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Die Verbindungen des Keksherstellers zu den Nazis waren offenbar enger, als bisher angenommen. Bild: imago/montage: watson

Bahlsen-Brüder waren in NSDAP – So eng waren die Nazi-Verstrickungen des Keksherstellers

Wie Nazi war Bahlsen? Die Erbin des Keks-Imperiums, Verena Bahlsen, hatte kürzlich behauptet, die Zwangsarbeiter, die im zweiten Weltkrieg für das Unternehmen arbeiten mussten, seien gut behandelt und bezahlt worden. Später entschuldigte sie sich für diese – offenkundig falsche – Aussage. Recherchen des "Spiegel" zeigen nun: Das Unternehmen war offenbar deutlich enger mit dem Naziregime verstrickt. Bahlsen habe nicht nur von Zwangsarbeit profitiert, Verena Bahlsens Opa und zwei seiner Brüder waren laut "Spiegel" auch NSDAP-Mitglieder und SS-Unterstützer.

Werner Bahlsen und seine Brüder Hans und Klaus saßen demnach damals im Vorstand des Keks-Herstellers. Hans Bahlsen war der "Spiegel"-Recherche zufolge gleichzeitig bereits seit dem 1. Mai 1933 NSDAP-Mitglied. Die Brüder Werner und Klaus seien erst 1942 Parteimitglieder geworden.

Hans Bahlsen sei außerdem von 1933 bis 1934 SS-Mitglied gewesen sein, seine Brüder hätten die SS noch bis 1935 als Fördermitglieder finanziell unterstützt. Der "Spiegel" stützt sich dabei auf Entnazifizierungsakten. Hans Bahlsen sei nach dem Krieg als Mitläufer eingestuft worden, seine Brüder hätten den Status "entlastet" erhalten.

So braun wie diese Kekse waren offenbar auch Teile der Bahlsen-Unternehmensführung in der Nazi-Zeit.

So braun wie diese Kekse waren offenbar auch Teile der Bahlsen-Unternehmensführung in der Nazi-Zeit. Bild: imago stock&people

Mit diesen Aussagen brachte Verena Bahlsen die Debatte ins Rollen

Das neuerliche Interesse für die Geschichte des Keksherstellers Bahlsen hat die Firmenerbin Verena erst durch ihre Aussagen ausgelöst. Nachdem sie bei einer Rede auf einem Marketing-Kongress in Hamburg den Kapitalismus verteidigt und erklärt hatte, sie wolle sich von ihrer Dividende auch weiterhin schöne Dinge wie Yachten kaufen, geriet sie öffentlich in die Kritik. Im Internet erinnerten Nutzer an de Ursprung des Reichtums des Unternehmens – und daran, dass dieser auch auf der Ausbeutung von Zwangsarbeitern aufbaue.

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Firmenerbin Verena Bahlsen in ihrem Restaurant in Berlin. Bild: www.imago-images.de

Verena Bahlsen äußerte sich daraufhin in der "Bild"-Zeitung und erklärte: "Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt."

Am Mittwoch entschuldigte sie sich schließlich für diese Äußerung. In einer persönlichen Erklärung sprach sie von unbedachten Äußerungen sowie einem Fehler. "Nichts liegt mir ferner, als den Nationalsozialismus und seine Folgen zu verharmlosen", betonte die 26-Jährige.

Das Unternehmen kündigte außerdem an, seine Geschichte von einem unabhängigen Expertengremium wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen.

(fh/dpa)

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