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Wir lieben den Fisch auf unserem Teller, für die Weltmeere ist das eine Katastrophe.   Bild: Getty Images Europe

Wir haben schon mehr als die Hälfte der Weltmeere leer gegessen 🐟🐟🐟

Tibor Martini 

Lachs, Thunfisch und Hering landen oft und gerne auf unseren Tellern. Wir essen oft und gerne Fisch. 

Um unserem Bedarf gerecht zu werden, fischen wir die Meere leer.

Große Fischereischiffe sind inzwischen auf mehr als der Hälfte der gesamten Meeresoberfläche unterwegs. Das Wissenschaftsmagazin "Science" hat nun eine Studie veröffentlicht, nach der mindestens 55 Prozent der weltweiten Ozeane kommerziell befischt werden. Die befischte Fläche des Planeten sei damit viermal größer als die landwirtschaftlich genutzte Erdoberfläche, so die Forscher. Besonders intensiv gefischt wird im Nordost-Atlantik und Nordwest-Pazifik sowie in den nährstoffreichen Regionen vor Südamerika und Westafrika.

Für den Großteil der Überfischung sind demnach nur fünf Länder verantwortlich.

Schiffe aus China, Spanien, Taiwan, Japan und Südkorea machen 85 Prozent der beobachteten Fischfangeinsätze aus. Mehr als die Hälfte dieser Schiffe stammen aus China.

Diese Karte zeigt, dass der Großteil der Ozeane befischt wird: 

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Bild: Global Fish watch

Für die Studie wurden Funkdaten ausgewertet, die große Schiffe im Abstand von wenigen Sekunden regelmäßig aussenden und die sich mit Satelliten empfangen lassen. Eigentlich ist das System dafür gedacht, Kollisionen zu verhindern. Durch die Daten können aber auch die Identität des Schiffes, seine Position, die Geschwindigkeit und die Fahrtrichtung nachvollzogen werden.

Darf's noch ein bisschen mehr Fisch sein? Besser nicht, wenn wir uns die Studie anschauen... 

Die Realität ist wahrscheinlich noch krasser!

Die Macher der Studie meinen sogar: Das insgesamt befischte Gebiet sei "vermutlich höher" als in der Studie angegeben, da einige Weltgegenden nicht ausgewertet werden konnten, kleinere Schiffe häufig keine Satellitensysteme an Bord haben und der Großteil der weltweiten Fischfangquoten auf kleinere Schiffe zurückgehen, die in der Nähe der Küste fischen.Wenn diese Faktoren mit einbezogen würden, würden laut den Studienautoren etwa 73 Prozent der weltweiten Ozeanoberfläche befischt.

Woher kommen die Zahlen?

Die Studie stammt von Global Fishing Watch, einer Organisation, die teilweise von Google unterstützt wird. Auch Schauspieler Leonardo DiCaprio gehört zu den Unterstützern der Organisation. Die Studie wurde von Wissenschaftlern der University of California, der Universität "Stanford and Dalhousie" in Kanada, sowie von National Geographic und Google geschrieben.

Experten schätzen, dass rund ein Drittel des gesamten Fangs aus nicht nachhaltiger Fischerei stammt – die Gewässer also überfischt werden. Aus der Studie lassen sich allerdings keine eindeutigen Zahlen zu einer möglichen Überfischung oder möglichen illegalen Fischfangaktivitäten ablesen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei t-online.de

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