Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Flüchtlinge in Libyen.

Flüchtlinge in Libyen. Bild: Hamza Turkia/Xinhua/dpa

Deutschland nimmt 10.000 Flüchtlinge auf – Kritik von Hilfsorganisation

19.04.18, 10:40 22.06.18, 10:10

Deutschland nimmt nach Angaben von EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos mehr als 10.000 Flüchtlinge aus Nordafrika und dem Nahen Osten auf. Eine entsprechende Zusage der Bundesregierung sei in dieser Woche bei der EU-Kommission eingegangen, sagte Avramopoulos den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Donnerstag. Die Aufnahme erfolgt demnach im Rahmen eines neuen EU-Umsiedlungsprogramms.

Weil aus anderen Mitgliedstaaten bereits die Zusage für die Aufnahme von insgesamt 40.000 Flüchtlingen vorliege, sei das Ziel des "Resettlement-Programms", in der EU 50.000 Neuansiedlungsplätze zu schaffen, bereits erfüllt und werde wohl sogar übertroffen. "Die deutsche Regierung ist erneut zur Stelle, wenn es um internationale Solidarität geht", sagte der EU-Kommissar.

Kritik von Flüchtlingshelfern

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hält die Zusage der Bundesregierung jedoch für zu wenig. "Grundsätzlich begrüßen wir jede Aufnahme eines Flüchtlings aus einer lebensgefährlichen Situation", sagte Pro Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. 

"Aber wir fordern, die Ausbildung und Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache sofort zu beenden."

Günter Burkhardt afp

Europa sei durch diese Kooperation mitverantwortlich, "dass tausende aus Seenot Gerettete wieder in Haft- und Folterlager in Libyen zurückgeschleppt wurden", fügte Burkhardt hinzu. "Jeder, der in Nordafrika in Haftzentren festsitzt, muss gerettet werden."

Ein kenterndes Flüchtlingsboot auf dem Mittelmeer.

Ein kenterndes Flüchtlingsboot auf dem Mittelmeer. Bild: ONG SOS MEDITERRANEE/dpa

Kritik an Deutschland gab es auch vom EU-Flüchtlingskommissar. Avramopoulos drängte die Bundesrepublik zu einem baldigen Ende der Grenzkontrollen. Er werde solchen Kontrollen "nicht für immer" zustimmen, sagte er den Funke-Zeitungen. "Wir müssen zügig zur normalen Funktionsweise des Schengensystems zurückkehren", forderte er. 

"Wenn Schengen kollabiert, ist dies das Ende der EU, wie wir sie kennen"

Dimitris Avramopoulos afp

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterrichtete die EU-Kommission zuletzt in einem Brief über die Verlängerung der Kontrollen zu Österreich ab Mai um weitere sechs Monate. Er verzichtet aber darauf, die systematischen Kontrollen für Flüge aus Griechenland fortzuführen.

(fh/afp)

Politik

Markus Söder hält nichtreligiöse Dinge

AfD-Mann zeigt Hitlergruß auf Zugspitze – und weg ist die Bezirkskandidatur

Was wir über die Amokfahrt von Toronto wissen

Wer sagt gerade eigentlich was zum Thema Kopftuch? 6 Argumente im watson-Guide

Diese Gegner können Erdogan gefährlich werden – 6 Antworten zu den Wahlen in der Türkei

5 Punkte, die zeigen, dass Twitter ein Problem mit Antisemitismus hat

5 Szenen, die das seltsame Trump-Macron-Verhältnis erklären

So reagiert Freiburgs neuer Oberbürgermeister auf die Wahlparty-Attacke

So geht es in der Bromance von Macron und Trump heute weiter

Was Freiburgs neuer OB mit Robin Hood zu tun hat

Der watson-Guide zur Abtreibungs-Debatte um Paragraf 219

So will SPD-Vize Malu Dreyer gegen Armut kämpfen – das watson-Interview

Wer jetzt in der SPD wichtig wird – die watson-Prognose

Markus Söder hängt Kreuze in Behörden und sagt, das sei nicht religiös

Überall Kippas in Köln und Berlin? watson erklärt die Aktion in 4 Schritten

Psychisch krank oder straffällig – in Bayern bald das Gleiche?

In Frankreich zahlt die Krankenkasse Studentinnen jetzt Tampons

19 mal "Soo Saaad!": Erinnerst du dich an diese Trump-Aussteiger?

Gabriel lehrt an der Uni Bonn, den Studierenden gefällt das nicht

4 Gründe, warum die Liebe zum politischen Popstar Macron erkaltet

6 Dinge, die du jetzt über die Rechten in Kandel wissen musst

AfD-Politiker beschäftigt mutmaßlichen rechten Terrorhelfer

So kamen Konservative und Rechte beim "Neuen Hambacher Fest" zusammen

Warum Heiko Maas mit seiner harten Linie gegen Russland in der eigenen Partei aneckt

Mord in U-Boot – Erfinder Madsen zu lebenslanger Haft verurteilt

7 Eindrücke, die zeigen, wie krass der Vulkanausbruch auf Hawaii wütet

3 Fragen und Antworten zu den Syrien-Angriffen, die jetzt wichtig werden

Italienische Polizei nimmt fünf Verdächtige im Fall Anis Amri fest

Polizei, Polizei, Polizei! Die CSU benimmt sich wie die schlimmsten Helikopter-Eltern

Motiv Frauenhass? Was hinter der "Incel-Rebellion" des Amokfahrers von Toronto steckt

"Tickende Zeitbomben" – Politiker sorgen sich wegen "Reichsbürgern"

5 Frauen, die in Deutschland muslimischen Feminismus prägen

Union und SPD tagen in Bayern – wegen dieser 7 Themen könnte es krachen

AfD-Politiker vergleicht Förderschüler mit ansteckenden Patienten

Merkel widerspricht Dobrindt: 3 Hintergründe zum Streit um die Flüchtlingspolitik

Thüringens CDU-Chef Mohring: "Niemand bestreitet, dass Muslime zu Deutschland gehören"

Nach dem BAMF-Skandal sollen Tausende Asyl-Entscheidungen überprüft werden

Holstein Kiel hätte sein Frauenteam nicht feuern sollen – und weiß das jetzt auch

89-jährige Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck festgenommen

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

1 Jahr Haft für 234 Menschenleben: An diesem Mann soll ein Exempel statuiert werden

Claus-Peter Reisch, früher konservativer Bayer und CSU-Wähler, heute Seenotretter im Mittelmeer. Für sein Engagement soll er nun in Malta verurteilt werden. Im Interview mit watson rechnet er mit Horst Seehofer, Matteo Salvini und der europäischen Flüchtlingspolitik ab. 

Eigentlich könnte Claus-Peter Reisch ein ruhiges, geordnetes Leben haben. Als selbstständig Erwerbender steht er finanziell auf sicherem Boden, mit seinem eigenen Segelboot zieht es ihn immer wieder in die Ferne. Doch jetzt ist Reisch zwischen die Fronten geraten. In Deutschland prangte sein Antlitz auf jeder Tageszeitung. 

Es ist 2015 als Reisch mit seiner Lebenspartnerin im Sommer nach Griechenland segelt. Die Flüchtlingskrise ist bereits in Gang. Er stellt sich die Frage: "Was tun wir, …

Artikel lesen