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27-Jähriger steht vor Gericht, weil er 1,2 Millionen mit Pfandbetrug verdient haben soll

05.04.18, 12:50 06.04.18, 07:17
Felix Huesmann
Felix Huesmann

Pfand. Absolut unsexy!

Unsere Küchen stehen voller Flaschen und Dosen und wir sind immer wieder zu faul, den Mist wegzubringen. Wenn wir es nach einer Party doch einmal schaffen, ganze Säcke und Kisten in den Supermarkt zu schleppen, freuen wir uns riesig: Zehn Euro! Endlich sind wir reich!

So richtig viel Moos soll ein 27-Jähriger aus Castrop-Rauxel mit Pfand verdient haben. Jetzt droht ihm dafür allerdings ein Aufenthalt im Knast. 

Wir hätten da ein paar Fragen...

Wie verdient man eigentlich so viel Geld mit leeren Flaschen?

Nicht auf legalem Weg. Der 27-jährige Geschäftsführer eines Getränkehandels soll zwei Pfandautomaten so manipuliert haben, dass sie die Einweg-Flaschen und -Dosen nicht zerschreddern, sondern intakt wieder ausspucken. Dadurch konnte er sie immer wieder scannen. Die Getränkehersteller überwiesen jedes Mal erneut Geld. Für die 1,2 Millionen Euro brauchte der Mann laut den Vorwürfen der Bochumer Staatsanwaltschaft weniger als ein Jahr. Der Betrug soll zwischen Sommer 2013 und Frühjahr 2014 stattgefunden haben.

Kommt das häufiger vor?

Nein. Der Vorsitzende Richter am Landgericht Bochum, Volker Talarowski, bezeichnete die Aktion als echten Ausnahmefall. Seit Mittwoch muss der 27-Jährige mutmaßliche Pfandbetrüger sich in Bochum vor Gericht verantworten. Bislang bestreitet er die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. "Ich war nur ein Strohmann", sagte er am ersten Prozesstag. Die Geschäftsführung des Getränkehandels habe er als Freundschaftsdienst für einen Bekannten übernommen. Der Prozess soll sich voraussichtlich noch bis Juni ziehen. Falls er verurteilt wird, muss der Mann mit einer Haftstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren rechnen.

Bild: https://gph.is/2qbQA7U

Wie viel Pfand müssten wir sammeln, um ganz legal 1,2 Millionen Euro zu verdienen?

Eine ganze Menge!

Ohne zu betrügen lässt sich mit Pfand also nur schwer ein Vermögen verdienen.

Die Menschen aus unserer Kolumne "Unter 1000 Euro" haben keine Millionen zur Verfügung.

(mit dpa)

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