Deutschland
People holding placards shout slogans during the Global Climate Strike of the movement Fridays for Future, in Cologne, Germany, November 29, 2019. REUTERS/Thilo Schmuelgen

Klimademo in Köln Bild: reuters / THILO SCHMUELGEN

"Keine Feindbilder ": Was prominente "Fridays for Future"-Aktivistinnen nun fordern

In Klassenzimmern und Universitäten dürften viele Lehrende heute vor leeren Reihen stehen – die Klima-Protestbewegung Fridays for Future hat für Freitag zum weltweiten Streik aufgerufen. Erwartet werden, wie bei den Demonstrationen im Sommer, hunderttausende Teilnehmende. Auch in Firmenbüros könnten heute Mitarbeitende fehlen – die Bewegung und die Klima-Streiks erreichen längst nicht mehr nur junge Menschen.

Den Auftakt für den weltweiten Streik bildete am Freitagmorgen Australien, wo sich nach Angaben von Fridays for Future Tausende an den Streiks beteiligten.

Greta Thunberg, Galionsfigur der Bewegung, meldete sich vom Atlantik aus über Twitter zu Wort. "Jeder wird gebraucht. Jeder ist willkommen. Schließt euch uns an!", rief sie ihre Follower auf, sich an den Protesten zu beteiligen.

Auch in Deutschland haben die Proteste gegen Mittag Fahrt aufgenommen. In insgesamt 500 Städten hat Fridays for Future zum Klima-Streik aufgerufen. Alleine in Berlin versammelten sich Tausende Menschen zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor.

Watson hat vor Beginn der Demonstrationen mit Influencerinnen gesprochen, die sich für Fridays for Future engagieren.

Hier die Statements der FFF-Aktivisten im Video:

Video: watson

Schauspielerin Lea van Acken appellierte an die Menschen:

"Was wir gerade brauchen, ist, dass wir uns gegenseitig unterstützen, dass wir das zusammen machen, dass wir keine Feindbilder schaffen."

Lea van Acken

Welchen Spirit braucht die Gesellschaft, um in Sachen Klimaschutz voranzukommen? Das sagen die Aktivistinnen:

Video: watson

Bianca Nawrath rückte in einer Videobotschaft bei watson ebenfalls den Zusammenhalt in den Mittelpunkt. Wir müssten aufhören, "den Moralapostel spielen zu wollen und ständig über andere zu urteilen". Jeder solle an den Stellen anpacken, "an denen er kann und so viel tun, wie er kann".

Welche Maßnahmen wünschen sich die Aktivistinnen von der Regierung, damit Umwelt und Klima besser geschützt werden können?

Klima-Proteste gehen in der Spree baden

Luisa Neubauer, die Vertreterin von Fridays for Future in Deutschland, griff kurz vor Protestbeginn die Bundesregierung scharf an. Diese verweile "in ihrer Stagnation", sagte sie der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom Freitag. Die Regierung habe im vergangenen Jahr viele Handlungsmöglichkeiten ungenutzt verstreichen lassen:

"Das politische Versagen ist dramatisch."

luisa neubauer

In Berlin gingen die Klima-Demonstranten baden – im wahrsten Sinne des Wortes. Rund zwei Dutzend Jugendliche sprangen am Freitag in Berlin für mehr Klimaschutz in die Spree. Die Mitglieder der Jugendorganisation des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) sprangen bei fünf Grad Außentemperatur nahe des Bundestages in den Fluss. Da die Wassertemperatur auf ähnlichem Niveau lag, begann die Gruppe ihre Aktion mit Aufwärmübungen. Gemeinsam mit der anwesenden Linke-Vorsitzenden Katja Kipping sangen sie dabei "Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle".

Die Protestierenden erhalten Unterstützung auch aus den abgelegensten Regionen der Erde. Vom deutschen Forschungsschiff "Polarstern" etwa meldeten sich ein knappes Dutzend Forschende aus der Arktis mit Plakaten, auf denen unter anderem stand: "Wir liefern die Fakten. Es ist Zeit zum Handeln!" Vor der deutschen Neumayer-Forschungsstation in der Antarktis demonstrierten ebenfalls Forschende für mehr Klimaschutz.

(pcl, mit dpa)

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