Bild
Bild: dpa/Moritz Pappert/OsthessenNews
Deutschland

Hessen: Angriff auf Eritreer hatte laut Behörden "ganz klar fremdenfeindliches Motiv"

23.07.2019, 11:0023.07.2019, 23:42

Der Schuss auf einen Eritreer im hessischen Wächtersbach war nach ersten Erkenntnissen der Ermittler rassistisch motiviert.

  • Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstag: "Wir gehen momentan ganz klar von einem fremdenfeindlichen Motiv aus."
  • Das schwer verletzte 26-jährige Opfer sei "aufgrund seiner Hautfarbe" ausgewählt worden. Auch andere Hinweise aus der Durchsuchung der Wohnung des mutmaßlichen Täters, der sich selbst erschoss, erhärteten diese Vermutung. Das Opfer sei mittlerweile außer Lebensgefahr.

Gleichzeitig wandte sich der Sprecher gegen Spekulationen, dass eine "rechtsextreme oder rechtsnationalistische Gesinnung im Raum steht". Allerdings stünden die Ermittlungen noch ganz am Anfang. Das Umfeld und die Vergangenheit des mutmaßlichen Schützen würden nach entsprechenden Kontakten durchleuchtet.

Das müsst ihr über die Attacke in Hessen wissen

Der mutmaßliche Schütze habe wohl gezielt nach einem Opfer gesucht. Der 26-Jährige sei dann offenbar am Montag ein Zufallsopfer gewesen. Augenzeugen benachrichtigten die Rettungsdienste und die Polizei. Der Eritreer sei nach seinen Informationen nach einer Notoperation außer Lebensgefahr, sagte der Behördensprecher.

Der 55 Jahre alte mutmaßliche Schütze tötete sich nach der Tat mit einem Schuss in den Kopf. Bisher sei der Mann nicht polizeiauffällig gewesen, hieß es. Bei dem deutschen Staatsangehörigen seien zwei halbautomatische Waffen gefunden worden. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurden ein Abschiedsbrief sowie weitere drei Waffen sichergestellt, eine halbautomatische Pistole und zwei Langwaffen.

In Wächtersbach protestierten am Dienstagabend am Tatort rund 400 Menschen bei einer Mahnwache gegen Rassismus. "Hier wurde ein weiteres Mal, sieben Wochen nach dem Mord an Walter Lübcke, aus Gedanken eine Tat, die uns erschüttert", sagte Bürgermeister Andreas Weiher (SPD). Das Motiv müsse man sehr ernst nehmen. Die Gewalt sei eine "neue Qualität von gelebtem Rassismus".

(ll/afp/dpa)

Jugendarmut: Emilia Fester stellt klar – "nicht in Stein gemeißelt, doch wir müssen einiges tun"

Rund ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist von Armut bedroht. Also rund 3,2 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, das ist das Ergebnis einer Studie des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend. Das bedeutet, sie oder ihre Familien haben höchstens 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung.

Zur Story