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Bild: imago | Montage: watson.de

Gegen Hass zu sein, ist keine politische Haltung 

Gavin Karlmeier
Gavin Karlmeier

"A Mass statt Hass". Dieser Spruch sollte gedruckt auf tausenden Buttons auf dem Münchner Oktoberfest verteilt werden, um so ein Zeichen für eine weltoffene Gesellschaft zu setzen.

Die Veranstalter winkten ab: Die Wiesn sei eine "politikfreie Zone", das Verteilen der Buttons wollen sie untersagen. In München wird jetzt gestritten: Ist die Wiesn ein Ort für politische Meinungsäußerung?

Der Kampf gegen Rassismus und Hass gilt dann jetzt also als politisches Statement?!

Als wäre das Einstehen für humanistische Werte ein politisches Ziel wie das Bürgerbegehren für eine neue Umgehungsstraße.

Ich will einfach nicht, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken – das ist keine politische sondern eine humanistische Haltung. Und vor allem nichts, für das man sich entschuldigen sollte.

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Humanismus – das bedeutet eigentlich nur "im Bewusstsein der Würde des Menschen" zu leben. Oder ganz einfach gesagt: Leben und leben lassen. Und sich nicht an Hautfarben, Religion, sexueller Orientierung oder was-auch-immer zu stören.

Humanismus bildet also sozusagen das Fundament für nahezu jede beliebige politische Haltung. Und keinen Gegensatz dazu.

Trotzdem kippte die Debatte zuletzt immer wieder dahin, dass Debatten nicht mehr darum geführt werden, wie Rassismus verhindert werden kann, sondern ob.

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Als Mesut Özil erklärt hat, sich von Medien und DFB diskriminiert und wegen seiner Herkunft ungleich behandelt zu fühlen, reichten die Kommentare von Whataboutism ("Aber das Foto!") bis Spott ("Der arme reiche Millionär, der in London lebt, fühlt sich unfair behandelt!").

Und jeder, der bei Facebook mit diskutiert hat, hatte zwei – vermeintlich politische – Möglichkeiten. Du konntest FÜR Özil sein oder FÜR dein Vaterland. Dass es hierbei um einen Menschen ging, der sich vielleicht mit einem Foto unklug verhalten hat, deswegen aber unter keinen Umständen rassistisch attackiert werden durfte, war der öffentlich-geführten Debatten zu oft zu unwichtig.

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Schon 2014, als die Deutsche Nationalmannschaft im Stadion von St. Pauli trainieren wollte, wurde hier der Schriftzug "Kein Fussball den Faschisten" überklebt. Man hatte sämtliche politischen Äußerungen "neutralisiert", so der DFB.

Veranstalter großer Events wie dem Eurovision Songcontest oder großer Sportwettbewerbe verstecken sich oft hinter diesem Argument: eine unpolitische Veranstaltung zu sein. Die Sache in den Mittelpunkt stellen zu wollen.

"Unpolitisch" darf aber nicht "rückgratlos" bedeuten. Wenn Menschen diskriminiert oder angegriffen werden oder sogar sterben, ist Wegsehen immer die Schlechteste aller Optionen. Soweit sind sich viele einig. Aber können wir dann bitte auch mal öffentlich darüber sprechen?

Denn oft ist es ja eher so: Immer wieder wird das Eintreten für Menschenrechte zum Politikum hochgejazzt, damit man es dann verbieten kann.

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