Deutschland
Frustrated angry man reading a text message on his smartphone blowing steam coming out of ears

Bild: iStockphoto/imago/watson montage

Diese Schüler-Kampagne wird die AfD so richtig nerven

Timo stein, max biederbeck

Es ist offensichtlich, dass sich die AfD vor dem Einfluss der Schulen fürchtet. Genauer gesagt, ging es bisher vor allem um die Lehrer und ihre Rolle gegenüber den Wählern von Morgen Schülern.

Die AfD ist der Auffassung, dass Lehrer die Jugend politisch beeinflussen. In den vergangenen Monaten hat die Partei deshalb in zahlreichen Bundesländern Meldeportale auf den Weg gebracht, bei denen sich der Nachwuchs anonym melden soll, um politischen Einfluss von oben zu melden.

Jetzt kommt neuer Widerstand an den Schulen. Aber nicht von den Lehrern, die die AfD verdächtigt, sondern von einem Netzwerk, an dem sich Schülervertreter beteiligen.  

Das ist die Aktion:

Seit Jahren setzt sich an Schulen in Deutschland die Aktion "Schule ohne RassismusSchule mit Courage" gegen rechte Ideologien und Ausgrenzung ein. Nach eigenen Angaben machen die Schülervertretungen von rund 2.800 Schulen bei dem Projekt mit. Bis zu eineinhalb Millionen Schülerinnen und Schüler werden deshalb wohl bald diese Kampagne in ihren Fluren und an ihren schwarzen Brettern sehen.

Bild

Die Haifisch-Flosse im AfD-Stil, die Farben der Partei – und dazu der Satz "Rassismus erkennen".

Das dürfte der AfD nicht gefallen. Vor allem, weil das eigentlich parteilose Netzwerk "Schule ohne Rassismus" mit dem Plakat Position gegen die AfD als Partei bezieht.

Wer dort nachfragt, bekommt auch eine klare Aussage: „Wenn diese Plakate einen doppelten Boden haben, dann ist das optimal“, sagte eine Sprecherin zu watson.

Die Plakate würden bereits in Schulen hängen. Die Nachfrage sei groß. Beschwerden habe es bisher noch keine gegeben. Den Schulen sei immerhin freigestellt, ob sie mitmachen oder nicht, sagt sie Sprecherin. Auch Jugendzentren und bildungspolitische Einrichtungen könnten die Plakate bestellen.

Auf die Frage, ob solche Aktionen, die sich gegen eine bestimmte Partei richten, gegen das Neutralitätsgebot verstoßen, teilte das Netzwerk gegenüber watson mit: „Wir sind nicht neutral.“

Man sei überparteilich, aber nicht wertneutral, der Einsatz gegen Rassismus, Antisemitismus und eine diskriminierungsfreie Schule basiere auf Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Das alles sind schlechte Neuigkeiten für die AfD, denn da bringt sich ein mächtiges Netzwerk aus Schülern und Aktivisten gegen die Partei in Stellung.

Weil sich Schulen mit dem Label "Schule ohne Rassismus" dazu verpflichten, regelmäßig "Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden", wird dies vermutlich nicht das letzte Anti-AfD-Plakat dieser Form gewesen sein.

Wer hinter dem Projekt steht:

Das Projekt "Schule ohne Rassismus" funktioniert zwar von und über Schüler. Dahinter steht jedoch der 1992 gegründete Verein "Aktion Courage", den nicht Schüler gegründet haben, sondern ein Verbund aus Bürgerinitiativen, Menschenrechtsgruppen und einzelnen Aktivisten.

Die Aktion ist zwar schon seit 2001 ein bundesweit anerkannter Träger der Jugendhilfe. Das wird die AfD aber kaum daran hindern, sie als neuen Feind und Manipulator der Schüler auszumachen – so wie es eben bisher die Lehrer waren.

So demonstriert Berlin gegen die AfD

Die AfD bejubelt das Aus von Angela Merkel

abspielen

Video: watson/Max Biederbeck, Lia Haubner

Das könnte dich auch interessieren:

Helene Fischer verdient an "Herzbeben" – Songwriterin verrät, was sie für den Hit bekam

Link zum Artikel

"Hart aber Fair": Altmaier warnt vor "Klimapolizei" – und wird von Aktivistin verspottet

Link zum Artikel

Brief ans Jobcenter: Hört auf, meine über 60-jährige Mutter in Jobs zu drängen

Link zum Artikel

7 Zitate, die zeigen, wie "bürgerlich" Alexander Gauland wirklich ist

Link zum Artikel

Luke Mockridge traf Kiwi kurz vor ZDF-Auftritt: Er täuschte beim "Fernsehgarten" alle

Link zum Artikel

2 Handelfmeter? Darum gab es für die DFB-Elf gegen Nordirland keinen Videobeweis

Link zum Artikel

Bei Pressekonferenz nach BVB-Sieg: Favre merkt nicht, dass Mikro schon an ist

Link zum Artikel

Alleinerziehend mit Hartz IV: Achtjährige sammelt Flaschen, um Taschengeld zu bekommen

Link zum Artikel

Barça-Keeper vor Linie: Wieso der VAR bei größter BVB-Chance nicht eingriff

Link zum Artikel

"Steh auf" – Rammstein-Sänger verstört Fans mit Video

Link zum Artikel

Krankenschwester warnt bei Maischberger: "Wir laufen auf eine riesige Katastrophe zu"

Link zum Artikel

Helene Fischer und Thomas Seitel: Polizei spricht von Einsatz auf ihrem Anwesen

Link zum Artikel

Nach Höcke: ZDF will auch künftig über das berichten, was "AfD nicht gerne im Fokus sieht"

Link zum Artikel

Kontakt mit 2 Bundesliga-Stars – warum der FCB trotz allem keinen Lewandowski-Backup holte

Link zum Artikel

"Zahltag": Buschkowsky erklärt, warum ein Geldkoffer Hartz-IV-Empfängern nicht hilft

Link zum Artikel

Hai pirscht sich an ahnunglosen Surfer heran: Dann kommt Hilfe – von oben!

Link zum Artikel

Tiere: 11 Fotos, die zeigen, wie lustig es in der Natur manchmal zugeht

Link zum Artikel

Luke Mockridge macht Andrea Kiewel in seiner Show ein Angebot – die blockt ab

Link zum Artikel

Luke Mockridge über die Folgen seines ZDF-Auftritts: "Meine Eltern erhielten Hassbriefe"

Link zum Artikel

In Berlin gab es eine Notlandung mit mehreren Verletzten

Link zum Artikel

Hartz-IV-Show "Zahltag": Wie die Sendung falsche Hoffnungen schürt

Link zum Artikel

Gottschalk über Helene Fischer und Florian Silbereisen: "Hatte immer schlechtes Gefühl"

Link zum Artikel

Diese Szenen zeigen: Nicht mal die Experten sind von der Hartz-IV-Show "Zahltag" überzeugt

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

AfD-Lehrermeldeportal in Mecklenburg-Vorpommern verboten

Der Landesdatenschutzbeauftragte Mecklenburg-Vorpommerns, Heinz Müller, hat das von der AfD betriebene Internetportal "Neutrale Schule" verboten. Aufforderungen an Schüler, Lehrer zu melden, die mutmaßlich gegen das politische Neutralitätsgebot verstoßen, muss der betroffene AfD-Landesverband innerhalb einer Woche von der Seite entfernen, wie Müller am Freitag erklärte. Ansonsten drohe der AfD ein Zwangsgeld.

Es sei Aufgabe der Lehrer, "für die Demokratie, das Grundgesetz und die darin …

Artikel lesen
Link zum Artikel