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18-Jähriger verkaufte 259 falsche Goldbarren an Sparkasse – für 300.000 Euro

17.08.18, 15:54

Es klingt wie eine Geschichte aus einem schlechten Krimi – wobei sie selbst für das zu unglaubwürdig scheint. Abgespielt hat sie sich in Göttingen in Deutschland, Hauptakteur ist ein 18-jähriger Realschulabgänger. Dieser kaufte sich im Jahr 2016 über das Internet hunderte falsche Goldbarren, wie die Zeitung HAZ berichtet.

Reihe von Goldbarren PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY SimonxCritchley 11270007

Row from Gold bars PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY SimonxCritchley 11270007

Bild: imago stock&people

Das geht ganz einfach. Auf Ebay gibt es eine Reihe von Anbietern, die Metallbarren aus Kupfer, Messing oder Wolfram mit einer hauchdünnen Goldschicht überziehen und den Barren somit täuschend echt aussehen lassen, zumindest für das Laienauge – müsste man eigentlich meinen.

Vom Falschgold täuschen ließ sich allerdings auch die Sparkasse in Göttingen. Nicht nur einmal. Nicht nur zweimal. Immer wieder erklärte sie sich bereit, die "Goldbarren" vom jungen Mann abzukaufen.

Ganze elf Mal gelang dem 18-Jährigen die Täuschung. Insgesamt verkauft er dabei 259 Barren und bekam dafür 300.984 Euro ausbezahlt. Woher der Mann das Gold hatte und wieso er immer wieder mit Nachschub antanzte, wunderte bei der Sparkasse anscheinend niemanden. Im Gegenteil: Man habe ihn sogar angerufen und gefragt, ob er nicht noch mehr besitze. 

Gold ließ sich einfach abkratzen

Erst als auch die Mutter des jungen Mannes versuchte, falsches Gold zu verkaufen, fliegt alles auf. Nicht etwa, weil die Sparkasse Verdacht auf Falschgold schöpfte, sondern weil Ermittlungen wegen Geldwäscherei eingeleitet wurden. Dieser Verdacht bestätigte sich zwar nicht, die falschen Goldbarren flogen nun aber auf.

Dass die Sparkasse die Täuschung nicht früher bemerkt hatte, löst bei der Justiz nur Kopfschütteln aus. Es wäre nämlich ganz einfach gewesen, die Metallblöcke zu entlarven. Man musste nur leicht an den Barren kratzen und schon trat das andere Metall zum Vorschein. Dies wurde während des Prozesses demonstriert. 

Das Verfahren ist laut dem Richter momentan aber ausgesetzt, da erst noch im Detail recherchiert werden müsse, was den Schaden angeht. Schließlich habe die Sparkasse ja ein kleines bisschen Gold – die Beschichtung der Barren – erhalten. Außerdem konnten noch 183.000 Euro beim Täter sichergestellt werden.

Die Sparkasse selbst verhält sich während des Prozesses relativ kleinlaut. Einen Teil des Goldes habe man nämlich bereits weiterverkauft, beispielsweise an die Nord/LB und nach Baden-Württemberg. Ein weiterer Teil ist als vermeintliches Echtgold eingeschmolzen worden.

(doz)

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