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Warum Spahn mit dem Billigflieger Easyjet in den Kosovo fliegen musste

"Moment, den kenn ich doch?", dürfte sich mancher Fluggast der EasyJet-Maschine U2 4579 nach Pristina (Kosovo) am Montagmorgen gedacht haben. Mitten in der spöttisch gerne auch mal als "Holzklasse" bezeichneten Platzreihe saß: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Der Spitzenpolitiker war mit dem Billigflieger (Flugpreis in den Kosovo liegt hier etwa bei etwas über 35 Euro) aber nicht in den Urlaub unterwegs – sondern als Minister. Der Grund: die tausenden offenen Stellen in der Kranken- und Altenpflege.

Um die zu besetzen, reiste Spahn in den osteuropäischen Zwergstaat, um bei den Pflegekräften vor Ort für die offenen Stellen in Deutschland zu werben. Der Minister traf unter anderem Pflegeschüler, sprach mit ihnen über ihre berufliche Zukunft und gab Auskunft über Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland.

In der Hauptstadt Pristina gab es außerdem Gespräche mit Vertretern der kosovarischen Regierung. Anschließend unterzeichneten beide Seiten eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit.

Aber was macht ein Bundesminister im Billigflieger? Kann sich die Bundesregierung keine eigenen Maschinen mehr leisten?

Fast. Im März berichtete der "Spiegel" von einem neuen internen Papier des Verteidigungsministeriums, wonach sowohl Spahn als auch seine Kabinettskollegen angewiesen seien, Dienstreisen mit Linienflügen zu absolvieren. Da Spahn – anders als sein früherer Konkurrent um den CDU-Vorsitz Friedrich Merz – über keinen Privatjet verfügt, fiel die Wahl offenbar auf den Billigflieger Easyjet.

Der kommt zwar ohne Business-Class aus, fliegt aber als einzige Airline, so die "B.Z.", von Berlin in den Kosovo.

Technische Pannen bei den Regierungsfliegern

Hintergrund der Regelung des Verteidigungsministeriums ist im Übrigen eine Pannenserie bei der Bundeswehr: Mehrere Maschinen der Luftwaffe mussten zuletzt aus dem Verkehr gezogen werden. Die Regierungsflotte ist dezimiert..

Bundeskanzlerin Angela Merkel musste etwa im November ihren Flug zum G20-Gipfel in Buenos Aires unterbrechen, und ebenfalls auf einen Linienflug wechseln. Auch andere Kabinettsmitglieder wurden schon "Opfer" der angeschlagenen Regierungsflieger: SPD-Vizekanzler Olaf Scholz musste gleich dreimal einen Flug unterbrechen, und auch das deutsche Staatsoberhaupt musste sich schon über die maroden Regierungsflieger ärgern.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier strandete im Januar in Äthiopien vorübergehend auf dem Boden der Tatsachen. Neue Flieger für die Bundesregierung sind aber bereits bestellt – intern spricht man von Beschaffungskosten von mehr als einer Milliarde Euro. (spiegel.de)

Der Flug nach Pristina dürfte für Minister Spahn da günstiger gewesen sein.

(pb)

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