Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Image

Bild: Christoph Hardt/imago

Hausdurchsuchung nach Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof mit 3 Verletzten

Nach der Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof schließen Polizei und Staatsanwaltschaft einen Terroranschlag nicht aus. "Wir ermitteln in alle Richtungen", erklärten die Ermittler bei einer Pressekonferenz. Vor der Geiselnahme hatte der Mann in einer McDonalds-Filiale einen Brandsatz gezündet, sagte Einsatzleiter Klaus Rüschenschmidt von der Polizei Köln.

Laut Polizei habe der Täter Passanten zufolge bei der Geiselnahme am Montag gesagt, er gehöre zur Terrorgruppe "Daesh". Neben Brandbeschleuniger hatte er auch Gaskartuschen bei sich, in der McDonalds-Filiale wurden weitere Molotowcocktails gefunden, die der Mann offenbar dort zurückgelassen hatte.

Daesh

Daesh ist eine andere Bezeichnung für den IS. Es ist ein Name, der im arabischen Raum geringschätzig für die Terrororganisation verwendet wird. IS-Anhänger lehnen diese Bezeichnung eigentlich ab, in IS-Gebieten war die Verwendung verboten.

Bei ihm könnte es sich um den Inhaber eines Ausweises handeln, den die Polizei in der Apotheke gefunden hat. Dieser gehört einem 55 Jahre alten Syrer, der seit 2016 in Köln lebt und eine Duldung bis 2021 erhalten hat. Der Inhaber der Papiere sei durch Diebstähle und Körperverletzungen polizeibekannt.

Am Mittag hatte die Polizei bestätigt:

Als Islamist sei die Person aber nicht bekannt gewesen, so der Einsatzleiter der Polizei. Zudem sei es derzeit auch noch unklar, ob der Täter tatsächlich die Person ist, zu der die Papiere gehören. Die Polizei hat Hinweise, dass er eine im McDonalds zurückgelassene Tasche und freies Geleit forderte und die Freilassung einer Tunesierin forderte. Das gibt der Polizei auch noch Rätsel auf. Er habe nicht einmal einen Namen genannt, so ein Sprecher zu t-online.de.

Kunde in anderer Apotheke sprach mit Geiselnehmer

Der Kontakt zum Täter lief über Telefon – über einen Kunden in einer anderen Apotheke. Die Apotheke im Hauptbahnhof steht in Verbindung mit der nahen Dom-Apotheke, dort war zufällig gerade ein Kunde gewesen, der arabisch spricht. Dieser Mann wurde für die Polizei zum Draht zu dem Geiselnehmer.

Beim Zugriff waren Explosionen zu hören. Dabei handelte es sich um Blendgranaten der Polizei. Das bedeutet mindestens anderthalb Sekunden Zeit, um den abgelenkten Täter zu überwältigen. Augenblicke später hatte die Polizei auch gemeldet, der Täter sei unter Kontrolle. Sie schob dann nach: Er wurde bei dem Zugriff schwerst verletzt und musste wiederbelebt werden.

Eine Frau, die er in einer Apotheke als Geisel genommen hatte, überstand das schreckliche Erlebnis mit mittelschweren Verletzungen, so ein Sprecher der Feuerwehr. Die Feuerwehr hatte beim Eintreffen das Problem, dass sie zunächst nicht wusste: Können Sie überhaupt Droht vielleicht noch ganz andere Gefahr als vom Feuer? Das war beim Eintreffen bereits erloschen.

Stewardess schilderte dramatischen Moment

Als die Geiselnahme noch lief, hatte ein TV-Sender bereits gemeldet, der Täter habe ein Mädchen mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet. Von der Polizei gab es dazu Antwort erst am Abend. Vorher hieß es: "Bitte warten Sie auf offizielle Informationen und verbreiten Sie keine Gerüchte und Spekulationen!"

Stewardess Larissa da Silva Lima (25) hatte der dpa berichtet, sie habe vom Platz vor dem Bahnhof aus plötzlich "mehrere Schreie, sehr hysterische Schreie" gehört. Sie habe sich umgedreht - und dann habe sie Flammen gesehen in einem Bahnhofsrestaurant. Es ist in direkter Nachbarschaft der Apotheke in dem Teil des Bahnhofs, der vom Dom abgewandt ist.

Dann seien zwei Mädchen aus dem Restaurant gerannt, so die Augenzeugin. Bei einem der Mädchen habe der Schuh gebrannt. Die Flammen hätten bis zur Hüfte geschlagen.

da Silva Lima sagt weiter:

"Dann kam auch schon ein Passant und hat versucht, dem Mädchen zu helfen."

Irgendwann habe der Passant es geschafft, dem Mädchen den Schuh auszuziehen.

Es ist die 14-Jährige, von der die Polizei dann am Abend in der Pressekonferenz berichtete. Die Polizei erklärte dort, dass der Mann in dem Fast-Food-Restaurant Benzin vergossen und entzündet hatte, dazu eine Schusswaffe dabei gehabt habe. Ob es eine scharfe Schusswaffe war, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.

Der Kölner Hauptbahnhof – direkt neben dem Dom – ist einer der größten Bahn-Knotenpunkte der Republik. Täglich durchfahren ihn rund 1300 Züge, bis zu 280 000 Reisende drängen sich auf den elf Gleisen. Entsprechend groß war das Chaos. Da auch die Schnellstrecke nach Frankfurt nach dem ICE-Brand vom Freitag gesperrt ist, stand nahezu der komplette Bahnverkehr rund um Köln still.

Während der Einsatz lief, mahnte die Polizei in sozialen Medien: "Posten Sie keine Fotos/Videos vom Polizeieinsatz! Streamen Sie nicht live, damit unterstützen Sie den Täter!" Nach dem Ende des Einsatzes hofft die Polizei nun auf Bilder, die mehr zum Ablauf beitragen könnten. Sie hat gebeten, Videos und Bilder auf dem Hinweisportal hochzuladen.

(mbi/sg/tol/dpa)

Was heute noch wichtig ist:

Theresa May und ihr Brexit-Deal: Wer ist die Frau, auf die ganz Europa schaut?

Link to Article

Der neueste Social-Media-Hype heißt #10YearChallenge – und alle sind dabei 

Link to Article

Neue Welle der Homosexuellen-Verfolgung in Tschetschenien: "Sie wurden zu Tode gefoltert"

Link to Article

Rote Karte, Zeitstrafen und "Schritte": Das sind die 10 wichtigsten Handball-Regeln

Link to Article

Brexit-Showdown – dank diesen Cartoons kannst du mitreden

Link to Article

Mann macht WCs in Nationalpark sauber – und schickt Trump die Rechnung

Link to Article

GZSZ-Star Felix van Deventer plaudert im Dschungel Baby-News aus

Link to Article

Spiderman lebt! Und was der neue Trailer zu "Far From Home" noch verrät

Link to Article

Vor dem Frankreich-Spiel – die 3 Szenarien fürs Weiterkommen

Link to Article

Das sind die besten Drohnenbilder des Jahres 2018

Link to Article

Erst Schnee, jetzt Überschwemmungen –Süddeutschland kämpft mit Hochwasser

Link to Article

Tschüss Windows 7! Microsoft-System nähert sich Support-Ende

Link to Article

Heute fällt die Brexit-Entscheidung – diese 5 Punkte sollte jeder kennen

Link to Article

Über 100.000 Retweets? Kein Wunder. Diese 21-Jährige turnt und tanzt einfach perfekt

Link to Article

7 Gründe, warum ich Andy Murray im Tennissport vermissen werde

Link to Article

"Kein Clan wäre so naiv" – ein Clan-Insider hat für uns "Dogs of Berlin" analysiert

Link to Article

Danzigs Bürgermeister stirbt nach Messerattacke – Angreifer in Haft

Link to Article

Die Schauspielschule des FC Barcelona präsentiert: Die Synchron-Schwalbe

Link to Article

"Wirtschaftliche Zerstörung" – wieso Trump sich jetzt mit Erdogan anlegt

Link to Article

Die Playlist des WM-Eröffnungsspiels ist so kacke, dass sie wieder gut ist

Link to Article

Bastian Yotta im Dschungelcamp: Woher sein Vermögen stammt

Link to Article

Tony Soprano kommt zurück! Doch er bleibt geheimnisvoll...

Link to Article

So viele Alben wie Eminem verkaufte im Jahr 2018 in den USA niemand 

Link to Article

Entführungen fürs Kartell – Mexikos Ex-Nationalkeeper muss 75 Jahre ins Gefängnis

Link to Article

Trumps Krieg um die Mauer – 6 Fragen und Antworten im Überblick

Link to Article

Hingerichtet, eingesperrt, gefoltert: Was mit Saudi-Frauen nach ihrer Flucht geschieht

Link to Article

Warum es bei Domenico und Evelyn im Dschungel kein Liebes-Comeback geben wird

Link to Article

"Schrecklich" und "unverzeihlich" – Lady Gaga entschuldigt sich wegen R. Kelly

Link to Article

Bei diesen Fußball-Fouls mit Wrestling-Kommentaren gehst du k.o. (vor Lachen)

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • So what 15.10.2018 23:33
    Highlight Highlight Und warum verlinkt ihr das Hinweisportal nicht?
    • Philip Buchen 16.10.2018 09:31
      Highlight Highlight Hi, das Hinweisportal ist im Grunde bereits über den Tweet verlinkt. Zur besseren Kenntlichmachung habe ich es nun auch nochmal im Text verlinkt. :)
    • So what 16.10.2018 21:40
      Highlight Highlight So machts Sinn, Danke

AfD-Weihnachtsbaum mit Nazi-Adler geschmückt – war das Satire oder rechte Provokation?

Vor der Berliner Bundesgeschäftsstelle der AfD hat ein Passant am vergangenen Donnerstag eine merkwürdige Beobachtung gemacht. An der Tür war ein Aufkleber mit der Aufschrift "Wir müssen draußen bleiben" angebracht. Daneben ist auf dem Piktogramm eine vollverschleierte Frau mit einem Hund abgebildet.

Laut der "Berliner Zeitung" hat der Mann die Polizei darüber in Kenntnis gesetzt, welche aber keinen Gesetzesverstoß feststellen konnte. Als er anderntags wieder an der Tür vorbeikam, war im …

Artikel lesen
Link zum Artikel