Foto Manuel Geisser 11.12.2020 Z

"Vorsicht vor dem Impfstoff": Auch in Deutschland wollen sich viele Menschen nicht gegen Covid-19 impfen lassen. Bild: imago images / Geisser

Ethikrats-Mitglied: Impfgegner sollten auf Behandlungsanspruch verzichten

Mit einem scharf formulierten Appell hat sich der Humangenetiker Wolfram Henn an Gegner einer Corona-Impfung und sogenannte Querdenker gewandt. Henn, der auch Mitglied des Ethikrats der Bundesregierung ist, forderte diese in einem am Samstag von der "Bild"-Zeitung veröffentlichten Schreiben auf, dann auch auf Behandlungsansprüche im Fall einer Covid-19-Erkrankung zu verzichten. Henn wies darin auch Kritik an dem Zulassungsverfahren für Impfstoffe zurück.

"Intensivbett und Beatmungsgerät anderen überlassen"

"Wer partout das Impfen verweigern will, der sollte, bitte schön, auch ständig ein Dokument bei sich tragen mit der Aufschrift: ,Ich will nicht geimpft werden! Ich will den Schutz vor der Krankheit anderen überlassen! Ich will, wenn ich krank werde, mein Intensivbett und mein Beatmungsgerät anderen überlassen‘", zitierte "Bild" aus dem Schreiben Henns.

Zwar seien kritische Fragen in Verbindung mit den Impfungen verständlich und berechtigt, doch sollten diese an Menschen gerichtet werden, "die sich wirklich auskennen", forderte Henn.

Forscher weltweit hätten "mit riesigem Aufwand das Tempo erhöht, aber nicht auf Kosten der Sicherheit". Weiter empfahl Henn "Querdenkern und Impfgegnern", statt "Panikmache" doch "mal ins nächste Krankenhaus zu gehen und ihre Verschwörungstheorien den Ärzten und Pflegern zu präsentieren, die gerade völlig ausgepowert von der überfüllten Intensivstation kommen".

(vdv/afp)

Neuer Plan der Bundesregierung: Corona-Impfung ab April beim Hausarzt

Die Bundesregierung arbeitet an einer Strategie, wie Impfstoff an die bundesweit rund 100.000 Arztpraxen verteilt werden kann. Die Bevölkerung soll dann künftig dort geimpft werden. Das erfuhr das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ aus Regierungskreisen. Damit sollen die bundesweit rund 400 Impfzentren schrittweise aufgelöst werden. Bereits ab April, wenn deutlich mehr Impfstoff vorhanden sein soll, könnten sich Impfwillige bei ihrem Hausarzt melden, so der Plan.

Über die Hausärzte wären …

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