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Markus Söder inszeniert sich derzeit gerne als Krisenmanager. Bild: imago images / Overstreet

Weltärztepräsident kritisiert Söder: "Hilft nichts, das Denken auszuschalten"

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat das Vorgehen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der Corona-Krise harsch kritisiert. "Seine Politik der harten Hand führt offensichtlich nicht zum Erfolg", sagte der frühere Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund dem "Münchner Merkur".

Bayern stehe derzeit bundesweit bei den Infektionszahlen am schlechtesten da. Außerdem habe es die höchste Sterbequote und die niedrigste Verdopplungszeit bei Infektionen laut Montgomery.

Ärztepräsident fordert: "Da muss man Freiheiten zulassen"

"Dass Herr Söder da Ängste entwickelt, kann ich nachvollziehen", sagt Montgomery. "Es hilft aber nichts, das Denken auszuschalten. Wir brauchen Vernunft, keine dramatischen Aktionen." Er fordert daher ein Ende "dieses nach außen vorgetragene Auftreten als harter Mann." Stattdessen sprach sich Montgomery dafür aus, auf Freiwilligkeit zu setzen und die Menschen mitzunehmen.

Je länger Kontakteinschränkungen vorgeschrieben würden, umso problematischer werde die Situation gerade von älteren und einsamen Menschen. "Da muss man in bestimmtem Umfang Freiheiten zulassen, sonst gerät die Situation aus den Fugen und der Konsens in der Gesellschaft geht verloren."

Söder im Umfragehoch

Die Menschen in Bayern sind nach einer Umfrage aber mit der Arbeit von Söder zufrieden. Im "Bayerntrend extra" stieg der Beliebtheitswert des Ministerpräsidenten auf ein Allzeithoch von 94 Prozent.

Auch Söders Partei erlebt im am Mittwoch veröffentlichten "Bayerntrend extra" ein Hoch. Die Christsozialen liegen demnach im Freistaat bei 49 Prozent. Bei der Landtagswahl 2018 waren es 37,2 Prozent.

(lw/dpa)

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