Jens Spahn will Hartz IV nicht ausprobieren – 210.000 hatten ihn dazu aufgefordert

Gesundheitsminister Jens Spahn wird nicht einen einen Monat lang von Hartz IV leben. Das teilte er nach einem Gespräch mit seiner Kritikerin Sandra Schlensog am Samstag in Karlsruhe mit.

Schlensog übergab dem CDU-Politiker eine Online-Petition mit rund 210 000 Unterschriften, in der er dazu aufgefordert worden war. Mit seiner Äußerung, Hartz IV bedeute nicht Armut, hatte der Minister viel Kritik auf sich gezogen.

Der Minister nannte es in einer schriftlichen Erklärung nach dem Treffen bemerkenswert, wie viele Unterschriften zusammengekommen sind. 

"Allerdings denke ich, dass es viele Bürger eher als Farce empfänden, wenn ich als Bundesminister versuchte, für einen Monat von Hartz IV zu leben. Denn zu offenkundig käme mein beruflicher Alltag auch dann der realen Lage eines Hartz-IV-Empfängers nicht nahe."

Er räumte ein, es sei ohne Zweifel schwierig, von Hartz IV zu leben. Schlensog nannte es schade, dass Spahn sich auf das Experiment nicht einlasse, seine Einwände seien aber nicht völlig von der Hand zu weisen. (akg/dpa)

Millionen sahen Hartz-IV-Empfänger bei "Armes Deutschland" – jetzt rechnet er mit RTL 2 ab

"Für 8,50 Euro gehe ich nicht arbeiten", sagt Hartz-IV-Empfänger Alex, 23, in die Kamera von RTL 2. Dass er dabei nicht besonders sympathisch rüberkommt, ist klar – ihn gleich als Sozialschmarotzer abzustempeln, fällt dem Zuschauer nur allzu leicht.

Es ist ein Vorwurf, der Sendungen wie "Armes Deutschland" (RTL 2), "Plötzlich arm, plötzlich reich" (Sat.1) und "Vera unterwegs" (RTL) immer wieder gemacht wird – von Medien, aber auch von Lesern in Kommentarspalten.

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