Im Jahr 2014 war der Kotzhügel auf dem Oktoberfest noch stark frequentiert.
Im Jahr 2014 war der Kotzhügel auf dem Oktoberfest noch stark frequentiert.Bild: imago stock&people / imago images

Oktoberfest: Bye, bye Kotzhügel – wie München das wilde Treiben verhindern will

20.09.2022, 14:25
Helen Kleinschmidt
Helen Kleinschmidt
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Das Oktoberfest, das dieses Jahr in München wieder stattfindet, ist vor allem auch ein Bierfest, bei dem der ein oder andere eine Mass zu viel trinkt. Auf der Anhöhe hinter den Festzelten tummelten sich aus diesem Grund Jahr für Jahr Alkoholleichen, die ihren Rausch ausschliefen und Betrunkene, die sich der Reihe nach übergaben. Diese Szenen sorgten dafür, dass die Wiese den Spitznamen "Kotzhügel" trägt.

Stadt München will Straftaten verhindern

Doch allein beim Kotzen und friedlich den Rausch ausschlafen, bleibt es nicht: Auf dem Hang fanden in der Vergangenheit vermehrt Drogen-Deals und sexuelle Übergriffe statt, die das Bild der Wiesn trüben. Außerdem wurden stark alkoholisierte Menschen übersehen, die dringend Hilfe benötigt hätten.

Aus diesem Grund hat sich die Stadt München nun das Ziel gesetzt, mithilfe von Kameras und Polizei gegen das wilde Treiben auf dem Hügel verschärft vorzugehen.

Ein Besucher des Oktoberfests schläft seinen Rausch auf dem Kotzhügel aus.
Ein Besucher des Oktoberfests schläft seinen Rausch auf dem Kotzhügel aus.Bild: imago stock&people / imago images

Zusätzlich wird eine "Hangstreife" eingesetzt, um den Kotzhügel besonders im Blick zu behalten. Bereits in den Jahren 2018 und 2019 übernahmen die Mitarbeitenden des Sicherheitsdienstes "Securitas" die Aufgabe, für die Sicherheit auf der Theresienwiese zu sorgen.

Nach zwei Jahren Pandemie achten sie dieses Jahr erneut darauf, den Gesundheitszustand der Besucher:innen zu sichten und präventiv gegen Straftaten vorzugehen.

Chef des Oktoberfests spricht von "Qualitäts-Wiesn"

In vorherigen Jahren gingen Bilder des Kotzhügels um die Welt und sorgten für Fassungslosigkeit. Ausländische Besucher:innen konnten nicht glauben, welche Szenen sie auf dem Hügel zu Gesicht bekamen. Dem damit zusammenhängenden negativen Image des Münchner Oktoberfests möchte Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner entschieden ein Ende setzen. Zur Bild sagte er:

"Wir wollen eine Qualitäts-Wiesn. Dazu gehört auch, dass wir den Fokus auf den sogenannten Kotzhügel legen, damit kein falsches Bild vom Oktoberfest entsteht."
Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner

Den Anwohner:innen der Festwiese wird dieses Jahr zudem ein spezieller Reinigungsservice bereitgestellt. Sogar private Wege bis zur Haustür sowie Einfahrten sollen mit Hochdruckreinigern gesäubert werden, um den Anwohnenden den Anblick von Kot oder Erbrochenem zu ersparen.

Auf Twitter ist der Kotzhügel immer noch ein Thema

Doch trotz all dieser besonderen Maßnahmen wird sich im Netz noch immer über den Kotzhügel lustig gemacht. Ein Twitter-User offenbart, dass es sich bei dem Hang eigentlich um einen Ort handelt, an dem Hunde ihr Geschäft verrichten.

Auch der Comedian Aurel Merz veröffentlichte einen Tweet, in dem er sich über BMW-Fahrer lustig macht, die anscheinend früher oder später auf dem Kotzhügel landen würden und daher andere deutsche Innenstädte schöner aussehen lassen.

Ein anderer User interessierte sich für einen Stream live vom Kotzhügel, um sich am Sonntag etwas deutsche Kultur zu Hause anschauen zu können.

"O'zapft is!"

Pünktlich um 12 Uhr eröffnete der Oberbürgermeister Dieter Reiter am vergangenen Samstag die Wiesn und zapfte das erste Fass Oktoberfestbier im Festzelt Schottenhamel an.

Nach zwei Jahren coronabedingter Pause kann das Fest endlich wieder stattfinden. Noch bis zum 3. Oktober haben Menschen aus aller Welt die Möglichkeit, das berühmte Volksfest zu besuchen und sich selbst ein Bild vom sogenannten Kotzhügel zu machen.

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