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Christian Lindner über Klimaschutz: "Planwirtschaft" und "Weltuntergangsszenarien"

In seinem Sommerinterview mit der ARD hat FDP-Chef Christian Lindner am Sonntag über Maßnahmen zum Klimaschutz gesprochen. Er warnte dabei vor Verboten. "Niemand auf der Welt würde uns folgen auf dem Weg, Wohlstand zu verlieren und den Menschen ihren Lebenswandel vorzuschreiben", sagte Lindner in Berlin. Stattdessen brauche es technische Lösungen wie alternative Treibstoffe für Flugzeuge.

Er halte nichts von Weltuntergangsszenarien und nichts davon, "den Menschen Verzicht und Askese zu predigen". Trotz guter Umfrageergebnisse für die Grünen gebe es einen Rekord bei Flugreisen. "Das zeigt mir: Auf dem Weg in die Verzichtsgesellschaft werden die Leute nicht folgen".

Offen zeigte sich der FDP-Chef für die Idee eines CO2-Preises. Seiner Meinung nach müsste dieser sich aber am Markt bilden. Lindner schlug vor, eine Gesamtmenge an Kohlendioxid festzulegen, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft noch ausgestoßen werden kann. "Und jeder, der einen Anteil daran haben möchte, für Fliegen, Verbrennungsmotor, für Energie oder Fleisch, muss sich seinen Anteil an diesem Budget kaufen". Dann werde eine Start-up-Mentalität entstehen, weil die günstigsten Wege gesucht würden, CO2 zu vermeiden.

Bahnfahren attraktiver, nicht Fliegen teurer machen

Deutschland erreiche die Pariser Klimaziele bislang nicht, "weil wir planwirtschaftliche Einzelmaßnahmen machen", sagte Lindner. Als "Planwirtschaft" bezeichnete er unter anderem das bestehende Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Davon, das Fliegen durch eine Besteuerung von Kerosin teurer zu machen, hält Lindner nichts: Stattdessen solle der Bahnverkehr attraktiver gemacht werden. Die Bahn müsse pünktlicher und schneller werden, außerdem solle das Streckennetz ausgedehnt und der Telefon- und Internetempfang auf Zugfahrten verbessert werden, sagte Lindner.

(fh/dpa)

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