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Kein TV-Duell zur Bayern-Wahl? Söder sollte gegen Söder antreten

Zu klein, zu jung, zu was eigentlich? Markus Söder sucht händeringend nach einem Herausforderer. Auf Twitter.

Timo Stein
Timo Stein

Bayern wählt im Oktober einen neuen Landtag. Und der einen neuen Ministerpräsidenten. Das mittlerweile obligatorische TV-Duell vor so einer Wahl aber wird es dieses Mal vermutlich nicht geben. Der "Merkur" und das "Oberbayerische Volksblatt" vermeldeten, dass die Verantwortlichen beim Bayerischen Rundfunk die Duell-Idee nach monatelangen Beratungen verworfen haben.

Der Grund: Es fehle ein Herausforderer.

Die SPD, der "natürliche" Konkurrent, befindet sich auch in Bayern im freien Fall. Umfragen sehen die Sozialdemokraten mit der Spitzenkandidatin Natascha Kohnen bei 12 Prozent. Grüne und AfD liegen bei Meinungsforschungsinstituten um die 15 Prozent.

Den klaren Zweiten, einen Herausforder also, gibt es nicht.

Dazu kommt: Die grüne Spitzen-Frau Katharina Schulze ist mit 33 Jahren zu jung für das Amt. Laut der Bayerischen Verfassung (Art. 44, Absatz 2) müssen Ministerpräsidenten ein Mindestalter von 40 Jahren erreicht haben. Bleibt die AfD. Die aber hat nicht einmal einen nominellen Kandidaten.

Das freut vor allem einen: Markus Söder. Auf Twitter

Söder siegessicher:

Ludwig Hartmann, der Co-Kandidat der Grünen, hat den Ruf erhört. Der hatte bereits im Juli via Twitter ein TV-Duell angeboten. 

Und legt jetzt nach:

So ist aus einem abgesagten TV-Duell längst ein fetziger Twitter-Abtausch geworden.  

Fehlt noch? Richtig. Die FDP. Die liegt bei Umfragen zwar nur bei fünf Prozent, aber twittert ihre Chance.

Sie will eben auch mitspielen:

Das begeistert:

Der Bayerische Rundfunk plant nun eine Wahlarena mit allen Parteien, die am 12. September ausgestrahlt werden soll. Sollten sich bis dahin die Umfragewerte ändern, müsse neu überlegt werden. Das bestätigte der BR watson. Der Sender wolle im September mit Blick auf die Umfragewerte von Infratest Dimap bewerten, ob er zu einem Duell einlädt.

Weil diese Rechnung aber auf eine wiedererstarkende SPD setzt, bleibt sie offen. Und unwahrscheinlich. Markus Söder wird also weitersuchen müssen. Und vom Söder'schen Selbstverständnis her müsste er eigentlich gegen sich selbst antreten.

Denn: Sich selbst widerspricht er immer noch am Konsequentesten.

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