Deutschland
Bild

Angela Merkel im Bundestag (Archivbild). Bild: imago images / Christian Spicker

Merkel kommt zu spät zur Organspenden-Debatte – und geht erst zu den Grünen

Es war eine heiß erwartete Debatte im Bundestag: Am Donnerstagmorgen ging es um nichts weniger als um die Neuregelung der Organspende. Jens Spahn (CDU) schlägt die sogenannte doppelte Widerspruchslösung vor. Das würde bedeuten, dass jeder, der zu Lebzeiten nicht offiziell widerspricht, im Falle eines Hirntods potenzieller Organspender wird – es sei denn, die Angehörigen wissen, dass er dies nicht wollte.

Eine besonders wichtige Debatte: Für die Abstimmung wurde der Fraktionszwang aufgehoben. Es ist eine Gewissensentscheidung, bei der jeder Abgeordnete frei nach seinen Überzeugungen abstimmt. Befürworter und Gegner des geplanten Gesetzes sitzen in fast allen Parteien. Am Ende ging die Abstimmung mit einer leichten Mehrheit gegen die von Spahn vorgeschlagene Widerspruchslösung aus.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) galt als Unterstützer von Jens Spahns Gesetzentwurf – und kam bei der großen Aussprache erst einmal zu spät. Der Kommentar auf "Phoenix" notiert gegen 10:45 Uhr nur knapp, da war die Debatte immerhin schon fast zwei Stunden in Gange, dass Frau Merkel inzwischen auch eingetroffen sei.

Merkel unterhält sich mit Baerbock

Doch anstatt den laufenden Reden zuzuhören, unterhielt sie sich erst einmal mit den Kollegen. Sie begrüßte Annalena Baerbock, Parteichefin der Grünen. Es war natürlich nicht auszumachen, was die beiden da besprachen. Baerbock hatte den Gegenentwurf zu Spahns Vorschlag ausgearbeitet. Merkel sprach also mit einer Gegnerin bei diesem Thema.

Bild

Angela Merkel unterhält sich angeregt mit Annalena Baerbock von den Grünen Bild: phoenix screenshot

Anschließend sprach sie mit dem SPD-Abgeordneten Karamba Diaby, auf dessen Büro am Mittwoch ein Anschlag verübt worden war.

Bild

Auf das Büro von Karamba Diaby in Halle wurde in der Nacht zum Mittwoch geschossen Bild: phoenix screenshot

(lw)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Interview

Ökonom zu Friedrich Merz als Kanzler: "Das wäre für Deutschland fatal"

Er bezeichnet sich selbst als Mann aus dem "gehobenen Mittelstand". Bis vor kurzem war er noch Aufsichtsratsvorsitzender bei Blackrock in Deutschland, dem größten Vermögensverwalter der Welt. Friedrich Merz scheint sich auszukennen in der Welt der Wirtschaft und ist der Wunschkandidat des Wirtschaftsflügels der CDU.

Mit seinem Kommentar, dass man Altersarmut vorbeugen könne, indem man mit Aktien vorsorge, erntete er vor einiger Zeit viel Kritik. Merz wird immer wieder vorgeworfen, arrogant zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel