Journalist attackiert, Pyrotechnik abgefeuert – Neonazi-Demos in Chemnitz und Dortmund

Am Freitagabend fanden in zwei Dortmunder Stadtbezirken Demonstrationen von Rechtsextremen statt. Die Veranstaltungen sollten sich gegen die Arbeit der Polizei Dortmund richten, der die Veranstalter vorwerfen, Rechtsextreme bei einem Stadtfest am vergangenen Wochenende schikaniert zu haben. ("Ruhrnachrichten")

In Twitter-Videos, die von der Versammlung stammen sollen, ist zu hören, wie die Demonstranten "Wer Deutschland liebt, ist Antisemit" brüllen:

Die Polizei Dortmund hat Strafverfahren gegen die am Zünden der Pyrotechnik beteiligten Versammlungsteilnehmer eingeleitet. Beobachter der Aufmärsche werfen der Polizei vor, dass die Beamten auf die rechtsextremen Parolen nicht reagiert hätten.

Auch in Chemnitz gab es am Abend Proteste der rechten Szene: Bei einer Demonstration der Vereinigung "Pro Chemnitz" attackierten Versammlungsteilnehmer trotz des Einsatzes hunderter Polizeibeamter ein linkes Vereinszentrum, bei dem laut der Chemnitzer "Freien Presse" auch mehrere sächsische Landtagsabgeordnete ihre Büros haben. Eine Fensterscheibe ging zu Bruch, Eier wurden gegen das Gebäude geworfen. 

Nach Angaben der Versammlungsbehörde nahmen an der Demonstration etwa 2000 Menschen teil. Andere Schätzungen sprachen von 1000 bis 1500 Teilnehmern. Bei der Demonstration wurde auch ein Journalist von Versammlungsteilnehmern attackiert. 

(pb)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Forderung nach schärferer Gangart bei antisemitischen Vorfällen

Angesichts der antisemitischen Vorfälle bei jüngsten pro-palästinensischen Demonstrationen wird der Ruf nach einem schärferen Vorgehen gegen die Täter lauter. Es gebe null Toleranz, wenn jemand israelische Fahnen verbrenne und Synagogen angreife, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag in der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagfraktion nach Teilnehmerangaben. Antisemitische Demonstranten seien nicht akzeptabel. Auch die muslimischen und türkischen Verbände sollten ihren …

Artikel lesen
Link zum Artikel