene und Chef-Löwe in der Investment-Show "Die Höhle der Löwen".

Was es dann zu hören gibt, ist allerdings weniger innovative Politik, als viel mehr Bekanntes: Markige Forderungen eines Berufspolitikers im Gespräch mit einem Gast, der vermutlich ähnlich wirtschaftsliberal denkt, wie Lindner selbst.

Im Insta ist der FDP-Chef übrigens auch ein ganz Großer:

Bezeichnend dafür sind die Aussagen, die Lindner zu Beginn seines Podcasts als beste Zitate aus dem Gespräch herausstellt. "Warum gibt es ein Heimats- aber kein Innovationsministerium?" fragen die beiden Innovatoren da, oder fordern mit politischer Breitseite: "Das wird Linke jetzt auf die Palme bringen, aber Schulen müssen unternehmerischer werden."

Dazu kommen Allgemeinplätze: Die Regierung solle weniger streiten, und Politik brauche mehr Geduld und Mut. Es könne nicht sein, sagt Lindner, dass es im Parlament so langsam voranginge: etwa bei der Blockchain, dem Buzzword-Thema Nummer 1 aus der Startup und FDP-Welt.

Garniert wird der Podcast mit der unternehmerischen Geschichte von Lindner selbst, gelobt von Thelen (selbst), der aus der Erfahrung von scheiternden Startups schließt: "Wir müssen jetzt einfach mal mehr machen und uns mehr trauen." Um dann darüber zu sprechen, warum er selbst nur so halb in die Politik will. "Da frag ich mich, wie du das hinbekommst?", sagt er Lindner.

Wie gesagt, das alles klingt nach einer klassischen Lindner-Show, diesmal eben mit Gast. Aber immerhin reden die Beiden da ganz offen miteinander, und ganz gut moderieren kann Chrsitian Lindner tatsächlich auch. Zum Beispiel, als er nach Hintergründen zur TV-Show von Thelen fragt.

Im Format könnte also trotz holprigen Anfangs noch Potential stecken. Immerhin: Lindner kündigt in seinem Tweet auch den Besuch des Vorsitzenden der Linksfraktion Dietmar Bartsch an. Das könnte schon spannender werden – falls sich der FDP-Chef traut, in Zukunft mehr politische Gegner und interessante Kritiker aus NGOs, Parteien und Aktivistengruppen einzuladen. Wenn er sich also herausfordern lässt, dann könnte sein Podcast am Ende tatsächlich mal einige überraschende Perspektiven liefern. 

(mbi)

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