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Trauer um Daniel H. und "Haha" bei Tod eines syrischen Jungen – Hutbürger auf Facebook

lars wiennand

Sie posten Trauerbilder für den getöteten Chemnitzer Daniel H. – und reagieren gleichzeitig mit "Haha"-Smileys, als in Dresden ein syrischer Junge (10) ertrinkt. t-online.de hat zehn Facebooknutzer nach dem Widerspruch gefragt.

Der 35-jährige Daniel H. starb am Sonntagfrüh an den schweren Verletzungen der Messerstiche, zwei Kurden aus Syrien und dem Irak sind in Haft. Beim zehnjährigen Saddam versuchte eine Polizistin alles, nachdem das Kind Mitte Juli leblos aus der Elbe bei Dresden gezogen worden war.

Der Junge wurde reanimiert, er kam noch ins Krankenhaus, aber er überlebte den Badeunfall nicht. "Dem Krieg entkommen,  in der Elbe ertrunken", schrieb eine Boulevard-Zeitung zu dem "traurigen Schicksal des syrischen Flüchtlings-Jungen".

140 Mal Gelächter für ertrunkenen Jungen

Genau 140 "Haha"-Reaktion mit dem entsprechenden Smiley bekam der Beitrag auf der Facebook-Seite der Zeitung. In den übrigen Kommentaren ging es bald nur noch darum, wie herzlos man sein kann, das lustig zu finden. Es meldeten sich scharfe Kritiker der Asylpolitik, die entsetzt waren von dem per Klick ausgedrückten Lachen.

Die Reaktionen sind öffentlich. t-online.de hat sich die für jedermann einsehbaren Beiträge auf ihren Pinnwänden angeschaut. Es waren Nutzer darunter, die selbst noch Kinder sind, Frauen mit Babybildern – und zehn Nutzer, die gleichzeitig in den vergangenen Tagen Trauer für Daniel H. bekundet haben. Neun sind Männer, eine Frau ist darunter mit AfD-Profilfoto. 

Sie haben Schwarz-Weiß-Bilder von Daniel H. gepostet und Fotos mit  Kerzen. "Ruhe in Frieden" ist zu lesen, sie haben Videos geteilt, in denen über den Held Daniel H. gesprochen wird und er der Aufhänger ist, eine andere Politik oder gleich den Umsturz zu fordern. Einer der zehn hat eine Traueranzeige für den mit Messerstichen getöteten Offenburger Arzt gepostet.

Nutzer liefern keine Erklärungen

t-online.de hat über Facebook alle zehn Nutzer angeschrieben, mit der Frage: "Warum trauern Sie um Daniel H. und haben "Haha" nach dem Tod des zehnjährigen Kindes geklickt? War das ein Versehen?»"Allen wurde zugesichert, dass ihre Namen nicht genannt werden und dass ihre Antworten unverändert erscheinen.

Sechs Nutzer haben unsere Nachricht gelesen. Innerhalb von 24 Stunden hat einer von ihnen sein "Haha" entfernt, einer hat sein Profil auf privat gesetzt. Geantwortet hat keiner. Wenn doch noch Antworten kommen, werden wir diese hier nachtragen.

Dieser Text ist zuerst auf t-online.de erschienen. 

Pro Chemnitz-Vorsitzender äußert sich absurd zu Hitlergrüßen

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Video: watson/Felix Huesmann, Lia Haubner Marius Notter

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