Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Miete zu teuer? Die Bundesjustizministerin will das ändern

05.06.18, 13:49

550 Euro kostet ein durchschnittliches WG-Zimmer in München mittlerweile. Viel. Zu. Viel.

So fühlen wir uns beim Zahlen der Miete. Nur nicht so glücklich.

Bild: Giphy

Bundesjustizministerin Katarina Barley will den Anstieg der Mieten in Ballungszentren jetzt mit neuen Pflichten für Vermieter bremsen.

Wenn Vermieter künftig mehr für ihre Wohnung haben wollen, als laut Mietpreisbremse festgelegt ist, müssen sie ihren Mietern das künftig begründen. Und zwar schon vor Abschluss des Mietvertrags. Das geht aus einem am Dienstag bekanntgewordenen Gesetzentwurf hervor.

Das ist die Mietpreisbremse

Die 2015 eingeführte Mietpreisbremse sieht vor, dass die Miete bei Neuvermietungen in Ballungszentren die ortsübliche Vergleichsmiete nicht um mehr als zehn Prozent überschreiten darf. Ausnahmen von dieser Regel gelten nur, wenn schon der Vormieter mehr als ortsüblich gezahlt hat – also der Vermieter nicht gezwungen ist, die Miete zu senken. Zudem darf der Wohnungsbesitzer die Mietobergrenze überschreiten, wenn es sich um einen Neubau handelt oder er die Wohnung modernisiert hat.

Du wohnst in München, Frankfurt, oder Stuttgart? Sorry, Pech gehabt!

Darum wird das Gesetz nun nachgebessert

Die Mietpreisbremse habe nicht zu der erhofften Wirkung geführt, begründet das Justizministerium das Nachjustieren. Grund sei, dass Neumieter häufig nicht wüssten, wie hoch die Miete ihres Vorgängers gewesen sei oder ob Modernisierungsarbeiten die verlangte Miete rechtfertigten. Offenbar vermieden viele Interessenten einer Wohnung kritische Nachfragen nach Vormiete oder Erneuerungsarbeiten.

Das soll sich konkret verändern:

In Berlin haben Aktivisten mehrere Häuser besetzt. Wir haben mit einem von ihnen gesprochen.

Die Immobilienwirtschaft sieht das etwas anders

Der Präsident des Spitzenverbandes der Immobilienwirtschaft ZIA, Andreas Mattner, erklärte:

"Die geplante Verschärfung wird Wohnungssuchenden lediglich das Gefühl vermitteln, dass sie schneller eine Wohnung finden, was in der Praxis absolut nicht der Fall ist."

Gegen steigende Mietpreise helfe nur ein größeres Wohnungsangebot. Der Verband der Wohnungswirtschaft GdW forderte Anreize für den Bau bezahlbarer Wohnungen, wie das von der großen Koalition versprochene Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz.

(fh/rtr)

Na, mal wieder wichtige News verpasst? Folge uns bei Facebook, damit das nicht mehr passiert.

Viele Menschen in Deutschland haben Probleme, ihre Miete zu zahlen. In unserer Serie sprechen wir mit einigen von ihnen.

"Ich möchte gar nicht Vollzeit arbeiten" – Musiker Hannes in unserer Armutsserie 

"Menschen sehen Blumen als Billigprodukt": Floristin Stefanie in unserer Armutsserie 

"Manchmal arbeite ich ohne Bezahlung" – Wie Tänzerin Larissa mit Armut zurechtkommt

"Ich schalte im Winter den Kühlschrank ab" – Rentnerin Gertrud in unserer Armutsserie

"Ich habe oft Schmerzmittel gespritzt" – Friseur Julian arbeitet, obwohl er krank ist

Kai ist alleinerziehend und lebt vom Geld seiner Kinder

Warum Katharina mit 24 Schulden aufnehmen muss

Unsere Armutsserie startet: So lebt Jan mit 800 Euro im Monat

So teuer sind WG-Zimmer in deutschen Uni-Städten geworden

13.000 Menschen demonstrieren gegen hohe Mieten in Berlin

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Warum immer weniger Studenten und Schüler Bafög kriegen

Es ist für viele Schüler und Studenten der einzige Weg eine Ausbildung zu finanzieren: Die Rede ist von Bafög. Jetzt kommt raus: Immer weniger Schüler und Studenten absolvieren ihre Ausbildung mithilfe von Bafög-Leistungen. Wieso?

Wer sich einmal um Bafög bemüht hat, weiß: Das Einkommen der Eltern ist ausschlaggebend und entscheidet mit darüber, ob man Bafög bekommt oder nicht. Zuletzt waren die Löhne in Deutschland gestiegen, wodurch mehr mögliche Empfänger die Grenzbeträge …

Artikel lesen