Horst Seehofer verbietet die rockerähnliche Gruppe "Osmanen Germania"

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rockerähnliche Gruppe "Osmanen Germania BC" einschließlich ihrer Teilorganisationen verboten und ihnen jede Tätigkeit untersagt. "Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung für individuelle Rechtsgüter und die Allgemeinheit aus", erklärte das Ministerium am Dienstag in Berlin.

Die als Boxclub getarnte Gruppe OGBC steht wegen ihrer Nähe zur türkischen Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan in der Kritik. Sie soll in Deutschland pro-kurdische linke Gruppen und Anhänger der sogenannten Gülen-Bewegung eingeschüchtert haben.

In Stuttgart müssen sich seit März acht Mitglieder der Osmanen unter anderem wegen versuchten Mordes, versuchten Totschlags und Menschenhandels vor Gericht verantworten.

Die Osmanen Germania haben sich 2015 gegründet, sind aber rasch gewachsen, Sicherheitsbehörden schätzen, die Gruppe umfasst rund 300 Mitglieder.

"Es gibt eigentlich kein Chapter der 'Osmanen' ohne Straftaten. Das geht von Drogenhandel, Landfriedensbruch, Nötigung und gefährlicher Körperverletzung bis hin zu Erpressung und versuchtem Totschlag."

Ulrich Gruber vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg SWR

(per/sg/dpa)

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