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Sie forderte einen Monat Hartz IV für Spahn. Das will sie ihm nun sagen

Daniel schreckenberg

Hunderttausende Menschen wollten Gesundheitsminister Jens Spahn zum Hartz IV-Empfänger machen. Forderten dies sogar in einer Online-Petition. Nun trifft sich Spahn mit der Initiatorin der Petition. Was sie dem Gesundheitsminister sagen will, erzählte sie t-online.de.

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Sandra Schlensog initiierte eine Online-Petition, mit der Gesundheitsminister Spahn (CDU) aufgefordert wird, Hartz IV selbst auszustesten.  Bild: dpa

Einen Monat von Hartz IV leben möchte Jens Spahn nicht. Aber einen Nachmittag mit einer Hartz-IV-Empfängerin sprechen, das macht der Gesundheitsminister dann doch. In Karlsruhe trifft sich der CDU-Politiker bald mit Sandra Schlensog.

Schlensog hatte Anfang März mit einer Online-Petition für Furore gesorgt. Darin forderte sie Spahn auf, einen Monat lang von Sozialhilfe zu leben. Auslöser waren Aussagen des Politikers, Hartz IV bedeute keine Armut. Schlensog war empört. Und mit ihr fast 200.000 Menschen, die die Petition unterschrieben.

Schlensog widersprach vehement den Aussagen des Gesundheitsministers. Sie rechnete stattdessen vor, wie sie und ihr Sohn mit Hartz IV über die Runden kommen müssen. Auch andere Medien berichteten über Schlensog.

Spahn stimmt persönlichem Treffen zu

Wollte sich Gesundheitsminister Spahn zunächst weder zur Petition noch zu dem Schlensog-Vorschlag äußern, reagierte er später auf den öffentlichen Druck: Ein Telefonat mit Schlensog und ein Versprechen, sich mit ihr persönlich zu treffen, waren die Folge.

Jens Spahn stößt auch mit anderen Aussagen auf Kritik: 

In Karlsruhe, ihrer Heimatstadt, empfängt Schlensog nun bald den Minister. Etwas überrascht, war sie schon, als Spahn ihr mitteilte, dass er persönlich vorbeikommen wird. "Aber ihm blieb ja gar keine andere Wahl", sagte sie kurz vor dem Treffen im Gespräch mit t-online.de.

Spahn will sich sogar ziemlich viel Zeit für die 40-jährige Karlsruherin nehmen. Mehr als eine Stunde soll das Treffen dauern. Worüber gesprochen wird? Sandra Schlensog will sich da vorab nicht komplett festlegen: "Ich bin ein Situationsmensch. Natürlich werde ich Herrn Spahn die Petition übergeben." Auch das Experiment, dass er einmal mit so wenig Geld wie ein Hartz IV-Empfänger leben soll, stehe weiterhin im Raum, sagt Schlensog: "Ich will noch einmal verdeutlichen, dass seine Aussagen über Armut falsch sind."

Schlensog will Spahn ihre Einkünfte vorrechnen

Um das zu erreichen, will die Karlsruherin Spahn ihre eigenen Hartz IV-Belege zeigen: "Dann kann er sich das selbst einmal ausrechnen, wie wenig Geld einem mit Sozialhilfe bleibt."

Anna Mayr erzählt, wie es ist als Kind von Hartz IV zu leben: 

Mit dem Treffen will sie die Debatte um Hartz IV noch einmal in die Öffentlichkeit ziehen. "Wir haben bereits viel erreicht, alle Parteien wollen die Sozialhilfe reformieren", sagt Schlensog. Nach der bundesweiten Hartz IV-Debatte hatte etwa Berlins Oberbürgermeister Michael Müller eine Erhöhung der Sozialleistungen ins Gespräch gebracht. Auch über die Abschaffung von Sanktionen wurde debattiert.

Zuletzt hatte ein Wirtschaftsflügel der CDU gefordert, Hartz IV für Menschen unter 50 Jahre komplett abzuschaffen, damit sie schneller einen Job annehmen.

Jens Spahn selbst will sich nicht öffentlich über das private Treffen mit Schlensog äußern. Die Pressestelle des Gesundheitsministeriums teilte lediglich mit, dass er sich auf das Treffen freue. Auch Schlensog erwartet das Gespräch mit Spannung. 

"Ich sehe Jens Spahn schließlich nicht als Feind. Er hat durch seine Aussagen etwas angestoßen, jetzt muss darüber geredet werden."

Sandra Schlensog

Empfangen wird Spahn in Karlsruhe nicht nur von Schlensog. Am Vormittag veranstaltet die Hartz IV-Empfängerin eine Demonstration mit dem Motto "Hartz IV heißt Armut" in der Innenstadt. Schlensog rechnet mit rund 500 Teilnehmern. Sie selbst wird die Abschlussrede halten und dann zu dem persönlichen Gespräch mit Jens Spahn aufbrechen.

Lest hier noch einmal das watson-Interview zum Thema mit Malu Dreyer:

Noch mehr Geschichten über Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen:

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