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Ministerpräsident meidet Ruhrtriennale, weil eine Band Israel boykottiert

Normalerweise kommen Menschen wegen einer Band zum Kulturfestival "Ruhrtriennale". Bei Armin Laschet ist es umgekehrt. Er bleibt ihr wegen einer fern.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident hat seine Teilnahme an der diesjährigen Ruhrtriennale abgesagt. Das berichteten die "Bild" und die "WAZ". Grund ist nicht nur die Band "Young Fathers" und deren Haltung zu Israel, sondern auch die der neuen Intendantin Stefanie Carp, die diese Band erst ein, dann ausgeladen hat. 

Laschets Absage ist ein Ausrufezeichen in der seit Wochen schwelenden Debatte rund um die renommierte Ruhrtriennale und ihre umstrittene Intendantin. Das Land ist Mitbegründer und wichtiger Geldgeber des Kulturfestivals. Die "WAZ" hatte über einen „seltsamen“ und „irritierenden“ Auftritt der Dramaturgin im Kulturausschuss berichtet. Dort habe sich Carp nicht zweifelsfrei zum Existenzrecht Israels bekannt und sich nicht von der israelfeindlichen Bewegung BDS (Boykott, Des-Investitionen, Sanktionen) distanziert. In einem Entschuldigungsbrief stellte Carp schließlich klar, dass sie "in keiner Weise das Existenzrecht des Staates Israel in Frage“ stellt. 

Um diese Band geht es

Entzündet hatte sich der Streit an der Ein-, Aus- und Wiedereinladung der schottischen Band "Young Fathers". Sie steht der BDS-Bewegung nahe, die für einen Boykott Israels eintritt. 

2017 hatte die Band einen Auftritt beim Berliner Festival „Pop- Kultur“ abgesagt, weil die israelische Botschaft die Reisekosten einer Musikerin bezuschusst hatte. Außerdem beteiligten sich "Young Fathers" an einem Aufruf gerichtet an die Band "Radiohead", keine Konzerte in Tel Aviv zu spielen.

Hier klärt Thom Yorke Ken Loach auf:

Das will die BDS-Bewegung

Die BDS-Kampagne ist nicht nur in Deutschland, sondern international aktiv. Sie hat gerade in der Musikszene beispielsweise mit dem Pink Floyd-Gründer Roger Waters berühmte Unterstützer.

BDS geht es nicht um die Politik, sondern die Existenz Israels:

BDS will durch den Boykott Israels, durch den Abzug von Investitionen aus dem Land und durch internationale Sanktionen Druck auf Israel aufbauen. Ins Leben gerufen wurde die Kampagne 2005 durch einen Aufruf von mehr als 100 palästinensischen Einrichtungen und Organisationen. Laut eigenen Aussagen richtet sich die Kampagne gegen die "Besetzung und Kolonisation allen arabischen Landes". Israel solle allen Palästinensern das Recht auf Selbstbestimmung zugestehen. Um Druck auf Israel aufzubauen, wollen die Aktivisten das Land wirtschaftlich, kulturell und wissenschaftlich boykottieren. Vor allem versuchen sie regelmäßig, Musiker davon abzubringen, in Israel aufzutreten.

(ts/fh/dpa)

#MeTwo zeigt den Alltagsrassismus in Deutschland:

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Video: watson/Lia Haubner

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