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Bild: imago/Ralph Peters

Sag mal, bin ich hier der Einzige, der Oktoberfest doof findet?

Oliver Baroni / watson.ch

Das Grauen hat einen Namen: Oktoberfest. Findet zumindest unser ansonsten dem Trinken nicht abgeneigter Redakteur.

Ich liebe Party. Partydiktat, aber? Nicht so sehr.

Oktoberfest – das ist nicht einfach mit ein paar Freunden feiern, nein. Denn man muss ja Sitzplätze reservieren, Eintritt bezahlen, zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein und dann sofort in Partylaune sein.

Gemütlichkeit unter Stress, das ist Oktoberfest.

Hier geht alles auf Kommando: Jetzt alle schunkeln! Jetzt alle Prosten! Jetzt alle mitgrölen!

Okay, Mitgrölen geht sowieso nicht, denn der Soundtrack ist unterirdisch. Jene Volks- oder Marschmusik oder wie die auch immer heißt wäre ja schlimm genug, aber DJ FUCKING ÖTZI, DER DIR INS FUCKING OHR SCHREIT, DASS ER DER FUCKING ANTON AUS FUCKING TIROL sei, gibt mir noch den Rest.

Nicht mal das Oktoberfest-Bier schmeckt gut!

Nicht einmal das Bier ist besonders fein! Wie groß ist eigentlich ein Maß? Verzeihung: Eine Maß? Ein Liter? Zwei Liter? Gefühlt fünf! Auf jeden Fall so viel Bier, dass der letzte Drittel des Glases unweigerlich zur abgestandenen Pfütze verkommen ist.

Jaja, nun sagt man mir, ich solle dann eben schneller trinken. Leute, ich bin keine 16 mehr und muss deshalb mein Mannsein nicht mehr anhand übermäßigem Alkoholkonsums beweisen. In meinem Alter ist Trunkenheit ein Versehen, nicht Vorsatz. Sorry.

Überhaupt, dieses prollige Feiern der Unzurechnungsfähigkeit – ich hab's satt.

Das Oktoberfest rettet den Samstagabend auch nicht

Ich hab's zu oft gesehen, zu oft erlebt; und der Witz wiederholt sich. Oktoberfest ist somit keinen Deut besser als der durchschnittliche Samstagabend in England. Einfach minus den Humor.

Oktoberfest sucks. There, I said it.

Die Schunkel-Gemütlichkeit, die White-Boy-Stampf-Musik, die Lautstärke, bei der alle sich permanent anbrüllen, die stickige, mit Bierfürzen parfümierte Luft, das Bier, das in viel zu großen Behältnissen serviert wird, die rüpelige, vermeintlich kerlige Art des Saufens, die doofen Filzhüte, die noch dööferen Lederhosen und, obwohl ich an sich selbstredend nichts gegen überbordende De­kolle­tés hätte, diese hässlichen Dirndl – das alles kann mich mal.

Es ist ja freiwillig. Ich muss ja nicht. Grumpy-Old-Man-Modus *off*, also. Viel Spaß im Bierzelt!

Dit is Ostberlin jewesen, wa?

Was ist deutscher: Bierwurst oder Thermomix, Frau Barley?

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