Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

An Himmel schön anzusehen, am Boden eher hässlich: Das Silvesterfeuerwerk.  Bild: imago/montage

Geld, Müll, Feinstaub: 7 Gründe, auf Feuerwerk und Böller zu verzichten

Rums, Krach, Donner – jedes neue Jahr kündigt sich deutlich hörbar an. Nicht alle freuen sich darüber. Hier sind die wichtigsten Argumente gegen das Böllern.

Henning Seelmeyer

Ein Artikel von

T-Online

Wenn es knallt und zischt, dann ist das neue Jahr nur noch Minuten entfernt. Vielen Feuerwerksenthusiasten gefällt es, wenn sich das alte Jahr dröhnend verabschiedet. Doch Hund und Katze verschwinden beim ersten Heuler schneller unter das Bett, als die Farben einer Silvesterrakete verblassen. Und auch für den Menschen hat die Böllerei nicht nur Gutes.

Viele Millionen Euro werden in die Luft gejagt

Zum vergangenen Jahreswechsel haben die Deutschen etwa 137 Millionen Euro verballert, schätzt der Verband der pyrotechnischen Industrie. Das ist eine große Zahl: Um diese Summe aufzubringen, müssten circa 42.500 Deutsche ihren Bruttojahresverdienst zusammenlegen.

Die Hälfte der 137.000.000 Euro haben die Böllerfreunde für Verbundfeuerwerk wie Raketenbatterien ausgegeben. Nur 20 Prozent entfielen auf Raketen. 

Willst auch du auf Silvesterfeuerwerk verzichten? Bekenne dich mit einem Klick.

Überall liegt Müll: Frohes neues Jahr

Wer das neue Jahr bei einem Spaziergang begrüßen möchte, der braucht in manchen Gegenden Gummistiefel. Denn die Berge aus Böllermüll in den Straßen können beachtliche Ausmaße annehmen. Wenn es regnet, watet man durch Matsch, den die Müllabfuhr in tagelanger Arbeit abtransportieren muss.

Und das ist wichtig. Denn Tiere können abgebrannte Raketen und Knaller mit Nahrung verwechseln und auffressen. Dabei können sie Plastikteile und Schwarzpulver verschlucken.

Spielen Kinder an Neujahr auf der Straße, können sie leicht in Kontakt mit Blindgängern geraten – und die sind brandgefährlich. Sie können ohne eine weitere Zündung explodieren. Machen Sie Blindgänger besser gleich unschädlich, indem Sie sie mit Wasser übergießen und anschließend in der Restmülltonne entsorgen.

Rums – fiep: Hörschäden durch Böller

Wie laut ein Feuerwerkskörper werden kann, ist in Deutschland gesetzlich begrenzt. Dass ein Böller nicht lauter ist als vorgesehen, überprüft die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung mit der klingenden Abkürzung "BAM". 

Wer geprüfte Knallware abbrennt, muss dennoch den Sicherheitshinweisen folgen, um Verletzungen am Ohr zu vermeiden. Doch viele Knallfreudige ignorieren die Sicherheitswarnungen: Jedes Jahr erleiden bei der Böllerei rund um den Jahreswechsel 8.000 Menschen Verletzungen am Innenohr. Bei fast einem Drittel sind die Schäden dauerhaft.

Da liegt was in der Luft: Feinstaub

Wenn es an Silvester rumst, dann kratzt auch die Kehle vor lauter Staubpartikeln in der Luft. Beim Abbrennen der Knaller werden jedes Jahr fast 5.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt, wie aus dem Bericht "Wenn die Luft 'zum Schneiden' ist" vom Umweltbundesamt hervorgeht. 

Die Menge ist beachtlich: Der an Silvester emittierte Feinstaub entspricht 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr freigesetzten Menge. Damit ist die Luftbelastung in vielen Städten zum Jahreswechsel so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. 

So stark steigt die Feinstaubbelastung in der Silvesternacht:

Animiertes GIF GIF abspielen

Schwere Verletzungen durch Böller

Zum vergangenen Jahreswechsel war im Unfallkrankenhaus Berlin das Team der Handchirurgie durchgehend in drei Operationssälen im Einsatz. Mindestens fünf Patienten hätten schwere Amputationsverletzungen durch Böller erlitten.

In Leipzig attackierten Randalierer Polizisten mit Böllern. An anderen Orten gab es Angriffe auf Rettungskräfte. In Brandenburg starben zwei Männer bei Unfällen mit Böllern.

Gefahr durch illegale Böller

"Finger weg von illegalem Feuerwerk!" lautet der doppeldeutige Aufruf der BAM. Es kann bei den Knallern vom Schwarzmarkt vorkommen, dass die Lunte so kurz ist, dass sie schon in der Hand losgehen oder beim Werfen direkt vor dem Gesicht explodieren.

Außerdem kann die Lautstärke der illegalen Kracher so hoch sein, dass Gehörschäden möglich sind, selbst wenn beim Böllern alle Sicherheitsvorkehrungen wie ausreichend Abstand eingehalten werden.

Wer auf das Zündeln partout nicht verzichten möchte, sollte darauf achten, dass auf dem Feuerwerk folgende Angaben zu finden sind: 

Knallen kann Angst und Panik auslösen

Die Silvesterknallerei gerade in Großstädten wird häufig beschrieben mit "kriegsähnlichen Zuständen". Für Menschen, die Krieg und Gewalt selbst erlebt haben, können die Detonationen Flashbacks auslösen, also das scheinbare Wiedererleben einer traumatisierenden Situation. Insbesondere Geflüchtete oder Veteranen können davon betroffen sein.

Auch Haustiere zucken zusammen, wenn sie Silvesterböller hören, denn Hund, Katze und Co. haben ein fein entwickeltes Gehör. Der Krach kann sie unter Stress setzen und Panik auslösen.

Hier ist das Böllern verboten

Es gibt also einige Gründe, die gegen Silvesterfeuerwerk sprechen. In anderen Ländern wie Australien ist es deshalb verboten. Einige europäische Städte wie Paris gestatten das Böllern ebenfalls nicht. Ebenso handhaben es verschiedene Kommunen in den Niederlanden, in denen das Abbrennen von Feuerwerk untersagt ist. 

Verboten ist Feuerwerk auch auf der deutschen Insel Sylt. Grund ist die Brandgefahr für die Reetdachhäuser. Auch in einigen deutschen Städten wird derzeit ein Böllerverbot diskutiert. 

Sollte deiner Meinung nach das private Böllern in Deutschland ganz verboten werden? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare!

Dieser Text ist zuerst auf t-online.de erschienen. 

Das könnte dich auch interessieren:

Ex-Dschungelkönig kritisiert: "Mit Reality-TV hat der Dschungel nicht mehr viel zu tun"

Link zum Artikel

Bei Gedenkfeier für NS-Opfer – AfD-Abgeordnete verlassen bayerischen Landtag

Link zum Artikel

#UnusualWaysToSayIloveYou: 16 absurde Arten "Ich liebe dich" zu sagen

Link zum Artikel

Du verstehst nur Bahnhof? Deutsche Bahn testet besser verständliche Durchsagen

Link zum Artikel

"Die Schlampe lügt'" – Chris Brown streitet Vergewaltigungsvorwurf ab

Link zum Artikel

Die 30 Fußballvereine mit den teuersten Ticketpreisen – 7 deutsche Clubs sind dabei

Link zum Artikel

"Nein, wir sind nicht die Stripper" – #GreatestHits räumt mit nervigen Jobfragen auf

Link zum Artikel

Der Buchhändler Thalia verkaufte Holocaustleugner-Bücher

Link zum Artikel

"Du bist ein erbärmlicher Mensch" – Cristiano Ronaldo löst mit Tweet Shitstorm aus 

Link zum Artikel

Deutschland macht nicht mehr mit – und jetzt? 7 Fragen zur EU-Marinemission "Sophia"

Link zum Artikel

Ariana Grande bringt im Februar ein neues Album raus – die Tracklist gibt's hier

Link zum Artikel

19 absurde eBay-Kleinanzeigen, die mehr wert sind als Geld

Link zum Artikel

"'T A T Ü T A T A' als Fingertattoo" – die besten Witze über "Polizeispitzel" Bushido

Link zum Artikel

Jetzt wurde auch der Bruder von Berliner Clanchef Arafat Abou-Chaker festgenommen

Link zum Artikel

Diese Personen wollen Trump vom Thron stoßen – und so stehen ihre Chancen

Link zum Artikel

Siewert und Co – wie der BVB zum Trainer-Sprungbrett für England wurde

Link zum Artikel

Es lag nicht an dir, sondern an WhatsApp! Die App war weltweit gestört 

Link zum Artikel

"Armutszeugnis für Europa" – Deutschland pausiert Teilnahme an Mittelmeer-Mission Sophia 

Link zum Artikel

Polizist sucht Unbekannte – und das Internet reagiert von "süüüß" bis "Creep" 

Link zum Artikel

"An die Typen, die mich am Strand ausgelacht haben...F*** Euch!"

Link zum Artikel

Die Amazon-Bewertungen zu diesem Vagina-Parfum sind... geil?

Link zum Artikel

Trump ist einem Transgender-Verbot im Militär ein Stück näher

Link zum Artikel

"Habe bei der WM nie simuliert" – Neymar spricht über Schwalben und Drogen-Gerüchte

Link zum Artikel

Geschmackloser WhatsApp-Kettenbrief droht Kindern mit Tod von Mutter – per Sprachnachricht

Link zum Artikel

"Nächster Einschlag wird kommen" – wie Experten Geschosse aus dem All abwehren wollen

Link zum Artikel

Eltern alarmiert: Eine sächsische Schule lehrt "Rassentheorien"

Link zum Artikel

"Nicht alle zu Nazis abstempeln" – so verteidigt Sahra Wagenknecht Wutbürger von Chemnitz

Link zum Artikel

Diese 7 Videos zeigen, dass Kevin-Prince Boateng Barca verzaubern wird

Link zum Artikel

Lady Gaga ist für den Oscar nominiert – falls sie gewinnt, wissen wir schon, was sie sagt

Link zum Artikel

Erklären Sie mir das, Frau Rowling! Die 11 größten Handlungslücken in "Harry Potter"

Link zum Artikel

Flugzeug mit Fußballer Emiliano Sala an Bord von Radar verschwunden

Link zum Artikel

May hat ihren "Plan B" im Unterhaus vorgestellt – und die EU hat schon Nein gesagt

Link zum Artikel

Wer zeigt die Spiele? Wer wartet im Halbfinale? Alle Antworten zur Handball-WM

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Leona 29.12.2018 10:33
    Highlight Highlight Also ich finde schon, dass das private Böllern aufhören sollte. Schon an dem Tag, wo die Böller gekauft werden können beginnt der Krach. Unsere Katzen reagieren jedes Jahr panisch, wissen nicht, wo sie hin sollen. Und für sie fängt dieser Stress dann ja auch schon vor Silvester an.

Tierarzt bittet: Bleib' bei deinem Hund, wenn er stirbt. Auch wenn es hart ist.

Özil geht, der Hambacher Forst bleibt, Chemnitz schreckt auf – 2018 war turbulent. Auch für uns: watson.de startete im März. Auf einige Geschichten sind wir seitdem besonders stolz. Wie auf diese hier:

Menschen leben im Schnitt 79 Jahre. Hunde werden aber nur etwa 12 Jahre alt. Für jeden Hundebesitzer ergibt sich daher eine bittere Wahrheit: Irgendwann musst du deinen felligen besten Freund verabschieden. 

Jeder, der ein Haustier hat, weiß, wie weh das tut. Und weil viele das nicht …

Artikel lesen
Link zum Artikel