Ist der Fall Peggy gelöst? 41-Jähriger gesteht Transport der Leiche

21.09.2018, 11:32

2001 ist die damals neunjährige Peggy in Lichtenberg in Oberfranken verschwunden. 15 Jahre später fanden Ermittler in einem Wald in Thüringen Skelettteile von ihr.

Nun hat es in dem Mordfall Peggy ein Teilgeständnis gegeben. Ein 41 Jahre alter Mann habe gestanden, die Leiche des neunjährigen Mädchens im Jahr 2001 in ein Waldstück in Thüringen gebracht zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag in Bayreuth mit. "Die Ermittlungen schreiten voran", sagte Staatsanwalt Daniel Götz.

Bereits in der vergangenen Woche hieß es, dass die Polizei den 41-Jährigen nach Durchsuchungen an verschiedenen Örtlichkeiten in Peggys Heimatort Lichtenberg und weiteren Objekten im Landkreis Wunsiedel vernommen habe. Im Anschluss an die Vernehmung sei der Mann aber entlassen worden.

Das Spurenmaterial wurde neu untersucht

Zum Inhalt der Aussage wurden damals keine Angaben gemacht. Die bei den Durchsuchungen gesammelten Ergebnisse sollten daraufhin ausgewertet werden.

Die neuen Verdachtsmomente ergaben sich Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge aus dem Fund der sterblichen Überreste des seit 2001 vermissten Mädchens im Jahr 2016. Die wissenschaftlichen Untersuchungen des am Fundort entdeckten Spurenmaterials hätten den Verdacht gegen den 41-Jährigen ergeben, der durch weitere Ermittlungsschritte untermauert worden seien.

Das 2016 entdeckte Spurenmaterial sei mit unterschiedlichen Zielrichtungen untersucht worden. So seien die aus den Spuren gewonnenen Erkenntnisse auch mit den bereits aus den vorliegenden Ermittlungsakten bestehenden Erkenntnissen abgeglichen worden. Dies habe zu dem neuen Verdacht gegen den Mann geführt. Dieser hatte bereits 2001 als ein möglicher Tatverdächtiger gegolten.

Peggys Grabstein
Peggys Grabstein
Bild: Getty Images Europe

Die damals neun Jahre alte Peggy war auf dem Rückweg von der Schule spurlos verschwunden, 2016 entdeckte ein Pilzesammler ihre sterblichen Überreste. 2004 und damit lange vor dem Fund der sterblichen Überreste war ein geistig behinderter Mann aus Lichtenberg wegen Mordes an dem Mädchen zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden; in einem Aufsehen erregenden Wiederaufnahmeverfahren wurde er aber zehn Jahre später freigesprochen.

Seit dem Freispruch versucht die Polizei wieder verstärkt, den tatsächlichen Mörder des Mädchens zu finden. Allerdings gab es wiederholt Ermittlungspannen in dem Fall und viel öffentliche Kritik an der Arbeit der Ermittler nach dem Verschwinden des Mädchens. So galt zwischenzeitlich das NSU-Mitglied Uwe Böhnhardt als möglicher Täter, weil DNA-Spuren von ihm am Fundort der sterblichen Überreste entdeckt worden waren – tatsächlich waren diese aber durch eine Verunreinigung von Polizeimaterial an den Fundort geraten.

(sg/afp)

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