Eine Straßenbahn hält in Augsburg an einer Haltestelle nahe des Doms.
Eine Straßenbahn hält in Augsburg an einer Haltestelle nahe des Doms.
Bild: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Öffis in Augsburg kostenlos – gute Sache hat einen Haken

05.01.2020, 09:3923.01.2020, 13:12

Gerade das vergangene Jahr stand unter dem Zeichen des Klimaschutzes. Nicht zuletzt Greta Thunberg war durch ihre Atlantik-Überquerung und ihren Einsatz für die Umwelt in aller Munde. Noch dazu die Klimakonferenz in Madrid und die Bemühungen der Politik, unser Dasein auf der Erde nachhaltig zu gestalten.

Und was passiert? Die Preise für den öffentlichen Nahverkehr werden angehoben und für den Passagier unattraktiver – unter anderem geschehen in Düsseldorf, Hamburg und Berlin.

Kostenloser Nahverkehr in Augsburg

Die Menschen in Augsburg können sich dagegen freuen. Sie können ab nun in die Stadtbahn oder den Bus setzen, ohne vorher ein Ticket zu ziehen.

Wie die zweite Bürgermeisterin der "Bild" erklärte, soll so die Innenstadt attraktiver gemacht und der Einzelhandel angekurbelt werden. Außerdem soll die Einwohner mehr im Portemonnaie haben.

Es gibt allerdings einen Haken bei der Sache: Die sogenannte "City-Zone" umfasst nur neun Haltestellen. Jens Wieseke, Sprecher des Berliner Fahrgastverbandes, hat das Experiment in der "Bild" kritisiert. Menschen, die am Stadtrand wohnen, hätten nichts von der Vergünstigung.

Aber das kann doch nicht das einzige Modell sein?

Nein, ist es auch nicht. Das 365-Euro-Ticket ist ein anderer Versuch mehr Menschen von der Straße auf die Schiene zu bekommen. In Wien ist das ein-Euro-pro-Tag-Ticket bereits aktiv. In Berlin gibt es das Ticket auch, jedoch nur für Azubis.

Ein anderes Beispiel ist der Staat Luxemburg. Ab dem 1. März brauch dort niemand mehr ein Ticket zu ziehen. Und: auch die Pendler aus den Nachbarländern, die zur Arbeit nach Luxemburg fahren kommen in den Genuss.

Kostenloser Nahverkehr kostet

Das kostet allerdings. Luxemburg steckt 2,5 Milliarden Euro in das Verkehrsnetz und auch Augsburg muss zusehen, die ausbleibenden Kosten von etwa 860.000 Euro zu kompensieren. Laut Bericht soll der Freistaat Bayern den fehlenden Betrag ausgleichen.

(lin)

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