Gegen die Räumung des Waldes hatte es jahrelang Proteste gegeben.
Gegen die Räumung des Waldes hatte es jahrelang Proteste gegeben.Bild: Jannis Grosse/imago

Letztes Baumhaus geräumt – was jetzt im Hambacher Forst passiert

04.10.2018, 07:3804.10.2018, 07:41

Die Polizei hat nach eigenen Angaben am Dienstag das letzte Baumhaus von Kohle- und Rodungsgegnern im Hambacher Forst geräumt. Jetzt bereitet der Energiekonzern RWE die heftig umstrittene Rodung des Gebietes vor.

  • Das Waldstück am Braunkohletagebau bei Aachen werde mit einem Graben sowie Seil und Flatterband umfriedet, sagte ein RWE-Sprecher am Dienstag. Die Arbeiten dazu hätten bereits begonnen. "Wir werden es nicht dulden, dass Leute (...) da eindringen und den Wald wieder besetzen", sagte er.
  • RWE werde das mit Hilfe der Polizei durchsetzen.
Die Lage im Wald sei ruhig, sagte ein Sprecher.
Die Lage im Wald sei ruhig, sagte ein Sprecher.Bild: Jannis Grosse/imago
RWE ist Eigentümer des gut 100 Hektar großen Waldstückes, das zur Fortsetzung des Tagebaus gerodet werden soll. Der Konzern hat seit Langem die dafür nötigen Genehmigungen.Eigentlich hätte RWE schon ab dem 1. Oktober mit dem Abholzen beginnen können. Aber wegen einer noch ausstehenden Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster zur Rechtmäßigkeit der Rodungen hatte der Konzern eine Stillhaltezusage bis längstens 14. Oktober abgegeben. Gegen die Rodung des alten Waldes gibt es massiven Widerstand.

Die Räumung des Hambacher Forsts

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Die Räumung des Hambacher Forsts
quelle: michael trammer/imago stock&people / michael trammer/imago stock&people
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Über den Feiertag hat die Polizei die Anzahl der Einsatzkräfte in dem Gebiet stark zurückgefahren. Die verbliebenen Polizisten würden zum Schutz des Personals des Energiekonzerns RWE eingesetzt. Die Lage im Wald sei ruhig, sagte ein RWE-Sprecher am Mittwoch.

Die Rodungsarbeiten werden laut RWE nicht vor dem 14. Oktober beginnen. Den genauen Zeitplan teilte das Unternehmen allerdings nicht mit.

(pb/dpa)

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