12.11.2020 xkhx Protest gegen A49-Ausbau Dannenr

Im Dannenröder Forst protestieren Umweltschützer gegen die Waldrodungen für den Weiterbau der A49. Bild: imago images / Hartenfelser

Polizei im Dannenröder Forst – Aktivisten zünden Pyrotechnik

Bei erneuten Protesten gegen die Rodungen im Dannenröder Forst für den Weiterbau der Autobahn 49 in Mittelhessen haben Aktivisten am Samstag wieder Pyrotechnik gezündet. Auch Steinwürfe gegen Beamte habe es gegeben, teilte die Polizei via Twitter mit, ein Mensch sei daraufhin festgenommen worden.

Aktivisten weigerten sich, Baumhaus-Camp zu räumen

Wie ein Polizeisprecher sagte, hatten die Beamten am Morgen eines der Baumhaus-Camps in dem Waldstück betreten. Dabei sei es darum gegangen, die Menschen anzusprechen und ihnen die Möglichkeit zu geben, persönliche Gegenstände aus dem Wald zu bringen. Die Aktivisten seien dem nicht nachgekommen. Stattdessen sei mehrfach Pyrotechnik gezündet worden.

Verletzte habe es nicht gegeben. Auch ein Polizist, der von einem Stein am Bein getroffen wurde, blieb nach Angaben des Sprechers unverletzt. Mehrere Menschen hätten außerdem auf Tripods - hochbeinigen Gestellen - ausgeharrt.

Dannenröder Forst seit einem Jahr besetzt

In dem Waldstück nahe Homberg/Ohm sollen auf einer Fläche von 27 Hektar Bäume für das Verkehrsprojekt gerodet werden, die Arbeiten laufen bereits. Umwelt- und Klimaschützer protestieren dagegen, weil sie das Projekt angesichts der Klimakrise für verfehlt halten, Befürworter versprechen sich davon weniger Verkehrs- und Lärmbelastung in den Dörfern und eine bessere Anbindung ans Straßennetz. Seit mehr als einem Jahr halten Aktivisten den Dannenröder Forst besetzt, sie haben sich in mehreren Baumhaus-Camps eingerichtet und zahlreiche Barrikaden aufgebaut.

Bereits am Donnerstag waren mehrere Menschen im Dannenröder Forst festgenommen worden, nachdem an einer Absperrung Beamte mit Pyrotechnik beschossen und Rauchbomben gezündet worden waren. Weitere Festnahmen gab es am Freitag.

(vdv/dpa)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Exklusiv

"Durch und durch weiß": Was an Rassismus-Vorwürfen gegen Fridays for Future dran ist

Die Diskussion um Rassismus in der Gesellschaft berührt in Deutschland auch Fridays for Future. Der Klimaschutzbewegung wird in diesen Wochen vorgeworfen, sie habe ein Rassismusproblem. Wir haben mit allen Beteiligten gesprochen und analysieren, was dahinter steckt, wie berechtigt die Vorwürfe sind – und was die Klimaschützer jetzt tun wollen.

Es war ein Foto, schon wieder. 20. Mai 2020: Vor dem Steinkohlekraftwerk Datteln IV, das wenige Tage später in Betrieb gehen wird, protestieren …

Artikel lesen
Link zum Artikel