Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

Bild: screenshot: facebook/christian lindner

Klima-Aktivisten stürmen Lindner-Vortrag – wollen dann aber nicht mit ihm diskutieren

Aktivisten der "Fridays for Future"-Proteste haben am Dienstag einen Vortrag des FDP-Parteivorsitzenden Christian Lindner an der Uni Leipzig mit Protesten gestört. Der Politiker lud sie zur Diskussion ein, die Aktivisten schlugen das Angebot jedoch aus. Später begründeten sie, warum.

Eigentlich sprach Lindner über "westliche Werte" und die Frage, ob diese unter Druck seien. Es sollte um eine "neue Systemfrage" gehen: "Liberalismus vs. Autoritarismus". Für Aufsehen sorgte aber vor allem der Protest der Klimastreik-Aktivisten. Die kamen auf die Bühne des Uni-Hörsaals und legten sich zu einem "Die-In" auf den Boden und stellten sich tot. Die Aussage: Wenn sich die Klimapolitik nicht verändert, werde das Leben aller Menschen bedroht.

Weitere Aktivistinnen hielten Transparente hoch. "Klimaschutz nur von Profi-teur*innen umweltzerstörender Politik? Nur über unsere Leichen" stand auf einem, "System Change not Climate Change" auf einem anderen.

So reagierte Christian Lindner:

Lindner entgegnete dem Protest mit einem Zitat des gerade 90 Jahre alt gewordenen Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas. "Der hat einmal gesagt, in der Demokratie muss es herrschaftsfreien Diskurs geben, und den zwanglosen Zwang des besseren Arguments."

Lindner sagte weiter:

"Deshalb hier stehen dürft ihr. Hier liegen und schlafen dürft ihr. Stören dürft ihr nicht. Und zu Wortmeldungen diskutieren, das ist herzlich willkommen."

Viele der Zuhörer im Hörsaal applaudierten daraufhin für den FDP-Politiker. Die Aktivisten packten anschließend ihre Transparente zusammen, standen vom Boden auf und riefen im Chor:

"What do we want? Climate justice! When do we want it? Now!"

Auf Deutsch: Was wollen wir? Klimagerechtigkeit! Wann wollen wir das? Jetzt!

Während ein Großteil der Aktivisten den Saal verließ, rief ein Mann aus dem Publikum ihnen noch "Verpisst euch, ihr Kommunisten!" zu. Eine Aktivistin blieb dabei noch auf der Bühne stehen. Lindner forderte sie zur Diskussion auf: "Moment, Moment, Moment, Moment, Sie wollen doch jetzt nicht gehen?", fragte er.

"Sie können doch nicht einfach stummen Protest machen und brüllen, ohne ein Gespräch zu suchen."

Christian Lindner

Die Aktivistin begann daraufhin zunächst, ein offenbar vorbereitetes Statement von ihrem Handy abzulesen. Während Lindner auf der Bühne weiter sprach, verließ auch sie offenbar den Raum. Lindner kritisierte den Abgang ohne Diskussion: "Ich halte das für falsch und undemokratisch."

Ein Video von dem Vorfall veröffentlichte der FDP-Vorsitzende anschließend auf Facebook. In den mehr als 1100 Kommentaren, die unter dem Video seitdem gepostet wurden, werden die Aktivisten vor allem für die fehlende Diskussionbereitschaft kritisiert.

So begründen die Klima-Aktivisten ihren Abgang:

Die Leipziger "Fridays for Future"-Gruppe reagierte auf die Kritik mit einem Statement auf ihrer Facebookseite. Darin schreiben die Aktivisten, sie hätten "mit einem kurzen, friedlichen 'Die-In' mit anschließendem Verlassen des Hörsaals" auf die Problematik aufmerksam machen wollen.

"Auf eine darauffolgende Diskussion wurde bewusst verzichtet, da zum einen die Forderungen von Fridays for Future öffentlich bekannt sind und alle wichtigen Fakten seit einigen Jahrzehnten auf dem Tisch liegen."

"Fridays for Future" Leipzig

Darüber müsse nicht mehr diskutiert werden. An den FDP-Vorsitzenden gerichtet, schreiben sie: "Wenn Sie, Herr Lindner, jedoch darüber diskutieren wollen, wie die Klimakrise konkret gelöst werden soll, können Sie gerne in einen Dialog mit den Scientists 4 Future treten." Das ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, die sich den Klimaprotesten der Schüler und Studenten in den vergangenen Monaten angeschlossen haben.

Damit und mit ihrem Transparent bezogen sich die Aktivisten auch auf eine viel kritisierte Aussage von Lindner. Der twitterte im März, Klimaschutz sei eine Sache für Profis. "Von Kindern und Jugendlichen", schrieb Lindner, "kann man aber nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen."

(fh)

#FridaysForFuture: Schüler erklären, warum sie demonstrieren

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

McDonald's- und Burger-King-Mitarbeiter packen über dreisteste Kunden aus

Link zum Artikel

9 Hochzeitsplaner erzählen, welche "tollen Ideen" sie nicht mehr sehen können

Link zum Artikel

Dieser Helene-Fischer-Song war für Florian Silbereisen gedacht – doch es kam ganz anders

Link zum Artikel

Autofahrer weichen aus: Gelbe Teststreifen plötzlich auf der A4 aufgetaucht

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Mit seinem Helene-Fischer-Auftritt hat sich der Engel verraten

Link zum Artikel

iPhone-Userin ruiniert besonderen Moment der Braut – so regt sich eine Fotografin auf

Link zum Artikel

Ein Bobby-Car im Parkverbot – so reagiert die Polizei

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Dieser Promi steckt im Kudu-Kostüm!

Link zum Artikel

Gleiches Produkt, dreifacher Preis? Jetzt reagiert Edeka auf die Vorwürfe

Link zum Artikel

"Masked Singer": Faisal Kawusi empört mit üblem Merkel-Witz – ProSieben reagiert patzig

Link zum Artikel

Whatsapp-Panne: Tochter schickt Eltern Urlaubs-Selfie – Wiedersehen dürfte peinlich werden

Link zum Artikel

Das denken Singles, wenn sie diese 5 Sprüche hören

Link zum Artikel

"Wo ist es nur geblieben?": Fans rätseln über angekündigtes Interview mit Helene Fischer

Link zum Artikel

Aldi startet neues Konzept in London – warum das in Deutschland nicht funktionieren würde

Link zum Artikel

Foodwatch kritisiert Edeka: Zwei Produkte, zwei Preise – trotz gleichen Inhalts

Link zum Artikel

Ein Fehler veranschaulicht, worum es Plasberg beim EU-Streit wirklich ging

Link zum Artikel

Weil sie ihr Auto wuschen: Wut-Brief an Sanitäter – Antwort wird gefeiert

Link zum Artikel

Neymar könnte mit Domino-Effekt für neuen Toptransfer beim FC Bayern sorgen

Link zum Artikel

Whatsapp: Mit diesem Trick kannst du noch Tage später unpassende Nachrichten löschen

Link zum Artikel

Umstrittenes Cover von Helene Fischer: "Vogue"-Chefin spricht über Bedenken

Link zum Artikel

"Stranger Things": Wenn diese Theorie stimmt, ist klar, was aus Hopper wurde

Link zum Artikel

Aldi wird sein Angebot radikal überarbeiten – das wird sich für dich jetzt ändern

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen

AfD-Gäste und Pegida-Nähe: CDU-Spitzenpolitiker tritt an umstrittenem Ort auf

Die Veranstaltung heißt "70 Jahre DDR" und der Moderator möchte es noch einmal deutlich machen: "Das ist auch provokativ gemeint". Es ist der 27. Mai 2019 im "Buch- und Kulturhaus Loschwitz" nahe Dresden. Besagter Moderator ist Buchautor Uwe Tellkamp, und er stellt an diesem Tag den ersten Gast einer Veranstaltungsreihe vor, zu der auch "Achse des Guten"-Autorin Vera Lengsfeld und Ex-"Spiegel"-Autor Matthias Matussek kommen werden. Letzterer hat auch schon mit rechtsextremen "Identitären" …

Artikel lesen
Link zum Artikel